[0001] Die Erfindung betrifft eine Preßzange zum Verformen eines Werkstücks, mit einem zwei
Deckplatten aufweisenden Zangenkopf, an dem eine ortsfest gelagerte Preßbacke und
eine linear verschiebbar geführte Preßbacke vorgesehen sind, wobei mindestens eine
der Preßbacken auswechselbar angeordnet ist, mit einem Kniehebeltrieb für die Bewegung
der geführten Preßbacke, der einen beweglichen Handgriff und eine an einem festen
Handgriff angelenkte Kniehebellasche aufweist, mit einem Zwangsgesperre aus einem
Zahnsegment und einer schwenkbar gelegerten Sperrklinke für das reproduzierbare Erreichen
einer Endlage, und mit einer Rückführfeder zum Erreichen der Offenstellung der Preßbacken
und der Handgriffe. Die Preßzange kann zum Herstellen lötfreier Verbindungen zwischen
Stromleitungen und dazugehörigen Anschlußteilen durch Verpressen eines derart aufgebauten
Werkstückes angewendet werden. Aber auch in anderem Zusammenhang kann die Preßzange
eingesetzt werden, wenn Werkstücke bleibend verformt werden sollen. Die Ausbildung
der Preßbacken richtet sich nach der zu erreichenden verpreßten Form des Werkstückes.
Die Preßbacken weisen ein oder mehrere Gesenke auf, die aufeinander abgestimmt sind
und je nach Anwendungsfall auch eine sehr komplizierte Formgebung besitzen können.
[0002] Eine Preßzange der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE 21 49 167 C3 bekannt.
Diese Preßzange ist in Plattenbauweise aufgebaut. Sie besitzt einen Zangenkopf, der
zwei Deckplatten, zwei Beilageplatten, eine am festen Handgriff vorgesehene Griffplatte
und mehrere Bolzen und Zapfen aufweist, mit denen die Teile des Zangenkopfes zusammengehalten
werden. In dem Zangenkopf ist ein Kniehebeltrieb aus einem beweglichen Handgriff und
einer Kniehebellasche angeordnet, der eine Führungslasche antreibt, die zwei Stifte
trägt. Der eine Stift ist zur Anlenkung des freien Endes des beweglichen Handgriffes
ausgebildet, während der andere Stift zur auswechselbaren Lagerung einer auswechselbaren
Preßbacke dient. Sowohl die bewegliche wie auch die feste Preßbacke ist auswechselbar
im Zangenkopf gelagert, wobei sich die feste Preßbacke über Vorsprünge an den Deckplatten
abstützt und ansonsten vermittels eines lösbaren Bolzens zwischen den Deckplatten
eingeklemmt wird. Die bewegliche Preßbacke wird auf die Führungslasche aufgesetzt
und ist von einer dort vorgesehenen Nase gehalten. Die Preßbacken sind aber bereits
grundsätzlich auswechselbar und somit gegen andere Backenformen austauschbar vorgesehen.
Nachteilig an dieser bekannten Preßzange ist die große Zahl der notwendigen Einzelteile
sowie die Anordnung der Rückführfeder im Zangenkopf im Bereich der Preßbacken.
[0003] Die US 5,113,727 zeigt eine Klemmzange mit Preßbacken, die auswechselbar an Schwenkbacken
der Klemmzange gehalten sind. Die Schwenkbacken und die Preßbacken weisen auf den
einander Zugekehrten Seiten eine komplizierte Flächengestaltung auf, wobei auf diese
Weise Anlageflächen für die Übertragung der Klemmkräfte gebildet sind. Auch bei dieser
Zange erfolgt die Lagerung der Preßbacken an den Schwenkbacken und damit die Übertragung
der Preßkräfte bzw. Reaktionskräfte über eine mehrdimensionale flächige Gestaltung.
Darüber hinaus ist eine Verliersicherung vorgesehen, die ein selbsttätiges Lösen der
Preßbacken von den Schwenkbacken in geöffnetem Zustand der Zange vermeidet. Diese
Verliersicherung besteht aus einem ziehbaren Stift, der eine seitlich angebrachte
fluchtende Bohrung in einem Schenkel der Preßbacke und im Körper der Schwenkbacke
durchsetzt und mittels einer Kugelraste gehalten ist. Dieser Stift wird während des
Klemmvorgangs kraftmäßig nicht belastet.
[0004] Andererseits ist es bekannt, auswechselbare Preßbacken vermittels einer Schraubverbindung
am Zangenkopf festzuschrauben. Auch in diesem Fall ist die Aufnahme der Preßkräfte
im Zangenkopf nicht optimal. Die Preßbacken können sich unter dem Einfluß der Preßkräfte
im Zangenkopf geringfügig bewegen, wobei ein Verkippen oder Verkanten eintritt, so
daß die genaue Relativlage der Preßbacken in der Endstellung des Preßvorgangs nicht
mehr reproduzierbar auf Dauer eingehalten ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Preßzange der eingangs beschriebenen
Art bereitzustellen, die einen möglichst einfachen Aufbau aus wenig Einzelteilen aufweist,
bei der sich mindestens eine der Preßbacken, vorzugsweise aber beide Preßbacken, leicht
auswechseln lassen und dennoch die Preßbacken im Zangenkopf dauerhaft verläßlich abgestützt
sind, so daß die vorgesehene Endlage beim Verpressungsvorgang zwischen den Preßbacken
reproduzierbar eingehalten wird.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies bei einer Preßzange der eingangs beschriebenen Art dadurch
erreicht, daß für die Realisierung der Auswechselbarkeit und zur Aufnahme der Preßkräfte
mindestens einer der Preßbacken eine Doppellagerung aus einem ersten Lager mit ziehbarem
Bolzen und randgeschlossener Durchbrechung in der Preßbacke und aus einem zweiten
Lager mit festem Bolzen und randoffener Durchbrechung in der Preßbacke vorgesehen
ist.
[0007] Die Erfindung geht von dem Gedanken aus, für die Auswechselbarkeit der Preßbacken
eine Doppellagerung oder Zweipunktlagerung vorzusehen. Die beiden Lager sind auf Abstand
zueinander angeordnet, so daß unter der Lagerwirkung die betreffende Preßbacke verdrehsicher
im Zangenkopf gehalten ist. Jeweils eines der Lager besteht aus einer randgeschlossenen
Durchbrechung in der Preßbacke und einem ziehbaren, d. h. lösbaren bzw. herausnehmbaren
und wieder einsetzbaren Bolzen, der die beiden Deckplatten durchsetzt und die randgeschlossene
Durchbrechung in der betreffenden Preßbacke durchgreift. Dieser Bolzen ist zur unmittelbaren
Aufnahme der Preßkraft bzw. Reaktionskraft ausgebildet. Das andere Lager wird von
einem festen Bolzen im Zangenkopf an den Deckplatten in Verbindung mit einer randoffenen
Durchbrechung in der betreffenden auswechselbaren Preßbacke gebildet. Unter einem
solchen festen Bolzen wird ein Bolzen verstanden, der zwar montierbar bzw. demontierbar
ist, der aber zum Auswechseln der Preßbacken nicht gelöst wird. Die Auswechselbarkeit
der Preßbacken kann sich darauf beziehen, das betreffende Preßbackenpaar gegen ein
anderes Preßbackenpaar auszutauschen, wenn z. B. nach entsprechender Gebrauchsdauer
ein Verschleiß im Gesenkbereich stattgefunden hat. Die Auswechselbarkeit bezieht sich
aber auch darauf, ein Preßbackenpaar mit einer ersten Gesenkform gegen ein anderes
Preßbackenpaar mit einer anderen Gesenkform auszutauschen bzw. auszuwechseln, um mit
ein und derselben Preßzange verschiedene Preßarbeiten durchführen zu können. Durch
diese Doppellagerung ist einerseits der Ort und andererseits der Relativwinkel, mit
dem die Preßbacken im Zangenkopf vorgesehen sind, eindeutig und reproduzierbar festgelegt.
Die neue Preßzange ist besonders einfach aufgebaut und besteht aus vergleichsweise
wenig Einzelteilen. Im Vergleich zu der gattungsbildenden Preßzange entfallen Beilageplatten
sowie das Führungsstück für die bewegliche Preßbacke. Auch der feste Handgriff braucht
nicht bis zum vorderen Ende des Zangenkopfes durchgehend ausgebildet sein. Durch die
Doppellagerung der Preßbacken ergibt sich eine bessere kraftschlüssige Verbindung
zwischen Preßbacken und Deckplatten. Die federnde Beweglichkeit der Deckplatten zueinander
wird vorteilhaft genutzt. Beim Festziehen der festen Preßbacke wird diese Verbindung
zugleich zum Abstützen der Deckplatten aneinander und damit zur Aussteifung des Zangenkopfes
genutzt. Die auf die bewegliche Preßbacke über den beweglichen Handgriff ausgeübte
Preßkraft wird direkt übertragen, wobei der die Kniehebellasche aufweisende Kniehebeltrieb
unmittelbar einwirkend zum Einsatz kommt. Schließlich können die Preßbacken selbst
auch in Plattenbauweise hergestellt werden. Andererseits ist es nicht ausgeschlossen,
auch in Feinguß erzeugte Preßbacken zu verwenden.
[0008] Insbesondere in Verbindung damit ist die Rückführfeder im Zangenkopf zwischen den
Deckplatten angeordnet und an dem festen Handgriff einerseits und an der Kniehebellasche
andererseits abgestützt. Die Rückführfeder greift damit nicht mehr an der beweglichen
Preßbacke an, sondern an der Kniehebellasche. Insoweit entfällt beim Wechsel der beweglichen
Preßbacke das Einhängen bzw. Aushängen der Rückführfeder, so daß damit der Auswechselvorgang
der beweglichen Preßbacke grundsätzlich vereinfacht wird. Aber auch die Kraftwirkrichtung
der so angeordneten und gelagerten Rückführfeder ist optimal. Nach der Durchführung
des Preßvorgangs und dem Erreichen der Endlage führt die Rückführfeder sowohl die
Handgriffe wie auch die Preßbacken in die Offenstellung zurück. Die Rückführfeder
ist geschützt im Zangenkopf untergebracht und versperrt z. B. nicht den Zwickelbereich
zwischen den Handgriffen.
[0009] Die Erfindung läßt sich mit besonderem Vorteil auf die bewegliche Preßbacke anwenden.
Dabei ist die geführte Preßbacke mit ihrer randoffenen Duchbrechung direkt auf dem
vorderen Ende des beweglichen Handgriffs in dem festen Bolzen abgestützt. Der ziehbare
Bolzen und der feste Bolzen sind in Langlochschlitzen in den Deckplatten geführt.
Es entfallen die Führungslaschen mit den Stiften und den zusätzlichen Gelenkpunkten,
also auch das dort erforderliche Spiel, so daß nicht nur die Anzahl der Einzelteile
vermindert wird, sondern sich auch die Endlage noch genauer einhalten läßt. Der ziehbare
Bolzen kann auch hier grundsätzlich in einen Bolzenkörper und eine leicht handhabbare
Rändelschraube unterteilt sein.
[0010] Zwischen der geführten Preßbacke und dem beweglichen Handgriff kann eine Verbindungslasche
vorgesehen sein, die über den ziehbaren Bolzen der geführten Preßbacke lösbar ausgebildet
ist. Diese Verbindungslasche überträgt die Rückführkraft der Rückführfeder auf die
bewegliche geführte Preßbacke, so daß nach einem Verpreßvorgang auch die Offenstellung
zwischen den Preßbacken wieder erreicht wird. Die Verbindungslasche ist an dem ziehbaren
Bolzen der geführten Preßbacke angelenkt, so daß mit dem Lösen bzw. Festziehen dieses
Bolzens zugleich die Verbindung über die Verbindungslasche aufgehoben bzw. hergestellt
wird.
[0011] Der ziehbare Bolzen der geführten Preßbacke kann einen Positionieranschlag aufweisen.
Damit kann der Positionieranschlag, der beispielsweise die Relativlage der Isolation
eines elektrischen Leiters relativ zu den Preßbacken festlegt, in Zuordnung zu der
jeweiligen Preßbacke genutzt werden. Eine gesonderte lösbare Befestigung dieses Positionieranschlags
am Zangenkopf entfällt. Freilich ist es erforderlich, die Zugehörigkeit zwischen Positionieranschlag
und beweglicher Preßbacke einzuhalten.
[0012] Die auswechselbare Preßbacke kann in Plattenbauweise zusammengesetzt sein. Damit
ergibt sich auch eine einfache Herstellung der Preßbacken sowie zum anderen die Möglichkeit,
die Preßbacken auch mit relativbeweglichen Elementen zu versehen, beispielsweise einem
gegenüber dem Gesenk in den Preßbacken beweglichen Anschlag. Da ein solcher Anschlag
der jeweiligen Preßbacke genau zugeordnet ist und beispielsweise im Mittelbereich
der Preßbacke angeordnet ist, ist ein solcher Anschlag Bestandteil der Preßbacke und
wird mit dieser ausgewechselt.
[0013] Der feste Handgriff kann an seinem freien Endbereich im Zangenkopf eine Doppellagerung
aus zwei Bolzen aufweisen, von denen mindestens einer lösbar ausgebildet ist. Auch
an dieser Stelle kann die Doppellagerung nach der Erfindung eingesetzt werden, wenn
einer der Bolzen ziehbar ausgebildet ist. Diese Möglichkeit dient dem Zweck, beispielsweise
nach einem Bruch der Rückführfeder den festen Handgriff relativ zum Zangenkopf verschwenken
zu können, um die defekte Feder leicht entnehmen und gegen eine neue Rückführfeder
austauschen zu können. Es spielt in der Regel dabei keine Rolle, ob zum Lösen des
Bolzens ein Verdrehwerkzeug benutzt werden muß oder nicht. Im Gegensatz dazu finden
an den anderen ziehbaren Bolzen vorzugsweise Rändelschrauben Verwendung, so daß das
Auswechseln der Preßbacken ohne Werkzeug und damit nur von Hand möglich ist.
[0014] Das Zwangsgesperre ist im Bereich des Zangenkopfes geschützt untergebracht. Dabei
weist das freie Ende des beweglichen Handgriffs das Zahnsegment des Zwangsgesperres
auf. Der bewegliche Handgriff ist damit zugleich als Zahnsegment des Zwangsgesperres
ausgebildet und läßt sich in einem Stanzvorgang in einfacher Weise erstellen. Die
zugehörige Sperrklinke ist in dem Freiraum zwischen den Deckplatten schwenkbar und
gegen Federkraft beweglich aufgehängt, so daß ein begonnener Öffnungs- und Schließweg
nur nach dessen vollständigem Durchlaufen beendet werden kann. Insbesondere ist die
Sperrklinke zwischen den Deckplatten schwenkbar gelagert und auch willkürlich entriegelbar,
wobei das freie Ende des in den Zangenkopf hineinreichenden festen Handgriffs einerseits
und die Kante der geführten Preßbacke andererseits Anschläge für die Begrenzung der
willkürlichen Verschwenkbarkeit der Sperrklinke bilden. Diese willkürliche Schwenkbarkeit
und Entriegelbarkeit gestattet es, bei einem beispielsweise fehlerhaft eingelegten
Werkstück einen begonnenen Schließvorgang zu unterbrechen, um eine Beschädigung der
Preßbacken zu vermeiden. Die Sperrklinke kann in eine Neutralstellung verschwenkt
werden, in welcher sie die Bewegung der geführten Preßbacke in beiden Richtungen freigibt.
Dabei ist die willkürliche Verschwenkung der Sperrklinke jedoch begrenzt, so daß eine
Überdehnung der die Sperrklinke belastenden Feder damit ausgeschlossen ist.
[0015] Der Zangenkopf kann als hohles Gehäuse aus den auf Abstand miteinander über Zapfen
und Bolzen verbundenen Deckplatten ausgebildet sein. Die Deckplatten weisen C-förmige
Gestalt auf, und die auswechselbaren Preßbacken sind in zwei aufeinander senkrecht
stehenden Richtungen in den Zwischenraum zwischen den Deckplatten einführbar. Diese
Ausführungsform ist besonders vorteilhaft in Verbindung mit der erfindungsgemäßen
Gestaltung.
[0016] Die Preßzange wird anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels weiter erläutert
und beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht der Preßzange in geschlossenem Zustand ohne Preßbacken,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Preßbacken der Preßzange gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Darstellung der Preßzange in geöffneter Stellung,
- Fig. 4
- eine Darstellung der Preßzange nach einem Schließvorgang in der Endlage,
- Fig. 5
- eine Stirnansicht der Preßzange,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf eine Deckplatte,
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf den beweglichen Zangengriff und
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf den festen Zangengriff.
[0017] Die in Fig. 1 dargestellte Preßzange weist einen Zangenkopf 1 auf, der im wesentlichen
aus zwei identisch ausgebildeten Deckplatten 2, 3 besteht, die mit einer Mehrzahl
von Zapfen und Bolzen auf Abstand Zueinander gehalten sind, wie dies insbesondere
aus Fig. 5 ersichtlich ist. Mit den beiden Deckplatten 2 und 3 ist ein fester Handgriff
4 verbunden, der aus einem plattenförmigen Stanzteil 5 (Fig. 8) und einem darauf aufschiebbaren
Kunststoffteil 6 besteht. Die Befestigung des Stanzteils 5 an den beiden Deckplatten
2 und 3 erfolgt über zwei Bolzen 7, 8, die entsprechende Durchbrechungen in den beiden
Deckplatten 2, 3 und in dem Stanzteil 5 durchsetzen und dabei einerseits die Deckplatten
2 und 3 auf Abstand zueinander festlegen und andererseits das Stanzteil 5 und damit
den festen Handgriff 4 in seiner relativen Lage zu dem Zangenkopf 1 sichern. Jeder
Bolzen 7, 8 kann beispielsweise aus einem Bolzenkörper mit Innengewinde und einem
schraubenartigen Teil mit einem Schaft und entsprechendem Außengewinde bestehen.
[0018] Vermittels eines Zapfens 9 ist eine Kniehebellasche 10 um eine Achse 11 schwenkbar
gegenüber den Deckplatten 2 und 3 an dem Zangenkopf 1 gelagert. Genaugenommen besteht
die Kniehebellasche 10 aus zwei identischen Kniehebellaschen 10a und 10b, die ähnlich
wie die beiden Deckplatten 2 und 3 symmetrisch zu einer Mittelebene 12 (Fig. 5) angeordnet
sind. An dem der festen Achse 11 abgekehrten Ende ist mittels eines Zapfens 13 ein
beweglicher Handgriff 14 schwenkbar angelenkt, der, ähnlich wie der feste Handgriff
4, aus einem Stanzteil 15 und einem Kunststoffteil 16 besteht. Das Stanzteil 15 ragt
zwischen den beiden Kniehebellaschen 10a und 10b in den Innenraum zwischen den beiden
Deckplatten 2 und 3 ein und besitzt hier einen vorderen Endbereich 17.
[0019] Die beiden Deckplatten 2 und 3 besitzen C-förmige Gestalt und sind auf der dem Benutzer
abgekehrten Seite durch einen ziehbaren Bolzen 18 und einen festen Bolzen 19 auf Abstand
zueinander fixiert. Auch diese Bolzen 18, 19 bestehen aus einem Grundkörper mit Innengewinde
und einem schraubenartigen Teil mit einem Schaft mit entsprechendem Außengewinde.
Beide Teile können sechskantartige Vertiefungen zum Angriff von Verdrehwerkzeugen
aufweisen. Es ist auch möglich, den schraubenartigen Teil als Rändelschraube auszubilden,
um eine Handbetätigung ohne Verwendung eines Werkzeuges zu ermöglichen. Dies gilt
insbesondere für den ziehbaren Bolzen 18.
[0020] Die Bolzen 18 und 19 dienen der reproduzierbaren Lagerung einer festen Preßbacke
20 in dem dem Benutzer der Preßzange abgekehrten Teil des Zangenkopfes 1. Die Preßbacke
20 ist in Fig. 2 dargestellt. Sie besitzt ein oder mehrere Gesenke 21, eine randgeschlossene
Durchbrechung 22 und eine randoffene Durchbrechung 23. Die Preßbacke 20 kann aus mehreren
Platten 20a, 20b (Fig. 5) bestehen, also in Plattenbauweise aufgebaut sein. Es ist
aber auch möglich, eine feste Preßbacke 20 als Feingußteil einzusetzen. Die Preßbacke
20 wird nach Entfernen des ziehbaren Bolzens 18 in horizontaler Richtung von vorn
zwischen den beiden Deckplatten 2 und 3 so eingesetzt, daß die randoffene Durchbrechung
23 den festen Bolzen 19 umgreift. Die äußere Kontur der Preßbacke 20 kann der äußeren
Kontur der Deckplatten 2, 3 angepaßt sein, so daß die ordnungsgemäße Endlage einfach
überschaubar ist. Nach dem Einschieben wird der lösbare Bolzen 18 eingeführt und festgeschraubt.
Damit erhält die feste Preßbacke 20 ihren festen, unverrückbaren Sitz im Zangenkopf
1 und ihre kraftmäßige Abstützung über die Doppellagerung aus den abständig vorgesehenen
Bolzen 18 und 19. Der Bolzen 18 bildet in Verbindung mit der randgeschlossenen Durchbrechung
22 ein erstes Lager 24 für die Preßbacke 20. Die randoffene Durchbrechung 23 bildet
in Verbindung mit dem festen Bolzen 19 ein zweites Lager 25 für die Preßbacke 20.
[0021] Es ist eine bewegliche Preßbacke 26 vorgesehen, die der festen Preßbacke 20 zugeordnet
ist und auch zugehörig zwei Gesenke 27 aufweist. Auch die bewegliche Preßbacke 26
besitzt eine randgeschlossene Durchbrechung 22 und eine randoffene Durchbrechung 23.
Ähnlich wie bei der festen Preßbacke 20 ist für die auswechselbare Lagerung der beweglichen
geführten Preßbacke 26 ein ziehbarer Bolzen 28 und ein fester Bolzen 29 vorgesehen,
die im einzelnen ähnlich wie die Bolzen 18 und 19 ausgebildet sind, ansonsten aber
in einer vertikalen Richtung ausgerichtet und angeordnet sind. Auch bei der beweglichen
Preßbacke 26 bildet der ziehbare Bolzen 28 in Verbindung mit der randgeschlossenen
Durchbrechung 22 ein erstes Lager 24. Ein zweites Lager 25 wird von dem festen Bolzen
29 in Verbindung mit der randoffenen Durchbrechung 23 der beweglichen Preßbacke 26
gebildet. Die Bolzen 28 und 29 durchsetzen nicht nur die Durchbrechungen 22 und 23,
sondern auch noch Langlochschlitze 30 in den Deckplatten 2 und 3, so daß auf diese
Art und Weise die bewegliche Preßbacke 26 linear gemäß Doppelpfeil 31 im Zangenkopf
1 geführt ist. Der feste Bolzen 29 durchsetzt auch eine Durchbrechung 32 (Fig. 7)
im vorderen Endbereich 17 des Stanzteils 15, so daß damit der bewegliche Handgriff
16 zugleich am Zangenkopf schwenkbar und längsverschieblich geführt ist. Der bewegliche
Handgriff 14 bildet zusammen mit der Kniehebellasche 10 einen Kniehebeltrieb 33, der
zwischen seiner Offenstellung (Fig. 3) und seiner Schließstellung (Fig. 4) bis kurz
vor Erreichen der Totpunktlage genutzt wird. Es versteht sich, daß die bewegliche
Preßbacke 26 über diesen Kniehebeltrieb 33 angetrieben wird. Die beiden Deckplatten
2 und 3 sind über einen weiteren Zapfen 34 aneinander abgestützt und auf Abstand gehalten.
Dabei ergibt sich eine parallelabständige Lage der Deckplatten 2 und 3 symmetrisch
zu der Mittelebene 12, wie dies am besten aus Fig. 5 erkennbar ist. Es versteht sich,
daß auch die bewegliche Preßbacke 26 durch einen Einschiebevorgang zwischen die beiden
Deckplatten 2 und 3 einschiebbar bzw. auswechselbar ist, wenn der ziehbare Bolzen
28 gelöst und entfernt bzw. wieder eingesetzt wird. Die bewegliche Preßbacke 26 setzt
sich dabei mit ihrer randoffenen Durchbrechung 23 unmittelbar auf den festen Bolzen
29 im vorderen Endbereich 17 des beweglichen Handgriffs 14 auf. Beide Bolzen 28 und
29 sind im Zangenkopf 1 gemäß Doppelpfeil 31 relativverschiebbar zu den Deckplatten
2 und 3 angeordnet. Für eine noch zu beschreibende Rückführung der beweglichen Preßbacke
26 in die Offenstellung ist eine Verbindungslasche 35 vorgesehen, die von den beiden
Bolzeln 28 und 29 durchsetzt wird. In den Fig. 3 und 4 sind auch die innenliegenden
Teile der Preßzange in durchgezogener Linienführung dargestellt, um den Verlauf und
die Zusammengehörigkeit der Teile besser erkennbar zu machen. In dem Zwischenraum
zwischen den Deckplatten 2 und 3 ist auch ein Zwangsgesperre 36 untergebracht. Das
Zwangsgesperre 36 weist eine Sperrklinke 37 auf, die um eine Achse 38 schwenkbar gelagert
ist und in bekannter Weise einen am Rand überstehenden Zahn aufweist. Eine Zugfeder
39 sichert die Ausgangs- oder Nulllage der Sperrklinke 37. Der am Rand vorstehende
Zahn der Sperrklinke 37 arbeitet mit einem Zahnsegment 40 zusammen, welches seitlich
am vorderen Endbereich 17 des Stanzteils 15 des beweglichen Handgriffs 14 vorgesehen
ist. Es ist erkennbar, daß das Zwangsgesperre 36 beim Schließen der Preßzange einerseits
und beim Öffnen der Preßzange andererseits jeweils in Wirkung kommt. Der die Achse
38 bildende Zapfen fluchtet mit seinen Enden in den Oberflächen der Deckplatten 2
und 3. Es ist mindestens an einem Ende ein Schlitz für den willkürlichen Ansatz eines
Schraubenziehers vorgesehen, um einen irrtümlich oder falsch begonnenen Öffnungs-
oder Schließvorgang willkürlich beenden zu können, also die Wirkung des Zwangsgesperres
36 im Not- oder Defektfall aufheben zu können. Die willkürliche Verschwenkbarkeit
der Sperrklinke 37 nach beiden Drehrichtungen ist jedoch durch Anschläge 41 und 42
begrenzt. Der Anschlag 41 wird von der Kante der beweglichen Preßbacke 26 gebildet.
Der Anschlag 42 wird von dem in den Zangenkopf 1 hineinreichenden Teil des Stanzteils
5 des festen Handgriffs 4 gebildet.
[0022] Für das Öffnen der Preßzange nach erfolgtem Preßvorgang unter Erreichen der Endlage
ist eine Rückführfeder 43 vorgesehen, die zwischen eine Einkerbung 44 und die Kniehebellasche
10 eingeschaltet ist. Die Rückführfeder 43 sitzt auf einem Führungsdorn 45, dessen
verdickter Kopfbereich in eine Ausnehmung der Kniehebellasche 10 eingreift. Da auch
diese Teile zwischen den Deckplatten 2 und 3 angeordnet sind, ist die Rückführfeder
43 geschützt untergebracht und verdeckt gehalten, so daß eine Beschädigung der Rückführfeder
43 ausgeschlossen ist. Durch Lösen des Bolzens 7 kann der feste Handgriff 4 um die
Achse des Bolzens 8 verschwenkt werden, so daß beispielsweise bei einem Federbruch
die Rückführfeder 43 entnommen und durch eine neue Rückführfeder ersetzt werden kann.
[0023] Fig. 5 läßt erkennen, daß der ziehbare Bolzen 28 einteilig mit einem Positionieranschlag
46 ausgebildet ist, der beim Einlegen das Werkstück in der gewünschten Relativlage
zu dem Gesenk der Preßbacken 20, 26 hält. Auch innerhalb der beiden Platten 20a und
20b der Preßbacke 20 kann ein demgegenüber beweglicher Anschlag 47 (Fig. 4 und 5)
vorgesehen sein.
[0024] Die Fig. 6 bis 8 verdeutlichen noch einmal die Ausbildung der Deckplatten 2, 3, des
Stanzteils 15 des beweglichen Handgriffs 14 und des Stanzteils 5 des festen Handgriffs
4.
[0025] Das Auswechseln der Preßbacken 20 bzw. 26 geschieht in der Offenstellung der Preßzange
gemäß Fig. 3.
[0026] Zum Auswechseln der festen Preßbacke 20 wird der ziehbare Bolzen 18 entfernt und
die Preßbacke 20 zwischen den beiden Deckplatten 2 und 3 in horizontaler Richtung
herausgezogen. Eine neue oder andere feste Preßbacke 20 wird in umgekehrter Richtung
eingeführt und der Bolzen 18 wieder eingesetzt.
[0027] Auch beim Auswechseln der beweglichen Preßbacke 26 muß lediglich der ziehbare Bolzen
28 entfernt werden. Damit kommt gleichzeitig die Verbindungslasche 35 frei. Die bewegliche
Preßbacke 26 wird in einer anfänglich vertikalen Richtung aus dem Zwischenraum zwischen
den Deckplatten 2 und 3 herausgenommen und gegen eine andere Preßbacke 26 ausgetauscht.
Falls der ziehbare Bolzen 28 einstückig bzw. einteilig mit dem Positionieranschlag
46 ausgestattet ist, ist es erforderlich, auf die Zuordnung zu der jeweiligen Preßbacke
26 zu achten. Beim Einsetzen des Bolzens 28 wird letztlich wiederum die Verbindung
zur Verbindungslasche 35 hergestellt. Es ist somit beim Auswechseln der Preßbacken
20 und/oder 26 nicht erforderlich, die Rückführfeder 43 zu handhaben. Auch das Zwangsgesperre
36 stört das Auswechseln nicht.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0028]
- 1 -
- Zangenkopf
- 2 -
- Deckplatte
- 3 -
- Deckplatte
- 4 -
- Handgriff
- 5 -
- Stanzteil
- 6 -
- Kunststoffteil
- 7 -
- Bolzen
- 8 -
- Bolzen
- 9 -
- Zapfen
- 10 -
- Kniehebellasche
- 11 -
- Achse
- 12 -
- Mittelebene
- 13 -
- Zapfen
- 14 -
- Handgriff
- 15 -
- Stanzteil
- 16 -
- Kunststoffteil
- 17 -
- Endbereich
- 18 -
- Bolzen
- 19 -
- Bolzen
- 20 -
- Preßbacke
- 21 -
- Gesenk
- 22 -
- randgeschlossene Durchbrechung
- 23 -
- randoffene Durchbrechung
- 24 -
- Lager
- 25 -
- Lager
- 26 -
- Preßbacke
- 27 -
- Gesenk
- 28 -
- Bolzen
- 29 -
- Bolzen
- 30 -
- Langlochschlitz
- 31 -
- Doppelpfeil
- 32 -
- Durchbrechung
- 33 -
- Kniehebeltrieb
- 34 -
- Zapfen
- 35 -
- Verbindungslasche
- 36 -
- Zwangsgesperre
- 37 -
- Sperrklinke
- 38 -
- Achse
- 39 -
- Zugfeder
- 40 -
- Zahnsegment
- 41 -
- Anschlag
- 42 -
- Anschlag
- 43 -
- Rückführfeder
- 44 -
- Einkerbung
- 45 -
- Führungsdorn
- 46 -
- Positionieranschlag
- 47 -
- Anschlag
1. Preßzange zum Verformen eines Werkstücks, mit einem zwei Deckplatten (2, 3) aufweisenden
Zangenkopf (1), an dem eine ortsfest gelagerte Preßbacke (20) und eine linear verschiebbar
geführte Preßbacke (26) vorgesehen sind, wobei mindestens eine der Preßbacken (20
bzw. 26) auswechselbar angeordnet ist, mit einem Kniehebeltrieb (33) für die Bewegung
der geführten Preßbacke (26), der einen beweglichen Handgriff (14) und eine an einem
festen Handgriff (4) angelenkte Kniehebellasche (10) aufweist, mit einem Zwangsgesperre
(36) aus einem Zahnsegment (40) und einer schwenkbar gelegerten Sperrklinke (37) für
das reproduzierbare Erreichen einer Endlage, und mit einer Rückführfeder (43) zum
Erreichen der Offenstellung der Preßbacken (20, 26) und der Handgriffe (4, 14), dadurch gekennzeichnet, daß für die Realisierung der Auswechselbarkeit und zur Aufnahme der Preßkräfte mindestens
einer der Preßbacken (20 oder 26) eine Doppellagerung aus einem ersten Lager (24)
mit ziehbarem Bolzen (18 oder 28) und randgeschlossener Durchbrechung (22) in der
Preßbacke (20 oder 26) und aus einem zweiten Lager (25) mit festem Bolzen (19 oder
29) und randoffener Durchbrechung (23) in der Preßbacke (20 oder 26) vorgesehen ist.
2. Preßzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückführfeder (43) im Zangenkopf (1) zwischen den Deckplatten (2, 3) angeordnet
ist und an dem festen Handgriff (4) einerseits und an der Kniehebellasche (10) andererseits
abgestützt ist.
3. Preßzange nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die geführte Preßbacke (26) mit ihrer randoffenen Duchbrechung (23) direkt auf
dem vorderen Ende (17) des beweglichen Handgriffs (14) in dem festen Bolzen (29) abgestützt
ist, und daß der ziehbare Bolzen (28) und der feste Bolzen (29) in Langlochschlitzen
(30) in den Deckplatten (2, 3) geführt sind.
4. Preßzange nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der geführten Preßbacke (26) und dem beweglichen Handgriff (14) eine
Verbindungslasche (35) vorgesehen ist, die über den ziehbaren Bolzen (28) der geführten
Preßbacke (26) lösbar ausgebildet ist.
5. Preßzange nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der ziehbare Bolzen (28) der geführten Preßbacke (26) einen Positionieranschlag
(45) aufweist.
6. Preßzange nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die auswechselbare Preßbacke (20, 26) in Plattenbauweise zusammengesetzt ist.
7. Preßzange nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feste Handgriff (4) an seinem freien Endbereich im Zangenkopf (1) eine Doppellagerung
aus zwei Bolzen (7, 8) aufweist, von denen mindestens einer lösbar ausgebildet ist.
8. Preßzange nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende (17) des beweglichen Handgriffs (14) das Zahnsegment (40) des
Zwangsgesperres (36) aufweist.
9. Preßzange nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrklinke (37) zwischen den Deckplatten (2, 3) schwenkbar gelagert und
auch willkürlich entriegelbar ist, und daß das freie Ende des in den Zangenkopf (1)
hineinreichenden festen Handgriffs (4) einerseits und die Kante der geführten Preßbacke
(26) andererseits Anschläge (41, 42) für die Begrenzung der willkürlichen Verschwenkbarkeit
der Sperrklinke (37) bilden.
10. Preßzange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zangenkopf (1) als hohles Gehäuse aus den auf Abstand miteinander über Zapfen
(9, 34) und Bolzen (7, 8, 18, 19, 28, 29) verbundenen Deckplatten ausgebildet ist,
daß die Deckplatten (2, 3) C-förmige Gestalt aufweisen, und daß die auswechselbaren
Preßbacken (20, 26) in zwei aufeinander senkrecht stehenden Richtungen in den Zwischenraum
zwischen den Deckplatten (2, 3) einführbar sind.