[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung von Beton, bei dem die Schadstelle
durch Abtragung loser oder nicht tragfähiger Betonbestandteile bis zum Erreichen eines
tragfähigen Untergrundes freigelegt wird, die freigelegten Betonflächen mit Wasser
angefeuchtet und anschließend die Schadstelle mit mineralischem Sanierungsmörtel gefüllt
wird, der hiernach mit einer Folie abgedeckt wird.
[0002] Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der Zeitschrift "beton", 4/1979, S.
133 - 136, bekannt.
[0003] Bei der bisher üblichen Sanierungsmethode von Beton erfolgt zunächst die Abtragung
loser oder nicht tragfähiger Betonbestandteile mittels Meißel, Elektrohammer, Hochdruckwasserstrahlen
oder mechanischem Fräsen. Wenn dabei Bewehrungsstahl freigelegt wird, ist es üblich,
den Bewehrungsstahl durch Sandstrahlen rostfrei zu machen und dann mit einer Rostschutzfarbe
zu behandeln. Das Blankmachen des Stahles an der abgekehrten Seite und an den seitlichen
Bereichen, wo der Bewehrungsstahl in den Beton eintritt, ist meist überhaupt nicht
möglich, ebenso wie diese Bereiche auch meist nicht vollständig mit Korrosionsschutzfarbe
abgedeckt werden können. Nach dieser Vorbehandlung werden die freigelegten Betonflächen
der Schadstelle entweder mit Wasser angefeuchtet oder es wird eine sogenannte Haftbrücke
aufgestrichen. Anschließend wird die Schadstelle entweder mit mineralischem Mörtel
oder mit Kunststoffmörtel bis zur Ebene der Betonoberfläche gefüllt, wobei manchmal
als oberste Schicht auch Feinmörtel aufgetragen wird. Trotz sorgfältiger Vorbehandlung
und Anfeuchten des Untergrundes bzw. Auftrag einer Haftbrücke läßt sich nicht verhindern,
daß zwischen dem eingefüllten Sanierungsmörtel und dem Untergrund durch die Lastfälle
Schwinden und Kriechen Risse entstehen. Außerdem wird dem Sanierungsmörtel durch Verdunstung
an der nach außen gerichteten Fläche und durch Kapillaren im Untergrund Wasser entzogen,
was ebenfalls zu den erwähnten Abrissen im Grenzbereich zwischen Sanierungsmörtel
und Untergrund sowie außerdem zu einer rauhen und unebenen Oberfläche sowie Haarrissen
an der Sanierungsstelle führt. Die Verminderung der Verdunstung durch das Abdecken
mit üblichen Folien ist nicht zufriedenstellend. Durch die Risse zwischen dem ausgehärteten
Sanierungsmörtel und dem Untergrund kann später wieder Wasser eindringen, was inbesondere
nach Frostperioden zu erneuten Schäden und auch zu erneuter Korrosion des unzureichend
geschützten Bewehrungsstahles führt.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Sanierung von Beton
der eingangs erwähnten Art aufzuzeigen, welches eine einwandfreie und dauerhafte Sanierung
von Schadstellen im Beton ermöglicht.
[0005] Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß der Sanierungsmörtel mit Überschuß
in die Schadstelle und über diese eingebracht wird, so daß er im Bereich der Schadstelle
mit einer Schichtdicke von einigen Millimetern über die Ebene der Betonoberfläche
vorsteht und auch die an die Schadstelle angrenzenden Bereiche der intakten Betonoberfläche
in einer Breite von einigen Zentimetern überdeckt, daß auf die gesamte Außenoberfläche
des Sanierungsmörtels als Folie eine flüssige Folie aufgetragen wird und daß nach
dem Aushärten des Sanierungsmörtels die über die Betonoberfläche vorstehenden Bereiche
desselben abgeschliffen werden.
[0006] Die Erfindung geht also von dem Gedanken aus, den Sanierungsmörtel während der Hydratation
und Aushärtung weitestgend vor Austrocknung zu schützen. Dies wird durch die Kombination
mehrerer Maßnahmen erreicht. Der wie bisher durch Abtragung loser oder nicht tragfähiger
Betonbestandteile freigelegte, tragfähige Untergrund wird mit Wasser naß gemacht.
Nach diesem Anfeuchten der freigelegten Betonflächen mit Wasser und gegebenenfalls
dem Auftragen einer Zementschlämme als Haftbrücke auf die Schadstelle wird der Sanierungsmörtel
mit Überschuß in und auf die Schadstelle aufgetragen, so daß er mit einer Schichtdicke
von einigen Millimetern, es genügen etwa 4 bis 5 Millimeter, über die Ebene der Betonoberfläche
vorsteht. Außerdem wird der Sanierungsmörtel auch über die Schadstelle hinaus auf
die an die Schadstelle angrenzenden Bereiche der intakten Betonoberfläche in einer
Breite von einigen Zentimetern und mit einer Schichtdicke von einigen Millimetern
aufgetragen. Hierdurch wird zwischen dem die Schadstelle ausfüllenden Sanierungsmörtel
und den intakten Bereichen der Betonoberfläche eine an dieser anhaftende Brücke geschaffen,
die ein Abreißen des Sanierungsmörtels während der Hydration und des Aushärtens im
Grenzbereich zwischen dem Untergrund und dem Sanierungsmörtel verhindert. Außerdem
wird durch die mit einer Schichtdicke von einigen Millimetern über die Ebene der Betonoberfläche
vorstehende Sanierungsmörtelschicht auch das Austrocknen des darunter befindlichen
Sanierungsmörtels verzögert. Um diesem Austrocknen noch weiter vorzubeugen, wird die
gesamte Außenoberfläche des Sanierungsmörtels mit einer flüssigen Folie abgedeckt,
die nach ihrem Auftrag einen geschlossenen, hart werdenden Schutzfilm bildet. Durch
diesen Schutzfilm wird das Verdunsten des Wassers während der Abbinde- und Aushärtungsphase
des Sanierungsmörtels wirksam verhindert und so eine Rißbildung sowohl an der Oberfläche
als auch an den Grenzbereichen zwischen Untergrund und Sanierungsmörtel verhindert.
[0007] Erst nach dem Aushärten des Sanierungsmörtels werden die über die Betonoberfläche
vorstehenden Bereiche desselben abgeschliffen, was drei bis vier Tage nach dem Einbringen
des Sanierungsmörtels in die Schadstelle erfolgen kann. Durch das Abschleifen wird
erreicht, daß die Sanierungsstelle völlig übergangslos in die umgebende, intakte Betonoberfläche
übergeht und die Sanierungsstelle praktisch nicht mehr sichtbar ist. Es kann beim
Abschleifen auch eine Brettstruktur erzeugt werden, falls die alte Betonoberfläche
eine solche aufweist. Beim Abschleifen der überstehenden Bereiche des Sanierungsmörtels
wird gleichzeitig auch die hart gewordene flüssige Folie vollständig entfernt, ohne
daß dies einen zusätzlichen Arbeitsvorgang erfordert. Die Methode, eine flüssige Folie
aufzubringen, ist bei anderen Sanierungssystemen nicht brauchbar, weil auf der ausgetrockneten
flüssigen Folie spätere Beschichtungen und Anstriche nicht oder nicht in ausreichendem
Maße haften.
[0008] Da jedoch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die flüssige Folie auf die über die
Betonoberfläche vorstehenden, erhabenen Bereiche des Sanierungsmörtels aufgetragen
wurde und beim Abschleifen diese erhabenen Teile vollständig entfernt werden, ist
sichergestellt, daß auch die flüssige Folie wieder vollständig entfernt wird. Zweckmäßig
sollte das Anfeuchten mit levitiertem Wasser erfolgen. Diese spezielle Behandlung
mit levitiertem Wasser hat im Gegensatz zu einem Anfeuchten mit normalem Wasser eine
enorme Steigerung der Haftung zwischen dem mineralischen Sanierungsmörtel und dem
Untergrund zur Folge, insbesondere dann, wenn auch der Sanierungsmörtel mit levitiertem
Wasser angemacht wird. Das levitierte Wasser dringt nämlich besser in die Kapillaren
ein als normales Wasser, so daß diese vollständig mit Wasser gefüllt sind, bevor der
Sanierungsmörtel in die Schadstelle eingebracht wird. Infolgedessen tritt während
des Aushärtens des Sanierungsmörtels kein Wasserentzug durch den zu sanierenden Beton
ein.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren und weitere vorteilhafte Verfahrensmaßnahmen werden
nachstehend anhand der beiliegenden Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt
einen Ausschnitt eines zu sanierenden Betonbauteiles während der Durchführung der
verschiedenen Verfahrensschritte.
[0010] Vor Beginn der eigentlichen Sanierung erfolgt zunächst die Abtragung loser oder nicht
tragfähiger Betonbestandteile von der Schadstelle in herkömmlicher Weise mittels Meißel,
Elektrohammer, Hochdruckwasserstrahlen und dgl., bis gemäß Figur 1 an der Schadstelle
ein tragfähiger Untergrund 1 freigelegt ist. Der dabei ebenfalls freigelegte Bewehrungsstahl
2 kann rostig bleiben, ähnlich wie die Bewehrungsmatten und -stähle bei Herstellung
von frischem, bewehrten Beton. Es wird lediglich der dicke Blattrost entfernt, was
mittels rotierender Stahlbürsten oder dgl. geschehen kann.
[0011] Der tragfähige Untergrund 1 wird dann gem. Figur 2 zwei- bis dreimal mit zweckmäßig
levitiertem Wasser naß gemacht, was durch Aufspritzen oder auch Auftragen mittels
eines Pinsels erfolgen kann. Dieses levitierte Wasser dringt tief in die Kapillaren
3 ein und füllt diese vollständig. Durch das levitierte Wasser wird eine ganz wesentliche
Erhöhung der Haftung des Sanierungsmörtels am Untergrund erreicht.
[0012] Levitiertes Wasser wird mittels einer sogenannten Levitationsmaschine erzeugt, wie
es in Friedrich Hacheney "Levitiertes Wasser in Forschung und Anwendung", Dingfelder-Verlag,
D-82346 Andechs, 2. Auflage 1994, S. 15-23, näher beschrieben ist. Levitiertes Wasser
zeigt eine erhöhte Bereitschaft, Stoffe aufzunehmen. Zahlreiche Versuche und Beobachtungen
zeigen, daß levitiertes Wasser kolloidale Lösungszustände begünstigt. Es wurde festgestellt,
daß beim Anmachen von mineralischem Sanierungsmörtel speziell auf Zementbasis die
Biegezugfestigkeit und die Haftzugfestigkeit erheblich gesteigert, das Schwinden verringert
und die aktive und passive Korrosionsschutzwirkung erhöht werden kann ( s.a.a.O. S.
39 - 60).
[0013] Gemäß Figur 2 wird dann Zementschlämme 6 als Haftbrücke auf den gereinigten Untergrund
1 aufgetragen und auch der Bewehrungsstahl 2 zweimal mit der Zementschlämme 6 eingestrichen,
wobei diese Zementschlämme vorzugsweise mit levitiertem Wasser angemacht wird. Hierdurch
wird eine erhebliche Steigerung der Klebewirkung erreicht. Durch den Alkaligehalt
des Zementes wird nach einigen Monaten der noch am Bewehrungsstahl 2 vorhandene Rost
umgebildet bzw. rudimentiert, ähnlich wie dies auch bei Frischbeton der Fall ist.
[0014] Aufgrund der besonderen Eigenschaften von levitiertem Wasser ist es auch zweckmäßig,
den Sanierungsmörtel mit levitiertem Wasser anzumachen. Es wird hierbei als Sanierungsmörtel
zweckmäßig Faserzement verwendet. Dieser Sanierungsmörtel 4 wird gemäß Figur 3 mit
Überschuß in und über die Schadstelle eingebracht und zwar so, daß er im Bereich der
Schadstelle mit einer Schichtdicke d von einigen Millimetern, z.B. bis 5 mm, über
die Ebene E-E der Betonoberfläche 5 vorsteht. Der Sanierungsmörtel muß dabei so aufgetragen
werden, daß auch die an die Schadstelle angrenzenden Bereiche in einer Breite b mit
etwa 3 bis 4 cm und mit etwa der gleichen Schichtdicke überdeckt werden.
[0015] Um das Austrocknen des Sanierungsmörtels 4 zu verhindern, bevor die Hydratation bzw.
Erhärtung des Mörtels eintritt, wird nach dem Einbringen und Auftragen des Sanierungsmörtels
4 auf die gesamte Außenoberfläche desselben eine flüssige Folie 7 aufgesprüht oder
aufgestrichen. Bei dieser flüssigen Folie handelt es sich zweckmäßig um eine Kunstharzemulsion,
die nach dem Auftragen austrocknet und einen geschlossenen Schutzfilm über den Sanierungsmörtel
4 bildet. Derartige Flüssige Folien werden beispielsweise von der Firma Heidelberger
Baustofftechnik, 69171 Leimen, unter der Bezeichnung "ADDIMENT Nachbehandlungsmittel
2" zur Nachbehandlung von frischen Betonoberflächen vertrieben, um die Verdunstung
der Betonfeuchtigkeit durch Sonneneinstrahlung oder Wind zu vermindern und der Bildung
von Schrumpf- und Schwindrissen vorzubeugen. In dem zugehörigen technischen Merkblatt
wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß ein restloses Entfernen des Schutzfilmes
z.B. durch gutes Abbürsten oder Dampfstrahlen notwendig sei, wenn nachträgliches Aufbringen
von Beton, Mörtel, Putz und bestimmten Anstrichen erfolgen soll.
[0016] Nach dem Aufbringen der flüssigen Folie muß zunächst das Erhärten des Sanierungsmörtels
abgewartet werden. Nach drei bis vier Tagen wird dann die über die Betonoberfläche
5 überstehende erhärtete Schicht des Sanierungsmörtels 4 bis zum Erreichen der Betonoberfläche
5 abgeschliffen. Es wird somit auch an der Sanierungsstelle eine vollkommen ebene,
mit der umgebenden Betonoberfläche 5 fluchtende Oberfläche erreicht. Diese Oberfläche
kann auch strukturiert werden, wenn z.B. die umgebende Betonoberfläche Brettstruktur
aufweist. Beim Abschleifen der überstehenden Schicht wird auch die getrocknete flüssige
Folie restlos abgeschliffen, so daß sich keine Probleme bezüglich der Haftung von
nachträglich aufgebrachten Anstrichen und Beschichtungen ergeben.
[0017] Das Anmachen von Sanierungsmörtel bzw. Zementschlämme mit levitiertem Wasser erfolgt
zweckmäßig mit Mischgeräten, die zum Herstellen von Suspensionen geeignet sind. Ein
solches Mischgerät wird unter der Bezeichnung "ADDIMENT AKM-70-Mischer" von der Firma
HEIDELBERGER BAUSTOFFTECHNIK Produktgruppe ADDIMENT, D-69171 Leimen, vertrieben. Bei
Anwendung eines derartigen Mischgerätes wird ein "quasi" kolloidaler Aufschluß erreicht,
so daß nach dem Mischen Kolloidmörtel bzw. Kolloidschlämme entsteht.
1. Verfahren zur Sanierung von Beton, bei dem die Schadstelle durch Abtragung loser oder
nicht tragfähiger Betonbestandteile bis zum Erreichen eines tragfähigen Untergrundes
freigelegt wird, die freigelegten Betonflächen mit Wasser angefeuchtet und anschließend
die Schadstelle mit mineralischem Sanierungsmörtel gefüllt wird, der hiernach mit
einer Folie abgedeckt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Sanierungsmörtel mit Überschuß in die Schadstelle und über diese eingebracht
wird, so daß er im Bereich der Schadstelle mit einer Schichtdicke von einigen Millimetern
über die Ebene der Betonoberfläche vorsteht und auch die an die Schadstelle angrenzenden
Bereiche der intakten Betonoberfläche in einer Breite von einigen Zentimetern überdeckt,
daß auf die gesamte Außenoberfläche des Sanierungsmörtels als Folie eine flüssige
Folie aufgetragen wird und daß nach dem Aushärten des Sanierungsmörtels die über die
Betonoberfläche vorstehenden Bereiche desselben abgeschliffen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Einbringen des Sanierungsmörtels eine Zementschlämme als Haftbrücke auf
die Schadstelle aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Anfeuchten mit levitiertem Wasser erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sanierungsmörtel mit levitiertem Wasser angemacht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Sanierungsmörtel Faserzement verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß vom freiliegenden Bewehrungsstahl der Blattrost mechanisch entfernt und dann
der Bewehrungsstahl mehrfach mit einer Zementschlämme bestrichen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 2 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Zementschlämme mit levitiertem Wasser angemacht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssige Folie eine Kunstharzemulsion verwendet wird.