[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Festsetzen einer entlang einer Fahrbahn
verfahrbaren Aufzugskabine, wobei die Aufzugskabine in lösbarer Verbindung mit der
Fahrbahn steht.
[0002] Aus der Anmeldeschrift EP 0 081 212 ist eine Einrichtung mittels der eine in einem
Schacht verfahrbare Aufzugskabine festgesetzt werden kann. Die Einrichtung ist am
die Aufzugskabine tragenden Unterjoch angeordnet und arbeitet mit dem die Aufzugskabine
führenden Schenkel der Führungsschiene zusammen. Ein Elektromagnet betätigt eine in
Richtung Schachtwand vorschiebbare Schubstange, die an ihrem freien Ende bei Abwärtsfahrt
der Aufzugskabine auf einen am Führungsschienenfuss angeordneten Anschlag trifft,
wodurch die Schubstange eine Relativbewegung nach oben erfährt. Mit der Relativbewegung
der Schubstange gegenüber der Aufzugskabine wird ein Gestänge für die Betätigung der
je an einer Seite der Aufzugskabine angeordneten Fangvorrichtungen ausgelenkt, wobei
eine Rolle der Fangvorrichtung auf einer schrägen Bahn bewegt wird bis die Rolle zwischen
der Bahn und dem Schenkel der Führungsschiene verkeilt.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass der Ort an dem die Aufzugskabine
festgesetzt werden kann, vom Ort des Anschlages vorgegeben ist. Ein weiterer Nachteil
ist darin zu sehen, dass die zwischen Bahn und Führungsschiene verkeilte Rolle nach
dem Festsetzen der Aufzugskabine nur schwer wieder freigemacht werden kann.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet
ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine
Einrichtung zu schaffen, mittels der die Aufzugskabine an einer beliebigen Stelle
im Aufzugsschacht mit kleinem Aufwand leicht festsetzbar und lösbar ist.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass bei Montage- und/oder Unterhaltsarbeiten eine sichere, lösbare Verbindung der
Aufzugskabine mit den Führungsorganen machbar ist, wobei die Festsetzeinrichtung in
Nuten der Führungsorgane eingreift und beim Lösen zwangsweise in ihre Ruhestellung
zurückgeführt wird. Weiter vorteilhaft ist, dass betriebsmässige Spannvorrichtungen
des Aufzugsantriebes erst nach dem Festsetzen der Aufzugskabine gelöst werden können.
Weiter vorteilhaft ist, dass zum Lösen der festgesetzten Aufzugskabine die Aufzugskabine
nicht angehoben werden muss.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen entlang einer Fahrbahn verfahrbaren Fahrwagen für eine Aufzugskabine,
- Fig. 1a
- eine Seitenansicht des Fahrwagens,
- Fig. 1b
- eine an einem Unterjoch des Fahrwagens angeordnete Festsetzeinrichtung,
- Fig. 2
- Einzelheiten der am Unterjoch angeordneten Festsetzeinrichtung,
- Fig. 2a
- einen Ausschnitt A1 der Fig. 2 mit Einzelheiten der Verbindung zwischen Festsetzeinrichtung
und der Fahrbahn für die Aufzugskabine,
- Fig. 3
- einen Aufriss der Festsetzeinrichtung,
- Fig. 4
- ein an einer Stützachse gelagertes Stützrad eines Aufzugsantriebes und
- Fig. 5
- die an der Stützachse angeordnete Festsetzeinrichtung.
[0007] In den Fig. 1 bis 5 ist mit 1 ein eine Aufzugskabine tragender Fahrwagen bezeichnet,
der im wesentlichen aus einer Antriebseinheit 2, einer Stützeinheit 3 und aus je Seite
einem die Einheiten 2, 3 verbindenden Unterjoch 4 besteht. Der Fahrwagen 1 ist entlang
einer je Seite angeordneten beispielsweise vertikalen Fahrbahn 5 verfahrbar. Die Antriebseinheit
2 besteht aus einem Motor 6, einer Treibachse 7 und je Seite aus einem Treibrad 8,
das auf der Fahrbahn 5 abrollt. Die Stützeinheit 3 besteht aus einer Stützachse 9
mit je Seite einem Stützrad 10 und aus einer Spannvorrichtung 11 mittels der die Reibkraft
des Treibrades 8 und des Stützrades 10 auf der Fahrbahn 5 erzeugbar ist. Der Arbeitsbereich
der Spannvorrichtung 11 ist an einer Anzeige 12 ablesbar. Je Seite ist eine Einrichtung
zum Festsetzen der Aufzugskabine, im weiteren Festsetzeinrichtung 13 genannt, am Unterjoch
4 angeordnet. Mittels der als Klemmelement dienenden Festsetzeinrichtung 13 kann die
Aufzugskabine bei Montage- und/oder Unterhaltsarbeiten an einer beliebigen Stelle
des Fahrweges lösbar mit der Fahrbahn 5 verbunden werden.
[0008] Fig. 1a zeigt eine Seitenansicht des Fahrwagens 1. Die Treibachse 7 der Antriebseinheit
2 wird je Seite von einer drehbar mit dem Unterjoch 4 verbundenen Stütze 14 getragen.
Je Seite ist antriebsseitig ein Vertikaljoch 15 mit dem Unterjoch 4 verbunden. Am
oberen Ende des Vertikaljochs 15 ist ein nicht dargestelltes Oberjoch angeordnet.
Unterjoch 4, Treibachse 7, Vertikaljoch 15 und Oberjoch bilden den Tragrahmen für
die Aufzugskabine. Die Stützachse 9 der Stützeinheit 3 wird je Seite von einer drehbar
mit dem Unterjoch 4 verbundenen Schwinge 16 getragen und von der je Seite an der Stützachse
9 angreifenden Spannvorrichtung 11 in Richtung Fahrbahn 5 vorgespannt. Ein erster
Zugstab 17 der Spannvorrichtung 11 ist einenends mit dem Unterjoch verbunden, anderenends
steht der erste Zugstab 17 in Verbindung mit einem zweiten Zugstab 47. Die Druckfeder
18 presst das Treibrad 8 und das Stützrad 10 auf je eine Lauffläche 19 der Fahrbahn
5 und erzeugt damit die zum Verfahren der Aufzugskabine notwendige Reibkraft. Am Unterjoch
ist eine Öffnung 20 vorgesehen, in die die Festsetzeinrichtung 13 einsetzbar ist.
[0009] Wie in Fig. 1b gezeigt weist die als Hohlkörper ausgebildete Fahrbahn 5 einen Bremsschenkel
21 für eine am Fahrwagen 1 angeordnete nicht dargestellte Bremse und je Kante der
Lauffläche 19 eine Ankernut 22 auf, die der Verbindung mit der Festsetzeinrichtung
13 dient. Im Hohlraum der Fahrbahn 5 sind Führungen 23 zur Führung eines nicht dargestellten
Gegengewichtes vorgesehen.
[0010] Fig. 2, 2a und 3 zeigen Einzelheiten der Festsetzeinrichtung 13 und die Festsetzeinrichtung
13 in Verbindung mit der Fahrbahn 5. Die Festsetzeinrichtung 13 besteht aus einem
Körper 24 mit einem Fortsatz 25, einem am Fortsatz 25 angeordneten Handgriff 26 und
aus Nutsteinen 27. Die Festsetzeinrichtung 13 wird in die Öffnung 20 des Unterjochs
4 eingesetzt und an einer Lasche 28 einer Trägerplatte 29 mittels einer ersten Schraube
30 festgemacht. Die Trägerplatte 29 weist dieselbe Öffnung 20 auf wie das Unterjoch
4 und ist mittels einer zweiten Schraube 31 am Unterjoch 4 festgemacht. Eine am Körper
24 angeordnete erste Bohrung 32 dient der ersten Schraube 30 für die Befestigung der
Festsetzeinrichtung 13 am Unterjoch 4. Eine am Körper 24 angeordnete zweite Bohrung
33 dient der Befestigung der Festsetzeinrichtung 13 an der Stützachse 9. Je ein Nutstein
27 sitzt am Ende einer dritten Schraube 34, die den Körper 24 durchdringt. Eine zweite
im Körper 24 koaxial angeordnete Druckfeder 35 drückt beim Lösen der Verbindung mit
der Fahrbahn 5 die dritte Schraube 34 aus dem Körper 24 und hebt den Nutstein 27 aus
der Ankernut 22. Der Handgriff 26 ist mittels einer vierten Schraube 36 an der Stirnseite
des Fortsatzes 25 festgemacht und weist seitlich den Fortsatz 25 überragende Hülsen
37 auf. In je einer Hülse 37 ist ein Bolzen 38 geführt, der teilweise aus der Hülse
37 ragt. Am herausragenden Teil des Bolzens 38 ist eine dritte Druckfeder 39 koaxial
angeordnet.
[0011] Die Lasche 28 weist eine schlitzförmige Öffnung auf, in die der Schraubenhals der
ersten Schraube 30 bei der Montage der Festsetzeinrichtung 13 eingeschoben und die
erste Schraube 30 ohne weiteres festgezogen wird. Dann wird die dritte Schraube 34
entgegen der Federkraft der zweiten Druckfeder 35 vorgeschoben und gedreht. Der in
einem Rücksprung 40 des Körpers 24 geführte Nutstein 27 wird mit der dritten Schraube
34 mitgedreht, bis eine erste Nase 41 des Nutsteins 27 an einer Wandung 42 der Ankernut
22 ansteht, wobei die erste Nase 41 eine zweite Nase 43 der Ankernut 22 hintergreift.
Beim Festziehen der dritten Schraube 34 wird die zweite Nase 43 zwischen der ersten
Nase 41 und dem Körper 24 eingeklemmt, wodurch der Fahrwagen 1 lösbar mit der Fahrbahn
5 verbunden ist. Arbeiten an der Spannvorrichtung 11, an den Seilen oder am Gegengewicht
können nun gefahrlos ausgeführt werden, ohne dass der Fahrwagen 1 mit der Aufzugskabine
in Aufwärtsrichtung oder Abwärtsrichtung selbsttätig losfahren kann. Bei der Demontage
der Festsetzeinrichtung 13 wird die dritte Schraube 34 gelöst und der Nutstein 27
in seine Ausgangslage zurückgedreht. Die zweite Druckfeder 35 bewirkt, dass der Nutstein
27 aus der Ankernut 22 selbsttätig herausgezogen wird. Lose Nutsteine 27 in der Ankernut
22 sind nicht möglich. Danach wird die erste Schraube 30 gelöst. Die dritte Druckfeder
39 bewirkt, dass die Festsetzeinrichtung 13 vom Unterjoch 4 weggestossen wird.
[0012] Fig. 4 zeigt Einzelheiten Der Spannvorrichtung 11 und der Stützachse 9. An der Stützachse
9 ist eine erste Gewindehülse 44 angeordnet, mittels der wie in Fig. 5 gezeigt die
Festsetzeinrichtung 13 an der Stützachse 9 festgemacht wird. Am Ende des ersten Zugstabes
17 ist ein Gewindebolzen 45 angeordnet, der in eine Gewindehülse 46 des zweiten Zugstabes
47 einschraubbar ist. Zur Sicherung des Gewindebolzens 45 wird eine erste Mutter 48
gegen eine zweite Mutter 49 der Gewindehülse 46 verdreht. Der zweite Zugstab 47 wird
in einer Hohlachse 50 geführt, an der die erste Druckfeder 18 koaxial angeordnet ist.
Stützachsseitig endet die erste Druckfeder 18 an einer festen Druckplatte 51. Das
zweite Ende der ersten Druckfeder 18 wird von einer an der Hohlachse 50 verschiebbaren
Druckplatte 52 gehalten. Am Ende des zweiten Zugstabes 47 ist eine Büchse 53 angeordnet
und mittels eines Splints 54 gesichert. Die Büchse 53 steht in Verbindung mit der
verschiebbaren Druckplatte 52. Beim Verdrehen der Gewindehülse 46 wird die wirksame
Länge des zweiten Zugstabes 47 verändert, wobei sich die erste Druckfeder 18 spannt
bzw. entspannt und das Stützrad 10 und das Treibrad 8 mehr bzw. weniger auf die Lauffläche
19 der Fahrbahn 5 presst.
[0013] Wie in Fig. 5 gezeigt ist beim Betrieb der Aufzugskabine die Festsetzeinrichtung
13 an der Stützachse 9 angeordnet. Eine in die zweite Bohrung 33 des Körpers 24 eingesetzte
fünfte Schraube 55 wird in die erste Gewindehülse 44 der Stützachse 9 eingeschraubt.
Die auf die Stützachse 9 aufgesetzte Festsetzeinrichtung 13 verhindert den Zugang
zur ersten Mutter 48 und zur zweiten Mutter 49. Bevor an der Spannvorrichtung 11 gearbeitet
werden kann, muss die Festsetzeinrichtung 13 entfernt werden.
1. Einrichtung zum Festsetzen einer entlang einer Fahrbahn verfahrbaren Aufzugskabine,
wobei die Aufzugskabine in lösbarer Verbindung mit der Fahrbahn steht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aufzugskabine mittels einer Festsetzmechanik (24, 26, 27, 34) an einer beliebigen
Stelle des Fahrweges mit der Fahrbahn (5) verbindbar ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zu der Festsetzmechanik (24, 26, 27, 34) ein mit der Aufzugskabine lösbar mitgeführtes
Klemmelement (13) gehört, welches manuell mit der Fahrbahn (5) verbindbar ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Herstellung der Verbindung zwischen einem die Aufzugskabine tragenden Fahrwagen
(1) und der Fahrbahn (5) verschraubbare in an der Fahrbahn (5) angeordnete Ankernuten
(22) einsetzbare Nutsteine (27) vorgesehen sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nutsteine (27) an von einem Körper (24) getragenen Schrauben (34) angeordnet
sind, wobei eine koaxial zur Schraube (34) im Körper (24) angeordnete Druckfeder (35)
beim Lösen der Schraube (34) die Nutsteine (27) selbsttätig aus den Ankernuten (22)
zieht.
5. Einrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Körper (24) ein Handgriff (26) mit Hülsen (37) angeordnet ist, in denen Bolzen
(38) geführt sind, wobei an den Bolzen (38) Druckfedern (39) koaxial angeordnet sind,
die den Körper (24) von einer Trägerplatte (29) wegstossen.
6. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Festsetzen der Aufzugskabine die Festsetzmechanik (24, 26, 27, 34) am die
Aufzugskabine tragenden Fahrwagen (1) angeordnet ist.
7. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass beim Betrieb der Aufzugskabine die Festsetzmechanik (24, 26, 27, 34) am Fahrwagen
(1) angeordnet ist, wobei die Festsetzmechanik (24, 26, 27, 34) Arbeiten an einer
Spannvorrichtung (11) des Fahrwagenantriebs (2, 3) verhindert.