[0001] Die Erfindung betrifft eine Reflektorleuchte, insbesondere eine Deckenreflektorleuchte.
[0002] Deckenleuchten sollen den unter ihnen liegenden Raum in der Weise ausleuchten, daß
möglichst keine Blendwirkung entsteht. Dies bedeutet, daß die das Licht abstrahlende
Lampe abgeschirmt werden muß, so daß sie von Betrachter nicht direkt eingesehen werden
kann. Dabei soll ein erheblicher Teil des Lichtstroms als gelenktes Licht derart abgestrahlt
werden, daß Blendwirkungen an Bildschirmen u.dgl. vermieden werden können.
[0003] Eine Leuchte, die diese Anforderungen erfüllt, ist aus DE-GM 85 19 706 bekannt. Hierzu
ist unter der Lampe ein als Primärreflektor bezeichneter Reflektor angeordnet, der
die Lampe teilweise umgibt. Von dem Primärreflektor wird das von der Lampe abgegebene
Licht in Richtung der Decke reflektiert. An der Decke ist oberhalb der Lampe ein Sekundärreflektor
angeordnet, der von der Lampe und von dem Primärreflektor kommendes Licht in den Raum
reflektiert. Der unter der Lampe angeordnete Primärreflektor bewirkt jedoch im Lichtaustrittsbereich
der Reflektorleuchte eine Abschattung, wobei er als dunkler Balken erscheint. Im Lichtaustrittsbereich
der Leuchte ergeben sich daher unangenehme Leuchtdichteunterschiede. Ferner wird das
Licht in einer solchen Reflektorleuchte einfach oder mehrfach reflektiert, mit der
Folge, daß solche reinen Sekundärlichtstrahler einen schlechten Wirkungsgrad aufweisen.
[0004] Aus DE-GM 92 13 886 ist eine Leuchte in Form eines Sekundärstrahlers bekannt, bei
dem der Primärreflektor aus Lochblech besteht. Durch die Löcher gelangt ein Teil des
von der Lampe ausgestrahlten Lichts direkt in den Raum, so daß keine störenden Abschattungen
von dem Primärreflektor hervorgerufen werden. Um eine Blendwirkung durch die durch
das Lochblech austretenden Lichtstrahlen zu vermeiden, ist der Primärreflektor auf
sei ner Innen- oder Außenseite mit einer lichtdurchlässigen, opalen oder milchig weißen
Folie versehen. Die als Diffusor wirkende opale Folie streut das durch die Löcher
des Lochblechs austretende Licht und verhindert somit die Blendwirkung. Opales Material
weist jedoch im allgemeinen hohe Transmissionsverluste auf, die wiederum den Wirkungsgrad
der Reflektorleuchte verschlechtern. Eine außen auf dem Primärreflektor befestigte
Folie kann beim Reinigen leicht verletzt werden. Da der Primärreflektor beispielsweise
eine stabförmige Leuchtstofflampe vollständig abdecken soll, muß er stabil ausgebildet
sein. Daher ist es erforderlich, relativ dickes Lochblech zu verwenden. Somit sind
für die Formgebung des Primärreflektors aufwendige und teure Werkzeuge erforderlich.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Diffusor für eine Reflektorleuchte zu schaffen,
der einfach und kostengünstig herstellbar ist und in dem ein ebenfalls kostengünstig
herstellbarer Primärreflektor ohne zusätzliche Bauteile geschützt untergebracht ist.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0007] Die erfindungsgemäße Reflektorleuchte weist einen perforierten Primärreflektor auf,
der von einem Diffusor umgeben und in Richtung eines gegenüberliegenden Sekundärreflektors
offen ist. Erfindungsgemäß ist der Diffusor ein formstabiler Formkörper, der den Primärreflektor
trägt. Der Diffusor ist aus Polymethylmethacrylat mit eingelagerten Methacrylaten
mit geringfügig abweichender Brechzahl hergestellt. Dieses Material hat den Vorteil,
daß annähernd keine Transmissionsverluste auftreten und der Diffusor daher eine Materialstärke
aufweisen kann, die eine hohe Formstabilität ermöglicht. Dadurch ist der Wirkungsgrad
der erfindungsgemäßen Reflektorleuchte gegenüber bekannten Reflektorleuchten erheblich
verbessert.
[0008] Da der Diffusor das tragende Teil bildet, kann der Primärreflektor geringe Stabilität
aufweisen. So kann der Primärreflektor aus sehr dünnem Lochblech oder aus einer Metallfolie
hergestellt sein. Die Herstellung des Primärreflektors ist somit erheblich vereinfacht.
Zur Formgebung des Primärreflektors können daher einfachere Werkzeuge eingesetzt werden.
Insbesondere das Ausstanzen der Perforation aus einem sehr dünnen Blech ist erheblich
einfacher und kostengünstiger.
[0009] Da der Primärreflektor von dem Diffusor umgeben ist, dient der Diffusor als Schutz
für den Primärreflektor vor Verschmutzung und Beschädigung. Der Diffusor kann außerdem
aufgrund seiner formstabilen Ausführung und seiner massiven glatten Außenwand gut
gereinigt werden.
[0010] Der als Formkörper ausgebildete Diffusor kann aufgrund seines Materials durch Spritzgießen
oder Extrudieren hergestellt werden. Die Herstellung des als tragendes Teil dienen
Diffusors ist somit erheblich einfacher als ein aufwendiges Biegen eines Primärreflektors
aus ausreichend dickem Lochblech. Ferner sind komplizierte Formen durch Spritzgießen
einfacher herstellbar.
[0011] Des weiteren ist das Gewicht des erfindungsgemäßen Diffusors zusammen mit Primärreflektor
erheblich geringer als das Gewicht bekannter Primärreflektoren aus dickem Lochblech,
die mit einer opalen Folie versehen sind. Daher können die Aufhängungen für den erfindungsgemäßen
Diffusor mit Primärreflektor einfacher ausgebildet sein.
[0012] Aufgrund der einfachen Herstellung des Primärreflektors kann dessen Form mit der
des Sekundärreflektors auf einfache Weise abgestimmt werden, so daß die Lichtdichteverteilung
einfach variiert werden kann.
[0013] Vorzugsweise entspricht die Form des Primärreflektors der des Diffusors in der Weise,
daß der Primärreflektor vollflächig an dem Diffusor anliegt. Eine feste Verbindung
zwischen dem Primärreflektor und dem Diffusor ist nicht erforderlich. So kann der
Diffusor beispielsweise schalen- oder halbkugelförmig ausgebildet sein und ein dieselbe
Form aufweisender Primärreflektor aus dünnem Blech kann in den Diffusor eingelegt
werden. Vorzugsweise ist der Primärreflektor aus einem gebogenen elastisch federnden
Blech hergestellt, das unter Spannung in den Diffusor eingefügt wird und gegen die
Innenseite des Diffusors drückt. Somit ist die Lage des Primärreflektors in dem Diffusor
eindeutig festgelegt, ohne den Primärreflektor mit dem Diffusor fest verbinden zu
müssen. Daher kann der Primärreflektor beispielsweise zum Reinigen der Leuchte einfach
von dem Diffusor getrennt werden.
[0014] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt einer bevorzugten Ausführungsform der Reflektorleuchte und
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines einen Primärreflektor tragenden Diffusors.
[0016] Die in Fig. 1 dargestellte Reflektorleuchte weist ein langgestrecktes Leuchtengehäuse
10 auf, das sich senkrecht zur Zeichenebene erstreckt. Das Leuchtengehäuse 10 ist
derart ausgebildet, daß es als Einbauleuchte oder als Anbauleuchte oder auch als Hängeleuchte
an einer Decke befestigbar ist. Das Leuchtengehäuse 10 enthält einen längslaufenden
Sekundärreflektor 12, der nach oben gewölbt ist und vorzugsweise eine diffuse Innenseite
aufweist. Zur Befestigung des Sekundärreflektors 12 in dem Leuchtengehäuse 10 weist
der Sekundärreflektor 12 entlang seiner Längskanten Ansätze 13 auf, die mit Ansätzen
14 der Halterung verbunden sind.
[0017] Außerhalb des Sekundärreflektors 12 weist das Leuchtengehäuse 10 an beiden Enden
eine stirnseitige Gehäusewand 15 auf, mit der jeweils eine Aufhängung 20 über ein
Zwischenteil 21 verbunden ist. An den Aufhängungen 20 ist mit Halteringen 22 die Leuchteinheit
11 befestigt.
[0018] Die Leuchteinheit 11 weist einen in Richtung des Sekundärreflektors 12 offenen Diffusor
23 sowie einen Primärreflektor 24 auf, die sich senkrecht zur Zeichenebene erstrecken
und eine stabförmige Leuchtstofflampe 25 der Leuchteinheit 11 teilweise umschließen.
Der Diffusor 23 ist an seinen beiden Enden mit einer Stirnwand 26 verschlossen. Die
Stirnwände 26 enthalten die Lampenfassungen für die Lampe 25.
[0019] Die Lampe 25 ist in vertikaler Richtung exzentrisch zu dem Primärreflektor 24 angeordnet,
wobei die Lage der Lampe 25 u.a. von der Öffnungsweite des Primärreflektors 24, sowie
der Form der beiden Reflektoren 24,12 abhängig ist. Ferner ist die Anordnung der Lampe
25 von dem Abstand der Leuchteinheit 11 vom Leuchtengehäuse 10 abhängig. In der dargestellten
Ausführungsform entspricht dieser Abstand etwa der Tiefe des Sekundärreflektors 12.
[0020] Bei dem als formstabiler Formkörper ausgebildeten Diffusor 23 handelt es sich um
ein Teilrohr, das sich um mehr als 180° erstreckt (Fig. 2). In den Diffusor 23 ist
der Primärreflektor 24, der Schlitze 27 aufweist, in Längsrichtung eingeschoben. Zum
Einschieben wird der aus elastisch federndem Blech hergestellte Primärreflektor 24
leicht zusammengedrückt und in Längsrichtung in den Diffusor eingeführt. Hierbei sind
die Außenabmessungen des Primärreflektors 24 in entspanntem Zustand geringfügig größer
als die Innenabmessungen des Diffusors 23, so daß der Primärreflektor 24 unter Spannung
in dem Diffusor 23 gehalten ist. Da der Diffusor als Teilrohr ausgebildet ist, das
sich um mehr als 180° erstreckt, ist der dieselbe Form aufweisende Primärreflektor
24 aufgrund der Vorspannung sicher in dem Diffusor 23 gehalten, so daß ein Verkleben
oder festes Verbinden mit dem Diffusor 23 nicht erforderlich ist. Ferner liegt der
Primärreflektor 24 aufgrund der Vorspannung vollflächig an dem Diffusor 23 an.
[0021] Von der Lampe 25 abgegebenes Licht ist in Fig. 1 durch die Strahlengänge 30-35 angedeutet.
Ein von der Lampe 25 abgegebener Lichtstrahl 30, der durch einen Schlitz 27 des Primärreflektors
24 tritt, durchtritt den Diffusor 23 und wird von diesem in mehrere Strahlen 31 aufgeteilt.
Durch die Kombination des mit Schlitzen 27 versehenen Primärreflektors 24 und dem
außenliegenden Diffusor aus speziellem Material werden die Schlitze 27 des Primärreflektors
24 optisch aufgeweitet und erzeugen auf dem Diffusorprofil eine gleichmäßige Leuchtdichte.
Der von der Lampe 11 ausgehende Lichtstrahl 32 trifft direkt auf den Sekundärreflektor
12. Da der Sekundärreflektor 12 eine diffuse Oberfläche aufweist, wird der Strahl
32 an der Oberfläche des Sekundärreflektors 12 als Strahlenbündel 33 reflektiert.
Der Strahl 34 trifft auf die glänzende Innenseite des Primärreflektors 24 und wird
von diesem gerichtet reflektiert und trifft sodann auf den Sekundärreflektor 12, an
dem er als Strahlenbündel 35 reflektiert wird. Der unter der Reflektorleuchte liegende
Raum wird somit gleichmäßig ausgeleuchtet.
[0022] Seitlich neben dem Sekundärreflektor 12 verlaufende Teile der Gehäuseunterwand sind
mit einer reflektierenden (glänzenden) Beschichtung versehen, so daß aus der Leuchteinheit
austretendes Randlicht horizontal oder nach oben reflektiert wird und damit eine Deckenaufhellung
bewirkt.
1. Reflektorleuchte mit mindestens einer Lampe (25), einer die Lampe (25) teilweise umgebenden,
nach einer Seite hin offenen Primärreflektor (24), der eine Perforation (27) aufweist,
einem den Primärreflektor (24) umgebenden Diffusor (23) und einem der Öffnung des
Primärreflektors (24) gegenüberliegenden Sekundärreflektor (12),
dadurch gekennzeichnet,
daß der Diffusor (23) ein formstabiler Formkörper aus Polymethylmethacrylat mit eingelagerten
Methacrylaten mit geringfügig abweichender Brechzahl ist, der einen Träger für den
Primärreflektor (24) bildet.
2. Reflektorleuchte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärreflektor
(24) vollflächig, jedoch ohne feste Verbindung, an dem Diffusor (23) anliegt.
3. Reflektorleuchte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärreflektor
(24) aus einem gebogenen, elastisch federnden Blech besteht, das mit Spannung gegen
die Innenseite des Diffusors (23) drückt.
4. Reflektorleuchte nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Diffusor
(23) ein Teilrohr ist, das sich um mehr als 180° erstreckt und in das der Primärreflektor
(24) in Längsrichtung einschiebbar ist.
5. Reflektorleuchte nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Primärreflektor
(24) als Metallfolie ausgebildet ist.