[0001] Die Erfindung betrifft eine Bremseinrichtung für Schienenlaufkräne, umfassend ein
fahrbares Rahmenlaufgestell, mit dem ein auf- und abbeweglicher Bremsschuh verbunden
ist, der mittels einer Betätigungsvorrichtung beim Bremsvorgang auf die Schienen drückbar
ist.
[0002] Die Schaffung wirkungsvoller Bremseinrichtungen ist in erster Linie für Brückenkräne
und Portalkräne von großer Bedeutung, da hier die bislang bekannten Bremseinrichtungen
nicht voll befriedigen.
[0003] Es ist zwar bekannt, im Frontbereich der Rahmenlaufgestelle von Schienenlaufkränen
einen Bremsschuh anzuordnen, der für die Durchführung des Bremsvorganges, in der Regel
ausgelöst durch eine Bedienungsperson, flächenhaft auf die Schienenoberfläche gepreßt
wird. Infolge der Wirkung des bei der Bremsung entstehenden Rückstoßes auf das Rahmenlaufgestell
des Kranes kommt es häufig zu einer Entgleisung der Räder oder einer Stauchung des
Rahmengestelles. Die Behebung des Schadens ist in der Regel mit unverhältnismäßig
hohen Kosten verbunden.
[0004] Um die genannte Gefahr einer Entgleisung zu vermeiden, hat man auch schon bereits
Bremsschuhe ausgebildet, deren Seitenflächen für den Bremsvorgang beidseitig auf den
Schienenkopf einwirken. Hier hat sich aber gezeigt, daß infolge der großen Bremskräfte,
die bei dem Bremsvorgang auftreten, die Schienen aus ihrer Halterung herausgerissen
werden können.
[0005] Auch Bremseinrichtungen, die eine Kombination von einem beim Bremsvorgang mit seiner
Bodenfläche von oben auf die Schienenfläche einwirkenden Bremsschuh und zwei seitlich
die Schienen umgreifenden Bremsbacken umfassen, haben nicht zu dem erwünschten Erfolg
geführt. Die die Schienen seitlich umgreifenden Bremsbacken befinden sich während
der gesamten Fahrstrecke des Kranes im unmittelbaren Nachbarschaftsbereich der Schienen.
Bei Unregelmäßigkeiten der Gleisverlegung kommen daher die Schienenoberflächen bereits
mit den seitlichen Bremsbacken in Verbindung, ohne daß eine reale Bremsung gewünscht
wird. Die Folge ist nicht nur eine unter Umständen hierdurch bedingte Unterbrechung
der Fahrt des Krans, sondern auch Beschädigungen der Gleise einerseits und der Bremsbacken
andererseits.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Bremseinrichtung, die
die vorstehend genannten Nachteile ausschließt, das heißt, die eine Vollbremsung des
Krans erlaubt, ohne daß das Rahmenlaufgestell gestaucht oder verbogen wird und andererseits,
ohne daß der Schienenstrang beim Bremsvorgang beschädigt wird.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß der Bremsschuh einen quadratischen
oder rechteckigem Grundriß, parallel zueinander verlaufenden Längsseitenflächen, und
parallel zueinander verlaufenden Vorder- und Rückflächen aufweist und ferner mit einer
in Längsrichtung verlaufenden, nach unten hin offenen tunnelartigen Ausnehmung mit
etwa U-förmigem Querschnitt versehen ist, die von der Vorderfläche des Bremsschuhs
bis zu dessen Rückfläche reicht, wobei die sich gegenüberliegenden Schenkel des U-förmigen
Querschnitts der tunnelartigen Ausnehmung des Bremsschuhs von ihrem unteren Ende ausgehend
nach oben hin schräg verlaufend annähern.
[0008] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung der Bremseinrichtung wird bei einem von
der Bedienungsperson oder gegebenenfalls auch durch eine elektronische Steuerung eingeleiteten
Bremsvorgang, der entweder im Frontbereich des Rahmengestelles angeordnete oder in
einer Ausnehmung des Rahmengestelles getragene Bremsschuh nach unten auf die Schienen
gedrückt. Hierbei gelangen die beiden Innenflächen der in Schienenlängsrichtung verlaufenen
U-Schenkel des Bremsschuhs nur mit den Schienenrändern in Berührung, wobei die Größe
der hierbei übertragenen Druckkräfte auf die Schienen bedingt wird durch den Neigungswinkel
der U-Schenkel gegen die Horizontale. Je steiler der schräge Verlauf der Schenkel
gewählt ist, desto größer ist die vertikale Kraftkomponente, die auf die Schiene übertragen
wird. Infolge der Symmetrie des U-Profiles des Bremsschuhes sind die von den beiden
U-Schenkeln übertragenen Kräfte selbstverständlich gleich, so daß der Schienenkopf
beidseitig in übereinstimmender Stärke nach unten gedrückt wird. Infolge des schrägen
Verlaufes der U-Schenkel wird aber beim Bremsvorgang nicht nur eine vertikale Kraft
auf die Schienen ausgeübt, sondern der Schienenkopf erfährt gleichzeitig einander
entgegengesetzte horizontal verlaufende Kraftkomponenten. Die Folge ist, daß bei der
erfindungsgemäßen Ausbildung des Bremsschuhes durch die gleichzeitig auf die Schienen
wirkenden horizontalen und vertikalen Kraftkomponenten der bei der vorstehend erörterten
Ausbildung einer Bremseinrichtung nach dem Stand der Technik angestrebte Erfolg, nämlich
die Erzielung einer auf den Schienenkopf ausgeübten vertikal gerichteten Bremskraft
und gleichzeitig eine seitliche Halterung der Schiene erreicht wird, ohne daß die
bei der nach dem Stand der Technik bekannten Bremseinrichtung, bestehend aus einer
Kombination eines von oben auf die Schienenfläche einwirkenden Bremsschuhes mit zwei
seitlich die Schienen umgreifenden Bremsbacken verbundenen Nachteile in Kauf genommen
werden müßten.
[0009] Um die Bremskraft der Bremsschuhe den jeweiligen durch die Größe und das Gewicht
des Krans vorgegebenen Anforderungen anzupassen, wird die Schräge des Verlaufs der
U-Schenkel entsprechend der erforderlichen Bremskraft gewählt. Um bei vorgegebenen
Abmessungen des Bremsschuhes optimale Werte hierfür erreichen zu können, münden gemäß
einer vorzugsweisen Ausbildung des Bremsschuhes die U-Schenkel an ihrem dem offenen,
unteren Ende der tunnelartigen Ausnehmung gegenüberliegenden Ende in eine horizontal
verlaufende Verbindungsfläche. Hierdurch wird es möglich, die Steilheit des schrägen
Verlaufes der U-Schenkels innerhalb eines größeren Bereiches zu variieren.
[0010] Der erfindungsgemäße Bremsschuh kann entweder im Frontbereich des Rahmenlaufgestells
des Krans angeordnet oder in einer nach unten hin offenen Ausnehmung des Rahmengestells
untergebracht sein.
[0011] Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß auch der durch die erfindungsgemäße Ausbildung
des Bremsschuhes erzielbaren Bremskraft Grenzen gesetzt sind, wenn das Gewicht und
die Größe dieser im Einsatz befindlichen Kräne sehr groß ist. Wenn die Geschwindigkeit
solcher Kräne während ihrer Fahrt beispielsweise ihren maximal zulässigen Wert übersteigt
und der Kran schnell und sicher abgebremst werden muß, ohne die Gleisanlagen oder
das Rahmengestell des Kranes zu beschädigen, wird vorzugsweise die Deckfläche des
Bremsschuhes in Dachform ausgebildet mit einem ersten Flächenabschnitt, der in Längsrichtung
gesehen, von der Vorderfläche des Bremsschuhs ausgehend gegen die Horizontale ansteigt
und entweder bis zur Rückfläche des Bremsschuhes reicht, oder sich in einen zur Rückfläche
des Bremsschuhs hin abfallenden zweiten Flächenabschnitt fortsetzt.
[0012] Bei dieser vorzugsweisen Ausbildung der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung umfaßt
dann der Bremsvorgang zwei Einzelvorgänge, nämlich einerseits ein Zusammenwirken von
Rahmengestell und Bremsschuh und andererseits die Wirkung des Bremsschuhs auf die
Schienen, wobei aber beide Vorgänge zusammenwirken und sich gegenseitig ergänzen und
verstärken.
[0013] Wird bei dieser Konstruktion der Bremseinrichtung von der Bedienungsperson oder gegebenenfalls
auch durch eine elektronische Steuerung ein Bremsvorgang eingeleitet, so wird der
in der im Rahmengestell des Krans vorgesehenenen Ausnehmung getragene Bremsschuh nach
unten auf die Schienen gedrückt. Hierbei gelangen die beiden Innenflächen der in Schienenlängsrichtung
verlaufenden U-Schenkel des Bremsschuhs mit den Schienenrändern in Berührung, wobei
aber die hierbei übertragene Größe der Druckkraft noch nicht die erforderliche Bremskraft
in voller Höhe erreicht. Die Die Fahrt des Krans kommt also noch nicht abrupt zum
Stillstand, sondern das Rahmengestell, das ja einen geringen Abstand von dem Bremsschuh
hat, kann sich noch weiter in Fahrtrichtung vorwärts bewegen, bis die Schrägflächen
von Bremsschuh und Rahmengestell miteinander in Kontakt kommen. Hierbei läuft die
schräg verlaufende, ansteigende Innenfläche der Ausnehmung im Rahmengestell auf den
ansteigenden ersten Flächenabschnitt der Deckfläche des Bremsschuhs auf und bewirkt
einerseits, daß der Bremsschuh mit der durch das große Gewicht des Krans auf ihn ausgeübten
Kraft auf die Schiene gedrückt wird und daß andererseits die Räder des Rahmengestells
von der Schienenoberfläche nach oben etwas abgehoben werden. Hierdurch werden zwei
wesentliche Vorteile erreicht. Der hohe, auf die Schienen wirkende Druck wird erst
dann erzeugt, wenn die Räder bereits von der Schiene nach oben abgehoben wurden. Erst
dann werden die Schienen durch die Gestalt des Bremsschuhs mit seinen beiden U-Schenkeln
im Augenblick des Bremsens beidseitig umfaßt, so daß diese nicht aus ihrer Halterung
springen können.
[0014] Selbstverständlich ist es von Vorteil, im Rahmenlaufgestell des Kranes mehrere Bremseinrichtungen
in Abständen voneinander einzubauen, um diese gleichzeitig betätigen zu können und
damit die Bremskraft zu erhöhen.
[0015] Gestaltet man die Deckfläche des Bremsschuhes so, daß sie sowohl einen ansteigenden
als auch einen abfallenden Deckflächenbereich aufweist, ist die Bremseinrichtung auch
für sich entgegengesetzte Fahrtrichtungen gleichermaßen einsetzbar.
[0016] Weitere vorteilhafte Ausbildungen der erfingungsgemäßen Einrichtung ergeben sich
aus den Unteransprüchen und aus der nachstehenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung.
[0017] Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Bremsschuhs nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung eines Bremsschuhes mit in Dachform verlaufender Deckfläche,
- Fig. 3
- einen vergrößerten Längsschnitt durch einen im Rahmenlaufgestell hängenden Bremsschuh
nach Fig. 2 vor dem Bremsvorgang in abgebrochener Darstellung,
- Fig. 4
- einen vergrößerten Längsschnitt des in Fig.3 gezeigten Bremsschuhes beim Bremsvorgang,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht, teils im Schnitt, eines fahrbaren Rahmengestells eines Krans mit
einer Mehrzahl eingebauter Bremseinrichtungen nach Fig. 3 vor dem Bremsvorgang,
- Fig. 6
- das in Fig. 5 gezeigte Rahmenlaufgestell während des Bremsvorganges,
- Fig. 7
- eine Seitenansicht eines Rahmenlaufgestells mit einem in seinem Frontbereich angeordneten
Bremsschuh mit horizontal verlaufender Deckfläche,
- Fig. 8
- eine Seitenansicht einer Bremseinrichtung nach Fig. 5 mit hydraulisch betätigbarem
Bremsschuh,
- Fig. 9
- eine Seitenansicht einer Bremseinrichtung nach Fig. 5 mit über eine Kurbel von Hand
betätigbarem Bremsschuh,
- Fig.10
- eine Seitenansicht einer Bremseinrichtung nach Fig. 5 mit einem mittels einem Hebelgestänges
betätigbarem Bremsschuh und
- Fig.11
- verschiedene Querschnittsformen der tunnelartigen Ausnehmung der Bremsschuhe nach
Fig.1 und Fig. 2,die bei verschiedenen Schienenquerschnittsformen zum Einsatz kommen
können.
[0018] In den Figuren sind sich entsprechende Teile mit übereinstimmenden Bezugsziffern
gekennzeichnet.
[0019] Ein in Fig. 1 in perspektivischer Darstellung gezeigter Bremsschuh 1 hat einen rechteckigen
Grundriß 2, zwei in einem Abstand voneinander verlaufende parallele Längsseitenflächen
3, eine Vorderfläche 4 und eine hintere Fläche 5. Die Deckfläche 6 des Bremsschuhs
1 verläuft parallel zur Grundfläche 2. Etwa in der Mitte der Deckfläche 6 beginnt
eine Verbindungsleitung 15 zu einer in Fig. 1 nicht dargestellten Betätigungseinrichtung,
die hydraulischer, mechanischer oder elektronischer Art sein kann. Siehe hierzu beispielhalber
die Fig. 8,9 und 10.
[0020] In Richtung der Längsachse 7 des Bremsschuhs 1 verläuft eine tunnelartige Ausnehmung
8 durch den Bremsschuh 1, die zur Grundfläche des Bremsschuhes 1 hin offen ist. Hierdurch
werden beidseitig der Ausnehmung 8 Schenkel 9,a,b gebildet, die den Bremsschuh 1 im
Querschnitt als U-förmiges Profil darstellen. Der Verlauf der einander zugewandten
Innenflächen der Schenkel 9a,b kann abhängig von dem beim Einsatz des Schienenlaufkrans
vorliegenden Schienenprofilen unterschiedlich gewählt sein. Beispiele hierfür lassen
sich aus den Figuren 11a bis 11f entnehmen. Aus den hier gezeigten Querschnittssdarstellungen
von Schienenprofilen 10a bis 10f und den im Bremseinsatz befindlichen Bremsschuhen
1a bis 1f läßt sich unschwer erkennen, daß die Längsseitenkanten der Schienenköpfe
11a bis 11f während des Bremseinsatzes der Bremsschuhe 1a bis 1f nur mit den Flächen
der jeweiligen Schenkelpaare der Bremsschuhe 1a bis 1f in Kontakt kommen, nicht aber
bis zu den Verbindungsflächen 23 der Schenkelflächen in die Bremsschuhe 1a bis 1f
eindringen. Der Winkelverlauf der U-Schenkel zur Horizontalen ist bei den verschiedenen
Ausbildungen der Figuren 11a bis 11f unterschiedlich. Durch die Wahl der gewählten
Winkelgrößen hat man die Möglichkeit, die Größe der Druckkraft zwischen dem Bremsschuh
1a bis 1f und dem jeweiligen Schienenkopf 11a bis 11f und damit die erwünschte Bremswirkung
zu bestimmen bzw. zu variieren.
[0021] Der in Fig. 2 gezeigte Bremsschuh stimmt im wesentlichen mit dem in Fig. 1 gezeigten
Bremsschuh überein, doch setzt sich seine Deckfläche 6 aus drei dachartig miteinander
verbundenen Flächenabschnitten 6a,b,c zusammen. Der Flächenabschnitt 6a beginnt an
der Oberkante der Vorderfläche 4 und steigt in einem spitzen Winkel zur Horizontalen
an. Er setzt sich in den horizontal verlaufenden Flächenabschnitt 6b fort, der parallel
zur Grundfläche des Bremsschuhs 1 verläuft. Der Flächenabschnitt 6c verläuft zwischen
dem Flächenabschnitt 6b und der oberen Kante der hinteren Fläche 5 des Bremsschuhes
1 schräg nach unten. Auch bei dieser Ausbildungsform beginnt etwa in der Mitte des
Flächenabschnittes 6b eine Verbindungsleitung 15 zu einer in Fig. 2 nicht dargestellten
Betätigungseinrichtung.
[0022] Es ist einleuchtend, daß die gesamte Länge der Bremsschuhe nach den Fig. 1 und 2
bestimmend ist für die erzielbare Bremswirkung der Bremsschuhe 1, da beim Bremsvorgang
die Länge der Berührungslinien zwischen den U-Schenkeln und dem Schienenkopf die Größe
der erzielbaren Bremskraft bestimmen. Bei dem Bremsschuh nach Fig. 2 bestimmt aber
auch die Länge der schrägen Deckfläche 6a die erzielbare Bremswirkung und ist für
den Bremsvorgang von maßgebender Bedeutung. Auch die Wahl des Anstiegswinkels der
Fläche 6a bzw. des Flächenabschnittes 6c gegen die Horizontale ist für die erzielbare
Bremswirkung entscheidend.
[0023] Das Verständnis des mit Hilfe der Bremseinrichtung mit einem Bremsschuh nach Fig.
2 erzielbaren Bremsvorganges ist durch einen Vergleich der Schnittdarstellungen nach
den Fig. 3 und 4 erleichtert.
[0024] In Fig. 3 ist der in Fig. 2 gezeigte Bremsschuh 1 in einer Ausnehmung 12 eines Rahmenlaufgestells
13, beispielsweise eines Portalkranes, der hier nicht dargestellt ist, eingehängt.
Die Gestalt der Ausnehmung 12 verläuft etwa konform mit der Umrißgestalt des Bremsschuhes
1, doch ist zwischen den sich gegenüberliegenden Flächen 4,6a,6b,6c,5 des Bremsschuhs
1 und den Flächen 12e,12a,12b,12c,12f der Ausnehmung 12 ein geringer Abstand eingehalten.
Es soll darauf hingewiesen werden, daß die Ausnehmung 12 des Rahmenlaufgestells 13
mit einem besonders harten Material 14, das nur eine geringe Verschleißwirkung beim
Bremsvorgang zeigt, ausgekleidet ist.
[0025] Durch einen im Rahmenlaufgestell 13 von der Ausnehmung 12 nach oben verlaufenden
Kanal 16 verläuft die mit der Deckfläche 6b des Bremsschuhs 1 verbundene Verbindungsleitung
15 zu einer hier nicht dargestellten Betätigungsvorrichtung für die Bremseinrichtung.
Die Unterkante des Bremsschuhs 1 verläuft etwa höhengleich mit der Unterkante des
Rahmenlaufgestells 13. Wie aus Fig. 5 zu erkennen ist, wird der Kran mittels Laufrädern
17, die in dem Rahmenlaufgestell 13 gelagert sind, auf der Schiene verfahren, wobei
sich die Unterkanten von Rahmengestell 13 und Bremsschuh 1 in einem geringen Abstand
über dem Schienenkopf 18a befinden.
[0026] Aus Fig. 4 ist die Position des Bremsschuhs 1 relativ zum Rahmengestell 13 und zur
Schiene 18 bei erfolgter Bremsung zu sehen.
[0027] Durch die Betätigungsvorrichtung wurde der Bremsschuh 1 abgesenkt, so daß seine Schenkel
9a und 9b den Schienenkopf 18a beidseitig einschließen, siehe hierzu Fig.11. Die hierbei
zunächst auf die Längskanten der Schiene 18 ausgeübte Druckkraft hat noch nicht ihre
volle, für die Bremsung erforderliche Größe erreicht. Das Rahmengestell 13 des Krans
bewegt sich aufgrund des zwischen Rahmengestell und Bremsschuh konstruktiv vorgesehenen
Abstandes trotz abgesenktem Bremsschuh 1 noch weiter in Fahrtrichtung, bis sich die
Schrägflächen 12a und 6a berühren. Dann gleitet das Rahmengestell mit seiner Schrägfläche
12a nach dem Berührungsschluß mit der Schrägfläche 6a des Bremsschuhs 1 auf der Schrägflache
6 entlang schräg nach oben. Hierbei erfährt der Bremsschuh 1 durch das auf der Schrägfläche
6a lastende Gewicht des Rahmengestells eine Erhöhung der Druckkraft, die abhängig
vom Verlauf der Schrägflächen 6a bzw. 12a ihrem Neigungswinkel und ihrer Länge wählbar,
letztendlich die Stärke der vollen Bremskraft bestimmen. Darüber hinaus werden beim
Übereinandergleiten der Schrägfläche 12a über die Deckfläche 6a zusammen mit dem Rahmengestell
13 auch die in diesem gelagerten Räder 17 angehoben, so daß diese aus ihrem Kontakt
mit dem Schienenkopf befreit werden.
[0028] Ein Entgleisen der Räder aufgrund eines durch den Bremsvorgang auf das Rahmenlaufgestell
13 wirkenden Rückstoßes kann somit bei dieser Bremseinrichtung nicht mehr erfolgen.
[0029] Zusammenfassend soll darauf hingewiesen werden, daß, sobald die Geschwindigkeit des
Krans beispielsweise ihren maximal zulässigen Wert übersteigt, durch die Bedienungsperson
oder gegebenenfalls auch durch elektronische Fühler der Bremsschuh 1 auf die Schiene
18 abgesenkt wird. Durch den noch fahrenden Kran wird der Bremsschuh auf die Schiene
18 gedrückt, da die übereinander gleitenden Schrägflächen 12a und 6a eine vertikale
Druckkraft auf den Bremsschuh 1 erzeugen. Sobald aber der Bremsschuh 1 auf die Schiene
18 gedrückt wird, wird auf beide Schienenlängsseitenkanten gleichzeitig ein Druck
ausgeübt. Hierdurch wird vermieden, daß die Schienen 18 aus dem Boden gerissen werden.
Ferner wird gleichzeitig vermieden, daß durch Rückwärtsstauchung das Rahmengestell
beschädigt und die Räder 17 aus den Schienen 18 springen, weil diese während des Bremsvorganges
angehoben werden.
[0030] Der in den Figuren gezeigte symmetrische Aufbau von Bremsschuh 1 und Ausnehmung 12
des Rahmengestells 13 hat den Zweck, daß die Bremseinrichtung in beiden Fahrtrichtungen
des Krans einsetzbar ist. Bei Umkehr der Fahrtrichtung kommen dann die Schrägflächen
6c bzw. 12c zum Einsatz.
[0031] Wie bereits vorstehend erwähnt, kommen als Betätigungseinrichtungen für die erfindungsgemäße
Bremseinrichtung hydraulische 19, mechanische 20,21 Einrichtungen oder auch elektrische
Fühler in Frage. Diese sind in den Figuren 8 bis 10 schematisch angedeutet. Auf ihre
Wirkungsweise braucht jedoch hier nicht näher eingegangen zu werden.
1. Bremseinrichtung für Schienenlaufkräne, umfassend ein fahrbares Rahmenlaufgestell,
mit dem ein auf- und abbeweglicher Bremsschuh verbunden ist, der mittels einer Betätigungsvorrichtung
beim Bremsvorgang auf die Schienen druckbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (1) einen quadratischen oder rechteckigen Grundriß (2), parallel
zueinander verlaufende Längsseitenflächen (3), und parallel zueinander verlaufenden
Vorder- und Rückflächen (4,5) aufweist und ferner mit einer in Längsrichtung verlaufenden,
nach unten hin offenen tunnelartigen Ausnehmung (8) mit etwa U-förmigem Querschnitt
versehen ist, die von der Vorderfläche (4) des Bremsschuhs (1) bis zu desen Rückfläche
(5) reicht, wobei die sich gegenüberliegenden Schenkel(9a,b) des U-förmigen Querschnitts
der tunnelartigen Ausnehmung (8) des Bremsschuhes (1) von ihrem unteren Ende ausgehend
nach oben hin schräg verlaufend annähern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schräge der U-Schenkel (9a,b) von der Größe der gewünschten Bremskraft bestimmt
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die U-Schenkel (9a,b) an ihrem dem offenen unteren Ende der tunnelartigen Ausnehmung
(8) gegenüberliegenden Ende in eine horizontal verlaufende Verbindungsfläche (23)
münden.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Neigungswinkel der U-Schenkel gegenüber der Grundfläche des Bremsschuhs
(1) durch die Breite ihrer horizontal verlaufenden Verbindungsfläche (23) bestimmt
ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (1) im Frontbereich (24) des Rahmenlaufgestells (13) angeordnet
ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Rahmenlaufgestell (13) eine nach unten hin offene Ausnehmung (12) aufweist,
die zur Aufnahme des Bremsschuhes (1) dient und konform zu dem Umriß des Bremsschuhes
unter Einhaltung eines geringen allseitigen Abstandes zu diesem verläuft.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bremsschuh (1) eine in Dachform verlaufende Deckfläche (6) aufweist, mit
einem ersten Flächenabschnitt (6a), der in Längssrichtung gesehen, von der Vorderfläche
(4) des Bremsschuhes (1) ausgehend gegen die Horizontale ansteigt und entweder bis
zur Rückfläche (5) des Bremsschuhes (1) reicht, oder sich in einen zur Rückfläche
(5) des Bremsschuhes (1) hin abfallenden zweiten Flächenabschnitt (6c) fortsetzt.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Rahmenlaufgestell (13) eine Mehrzahl von in Längsrichtung in Abständen
voneinander angeordneten Ausnehmungen (12) mit in diesen befindlichen Bremsschuhen
(1) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Ausnehmung,zumindest in deren in Fahrtrichtung gesehen hinten gelegenen
Bereich,eine Auskleidung (14) aus einem Material vorgesehen ist, dessen Härte und
Festigkeit diejenige des Rahmenlaufgestells übersteigt und dazu dient, beim Bremsvorgang
mit dem ansteigenden Flächenabschnitt (6a) der Deckfläche des Bremsschuhes (1) zusammenzuwirken.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß der Anstiegswinkel und/oder der Abfallwinkel der schräg verlaufenden Deckflächenabschnitte
(6a,6c) des Bremsschuhs (1) und/oder die in Längsrichtung gesehenen Längen der Deckflächenabschnitte
(6a,6c) nach Maßgabe der erforderlichen Bremskraft des Bremsschuhs (1) bestimmbar
ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung eine Hydraulikanlage (19) ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung eine Kurbelwelle (20) ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung ein Hebelgestänge (21) ist.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungsvorrichtung ein elektronischer Fühler ist.