[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reduktion der Staubablagerung
auf einer Papiermaschinentrocknungshaube.
[0002] Bei der Papiererzeugung, speziell bei der Tissueerzeugung entsteht relativ viel Staub,
der sich auf allen Flächen, insbesondere auf den großen waagrechten Flächen der Papiermaschinentrocknungshaube
und den Rohrleitungen ablegt. Da diese Flächen teilweise sehr heiß werden, kommt es
fallweise zu Glimmbränden, die mit Produktionsausfällen verbunden sind. Bei der diskontinuierlichen
Reinigung durch Abblasen besteht die Gefahr einer Staubexplosion durch Konzentration
von Staubteilchen an heißen Luftstrahlen bei Leckstellen. Bisherige Überlegungen zur
Staubabsaugung betreffen praktisch nur die Reinigung der Papierbahn vom Staub, berücksichtigen
jedoch nicht die Umgebungsbelastungen.
[0003] Die Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, mit denen die Brand- und Explosionsgefahr durch den Staub wesentlich
verringert werden kann.
[0004] Dies erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß zusätzliche Frischluft über die Oberseite
der Papiermaschinentrocknungshaube und der Rohrleitungen geblasen wird. Damit kann
verhindert werden, daß sich feiner Papierstaub auf der Papiermaschinentrocknungshaube
bzw. auf dem zugehörigen Umluftsystem absetzen kann.
[0005] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Frischluft quer zur Bahnlaufrichtung in Richtung zur Triebseite der Papiermaschine
hin geblasen wird. Dies führt zu geringeren Belastungen des Bedienungspersonals auf
der Führerseite der Papiermaschine.
[0006] Eine günstige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasmenge
einstellbar ist, wobei alternativ oder auch zusätzlich die Ausblasrichtung einstellbar
sein kann. Durch die Einstellbarkeit der Menge und/oder der Richtung kann auf die
speziellen örtlichen und anlagenspezifischen Bedingungen besonders gut eingegangen
werden.
[0007] Eine günstige Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß weitere
Frischluft auf die isolierte Oberfläche der Kompensatoren und/oder Rohrleitungen geblasen
wird.
[0008] Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung an einer Papiermaschinentrocknungshaube
zur Reduktion der Staubablagerung. Diese Vorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet,
daß an der Oberseite der Papiermaschinentrocknungshaube mindestens ein Ausblasschlitz
zur Luftausblasung vorgesehen ist, wobei der Schlitz vorteilhaft in der Isolierung
der Haube angeordnet sein kann.
[0009] Eine günstige Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß sich der
mindestens eine Schlitz in Maschinenlaufrichtung erstreckt.
[0010] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die
Öffnung der Schlitze so ausgebildet ist, daß die Luft entlang der Oberseite der Papiermaschinentrocknungshaube
geblasen wird.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der
Ausblasschlitz in Richtung zur Triebseite geöffnet ist.
[0012] Eine günstige Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Ausblasschlitz in seinem Querschnitt einstellbar ist, wobei der Ausblasschlitz
alternativ oder zusätzlich in seiner Richtung einstellbar sein kann.
[0013] Eine günstige Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz
in der Isolierung einer Hochtemperaturhaube einer Tissuemaschine vorgesehen ist, wobei
er alternativ auch in der Isolierung der Dunsthaube einer Mehrzylindermaschine vorgesehen
sein kann.
[0014] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der
Ausblasschlitz mit einem in der Isolierung mitintgrierten Luftverteilsystem in Verbindung
steht.
[0015] Eine spezielle Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz
in einer auf der Papiermaschinentrocknungshaube angebrachten Rohrleitung vorgesehen
ist.
[0016] Die Erfindung wird nun anhand von Zeichnungen beispielhaft beschrieben, wobei Fig.
1 die Ansicht einer Hälfte einer Hochtemperaturhaube für Tissuemaschinen, Fig. 2 eine
Ausschnitt aus Fig. 1, Fig. 3 eine schematische Ansicht einer Tissuemaschine mit Beblasung
der Oberseite der Haube, Fig, 4 eine weitere Variante der Erfindung analog Fig. 3
mit integrierter Ausblasung und Fig. 5 die Anwendung der Erfindung bei Zu- und Ableitungsrohren
der Haube darstellt.
[0017] Die in Fig. 1 dargestellte Hälfte einer Hochtemperaturhaube 1 weist einen Anschluß
2 zur Frischlufteinblasung für die Papiertrocknung und einen Anschluß 3 zur Absaugung
auf. Die Beblasung des Papiers erfolgt durch Ausblasdüsen 4 und die Absaugung der
Luft vom Papier durch Schlitze 5. Die Frischluftzufuhr für die Beblasung erfolgt durch
einen Stutzen 6. Dieser Stutzen 6 ist mit einem Verteilkanal verbunden, der in die
Isolierung 7 der Hochtemperaturhaube integriert ist. Die Ausblasung der zusätzlichen
Frischluft erfolgt dann durch einen Ausblasschlitz 8, der auf der Führerseite 9 der
Hochtemperaturhaube 1 angebracht ist. Es kann auch ein weitere Ausblasschlitz 8' vorgesehen
sein, der die Beblasung zur Triebseite 10 der Hochtemperaturhaube 1 hin unterstützt.
Die Luft strömt entsprechend den Pfeilen 11 entlang des Haubendaches 12 in Richtung
zur Triebseite 10. So kann in einfacher Weise eine Staubablagerung vermieden werden.
Dadurch wird der Brandschutz der Anlage wesentlich verbessert. Auch die Reinigungsintervalle
können verlängert und die Reinigungsstillstandszeiten verkürzt werden.
[0018] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus Fig. 1, der einen in die Isolierung 7 integrierten
Verteilkanal 13 beinhaltet. Die Luft aus dem Luftverteilkanal 13 strömt durch den
Ausblasschlitz 8 auf der Führerseite 9 der Hochtemperaturhaube 1 entlang des Haubendaches
12 in Richtung des Pfeiles 11 zur Triebseite der Papiermaschine. Der Ausblasschlitz
kann dabei in seinem Querschnitt und in seiner Richtung einstellbar sein. So kann
die Menge der Ausblasluft und auch die Strömungsrichtung beeinflußt werden, um eine
gezielte Strömung zu erreichen.
[0019] Fig. 3 zeigt eine schematische Ansicht einer Tissuemaschine mit den Haubenhälften
1, 1', die über dem Großteil des Umfanges des dampfbeheizten Trockenzylinders 14 angebracht
sind. Die Luftzufuhr für die Trocknung erfolgt durch die Leitungen 2, 2' und die Abluft
wird über Leitungen 3, 3' abgezogen. Die Luft für die Beblasung der Oberseite 12,
12' der Haube wird über Rohrleitungen 6 zugeführt und aus entlang der Haubenhälften
1, 1' angebrachten Leitungen 15, 15' durch Ausblasöffnungen 16 ausgeblasen. Diese
Ausblasöffnungen 16 können Ausblaslöcher oder auch Ausblasschlitze sein.
[0020] Fig, 4 zeigt eine weitere Variante der Erfindung analog Fig. 3, jedoch mit integrierter
Ausblasung. Es ist erkennbar, daß die Frischluft für die Beblasung Luftverteilkanälen
und den Ausblasschlitzen 8, 8' zugeführt werden, die in die Haube 1, 1' integriert
sind. Diese entsprechen den bereits in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten Kanälen 13
und Ausblasschlitzen 8.
[0021] Fig. 5 stellt die Anwendung der Erfindung bei Zu- und Ableitungsrohren der Haube
dar. Es ist hier ein Querschnitt einer Rohrleitung 16 gezeigt, wobei die Frischluft
zur Beblasung aus einer über dem Zu- oder Ableitungsrohr 16 angeordneten Rohr 17 gemäß
den Pfeilen 18 entlang der Oberfläche 19 der Rohrleitung 16 entlangströmt. Somit kann
sich auf diesen Rohrleitungen keinerlei Staub absetzen.
1. Verfahren zur Reduktion der Staubablagerung auf einer Papiermaschinentrocknungshaube,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzliche Frischluft über die Oberseite der Papiermaschinentrocknungshaube
und der Rohrleitungen geblasen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Frischluft quer zur Bahnlaufrichtung
in Richtung zur Triebseite der Papiermaschine hin geblasen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasmenge einstellbar
ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasrichtung
einstellbar ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß weitere Frischluft
auf die isolierte Oberfläche der Kompensatoren und/oder Rohrleitungen geblasen wird.
6. Vorrichtung an einer Papiermaschinentrocknungshaube zur Reduktion der Staubablagerung,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Oberseite (12, 12') der Papiermaschinentrocknungshaube
(1, 1') mindestens eine Ausblasöffnung (8, 8', 15) zur Luftausblasung vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasöffnung ein Ausblasschlitz
(8, 8') ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (8, 8') in der
Isolierung (7) der Haube (1, 1') angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich der mindestens
eine Schlitz (8, 8') in Maschinenlaufrichtung erstreckt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung
der Schlitze (8, 8') so ausgebildet ist, daß die Luft entlang der Oberseite (12, 12')
der Papiermaschinentrocknungshaube (1, 1') geblasen wird.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz (8, 8')
in Richtung zur Triebseite (10) geöffnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Ausblasschlitz (8, 8') in seinem Querschnitt einstellbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Ausblasschlitz (8, 8') in seiner Richtung einstellbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz
(8, 8') in der Isolierung (7) einer Hochtemperaturhaube (1, 1') einer Tissuemaschine
vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz
(8, 8') in der Isolierung der Dunsthaube einer Mehrzylindermaschine vorgesehen ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausblasschlitz
(8, 8') mit einem in der Isolierung (7) mitintegrierten Luftverteilsystem (13) in
Verbindung steht.
17. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasöffnungen (16)
in einer auf der Papiermaschinentrocknungshaube (1, 1') angebrachten Rohrleitung (15,
15') vorgesehen sind.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
Ausblasrohre (17) vorgesehen sind, die über den Zu- und Ableitungsrohren (16) angeordnet
sind.