[0001] Die Erfindung betrifft eine Blas- und/oder Saugluftversorgung für eine Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Blas- und/oder Saugluft wird bei Bogenoffsetdruckmaschinen an einer Vielzahl von
Stellen benötigt. Blasluft dient insbesondere im Bereich des Anlegers zum Vereinzeln
der oberen Bogen des Anlegerstapels und zum störungsfreien Transport der unterschuppt
zur Anlage geförderten Bogen. Mittels getakteter Saugluft wird jeweils ein oberster
Bogen vom Stapel entnommen und über eine Transportwalze dem Fördertisch zugeführt.
Innerhalb der Druckmaschine dient Blasluft der abschmierfreien Bogenführung zwischen
den Druckwerken. Nach Bedrucken eines letzten Bogens sowie gegebenenfalls einer Inline-Veredelung
mittels Lackierwerken oder dgl. werden dann die ein- oder beidseitig bedruckten Bogen
(Schön- und Widerdruck) auf einem Auslegerstapel abgelegt. Auch im Bereich des Auslegers
einer Bogendruckmaschine finden demzufolge eine Vielzahl von Blas- und/oder Saugluftverbrauchern
Verwendung, um die im Takt der Druckgeschwindigkeit ankommenden Bogen abzubremsen
und auf dem Auslegerstapel abzulegen.
[0003] Die innerhalb einer Bogenoffsetdruckmaschine dem Abnehmen und Vereinzeln, dem Fördern
sowie wieder Abbremsen der Bogen dienende Blas- und/oder Saugluft muß dabei entsprechend
der Bedruckstoffart und Stärke, dem Bogenformat, der sujetbedingten Farbverteilung
auf dem Bogen usw. angepaßt werden. Demzufolge ist die Stärke der Blas- und/oder Saugeinrichtungen
bei modernen Bogenoffsetdruckmaschinen insbesondere fernverstellbar ausgeführt. Insbesondere
bei von Schön- auf Schön- und Widerdruck umstellbaren Druckmaschinen ist es ferner
bekannt, bestimmte Blaslufteinrichtungen auch auf Saugluft und umgekehrt umzuschalten,
um die Berührung des bedruckten Bogen mit den das Bremsen ausführenden Einrichtungen
(Saugwalzen, Saugringe und dgl.) ausschließlich in nicht bedruckten Bereichen zu bewirken.
[0004] Wird bei einer Druckmaschine zur Versorgung der Vielzahl unterschiedlicher Blas-
und/oder Saugluftverbraucher eine zentrale Blas- und/oder Saugluftversorgungseinrichtung
vorgesehen, so ist die Leistung dieser Einrichtung entsprechend der Anzahl der vorhandenen
Druckwerke, zusätzlichen Veredelungseinrichtungen, dem Format der Maschine sowie der
Art des Anlegers und Auslegers auszulegen. Derartige Blas- und/oder Saugluftversorgungseinrichtungen
weisen demzufolge einen sehr hohen Leistungsbedarf auf, damit auch bei schwierigen
bzw. kritischen Bedruckstoffmaterialien (Karton) die maximal mögliche Blas- bzw. Saugleistung
für eine vorgesehene Art und Weise der Bedruckstofführung zur Verfügung gestellt werden
kann. Um die von dieser zentralen Blas- und/oder Saugluftversorgung erzeugte Luft
an die einzelnen Blas- und/oder Saugluftverbraucher weiter zu leiten sind unterschiedlich
lange Leitungssysteme notwendig, was zusätzliche Verluste bedingt.
[0005] Wegen der maximalen Anzahl der von der zentralen Luftversorgung zu bedienenden Blas-
und/oder Saugluftverbraucher ist die Leistung der Pumpe bzw. des Gebläses einer solchen
Einrichtung entsprechend hoch auszulegen. Durch zusätzliche Ventile sind die einzelnen
Blas- und/oder Saugluftverbraucher zwar individuell einstellbar, jedoch wirkt sich
dies nicht auf den Leistungsbedarf und somit die Betriebskosten einer derartigen Anlage
aus, da nicht benötigte Blasluft in der Regel über entsprechende Ventile abgeblasen
bzw. eine mit maximalen Unterdruck bereitgestellte Saugluft über entsprechende Ventile
mit Umgebungsluft auf den vorgesehenen Druck verdünnt wird. Insbesondere ist auch
der relativ hohe Geräuschpegel beim Betrieb einer derartigen zentralen Luftversorgungseinrichtung
einer Druckmaschine als nachteilig anzusehen. Dies hat seine Ursache insbesondere
darin, daß zwar entsprechend der eingestellten Drucke die Blas- und/oder Saugluftverbraucher
unterschiedliche Geräuschpegel erzeugen, die angesprochenen Ventileinrichtungen jedoch
zusätzliche Geräuschquellen darstellen. Ferner sorgt ebenfalls die mit konstanter
Leistung betriebene Blas- und/oder Sauglufterzeugungseinrichtung (Pumpe/Gebläse) für
einen gleichbleibend hohen Geräuschpegel.
[0006] Die oben geschilderten Nachteile einer zentralen Luftversorgung für eine Druckmaschine
ergeben sich grundsätzlich aus der Konzeption, d.h. wie angedeutet aus Gründen der
nötigen Leistungsdimensionierung. Die herkömmlichen und meist zentral aufgebauten
Luftversorgungseinrichtungen für Druckmaschinen erlauben ferner auch nur sehr eingeschränkte
und nur mit hohem Aufwand fernverstellbare Dosierung der bereitgestellten Blas- und/oder
Saugluft. Dabei ist es gerade bei einer Bogendruckmaschine mit kritischen Bedruckstoffen
(Papier mit hoher Flatterneigung bzw. Karton) sehr zeitaufwendig und wegen fehlender
Einrichtungen zur Fernverstellbarkeit sehr mühsam die optimale Blas- und/oder Sauglufteinstellung
an den Vielzahl von Luftverbrauchern vorzunehmen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen,
daß gerade bei Saug- und Blaseinrichtungen zur Bogenführung zwischen den Druckwerken
dem sujetbedingten Farbauftrag unbedingt Rechnung zu tragen ist. So kann es für eine
bestimmte Bedruckstoffart nötig sein, bei einer sujetbedingten Art des Farbauftrages
eine ganz andere Lufteinstellung für eine optimale Bogenführung vorzunehmen als bei
einer anderen Art des Druckfarbenauftrages. Neben der sujetbedingten Art der Farbverteilung
auf den Bedruckstoff spielt ferner auch die Art der Farbe und die Druckgeschwindigkeit
eine entscheidende Rolle.
[0007] Zusätzliche Schwierigkeiten treten durch derartige Blasvorrichtungen auf, durch welche
ein auf einem bogenführenden Druckzylinder gehaltener Bogen gestrafft in eine Druckzone
(Spalte zwischen Gummituchzylinder und Gegendruckzylinder) einlaufen soll. Hier ist
die Einstellung der optimalen Blasluftstärke besonders kritisch, da das Straffen insbesondere
von steifen Bedruckstoffen zum einen eine hohe Blasluftstärke verlangt, auf der anderen
Seite jedoch vermieden werden soll, daß die zu stark eingestellte Blasluft im Bereich
der Bogenvorderkante unter den Bogen (zwischen Zylinderoberfläche und Bogen) geblasen
wird, was ein Auswalzen dieses Luftpolsters durch den Druckspalt und somit zu unkontrollierten
Bewegungen des Bogenendes und insbesondere der Bogenecken führt.
[0008] Aus der DE 34 13 179 A1 ist eine Steuer- und Regelvorrichtung eines Bogenauslegers
bekannt, bei der verstellbare Elemente des Auslegers mit fernverstellbaren Antrieben
nebst Positionsmeldern versehen sind. Beschrieben werden fernansteuerbare Ventile
zur individuell auf den Bedruckstoff nebst sujetabhängigen Farbauftrag und der Druckgeschwindigkeit
angepaßten Einstellung von Saug- und/oder Blasluftverbrauchern wie insbesondere Saugwalzen
und Blasrohre. Diese Einrichtungen können über die fernansteuerbaren Ventile nach
vorgegebenen Kennlinien betrieben werden, die zusätzlich durch Sollwertvorgaben modifizierbar
sind. Durch die fernansteuerbaren Ventile ist es zusätzlich möglich, die Einstellungen
der Saug- und/oder Blasluftverbraucher abzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt
wieder aufzurufen und zur Einstellung zu bringen. Bei dieser vorbekannten Einrichtung
wird von einem Lufterzeuger Saug- bzw. Blasluft konstanten (maximalen) Druckes vorgegeben.
[0009] Aus der EP 0 503 623 B1 ist eine Einrichtung zum Regeln des Blasluftbedarfes der
Vereinzelungsdüsen bei einem Bogenanleger einer Bogenrotationsdruckmaschine bekannt,
bei welcher eine Regeleinrichtung vorgesehen ist, welche in Abhängigkeit der Maschinendrehzahl
und Kennlinien beeinflußt wird. In dem Leitungssystem zwischen den Blasluftverbrauchern
und dem Blaslufterzeuger ist dabei ein regelbares Überdruckventil angeordnet, welches
von der Regeleinrichtung derartig eingestellt wird, daß der Luftdruck in dem Leitungssystem
stets den vorgesehenen Wert aufweist. Bei dieser vorbekannten Einrichtung wird demzufolge
die oberhalb des vorgesehenen Druckes im Leitungssystem vorhandene Luftmenge abgeblasen,
was bedingt, daß die Förderleistung des Blaslufterzeugers entsprechend ausgelegt ist.
[0010] Nachteilig bei der zuletzt genannten Blasluftregeleinrichtung ist, daß ein aufwendiges
Ventil und diesem Ventil zugeordnete Verstelleinrichtung vorzusehen ist. Dies verursacht
gerade bei hohen Blasluftleistungen entsprechende Kosten. Zwar ist mit dieser vorbekannten
Blasluftregeleinrichtung der Druck der Blasluft auf einen vorbestimmten Wert regelbar,
jedoch wirkt sich dies nicht auf den Leistungsbedarf des Blaslufterzeugers und somit
den Energieverbrauch aus. Ferner ist diese Einrichtung auf nicht von regelbarer Blasluft
auf regelbare Saugluft und umgekehrt umschaltbar.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Blas- und/oder Saugluftversorgung
für eine Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu verbessern,
so daß unter Vermeidung der zuvorstehend genannten Nachteile eine individuelle Anpaßbarkeit
einer Blas- und/oder Saugluftversorgung an einer Druckmaschine möglich ist und insbesondere
eine einfach handhabbare Einstellung der Vielzahl von Blas- und/oder Saugluftverbrauchern
gewährleistet ist.
[0012] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1. Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, daß jedem Aggregat der Druckmaschine wenigstens
eine vorzugsweise in der Förderleistung der Blas- und/oder Saugluft steuerbare Luftversorgung
zugeordnet ist, welche über entsprechende Leitungen mit den Blas- und/oder Saugluftverbrauchern
im jeweiligen Aggregat verbunden ist. Dabei kann gemäß einer Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen sein, daß die einzelnen Blas- und/oder Saugluftverbraucher über fernansteuerbare
Ventile individuell in der jeweiligen Blas- und/oder Saugluftmenge regulierbar sind.
Die in der Förderleistung einstellbaren Blas- und/oder Sauglufterzeuger der einzelnen
Aggregate der Druckmaschine weisen dabei vorzugsweise Seitenkanalverdichter mit Asynchronmotoren
auf.
[0014] Erfindungsgemäß ist ferner vorgesehen, daß jeder Blas- und/oder Sauglufterzeuger
eines Aggregates der Druckmaschine eine Steuerung aufweist, durch welche die Förderleistung
des insbesondere als Gebläse (Seitenkanalverdichter) ausgebildeten Luftmegenförderers
einstellbar ist. So ist gewährleistet, daß jeder einzelne und insgesamt sämtliche
Blas- und/oder Sauglufterzeuger nur so viel Leistung verbrauchen wie auch insgesamt
zur Bereitstellung der Blas- und/oder Saugluft an der Maschine benötigt wird.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, daß jede Luftversorgungseinheit
ein steuerbares Gebläse, d.h. einen Drucklufterzeuger aufweist, durch dessen Luft
die Blasluftverbraucher im jeweils zugeordneten Aggregat der Druckmaschine beaufschlagbar
sind. Eine entsprechende Anpassung des Förderdruckes des Gebläses der Luftversorgungseinheit
an den an der jeweiligen Stelle des Aggregates benötigten Druckwert erfolgt durch
entsprechend einstellbare Ventile, insbesondere ausgeführt als fernverstellbare Ventile.
Ferner kann vorgesehen sein, daß durch das Gebläse der jeweiligen Luftversorgungseinheit
auch Saugluft erzeugt wird, beispielsweise kann das sogenannte Ejektoren-Prinzip Verwendung
finden. In jeder Luftversorgungseinheit eines Aggregates der Druckmaschine kann ferner
auch eine kombinierte Druck-Sauglufteinheit vorgesehen sein.
[0016] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung ist vorgesehen, daß das steuerbare
Gebläse bzw. der in seiner Förderleistung einstellbare Luftstromerzeuger mit einer
Steuer- und Regeleinrichtung in Wirkverbindung steht, dem Druckmeßwerte wenigstens
eines Drucksensors oder sonstigen Druckmeßvorrichtung im Leitungssystem zugeführt
werden. Somit ist es möglich, den Druck der Blas- und/oder Saugluft zur Versorgung
der einzelnen Blas- und/oder Saugluftverbraucher auf einen vorgegebenen Druck zu regeln.
Wie bereits angedeutet wurde, kann der mit der Steuer- und Regeleinrichtung in Wirkverbindung
stehende Blas- und/oder Sauglufterzeuger als eine in der Förderleistung einstellbar
veränderbare Luftfördereinrichtung ausgebildet sein. Vorzugsweise findet hier ein
Seitenkanalverdichter mit einem Asynchronmotor Verwendung, wobei dem Asynchronmotor
ein einstellbarer Frequenzumrichter zugeordnet ist. Mittels einer derartigen Ausstattung
ist es dann möglich, die Drehzahl und somit die Luftfördermenge pro Zeiteinheit über
Verändern der Frequenz des Asynchronmotors zu verändern. Bei Verwendung eines entsprechenden
Freqenzumrichters erfolgt dies bspw. dadurch, daß dem Frequenzumrichter eine analoge
Soll-Spannung vorgegeben wird. Auch kann ein Stromsignal vorgebbar sein oder der Frequenzumrichter
weist eine entsprechende Busschnittstelle auf.
[0017] In dem Leitungssystem wird zwischen den Blas- und/oder Saugluftverbrauchern sowie
dem vorzugsweise als Seitenkanalverdichter ausgebildeten Lufterzeuger gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung als Druckmeßeinrichtung ein sogenannter Druckmeßumformer
angeordnet, der den Druck innerhalb des Leitungssystems in eine von der Steuer- und
Regeleinrichtung verarbeitbaren Analogspannung umwandelt. Anstelle eines Druckmeßumformers,
der den im Leitungssystem vorhandenen Luftdruck in eine Gleichspannung umsetzt, kann
auch ein Druckmeßumformer verwendet werden, dem ein dem Druck proportionaler Gleichstrom
entnehmbar ist. Das dem Druck proportionale Spannungs- bzw. Stromsignal wird der Steuer-
und Regeleinrichtung zugeführt, welche dann aus diesem dem Druck proportionalen Signal
in Verbindung mit einem oder mehreren vorgegebenen, dem Soll-Druck entsprechenden
Soll-Werten entsprechende Ausgangssignale an den Frequenzumrichter abgibt.
[0018] Anstelle eines Druckmeßumformers, welchem eine dem Druck proportionale Spannung bzw.
Strom entnehmbar ist, kann auch eine Anzahl von Druckschaltern bzw. ein Druckschalter
mit einer entsprechenden Anzahl von Schaltkontakten vorgesehen sein. Bei derartigen
Druckschaltern erfolgt das Öffnen bzw. Schließen jeweils eines Schaltkontaktes bei
einem vorgesehenen Druckwert im Leitungssystem. Die Ausgänge der in entsprechender
Anzahl vorgesehenen Druckschalter bzw. des Druckschalters mit den mehreren Kontakten
werden dann von der Steuer- und Regeleinrichtung ausgelesen, so daß aus den Signalen
ermittelbar ist, zwischen welchen der den Kontakten zugeordneten Druckwerten der Druck
im Leitungssystem beträgt.
[0019] Statt Druckmeßeinrichtungen zur Erfassung des in der Leitung herrschenden Druckes
ist es ferner möglich, daß die Einrichtung zur Bereitstellung wenigstens eines sich
mit dem Druck in der Leitung ändernden Signals als eine die Stromaufnahme des Antriebsmotores
des Blas- und/oder Sauglufterzeugers erfassende Einrichtung ausgebildet ist. Hierbei
wird ausgenutzt, daß sich die Stromaufnahme des Motors des Blas- und/oder Sauglufterzeugers
in einem mehr oder weniger weiten Bereich der Förderleistung in Abhängigkeit des Druckes
im System ändert. Hierbei kann vorgesehen sein, daß durch die Steuer- und Regeleinrichtung
die Stromaufnahme des Antriebsmotores des Blas- und/oder Sauglufterzeugers über einen
Stromsensor erfolgt, oder daß der Steuer- und Regeleinrichtung die Stromaufnahme des
Antriebsmotores des Blas- und/oder Sauglufterzeugers in Form eines von dem Stromrichter/Frequenzumrichter
des Antriebsmotors bereitgestellten Signals zugeführt wird.
[0020] Bei dieser Ausführungsform der Erfindung ist dann der Steuer- und Regeleinrichtung
ein Strom-Sollwert zuführbar, mit dem der Antrieb des Blas- und/oder Sauglufterzeugers
beaufschlagbar ist. Die Vorgabe des Soll-Druckes kann dadurch erfolgen, daß der Steuer-
und Regeleinrichtung der durch den Blas- und/oder Sauglufterzeuger in der Leitung
zu erzeugende Druck in Form eines entsprechenden Strom-Sollwertes zuführbar ist.
[0021] Soll eine Luftversorgungseinheit ausschließlich zur Erzeugung einer Blas- oder Saugluftversorgungseinrichtung
ausgebildet sein, so ist es möglich, entweder zwei Druckschalter mit jeweils einem
Schaltkontakt bzw. einen Druckschalter mit integriert zwei Schaltkontakten mit zwei
unterschiedlichen Druckschwellen vorzusehen. Bei dieser einfachen Ausführungsform
der Erfindung entspricht dann der Zustand, in welchem beide Schaltkontakte geöffnet
sind, einer Unterschreitung des vorgesehenen Druckwertes, der Zustand, in welchem
ein Schaltkontakt geöffnet, der andere geschlossen ist, daß der Druck innerhalb des
vorgesehenen Druckbereiches liegt und der Zustand, in welchem beide Schaltkontakte
geschlossen sind, einer Überschreitung des vorgesehenen Druckwertes. Demzufolge sind
die den Schaltkontakten zugeordneten Druckschwellen jeweils als die obere bzw. die
untere Druckschaltschwelle zu verstehen (Toleranzbereich).
[0022] Obwohl bei der zuvorstehend erläuterten Ausbildung mit einem Druckschalter mit zwei
Schaltkontakten bzw. mittels zwei Druckschaltern mit jeweils einem Schaltkontakt lediglich
der Druck im Blasluft- bzw. Saugluftbereich geregelt werden kann, ist es trotzdem
möglich, die Einrichtung von einem geregelten Blasluftbetrieb auf einen lediglich
nur noch steuerbaren Saugluftbetrieb bzw. von einem geregelten Saugluftbetrieb in
einen lediglich nur noch steuerbaren Blasluftbetrieb umzusteuern.
[0023] Gemäß einer einfachen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß durch die
Steuer- und Regeleinrichtung die Ansteuerung des Gebläses derartig erfolgt, so daß
der Luftdruck im Leitungssystem unabhängig von der Druckgeschwindigkeit und sonstigen
Maschinen- bzw. Druckparametern aufrecht erhalten wird. Als Weiterbildung kann aber
vorgesehen sein, daß über beispielsweise ein mit der Steuer- und Regeleinrichtung
verbundenes Potentiometer bzw. über Tasten eines Bedientableaus insbesondere über
ein entsprechendes Leitstandsmenue der der Regelung vorzugebende Druck-Soll-Wert entsprechend
den Druckbedingungen verändert werden kann. Dies setzt die Verwendung eines dem aktuellen
Druckwert proportionale Signale liefernden Druckmeßumformers voraus.
[0024] Als Weiterbildung kann aber auch vorgesehen sein, daß der jeweils aktuell über den
Druckmeßumformer gelieferte Druckwert im Leitungssystem (Blas- bzw. Saugbetrieb) in
Abhängigkeit mit dem Betriebszustand der Maschine sowie den Druckbedingungen repräsentierenden
Signalen/Daten weiterverarbeitet wird. So ist es insbesondere möglich, den der Regelung
zugrunde zu legenden Druck-Sollwert als Funktion der Maschinengeschwindigkeit (Druckgeschwindigkeit)
gemäß einer vorgegebenen Kennlinie zu verändern. So erfolgt dann über die Steuer-
und Regeleinrichtung das Nachführen des Druckes im Leitungssystem über eine Ansteuerung
des Asynchronmotors des Gebläses bei höheren Druckgeschwindigkeiten nach einem insbesondere
höheren Druckwert als bei niedrigen Druckgeschwindigkeiten. Ferner ist es ebenfalls
möglich, weitere Maschinen- bzw. Druckparameter bei der variablen und insbesondere
kennlinienabhängigen Soll-Wert-Modifikation zu berücksichtigen. So kann beispielsweise
vorgesehen sein, daß die Soll-Werte für den zu regelnden Druck im Blas- bzw. Saugluftbetrieb
entsprechend der Bedruckstoffgramatur beispielsweise in einer Tabelle gespeichert
vorgegeben sind. Die Steuer- und Regeleinrichtung steuert dann den Asynchronmotor
des Gebläses bei größeren Bedruckstoffstärken nach einem anderen Sollwert des Druckes
als bei geringerem Gramaturen. Auch ist es so möglich, beispielsweise die Farbbelegung
bzw. die Farbverteilung entsprechend dem Sujet zur Gewinnung der Soll-Werte des Druckes
auszunutzen, um beispielsweise bei gegebenem Bedruckstofformat und einer gegebenen
Gramatur bei beispielsweise geringer Farbflächendeckung einen geringeren Blasluft-Solldruck
vorzugeben als bei vollflächig oder nahezu vollflächig bedrucktem Format.
[0025] Die vorliegende Erfindung ist an einer Vielzahl von Orten innerhalb einer Bogenoffsetdruckmaschine
anwendbar. So können beispielsweise die Blasrohre im Blasrahmen des Auslegers mittels
der erfindungsgemäßen Einrichtung mit Druckluft beaufschlagt werden, was gegenüber
den bekannten Einstellvorrichtungen den Vorteil hat, daß durch individuelle Einstellungen
(formatabhängig) der Blasrohre keine Druckveränderung in der austretenden Blasluft
auftritt. Auch die Saugrollen bzw. Saugkästen in der Auslage einer Bogenoffsetdruckmaschine
können mit der erfindungsgemäßen Einrichtung zur Erzeugung von Saug- und/oder Blasluft
verbunden werden. Auch dadurch ist es möglich, eine formatabhängige Einstellung vorzunehmen,
ohne daß beim An- bzw. Abschalten bestimmter Saugeinrichtungen aufgrund von Druckveränderungen
andere Saugstellen mit beeinflußt werden. Ferner ergibt sich die Möglichkeit, diese
Saugrollen bzw. Saugkästen bedarfsweise auch auf Blasluft (Druckgeregelt) umzuschalten.
Ebenfalls läßt sich auch eine Druckzylinderblasvorrichtung derartig in einfacher Weise
formateinstellbar ausführen, ohne daß es dabei zu einer Veränderung des Blasluftverhaltens
kommt.
[0026] Insgesamt hat die erfindungsgemäße Einrichtung zur Steuerung der Blas- und/oder Saugluft
innerhalb einer Druckmaschine den Vorteil, daß es nicht nur zu einer rückwirkungsfreien
Entnahmemöglichkeit der erzeugten Blas- bzw. Saugluft kommt (z. B. formatabhängige
Einstellung bzw. das Schalten der Luft in nicht benötigten Druckwerken), sondern auch
der Energieverbrauch einer derartigen Einrichtung wird entsprechend des Luftbedarfs
herabgesetzt. Dies hat seine Ursache darin, daß durch entsprechendes Ansteuern des
Gebläses stets nur soviel Luft gefördert wird, wie dies zur Aufrechterhaltung des
vorgegebenen Soll-Druckes notwendig ist. Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin
zu sehen, daß neben der Umschaltbarkeit von Blas- auf Saugluft und umgekehrt das erfindungsgemäße
System zudem auch weitestgehend ohne mechanisch verstellbare Teile auskommt, da die
Anpassung der Blas- bzw. Saugluft an den vorgegebenen Soll-Druck elektronisch über
das Ansteuern des Asynchronmotors des Gebläses erfolgt. Ein weiterer Vorteil besteht
darin, daß auch im Takt der Maschine periodisch bereitgestellte Saug- bzw. Blasluft
wesentlich besser und genauer hinsichtlich dem vorgesehenen Soll-Luftdruck gesteuert
werden kann.
[0027] Dadurch das bei einer Druckmaschine jedem Aggregat eine separat steuerbare Luftversorgungseinheit
zugeordnet ist, ist es möglich, die einzelnen Blas- und/oder Saugluftverbraucher individuell
auf eine insbesondere eine optimale Bogenführung bewirkende Leistung einzustellen.
Insbesondere kann somit dem Umstand Rechnung getragen werden, daß der in den einzelnen
Druckwerken mit unterschiedlicher Farbmenge bedruckter Bogen zwischen den Druckwerken
stets nur mit soviel Luft angeblasen bzw. zur Bogenführung angesaugt wird, wie dies
unbedingt erforderlich ist. Die entsprechenden Stellbefehle zur Einstellung der Förderleistung
der Blas- und/oder Sauglufterzeuger in den jeweiligen Luftversorgungseinheiten erfolgt
dabei durch eine übergeordnete Steuerung, beispielsweise in Form des Leitstandes der
Druckmaschine. Die entsprechenden Einstellwerte für die Förderleistung der den Aggregaten
zugeordneten Luftversorgungseinheiten können insbesondere aus Voreinstellwerten der
Druckmaschine (Druckplattenflächenbewegung) in Verbindung mit der Farbreihenfolge
der Maschine abgeleitet werden. Weiterhin ist es ebenfalls möglich, aus der Art des
Bedruckstoffes (Grammatur) sowie dem Bogenformat direkt Voreinstellwerte für die Blas-
und/oder Saugluftverbraucher in den einzelnen Aggregaten und insbesondere den Druckwerken
abzuleiten. Durch die in der Förderleistung einstellbaren Blas- und/oder Sauglufterzeuger
der einzelnen Luftversorgungseinheiten wird nur soviel Leistung vom Netz aufgenommen,
wie dies im jeweiligen Anwendungsfall nötig ist. Dabei ergibt sich ferner auch der
Vorteil, daß die Geräuschentwicklung auf das jeweils nötige Maß reduziert wird.
[0028] Auch ist es durch Anwendung der Erfindung möglich, an einer Vielzahl von entsprechenden
Stellen Blas- und/oder Saugluft in getakteter Form, d.h. dem Bogenlauf entsprechend
und/oder periodisch den einzelnen Blas- und/oder Saugluftverbrauchern zur Verfügung
zu stellen. Die entsprechenden Schaltsignale, d.h. die Signale, zu deren Zeiten die
Blas- und/oder Saugluft an einer vorgesehenen Stelle wirken soll, können einem Realtime-Rechner
der Maschine entnommen werden, welcher mit einem Winkelgeber an einer Eintourenwelle
der Maschine in Wirkverbindung steht. Der Realtime-Rechner vergleicht dabei die ständig
durch den Winkelgeber der Eintourenwelle gelieferten Ist-Winkelwerte mit gespeicherten
Soll-Winkelwerten und gibt entsprechende Schaltsignale an Ventile weiter, durch welche
dann die getaktete Blas- und/oder Saugluft an der vorgesehenen Stelle erzeugt wird.
Insbesondere kann dadurch bei einer dem Bogentransport bzw. der Bogenführung dienenden
Blasvorrichtung an einem bogenführenden Zylinder bzw. an einem Druckzylinder erreicht
werden, daß die Blasluft, durch welche der Bogen auf die Zylinderoberfläche zu drücken
ist, erst dann auf den Bogen wirkt, wenn die Bogenvorderkante die Blasvorrichtung
passiert hat. Dadurch wird vermieden, daß die Blasluft im Bereich der Bogenvorderkante
zwischen Bogen und Zylinderoberfläche gelangt und somit beispielsweise durch die Druckzone
bis an das Bogenende hindurch gewalzt wird, wo es dann zu unkontrollierten Bewegungen
des Bogenendes insbesondere im Eckenbereich kommt.
[0029] Bei in der Betriebsart Schön- und Widerdruck betreibbaren Druckmaschinen ist es ferner
möglich, durch winkelkorreliertes Schalten von die Bogen führenden und insbesondere
die Bogen abbremsenden Einrichtungen (im Ausleger) eine Einwirkung auf die Bogenfläche
ausschließlich in den nicht bedruckten Bereichen (Rand am Bogenende) vorzusehen. So
kann vorgesehen sein, die Bogenbremsen über einen Realtime-Rechner und mit diesem
in Wirkverbindung stehende Ventile erst nach Passieren der Druckfläche auf der Widerdruckseite
auf Saugen zu schalten bzw. von der Betriebsart Blasen (Bogenführung durch Luftpolster)
auf Saugen umzuschalten. Dies ist bei Schön- und Widerdruck gerade dann von Vorteil,
wenn aufgrund des Sujets auf der Widerdruckseite keine über die Umfangslänge der Bogen
durchgehenden Stege vorhanden sind und zum Bremsen lediglich ein druckfreier Bogenrand
zur Verfügung steht.
[0030] Des weiteren erfolgt die Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der Zeichnungen. Es zeigt:
- Fig. 1 + 2
- einen steuerbaren Blas- bzw. Sauglufterzeuger einer erfindungsgemäßen Luftversorgungseinheit,
- Fig. 3 + 4
- einen von Blas- auf Saugluft und umgekehrt umschaltbaren Lufterzeuger einer Luftversorgungseinheit,
- Fig. 5
- die Zuordnung der einzelnen Luftversorgungseinheiten zu den Aggregaten einer Druckmaschine,
und
- Fig. 6
- eine winkelkorreliert getaktete Blaslufteinrichtung zur Bogenführung in einer Druckmaschine.
[0031] Figur 5 zeigt eine Druckmaschine D mit einzelnen Aggregaten A.1 - A.7. Erkennbar
entspricht das Aggregat A.1 einem Anleger, die Aggregate A.2 - A.5 den einzelnen Druckwerken,
das Aggregat A.6 einer Veredelungseinrichtung, beispielsweise in Form eines Lackierwerkes
und das Aggregat A.7 dem Ausleger der Druckmaschine D. Bei der Druckmaschine D handelt
es sich vorzugsweise um eine Bogenoffsetdruckmaschine.
[0032] Den einzelnen Aggregaten A.1 - A.7 sind Luftversorgungseinheiten L.1 - L.7 zugeordnet,
wobei jede dieser Luftversorgungseinheiten L.1 - L.7 die anhand der Figuren 1 - 4
erläuterten steuerbaren Blas- und/oder Sauglufterzeuger aufweist. Die Luftversorgungseinheiten
L.1 - L.7 sind über angedeutete Leitungssysteme 2 mit den in den Aggregaten A.1 -
A.7 angeordneten und in Figur 5 nicht explizit dargestellten Blas- und/oder Saugluftverbrauchern
5.1 - 5.3 (Figur 1 und 2) verbunden.
[0033] Wie noch anhand der weiteren Figuren dargestellt werden wird, stehen die einzelnen
Steuerungen 9 der einzelnen Luftversorgungseinheiten L.1 - L.7 mit einer insbesondere
in Form des Leitstandes der Druckmaschine ausgebildeten übergeordneten Steuerung (Leitstandrechner
LS) in Verbindung. Ferner weist die Druckmaschine D an einer nicht dargestellten Eintourenwelle
angebrachten Winkelgeber WG auf, dessen Signale von einem Realtime-Rechner R eingelesen
werden. Der Realtime-Rechner R steht dabei über ein Bussystem, über welches auch die
übergeordnete Steuerung (Leitstandrechner LS) mit den einzelnen Luftversorgungseinheiten
L.1 - L.7 bzw. den darin angeordneten Steuerungen 9 in Verbindung. Dabei kann ferner
vorgesehen sein, daß der Realtime-Rechner R auch direkt über spezielle Leitungen bzw.
Bussysteme mit vorgesehenen Ventilen (Einstellvorrichtungen 6.1 - 6.3 bzw. Ventile
4.1 - 4.3 gemäß den Figuren 1 - 4) in Wirkverbindung steht.
[0034] Des weiteren wird anhand der Figuren 1 - 4 erfindungsgemäße Ausführungsvarianten
der Blas- und/oder Sauglufterzeuger einer der Luftversorgungseinheiten L.1 - L.7 dargestellt.
In diesen Ausführungsbeispielen weist der Blas- und/oder Sauglufterzeuger eine Druckmeßvorrichtung
7 mit einer nachgeschalteteten Steuer- und Regelvorrichtung 8 zur Ansteuerung des
Blas- und/oder Sauglufterzeugers 1 auf. Dies ist als besonders bevorzugte Ausführungsform
der Erfindung zu verstehen.
[0035] In den Figuren 1 und 2 sind beispielsweise auf die Formatbreite einstellbare Blas-
und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3 prinzipiell dargestellt, wobei es sich hier
um in Stangen angeordnete Blasrohre mit entsprechenden Düsen bzw. um von Saugauf Blasluft
und umgekehrt umschaltbare Saugringe von Bogenbremsen in Auslegern handeln kann. Die
paarweise geschalteten Blas- und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3 sind über fernansteuerbare
(regelbare) Ventile 4.1 - 4.3 und einen Verteiler 3 mit einer Leitung 2 verbunden,
deren anderes Ende zur Beaufschlagung mit Blas- und/oder Saugluft mit einem ein Gebläse
1.1 aufweisenden Blas- und/oder Sauglufterzeuger 1 verbunden ist. Bei dem Blas- und/oder
Sauglufterzeuger 1 handelt es sich dabei vorteilhafterweise um eine von Blas- auf
Saugluft und umgekehrt umschaltbare Luftfördereinrichtung mit einem Gebläse 1.1, wie
dies prinzipiell in den Figuren 3 und 4 dargestellt ist. Anstelle eines Gebläses 1.1
kann der Blas- und/oder Sauglufterzeuger 1 auch eine Pumpe mit steuerbaren Antrieb
aufweisen.
[0036] Gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausführung sind die Ventile 4.1 - 4.3 zwecks individueller
Druckeinstellbarkeit sowie in der Einstellbarkeit auf das notwendige Format fernansteuerbar
ausgebildet, wozu die Ventile 4.1 - 4.3 mit einer Verstellvorrichtung 6 verbunden
sind. Die Verstellvorrichtung 6 umfaßt dabei gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel
3 Einstelleinheiten 6.1 - 6.3 entsprechend der Anzahl der Gruppen von Blas- und/oder
Saugluftverbrauchern.
[0037] Bei den Ventilen 4.1 - 4.3 kann es sich dabei um elektrisch und/oder pneumatische
fernansteuerbare Ventile handeln. Die Ventile 4.1 - 4.3 können vorzugsweise als mittels
Steuerluftdruck fernansteuerbare Membranventile ausgebildet sein, wobei über den Steuerluftdruck
der Ventildurchlaß verändert wird. Entsprechend umfaßt dann die Verstelleinrichtung
6 als elektrisch stellbare Proportionaldruckregler ausgebildete Einstellvorrichtungen
6.1 - 6.3, über welche der Steuerluftdruck eines Kompressors individuell zum steuern
der Membranventile einstellbar ist. Wesentlich ist dabei, daß die Einstellwerte der
Ventile 4.1 - 4.3 elektrisch erfassbar und in einem Speicher (der Steuerung 9 der
jeweiligen Luftversorgungseinheit L.1 - L.7 oder des Leitstandes LS) abspeicherbar
und bedarfsweise wieder aufrufbar (Wiederholauftrag, gleicher oder ähnlicher Auftrag)
sind. Als Einstellwerte der Ventile 4.1 - 4.3 können entweder die den Ventilen 4.1
- 4.3 bzw. den Einstellvorrichtungen 6.1 - 6.3 zuweisbaren Stellbefehle oder über
separate Stellungsgeber abgreifbare Stellungssignale abgespeichert werden. Durch getaktetes
Ansteuern wenigstens eines der Ventile 4.1 - 4.3 kann getaktete Blas- bzw. Saugluft
ein oder mehreren der Blas- und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3 zur Verfügung gestellt
werden.
[0038] In der Leitung zwischen dem Blas- und/oder Sauglufterzeuger 1 und dem Verteiler 3
ist eine Druckmeßeinrichtung 7 angeordnet, welche beispielsweise als ein Druckmeßumformer
ausgebildet ist. Mittels dieser Druckmeßeinrichtung 7 wird der in der Leitung vorherrschende
Druck der Blas- bzw. Saugluft erfaßt und als ein entsprechendes Signal einer der Druckmeßvorrichtung
7 nachgestalteten Steuer- und Regeleinrichtung 8 zugeführt. Diese Steuer- und Regeleinrichtung
8 steht dabei mit dem Antrieb des Blas- und/oder Sauglufterzeugers 1 in Wirkverbindung.
Die Steuer- und Regeleinrichtung 8 verändert dabei die Förderleistung (des Blas- und/oder
Sauglufterzeugers 1 entsprechend einem Soll-Ist-Vergleich zwischen dem in der Leitung
2 gemessenen Ist-Druck und dem vorgegebenen Soll-Druck. Die Steuer- und Regeleinrichtung
8 steht ferner noch mit der Steuerung 9 in Wirkverbindung, wodurch der vorgebbare
Soll-Druck in der Leitung 2 für die Blas- und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3 insbesondere
in Abhängigkeit der Maschinendrehzahl und sonstiger Maschinen- und Druckparameter
veränderbar ist. Die Steuerung 9 steht ferner auch mit der Verstelleinrichtung 6 der
Ventile 4.1 - 4.3 in Wirkverbindung, so daß auch über einen der Steuerung 9 zugeordneten
Leitstand der Druckmaschine diese Ventile 4.1 - 4.3 fernverstellbar sind. Auch die
Einstellung des Antriebs des Blas- und/oder Sauglufterzeugers 1 / des Gebläses 1.1
bzw. der/die Soll-Druckwerte eines Druckauftrages sind auftragsbezogen erfass- und
in einem Speicher der jeweiligen Steuerung 9 bzw. des Leitstands LS abspeicherbar,
um zu späteren Zeitpunkten (Wiederholauftrag) wieder zur Einstellung gebracht bzw.
der Regelung zu Grunde gelegt zu werden.
[0039] Das Ausführungsbeispiel 2 unterscheidet sich von dem in der Fig. 1 dargestellten
Luftversorgungsprinzip im wesentlichen dadurch, daß die Ventile 4.1 - 4.3 noch zusätzliche
Druckanzeigen 10.1 - 10.3 aufweisen, welche insbesondere als Manometer ausgeführt
den Einstellvorrichtungen 6.1 - 6.3 an der Verstelleinrichtung 6 zugeordnet sind.
Auch kann vorgesehen sein, die Druckanzeigen 10.1 - 10.3 zusätzlich mit elektronisch
abgreifbaren Druckmeßumformern zu erweitern bzw. dadurch zu ersetzen, so daß die entsprechenden
Druckmeßsignale über die Steuerung 9 insbesondere am Leitstand LS der Maschine anzeigbar
sind.
[0040] Die Figuren 3 und 4 zeigen ein Schaltungsbeispiel zwecks wahlweiser Beaufschlagung
der Leitung 2 mittels Blas- oder Saugluft mittels dem Blas- und/oder Sauglufterzeuger
1. Der Luftein- und Luftauslaß des Gebläses 1.1 des Blas- und/oder Sauglufterzeugers
1 ist jeweils mit einer Leitung 2.1 und 2.2 verbunden, welche über schaltbare 3/2-Ventile
mit dem Ende der Leitung 2 verbunden sind. In dem System der Leitung 2, über welches
die Weiterleitung der Blas- bzw. Saugluft über den Verteiler 3 an die einzelnen Blas-
und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3 erfolgt, ist dabei die Druckmeßeinrichtung
7 angeordnet. In den Figuren 3 und 4 ist ferner auch die Steuer- und Regeleinrichtung
8 nebst der Ansteuerbarkeit des Antriebs des Blas- und/oder Sauglufterzeugers 1 dargestellt.
[0041] Soll die Leitung 2 mit Blasluft beaufschlagt werden, so wird das Ventil 11.1 am Lufteinlaß
des Gebläses 1.1 so verstellt, daß das Gebläse 1 seine Ansaugluft über den geöffneten
Kanal dieses Ventils 11.1 erhält, wobei gleichzeitig das Ventil 11.2 in die Durchgangsstellung
verstellt wird. Demzufolge wird die Leitung 2 über der Ausgangsseite des Gebläses
1 verbundenen Leitungszweig 2.2 verbunden, wohingegen der Leitungszweig 2.1 unterbrochen
ist, was durch den parallelen Doppelstrich prinzipiell angedeutet ist.
[0042] In Fig. 4 sind die beiden Ventile 11.1 und 11.2 gleichzeitig in der umgekehrten Schaltmöglichkeit
geschaltet, so daß nun die Leitung 2 über den mit dem Lufteinlaß des Gebläses 1 verbundenen
Leitungszweig 2.1 verbunden ist. Der Luftauslaß erfolgt nun über den Auslaß des Ventils
11.2. Auch hier ist durch den parallelen Doppelstrich die Unterbrechung des Leitungszweiges
2.2 entsprechend der Stellung des Ventils 11.2 angedeutet. In den Figuren 3 und 4
ist die jeweils geschlossene Öffnung des Ventils 11.2 bzw. 11.1 ebenfalls angedeutet.
Die Luftströmrichtungen sind durch die den Leitungen 2 bzw. 2.1, 2.2 zugeordneten
Pfeile ersichtlich.
[0043] Bei der in Figur 5 angedeuteten Druckmaschine D werden zwischen den einzelnen Druckwerken
(Aggregate A.2 - A.5) die Bogen von einem Transferzylinder T an einen Gegendruckzylinder
GD übergeben, der mit einem Gummituchzylinder G zusammenwirkt. Dem Gegendruckzylinder
GD ist dabei eine Blasvorrichtung B (Blas- und/oder Saugluftverbraucher 5.1 - 5.3)
zugeordnet, durch welche der auf dem Gegendruckzylinder GD durch nicht dargestellte
Greifer gehaltene Bogen auf die Zylinderoberfläche gedrückt werden soll. Die Blasvorrichtung
B wird dabei durch eine Leitung 2 mit Blasluft der jeweils zugeordneten Luftversorgungseinheit
L.2 - L.5 beaufschlagt.
[0044] In der Leitung 2 der Blasvorrichtung B vorgeordnet ist ein Ventil 4.1 geschaltet,
welches über eine Einstellvorrichtung 6.1 (Proportionaldruckregler) beispielsweise
durch Prozeßluft konstanten Druckes ferneinstellbar ist. Dieser elektromagnetische
betätigbare Einstellvorrichtung 6.1 steht dabei mit dem Realtime-Rechner R (Figur
5) der Druckmaschine D in Wirkverbindung, so daß das Ventil 4.1 zu vorgesehenen Zeitpunkten
die Blasluft für die Blasvorrichtung B über die Leitung 2 bereitstellt bzw. unterbricht.
Durch diese Anordnung kann vermieden werden, daß die durch die Blasvorrichtung B auf
die Oberfläche des Zylinders GD gerichtete Blasluft beim Passieren der Bogenvorderkante
zwischen der Oberfläche des Zylinders und der Unterseite des Bogens gelangt. Entsprechend
sind im Realtime-Rechner R Winkelwerte abgelegt, durch welche das Takten der Blasluft
für den Moment des Passierens der Bogenvorderkante unterbrochen wird. Ferner kann
durch entsprechend formatabhängig eingegebene Winkelwerte ein Takten der Blasluft
durch die Blasvorrichtungen B auch auf die Formatlänge reduziert werden.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Blas- und/oder Sauglufterzeuger (Luftversorgungseinheit L.1 - L.7)
- 1.1
- Gebläse
- 2.1, 2.2
- Leitung
- 3
- Verteiler
- 4.1 - 4.3
- Ventil (Membranventil)
- 5.1 - 5.3
- Blas- und/oder Saugluftverbraucher (Blasvorrichtung B)
- 6
- Verstelleinrichtung für Ventile 4.1 - 4.3
- 6.1 - 6.3
- Einstellvorrichtung (Proportionaldruckregel) für Ventile 4.1 - 4.3
- 7
- Druckmeßvorrichtung
- 8
- Steuer- u. Regelvorrichtung (Druckmeßvorrichtung 7; Gebläse 1.1)
- 9
- Steuerung (Luftversorgungseinheit L.1 - L.7)
- 10.1 - 10.3
- Druckanzeige
- 11.1, 11.2
- 3/2-Ventil
- 12
- Frequenzumrichter
- D
- Druckmaschine
- B
- Blasvorrichtung
- A.1 - A.7
- Aggregat
- L.1 - L.7
- Luftversorgungseinheit (Fig. 1, 2)
- LS
- Leitstandrechner (übergeordnet den Steuerungen 9 der Luftversorgungseinheiten L.1
- L.7)
- R
- Realtime-Rechner
- WG
- Winkelgeber
- G
- Gummituchzylinder
- GD
- Gegendruckzylinder
- T
- Transferzylinder
1. Blas- und/oder Saugluftversorgung für eine Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine,
wobei die Druckmaschine eine Anzahl von Aggregaten wie Anleger, Druckwerke, Bogenführungsmodule,
Veredelungseinrichtungen und einen Ausleger aufweist, mit wenigstens einer Blas- und/oder
Saugluft erzeugenden Einrichtung, welche über Leitungen mit mehreren Blas- und/oder
Saugluftverbrauchern in der Maschine verbunden ist sowie wenigstens einer Steuerung,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Aggregat (A.1 - A.7) der Druckmaschine (D) eine Luftversorgungseinheit (L.1
- L.7) mit einer Steuerung (9) zugeordnet ist, wobei jede Luftversorgungseinheit (L.1
- L.7) über Leitungen (2) mit den im jeweiligen Aggregat (A.1 - A.7) angeordneten
Blas- und/oder Saugluftverbrauchern (5.1 - 5.3) verbunden ist.
2. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die den Aggregaten (A.1 - A.7) zugeordneten Luftversorgungseinheiten (L.1 - L.7)
als Blas- und/oder Sauglufterzeuger (1) jeweils ein steuerbares Gebläse (1.1) aufweisen.
3. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die über die Leitung (2) mit dem Blas- und/oder Sauglufterzeuger (1) der jeweiligen
Luftversorgungseinheit (L.1 - L.7) verbundenen Blas- und/oder Saugluftverbraucher
(5.1 - 5.3) über Ventile (4.1 - 4.3) einstellbar sind.
4. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den Luftversorgungseinheiten (L.1 - L.7) zugeordneten Steuerungen (9) mit
einer übergeordneten Steuerung (Leitstandrechner LS) der Druckmaschine (D) verbunden
sind.
5. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine der den Aggregaten (A.1 - A.7) zugeordneten Luftversorgungseinheiten
(L.1 - L.7) eine Steuer- und Regeleinrichtung (8) mit einer Einrichtung (7) zur Bereitstellung
wenigstens eines sich mit dem Druck in der Leitung (2) ändernden Signals aufweist,
wobei in Verbindung mit wenigstens einem der Steuer- und Regeleinrichtung (8) vorgebbaren
Wert die Förderleistung des Blas- und/oder Sauglufterzeugers (1) zur Erzeugung eines
in der Leitung (2) vorgesehenen Druckes einstellbar ist.
6. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens einem der in den Aggregaten (A.1 - A.7) angeordneten Blas- und/oder
Saugluftverbraucher (5.1 - 5.3) einer Luftversorgungseinheit (L.1 - L.7) ein fernverstellbares
Ventil (4.1 - 4.3) zugeordnet ist.
7. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckmaschine (D) an einer eintourigen Welle umlaufenden Winkelgeber (WG)
aufweist, so daß bestimmte Blas- und/oder Saugluftverbraucher (5.1 - 5.3) in bestimmten
Aggregaten (A.1 - A.7) bei vorgegebenen Winkelstellungswerten der Maschine ansteuerbar
sind.
8. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckmaschine (D) einen mit dem Winkelgeber (WG) und wenigstens einem fernverstellbaren
Ventil (4.1 - 4.3) in Wirkverbindung stehenden Rechner (Realtime-Rechner R) aufweist,
durch den die dem Ventil (4.1 - 4.3) nachgeschalteten Blas- und/oder Saugluftverbraucher
(5.1 - 5.3) bei vorgegebenen Winkelstellungswerten der Maschine ansteuerbar sind.
9. Blas- und/oder Saugluftversorgung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß durch den Rechner (Realtime-Rechner R) und einem diesem nachgeschalteten Ventil
(4.1 - 4.3) eine der Bogenführung dienende Blasvorrichtung erst nach Passieren der
Bogenvorderkante mit Blasluft beaufschlagbar ist.