[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schale zur Aufnahme von Nahrungsmitteln,
insbesondere Suppenschale, wobei der Schalenboden einen höherliegenden, flacheren
Bereich und daran anschließend einen tieferliegenden, muldenartigen Bereich aufweist.
[0002] Bei den bisher bekannten Formen von Suppenschalen stellt sich das Problem, daß die
Suppe während des Essens meist nur für kurze Zeit eine angenehme Eßtemperatur aufweist.
Üblicherweise ist die Suppe am Beginn des Eßvorganges zu heiß und am Ende des Eßvorganges
zu kalt, wodurch der kulinarische Genuß stark beeinträchtigt wird. Ursache für diese
Unzulänglichkeit ist das ungünstige Oberflächen-Volumen-Verhältnis der derzeit bekannten
Suppenschalen.
[0003] Dies gilt auch für die aus der US 5,542,565 bekannt gewordenen Schale, die zwei Bereiche
unterschiedlicher Tiefe aufweist. Der Tiefenunterschied ist jedoch gering und beruht
auf völlig anders gelagerten Überlegungen: Die Senke dient lediglich dazu, ein Kippen
der Schale beim Löffeln der Reste der Suppe zu vermeiden, indem diese in der Senke
zusammenfließen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Schale, insbesondere eine Suppenschale,
zu schaffen, die es ermöglicht, während des gesamten Eßvorganges Suppe mit weitgehend
konstanter Temperatur zu löffeln.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß gemessen vom Schalenrand die durchschnittliche
Tiefe des tieferliegenden, muldenartigen Bereiches des Schalenbodens mindestens doppelt
so groß ist wie die durchschnittliche Tiefe des höherliegenden, flacheren Bereiches.
[0006] Der gewünschte Effekt beruht auf den unterschiedlichen physikalischen Kenngrößen
der beiden Bereiche. Im höherliegenden, flacheren Bereich ist das Verhältnis von Oberfläche
zu Volumen relativ groß, sodaß die Suppe in diesem seichten Bereich rasch auskühlt
und eine angenehme Eßtemperatur erreicht. Im Gegensatz dazu ist im tieferliegenden,
muldenartigen Bereich das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen deutlich geringer,
sodaß durch das günstigere Verhältnis von Verdunstung und gespeicherter Wärme erreicht
wird, daß auch die letzten Löffel der Suppe in ihrer Temperatur nur geringfügig unter
dem Ausgangswert liegen.
[0007] Der Effekt der raschen Abkühlung in der seichten Zone der Schale sowie des dauerhaften
Warmhaltens des Schaleninhalts in der muldenartigen Vertiefung wird weiter verstärkt,
wenn die Wandstärke der Schale im höherliegenden, flacheren Bereich des Schalenbodens
geringer ist als die Wandstärke im tieferliegenden, muldenartigen Bereich. Beim Einfüllen
der Suppe in die Schale wird von den Wänden Wärme aufgenommen und gespeichert, die
nachfolgend über längere Zeit wieder an die Suppe abgegeben wird. Durch die dickere
Ausbildung der Wand im tieferliegenden, muldenartigen Bereich des Schalenbodens wird
erreicht, daß aufgrund der von den Wänden zurückgegebenen Wärme auch bei einem langsamen
Esser die Suppe am Ende des Eßvorganges noch nicht völlig ausgekühlt ist.
[0008] Bei der Aufteilung der Flächen hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn die
Fläche des tieferliegenden, muldenartigen Bereiches in Draufsicht etwa 15 bis 50 %
der Gesamt-fläche des Schalenbodens beträgt. Insbesondere liefert ein Anteil von 25
bis 35 % optimale Ergebnisse.
[0009] Weitere Merkmale und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Figurenbeschreibung. Dabei zeigt Fig. 1 eine erfindungsgemäße Schale
in einer Ansicht von oben, wogegen in Fig. 2 ein Schnitt entlang der Linie I-I in
Fig. 1 dargestellt ist.
[0010] Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schale
1 ist unsymmetrisch gestaltet, wodurch sich der Erfindungsgedanke besonders einfach
erklären läßt. Es muß jedoch betont werden, daß es sich hierbei nur um eine willkürlich
aus dem reichen Formenschatz herausgegriffene Variante handelt, mit der - wie mit
vielen anderen - der Effekt der Erfindung erzielt werden kann. Insbesondere können
bei der Ausgestaltung ebensogut rotationssymmetrische Formen herangezogen werden.
[0011] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel gliedert sich der Schalenboden 2 in einen
höherliegenden, flacheren Bereich 2a und in einen tieferliegenden, muldenartigen Bereich
2b. Der seichte Bereich 2a reicht einerseits bis an den Schalenrand 3 und fällt andererseits
über eine Stufe zum vertieften Bereich 2b hin ab. Um insgesamt eine ebene Aufstandsfläche
10 zu erzielen, ist der höherliegende, flachere Bereich 2a des Schalenbodens 2 an
der Unterseite 9 der Schale 1 mit einem Steg 7 versehen, der die bestehende Höhendifferenz
entsprechend ausgleicht.
[0012] Bei Verwendung der Suppenschale beginnt man im höherliegenden, seichteren Bereich
2a zu löffeln, wo die Suppe aufgrund der zum Volumen großen Oberfläche am schnellsten
auskühlt und eine angenehme Eßtemperatur erreicht. Aufgrund der in diesem Bereich
dünnen Wandstärke d
1 fließt in diesem Bereich nur wenig in der Wand gespeicherte Wärme der Suppe zu. Soll
im Bereich 2a ein rasches Abkühlen der Suppe erzielt werden, will man im Gegensatz
dazu im Bereich 2b erreichen, daß auch die letzten Löffel der Suppe noch angenehm
warm sind. Dazu ist der Bereich 2b muldenartig vertieft, wodurch die Oberfläche im
Verhältnis zum Volumen verkleinert wird. Andererseits ist eine große Wandstärke d
2 vorgesehen, wodurch beim Einfüllen der Suppe eine große Wärmemenge gespeichert werden
kann, die nachfolgend der Suppe wieder teilweise zugeführt wird.
[0013] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel beträgt die Fläche des tieferliegenden, muldenartigen
Bereichs 2b in Draufsicht etwa 25 bis 35 % der Gesamtfläche des Schalenbodens 2. Gleichzeitig
beträgt gemessen vom Schalenrand 3 die durchschnittliche Tiefe des tieferliegenden,
muldenartigen Bereichs 2b des Schalenbodens 2 etwa 40 mm, wogegen die durchschnittliche
Tiefe des höherliegenden, flacheren Bereichs nur bei etwa 15 mm liegt. Durch diese
Proportionen konnte eine besonders flache Abkühlungskurve erzielt werden.
[0014] Hervorzuheben ist weiters die unsymmetrische Form der als Ausführungsbeispiel gezeigten
Suppenschale 1. Die Anordnung des muldenartig vertieften Bereiches 2b am Rand des
Schalenbodens 2 beruht auf Überlegungen, die Suppenschale ergonomisch optimal an die
Bewegungsabläufe beim Löffeln von Suppe anzupassen.
[0015] Als Materialien zur Herstellung erfindungsgemäßer Schalen eignen sich insbesonders
keramische Werkstoffe, wie Steingut oder Porzellan. Die Schalen können jedoch ebenso
aus Glas, Kunststoff oder sogar Holz hergestellt werden.
1. Schale zur Aufnahme von Nahrungsmitteln, insbesondere Suppenschale, wobei der Schalenboden
(2) einen höherliegenden, flacheren Bereich (2a) und daran anschließend einen tieferliegenden,
muldenartigen Bereich (2b) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß gemessen vom Schalenrand
(3) die durchschnittliche Tiefe des tieferliegenden, muldenartigen Bereiches (2b)
des Schalenbodens (2) mindestens doppelt so groß ist wie die durchschnittliche Tiefe
des höherliegenden, flacheren Bereiches (2a).
2. Schale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß gemessen vom Schalenrand (3) die
durchschnittliche Tiefe des tieferliegenden, muldenartigen Bereiches (2b) des Schalenbodens
(2) etwa 40 mm und die durchschnittliche Tiefe des höherliegenden, flacheren Bereiches
(2a) etwa 15 mm beträgt.
3. Schale nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche des tieferliegenden,
muldenartigen Bereiches (2b) in Draufsicht etwa 15 bis 50 % der Gesamtfläche des Schalenbodens
(2) beträgt.
4. Schale nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fläche des tieferliegenden,
muldenartigen Bereiches (2b) in Draufsicht etwa 25 bis 35 % der Gesamtfläche des Schalenbodens
(2) beträgt.
5. Schale nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandstärke
(d1) der Schale (1) im höherliegenden, flacheren Bereich (2a) des Schalenbodens (2) geringer
ist als die Wandstärke (d2) im tieferliegenden, muldenartigen Bereich (2b).
6. Schale nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schale aus
einem keramischen Werkstoff, insbesondere Porzellan oder Steingut, hergestellt ist.
7. Schale nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der tieferliegende,
muldenartige Bereich (2b) am Rand des Schalenbodens (2) unsymmetrisch angeordnet ist.