[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl, dessen Sitzfläche durch einen Ball gebildet ist,
welcher in einer Kugelabschnitt-Schale ruht, die über eine zentrale Stütze mit der
Mittelsäule eines höhenverstellbaren Büro-Drehstuhl-Untergestelles fest verbunden
ist.
[0002] Ein Stuhl dieser Art ist aus AT 000 018 U1 bekannt. Bei diesem bekannten Stuhl ist
das Untergestell mittels Gasdruckfeder oder Gewinde höhenverstellbar und hat fünf
Ausleger mit Rollen oder Gleitern. Der Durchmesser des Balles beträgt 24-36 cm, je
nach Anwendungsbereich. Die Schale entspricht einem Kugelabschnitt, dessen Durchmesser
etwa 10% kleiner sein kann als der des Balles, so daß der Ball satt in der Schale
ruht. Durch die Höhenverstellbarkeit ist gewährleistet, daß der Stuhl sowohl bei normaler
Arbeitstischhöhe verwendet werden kann, aber ebenso als Stehhilfe für Stehpulte, Zeichentische,
Bars, in Küchen etc.
[0003] In der Praxis hat sich gezeigt, daß ein Stuhl der vorstehend geschilderten Art mit
dem Nachteil behaftet ist, daß bei aus Gründen der freien Verformung des Balles erwünschter
relativ flacher Ausbildung der Schale der Ball aus dieser leicht herausgedrückt werden
kann, was unter Umständen auch zu einem Sturz der sitzenden Person führen kann. Eine
Befestigung mittels Saugnäpfen, wie sie im Stand der Technik vorgesehen war, erweist
sich als kompliziert und unzureichend.
[0004] Die vorliegende Erfindung hat eine Verbesserung der bekannten Ausführung zum Ziel
und zeichnet sich dadurch aus, daß der Ball mit der Schale durch einen Ballüberzug
fest verbunden ist, welcher den Rand der Schale übergreift und unterhalb desselben
formschlüssig festgelegt ist. Der Überzug besteht vorzugsweise aus Leder und ist vorteilhaft
mittels Reißverschlüssen öffenbar, so daß er am Ball auf einfache Weise, aber sicher
befestigt werden kann und diesen mit der Schale gut verbindet. Der Ball ist infolge
der erfindungsgemäßen Ausbildung ausreichend verformbar, aber dennoch mit der Schale
fest verbunden. Vorzugsweise ist an dem Untergestell ein Paar von Rückenstützen montiert,
die sich über den Ball nach oben erstrecken.
[0005] Die vorliegende Erfindung schafft damit einen höhenverstellbaren Stuhl, der es dem
Benützer ermöglicht, die Beckenlage in der Sitzhaltung jener des stehenden Menschen
anzugleichen, wobei die Wirbelsäule automatisch in die richtige Lage gebracht und
der Muskelapparat aktiviert wird. Zugleich werden Hüftgelenke und Bandscheiben nicht
überbelastet und der Oberkörper ausbalanciert.
[0006] Für die richtige Sitzhaltung ist die Größe des Balles so gewählt, daß er im wesentlichen
das Wurzelquadrat (d.h. jenes Quadrat, welches durch Steißbein, Sitzknochen und Schambein
gebildet wird) unterstützt. Der Winkel zwischen Rumpf und Oberschenkeln kann so weit
geöffnet werden, daß die Position der des stehenden Menschen entspricht. Somit bleibt
das Becken in waagrechter Haltung, es kippt weder nach vorne oder hinten.
[0007] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert,
die schematisch zwei Ausführungsformen des Stuhles gemäß der Erfindung darstellen.
Es zeigen:
Fig. 1 in einer Seitenansicht einen Stuhl gemäß der Erfindung,
Fig. 2 eine Vorderansicht und
Fig. 3 eine Draufsicht des Stuhles nach Fig. 1,
Fig. 4 eine Seitenansicht einer alternativen Ausführung des Stuhles,
Fig. 5 eine Vorderansicht und
Fig. 6 eine Draufsicht des Stuhles nach Fig. 4, die entweder gemäß den Fig. 1 bis
3 ohne Rollen oder gemäß den Fig. 4 bis 6 mit Rollen versehen sind und außerdem gemäß
Fig. 2 durch einen Hebel 1'' höhenverstellbar sein können.
[0008] Die Untergestelle U nach den Fig. 1 bis 6 weisen alle eine Mittelsäule 1 auf, mit
welcher eine Schale 2, die einen Ball 3 bettet, fest verbunden ist. Die Verbindung
wird hergestellt durch ein genau auf die Mittelsäule passendes Rohr 1', welches an
der Schale 2 angeschweißt ist, so daß eine stabile Verbindung gewährleistet ist.
[0009] Zur Fixierung des Balles 3 in der Schale 2 ist ein Überzug 4 vorgesehen, welcher
den Rand der Schale formschlüssig übergreift und beispielsweise mittels nicht gezeigter
Reiß- oder Klettverschlüsse auf den Ball und die Schale aufgebracht wird. Der Ball
3 ist eine straff mit Luft gefüllte, mit einem Ventil verschlossene Kunststoffblase.
[0010] An dem Rohr 1' ist ein Paar von Rückenstützen 5 befestigt, die sich über den Ball
3 nach oben in eine ergometrisch richtige Rückenhöhe erstrecken.
1. Stuhl, dessen Sitzfläche durch einen Ball gebildet ist, welcher in einer Kugelabschnitt-Schale
ruht, die über eine zentrale Stütze mit der Mittelsäule eines höhenverstellbaren Büro-Drehstuhl-Untergestelles
fest verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Ball (3) mit der Schale (2) durch
einen Ballüberzug (4) fest verbunden ist, welcher den Rand der Schale übergreift und
unterhalb desselben formschlüssig festgelegt ist.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Überzug (4) aus Leder besteht
und vorzugsweise mittels Reißverschlüssen öffen- und befestigbar ist.
3. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Untergestell
(U) ein Paar von Rückenstützen (5) montiert ist, die sich über den Ball (3) nach oben
erstrecken.