[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Speichern von unfallbezogenen Daten
eines Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1, einer Unfalldatenspeichereinrichtung
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 3 sowie ein Kraftfahrzeug unter Verwendung eines
derartigen Verfahrens oder einer derartigen Unfalldatenspeichereinrichtung.
[0002] Unfalldatenspeicher dienen zum Abspeichern von unfallbezogenen Daten des Kraftfahrzeugs,
wobei für den Unfall möglicherweise relevante Daten wie Instrumentendaten, Unfallsignale
oder Daten über den Fahrzustand des Fahrzeugs zumindest zeitweise gespeichert werden.
Derartige Unfalldatenschreiber können insbesondere für eine spätere Rekonstruktion
des Unfalls verwendet werden.
[0003] Die DE 38 04 032 A1, DE 42 34 651 C1 und DE 44 35 014 A1 beschreiben derartige Unfalldatenschreiber,
bei denen jeweils unfallbezogene Daten von Sensoren erfaßt, zu Unfalldatenspeichereinrichtungen
weitergeleitet und dort gespeichert werden. Gemäß der DE 34 05 757 A1 werden die Daten
dabei in einer geschlossenen Zählschleife gespeichert und zyklisch überschrieben,
wobei die zyklische Datenüberschreibung bei Vorliegen eines Unfallsignals nach einer
vorgegebenen Nachlaufzeit beendet wird.
[0004] Derartige Unfalldatenschreiber, die mit den jeweiligen Sensoren über entsprechende
Datenleitungen verbunden sind, sind jedoch teuer und verursachen einen hohen Aufwand
beim Einbau in das Kraftfahrzeug.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Speichern von unfallbezogenen
Daten, eine Unfalldatenspeichereinrichtung und ein Kraftfahrzeug unter Verwendung
eines derartigen Verfahren bzw. einer derartigen Unfalldatenspeichereinrichtung zu
schaffen, die eine sichere und kostengünstige Speicherung von unfallbezogenen Daten
ermöglichen und eine einfache und sichere Entnahme der Daten auch nach einem schweren
Unfall gewährleisten.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1, eine Unfalldatenspeichereinrichtung
nach Anspruch 3 sowie ein Kraftfahrzeug nach Anspruch 6 gelöst. Die Unteransprüche
beschreiben bevorzugte Weiterbildungen.
[0007] Erfindungsgemäß ist somit vorgesehen, die Unfalldatenspeichereinrichtung an ein Datenübertragungssystem
bzw. Bussystem anzuschließen, das in dem Kraftfahrzeug für die Datenübertragung zwischen
Sensoren und einer Steuereinrichtung einer Fahrdynamikregelung bzw. Fahrstabilitätsregelung
verwendet wird. Somit können einige oder alle über das Bussystem übermittelte Betriebsdaten
aufgenommen und zumindest zeitweise abgespeichert werden. Sie kann insbesondere nach
Anspruch 14 in dem bereits im Kraftfahrzeug vorhandenen Kombigerät, das die Anzeigeeinrichtungen
für die Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Uhrzeit usw. sowie die entsprechende Steuereinrichtung
dafür im Armaturenbrett umfaßt, integriert werden oder alternativ dazu als separates
Bauteil mit einer eigenen Steuereinrichtung, d. h. insbesondere einem eigenem Mikroprozessor,
ausgebildet werden.
[0008] Ein Unfalldatenspeicher mit eigener Steuereinrichtung kann in vorteilhafter Weise
nach Anspruch 7 mit einer eigenen Spannungsversorgung versehen werden, so daß die
in der Unfalldatenspeichereinrichtung gespeicherten Daten auch nach einem schweren
Unfall, bei dem die Spannungsversorgung von der Fahrzeugbatterie zu dem Unfalldatenspeicher
beschädigt worden ist, erhalten bleiben, da auch in diesem Fall die für die Speichereinheit
verwendeten elektronischen Bauelemente weiterhin mit Strom versorgt werden können,
bis der Unfalldatenspeicher aus dem Fahrzeug ausgebaut und/oder die Daten aus dem
Unfalldatenspeicher ausgelesen werden.
[0009] Um die Sicherheit des Unfalldatenspeichers zu gewährleisten, kann dieser insbesondere
nach Anspruch 10 an einem Querträger im Bereich der Fahrgastzelle bzw. des Überlebensraums
des Fahrzeugs bzw. nach Anspruch 10 oder 11 im Bereich des Handschuhfachs oder der
Mittelkonsole angebracht werden, da diese Stellen im Überlebensraum des Fahrzeugs
crashsicher ausgelegt sind.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden an einer Ausführungsform anhand der beiliegenden
Zeichnung beschrieben.
[0011] Ein Kraftfahrzeug ist mit einem Datenübertragungssystem bzw. Bussystem ausgestattet,
bei dem über eine Busleitung 2 unter anderem Sensoren 4 und Wahleinrichtungen 5 mit
einem Motorsteuergerät 9 und einer Steuereinrichtung 10 einer Fahrdynamikregelung
(FDR), Fahrstabilitätsregelung (FSR) oder einem entsprechenden anderen System wie
einer Antiblockierregelung (ABS), elektronischen Differentialsperre (EDS) oder Antriebsschlupfregelung
(ASR) verbunden. Die Sensoren 4 können unter anderem einen Lenkwinkel bzw. eine Lenkgeschwindigkeit,
einen Gierwinkel bzw. eine Gierrate, eine Querbeschleunigung, eine Motordrehzahl,
eine Getriebestufe, Statusinformation vom Motor, ein Motormoment, einen Ansaugdruck
für die Kraftstoffzuführung, Raddrehzahlen und einen Bremsdruck in dem Bremsmittelsystem
messen. Über die Wahleinrichtungen 5 kann der Fahrer unter anderem ein Abblendlicht
bzw. Fernlicht, ein Blinklicht, ein Warnblinklicht, ein Hupsignal, Scheibenwischer
usw. einstellen.
[0012] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, an die Busleitung 2 eine Unfalldatenspeichereinrichtung
3 anzuschließen. Die Unfalldatenspeichereinrichtung 3 weist eine Anschlußeinrichtung
6 für die Datenverbindung an die Busleitung 2, eine Steuereinrichtung 7 sowie eine
Speichereinheit 8 auf. Von einigen oder allen der Sensoren 4, Wahleinrichtungen 5,
dem Motorsteuergerät 9 sowie der Steuereinrichtung 10 auf die Busleitung 2 ausgegebenen
Signale werden entsprechend von der Anschlußeinrichtung 6 der Unfalldatenspeichereinrichtung
3 aufgenommen und von der UDS-Steuereinrichtung 7 in der Speichereinheit 8 abgespeichert.
Die Daten in der Speichereinheit 8 können dabei dauerhaft oder lediglich zeitweise
gespeichert, wobei sie im letzteren Fall z. B. in einem Ringspeicher zyklisch überschrieben
werden. Wenn ein Unfallsensor 13, z. B. ein Längsbeschleunigungssensor der Fahrdynamikregelung,
der Längsbeschleunigungssensor für die Ausgabe des Airbagsignals oder ein entsprechender
anderer Sensor zur Auslösung von pyrotechnischen Gurtstraffern ein entsprechendes
Unfallsignal auf die Busleitung 2 gibt, kann dabei die zyklische Datenüberspeicherung,
ggf. mit einer vorgegebenen Vorlaufzeit, gestoppt werden, so daß ein gewisser Zeitraum
vor und nach Vorliegen des Unfallsignals abgespeichert werden kann.
[0013] Anstelle einer zyklischen Datenüberspeicherung kann die Speichereinheit 8 auch eine
nicht löschbare Speicherung der Daten vorsehen, so daß die gespeicherten Daten fälschungssicher
nach gewissen Zeiträumen vom Fahrer entnommen werden können. Der Unfalldatenspeicher
kann dementsprechend auch als Fahrtenschreiber genutzt werden.
[0014] Die Unfalldatenspeichereinrichtung 3 ist mit der konventionellen Autobatterie verbunden.
Zusätzlich kann sie mit einer separaten Spannungsversorgungseinrichtung 12 versehen
sein, die bei einem Unfall, bei dem die Zuführungsleitung von der Autobatterie zu
dem Unfalldatenspeichereinrichtung 3 beschädigt wird, für einen längeren Zeitraum
die Spannungsversorgung insbesondere der Speichereinheit 8 gewährleisten kann. Auf
diese Weise kann eine Speicherung größerer Datenmengen in der Speichereinheit 8 gewährleistet
werden, ohne daß kostenaufwendige und platzverbrauchende Speicherbausteine verwendet
werden müssen, die auch ohne äußere Spannungsversorgung dauerhaft speichern, wie z.
B. Proms. Es können z. B. hochintegrierte CMOS verwendet werden.
[0015] Der Unfalldatenspeichereinrichtung 3 kann auf vorteilhafte Weise in einem Bereich
des Fahrzeugs angeordnet werden, der auch bei schweren Unfällen nicht allzu stark
beschädigt wird, wie der Fahrgastraum bzw. die Überlebenszelle des Fahrzeugs. Dementsprechend
kann die Unfalldatenspeichereinrichtung 3 z. B. an einem Querträger im Fahrgastraumbereich,
im Bereich der Schalttafel, im Handschuhfach oder an der Mittelkonsole des Fahrzeugs
angebracht werden.
[0016] Die Unfalldatenspeichereinrichtung kann grundsätzlich z. B. im Kombigerät des Fahrzeugs,
das die Anzeigeinstrumente für den Fahrer steuert, d. h. im Armaturenbrett des Fahrzeugs,
angeordnet werden. Eine derartige Integration des Unfalldatenspeichers in das Kombigerät
ist zwar eine kostengünstige Lösung, da die Steuereinrichtung, d. h. der Mikroprozessor
des Kombigeräts, mitverwendet werden kann. Alternativ dazu kann die Unfalldatenspeichereinrichtung
als separates Bauteil ausgebildet werden, das entsprechend nach einem größeren Unfall
aus dem Fahrzeug entnommen werden kann. Eine solche Ausführung als separates Bauteil
ist von daher aus Gründen der Datensicherheit und Datenentnahme nach dem Unfall vorteilhaft,
insbesondere da es als kompakte stabile Einheit ausgebildet werden kann, die eine
eigene Spannungsversorgungseinrichtung besitzt.
1. Verfahren zum Speichern von unfallbezogenen Daten eines Kraftfahrzeugs, bei dem Daten
des Kraftfahrzeugs von Sensoren (4) und/oder Wahleinrichtungen (5) ausgegeben und
zumindest zeitweise in einer Unfalldatenspeichereinrichtung (3) gespeichert werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Daten zwischen den Sensoren (4), und/oder Wahleinrichtungen (5) und einem Motorsteuergerät
(9) und/oder einer Steuereinrichtung (10) eines das Fahrverhalten regelnden Systems
(FSR, FDR, ABS, EDS, ASR) über eine fahrzeuginterne Datenbusleitung (2) geleitet werden
und
einige oder alle der in der Datenbusleitung (2) übertragenen Daten von der Datenbusleitung
(2) in die Unfalldatenspeichereinrichtung (3) eingelesen und in ihr abgespeichert
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Unfalldatenspeichereinrichtung
gespeicherten Daten zyklisch überschrieben werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in der Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) gespeicherten Daten unlöschbar gespeichert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) von einer separaten Spannungsversorgung (12) versorgbar ist.
5. Unfalldatenspeichereinrichtung zum Speichern von unfallbezogenen Daten eines Kraftfahrzeugs,
bei dem unfallbezogene Daten des Kraftfahrzeugs von Sensoren (4) und/oder Wahleinrichtungen
(5) ausgegeben und zumindest zeitweise abgespeichert werden, insbesondere unter Verwendung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Unfalldatenspeichereinrichtung (3) eine Anschlußeinrichtung (6) zum Anschluß an
die Datenbusleitung (2) aufweist.
6. Unfalldatenspeichereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine
Datenspeichersteuereinrichtung (7) zur Aufnahme der Daten von der Anschlußeinrichtung
(6) und Weiterleitung an eine Speichereinheit (8) aufweist.
7. Unfalldatenspeichereinrichtung nach Anspruch 5 oder 6, insbesondere zum Durchführen
eines Verfahrens nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen Ringspeicher
(8) zum zyklischen Überschreiben gespeicherter Daten aufweist.
8. Unfalldatenspeichereinrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine separate Spannungsversorgungseinrichtung (12) zur Versorgung zumindest
der Speichereinheit (8) bei Wegfall einer äußeren Spannungsversorgung aufweist.
9. Kraftfahrzeug mit einem Unfalldatenspeicher nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung (3) im Bereich der Fahrgastzelle
und/oder des Überlebensraums des Fahrzeugs angeordnet ist.
10. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) an einem Querträger angeordnet ist.
11. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) im Handschuhfach des Fahrzeugs angeordnet ist.
12. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) an einer Mittelkonsole des Fahrzeugs angeordnet ist.
13. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) an einer Schalttafel bzw. Armaturenbrett des Fahrzeugs angeordnet ist.
14. Kraftfahrzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unfalldatenspeichereinrichtung
(3) in einem Kombigerät zur Steuerung der Anzeigeeinrichtungen integriert ist.