[0001] Die Erfindung betrifft eine verriegelte Handfeuerwaffe mit einem Verschluß aus einem
Verschlußkopf und einem Verschlußträger, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Diese Handfeuerwaffe ist im Oberbegriff des Anspruchs 2 noch näher umrissen und weist
zusätzlich ein mit dem hinteren Ende eines Laufes fest verbundenes oder einstückig
ausgebildetes Verriegelungsstück auf,
- wobei der verschluß in Längsrichtung des Laufes von diesem weg und zu diesem hin beweglich
ist und aus einem Verschlußträger und einem Verschlußkopf gebildet ist, die durch
eine Verbindungsanordnung aneinander angekoppelt sind, die in den Verschlußkopf und/oder
den Verschlußträger einschiebbar ist,
- in verriegelter Lage der Verschlußkopf das Verriegelungsstück hintergreift,
- beim Entriegeln zunächst der Verschlußträger sich alleine um eine Verriegelungsstrecke
nach hinten bewegt, wobei durch eine Zwangssteuerung die Hintergreifung des Verriegelungsstückes
durch den Verschlußkopf aufgehoben wird,
- nach dem Entriegeln sich Verschlußkopf und Verschlußträger gemeinsam, aber um die
Verriegelungsstrecke versetzt für einen Nachladevorgang weiter nach hinten und wieder
nach vorne bewegen,
- bis der Verschlußkopf wieder in seiner vordersten Lage angelangt ist, wonach der verschlußträger
sich wieder um die Verriegelungsstrecke nach vorne bewegt und dabei die Zwangssteuerung
des Verschlußkopfes zum Hintergreifen des Verriegelungsstücks bewegt.
[0003] Unter "nach vorne" wird hier die Richtung verstanden, die zur Mündung der Waffe hinweist.
[0004] Die Verbindungsanordnung zwischen dem Verschlußkopf und dem Verschlußträger bildet
im einfachsten Fall einen Hals, der beispielsweise mit dem Verschlußkopf starr verbunden
ist und teleskopartig in den Verschlußträger um die Länge der Verriegelungsstrecke
einschiebbar ist, wenn der Verschluß verriegelt ist. Ein solcher Hals kann aber auch
am Verschlußträger ausgebildet und in den Verschlußkopf einschiebbar sein, oder kann
von einem gesonderten Teil gebildet sein, das sowohl in den Verschlußkopf als auch
in den Verschlußträger einschiebbar ist.
[0005] Das Verriegelungsstück ist zum Lauf ortsfest angeordnet und wird bei verriegeltem
Verschluß vom Verschlußkopf so hintergriffen, daß der von einer abgefeuerten Patrone
auf den Verschlußkopf ausgeübte Rückstoß diesen zumindest nicht augenblicklich und
in erheblichem Maße zurückbewegt.
[0006] Der Eingriff zwischen Verschlußkopf und Verriegelungsstück kann mittels radial ausstellbarer
Rollen, radial ausstellbarer Blöcke oder Klappen o. dgl. erfolgen. Heutzutage erfolgt
die Verriegelung meist durch Verdrehen des mit mehreren Verschlußwarzen versehenen
Verschlußkopfes so, daß die Verschlußwarzen im Verriegelungsstück ortsfest ausgebildete
Gegenwarzen hintergreifen.
[0007] Die Zwangssteuerung erfolgt in diesem Fall durch eine Führungskulisse, die zwischen
Verschlußkopf und Verschlußträger wirksam ist, und durch Abstützung des Verschlußkopfes
im Waffengehäuse, so daß sich der Verschlußkopf nur in seiner vordersten Lage verdrehen
läßt.
[0008] Die Entriegelung kann etwa bei einem Rückstoßlader durch Rückwärtsbewegung des Laufes
und des gesamten Verschlusses über eine Anfangsstrecke bewirkt werden, so daß der
Verschlußträger in Bewegung gesetzt wird und dann den Verschlußkopf verdreht, die
Ladebewegung durchführt usw.. Es ist aber besonders einfach, einen Gaskolben zu verwenden,
der, von dem Lauf entnommenen Abschußgasen bewegt, seinerseits den Verschlußträger
in Bewegung setzt.
[0009] Wenn die Verriegelungseinrichtung so aufgebaut ist, daß der Verschlußkopf unmittelbar
beim Abschuß eine allerdings sehr geringe Rückwärtsbewegung durchführen kann, dann
kann diese Rückwärtsbewegung durch einen Übersetzungsmechanismus auf den Verschlußträger
aufgebracht werden, der dann seinerseits den Verschlußkopf mitnimmt (etwa das Gewehr
G 3).
[0010] Wenn bei irgendeiner der beschriebenen Waffen der voll nach hinten bewegte Verschluß
sich nach vorne bewegt und auf eine Patrone aus einem Magazin oder einer Entgurtungseinrichtung
von hinten her mit dem Verschlußkopf aufläuft, um diese Patrone in den Lauf zu schieben,
dann wird der Verschlußkopf gegen den Verschlußträger gedrückt, so daß die Zwangssteuerung
danach trachtet, die Verriegelungsbewegung des Verschlußkopfes auszulösen. Um dies
zu verhindern, ist der Verschlußkopf seinerseits in Führungsbahnen des Waffengehäuses
so geführt, daß diese Verriegelungsbewegung verhindert wird.
[0011] Wird etwa die Verriegelung durch einen ausschwenkbaren Block bewirkt, dann läuft
dieser Block gegen eine Führung an und kann deshalb nicht ausschwenken. Im häufigen
Falle eines drehbaren Verschlußkopfes sitzt dieser auf Führungen auf, die seine Drehung
verhindern.
[0012] Verschlußkopf und Führung bewegen sich somit teils unter kräftiger gegenseitiger
Auflage gleitend aufeinander, so daß der Verschleiß erhöht und die Zuverlässigkeit
der Waffe verringert wird. Man denke nur an Sandeinwirkung, durch die die oberste
Patrone im Magazin, die mit großer Kraft gegen die Magazinlippen gedrückt wird, noch
fester sitzt als üblich. Dabei erschwert die Sandeinwirkung auch den Gleiteingriff
zwischen Verschlußkopf und Führung wesentlich.
[0013] Mit dieser Problematik im Sonderfall eines besonderen, halbstarr verriegelten Verschlusses
befaßt sich das deutsche Patent Nr. 15 78 392 der Anmelderin und findet eine Lösung,
die allerdings mehrere zusätzliche, fein bearbeitete Bauteile umfaßt und deshalb aufwendig
ist.
[0014] Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die üblichen Längsführungen des Verschlusses
im Waffengehäuse von der beschriebenen Problematik nicht betroffen sind, da sie keine
nennenswerten Querkräfte aufnehmen müssen.
[0015] Ausgehend von dieser Problemlage liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die eingangs
genannte Handfeuerwaffe dahingehend weiterzubilden, daß sie in der Funktionssicherheit
verbessert wird.
[0016] Dies soll mit einem möglichst einfachen Aufbau geschehen.
[0017] Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Handfeuerwaffe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß
- zwischen dem Verschlußkopf und dem Verschlußträger eine Manschette aus Federblech
sitzt, die sich in aufgeweitetem Zustand zwischen dem Verschlußkopf und dem Verschlußträger
abstützt und somit deren Zusammenschieben verhindert, und
- beim Schließen des Verschlusses die Manschette in einen ortsfesten Konus einläuft,
der sie dabei federnd radial zusammendrückt, so daß sie in einen Ringraum im Verschlußkopf
und/oder Verschlußträger einschiebbar ist und somit deren Zusammenschieben gestattet.
[0018] Diese Lösung kann dahingehend noch eingeschränkt und präzisiert werden, daß
- das Teil von Verschlußkopf oder Verschlußträger, in das die Verbindungsanordnung einschiebbar
ist, um diese herum, wenn sie eingeschoben ist, einen Ringraum bildet,
- auf der Verbindungsanordnung eine längsgeteilte Manschette aus Federblech sitzt, die
in radial zusammengedrücktem Zustand mindestens teilweise im Ringraum aufgenommen
ist,
- wenn der Verschlußkopf und der Verschlußträger um die Verriegelungsstrecke getrennt
sind und die Manschette somit aus dem Ringraum freigekommen ist, sich diese Manschette
federnd soweit aufweitet, daß sie nicht mehr in den Ringraum einschiebbar ist, und
- hinter dem Verriegelungsstück ein Konus oder eine Abschrägung ausgebildet ist, gegen
den die Manschette beim Schließen des Verschlusses aufläuft und der zum radialen Zusammendrücken
der Manschette eingerichtet ist, so daß diese wieder in den Ringraum eintreten kann
(Anspruch 2).
[0019] Als einziges, zusätzliches Teil ist somit eine Federblechmanschette erforderlich,
die ziemlich große Abmessungen aufweist (die Länge entspricht mindestens etwa der
Verriegelungsstrecke) und die in aufgeweitetem Zustand jede auf den Verschlußkopf
einwirkende Längskraft, von diesem aus unmittelbar und unter Umgehung der Zwangssteuerung
auf den Verschlußträger überträgt.
[0020] Der Längenabschnitt der Manschette, der in den Ringraum eintritt, entspricht etwa
der Verriegelungsstrecke.
[0021] Die Manschette ist ein einfach herzustellendes, höchst unkompliziertes Bauteil, dessen
Funktion beim Durchladevorgang darin besteht, sich federnd aufzuweiten oder entgegen
seiner Federwirkung leicht zusammengedrückt zu werden. Ein Eingriff in Rasten o. dgl.
erfolgt nicht. Eine Abnutzung ist somit nicht gegeben. Da der Federweg der Manschette
gering ist, muß auch nicht mit einem Bruch der Manschette gerechnet werden.
[0022] Der Aus- und Einbau der Manschette erfolgt einfach durch Aufschieben auf die Verbindungsanordnung
bei zerlegtem Verschluß.
[0023] Die Manschette ist außerdem aus verhältnismäßig dickem Blech gebildet. Dessen Korrosion
beeinträchtigt somit nicht die einwandfreie Wirkung, da die Korrosion nur einen kleinen
Bruchteil der Materialdicke betrifft.
[0024] Schließlich schützt die Manschette auch die von ihr verdeckten Teile der Verbindungsanordnung
etwa vor Schmutzspritzern.
[0025] Insgesamt wird ein zusätzliches, einfaches Blechteil erreicht, womit alle eingangs
genannten Störungen etwa beim Nachladevorgang vermieden werden.
[0026] Das Bauelement oder die Baugruppe, das bzw. die mit "Verbindungsanordnung" bezeichnet
ist bzw. sind, ist die Anordnung, die in entriegeltem Zustand des Verschlusses den
Verschlußkopf und den Verschlußträger mindestens um die Verriegelungsstrecke beabstandet
hält und ihre gegenseitige Annäherung in verriegeltem Zustand gestattet.
[0027] Diese Verbindungsanordnung kann dabei in den Verschlußkopf und/oder in den Verschlußträger
einschiebbar sein. Die Verbindungsanordnung kann sich aber auch in sich verlängern
oder verkürzen, z.B. in Form eines Kniegelenkmechanismus.
[0028] Der Verschlußträger kann in verriegeltem Zustand unmittelbar auf dem Verschlußkopf
aufsitzen. In diesem Fall weist er in unverriegelter Lage einen Abstand vom Verschlußkopf
auf, welcher der Verriegelungsstrecke entspricht. Die axiale Länge der Manschette
stimmt vorteilhafterweise dann ebenfalls mit der Länge der Verriegelungsstrecke überein.
[0029] Vorteilhafterweise ist aber die Verbindungsanordnung so ausgebildet, daß bereits
in verriegeltem Zustand ein Abstand zwischen dem Verschlußkopf und dem Verschlußträger
vorliegt, der sich dann beim Entriegeln um die Verriegelungsstrecke verlängert. Die
Manschette kann zweckmäßigerweise in ihrer Länge so bemessen sein, daß sie in entriegeltem
Zustand die gesamte Strecke zwischen dem Verschlußkopf und dem Verschlußträger überbrückt,
so daß beim Auftreten von Axialkräften die Verbindungsanordnung stets weitgehend kräftefrei
bleibt (Anspruch 3). Beim Verriegeln taucht die Manschette in einen Ringraum ein,
aber höchstens über eine Länge hinweg, die der Verriegelungsstrecke entspricht.
[0030] Von den möglichen Verriegelungsweisen ist die Drehverriegelung bevorzugt, bei der
der Verschlußkopf um die verlängerte Seelenachse des Laufes drehbar ausgebildet ist.
Hierbei umgibt die Manschette bevorzugt lose die Verbindungsanordnung (Anspruch 4).
[0031] Der Vorteil der Drehverriegelung ist es, daß mit einfachen Mitteln eine bezüglich
der Seelenachse weitgehend symmetrische Abstützung des Verschlusses bewirkt werden
kann, so daß beim Schuß auf den Lauf nicht einseitige Belastungen einwirken, die unter
anderem auch die Schußleistung beeinträchtigen können.
[0032] Die lose Anordnung der Manschette bedeutet, daß für diese keine speziellen Halterungen
erforderlich sind, so daß die für die Manschette einzuhaltenden Toleranzen recht hoch
sein können.
[0033] Bei der Drehverriegelung hintergreifen beim Verdrehen des Verschlußkopfes an diesem
angebrachte Vorsprünge, sogenannte Verriegelungswarzen, die Stege des Verriegelungsstückes.
Klassisch sind bei Repetiergewehren zwei einander gegenüberliegende Verriegelungswarzen
in einer Radialebene, gegebenenfalls mindestens eine weitere Verriegelungswarze in
einer weiteren Radialebene.
[0034] Es ist aber auch bereits bekannt, in einer einzigen Radialebene mehrere Verriegelungswarzen
anzuordnen, so daß der Verschlußkopf im Aussehen einem Triebstock-Zahnrad ähnelt,
bei dem allenfalls an den für eine Auszieherkralle und/oder einen Ausstoßer vorgesehenen
Stellen ein Zahn fehlt.
[0035] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist eine solche Verriegelung
bevorzugt, wobei die Wand des Konus zum Zusammendrücken der Manschette von Längsnuten
durchschnitten ist, die Freisparungen zum Einlaufen der Verriegelungswarzen bilden
(Anspruch 5).
[0036] Es ist somit möglich, sternartig angeordnete Verriegelungswarzen mit den ihnen eigentümlichen
Vorteilen zu benutzen, aber auch gleichzeitig dafür zu sorgen, daß die Manschette
gleichmäßig über ihren Umfang zusammengedrückt wird, wenn der Verschluß verriegelt
werden soll. Hierdurch wird ein örtliches Hängenbleiben der Manschette und somit eine
schädliche Kraftkonzentration vermieden. Wenn der Verschluß durch Wirkung seiner Schließfeder
schließt, dann erreicht er zwar eine erhebliche kinetische Energie, aber könnte durch
eine hängenbleibende Manschette doch soweit abgebremst werden, daß eine Ladehemmung
die Folge wäre.
[0037] Die Verbindungsanordnung ist bevorzugt als eine schaftartige Verlängerung des Verschlußkopfes
angeordnet, die beim Verriegeln mindestens um die Verriegelungsstrecke in den Verschlußträger
eintaucht (Anspruch 6). Natürlich kann sich der Schaft von vorneherein bereits in
den Verschlußträger hinein erstrecken, so daß er sich beim Verriegeln nur teleskopartig
um die Verriegelungsstrecke weiter in den Verschlußträger hineinschiebt.
[0038] Der Ringraum ist dabei bevorzugt im Verschlußträger ausgebildet.
[0039] Die Manschette kann hierbei ein Führungselement bilden, wenn sie bei verriegeltem
Verschluß einerseits von innen her unter Federspannung gegen den Konus anliegt und
andererseits den Ringraum mindestens weitgehend ausfüllt, weil sie dann den Verschlußträger
unabhängig vom Verschlußkopf auf den Konus und somit auf die Seelenachse des Laufes
ausrichtet.
[0040] Hierbei bilden die Verriegelungswarzen des Verschlußkopfes einen vorderen Anschlag
für die Manschette. Der Verschlußträger bildet mit seiner Zone radial rund um den
Ringraum und außerhalb des Ringraums einen hinteren Anschlag für die auseinandergefederte
Manschette.
[0041] Der Verschlußkopf weist eine Auszieherkralle auf, deren hinterer Teil bevorzugt unter
der Manschette sitzt (Anspruch 7). So schützt die Manschette nicht nur den hinteren
Teil der Auszieherkralle, sondern stützt sie radial dann noch ab, wenn sie beim Entriegeln
eine Bogenbewegung unter dem Patronenrand durchführt, so daß der zuverlässige Halt
der Auszieherkralle am Patronenboden gewährleistet bleibt. Die Manschette kann sogar
die Feder für die Auszieherkralle bilden.
[0042] Der Gegenstand der Erfindung wird anhand der beigefügten, schematischen Zeichnung
beispielsweise noch näher beschrieben. In dieser ist eine bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung dargestellt; es wird jedoch darauf hingewiesen, daß diese Ausführungsform
zwar bevorzugt ist, aber keinerlei Einschränkung bedeutet.
[0043] In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1a
- einen erfindungsgemäßen Verschlußkopf ohne Manschette, in Seitenansicht;
- Fig. 1b
- einen Schnitt durch den Verschlußkopf längs der Linie A-A in Fig. 1, mit aufgeweiteter,
entspannter Manschette;
- Fig. 1c
- einen schnitt wie in Fig. 1 b, aber mit radial zusammengedrückter Manschette;
- Fig. 2a
- im verkleinerten Längsschnitt den hinteren Teil eines Laufes mit Patronenlager, Verriegelungsstück
und Verschluß, in verriegeltem Zustand;
- Fig. 2b
- eine Darstellung wie in Fig. 2 a, mit geschlossenem, aber entriegeltem Verschluß;
- Fig. 2c
- eine Darstellung wie in Fig. 2 a, mit leicht geöffnetem Verschluß; und
- Fig. 2d
- den Längsschnitt durch den hinteren Teil des Laufes und das Verriegelungsstück, mit
voll geöffnetem und deshalb in der Zeichnung nicht sichtbarem Verschluß.
[0044] In allen Figuren ist dieselbe, beispielhafte Ausführungsform dargestellt; jedes Bezugszeichen
bezeichnet in jeder der Figuren jeweils das gleiche Element, dessen Beschreibung anhand
einer der Figuren auch für alle anderen gültig ist.
[0045] In Fig. 1 a ist ein Verschlußkopf 1 in Seitenansicht dargestellt. Dieser ist aus
einem insgesamt zylindrischen, länglichen Schaft 3 gebildet, der einen hinteren Abschnitt
mit größerem Durchmesser und einen vorderen Abschnitt mit kleinerem Durchmesser aufweist,
zwischen denen ein Absatz 17 gebildet ist. Der hintere Abschnitt des Schaftes 3 ist
mit einer Querbohrung 15 zur Aufnahme eines Steuerstiftes (nicht gezeigt) versehen.
[0046] Am vorderen Ende des vorderen Abschnitts des Schaftes 3 ist ein radialer Kranz aus
strahlenartig radial abstehenden Verriegelungswarzen 5 ausgebildet, deren hintere
Radialflächen einen vorderen Absatz 19 bilden.
[0047] Die Seitenflächen der Verriegelungswarzen 5 liegen in Ebenen, die sich parallel zu
Ebenen erstrecken, welche die Längsmittelachse 11 des Verschlußkopfes 1 enthalten.
[0048] Die freien Kanten der Verriegelungswarzen 5 sind abgeschrägt.
[0049] Die Verriegelungswarzen 5 weisen einen jeweils gleichen Winkelabstand zueinander
auf. Eine dieser Verriegelungswarzen 5 fehlt. Durch die Lücke erstreckt sich eine
Auszieherkralle 9.
[0050] Die Auszieherkralle 9 weist einen hinteren Abschnitt auf, der in einer Längsnut im
vorderen Abschnitt des Schaftes 3 sitzt und im Bereich zwischen den beiden Absätzen
17, 19 weitgehend bündig mit der Außenfläche des Schaftes 3 abschließt. Der hintere
Abschnitt der Auszieherkralle 9 ist um einen Schwenkstift 21 schwenkbar, der sie quer
durchsetzt und der in den Schaft 3 eingebettet ist.
[0051] Unter dem Ende der Auszieherkralle 9, das sich über den Schwenkstift 21 nach hinten
hinaus erstreckt, kann eine in den Schaft 3 eingelassene Druckfeder (nicht gezeigt)
als Auszieherfeder vorgesehen sein. Diese Feder kann nämlich durch eine federnde Manschette
13 (Fig. 1 b und 1 c) ersetzt werden, die ein Kreiszylinder aus Federblech ist, der
einen durchgehenden Längsschitz aufweist. Dieser Längsschlitz weist in entspanntem
Zustand der Manschette 13 eine Schlitzbreite a auf (Fig. 1 b). Die Länge der Manschette
13 ist so bemessen, daß sie zwischen die beiden Absätze 17 und 19 paßt.
[0052] Die Manschette 13 verhindert gegebenenfalls, daß der Schwenkstift 21 herausfallen
kann.
[0053] Wenn die Manschette 13 gegen ihre Federwirkung zusammengedrückt wird, dann legt sie
sich dicht an den vorderen Abschnitt des Schaftes 3 an; ihre Schlitzbreite nimmt auf
den geringen Wert a' ab (Fig. 1 c).
[0054] In entspanntem Zustand liegt die Innenwand der Manschette 13 lose über dem hinteren
Abschnitt der Auszieherkralle 9.
[0055] Beim Zusammenbau kann die Manschette 13 ohne weiteres über den hinteren Abschnitt
des Schaftes 3 geschoben werden.
[0056] Der hintere Abschnitt des Schaftes 3 mit größerem Durchmesser erstreckt sich mit
geringem Spiel in eine nach vorne offene Bohrung in einem Verschlußträger 23, der
einseitig von einem eine Kulisse 27 bildenden Langloch durchsetzt ist, das sich schräg
zur Längsrichtung erstreckt und dessen Breite dem Enddurchmesser eines Steuerstiftes
entspricht, der in der Querbohrung 15 sitzt.
[0057] In den Betriebslagen des Verschlußkopfes 1 fluchtet dessen Querbohrung 15 mit der
Kulisse 27. Der (nicht dargestellte) Steuerstift, der durch die Querbohrung 15 und
die Kulisse 27 mit sehr geringem Spiel hindurchgesteckt wird, wird in der Kulisse
27 geführt, wenn der Verschlußkopf 1 gegenüber dem Verschlußträger 23 eine axiale
Relativbewegung durchführt, und läuft dabei diese entlang, so daß beim Zurücklegen
dieser Relativbewegung der Verschlußkopf 1 relativ zum Verschlußträger 23 verdreht
wird. Die zurückgelegte Axialstrecke ist dabei die Verriegelungsstrecke b (Fig. 2
b).
[0058] Am Ende des Laufes mit Patronenlager 29 ist ein Verriegelungsstück 35 ausgebildet,
das sich zum hinteren Ende hin unter Bildung eines Konus 31 nach hinten und außen
erweitert. Zwischen dem Konus 31 und dem Patronenlager 29 ist eine innere Ringnut
37 ausgebildet. Deren axiale Breite entspricht mindestens der axialen Länge der Verriegelungswarzen
5. Der Konus weist Längsnuten 33 auf, deren Zahl, Anordnung und Ausbildung den Verriegelungswarzen
5 am Verschlußkopf 1 entspricht.
[0059] Wenn der Verschlußkopf 1 vom Verschlußträger 23 um die größtmögliche Strecke getrennt
ist (Fig. 2 b und Fig. 2 c) und sich von hinten gegen den Konus 31 annähert (Fig.
2 c), dann laufen die Verriegelungswarzen 5 (und die Auszieherkralle 9) genau durch
die Längsnuten 33 hindurch, bis die vordere Stirnfläche des Verschlußkopfes 1 auf
der vorderen Begrenzungsfläche der inneren Ringnut 37 bzw. auf dem Patronenboden anschlägt
(Fig. 2 b).
[0060] Wenn sich nun der Verschlußträger 23 relativ zum Verschlußkopf 1 um die Verriegelungsstrecke
b weiter nach vorne bewegt, dann wird dieser verdreht, die Verriegelungswarzen 5 laufen
die innere Ringnut 37 entlang und hintergreifen das vordere Ende des Konus 31 zwischen
den Längsnuten 33. Der Verschluß ist nun verriegelt (Fig. 2 a).
[0061] Die Manschette 13 sorgt nun dafür, daß sich der Verschlußkopf 1 nur dann relativ
zum Verschlußträger 23 in Längsrichtung verschieben und damit verdrehen kann, wenn
er sich in der vordersten Stellung (Fig. 2 a und 2 b) befindet.
[0062] Der Verschlußträger 23 ist bei seiner Bewegung im (nicht gezeigten) Waffengehäuse
so geführt, daß es sich nicht um die Längsmittelachse 11 drehen kann. Wenn er relativ
zum Verschlußkopf 1 um die Verriegelungsstrecke b nach hinten versetzt ist, dann befindet
sich der hintere Absatz 17 des Verschlußkopfes 1 in einer Lage, in welcher er bündig
mit der vorderen Stirnfläche eines zylindrischen Stutzens 25 abschließt oder etwas
unter ihr hervorragt, um welchen der Verschlußträger 23 nach vorne verlängert ist.
Wenn nun der Verschlußkopf 1 ganz vom Verriegelungsstück 35 freigekomnmen ist, dann
liegt die Manschette 13 frei und kann auseinanderfedern (Fig. 1 b). Dabei nimmt sie
einen Außendurchmesser ein, der größer ist als der Aussendurchmesser des hinteren
Abschnitts des Verschlußkopfes 1 und somit der Bohrung im Verschlußträger 23 und überdeckt
einen Teil der vorderen Stirnfläche des Stutzens 25.
[0063] Eine axiale Relativbewegung des Verschlußkopfes 1 gegen den Verschlußträger 23 hin
ist nun in dieser in Fig. 2c dargestellten offenen Verschlußlage nicht möglich, weil
sich die Manschette 13 zwischen dem vorderen Absatz 19 des Verschlußkopfes 1 und der
vorderen Stirnfläche des Stutzens 25 einspreizt.
[0064] Wird nun der Verschluß wieder geschlossen, dann laufen zunächst die Verriegelungswarzen
5 in die Längsnuten 33 ein.
[0065] Als nächstes läuft die Vorderkante der aufgewerteten Manschette 13 gegen die zwischen
den Längsnuten 33 verbliebenen Bereiche des Konus 31 an. Die weitere Vorwärtsbewegung
des Verschlusses sorgt dafür, daß die Manschette 13 weiter in den Konus 31 geschoben
und dabei radial zusammengedrückt wird.
[0066] Spätestens dann, wenn der Verschlußkopf 1 gegen die vordere Begrenzung der inneren
Ringnut 37 oder einen Patronenboden aufläuft, ist die Manschette 13 "voll" zusammengedrückt
(Fig. 2 b). Nun ist ihr Außendurchmesser kleiner als der des hinteren Abschnittes
des Schaftes 3 des Verschlußkopfes 1, und der Verschlußträger 23 kann jetzt mit seiner
Bohrung auch über die Manschette 13 nach vorne laufen, wobei der Verschlußkopf 1 über
den Steuerstift durch die Wirkung der Kulisse 27 verdreht wird.
[0067] Wenn nun beim Schließen des offenen Verschlusses der Verschlußkopf 1 mit den Verriegelungswarzen
5 auf eine nachzuführende, strammsitzende Patrone (nicht gezeigt) aufläuft, dann wird
die auf den Verschlußkopf 1 ausgeübte Axialkraft über die Manschette 13 unmittelbar
auf die Stirnfläche des zylindrischen Stutzens 25 am Verschlußträger 23 übertragen,
ohne ein Verdrehen des Verschlußkopfes 1 einzuleiten, dem dann an anderer Stelle entgegengewirkt
werden muß.
[0068] Es ist anzumerken, daß sich die Auszieherkralle 9 und die Querbohrung 15 des Verschlußkopfes
1 bei offenem Verschluß (Fig. 2 b, 2 c) gerade auf gleicher Höhe mit der Längsmittelachse
11 befinden können (wenn man vom normalen, horizontalen Anschlag der entsprechenden
Waffe ausgeht).
[0069] Es ist somit möglich, den Verschlußkopf 1 entweder mit rechtsweisender oder mit linksweisender
(Zeichnung) Auszieherkralle 9 einzubauen und so dafür zu sorgen, daß nach dem Schuß
eine Patronenhülse entweder nach rechts oder nach links aus der Waffe ausgeworfen
wird. Die Waffe kann somit an Rechts- oder Linksschützen angepaßt werden. Die Wirkung
der Manschette 13 bleibt hiervon unberührt. Wie in Fig. 1a gezeigt, steht der Auszieherkralle
9 bezüglich der Längsmittelachse 11 ein vorstehender Zahn 40 gegenüber, der einen
"Gegenhalter" für die Patronenhülse bildet.
[0070] Der Verschlußträger 23 wird durch eine Handhabe (nicht gezeigt) bzw. einen Ladehebel
und ferner durch einen Gaskolben (nicht gezeigt) bewegt und nimmt beim Durchladevorgang
den Verschlußkopf (1) mit.
Bezugszeichenliste
[0071]
- 1
- Verschlußkopf
- 3
- Schaft
- 5
- Verriegelungswarzen
- 9
- Auszieherkralle
- 11
- Längsmittelachse
- 13
- Manschette
- 15
- Querbohrung für Steuerstift
- 17
- hinterer Absatz
- 19
- vorderer Absatz
- 21
- Schwenkstift
- 23
- Verschlußträger
- 25
- Stutzen
- 27
- Kulisse
- 29
- Patronenlager
- 31
- Konus
- 33
- Längsnuten
- 35
- Verriegelungsstück
- 37
- innere Ringnut
- 40
- vorstehender Zahn
- a'
- Breite des Manschettenschlitzes in entspanntem Zustand
- a
- Breite des Manschettenschlitzes in gespanntem Zustand
- b
- Verriegelungsstrecke
1. Verriegelte Handfeuerwaffe mit einem Verschluß (1, 23) aus einem Verschlußkopf (1)
und einem Verschlußträger (23), dadurch gekennzeichnet, daß:
- zwischen dem Verschlußkopf (1) und dem Verschlußträger (23) eine Manschette (13)
aus Federblech sitzt, die sich in aufgeweitetem Zustand zwischen dem Verschlußkopf
(1) und dem Verschlußträger (23) abstützt und somit deren Zusammenschieben verhindert,
und
- beim Schließen des Verschlusses (1, 23) die Manschette (13) in einen ortsfesten
Konus (31) einläuft, der sie dabei federnd radial zusammendrückt, so daß sie in einen
Ringraum im Verschlußkopf (1) und/oder Verschlußträger (23) einschiebbar ist und somit
deren Zusammenschieben und damit das Verriegeln gestattet.
2. Verriegelte Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, mit einem mit dem hinteren Ende eines
Laufes fest verbundenen oder einstückig ausgebildeten Verriegelungsstück (35),
- wobei der Verschluß (1, 23) in Längsrichtung des Laufes von diesem weg und zu diesem
hin beweglich ist und aus einem Verschlußträger (23) und einem Verschlußkopf (1) gebildet
ist, die durch eine Verbindungsanordnung (3) aneinander angekoppelt sind, die in den
Verschlußkopf (1) und/oder den Verschlußträger (23) einschiebbar oder verkürzbar ist,
- in verriegelter Lage der Verschlußkopf (1) das Verriegelungsstück (35) hintergreift,
- beim Entriegeln zunächst der Verschlußträger (23) sich bevorzugt alleine um eine
Verriegelungsstrecke (b) nach hinten bewegt, wobei durch eine Zwangssteuerung (27)
die Hintergreifung des Verriegelungsstückes (35) durch den Verschlußkopf (1) aufgehoben
wird,
- nach dem Entriegeln sich Verschlußkopf (1) und Verschlußträger (23) gemeinsam, aber
um die Verriegelungsstrecke (b) versetzt für einen Nachladevorgang weiter nach hinten
undwieder nach vorne bewegen,
- bis der Verschlußkopf (1) wieder in seiner vordersten Lage angelangt ist, wonach
der Verschlußträger (23) sich wieder um die Verriegelungsstrecke (b) nach vorne bewegt
und dabei die Zwangssteuerung (27) den Verschlußkopf (1) zum Hintergreifen des Verriegelungsstücks
(35) bewegt,
dadurch gekennzeichnet, daß
- das Teil von Verschlußkopf (1) oder Verschlußträger (23), in das die Verbindungsanordnung
(3) einschiebbar ist, um diese herum, wenn sie eingeschoben ist, einen Ringraum bildet,
- auf der Verbindungsanordnung (3) eine längsgeteilte Manschette (13) aus Federblech
sitzt, die in radial zusammengedrücktem Zustand mindestens teilweise im Ringraum aufgenommen
ist,
- wenn der Verschlußkopf (1) und der Verschlußträger (23) um die Verriegelungsstrecke
(b) getrennt sind und die Manschette (13) somit aus dem Ringraum freigekommen ist,
sich diese Manschette (13) federnd soweit aufweitet, daß sie nicht mehr in den Ringraum
einschiebbar ist, und
- hinter dem Verriegelungsstück (35) ein Konus (31) oder eine Schrägfläche ausgebildet
ist, gegen den die Manschette (13) beim Schließen des Verschlusses (1, 23) aufläuft
und der zum radialen Zusammendrücken der Manschette (13) eingerichtet ist, so daß
diese wieder in den Ringraum eintreten kann.
3. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Manschette (13) länger ist als die Verriegelungsstrecke (b) und nur teilweise im Ringraum
aufnehmbar ist.
4. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschlußkopf
(1) zum Ver- und Entriegeln verdrehbar ist und die Manschette (13) lose die Verbindungsanordnung
(3) umgibt.
5. Handfeuerwaffe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Verriegelungswarzen
(5) in einer Radialebene abstehend am Verschlußkopf (1) ausgebildet sind, und daß
der Konus (31) Längsnuten (33) aufweist, die Freisparungen für die Verriegelungswarzen
(5) bilden.
6. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsanordnung
als ein am Verschlußkopf (1) fest angeordneter Schaft (3) ausgebildet ist und der
Ringraum im Verschlußträger (23) ausgebildet ist.
7. Handfeuerwaffe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Schaft (3) eine Auszieherkralle
(9) befestigt ist, deren hinterer Teil von der Manschette (13) umgriffen ist.