[0001] Die Erfindung betrifft eine Form zum Pressen von Formkörpern aus plastischen Massen,
insbesondere keramischem Material gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einer bekannten Form dieser Art (DE-B-1 224 649) sind die Ränder jeweils einteilig
mit dem zugehörigen metallenen Stützteil ausgebildet.
[0003] Es ist auch ein Verfahren zum Ablösen gepreßter Formkörper aus plastischen, insbesondere
keramischen Massen bekannt, bei der zwei elektrisch gegeneinander isolierte, metallene
Formhälften nacheinander mit dem Minuspol einer elektrischen Gleichspannungsquelle
verbunden werden (DE-AS 1 052 290), um so durch Elektro-Schockwirkung ein Ablösen
des gepreßten Formkörpers von der jeweiligen Formhälfte zu bewirken.
[0004] Auf dem Gebiet der Ziegelherstellung ist die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten
von der reinen Metallform aus Vollmaterial zu Verbundformen übergegangen, bei denen
jede Formhälfte ein Stützteil aus Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung, insbesondere
einer Aluminiumlegierung, und einen Kern aus Kunstharz aufweist, dessen dem Formhohlraum
zugewandte Seite die Negativform des herzustellenden Formkörpers bildet. Diese Seite
des Kerns wird mit einem Gummituch überspannt, das eine isolierende Zwischenlage zwischen
der Form und dem zu pressenden Formkörper bildet. Grund für die Wahl von Kunstharz
zum Herstellen der formgebenden Kerne war, daß Kunstharz bei einer Abänderung des
herzustellenden Formkörpers viel leichter und billiger zu modifizieren ist als eine
Vollmetallform. Jedoch bereitet das Ablösen des Formkörpers von einer solchen "Verbundform"
Schwierigkeiten.
[0005] Bei der der wie beschrieben gestalteten Verbundform mit einem Stützteil aus Metall
und mit einem Kunstharzkern als formgebendem Formteil und darüber gespanntem Gummituch
besteht das Problem, daß weder Kunstharz noch Gummi elektrischen Strom leiten. Somit
scheidet eine einfache Übernahme des bekannten Ablöseverfahrens mittels Elektro-Schockwirkung
für solche Verbundformen aus.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Form zum Pressen von Formkörpern aus
plastischen Massen zu schaffen, die Formhälften aus Verbundmaterial mit einem metallenen
Stützteil und einen formgebenden Kern aus Kunstharz aufweist und gleichwohl durch
Anlegen von elektrischem Strom ein Ablösen des gepreßten Formkörpers aus der Form
erleichtert.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe dient Anspruch 1.
[0008] Bei der Form nach der Erfindung haben die beiden Randleisten der Formhälften in geschlossenem
Zustand der Form einen durch die keramische Masse ausgefüllten Abstand voneinander.
An eine der Randleisten und an die andere Formhälfte wird eine Spannungsquelle angeschlossen.
Strom fließt dann von der Randleiste über die keramische Masse zwischen den beiden
Randleisten, die zweite Randleiste und deren stromleitende Verbindungen zu dem metallenen
Stützteil der anderen Formhälfte. Dieser Vorgang kann durch Umpolen der Spannungsquelle,
vorzugsweise einer Gleichspannungsquelle wiederholt werden. Überraschenderweise genügt
die so durch "Elektro-Schocks" allein im Randbereich der Formhälften erzeugte Ablösewirkung
zum Ablösen des Formkörpers von den Formhälften nach dem Preßvorgang.
[0009] Ein Verfahren zum Lösen von Formkörpern aus plastischen Massen aus einer Form gemäß
Patentanspruch 1 hat erfindungsgemäß die Merkmale des Anspruchs 9.
[0010] Um Stromstöße gewünschter Dauer und Stärke auf die Oberform und die Unterform aufschalten
zu können, wird eine Gleichspannungsquelle mit einer Spannung von vorzugsweise 60
V eingesetzt, deren Minuspol über ein Umschaltrelais nacheinander an die Randleiste
der einen Formhälfte und die andere Formhälfte angelegt wird.
[0011] Die Randleisten bestehen beispielsweise aus Chrom-Nickel-Stahl.
[0012] Vorzugweise sind die Randleisten in einem Bereich außerhalb des Formhohlraums angeordnet
und umgeben somit den Formhohlraum.
[0013] Die bei geschlossener Form in den Abstand zwischen den Randleisten in Form eines
Streifens eingedrückte plastische Masse, welche eine Verbindung mit dem Formhohlkörper
herstellt und bei Anlegen einer elektrischen Spannung den Strom über die Randleisten
leitet, reicht überraschenderweise dazu aus, den Formhohlkörper von der betreffenden
Formhälfte abzulösen. Der in dem Zwischenraum verbleibende streifenförmige Rest der
plastischen Masse wird beim Öffnen der Form und Herausnehmen des Formkörpers von diesem
abgetrennt oder fällt davon ab.
[0014] Vorteilhaft werden Luft und/oder Wasser aus dem Formhohlraum durch Maßnahmen gemäß
einem der Ansprüche 7 oder 8 abgesaugt.
[0015] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0016] Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen an einem Ausführungsbeispiel
mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Teilschnitt durch eine Form gemäß der Erfindung in geschlossenem Zustand,
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Trommelanordnung mit insgesamt fünf Unterformen
und einer Oberform sowie eine Schaltungsanordnung zum Aufbringen von Spannungsstößen
auf die Unterform und die Oberform, die im einzelnen gemäß Fig. 1 ausgebildet sind.
[0017] Gemäß Fig. 1 weist eine Oberform ein Stützteil 2 aus einer Aluminiumlegierung und
einen Kern 4 aus Kunstharz auf, der formhohlraumseitig von einer Zwischenlage aus
einer Gummimembran 6 überspannt ist. Eine Randleiste 8 aus ChromNickel-Stahl ist mittels
Senkkopfschrauben 10 gegen das Stützteil 2 und den Kern 4 unter Einspannung des Randes
12 des Gummituches 6 gespannt. Die Randleiste 8 läuft um die Form um.
[0018] Die Unterform hat im Prinzip den gleichen Aufbau wie die Oberform, und ihre Bestandteile
sind deshalb mit gleichen Bezugszahlen bezeichnet, die jedoch mit einem Strich indiziert
sind. So hat die Unterform ein Stützteil 2' aus einer Aluminiumlegierung, das mit
einem Kern 4' aus Kunstharz ausgekleidet ist. Die Formhohlraumseite des Kernes 4'ist
von einer vorgeformten Gummimembran 6' bedeckt. Der Rand 12' dieser Gummimembran ist
über eine Randleiste 8' mittels Senkkopfschrauben 10' mit dem Stützteil 2' verspannt.
Die Senkkopfschrauben 10, 10' sind mit ihren Köpfen 11, 11'in den Randleisten 8, 8'versenkt
angeordnet.
[0019] Um das Gummituch 6 bzw. die Gummimembran 6' glatt und dicht an die Formhohlraumseite
der Kerne 4, 4' angeschmiegt zu halten, sind Bohrungen 3, 3' in den Stützteilen 2,
2' vorgesehen, über welche eine Saugwirkung ausgeübt werden kann, die sich durch die
porösen Kerne 4, 4' hindurch dem Gummituch 6 bzw. der Gummimembran 6' mitteilen kann.
[0020] Mindestens eines der Stützteile 2, 2', im gezeigten Ausführungsbeispiel das untere
Stützteil 2', sowie der zugehörige Kern 4' mit aufgelegter Gummimembran 6' sind von
Hohlschrauben 16, 17 durchsetzt, die über eine Schlauchanordnung 18 an einen Durchlaß
19 im Stützteil 2' zum Abführen von Luft und/oder Wasser aus dem Formnohlraum dicht
angeschlossen sind.
[0021] Alternativ können auch feine Öffnungen (nicht gezeigt) im Bereich der Löcher 3,3'
in den Gummimembranen 6,6' vorgesehen sein, so daß dann ein Absaugen von Luft und/oder
Wasser aus dem Formhohlraum über die Löcher 3,3' ermöglicht ist.
[0022] Im geschlossenen Zustand der Form gemäß Fig. 1 verbleibt ein Abstand zwischen den
beiden parallelen Randleisten 8, 8', der durch einen Streifen 14 von keramischem Material
beim Preßvorgang eines Formkörpers 13, wie eines Dachziegelrohlings, zumindest teilweise
ausgefüllt wird.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Trommelanordnung 20 mit fünf Unterformen mit Stützteilen 2' und
einer in der obersten Lage befindlichen Oberform 2, die über eine Isolierung 21 von
einem Preßstempel 22 beaufschlagt ist. Zwischen der Oberform und der Unterform ist
ein Dachziegelrohling 13 dargestellt. Die Randleisten 8,8' sind ebenfalls angedeutet.
[0024] Ferner ist eine elektrische Schaltung umfassend eine Gleichspannungsquelle 24 dargestellt,
welche über ein Umschaltrelais 26 einerseits mit der Randleiste 8 der Oberform und
andererseits mit der Welle 28 der Trommelanordnung 20 und somit mit dem metallenen
Stützteil 2'der Unterform elektrisch leitend verbunden ist.
[0025] Über das Umschaltrelais 26 kann die Polung von Minuspol und Pluspol der Gleichstromquelle
24 umgeschaltet werden.
[0026] Im Betrieb wird nach abgeschlossenem Preßvorgang über den an der oberen Randleiste
8 angebrachten Minuspol der Spannungsquelle 24 ein Stromstoß der Gleichspannungsquelle
für eine vorbestimmte, zweckmäßige Zeitdauer aufgebracht, um ein Lösen der oberen
Formhälfte von der Oberseite des Dachziegelrohlinges 13 zu bewirken. Dann wird die
Polung umgekehrt, so daß der Minuspol über die Welle 28 und die untere Formhälfte,
d.h. das Stützteil 2', die Schrauben 10' und die Randleiste 8' in entgegengesetzter
Richtung über den Streifen 14 zur Randleiste 8 in die obere Formhälfte fließt. Dadurch
wird auch die untere Formhälfte von dem Ziegelrohling 13 gelöst. Nun kann ohne die
Gefahr eines Anhaftens von Teilen des Formkörpers 13 an der Form die obere Formhälfte
abgehoben und die Trommelanordnung 20 um einen Schritt in Pfeilrichtung weitergeschaltet
werden, wobei dann der fertiggestellte Formkörper ohne die Gefahr der Beschädigung
auch von der unteren Formhälfte abgehoben werden kann.
1. Form zum Pressen von Formkörpern aus plastischen Massen, insbesondere keramischem
Material, mit zwei Formhälften, die jeweils ein Stützteil (2,2') aus Leichtmetall
oder einer Leichtmetallegierung, und einen Kern (4,4') aus Kunstharz aufweisen und
jeweils mit einem Pol einer elektrischen Spannungsquelle (24) verbindbar sind, wobei
die Ränder der beiden Formhälften in geschlossenem Zustand der Form einen durch die
plastische Masse ausgefüllten Abstand (14) voneinander haben, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Kern (4,4') formhohlraumseitig von einer Zwischenlage (6,6') aus einem
Elastomer, wie einem Gummituch (6) oder einer Gummimembran (6') abgedeckt ist, daß
jede Zwischenlage (6,6') zwischen einer formhohlraumseitigen, metallenen Randleiste
(8,8'), die mit der zugehörigen Formhälfte elektrisch leitend verbunden ist, und der
Formhälfte eingespannt ist und daß der eine Pol der Spannungsquelle (24) über eine
Randleiste (8 oder 8') und der andere Pol direkt mit der zugehörigen Formhälfte verbindbar
sind.
2. Form nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Randleiste (8,8') mit der zugehörigen Formhälfte (2,2') über Schrauben (10,10')
lösbar verbunden ist.
3. Form nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schrauben (10,10') Senkköpfe (11,11') haben, die in die Randleisten (8,8')
versenkt sind.
4. Form nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Randleisten (8,8') in einem Bereich außerhalb des Formhohlraumes angeordnet
sind.
5. Form nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Randleisten aus Chrom-Nickelstahl bestehen.
6. Form nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Formhälften mit zum Formhohlraum hin mundenden Löchern (3; 3') zum
Ansaugen der Zwischenlage (6,6') an die Formseite des Kerns (4,4') mittels über die
Löcher zugeführter Unterdruckluft versehen sind.
7. Form nach Anspruch 6, dadurch gekenn -zeichnet, daß die Zwischenlage (6, 6') im Bereich der Löcher (3; 3') mit feinen Öffnungen
zum Durchlassen von Luft und Wasser ausgestattet sind, wobei Luft und/oder Wasser
über die Löcher (3;3') absaugbar sind.
8. Form nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der beiden Zwischenlagen (6') mittels Hohlschrauben (16,17)
an der zugehörigen Formhälfte (2',4') gehalten ist, wobei über diese Hohlschrauben
Luft und Wasser aus dem Formhohlraum abgeführt werden können.
9. Verfahren zum Lösen von Formkörpern aus plastischen Massen aus einer Form nach einem
der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Pole einer Gleichspannungsquelle (24) mittels eines Umschaltrelais (26)
abwechselnd an die eine Randleiste (8,8') und die andere Formhälfte (2',2) angelegt
werden, wobei jeweils für eine vorbestimmte, zweckmäßige Zeitdauer ein Stromstoß aufgebracht
wird.