[0001] Die Erfindung betrifft ein Aufzeichnungsmaterial für wasserverdünnbare Tinten, insbesondere
zur Verwendung von Tintenstrahldruckern, und ein Verfahren zu dessen Herstellung.
[0002] Die Bildaufzeichnung oder -wiedergabe mittels Tintenstrahldruckern ist ein verbreitetes
Verfahren, da eine direkte und schnelle Umsetzung elektronischer Bilddaten möglich
ist. Die moderne Druckertechnik erlaubt Bildwiedergabe mit einer Auflösung, die der
Auflösung bei der Bildwiedergabe mit der herkömmlichen Silberhalogenidphotographie
entspricht, unter Verwendung verschiedenster Druckmedien wie Papierträger oder transparenten
Folien. Die Qualität der Bilder, insbesondere der Auflösung, hängt sowohl von den
Möglichkeiten des eingesetzten Druckers als auch entscheidend von den Eigenschaften
ds Aufzeichnungsmaterials ab. Das Aufzeichnungsmaterial bestimmt ferner die weitere
Handhabung und die Anwendungsmöglichkeiten der fertigen Bilder. Es wird angestrebt,
daß das Aufzeichnungsmaterial den folgenden Anforderungen genügt: gute Tintenaufnahme
zur Erzielung hoher Farbdichten; geringe Diffusion der Tinte (Farbstofflösung) im
Aufzeichnungsmaterial, um die Tröpfchengröße gering zu halten und somit eine hohe
Konturenschärfe und ein gutes Auflösungsvermögen zu erzielen; schnelle Trocknung und
gute Wischfestigkeit nach dem Tintenauftrag; geringe Klebrigkeit selbst bei hohen
Luftfeuchten; hohe Transparenz des Aufzeichnungsmaterials bei Ausbildung als Projektionsfolie;
und geringe Wasserempfindlichkeit und somit Eignung für Anwendungen im Außenbereich.
[0003] Herkömmliche Aufzeichnungsmaterialien realisieren diese Anforderungen nicht und sind
daher in ihrer Anwendung beschränkt.
[0004] Bei Aufzeichnungsmaterialien mit Papierträgern wird eine schnelle Tintenaufnahme
und eine Wischfestigkeit durch eine Modifizierung einer Farbaufnahmeschicht mit hohen
Pigmentmengen realisiert (DE 3 024 205, EP 379 964) . Dabei tritt jedoch eine starke
Trübung auf, so daß derartig modifizierte Aufzeichnungsmaterialien nicht als Projektionsfolien
geeignet sind. Es ist bekannt, Farbaufnahmeschichten aus wasserlöslichen Polymeren,
wie z.B. Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon, Gelatine etc. vorzusehen (US 4 503
111, US 4 680 235, US 4 555 432, DE 4 405 969) . Diese Polymere zeichnen sich jedoch
bei Feuchtigkeitseinfluß durch eine hohe Klebrigkeit und fehlende Wasserbeständigkeit
aus. Der Einsatz von kationischen Polieren als Bindemittel zur Fixierung der Farbstoffe
in einer Farbaufnahmeschicht und zur Erhöhung der Wischfestigkeit ist aus DE 3 707
624 oder EP 514 633 bekannt. Es können auch Polymergemische aus Polyvinylalkohol oder
Polyalkylenoxiden mit kationischen Polymeren eingesetzt werden (EP 379 964, EP 634
284, JP 56-84992, JP 59-20696).
[0005] Der Einsatz von Metalloxidsolen als Füllstoffe ist in den EP 524 626 und DE 4 405
969 beschrieben. Zur Verbesserung der Wischfestigkeit ist es bekannt, Silane den Bindemittellösungen
zuzusetzen, um Matrixpolymere zu bilden (siehe EP 583 141, EP 482 837). Zur Verminderung
der Wasserempfindlichkeit wird in EP 233 703 vorgeschlagene, säurehaltige, wasserunlösliche
Polyacrylate und Polyvinylpyrrolidon als Farbempfangsschicht zu verwenden.
[0006] Es ist auch bekannt, 2-Schicht-Systeme herzustellen, die eine mikroporöse Polyvinylacetat-Deckschicht
zur Verbesserung der Wischfestigkeit aufweisen. Dadurch wird jedoch die Transparenz
vermindert, so daß eine Anwendung als Projektionsfolie unmöglich ist. Für Folienträger
wird deshalb vorgeschlagen, wasserlösliche Mischpolymerisate auf der Basis von Acrylsäure
oder p-Styrensulfonsäure mit polyfunktionellen Aziridinen zu vernetzen (EP 482 838).
Durch diese Vernetzung wird jedoch die Trocknungszeit der aufgebrachten Tinte negativ
beeinflußt.
[0007] Die bekannten Aufzeichnungsmaterialien erfüllen die obengenannten Anforderungen nicht.
Sie sind insbesondere nicht für Anwendungen geeignet, bei denen ein Feuchtigkeits-
oder Wasserkontakt möglich ist, da unter Quellung oder Lösung der Farbempfangsschicht
Farbstoff aus der Schicht extrahiert wird, so daß sich die erzielten Farbdichten verringern
und eine mangelhafte Konturenschärfe ausbildet.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein neues Aufzeichnungsmaterial, das eine verbesserte
Feuchtigkeits- und Wasserbeständigkeit besitzt, und ein Verfahren zu dessen Herstellung
anzugeben. Das Aufzeichnungsmaterial soll insbesondere einen erweiteren Anwendungsbereich
besitzen und praktikable Trocknungszeiten nach Tintenauftrag aufweisen.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein Material gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren gemäß Anspruch
8 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0010] Ein erfindungsgemäßes Aufzeichnungsmaterial besitzt eine Farbempfangsschicht, die
ein epoxidvernetzbares, carbonsäuregruppenhaltiges kationisches Mischpolymerisat,
ein wasserlösliches Polymerisat und ein epoxidhaltiges Metalloxidsol enthält. Die
Gewichtsanteile betragen vorzugsweise jeweils entsprechend 30 bis 60 Gew.-% des Mischpolymerisats,
30 bis 60 Gew.-% des Metalloxids und 10 bis 40 Gew.-% des wasserlöslichen Polymerisats.
[0011] Das epoxidvernetzbare, carbonsäuregruppenhaltige kationische Mischpolymerisat besitzt
die Strukturformel:

wobei
- M:
- carbonsäurehaltiges Monomer
- Z:
- Vinylmonomer
- A:
- Sauerstoff oder Stickstoff
- R1:
- H, CH3
- R2:
- Alkylengruppe von C2 bis C8
- R3:
- CH3, C2H5, C3H7, C4H9
- X:
- Chlorid, Bromid, und
- a:
- 10 bis 50 Mol-%, b: 0 bis 20 Mol.-%, c: 50 bis 90 Mol.-%
bedeuten.
[0012] Beispiele für derartige, vernetzbare Polymere der angegebenen allgemeinen Strukturformel
sind:
Acrylsäure-Methacryloxyethyl-trimethylammoniumchlorid-Copolymere:

Acrylsäure-Ethylacrylat-Methacryloxyethyltrimethylammoniumchlorid-Terpolymer:

Acrylsäure-Methacrylamidopropyl-trimethylammoniumchlorid-Copolymer

[0013] Die Komponente des vernetzbaren Polymers kann auch eine Zusammensetzung aus verschiedenen
Polymeren entsprechend der allgemeinen Strukturformel enthalten.
[0014] Als carbonsäurehaltiger Monomerbaustein wird Acrylsäure, Methacrylsäure oder Itaconsäure
bevorzugt. In diesem Fall beträgt der Gehalt in der Polymerkomponente vorzugsweise
20 bis 35 Mol-%. Neben Ethylacrylat als Comonomerbaustein können alle bekannten Vinylmonomere,
z.B. Vinylpyrrolidon, Styrol, Acrylamid oder Vinylacetat fungieren. Das Molekulargewicht
dieser Polymerkomponent beträgt gewöhnlich 10000 D bis 500000 D.
[0015] Die Metalloxidsolkomponente wird in bekannter Weise durch durch Sol/Gel-Technologien
aus epoxidhaltigen Metalloxidsolen mit einem organischen Lösungsmittel (z.B. Methanol,
Ethanol) hergestellt (siehe US 3 955 035, H.I. Schmidt et al. Non-Cryst. Solids 80
(1989) 557) . Es werden vorzugsweise Hydrolysate von Epoxidsilanen eingesetzt. Beispiele
der epoxidhaltigen, hydrolysierbaren Silane sind:
- Glycidoxypropyltrimethoxysilan,
- Glycidoxypropyltriethoxysilan, und
- (3,4-Epoxycyclohexylethyltrimethoxysilan).
[0016] Die Hydrolyse und Kondensation kann in Gegenwart von Tetraalkoxysilanen, Alkyltrialkoxysilanen
oder Dialkyldialkoxysilanen durchgeführt wird, wodurch der Epoxidgehalt der Metalloxidsole
gezielt steuerbar ist. Erfindungsgemäß können auch Metalloxidgemische eingesetzt werden,
indem bei der Solherstellung Alkoxylate von Bor, Aluminium oder Titan als Cobausteine
fungieren.
[0017] Bei der Vernetzung der Epoxidgruppen bzw. Gelbildung (während der Trocknung) reagieren
die epoxidhaltigen Metalloxidsole mit den freien Carbonsäuregruppen der Polymeren
und ergeben somit ein wasserunlösliches Netzwerk aus Metalloxid und kationischem Polymerisat.
Um diese Reaktion zu beschleunigen, können der Zusammensetzung zusätzlich Epoxidkatalysatoren
zugesetzt sein.
[0018] Beispiele für Epoxidkatalysatoren sind Triethylamin, Dimethylbenzylamin und N-Methylimidazol.
Bezogen auf das epoxidhaltige Metalloxidsol beträgt ihre Konzentration vorzugsweise
1 bis 5 Gew.-%.
[0019] Die zweite, wasserlösliche Polymerkomponente ist vorzugsweise ein nichtionisches
oder kationisches wasserlösliches Polymer. Dies kann beispielsweise durch Polyvinylalkohol,
Polyvinylpyrrolidon, Polyacrylamid, kationisches Polyacrylamide, kationische Polyacrylester
oder Zusammensetzungen aus diesen gebildet werden.
[0020] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann in der Farbempfangsschicht ferner
Mittel zur Steuerung der Schichtgleichmäßigkeit und Oberflächenspannung enthalten.
Hierfür sind insbesondere nichtionische oder kationische Tenside geeignet. Besonders
wird Hexadecyltrimethylammoniumbromid bevorzugt.
[0021] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial kann als Trägermaterial einen flexiblen
Träger enthalten, der zum Bedrucken in einem Tintenstrahldrucker geeignet ist. Hierbei
werden vorzugsweise Papier oder transparente Kunststoff-Folien verwendet. Es ist Jedoch
auch möglich, als Trägermaterial starre oder nicht-flexible Materialien wie beispielsweise
Glas- oder Kunststofftafeln zu verwenden. Das Trägermaterial kann im wesentlichen
flächig sein oder auch eine beliebige Körperform besitzen, wobei die Auftragung der
Farbempfangsschicht auf beliebigen Oberflächen des Trägermaterial möglich ist. Schließlich
ist es möglich, die Farbempfangsschicht mit einer derartigen Dicke herzustellen, daß
ein freitragendes Aufzeichnungsmaterial gebildet wird.
[0022] Die Herstellung eines erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterials erfolgt durch Auftragung
einer Beschichtungslösung zur Bildung einer Farbempfangsschicht auf einem Trägermaterial.
Der Ansatz der Beschichtungslösung erfolgt durch Zubereitung eines Metalloxidsols
entsprechend der obengenannten Zusammensetzung und Zusatz der Polymerkomponenten.
Der Ansatz erfolgt vorzugsweise in wässrig-organischen Lösungsmitteln, z.B. in einem
Wasser-Ethanol-Gemisch. Die Auftragung der Beschichtungslösung auf das Trägermaterial
erfolgt durch ein Begußverfahren wie es beispielsweise von photochemischen Beschichtungsverfahren
bekannt ist. Alternativ kann das Trägermaterial auch durch Tauchen, Besprühen oder
ein ähnliches Antragsverfahren beschichtet werden. Anschließend erfolgt eine Gelierung
der Beschichtungslösung auf dem Trägermaterial, die durch eine Wärmezufuhr beschleunigt
sein kann.
[0023] Das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial besitzt die folgenden Vorteile. Das Aufzeichnungsmaterial
enthält eine neuartige Farbempfangsschicht, die wasserunslöslich ist, bei Feuchtigkeitskontakt
keine klebrige Oberfläche bildet und eine praktikable Trocknungszeit aufweist. Die
Farbempfangsschicht ist transparent und somit sowohl für Papier- als auch für Folienträger
geeignet. Die Farbempfangsschicht läßt sich mit bekannten Schichten herkömmlicher
Aufzeichnungsmaterialien kombinieren, indem die neue Farbempfangsschicht als Deckschicht
verwendet wird. Nach ortsselektivem Auftrag der Tinte (Farbstofflösung) werden die
Tintenfarbstoffe fest in der vernetzten Polymerzusammensetzung der Farbempfangsschicht
verankert und werden bei Wasserkontakt nicht ausgewaschen. Dadurch ist die Verwendung
des Aufzeichnungsmaterials nicht auf Druckmaterial für Tintenstrahldrucker beschränkt,
sondern auch im Außen- oder Freilufteinsatz möglich. Ein Verlaufen von kleinsten Tintenflecken
erfolgt nicht, so daß sich das erfindungsgemäße Aufzeichnungsmaterial für Aufzeichnungsvorgänge
(Druckvorgänge) mit Anforderungen an das Auflösungsvermögen eignet, wie sie an moderne
Druckvorrichtungen zur Herstellung von Overhead-Projektorfolien oder von Farb-Prints
von Photographien gestellt werden.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel)
[0024] Mit einer 10 Gew.-%igen Wasser/Alkohollösung (40/60) wird auf eine 100 µm starke
Polyesterunterlage in bekannter Weise mittels Abstreichgießers eine 7,8 µm starke
Schicht folgender Zusammensetzung aufgebracht:
- 45 Gew.-%
- Gelatine (alkalisch aufgeschlossene Knochengelatine)
- 35 Gew.-%
- Polyvinylpyrrolidon (K 90)
- 20 Gew.-%
- epoxidfunktionelles Metalloxidsol, hergestellt aus 80 Gew.-% Tetraethoxysilan und
20 Gew.-% Glycidooxypropyltrimethoxysilan.
[0025] Nach Trocknung der Schicht bei 85°C wird die Folie mittels eines Tintenstrahldruckers,
Typ HP Desjet 690C bedruckt. Zur Charakterisierung der Eigenschaften wird die Farbdichte
bestimmt, visuell die Konturenschärfe beurteilt und die Transparenz sowie die Klebrigkeit
der Oberfläche ermittelt. Die Folie wird weiterhin zur Prüfung der Wasserfestigkeit
30 min bei 25°C mit fließendem Wasser in Kontakt gebracht und danach die Farbdichte
und Schichtbeschaffenheit geprüft. Folgende Eigenschaften werden erhalten:
- Konturenschärfe:
- gut, nach Wässerung unscharfe Abbildung
- Trocknungszeit:
- 7,5 min
- Oberflächenbeschaffenheit (85% RF):
- leicht klebrig, bei Wasserkontakt starkes Quellen
- Transparenz:
- klare Folie.
| |
D1 (vor Wässerung) |
D2 (nach Wässerung) |
| Farbdichte |
(purpur) |
1,9 |
1,3 |
| (blau) |
1,7 |
0,9 |
| (gelb) |
0,95 |
0,6 |
[0026] Die Schicht ist nicht wasserfest. Der Farbstoff wird ausgewaschen und diffundiert
auch in der Schicht.
Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel)
[0027] Analog zu Beispiel 1 wird eine 8,5 µm starke Schicht folgende Zusammensetzung aufgetragen:
- 33 Gew.-%
- Na-Polyacrylat
- 59 Gew.-%
- Polyacylsäure (vernetzt in Gegenwart von Silanen gemäß EP 583 141)
- 8 Gew.-%
- Metalloxidsole aus Tetraethoxysilan
[0028] Es werden folgende Eigenschaften erhalten:
- Konturenschärfe:
- gut, nach Wässerung unscharfe Abbildung
- Trocknungszeit:
- 6,5 min
- Oberflächenbeschaffenheit (85% RF):
- nicht klebrig, Schicht quillt stark bei Wasserkontakt
- Transparenz:
- klare Folie
| |
D1 (vor Wässerung) |
D2 (nach Wässerung) |
| Farbdichte |
(purpur) |
1,7 |
1,1 |
| (blau) |
1,4 |
0,4 |
| (gelb) |
0,6 |
0,3 |
[0029] Die Schicht ist nicht wasserfest. Der Farbstoff diffundiert in der Schicht und wird
beträchtlich ausgewaschen.
Beispiel 3
[0030] Analog zu Beispiel 1 wird eine 11,5 µm starke Schicht folgender Zusammensetzung aufgetragen:
- 45 Gew.-%
- Copolymeres aus Acrylsäure und Methacryloxyethyltrimethylammoniumchlorid (20/80),
Molekulargewicht 130000 D,
- 45 Gew.-%
- Metalloxidsol, hergestellt aus 75 Gew.-% Tetraethoxysilan und 25 Gew.-% Glycidopropyltrimethoxysilan
- 10 Gew.-%
- Polyvinylalkohol (voll verseift, Molekulargewicht 95000 D)
[0031] Es werden folgende Eigenschaften erhalten.
- Konturenschärfe:
- gut, auch nach Wässerung scharfe Abbildungen
- Trocknungszeit:
- 7,0 min
- Oberflächenbeschaffenheit:
- nicht klebrig, bei Wasserkontakt klebefreie unlösliche Schicht
- Transparenz:
- klare Folie.
| |
D1 (vor Wässerung) |
D2 (nach Wässerung) |
| Farbdichte |
(purpur) |
1,9 |
1,85 |
| (blau) |
1,6 |
1,5 |
| (gelb) |
0,9 |
0,9 |
[0032] Die Schicht ist wasserfest. Bei Wasserkonakt erfolgt keine nennenswerte Ausbleiching
des Farbstoffes. Nach der Trocknung werden wieder scharfe Abbildungen erhalten.
Beispiel 4
[0033] Analog zu Beispiel 1 wird eine 12,5 µm starke Schicht folgender Zusammensetzung aufgetragen:
- 55 Gew.-%
- Mischpolymerisat aus Acrylsäure/Ethylacrylat/Methacryloxyethyltrimethylammoniumchlorid
(28/12/60), Molekulargewicht 140000 D.
- 35 Gew.-%
- Metalloxidsol aus 50 Gew.-% Glycidoxypropyltriethoxysilan und 50 Gew.-% Tetraethoxysilan
- 10 Gew.-%
- Polyvinylpyrrolidon, Molekulargewicht 320000 D.
[0034] Es werden folgende Eigenschaften erhalten:
- Konturenschärfe:
- gut, auch nach Wässerung scharfe Abbildungen
- Trocknungszeit:
- 7,0 min
- Oberflächenbeschaffenheit (85% RF):
- nicht klebrig, bei Wasserkontakt klare nichtklebrige Schicht
- Transparenz:
- klare Schicht
| |
D1 (vor Wässerung) |
D2 (nach Wässerung) |
| Farbdichte |
(purpur) |
2,1 |
2,0 |
| (blau) |
1,8 |
1,7 |
| (gelb) |
0,9 |
0,85 |
[0035] Die Schicht ist wasserfest. Bei der Wässerung erfolgt keine nennenswerte Auswaschung
des Farbstoffes. Nach der Trocknung werden wieder scharfe Abbildungen erhalten.
Beispiel 5
[0036] Analog zu Beispiel 1 wird eine 10,5 µm starke Schicht folgender Zusammensetzung aufgetragen:
- 48,5 Gew.-%
- Copolymer aus Acrylsäure und Acrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid (35/65), Molekulargewicht
195000 D.
- 40 Gew.-%
- Metalloxidsol, hergestellt aus 80 Gew.-% Tetraethoxysilan und 20 Gew.-% Glycidoxypropyltrimethoxysilan
- 10 Gew.-%
- Poly-methacrylamidopropyltrimethylammoniumchlorid, Molekulargewicht 85000 D.
- 1,5 Gew.-%
- Hexadecyltrimethylammoniumbromid.
[0037] Es werden folgende Eigenschaften erhalten:
- Konturenschärfe:
- gut, auch nach Wässerung scharfe Abbildungen
- Trocknungszeit:
- 7,5 min
- Oberflächenbeschaffenheit (85% RF):
- nicht klebrig, auch bei Wasserkontakt
- Transparenz:
- klare Schicht
| |
D1 (vor Wässerung) |
D2 (nach Wässerung) |
| Farbdichte |
(purpur) |
2,0 |
1,95 |
| (blau) |
1,9 |
1,8 |
| (gelb) |
0,8 |
0,8 |
[0038] Die Schicht ist wasserfest. Bei Wasserkontakt erfolgt keine nennenswerte Auswaschung
des Farbstoffes. Nach der Trocknung werden scharfe Abbildungen erhalten.
[0039] Die Beispiele zeigen gegenüber den herkömmlichen Vergleichsbeispielen eine hohe,
nach Wasserkontakt konstante Dichte, trockene, nicht-klebende Oberflächen und hohe
Transparenz auch nach Wasserkontakt und erneuter Trocknung. Die Farbempfangsschicht
besitzt eine weitgehend ungiftige Zusammensetzung.
1. Aufzeichnungsmaterial, das mindestens eine Farbempfangsschicht aufweist, die zur Aufnahme
einer wasserlöslichen Farbstofflösung vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Farbempfangsschicht ein epoxidvernetzbares, carbonsäuregruppenhaltiges kationisches
Mischpolymerisat, ein epoxidhaltiges Metalloxid und ein wasserlösliches Polymer enthält.
2. Aufzeichnungsmaterial gemäß Anspruch 1, bei dem die Gewichtsanteile des epoxidvernetzbaren,
carbonsäuregruppenhaltigen kationischen Mischpolymerisats 30 bis 60 Gew.-%, des epoxidhaltigen
Metalloxids 30 bis 60 Gew.-% und des wasserlöslichen Polymers 10 bis 40 Gew.-% betragen.
3. Aufzeichnungsmaterial gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das epoxidvernetzbare,
carbonsäuregruppenhaltige kationische Mischpolymerisat die Strukturformel

besitzt, wobei
M: carbonsäurehaltiges Monomer
Z: Vinylmonomer
A: Sauerstoff oder Stickstoff
R1: H, CH3
R2: Alkylengruppe von C2 bis C8
R3: CH3, C2H5, C3H7, C4H9
X: Chlorid, Bromid
a: 10 bis 50 Mol-%
b: 0 bis 20 Mol-%
c: 50 bis 90 Mol-%
bedeuten.
4. Aufzeichnungsmaterial gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die Farbempfangsschicht
Mittel zur Steuerung der Schichtgleichmäßigkeit und der Oberflächenspannung enthält.
5. Aufzeichnungsmaterial gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem die mindestens
eine Farbempfangsschicht mit einem Trägermaterial verbunden ist.
6. Aufzeichnungsmaterial gemäß Anspruch 5, bei dem das Trägermaterial eine transparente
Kunststoffschicht oder Papier ist.
7. Verwendung eines Aufzeichnungsmaterials gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 als Druckunterlage
für Tintenstrahldrucker.
8. Verfahren zur Herstellung eines Aufzeichnungsmaterials, das mindestens eine Farbempfangsschicht
enthält, die zur Aufnahme einer wasserlöslichen Farbstofflösung vorgesehen ist, umfassend
die Schritte:
Herstellung einer Beschichtungslösung aus einem epoxidvernetzbaren, carbonsäuregruppenhaltigen
kationischen Mischpolymerisat, einem epoxidhaltigen Metalloxidsol und einem wasserlöslichen
Polymer,
Auftragung der Beschichtungslösung auf einem Trägermaterial und
Gelierung und Trocknung der Beschichtungslösung zur Bildung der Farbempfangsschicht.
9. Verfahren gemäß Anspruch 8, bei dem der Beschichtungslösung ein Epoxidkatalysator
zugesetzt wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, bei dem die Auftragung der Beschichtungslösung
durch Beguß einer transparenten Kunststoff-Folie oder eines Papierträgermaterials
erfolgt.