(19)
(11) EP 0 872 191 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.10.1998  Patentblatt  1998/43

(21) Anmeldenummer: 98103125.5

(22) Anmeldetag:  23.02.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6A41D 13/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 14.04.1997 DE 29706661 U

(71) Anmelder: Hochmuth, Peter
91757 Treuchtlingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Hochmuth, Peter
    91757 Treuchtlingen (DE)

(74) Vertreter: Böhme, Volker, Dipl.-Ing. 
Patentanwälte, Meissner, Bolte & Partner, Karolinenstrasse 27
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Torwarthandschuh mit Fingerkuppen-Polsterung


(57) Es gibt einen Torwarthandschuh, bei dem mindestens in einer Fingerkuppen-Kappe 10 eine elastisch zusammendrückbare Polsterung 17 vorgesehen und fest aufgebracht ist und die Polsterung 17 in Hutform gestaltet und von einem porösen Gummimaterial gebildet ist. Dabei ist es erwünscht, wenn der herstellungsmäßige, durch die Hutform-Polsterung bedingte Aufwand verringert ist. Dies ist erreicht, indem die Hutform der Polsterung 17 eine Fingeraufnahme bildet, die auf der Seite, die dem Fingerbereich 8, auf den fest aufgebracht ist, entgegengesetzt ist, offen ist. Eine oberseitig offene Fingeraufnahme ist formtechnisch günstig und erfüllt die wesentlichen Forderungen an eine Polsterung der Fingerkuppe.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Torwarthandschuh mit Hutform-Polsterung, bei dem ein Oberhandteil und ein Innenhandteil vier vordere Fingerbereiche und einen Tellerbereich aufweisen, bei dem jeweils ein Oberhand-Fingerbereich und ein Innenhand-Fingerbereich entlang Längsrändern miteinander verbunden sind und zum freien Ende hin eine Fingerkuppen-Kappe bilden, bei dem mindestens in einer der Fingerkuppen-Kappen eine elastisch zusammendrückbare Polsterung vorgesehen und fest aufgebracht ist und bei dem die Polsterung in Hutform gestaltet und von einem porösen Gummimaterial gebildet ist.

[0002] Bei einem bekannten (DE-GM 296 00 843) Torwarthandschuh dieser Art ist die Hutform-Polsterung als Formteil unabhängig von den Oberhand/Innenhand-Fingerbereichen gefertigt und wird bei fertiggenähtem Handschuh nachträglich zwischen die beiden zusammengenähten Fingerbereiche des einen vorderen Fingerbereichs geschoben, wobei auch noch Klebstoff eingebracht wird, um die Hutform-Polsterung sowohl mit dem Oberhand-Fingerbereich als auch mit dem Innenhand-Fingerbereich zu verkleben. Dies ist in der Herstellung aufwendig. Die Hutform-Polsterung bildet für den Finger eine rund um den Finger geschlossene Höhle, so daß die Fingerkappe auch nach oben hin, d.h. auf der Seite des Fingernagels gepolstert ist. Eine Hutform, die als rundum geschlossene Höhle bzw. Napf ausgebildet ist, bereitet bei der Herstellung des Formteils durch Spritzen formtechnisch Schwierigkeiten.

[0003] Eine Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Torwarthandschuh der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem der herstellungsmäßige, durch die Hutform-Polsterung bedingte Aufwand verringert ist. Der erfindungsgemäße Torwarthandschuh ist, diese Aufgabe lösend, dadurch gekennzeichnet, daß die Hutform der Polsterung eine Fingeraufnahme bildet, die auf der Seite, die dem Fingerbereich, auf den fest aufgebracht ist, entgegengesetzt ist, offen ist.

[0004] Bei dem erfindungsgemäßen Torwarthandschuh wird die Hutform-Polsterung vor dem Vernähen von Oberhandteil und Innenhandteil montiert, indem sie an dem einen Fingerbereich eines Oberhand/Innenhand-Fingerbereiche-Paares angebracht, z.B. angeklebt oder angespritzt wird, bevor die beiden Fingerbereiche zusammengenäht werden. Es wird dann der zweite Fingerbereich über die Hutform-Polsterung gelegt und mit dem ersten Fingerbereich vernäht. Es wird also ein anderes Herstellungsverfahren für das Herstellen und Montieren der Hutform-Polsterung sowie das Vernähen der beiden Oberhand/Innenhand-Fingerbereiche durchgeführt. Eine oberseitig offene Fingeraufnahme ist formtechnisch günstig und erfüllt die wesentlichen Forderungen an eine Polsterung der Fingerkuppe.

[0005] Die innere Oberfläche des Oberhand/Innenhand-Fingerbereichs, auf die das Formteil aufgebracht, z.B. aufgespritzt, wird, wird an sich von einer beliebigen Materiallage gebildet, die sich ihrer Materialart nach aus anderen Forderungen ergibt, die an den Torwarthandschuh gestellt werden. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn der Oberhand/Innenhand-Fingerbereich nach innen eine durchbrochene Textillage bildet, auf die das Formteil aufgebracht ist. Diese innere Textillage ist bei Torwarthandschuhen häufig vorgesehen und gibt dem gespritzten Formteil verbesserten Halt.

[0006] Das gespritzte Gummimaterial ist z.B. Moosgummi oder ein geeigneter Kunststoff-Schaumstoff. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es, wenn das poröse Gummimaterial ein PU-Schaum ist. PU-Schaum ist besonders weich und läßt sich vereinfacht aufspritzen.

[0007] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es auch, wenn die Hutform-Polsterung zum freien Ende hin eine relativ zur seitlichen Wandung verdickte Wandung aufweist. Die Fingerkuppe ist am freien Ende besonders empfindlich und die dem Fingerkuppenende zugeordnete Materialverdickung bei Herstellung des Formteils vereinfacht zu erzeugen.

[0008] Die Außenkonturen des Formteils sind z.B. exakt rechteckig. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Abnahme der Höhe des Formteils zum seitlichen Rand hin schräg ist. Wegen der Schräge läßt sich das aufgelegte zweite Handteil vereinfacht zwecks Vernähens zu dem ersten, bespritzten Handteil heranführen.

[0009] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es ebenso, wenn der andere Oberhand/Innenhand-Fingerbereich an dem gespritzten Formteil lose anliegt. Die Polsterung ist auch ausreichend gegeben, wenn der andere Fingerbereich mit dem Formteil nicht fest verbunden, z.B. nicht verklebt ist. Für die erwünschte Wirkung der Polsterung genügt die durch festes Aufbringen gegebene Verbindung des Formteils mit dem einen Oberhand/Innenhand-Fingerbereich.

[0010] Es ist möglich, die beiden Oberhand/Innenhand-Fingerbereiche unmittelbar aneinander anliegend miteinander zu verbinden. Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es jedoch, wenn die gespritzte Hutform-Polsterung entlang den Randkanten des Oberhand/Innenhand-Fingerbereichs einen Nahtsims bildet. Dieser Nahtsims vergrößert die Anlagefläche des Formteils am Fingerbereich und wird von der Naht mitgefaßt, welche die beiden Oberhand/Innenhand-Fingerbereiche miteinander verbindet.

[0011] Besonders zweckmäßig und vorteilhaft ist es ebenfalls, wenn der Fingerbereich, auf den die Hutform-Polsterung aufgebracht ist, der Innenhand-Fingerbereich ist. Die Fingerkuppen der Hand des Torwarts üben besonders Kraft auf die Fingerbereiche des Innenhandteils aus. Die dadurch bedingten Belastungen des Formteils sind durch das Aufspritzen gut gegen den Fingerbereich abgestützt.

[0012] Wenn bei einem Torwarthandschuh ein Daumenbereich zum freien Ende hin eine Fingerkuppen-Kappe bildet, ist es besonders zweckmäßig und vorteilhaft, wenn in der Fingerkuppen-Kappe des Daumenbereichs ebenfalls eine Polsterung vorgesehen ist, die in Hutform gestaltet und von einem gespritzten porösen Gummimaterial gebildet ist. Die durch den Polsterhut aus Gummimaterial für einen Finger erreichbaren Vorteile sind auch für den Daumen gegeben, wodurch eine weitere Verbesserung der Gebrauchseigenschaften des Torwarthandschuhs erreicht ist.

[0013] In der Zeichnung ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt und zeigt
Fig. 1
eine Draufsicht mit Aufbruch eines Torwarthandschuhs mit Hutform-Polsterung und
Fig. 2
einen Schnitt gemäß Linie II-II in Fig. 1.


[0014] Der Torwarthandschuh gemäß Zeichnung besitzt einen Daumenbereich 1, vier vordere Fingerbereiche 2, einen Tellerbereich 3 und einen Handgelenkbereich 4. Ein Oberhandteil 5 bildet einstückig einen Oberhand-Handgelenkbereich, einen Oberhand-Tellerbereich und vier vordere Oberhand-Fingerbereiche 6. Das Oberhandteil 5 liegt über einem Innenhandteil 7, das einen Innenhand-Tellerbereich, vier vordere Innenhand-Fingerbereiche 8 und einen Innenhand-Fingerbereich 9 des Daumenbereichs 1 bildet. Das vordere Endstück jedes vorderen Fingerbereichs 2 und des Daumenbereichs 1 bildet eine Fingerkuppen-Kappe 10, deren zum Tellerbereich hingewendetes Ende durch eine gestrichelte Linie 11 angedeutet Ist. Das Innenhandteil 7 besteht aus einer Trägerschicht 12, die nach außen hin eine Latexschicht 13 trägt. Die vier vorderen Fingerbereiche 2 und der Daumenbereich 1 sind an den Längsrändern 14 jeweils mittels Nähten 15 vernäht, wobei wulstartige Nahtstöße 16 gebildet sind.

[0015] In jede Fingerkuppen-Kappe 10 jedes vorderen Fingerbereichs 2 ist eine Hutform-Polsterung 17 eingesetzt, die wie eine umfangsmäßig teilweise offene Fingeraufnahme gestaltet ist, also abgesehen von einer einseitigen Öffnung zum Einschieben des Fingers rundum nicht geschlossen ist. Die Hutform-Polsterung 17 ist ein Formteil, das auch einen unteren Fortsatz 18 der Polsterung 17 und zwei seitliche Fortsätze 19 der Polsterung bildet. Gemäß Fig. 2 nimmt die sich zwischen Oberhand und Innenhand erstreckende Außenabmessung der Hutform-Polsterung in Richtung zum freien Ende des Fingerbereichs 2 ab. Hierdurch ist eine Anpassung an die Verengung des Innenraums des Fingerbereichs gegeben, die in Richtung zum freien Ende des Fingerbereichs vorhanden ist.


Ansprüche

1. Torwarthandschuh mit Hutform-Polsterung,

bei dem ein Oberhandteil und ein Innenhandteil vier vordere Fingerbereiche und einen Tellerbereich aufweisen,

bei dem jeweils ein Oberhand-Fingerbereich und ein Innenhand-Fingerbereich entlang Längsrändern miteinander verbunden sind und zum freien Ende hin eine Fingerkuppen-Kappe bilden,

bei dem mindestens in einer der Fingerkuppen-Kappen eine elastisch zusammendrückbare Polsterung vorgesehen und fest aufgebracht ist und

bei dem die Polsterung in Hutform gestaltet und von einem porösen Gummimaterial gebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,

daß die Hutform der Polsterung (17) eine Fingeraufnahme bildet, die auf der Seite, die dem Fingerbereich (8), auf den fest aufgebracht ist, entgegengesetzt ist, offen ist.


 
2. Torwarthandschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberhand/Innenhand-Fingerbereich (8) nach innen eine durchbrochene Textillage bildet, auf die das Formteil aufgebracht ist.
 
3. Torwarthandschuh nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das poröse Gummimaterial ein PU-Schaum ist.
 
4. Torwarthandschuh nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Hutform-Polsterung (17) aus dem porösen Gummimaterial auf den einen (8) der zugehörigen Oberhand/Innenhand-Fingerbereiche als gespritztes Formteil, in feste Verbindung mit dem Fingerbereich (8) aufgebracht ist.
 
5. Torwarthandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hutform-Polsterung (17) zum freien Ende hin eine relativ zur seitlichen Wandung verdickte Wandung aufweist.
 
6. Torwarthandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abnahme der Höhe des Formteils (17) zum seitlichen Rand (14) hin schräg ist.
 
7. Torwarthandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der andere Oberhand/Innenhand-Fingerbereich (6) an dem aufgebrachten Formteil (17) lose anliegt.
 
8. Torwarthandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gespritzte Hutform-Polsterung (17) entlang den Randkanten (14) des Oberhand/Innenhand-Fingerbereichs (8) einen Nahtsims bildet.
 
9. Torwarthandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fingerbereich, auf den die Hutform-Polsterung (17) aufgebracht ist, der Innenhand-Fingerbereich (8) ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht