Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine planare Antenne, bestehend aus mindestens
einem Strahlerelement, das mit einer Koplanarleitung gekoppelt ist, wobei sich das
Strahlerelement und die Koplanarleitung auf derselben Seite eines Substrats befinden.
[0002] Eine derartige planare Antenne ist aus T. Becks, D. Heberling, S. Pan und I. Wolff,
"Planare Strahlerstrukturen mit koplanarer Speisung", ITG-Fachbericht 128 der ITG-Fachtagung
12. bis 15. April 1994 in Dresden , S. 265-270 bekannt. Die in diesem Aufsatz beschriebene
planare Antenne besteht aus zwei Schlitzstrahlern, die über Schlitzleitungen mit einer
koplanaren Speiseleitung gekoppelt sind. Bei einer planaren Antenne, die als Gruppenantenne
aus einer Vielzahl von Strahlerelementen besteht, ist ein mit allen Strahlerelementen
gekoppeltes sehr komplexes Speisenetzwerk erforderlich. Ein solches Speisenetzwerk
läßt sich mit koplanaren Speiseleitungen kaum realisieren.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine planare Antenne der eingangs
genannten Art anzugeben, von der jedes Strahlerelement mit einer derartigen Speiseleitung
versehen ist, die es ermöglicht, bei einer Gruppenantenne ein komplexes Speisenetzwerk
mit möglichst geringem Aufwand zu realisieren.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die genannte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß die
mit dem Strahlerelement gekoppelte Koplanarleitung ein kurzgeschlossener Leitungsabschnitt
ist und daß auf der dem Strahlerelement gegenüberliegenden Substratseite eine als
Speiseleitung für das Strahlerelement dienende Mikrostreifenleitung aufgebracht ist,
die abschnittweise unterhalb der Koplanarleitung verläuft.
[0005] Durch die Realisierung der Speiseleitung in Mikrostreifenleitertechnik auf der dem
Strahlerelement abgewandten Substratseite läßt sich bei einer Vielzahl von Strahlerelementen
ein komplexes Speisenetzwerk sehr einfach entwerfen. Dadurch, daß die Speiseleitung
als Mikrostreifenleitung auf der dem Strahlerelement gegenüberliegenden Substratseite
aufgebracht ist, wirkt die Massefläche des Strahlerelementes als Abschirmung gegenüber
der Speiseleitung, so daß es nicht zu parasitären Strahlungen kommt. Deshalb tragen
die Speiseleitungen bei einer Gruppenantenne nicht zur Verschlechterung der Kreuzpolarisationseigenschaften
der Antenne bei. Außerdem ist der Übergang einer Mikrostreifenleitung auf einen anderen
Leitungstyp einer an die Antenne angeschlossenen Leitung mit geringem Aufwand realisierbar.
[0006] Gemäß einem Unteranspruch sind die Länge der Koplanarleitung und die Länge des sich
mit dieser überdeckenden Abschnitts der Mikrostreifenleitung so gewählt, daß sich
eine gewünschte Kopplung zwischen beiden Leitungen einstellt. Gemäß anderer Unteransprüche
kann das Strahlerelement als Schlitzstrahler oder als Koplanarleitungselement ausgeführt
sein.
[0007] Mit dem Koplanarleitungsabschnitt können über Schlitzleitungen auch zwei symmetrische
Schlitzstrahler gekoppelt sein.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0008] Anhand zweier in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele wird nachfolgend
die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Antenne mit zwei Schlitzstrahlern und
Figur 2 ein in Koplanarleitungstechnik ausgeführtes Strahlerelement.
[0009] In der Figur 1 ist ein Ausschnitt eines Substrats 1 dargestellt, auf dessen Oberseite
eine planare Antenne, bestehend aus zwei Schlitzstrahlern 2 und 3 aufgebracht ist.
Diese beiden Schlitzstrahler 2 und 3 sind über Schlitzleitungen 4 und 5 mit einem
kurzgeschlossenen Abschnitt einer Koplanarleitung 6 gekoppelt. Auf der Substratunterseite,
also der den Strahlerelementen gegenüberliegenden Substratseite, verläuft eine Mikrostreifenleitung
7, die als Speiseleitung für die Strahlerelemente 2 und 3 dient. Die Mikrostreifenleitung
7 verläuft abschnittweise unterhalb der kurzgeschlossenen Koplanarleitung 6, so daß
zwischen beiden eine elektromagnetische Kopplung besteht. Von der Länge der Koplanarleitung
6 und der Länge des die Koplanarleitung überdeckenden Abschnitts der Mikrostreifenleitung
7 hängt der Grad der Kopplung zwischen den beiden Leitungen ab. Man wird also diese
beiden Leitungslängen so wählen, daß sich eine gewünschte Kopplung zwischen der Speiseleitung
7 und den Strahlerelementen 2 und 3 einstellt.
[0010] Anstatt mit zwei Strahlerelementen 2 und 3 kann die Koplanarleitung 6 auch mit nur
einem Strahlerelement gekoppelt sein. Als Speiseleitung eine Mikrostreifenleitung
7 zu verwenden, erweist sich erst dann als besonders vorteilhaft, wenn die gesamte
planare Antenne aus einer Vielzahl von Strahlerelementen der beschriebenen Art besteht.
Dann können nämlich die Mikrostreifenleitungen aller Strahlerelemente auf sehr einfache
Weise zu einem gemeinsamen Speisenetzwerk zusammengefaßt werden.
[0011] In einem zweiten in der Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Strahlerelement
ein Koplanarleitungselement 8, das auf der Oberseite eines Substrats 9 aufgebracht
ist. Dieses Koplanarleitungselement 8 weist einen kurzgeschlossenen Abschnitt einer
Koplanarleitung 10 auf, die wie bereits im Zusammenhang mit Figur 1 beschrieben, in
der gleichen Weise mit einer Mikrostreifenleitung 11 auf der Rückseite des Substrats
9 gekoppelt ist. Die zur Koplanarleitung gehörende Metallisierung bildet die Massefläche
für die Mikrostreifenleitung.
1. Planare Antenne, bestehend aus mindestens einem Strahlerelement, das mit einer Koplanarleitung
gekoppelt ist, wobei sich das Strahlerelement und die Koplanarleitung auf derselben
Seite eines Substrats befinden, dadurch gekennzeichnet, daß die Koplanarleitung (6,
10) ein kurzgeschlossener Leitungsabschnitt ist, und daß auf der dem Strahlerelement
(2, 3, 8) gegenüberliegenden Substratseite eine als Speiseleitung für das Strahlerelement
(2, 3, 8) dienende Mikrostreifenleitung (7, 11) aufgebracht ist, die abschnittweise
unterhalb der Koplanarleitung (6, 10) verläuft.
2. Planare Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Koplanarleitung
(6, 10) und die Länge des sich mit dieser überdeckenden Abschnitts der Mikrostreifenleitung
(7, 11) so gewählt sind, daß sich eine gewünschte Kopplung zwischen beiden Leitungen
(6, 10; 6, 11) einstellt.
3. Planare Antenne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrostreifenleitung
zu einem Speisenetzwerk für mehrere Strahlerelemente gehört.
4. Planare Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Strahlerelement ein
Schlitzstrahler (2, 3) ist.
5. Planare Antennen nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Koplanarleitung
(6) über Schlitzleitungen (4, 5) mit zwei symmetrischen Schlitzstrahlen (2, 3) gekoppelt
ist.
6. Planare Antenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Strahlerelement als
Koplanarleitungselement (8) ausgeführt ist.