[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Umfangssteuerung eines Messermantels
wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist.
[0002] Aus der EP 0 258 699 ist eine Messerschild-Vortriebsvorrichtung bekannt, die eine
Einrichtung zur automatischen Umfangssteuerung aufweist. Die Einrichtung, die neben
der Steuerung auch eine Abstützfunktion aufweist, besteht aus einem keilförmigen Element,
welches an der Seite der Messer angeordnet ist, und einem U-förmigen Bügel, welcher
an dem benachbarten Messer angeordnet ist, und mit dem keilförmigen Element zusammenwirkt.
Die bekannte Einrichtung kann hinsichtlich einer genaueren Steuerung der Messerschild-Vortriebsvorrichtung
noch verbessert werden, da sich insbesondere in gewissen Grenzbereichen keine ausreichend
zufriedenstellende Steuerung erreichen läßt. Daneben ist die mittragende Wirkung des
Messermantels aufgrund der bekannten Einrichtung nicht immer ausreichend. Dies liegt
unter anderem an den fertigungsbedingten Toleranzen. Selbst bei individueller Fertigung
der bekannten Einrichtungen können in Grenzbereichen Anforderungen an die Abstütz-
und Steuerfunktion unter Umständen nicht ausreichend sein. Weiterhin ist es bei der
bekannten Einrichtung von Nachteil, daß bei einer Weiterverwendung der einzelnen Messer,
beispielsweise für einen Tunnelvortrieb mit abweichender Profilform, die keilförmigen
Elemente und U-förmigen Bügel entsprechend den dann gegebenen veränderten Winkelstellungen
der Messer zueinander angepaßt werden müssen, was sehr arbeitsintensiv und damit sehr
kostenaufwendig ist.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Umfangsteuerung
eines Messermantels vorzuschlagen, die für eine Steuerung und Abstützung der einzelnen
Messer des Messermantels optimale Eigenschaften aufweist und bei welcher die einen
Messer für beliebige Profilformen dieses Ausbruchsquerschnitts einsetzbar sind.
[0004] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gelöst, die die im Anspruch 1 angegebenen
Merkmale aufweist.
[0005] Mit der vorgeschlagenen Vorrichtung wird eine zug- und druckfeste Verbindung der
einzelnen Messer des Messermantels zur Bewirkung der Steuerung und gegenseitigen Abstützung
geschaffen, die unabhängig von der Winkelstellung der einzelnen Messer zueinander
ausreichende Funktion aufweist und somit auch die Messer bei verschiedenen Ausbruchsquerschnitten
für einen Ausbruch ohne vorherige Änderung oder Anpassung einsetzbar sind. Die zur
Steuerung und insbesondere auch zur Abstützung des Messermantels vorgeschlagenen Führungen,
die miteinander die Führungseinrichtung bilden, können aufgrund der speziellen Ausgestaltung
exakt und vor allem kraftschlüssig zusammenwirken. Vorzugsweise können zwei oder mehr
Führungseinrichtungen bei der vorgeschlagenen Vorrichtung angeordnet werden. Dazu
bestehen die Führungen, die den Messermantel im Umfangsrichtung abstützen und steuern,
aus Aufnahmen und Koppelgliedern. An jedem Messer sind wenigstens zwei Aufnahmen vorgesehen,
wobei gegenüberliegende Aufnahmen benachbarter Messer über das Koppelglied miteinander
verbunden sind. Die der Tunnelsohle zugewandten freien Längsseiten des ersten bzw.
letzten Messers, welche jeweils nur ein Nachbarmesser aufweisen, können ohne Aufnahme
ausgebildet sein. Eine der beiden gegenüberliegenden Aufnahmen benachbarter Messer
ist in Vortriebsrichtung relativ zum Koppelglied unverschieblich ausgebildet ist.
Die Messer des Messermantels sind dabei auf vorzugsweise zwei Stützrahmen verschieblich
gelagert, die in Vortriebsrichtung umgesetzt werden können.
[0006] Die jeweiligen Führungen, bestehend aus den Aufnahmen und dem Koppelglied, sind an
den Längsseiten der einzelnen Messer angeordnet, also in den Bereichen, die sich bei
benachbarten Messern gegenüberliegen. Vorzugsweise sind die Führungen dabei etwa in
Vortriebsrichtung im vorderen Bereich und/oder im hinteren Bereich der einzelnen Messer
angeordnet und zwar, hinsichtlich des gesamten Messermantels gesehen, wenn alle Messer
die gleiche Vortriebsstellung aufweisen, jeweils im wesentlichen in einer Ebene bzw.
auf einer Höhe. Die Einrichtungen zur Korrektur des Mittelmessers, welches auch als
Firstmesser bezeichnet wird, sind vorzugsweise im, in Vortriebsrichtung gesehen vorderen
Endbereich angeordnet und zwar wiederum, wie die Führungen, an den Längsseiten der
dem Mittelmesser benachbarten Messer. Mit der vorgeschlagenen Vorrichtung kann somit
eine ausreichende und sichere Abstützung sowie eine exakte Steuerung des Messermantels
in dessen Umfangsrichtung erreicht werden. Zudem lassen sich die Messer für beliebige
Ausbruchsquerschnitte ohne Veränderung einsetzen.
[0007] Bei der Betrachtung zweier benachbarter Messer des Messermantels versteht es sich,
daß zumindest eine der beiden Aufnahmen so ausgebildet ist, daß sich beim Vortrieb
eines einzelnen Messers eine Relativbewegung zwischen dem Koppelglied der Aufnahme
ergeben kann. Anderenfalls wäre es nicht mehr möglich, einzelne Messer des Messermantels
unabhängig voneinander einzeln vorzutreiben.
[0008] Für den Einsatz bei gekrümmten Profilformen des Ausbruchsquerschnitts können die
Koppelglieder hierbei in den Aufnahmen drehbar gelagert angeordnet sein, um der Vorrichtung
so zu erlauben, sich der gekrümmten Profilform anzupassen. Durch die Gewölbewirkung
eines gekrümmten Ausbruchprofils treten zwischen den mit den Führungen verbundenen
Messern vorwiegend nur Kräfte entlang der Umfangsrichtung des Messermantels auf, die
von ihm aufgenommen und abgeleitet werden können, so daß dieser eine Mittrage- bzw.
Stützfunktion der Ausbruchswandungen aufweist.
[0009] Bei Ausbruchsprofilen, die im Querschnitt aus geraden oder zumindest bereichsweise
geraden Profilform bzw. Wandungen bestehen, treten im Bereich der geraden Wandungen
neben den in Umfangsrichtung gerichteten Kräften auch Quer- bzw. Radialkräfte auf,
d.h. Kräfte in einer Richtung von Ausbruchsachse zur Ausbruchswandung, d.h. senkrecht
zur Längsachse der Messer. Zudem werden durch diese Querkräfte auch Momente bewirkt.
Um diese Querkräfte und Momente aufzunehmen und abzuleiten, kann die Vorrichtung so
ausgebildet werden, daß wenigstens zwei Aufnahmen pro Messer in Richtung der Ausbruchsachse
zur Ausbruchswandung, d.h. in radialer Richtung bzw. senkrecht zur Längsachse der
Messer, übereinander angeordnet sind. Zwischen den Koppelgliedern ist hierbei ein
Zwischenstück derart angeordnet, daß die Koppelglieder in den Aufnahmen starr gelagert
sind, während die Längsverschiebbarkeit der Aufnahmen zu den Koppelgliedern in Vortriebsrichtung
bestehen bleibt. Vorzugsweise können die übereinander angeordneten Aufnahmen einstückig
bzw. integral ausgebildet werden. Durch die somit mögliche Übertragung von Momenten
und Querkräften weist diese Ausführungsform der Erfindung eine vorteilhafte Mittragefunktion
bzw. Abstützfunktion des Ausbruchs auch bei einem ganz oder zumindest abschnittsweisen
geraden Wandprofil des Ausbruchs auf.
[0010] Es ist zweckmäßig, wenn die beiden am Mittelmesser angeordneten Aufnahmen so ausgebildet
sind, daß sie mit dem jeweiligen Koppelglied in Vortriebsrichtung so verbunden sind,
daß sich eine Unverschieblichkeit zwischen der Aufnahme und dem Koppelglied ergibt.
Eine solche Ausbildung hat Vorteile bei der Steuerung des Messermantels in Umfangsrichtung.
Dennoch ist es auch beim Mittelmesser möglich, lediglich eine der beiden oder gar
beide Aufnahmen so auszubilden, daß eine Unverschieblichkeit mit dem entsprechenden
Koppelglied in Vortriebsrichtung gegeben ist.
[0011] Gleichfalls von Vorteil ist es, wenn in entsprechender Weise die dem Mittelmesser
zugewandten Aufnahmen der Messer des Messermantels, die zum Mittelmesser benachbart
angeordnet sind, mit dem Koppelglied in Vortriebsrichtung längsverschieblich verbunden
sind, so daß beim Vortrieb eine Relativverschiebung zwischen Aufnahme und Koppelglied
stattfinden kann. Bei dieser Variante treten wiederum die bereits erwähnten Vorteile
bei der Steuerung des Messermantels in Umfangsrichtung auf. Der Vollständigkeit halber
sei erwähnt, daß es in entsprechender Weise auch möglich ist, wenn lediglich eine
der beiden oder gar beide angesprochenen Aufnahmen der dem Mittelmesser benachbarten
Messer mit dem Koppelglied in Vortriebsrichtung längsverschieblich verbunden sind.
[0012] Die Koppelglieder an sich bestehen zweckmäßigerweise aus zwei walzenförmigen Körpern,
die über eine Zwischenplatte miteinander starr verbunden sind. Das Koppelglied ist
demnach ein starres Element, welches so ausgelegt wird, daß die angestrebte optimale
Führung und vor allem auch die optimale Abstützwirkung erreicht werden kann. Die walzenförmige
Ausbildung stellt dabei in vorteilhafter Weise eine der Möglichkeiten dar, die Verbindung
zwischen Aufnahme und Koppelglied drehbar in Art eines Drehgelenkes auszubilden.
[0013] Vorzugsweise sind dabei die Durchmesser der walzenförmigen Körper größer als die
Querschnittsdicke der Zwischenplatte. Jeweils abhängig von der gewünschten bzw. erforderlichen
Winkelstellung zwischen benachbarten Messern im Bogenbereich eines Ausbruchsquerschnittes
ist der Größenunterschied zwischen dem Durchmesser der walzenförmigen Körper und der
Querschnittsdicke der Zwischenplatte wesentlich größer oder kann gegebenenfalls auch
etwas kleiner gewählt werden, wenn ein nur geringerer Drehwinkel zwischen den einzelnen
Messern erforderlich sein sollte.
[0014] Um einen besseren Eingriff des walzenförmigen Körpers in die entsprechende Aufnahme
beim Vortrieb der Messer zu erreichen, ist in vorteilhafter Weise der walzenförmige
Körper, welcher längsverschieblich in der entsprechenden Aufnahme gelagert ist, an
seinen freien Enden sich konisch verjüngend ausgebildet. Der optimalste Eingriff kann
dann erreicht werden, wenn die konische Verjüngung spitz zulaufend ausgebildet ist.
[0015] Zweckmäßigerweise sind die Aufnahmen zum Eingriff der walzenförmigen Körper rohrförmig
ausgebildet und umfassen diese teilweise, wobei die Aufnahme in Längsrichtung gesehen
geschlitzt ist. Es versteht sich dabei, daß die Aufnahme den walzenförmigen Körper
um mehr als den halben Umfang umfassen muß, damit eine Verbindung in Art eines Drehgelenks
zwischen Aufnahme und walzenförmigem Körper überhaupt zu Stande kommen kann. Der Schlitz
in der Aufnahme dient dazu, daß die sich an den walzenförmigen Körper anschließende
Zwischenplatte des Koppelgliedes deren Anordnung in der Aufnahme überhaupt ermöglicht.
Wiederum abhängig von der erforderlichen Verdrehung bzw. Winkelstellung zwischen den
einzelnen Messern bestimmt sich das Maß der Aufweitung des Schlitzes der Aufnahme.
[0016] Weiterhin von Vorteil ist es, wenn die Aufnahme, in welcher der walzenförmige Körper
in Vortriebsrichtung längsverschieblich gelagert ist, an deren freien Enden, zumindest
jedoch dort wo der Eingriff zwischen den walzenförmigen Körpern und der Oberfläche
stattfindet, sich konisch aufweitend ausgebildet ist. Wie auch bei der konischen Verjüngung
der walzenförmigen Körper wird dadurch der Eingriff des walzenförmigen Körpers in
die Aufnahme erleichtert, für den Fall, in welchem aufgrund einer Steuerung des Messermantels
das vorgetriebene Messer nicht mehr parallel zu dem benachbarten Messer ausgerichtet
ist.
[0017] Zum Erreichen einer einerseits festen Verbindung zwischen Aufnahme und walzenförmigem
Körper unter Beibehaltung einer Verdrehungsmöglichkeit zwischen den vorgenannten Teilen
entsprechen vorzugsweise die Innendurchmesser der rohrförmig ausgebildeten Aufnahmen
den Außendurchmessern der in diesen gelagerten walzenförmigen Körper. Die Durchmesser
sind zweckmäßigerweise so auszulegen, daß es einerseits zu einer guten Anlage zwischen
den beiden Teilen kommt, die aber eine leichte Verdrehung nicht behindern dürfen.
[0018] Weiterhin kann es zweckmäßig sein, die Durchmesser der beiden walzenförmigen Körper
ein und derselben Koppelplatte unterschiedlich groß auszubilden. Aufgrund der in der
Längsachse der walzenförmigen Körper auftretenden Biegung während des Vortiebs beim
Eingriff des walzenförmigen Körpers die entsprechende Aufnahme ist es zweckmäßig,
diesen Walzenkörper entsprechend groß im Durchmesser zu dimensionieren, so daß Kräfte
entsprechender Größenordnung ohne Schaden aufgenommen werden können. Der walzenförmige
Körper, der in Vortriebsrichtung unverschieblich in der Aufnahme gelagert ist, kann
im Durchmesser gleich oder kleiner ausgebildet werden, da die hier auftretenden Beanspruchungen
aus dem Steuervorgang geringer sind.
[0019] Die Einrichtungen zur Korrektur des Mittelmessers bestehen zweckmäßigerweise aus
hydraulischen Pressen, die nach Vorrücken des Mittelmessers ein- bzw. ausgefahren
werden, um eine Ablenkung des Mittelmessers zur Umfangssteuerung zu bewirken.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles noch
näher erläutert.
[0021] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf Messer eines Messermantels in der Ausgangsstellung vor einem neuen
Vortriebsschritt,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch benachbarte Messer eines Messermantels,
- Figur 3
- die Draufsicht gemäß Figur 1 nach Vortrieb des Mittelmessers,
- Figur 4
- eine Draufsicht gemäß Figur 1 nach Vortrieb und Querverschiebung des Mittelmessers,
- Figur 5
- einen Querschnitt durch zwei benachbarte Messer, wobei die Messer zueinander keine
Winkelstellung aufweisen,
- Figur 6
- einen Querschnitt gemäß Figur 5, jedoch mit einer Winkelstellung der Messer zueinander,
- Figur 7
- einen Querschnitt durch zwei benachbarte Messer eines Messermantels, gemäß einer anderen
Ausführungsform der Erfindung, und
- Figur 8
- einen Querschnitt durch einen Ausbruch mit geraden Wandungen mit der Ausführungsform
der Erfindung gemäß Figur 7.
[0022] Figur 1 zeigt in Draufsicht fünf nebeneinander angeordnete Messer 2 bis 10 eines
Messermantels vor einem neuen Vortriebsschritt. Dargestellt ist dabei der Firstbereich
des Messermantels, wobei der gesamte Messermantel aus mehr als den dargestellten Messern
2 bis 10 besteht. Das in der Mitte gezeigte Messer ist das sogenannte Firstmesser
oder auch Mittelmesser 6. Die Messer sind untereinander über Führungen, bestehend
aus Aufnahmen 12, 14 und Koppelgliedern 16, verbunden. Die Führungen sind dabei vorzugsweise
im vorderen bis mittleren Bereich sowie im hinteren bis mittleren Bereich der Messer
angeordnet. U.a. mittels der Führungen wird in Umfangsrichtung des Messermantels eine
Abstützung sowie Steuerung erreicht. Vorzugsweise im vorderen Endbereich der dem Mittelmesser
6 benachbarten Messer 4, 8 sind Einrichtungen zur Korrektur des Mittelmessers in Umfangsrichtung
in Form von hydraulischen Pressen 18 angeordnet. Die hydraulischen Pressen 18 sind
an den Längsseiten der Messer 4, 8 angeordnet, die dem Mittelmesser 6 zugewandt sind.
[0023] An jedem Messer sind an deren Längsseiten, also den Seitenflächen, die den jeweils
benachbarten Messern zugewandt sind, jeweils eine Aufnahme 12 bzw. 14 vorgesehen.
Die Aufnahmen 12, 14 sind dem Koppelglied 16, welches aus Walzenkörpern 20, 22 und
einer diese verbindenden Zwischenplatte 24 besteht, drehbar verbunden. Betrachtet
man die Führung zwischen zwei benachbarten Messern, ist die eine Aufnahme 14 mit dem
Walzenkörper 22 in Vortriebsrichtung gesehen unverschieblich verbunden; mit anderen
Worten findet beim Vortrieb des entsprechenden Messers keine Relativverschiebung zwischen
der Aufnahme 14 und dem entsprechendem Walzenkörper 22 statt. Die andere Aufnahme
12 hingegen ist mit dem entsprechenden Walzenkörper 20 in Vortriebsrichtung gesehen
längsverschieblich verbunden, so daß sich beim Vortrieb des entsprechenden Messers
eine Relativverschiebung zwischen der Aufnahme 12 und dem Walzenkörper 20 einstellt.
[0024] Das Mittelmesser weist vorszugsweise an seinen beiden Längsseiten die Aufnahmen 14
auf, die mit dem Walzenkörper 22 bzw. mit dem Koppelglied 16 in Vortriebsrichtung
gesehen unverschieblich verbunden sind. Entsprechend sind an den, dem Mittelmesser
6 zugewandten Längsseiten der diesem benachbarten Messer 4, 8 die Aufnahmen 12 angeordnet,
die mit den Walzenkörpern 20 bzw. dem Koppelglied 16 in Vortriebsrichtung längsverschieblich
verbunden sind. Aus der später noch näher erläuterten Figur 3 ist diese vorzugsweise
Ausgestaltung des Mittelmessers noch näher ersichtlich.
[0025] Figur 2 zeigt den Querschnitt durch drei benachbarte Messer, wobei, um einen Bezug
zu Figur 1 darzustellen, die beiden rechten Messer den Messern 2, 4 gemäß Figur 1
entsprechen können und das dritte Messer ein dem Messer 2 benachbartes Messer 26 ist,
welches in Figur 1 nicht dargestellt ist. Die Messer 26, 2 und 4 sind identisch. Figur
2 zeigt in anschaulicher Weise das Zusammenwirken zwischen den Aufnahmen 12, 14 und
dem Koppelglied 16 bzw. den Walzenkörpern 20, 22. An der in Figur 2 linken Seitenfläche
des Messers 26 ist die Aufnahme 14 angeordnet, die mit dem Walzenkörper 22 zwar drehbar,
nicht jedoch in Vortriebsrichtung längsverschieblich verbunden ist. Im Gegensatz dazu
befindet sich an der rechten Seitenfläche des Messers 4 gemäß Figur 2 die Aufnahme
12, die mit dem hier nicht dargestellten Walzenkörper 20 drehbar sowie in Vortriebsrichtung
längsverschieblich zusammenwirkt. Aufgrund der Möglichkeit der Längsverschiebung zwischen
dem Walzenkörper 20 und der Aufnahme 12 ist die Darstellung gemäß Figur 2 des Messers
4 korrekt, da in der Aufnahme 12 insoweit kein Koppelglied 16 und somit auch kein
Walzenkörper 20 angeordnet sein muß. Andererseits muß aufgrund der Verbindung zwischen
Aufnahme 40 und Walzenkörper 22 auf der linken Außenseite des Messers 26 gemäß Figur
2 eine Darstellung des Koppelgliedes 16 erfolgen, da dieses mit der Aufnahme 14 in
Vortriebsrichtung nicht längsverschieblich verbunden ist und somit auch nicht von
der Aufnahme 14 getrennt werden kann, sondern stets mit dieser in Verbindung steht.
Aufgrund der Drehbarkeit zwischen dem Walzenkörper 22 und der Aufnahme 14 müßte in
Figur 2 korrekterweise das Koppelglied 16 nicht in horizontaler Ausrichtung, sondern
schräg nach unten, verlaufend dargestellt sein, da zwischen dem Walzenkörper 22 und
der Aufnahme 14 eine Drehbarkeit vorhanden ist und das Eigengewicht des Koppelgliedes
20 dieses dann nach unten ziehen müßte und zwar so weit, bis die Unterseite der Zwischenplatte
24 mit der unteren Öffnung der Aufnahme 14 in Berührung kommt. Aufgrund der gewählten
Ausbildung des Koppelgliedes 16 und dessen Anordnung in den Aufnahmen 12, 14 sind
diese im Querschnitt rohrförmig zur Aufnahme der Walzenkörper 20, 22 ausgebildet.
Dazu ist es erforderlich, daß die Aufnahmen 14, 12 in Vortriebsrichtung eine Ausnehmung,
Öffnung bzw. einen Schlitz 28 aufweisen. Um die sichere Anordnung der Walzenkörper
20, 22 in den Aufnahmen 12, 14 zu gewährleisten, müssen die Aufnahmen 12, 14 den Außenumfang
der Walzenkörper 20, 22 um mehr als den halben Umfang umfassen. Die Öffnungsbreite
des Schlitzes 28 ist abhängig von der gewünschten Winkelstellung der benachbarten
Messer zueinander (s. Figur 6).
[0026] Figur 3 zeigt den Vortrieb bzw. Vorschub des Mittelmessers 6. Aufgrund der in Vortriebsrichtung
vorhandenen Verschiebbarkeit zwischen den Aufnahmen 12 und den Walzenkörpern 20 werden
beim Vortrieb des Mittelmessers 6 das Koppelglied 16 bzw. die beiden Koppelglieder
16 mitgenommen. In der Folge treten die walzenförmigen Körper 20 der Koppelglieder
16 aus den Aufnahmen 12 der benachbarten Messer 4, 8 aus. Die freien Enden der Walzenkörper
20 sind sich konisch verjüngend ausgebildet, wohingegen die Endbereiche der Aufnahmen
12 bezüglich ihres rohrförmigen Ausschnittes sich konisch aufweitend ausgebildet sind.
Sobald das Mittelmesser 6 vorgeschoben ist, sind die gleichzeitig mit dem Mittelmesser
6 vorwandernden Walzenkörper 20 der Koppelglieder 16 wegen ihrer konisch zulaufenden
Endbereiche zunehmend nicht mehr in Eingriff mit den Aufnahmen 12 der benachbarten
Messer 4, 6. Hieraus folgt, daß sich das als erstes vorgeschobene Mittelmesser 6 in
Umfangsrichtung unabhängig von seinen benachbarten Messern 4, 8 bewegen kann. In der
Folge kann mit Hilfe der in den vorderen Endbereichen der Messer 4, 8 angeordneten
hydraulischen Pressen 18 eine Richtungskorrektur in Umfangsrichtung über eine Kurvenfahrt
vorgenommen werden, indem das Mittelmesser 6 nach rechts oder links verschoben wird,
wozu die hydraulischen Pressen 18 ein- bzw. ausgefahren werden (siehe Figur 4).
[0027] Aus Figur 4 in Verbindung mit Figur 1 ist ersichtlich, daß die Koppelglieder 16 mit
den Aufnahmen 12, 14 nur dann vollständig zug- und druckfest verbunden sind, wenn
sämtliche Messer des Messermantels um eine Vortriebslänge vorgeschoben sind, mit anderen
Worten sich in Vortriebsrichtung gesehen auf gleicher Höhe befinden.
[0028] Figur 4 zeigt in Verbindung mit Figur 3 die Steuerung einer Rechtskurve des Messermantels.
Das zuerst vorgetriebene Mittelmesser 6 wird nach dessen Vortrieb um den Betrag des
der aufzufahrenden Kurve entsprechenden Vektors nach rechts verschoben, indem die
im linken benachbarten Messer 4 installierte Presse 18 ausgefahren und die im rechten
benachbarten Messer 8 installierte Presse 18 gleichzeitig eingefahren wird. Wie beim
Messermantel üblich, liegen die einzelnen Messer auf einem, dem Ausbruchsquerschnitt
entsprechenden Stützrahmen auf.
[0029] Anschließend wird beispielsweise das rechte benachbarte Messer 8 vorgeschoben (nicht
mehr in den Figuren dargestellt). Während des Vorschubs des Messers 8 kommt die an
ihren Endbereichen sich konisch aufweitende Aufnahme 14 des vorwandernden Messers
8 in Eingriff mit dem an seinen Enden sich konisch verjüngend ausgebildeten Walzenkörper
20 des Koppelgliedes 16 des bereits vorgeschobenen Mittelmessers 6. Dadurch wird das
vorwandernde Messer 8 automatisch in die zum bereits vorgeschobenen Messer parallele
- und somit gemäß Figur 4 nach rechts ausgerichtete - Lage gedrückt. Entsprechendes
geschieht mit den weiteren Messern der neben dem Messer 8 noch vorhandenen Messers
10 und der sich daran anschließenden, nicht dargestellten Messer.
[0030] Das in den Figuren 3 und 4 links des zuerst vorgeschobene Mittelmesser 6 befindliche
Messer 4 wird während des Vorschubs durch den zunehmend erfolgenden Eingriff des Koppelgliedes
16 des Mittelmessers 6 in die entsprechende Aufnahme 12 des dann vorwandernden Messers
4 ebenfalls in eine parallele und somit gemäß Figur 4 schräge Lage zum bereits vorgeschobenen
Mittelmesser 6 gezogen. In entsprechender Weise werden sämtliche, links des Mittelmessers
6 angeordneten weiteren Messer durch deren Vorschub automatisch in die zuvor beschriebene
parallele Lage zu dem jeweils bereits vorgeschobenen Nachbarmesser gezwungen. An dieser
Stelle sei nochmals erwähnt, daß beim Vortrieb eines Messermantels jeweils nur einzelne
Messer vorgetrieben werden, beginnend mit dem Firstmesser bzw. dem Mittelmesser 6.
[0031] Sobald sämtliche Messer des Messermantels um einen Vortriebsschritt vorgeschoben
sind, befinden sich die zwischen den Messern angeordneten Koppelglieder 16 kraftschlüssig
im Eingriff mit den entsprechenden Aufnahmen 12, 14, so daß der Messermantel in diesem
Zustand die erwünschte mittragende Funktion aufweist.
[0032] Die Figuren 5 und 6 erläutern nochmals das Zusammenspiel zwischen den benachbarten
Messern 2, 4 über die Aufnahmen 12, 14 und das Koppelglied 16.
[0033] In Figur 5 ist eine Stellung gezeigt, bei welchem die beiden benachbarten Messer
2, 4 nicht gegeneinander verdreht sind, sondern parallel zueinander ausgerichtet sind.
Eine solche Ideallage ist bei einem gebogenen Ausbruchsquerschnitt eigentlich nicht
vorhanden, da bei einem solche Ausbruchsquerschnitt die zueinander benachbarten Messer
stets in einem bestimmten Winkel zueinander schräg verlaufen, wie diese in Figur 6
dargestellt wird. Die Lagerung bzw. Verbindung zwischen dem Walzenkörper 20 und der
Aufnahme 12 ist einerseits drehbar und andererseits in Vortriebsrichtung längsverschieblich
ausgebildet. Die Aufnahme 14 ist mit dem Walzenkörper 22 hingegen in Vortriebsrichtung
nicht längsverschieblich verbunden, sondern lediglich drehbar, so daß eine Winkelstellung
zwischen den Messern 2 und 4 (siehe Figur 6) erreicht werden kann.
[0034] Figur 6 zeigt schließlich eine Winkelstellung zwischen den Messern 2, 4, der in einem
bogenförmigen Bereich eines auszubrechenden Querschnitts vorzufinden ist. Die Darstellung
veranschaulicht die drehbare Lagerung der Walzenkörper 20, 22 in den Aufnahmen 12,
14. Veranschaulicht wird noch einmal gleichfalls der Öffnungswinkel bzw. Schlitz 28
der Aufnahmen 12, 14, der zur Bildung des gewünschten Winkels zwischen den Messern
2 und 4 entsprechend ausgebildet sein muß, damit nicht die Zwischenplatte 22 an den
freien Enden des Schlitzes 28 zur Anlage kommt und damit einen größeren Winkel bzw.
eine größere Winkelstellung zwischen den Messern 2 und 4 verhindert.
[0035] Figur 7 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung, die insbesondere für den Einsatz
bei Ausbruchsprofilen, die im Querschnitt aus geraden oder zumindest bereichsweise
geraden Wandungen bestehen, ausgelegt ist. Bei solchen Ausbruchsprofilen treten aufgrund
der hier fehlenden Gewölbewirkung des Ausbruchs neben den in Umfangsrichtung des Messermantels
gerichteten Kräften auch Radial- bzw. Querkräfte und Momente auf. Um diese Querkräfte
und Momente aufzunehmen und abzuleiten, ist die Vorrichtung so ausgebildet, daß jeweils
zwei Aufnahmen 112a und 112b sowie 114a und 114b in Richtung von Ausbruchsachse zur
Ausbruchswandung, d.h. in radialer Richtung und damit senkrecht zur Längsachse der
Messer, übereinander an jedem Messer angeordnet sind. Die übereinander angeordneten
Aufnahmen 112a, 112b sowie 114a, 114b sind hierbei einstückig bzw. integral hergestellt
und bilden Aufnahmepaare 112 und 114. Die Schlitze bzw. die Öffnungen 28 der Aufnahmenpaare
112 und 114 sind hierbei in ihrem Öffnungswinkelbereich so bemessen, daß lediglich
ein kleines Spiel für die mit Zwischenplatten 24 einsetzbaren Walzenkörper 20a, 20b,
22a, 22b bereitgestellt ist. Zwischen den Zwischenplatten 24 ist ein Zwischenstück
30 derart angeordnet, daß die Walzenkörper 20a, 20b, 22a, 22b in den Aufnahmepaaren
112, 114 benachbarter Messer starr gelagert sind, wodurch folglich keine Drehbewegung
der Walzenkörper 20a, 20b, 22a, 22b in den Aufnahmen 112a, 112b, 114a, 114b möglich
ist. Das Aufnahmepaar 112 ist mit den Walzenkörpern 20a, 20b längsverschieblich verbunden,
so daß sich beim Vortrieb des entsprechenden Messers eine Relativverschiebung zwischen
dem Aufnahmepaar 112 und den Walzenkörpern 20a, 20b einstellen kann.
[0036] Durch eine solche starre Lagerung der Koppelglieder in den Aufnahmepaaren 112, 114
kann eine derartig ausgebildete Vorrichtung zur Umfangssteuerung eines Messermantels
sowohl Querkräfte als auch Momente aufnehmen und weist somit die für bereichsweise
geradwandige Ausbruchsprofile erwünschte Mittragefunktion auf.
[0037] Figur 8 zeigt einen Querschnitt durch einen rechteckförmigen Ausbruch mit der in
Figur 7 beschriebenen Ausführungsform der Vorrichtung. Ein Stützrahmen 36, der die
zur Ausbruchsachse gerichtete Innenseite der Vorrichtung abstützt, wird durch hydraulische
Stützfüße 32 getragen. Die Vorrichtung wird hierbei zusätzlich durch weitere hydraulische
Stützfüße 32, die zwischen den untersten Messern des Messermantel und der Ausbruchssohle
34 stützend ausgefahren werden, mitgetragen.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 2
- Messer
- 4
- Messer
- 6
- Mittelmesser
- 8
- Messer
- 10
- Messer
- 12
- Aufnahme
- 14
- Aufnahme
- 16
- Koppelglied
- 16a
- Koppelglied
- 16b
- Koppelglied
- 18
- hydraulische Presse
- 20
- Walzenkörper
- 20a
- Walzenkörper
- 20b
- Walzenkörper
- 22
- Walzenkörper
- 22a
- Walzenkörper
- 22b
- Walzenkörper
- 24
- Zwischenplatte
- 26
- Messer
- 28
- Schlitz bzw. Öffnung
- 30
- Zwischenstück
- 32
- hydraulische Stützfüße
- 34
- Ausbruchssohle
- 36
- Stützrahmen
- 112
- Aufnahmepaar
- 112a
- Aufnahme
- 112b
- Aufnahme
- 114
- Aufnahmepaar
- 114a
- Aufnahme
- 114b
- Aufnahme
1. Vorrichtung zur Umfangssteuerung eines Messermantels, bei welcher benachbarte Messer
(2,4,6,8,10) miteinander über wenigstens eine Führungseinrichtung in Form einzelner
Führungen verbunden sind, die Führungseinrichtung den Messermantel in seiner Umfangsrichtung
abstützt sowie steuert, an den beiden, dem Mittelmesser (6) benachbarten Messern (4,
8) Einrichtungen (18) zur Korrektur des Mittelmessers (6) in Umfangsrichtung angeordnet
sind und jede Führung aus Aufnahmen (12,14) und Koppelgliedern (16) besteht, wobei
an den Längsseiten jedes Messers wenigstens eine Aufnahme (12,14) vorgesehen ist und
die gegenüberliegenden Aufnahmen (12,14) benachbarter Messer über das Koppelglied
(16) miteinander verbunden sind und eine der beiden Aufnahmen (12,14) in Vortriebsrichtung
relativ zum Koppelglied (16) unverschieblich ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher jedes Koppelglied (16) in den Aufnahmen (12,14)
drehbar gelagert ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei welcher wenigstens zwei Aufnahmen (112a,112b) - senkrecht
zur Längsachse der Messer gesehen - übereinander angeordnet sind und zwischen den
Koppelgliedern (16a, 16b) ein Zwischenstück (28) derart angeordnet ist, daß die Koppelglieder
(16a, 16b) in den Aufnahmen (112a, 112b, 114a, 114b) starr gelagert sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher beide Aufnahmen (14)
des Mittelmessers (6) mit dem jeweiligen Koppelglied (16) in Vortriebsrichtung unverschieblich
verbunden sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher die dem Mittelmesser
(6) zugewandten Aufnahmen (12) der dem Mittelmesser (6) benachbart angeordneten Messer
(4,8) mit dem Koppelglied (16) in Vortriebsrichtung längsverschieblich verbunden sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher die Koppelglieder (16)
aus zwei walzenförmigen Körpern (20,22) bestehen, die über eine Zwischenplatte (24)
miteinander starr verbunden sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher die Durchmesser der walzenförmigen
Körper (20,22) größer sind als die Querschnitte der Zwischenplatte (24).
8. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher der in der Aufnahme (12)
in Vortriebsrichtung längsverschieblich gelagerte walzenförmige Körper (20) an seinen
freien Enden konisch verjüngend ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher die Aufnahmen (12,14)
zum Eingriff der walzenförmigen Körper (20,22) rohrförmig ausgebildet sind und die
walzenförmigen Körper (20,22) teilweise umfassen, wobei die Aufnahmen (12,14) in Längsrichtung
geschlitzt ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, bei welcher die Aufnahme (12), in
welcher der walzenförmige Körper (20) in Vortriebsrichtung längsverschieblich gelagert
ist, an ihren freien Enden konisch aufweitend ausgebildet ist.