[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Kollegtablar mit Arbeitsplatte und einem Haltemechanismus
zum lösbaren Anbringen an einem in einer Stuhlreihe mit einem jeweils benachbarten
Stuhl über einen Reihenverbindungsmechanismus verbindbaren, insbesondere für eine
Saalbestuhlung oder dergleichen einsetzbaren Reihenstuhl.
[0002] Aus der Praxis ist es allgemein bekannt (s. z. B. Prospekt "Mehrzweckstühle Serie
570" der Mauser Office GmbH, Korbach), Reihenstühle, wie sie insbesondere für Hörsäle
oder dergleichen verwendet werden, mit einem sogenannten Kollegtablar zu bestücken.
Eine solche Anordnung besteht in der Regel aus einer oberhalb der Sitzfläche, d. h.
vor dem Benutzer in eine mehr oder weniger waagerechte Position bringbaren Arbeitsplatte,
die über einen an ihrer einen Seite angeordneten Haltemechanismus, z. B. einem Schwenkgelenk
mit der einen Armlehne des Reihenstuhls verbindbar ist. Bei Nichtgebrauch kann die
Arbeitsplatte in eine seitlich neben dem Stuhl befindliche, in vertikaler Ebene verlaufende
Außergebrauchsstellung weggeklappt werden.
[0003] Zum Erzeugen von Bestuhlungsreihen für Saalbestuhlungen oder dergleichen ist es andererseits
bekannt, stapelbare Reihenstühle nebeneinander aufzustellen und dabei über seitlich
am Stuhlgestell befindliche Reihenverbinder miteinander zu verbinden. Um nach Aufhebung
der Reihenbestuhlung die Reihenstühle raumsparend unterbringen zu können, müssen diese
in der Regel zu mehreren übereinandergestapelt werden können.
[0004] Reihenverbindungssysteme für Saalbestuhlungen sind in verschiedenster Weise bekannt
geworden. So geht beispielsweise aus der deutschen Patentschrift 39 33 817 ein Reihenverbinder
hervor, der aus einem an der Unterseite der Sitzfläche eines Stuhls angeordneten Haltebügel
und wenigstens einem an einer Seite des Stuhlrahmens eines benachbarten Stuhls seitlich
aus dem Stuhlrahmen ausziehbaren, mit dem Haltebügel zusammenwirkenden Kupplungselement
besteht. Die freien Enden der Kupplungselemente sind hakenförmig ausgebildet, so daß
die freien Enden miteinander zusammenwirken können. Solche Kupplungselemente müssen
beim Einsatz an Reihenstühlen ohne Armlehnen und an Armlehnenstühlen etweder unterschiedlich
gestaltet sein oder aber in ihrem Zusammenwirken entsprechend ausgerichtet werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kollegtablar der eingangs genannten
Art zu schaffen, das einen stabilen Aufbau aufweist und sich leicht und schnell an
einem Reihenstuhl sicher befestigen und bei Bedarf ebenso einfach wieder vom Stuhl
lösen läßt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Haltemechanismus einen
an seinem einen Ende die Arbeitsplatte abstützende und an seinem anderen Ende das
Stuhlgestell klemmend umgreifende Tragstreben aufweist.
[0007] Durch das erfindungsgemäße Kollegtablar wird dessen Einsatz an einem Reihenstuhl
nicht nur wesentlich vereinfacht, sondern durch die spezielle Klemm- bzw. Steckverbindung
ergibt sich eine sichere Abstützung des Kollegtablars. Es sind keinerlei Schraub-
oder Spannarbeiten notwendig. Vor allen Dingen ergibt sich der Vorteil, daß bei kompletter
Abnahme des Kollegtablars vom Stuhl ein üblicher Reihenstuhl verbleibt, ohne daß an
diesem noch spezielle Befestigungselemente für die Aufnahme bzw. Befestigung des Kollegtablars
vorhanden ist. Hierdurch erhält man eine sehr flexible Einsatzmöglichkeit eines Reihenstuhls.
[0008] Die Merkmale der Ansprüche 2 bis 5 enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Kollegtablars.
[0009] Besonders wichtig ist, daß das erfindungsgemäße Kollegtablar auf besonders einfache
Weise eine Möglichkeit bietet, daß Kollegtablar zusätzlich für eine Funktion hinsichtlich
der Reihenverbindung von Reihenstühlen einzusetzen.
[0010] Dies wird dadurch erreicht, daß die Haltebügel als Träger von in einer Stuhlreihe
benachbart zueinander angeordneten Reihenstühle untereinander verbindenden Reihenverbindungselementen
ausgebildet sind. Auf diese Weise weist das Kollegtablar eine Doppelfunktion auf.
So ermöglicht es zum einen in herkömmlicher Weise auf bequeme Art und Weise Schreibarbeiten
oder dergleichen durchzuführen oder als Ablagefläche zu dienen, während es zugleich
zur Verbindung eines Reihenstuhls mit einem in einer Stuhlreihe stehenden Nachbarstuhl
dient. Zugleich wird durch diese Art der Ausbildung des Reihenverbinders gewährleistet,
daß unabhängig von der Stellung der Arbeitsplatte, d. h. ob diese sich in Gebrauchsstellung
oder in seitlich weggeklappter Nichtgebrauchslage befindet, die Reihenverbindung weiter
aufrechterhalten wird. Darüber hinaus läßt sich durch Wegnahme des gesamten Kollegtablars
vom Reihenstuhl dieser in einen üblichen Einzelstuhl umwandeln, ohne daß beim Stapeln
seitlich weit vorstehende und damit störende Reihenverbindungselemente vorhanden sind.
[0011] Für die Erfindung ist vor allem wichtig, daß die Reihenverbindungselemente jeweils
von einem am freien Ende ein Vorder- und Hinterbein eines benachbarten Reihenstuhls
elastisch nachgiebig umgreifendes Hakenelement ausgebildet sind. Dadurch wird erreicht,
daß eine gewisse Spannung vom einen Stuhl zum anderen Stuhl aufrechterhalten wird.
Auf diese Weise erhält man eine gewisse Standfestigkeit beim Aufstellen einer Stuhlreihe.
Dazu trägt bei, daß die jeweils einem Vorder- und Hinterbein eines Reihenstuhls zugeordneten
Hakenelemente der Verbindungselemente entgegengesetzt gerichtet ausgebildet sind.
Das bedeutet, das eine Hakenelement weist nach vorne und das andere Hakenelement weist
nach hinten, jeweils in bezug auf eine Stuhlreihe gesehen.
[0012] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Reihenstuhl mit einem Kollegtablar,
- Figur 2
- zwei über einen Reihenverbinder miteinander verbundene Reihenstühle mit einem in Gebrauchslage
befindlichen Kollegtablar,
- Figur 3
- eine entsprechende Darstellung zweier Reihenstühle mit einem in Nichtgebrauchslage
befindlichem Kollegtablar,
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung eines Kollegtablars in vergrößertem Maßstab und
- Figur 5
- eine Unteransicht auf das Kollegtablar.
[0013] In Figur 1 ist ein Reihenstuhl 1 dargestellt, der üblicherweise ein Stuhlgestell
2 mit Vorderbeinen 3 und Hinterbeinen 4 sowie einer Sitzfläche 5 und einer Rückenlehne
6 aufweist. Auf das Stuhlgestell 2 ist ein Kollegtablar 7 aufgesteckt, das im wesentlichen
eine Arbeitsplatte 8 und einen weiter unten näher erläuterten Haltemechanismus 9 aufweist,
mittels der das Kollegtablar 7 am Reihenstuhl 1 lösbar befestigbar bzw. aufsteckbar
ist. Zu diesem Zweck weist der Haltemechanismus 9 das auf der einen Seite des Reihenstuhls
gelegene, schräg stehende Vorderbein 3 und das dazu V-förmig im Winkel angeordnete
Hinterbein 4 umgreifende Haltebügel 11, 12 auf, nahe deren unteren Enden im wesentlichen
horizontal nach außen abstehende Verbindungselemente 13, 14 eines Reihenverbinders
angeordnet sind. Weitere Einzelheiten des Kollegtablars 7 ergeben sich aus den Figuren
4 und 5 und werden weiter unten näher erläutert.
[0014] Wie aus Figur 2 hervorgeht, lassen sich mit Hilfe der Verbindungselemente 12, 13,
insbesondere mit deren am freien Ende angeordneten Hakenelemente 15, 16, jeweils das
Vorderbein und Hinterbein eines benachbarten Reihenstuhls umgreifen, so wie das in
Figur 3 dargestellt ist. Damit weist das Kollegtablar 7 eine Doppelfunktion auf, nämlich
einmal dient es als übliche Schreibunterlage oder Ablagefläche zur Benutzung durch
eine im Reihenstuhl sitzende Person und zum anderen als Verbindungselement eines Reihenstuhls
mit einem benachbarten Reihenstuhl innerhalb einer Stuhlreihe.
[0015] Wenn das Kollegtablar 7 nicht benutzt werden soll, dennoch aber eine Reihenverbindung
zum benachbarten Stuhl bestehen bleiben soll, kann die Arbeitsplatte 8 in eine in
Figur 3 dargestellte Nichtgebrauchslage geklappt werden. Dies geschieht im einzelnen
dadurch, daß die Arbeitsplatte 8, so wie sich das aus Figur 4 ergibt, um eine im wesentlichen
horizontale Schwenkachse 17 und eine vertikale Drehachse 18 geschwenkt werden kann.
[0016] Wie sich weiterhin aus Figur 4 ergibt, sind die scherenförmig voneinander abstehenden
Haltebügel 11, 12 bzw. die sie tragenden Tragstreben 19, 21 über eine Lasche 22 miteinander
verbunden. Innerhalb der Lasche 22 befindet sich ein Einsteckschlitz 23. Dieser Einsteckschlitz
23 kann über am Stuhl befindliche Kupplungselemente 24 (Figur 2) geschoben werden.
Diese zusätzlichen Kupplungselemente bzw. entsprechend ausgebildete Gegenkupplungselemente
25 sind für den Fall vorgesehen, daß ein Kollegtablar 7 nicht benutzt wird und die
Reihenstühle unmittelbar über die Kupplungselemente 24 bzw. Gegenkupplungselemente
25 miteinander verbunden werden sollen.
[0017] Wie sich vor allen Dingen aus Figur 4 ergibt, sind die Hakenelemente 15, 16 eines
Kollegtablars 7 entgegengesetzt ausgerichtet, d. h. das eine Hakenelement ist nach
vorne und das andere Hakenelement nach hinten gerichtet, so daß eine gewisse Spannung
bei der Verbindung mit einem benachbarten Reihenstuhl entsteht. Dazu trägt bei, daß
die Reihenverbindungselemente an sich aus stangenförmigem Material hergestellt sind
und mit einer vergleichsweise kleinen Fläche gewissermaßen elastisch an den Haltebügeln
11, 12 angeschweißt sind.
1. Kollegtablar mit Arbeitsplatte und einem Haltemechanismus zum lösbaren Anbringen an
einem Stuhl, vorzugsweise einem in einer Stuhlreihe mit einem jeweils benachbarten
Stuhl über einen Reihenverbindungsmechanismus verbindbaren, vorzugsweise für eine
Saalbestuhlung oder dergleichen einsetzbaren Reihenstuhl, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltemechanismus (9) an seinem einen Ende die Arbeitsplatte (8) abstützende
und an seinem anderen Ende das Stuhlgestell (2) klemmend umgreifende Tragstreben (19,
21) aufweist.
2. Kollegtablar nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragstreben (19, 21) an quer zur Sitzrichtung gesehen V-förmig angeordneten
Standbeinen (3, 4) des Reihenstuhls (1) abstützbar sind.
3. Kollegtablar nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Tragstrebe (19) an ihrem oberen Ende über sich in zwei im wesentlichen
rechtwinklig zueinander verlaufende Ebenen erstreckende Gelenkachsen (17, 18) mit
der Arbeitsplatte (8) verbunden ist und daß die im Winkel zur ersten Tragstrebe (19)
verlaufende, als Stützstrebe ausgebildete Tragstrebe (21) über eine Lasche (22) mit
der Tragstrebe (19) verbunden ist.
4. Kollegtablar nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite der Lasche (22) ein Einsteckschlitz (23) vorhanden ist, der
in ein im wesentlichen in Höhe der Sitzfläche (5) des Reihenstuhls (1) an dessen Stuhlgestell
(2) angeordnetes und im wesentlichen zapfenförmig ausgebildetes Kupplungselement (24)
einhängbar bzw. abstützbar ist.
5. Kollegtablar nach einem oder mehren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der unteren Enden der Tragstreben (19, 21) im Querschnitt im wesentlichen
U-förmig ausgebildete und die Standbeine (3, 4) des Reihenstuhls (1) umgreifende Haltebügel
(11, 12) angeordnet sind.
6. Kollegtablar nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltebügel (11, 12) als Träger von in einer Stuhlreihe benachbart zueinander
angeordnete Reihenstühle miteinander verbindenden Reihenverbindungselementen (13,
14, 15, 16) ausgebildet sind.
7. Kollegtablar nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Reihenverbindungselemente jeweils ein am freien Ende ein Vorder- und Hinterbein
(3, 4) eines benachbarten Reihenstuhls elastisch nachgiebig umgreifendes Hakenelement
(15, 16) aufweisen.
8. Kollegtablar nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Hakenelement (15, 16) aus an den Haltebügeln (11, 12) angeschweißtem Stangenmaterial
hergestellt ist.
9. Kollegtablar nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils einem Vorder- und Hinterbein (3, 4) eines Reihenstuhls (1) zugeordneten
Hakenelemente (15, 16) der Verbindungselemente (13, 14) entgegengesetzt gerichtet
ausgebildet sind.