[0001] Die Erfindung betrifft eine Abstützeinrichtung für Schnittgut auf einem Schnittgutwagen
einer Aufschneidemaschine mit einem in Richtung auf die Auflagefläche des Schnittgutwagens
auskragenden Schieber, der auf einer Schiene oberhalb der Auflagefläche des Schnittgutwagens
in unmittelbarer Nähe der Schnittebene zur Lagefixierung des Schnittgutes im Schnittbereich
den Abmessungen des Schnittgutes entsprechend einstellbar angeordnet ist, wobei der
Schieber als ein von einem Führungsgehäuse auskragender Ausleger ausgebildet ist.
[0002] Bei händisch betätigten Schnittgutwagen sind Schnittguthalter bekannt, die einen
Schwenkarm mit einer Halteplatte und einem Restehalter umfassen. Der Schwenkarm wird
hochgeschwenkt, ein Schnittgut wird auf dem Schnittgutwagen aufgelegt und bei Zurückschwenken
des Schwenkarmes durch die Halteplatte lagefixiert. Das Schnittgut wird sodann gegen
eine verstellbare Anschlagplatte geschoben, an die das Kreismesser anschließt. Es
sind ferner automatische Aufschnittschneidemaschinen bekannt, bei welchen der Schnittgutwagen
durch einen elektromechanischen Reversierantrieb längs der Anschlagplatte hin- und
hergeführt wird.
[0003] Aus der EP A1 115 787 ist eine Vorrichtung zum Halten und Zuführen des Schnittgutes
auf dem Schnittgutwagen einer Aufschnittschneidemaschine bekannt. Längs einer in Vorschubrichtung
des Schnittgutes auf dem Schnittgutwagen angeordneten Führungsstange ist ein Schwenkarm
gelagert, aus welchem ein Greifer mit Spitzen gegen das Schnittgut ausschwenkbar ist.
Ein Schnittgut, z.B. eine Wurststange, wird durch die oben beschriebene Einspannung
mittels Schwenkarm, gegebenenfalls Greifer und Halteplatte, festgehalten, allerdings
bewegt sich der unmittelbar im Schnittbereich befindliche Teil des Schnittgutes, der
die Reaktionskräfte des Kreismessers und allenfalls die Reibungskräfte der Schnittfläche
des Schnittgutes auf der Anschlagplatte aufnimmt. Je weicher das Schnittgut und je
länger der die Einspannung überragende Teil desselben ist, um so drastischer wirkt
sich die Eigenbewegung des Schnittgutes trotz der beschriebenen Einspannung aus. Eine
Abhilfe kann eine bekannte Abstützeinrichtung gemäß der AT 398 722 B schaffen, die
eine auf dem Schnittgutwagen nahe dem Schnittbereich angeordnete Schiene oberhalb
der Auflagefläche des Schnittgutwagens umfaßt, die einen seitlich gegen das Schnittgut
preßbaren Schieber trägt. Mit Hilfe dieses Schiebers kann das Schnittgut im Schnittbereich
so festgehalten werden, daß es den Schnittkräften nicht ausweichen kann und sich dadurch
auch bei relativ weichem Schnittgut geometrisch exakte geschnittene Scheiben ergeben.
Eine einfache und in einer Richtung wirksame, nachstellbare und händisch rückstellbare
Arretierung ist aus dem Stand der Technik nicht bekannt.
[0004] Die Erfindung zielt darauf ab, eine Abstützeinrichtung für Schnittgut im Schnittbereich
zu schaffen, deren Schieber besonders leichtgängig und dennoch sicher und fest stufenlos
fixierbar ist. Dies wird dadurch erreicht, daß am Führungsgehäuse eine unter Federvorspannung
stehende Klinke gelagert ist, die an der Schiene angreift und aus einer Sperrstellung
zur Lagefixierung des Auslegers in eine Freigabestellung schwenkbar ist. Bei einer
solchen Abstützeinrichtung ist das Führungsgehäuse mit dem Ausleger in Vorschubrichtung
auf der Schiene gegen das Schnittgut frei verschiebbar und in Gegenrichtung bei Betätigung
der Klinke rückstellbar. Insbesondere ist es dazu zweckmäßig, wenn die Klinke als
schwenkbar gelagertes Plättchen bzw. als Lasche mit einer Öffnung ausgebildet ist,
durch welche die Schiene durchgreift, wobei das Plättchen bzw. die Lasche in der Sperrstellung
durch Federkraft gegenüber der Schiene schräggestellt ist, sodaß mindestens eine Berandung
der Öffnung an der Schiene, insbesondere klemmend, anliegt, und das Plättchen bzw.
die Lasche in der Freigabestellung bei Betätigung gegen Federkraft im wesentlichen
senkrecht zur Schiene ausgerichtet und die Berandung der Öffnung von der Schiene weggeschwenkt
ist. Dabei ist es vorteilhaft, wenn der Winkel der Schrägstellung des Plättchens in
der Sperrstellung selbsthemmend und die Selbsthemmung einer Rückstellung des Führungsgehäuses
mit dem Ausleger im Sinne eines Lösens der Einspannung entgegengerichtet ist. Die
leichtgängige Verstellung wird dadurch erreicht, daß das Führungsgehäuse mit dem Ausleger
auf der Schiene durch Kugellager reibungsarm geführt ist. Um die Haltewirkung im Schnittbereich
noch weiter zu verbessern und eventuelle Störungen durch einen starren Ausleger zu
vermeiden ist es vorteilhaft, wenn der Ausleger als Drehachse für eine drehbar gelagerte
konzentrische Hülse ausgebildet ist.
[0005] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Abstützeinrichtung ist in der Zeichnung
dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Schnittgutwagen mit der Abstützeinrichtung in Draufsicht,
Fig. 2 einen Schieber mit Führungsgehäuse und Ausleger auf einer Schiene im Schnitt
und Fig. 3 eine schaubildliche Darstellung des Schiebers.
[0006] Gemäß Fig. 1 trägt ein Schnittgutwagen 1 einer Aufschneidemaschine für Lebensmittel
einen Schnittguthalter 2, der längs einer Stange 3 verschiebbar ist und das Schnittgut
gegen eine Anschlagplatte 4 vorschiebt. Diese ist gegenüber einem Kreismesser 5 zur
Wahl der Schnittstärke einstellbar.
[0007] Um z.B. eine Stange von Wurst aufzuschneiden, wird der Schnittguthalter 2 nach rechts
zurückgeschoben, die Wurststange auf den Schnittgutwagen 1 gelegt und mit dem Schnittguthalter
2 nach links gegen die Anschlagplatte 4 gedrückt. Gleichzeitig wird der Schnittgutwagen
1 nach vor und zurück verschoben (Hub), sodaß eine Scheibe von der Stange abgeschnitten
wird. Da die Wurststange im vordersten Bereich, dort wo sie an der Anschlagplatte
4 anliegt, durch die schleifende Bewegung längs der Anschlagplatte verformt wird,
ist auch die abgeschnittene Wurstscheibe verzogen. Die erfindungsgemäße Abstützeinrichtung
hält das Schnittgut im Schnittbereich. Dazu ist auf dem Schnittgutwagen 1 eine Schiene
6 in einem Abstand über der Auflagefläche des Schnittgutwagens 1 angeordnet, der größer
ist als der Durchmesser des üblicherweise zu schneidenden Schnittgutes, also z.B.
18 cm. Das Schnittgut untergreift somit diese Schiene 6, die an einem Ende abgewinkelt
und mit der Halterung bzw. der Stange 3 verbunden ist (Fig. 2). Dadurch kann die Schiene
6 aus der horizontalen Gebrauchslage bei Bedarf auch hochgeklappt werden, wie dies
auch in der AT 398 722 B gezeigt ist.
[0008] Auf der horizontal über dem Schnittgut angeordneten Schiene 6 läuft ein Schieber,
der ein Führungsgehäuse 7 mit Kugellagern 8 sowie einen Ausleger 9 umfaßt. Am Führungsgehäuse
7 ist als Feststelleinrichtung eine Klinke in Form eines schwenkbar gelagerten Plättchens
10 vorgesehen (Fig. 3), durch dessen Öffnung 11 die Schiene 6 durchgreift. Eine Feder
12 stellt das Plättchen 10 derart schräg, daß die Berandung der Öffnung 11 an der
Schiene anliegt. Wird auf dem Ausleger 9 (bzw. das Führungsgehäuse 7) ein Druck nach
rechts ausgeübt, dann erhöht sich die Klemmwirkung, da sich das Plättchen noch schräger
stellen möchte und dabei die Haltekraft der kraftschlüssigen Verbindung zunimmt. Erst
wenn man das Plättchen 10 durch Daumendruck gegen die Federkraft 12 gerade stellt
(strichliert dargestellt), dann löst sich die Berandung der Öffnung 11 von der Schiene
6, die Sperrstellung ist aufgehoben und das kugelgelagerte Führungsgehäuse 7 mit dem
Ausleger 9 kann nach rechts geschoben werden. Sobald man das Plättchen 10 losläßt,
stellt es sich unter Federkraft 12 schräg und blockiert eine weitere Verschiebung
nach rechts. Nach links kann das Führungsgehäuse 7 sehr wohl verschoben werden.
[0009] Damit wird klar, daß eine Wurststange 13 nächst dem Schnittbereich durch Einlegen
der Wurst, Vorschieben an die Anschlagplatte 4 und Anschieben des Auslegers 9 in die
Einspannstellung, besonders gut lagefixierbar ist. Durch Anschieben in Pfeilrichtung
14 kann die Einspannkraft einer Wurststange im Schnittbereich noch erhöht werden.
Da die Reibung zwischen Ausleger 9 und eingespannter Wurst 13 einem Schnittgutvorschub
beim wiederholten Schneidevorgang entgegenwirkt, ist der Ausleger 9 erfindungsgemäß
als Drehachse für eine drehbar gelagerte konzentrische Hülse 15 ausgebildet. Damit
kann das Schnittgut auch bei fester Einspannung durch die beschriebene Abstützeinrichtung
im Schnittbereich beim Schneidevorgang leicht vorgeschoben werden.
[0010] Das Führungsgehäuse 7 ist hinsichtlich seiner äußeren Form so gestaltet, daß man
den Daumen an das Plättchen 10 im oberen schräggestellten Bereich und den Zeigefinger
in eine Gehäusemulde nächst dem Pfeil 14 legen kann (ergonomische Gehäuseform). Drückt
man Daumen und Zeigefinger zusammen, dann ist ein Verschieben nach links und rechts
möglich. Eine Einspannung einer Wurst kann dadurch gelöst werden. Wie erwähnt ist
das Einspannen, also die Bewegung der gesamten Schiebereinheit mit Gehäuse und Ausleger
nach links immer möglich, jedoch erfordert die Selbsthemmung durch das schräggestellte
klemmende Plättchen einen Daumendruck für das Lösen der Lagefixierung und die Bewegung
des Plättchens in die strichlierte Lage.
1. Abstützeinrichtung für Schnittgut auf einem Schnittgutwagen einer Aufschneidemaschine
mit einem in Richtung auf die Auflagefläche des Schnittgutwagens auskragenden Schieber,
der auf einer Schiene oberhalb der Auflagefläche des Schnittgutwagens in unmittelbarer
Nähe der Schnittebene zur Lagefixierung des Schnittgutes im Schnittbereich den Abmessungen
des Schnittgutes entsprechend einstellbar angeordnet ist, wobei der Schieber als ein
von einem Führungsgehäuse auskragender Ausleger ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß am Führungsgehäuse (7) eine unter Federvorspannung (Feder 12) stehende Klinke
gelagert ist, die an der Schiene (6) angreift und aus einer Sperrstellung zur Lagefixierung
des Auslegers (9) in eine Freigabestellung schwenkbar ist.
2. Abstützeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsgehäuse (7) mit dem Ausleger (9) in Vorschubrichtung auf der Schiene
(6) gegen das Schnittgut frei verschiebbar und in Gegenrichtung bei Betätigung der
Klinke rückstellbar ist.
3. Abstützeinrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Klinke als schwenkbar gelagertes Plättchen (10) bzw. als Lasche mit einer
Öffnung (11) ausgebildet ist, durch welche die Schiene (6) durchgreift, wobei das
Plättchen (10) bzw. die Lasche in der Sperrstellung durch Federkraft (Feder 12) gegenüber
der Schiene (6) schräggestellt ist, sodaß mindestens eine Berandung der Öffnung (11)
an der Schiene (6), insbesondere klemmend, anliegt, und das Plättchen (10) bzw. die
Lasche in der Freigabestellung bei Betätigung gegen Federkraft im wesentlichen senkrecht
zur Schiene (6) ausgerichtet und die Berandung der Öffnung (11) von der Schiene (6)
weggeschwenkt ist.
4. Abstützeinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel der Schrägstellung des Plättchens (10) in der Sperrstellung selbsthemmend
und die Selbsthemmung einer Rückstellung des Führungsgehäuses (7) mit dem Ausleger
(9) im Sinne eines Lösens der Einspannung entgegengerichtet ist.
5. Abstützeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsgehäuse (7) mit dem Ausleger (9) auf der Schiene (6) durch Kugellager
(8) reibungsarm geführt ist.
6. Abstützeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausleger (9) als Drehachse für eine drehbar gelagerte konzentrische Hülse
(15) ausgebildet ist.