[0001] Die Erfindung betrifft eine Wartungseinrichtung für eine Aufzugskabine.
[0002] Heute werden im Aufzugsbau in den Aufzugskabinen Dachluken vorgesehen, die einerseits
als Fluchtweg für in einem blockierten Aufzug eingesperrten Fahrgäste dienen oder
andererseits von Servicemonteuren als Zugang auf das Kabinendach benutzt werden können.
[0003] Beispielsweise aus der DE 171 424 ist eine Sicherheitseinrichtung für Aufzüge bekanntgeworden,
bei der in der Decke und im Boden der Kabine durch Klappen verschliessbare Öffnungen
vorgesehen sind. Durch diese Öffnungen können im Falle eines Brandes oder einer Betriebsstörung
die Insassen entweder nach oben oder nach unten aus der Kabine aussteigen und unter
Benutzung einer an der Kabine oder am Schacht befestigten Strickleiter ins Freie gelangen.
[0004] Bei der oben beschriebenen Anordnung wird zum Ausstieg aus der Kabine eine Strickleiter
verwendet, die ausserhalb der Kabine angeordnet ist. Eine Strickleiter ist jedoch
nur für Notfälle gedacht und aufgrund ihrer fehlenden Stabilität für Servicearbeiten
am Schacht oder an der Kabine untauglich. Ausserdem besteht bei der Benutzung einer
freihängenden Strickleiter durch einen Monteur, wie auch durch in der Kabine eingeschlossene
Fahrgäste, Absturzgefahr.
[0005] Deshalb muss bei den heute bekannten Aufzugskabinen der Servicemonteur entweder eine
Leiter mitbringen, oder er muss über eine Schachttüre, die oberhalb der Position der
Aufzugskabine ist, auf das Dach der Kabine gelangen, was ebenfalls nicht ungefährlich
ist. Das Anbringen einer Leiter im Innern der Kabine würde das optische Erscheinungsbild
trüben. Weiter könnte eine solche Leiter missbräuchlich verwendet werden. Es gibt
aber auch Fälle, wo das Kabinendach aus statischen Gründen nicht betreten werden darf.
Dann muss sich ein Monteur für Arbeiten am Kabinendach oder im Schacht auf andere
Weise Zugang verschaffen.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wartungseinrichtung für
eine Aufzugskabine vorzuschlagen, welche die vorgenannten Nachteile nicht aufweist
und einem Servicemonteur bei möglichst grosser Sicherheit Zugang zur Oberseite der
Kabine und zu Schachteinrichtungen verschafft.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass an der Kabine selbst eine Leiter angeordnet ist, von der aus der Monteur die
zu wartenden Einrichtungen auf dem Kabinendach erreichen kann, ohne das Kabinendach
betreten zu müssen. Weil das Kabinendach keine hohen Belastungen mehr auszuhalten
braucht, kann nun dessen Konstruktion vereinfacht, resp. in Leichtbau ausgeführt werden.
Der Monteur befindet sich mit seinem Körper während der Wartungsarbeiten teilweise
noch innerhalb der Kabine, deshalb besteht keine Absturzgefahr mehr und zugleich kann
die Schachtkopfhöhe reduziert werden.
[0009] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Massnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen der im Anspruch 1 angegebenen Wartungseinrichtung für eine Aufzugskabine
möglich. Durch die Ausführung als Teleskop- oder zusammenklappbare Leiter lässt sie
sich sehr einfach und platzsparend in der Dachluke unterbringen. Weiter wird durch
das Anbringen der Leiter an der Aussenseite der nach innen klappbaren Dachluke ein
einfacher und schneller Dachzugang für die Wartung gewährleistet.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und im folgenden
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Ausschnitt einer geschlossenen, vom Kabineninnern her gesehenen Dachluke,
- Fig.2
- einen Ausschnitt einer offenen, heruntergeklappten Dachluke,
- Fig.3
- eine Detailansicht der Leiterbefestigung am Kabinendachholm, und
- Fig.4
- einen Schnitt durch eine Aufzugskabine mit angeordneter Leiter.
[0011] Fig.1 zeigt einen Ausschnitt einer geschlossenen, Fig.2 eine Ansicht einer offenen,
heruntergeklappten, vom Innern einer Aufzugskabine 1 her gesehenen Dachluke 2. Um
die Dachluke 2, die an einen Dachholm 3 der Aufzugskabine 1 anschliesst, öffnen zu
können, muss jedoch zuerst eine hier nicht gezeigte Deckenplatte von der Kabinendecke
gelöst werden. Der Dachholm 3 kann auch als Joch des Kabinenrahmens dienen. Anschliessend
wird ein Verschluss 4, der beispielsweise mit einem Dreikantschlüssel betätigt werden
kann, durch drehen entriegelt. Durch die Drehbewegung des Dreikantschlüssels gibt
ein mit dem Verschluss 4 gekoppelter Verschlusshebel 5 eine Klinke 6 eines Dachriegels
7 frei. Dadurch wird die Verriegelung der Dachluke 2 gelöst. Mittels eines Handgriffes
10 kann die Dachluke 2 heruntergeklappt werden. Die Dachluke 2 kann so ausgebildet
sein, dass entweder ein Teil des Kabinendaches oder das ganze Kabinendach herunterklappbar
ist.
[0012] An einer Aussenseite 11 der Dachluke 2, dass heisst bei geschlossener Dachluke 2
ausserhalb des Fahrgastraums, sind Halterungen 12 angebracht, die eine im unbenutzten
Zustand zusammengestossene oder zusammengeklappte Leiter 15 (strichpunktiert dargestellt)
tragen. Die Leiter 15 selbst ist entweder eine zusammenschiebbare Teleskop-Leiter
oder eine Klappleiter, die sich auf einfache Art und Weise auf die Länge der Dachluke
2 zusammenklappen lässt beispielsweise aus einer Aluminiumlegierung besteht. Bei heruntergeklappter,
resp. nach innen geklappter Dachluke 2 kann die Leiter 15 einfach aus den Halterungen
12 herausgenommen werden.
[0013] Fig.3 und Fig.4 zeigen eine Detailansicht der Befestigung der Leiter 15 am Dachholm
3 der Aufzugskabine 1, resp. einen Schnitt durch die Aufzugskabine 1 mit der in Arbeitsstellung
angeordneten Leiter 15 und heruntergeklappter Dachluke 2. Nachdem die Leiter 15 aus
den Halterungen 12 herausgenommen wurde, kann sie mit einer Querstrebe 20 am oberen
Ende in zwei Haltebügel 21, die am Dachholm 3 der Kabine befestigt sind, eingehängt
werden. Die Leiter 15 wird durch Entriegeln von Sprossen 22 solange nach unten ausgezogen,
bis die Leiter 15 auf dem Boden 25 der Aufzugskabine 1 steht, resp. bis die Sprossen
22 in ihre Endstellung gelangen oder einrasten. Die Leiter 15 steht in Bezug zu den
Haltebügeln 21 geneigt auf dem Boden 25 der Aufzugskabine 1, so dass sie von einem
Monteur 26 sicher begangen werden kann.
[0014] Der Schliessvorgang der Dachluke 2 respektive das Verstauen der Leiter 15 in der
Dachluke 2 wird in umgekehrter Reihenfolge des Öffnungsvorganges erreicht.
[0015] Aufgrund der sich nun immer vor Ort befindlichen Leiter 15 können die zu wartenden
Einrichtungen auf dem Dach der Aufzugskabine 1 so angeordnet werden, dass der Monteur
26 sie von der Leiter 15 aus, ohne das Kabinendach betreten zu müssen, warten kann.
Aufgrund der Gegebenheit, dass das Dach der Aufzugskabine 1 keine hohen Belastungen
mehr aushalten muss, kann nun dessen Konstruktion vereinfacht, resp. in Leichtbau
ausgeführt werden. Da sich der Monteur 26 nicht mehr auf dem Dach der Aufzugskabine
1 aufhalten muss, besteht zudem keine Absturzgefahr mehr und zugleich kann die Schachtkopfhöhe,
resp. der notwendige Sicherheitsraum 30, des Aufzugsschachtes reduziert werden.
1. Wartungseinrichtung für eine Aufzugskabine (1), an der eine auf- und zuklappbare Dachluke
(2) angebracht ist, wobei bei geöffneter Dachluke (2) eine Leiter (15) den Zugang
zum Dach der Aufzugskabine (1) ermöglicht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiter (15) im unbenutzten Zustand an der Dachluke (2) an Halterungen (12)
angebracht ist.
2. Wartungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiter (15) eine ausziehbare Teleskop-Leiter ist.
3. Wartungseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiter (15) eine zusammenklappbare Leiter ist.
4. Wartungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dachluke (2) nach innen aufklappbar ist.
5. Wartungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiter (15) in Haltebügel (21) einhängbar ist.
6. Wartungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Sprossen (22) der Leiter (15) arretierbar sind.