[0001] Die Erfindung betrifft ein Bauelement zur Erstellung einer Schwergewichtsmauer mit
einem quaderförmigen Grundkörper, der zwei Längsseiten und im wesentlichen zu den
Längsseiten rechtwinklig angeordnete Schmalseiten, eine Bodenfläche sowie eine Kopffläche
aufweist. Darüberhinaus betrifft die Erfindung eine Schwergewichtsmauer, bestehend
aus einer Vielzahl derartiger Bauelemente. Schließlich betrifft die Erfindung ein
Verfahren zur Herstellung einer Schwergewichtsmauer unter Verwendung derartiger Bauelemente.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind eine Vielzahl von Bauelementen bekannt, die zur Herstellung
von Mauern verwendet werden. Diese Bauelemente sind im wesentlichen quaderförmig und
werden unter Zuhilfenahme von Mörtel oder auch anderen Klebemitteln im Kreuzverband
miteinander vermauert. Dabei ist von wesentlicher Bedeutung, daß die Festigkeit der
Mauer insbesondere durch die Verwendung der Verbindungsmittel, wie Mörtel und durch
den Kreuzverband erzielt wird. Demzufolge tritt die gesamte Festigkeit der Mauer auch
erst nach einem vollständigen Abbinden des Mörtels oder dergleichen ein. Derartige
Bauelemente haben eine Größe und damit auch ein Gewicht, so daß sie von maximal zwei
Personen gehandhabt werden können. Es sind aber auch solche Bauelemente bekannt, die
wesentlich größer und damit wesentlich schwerer ausgebildet sind, so daß zu deren
Handhabung Baufahrzeuge, beispielsweise Bagger, Kräne oder dergleichen notwendig sind.
[0003] Im Bereich von Verkehrsträgern, insbesondere im Bereich der Bauwerke des Schienenverkehrs
werden im Böschungsbereich und im Hangbereich Schwergewichtsmauern aufgestellt. Hierbei
ist die Arbeitszeit zeitlich so eingeschränkt, daß durch Vorfertigung der Bauelemente
die Arbeitszeit vor Ort nur noch zur Montage verwendet werden kann. Diese Vorgehensweise
ist notwendig, da in der Regel bei derartigen Arbeiten der Verkehrsbetrieb unterbrochen
oder zumindest wesentlich reduziert werden muß.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, ein Bauelement zu schaffen, mit dem eine Schwergewichtsmauer mit ausreichender
Stabilität in kurzer Zeit erstellt werden kann. Darüber ist es Aufgabe der Erfindung,
ein Verfahren zu schaffen, mit dem die voranstehend genannte Schwergewichtsmauer schnell
und stabil hergestellt werden kann.
[0005] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung sieht seitens des Bauelementes vor, daß das Bauelement an
der Bodenfläche und der Kopffläche komplementär ausgebildete Verbindungseinrichtungen
zur Verbindung mit benachbart angeordneten Bauelementen aufweist und daß das Bauelement
ein hohes, seine Eigenstandsicherheit gewährleistendes Gewicht aufweist.
[0006] Ein nach dieser Lehre ausgebildetes Bauelement ist folglich aufgrund seines Gewichtes
dazu geeignet, in Verbindung mit weiteren, derartig ausgebildeten Bauelementen in
Form eines Mauerverbandes angeordnet zu werden, der ohne weitere Hilfsmittel, beispielsweise
Mörtel, der abbinden muß, eine Stabilität erhält, die in den hier vorgesehenen Anwendungsfällen
ausreicht. Derartige Schwergewichtsmauern können beispielsweise als Absturzfangwand
für Fels und Geröll im Bereich von Verkehrswegen, insbesondere Schienensträngen dienen.
Darüberhinaus können die Bauelemente in zwei parallel aufgestellten und verspannten
Schwergewichtsmauern mit horizontalen Spanngliedern angeordnet werden, wobei der Zwischenraum
mit Erde aufgefüllt und verdichtet wird, um Brückenauffahrten oder Rampen, insbesondere
als Provisorium auszubilden. Vorteil der erfindungsgemäßen Bauelemente ist, daß nur
sehr kurze Montagezeiten notwendig sind und daß unmittelbar nach Aufstellen einer
Schwergewichtsmauer aus diesen Bauelementen eine sofort belastbare Stützeinheit entsteht.
[0007] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die Verbindungseinrichtungen
im Bereich der Kopffläche als Vorsprung und im Bereich der Bodenfläche aus Ausnehmung
ausgebildet sind. Der Vorsprung und die Ausnehmung sind im Querschnitt vorzugsweise
trapezförmig ausgebildet, um eine möglichst große Flächenpressung zwischen übereinander
angeordneten Bauelementen zu erzielen. Selbstverständlich besteht auch zusätzlich
die Möglichkeit, daß im Bereich der Verbindungseinrichtungen Bindemittel, beispielsweise
Kleber, Mörtel oder dergleichen aufgetragen wird, um die Bauelemente neben ihrer Eigenstandsicherheit
weiter im Verbund abzusichern.
[0008] Die Verbindungseinrichtungen verlaufen vorzugsweise in Längsrichtung parallel zu
den Längsseiten.
[0009] Es hat sich ferner als vorteilhaft erwiesen, daß die Verbindungseinrichtungen eine
Breite von einem Drittel der Breite der Schmalseite haben. Bei dieser Bemaßung ist
es vorteilhaft, daß die Bauelemente seitens der Kopffläche und seitens der Bodenfläche
zumindest zwei Drittel dieser Flächen als Aufstandsflächen haben, darüberhinaus aber
die Verbindungseinrichtungen eine ausreichende Größe aufweisen, die auch hinsichtlich
der Stabilität der Verbindungseinrichtungen erforderlich ist, um eine Beschädigung
oder dergleichen bei der Montage zu vermeiden. Darüberhinaus wird bei einer derart
bemessenen Verbindungseinrichtung auch eine sehr gute Verbindung zwischen benachbarten
Bauelementen erzielt.
[0010] Weiterhin ist vorgesehen, daß die Verbindungseinrichtungen in der Mitte der Schmalseiten
angeordnet sind, so daß die Flächenpressung benachbarter, d. h. übereinander angeordneter
Bauelemente gleichmäßig auf die unteren Bauelemente übertragen wird.
[0011] Die Länge der Längsseiten ist vorzugsweise doppelt so groß, wie die Länge der Schmalseiten.
Darüberhinaus hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Länge der Längsseiten doppelt
so groß auszubilden, wie die Höhe des Grundkörpers im Bereich der Kante zwischen einer
Längsseite und einer Schmalseite. Man erhält somit ein Bauelement, dessen Grundkörper
im Querschnitt quadratisch ausgebildet ist.
[0012] Der Grundkörper weist zumindest eine, vorzugsweise zwei beabstandet zueinander angeordnete
Öffnungen auf, die parallel zu den Schmal- und Längsseiten verlaufend angeordnet und
beidseitig geöffnet sind. Diese Öffnungen dienen der Aufnahme von Verbindungselementen,
insbesondere Ankerstangen, die zumindest die übereinander angeordneten Bauelemente
miteinander verbinden, um die Standsicherheit einer aus diesen Bauelementen hergestellten
Schwergewichtsmauer weiter zu vergrößern.
[0013] Die Öffnungen sind in einem gleichmäßigen Abstand zu einer Schmalseite angeordnet,
so daß auch bei Verwendung von entsprechenden Ankern ein gleichmäßiger Kreuzverband
hergestellt werden kann. Darüberhinaus ist vorgesehen, daß die Öffnungen in der Mittellängsachse
der Kopffläche bzw. der Bodenfläche angeordnet sind. Vorzugsweise sind die Öffnungen
in dem Querschnitt kreisförmig ausgebildet.
[0014] Um darüberhinaus Ankerstangen mit an einem Ende angeordnetem Gewindeabschnitt und
darauf aufgeschraubter Mutter verwenden zu können, ist vorgesehen, daß die Öffnungen
im Bereich ihrer in der kopfflächenseitigen Verbindungseinrichtung angeordneten Enden
im Querschnitt polygonal, insbesondere quadratisch ausgebildet sind. Die in diesem
Querschnitt quadratisch ausgebildeten Abschnitte dienen der Aufnahme der Spannmuttern
für hier in Rede stehende Ankerstangen, wobei bei dieser Ausgestaltung gewährleistet
ist, daß weder die Ankerstange noch die Mutter über die oberste Reihe der aufeinander
aufgelegten Bauelemente hervorstehen.
[0015] Ferner ist vorgesehen, daß der Grundkörper zwei Sacklochbohrungen aufweist, in denen
jeweils ein Befestigungselement zum Anschlagen eines Hebezeuges angeordnet ist. Diese
Befestigungselemente dienen der maschinellen Handhabung der ein großes Gewicht aufweisenden
Bauelemente.
[0016] Vorzugsweise sind die Sacklochbohrungen in einem gleichmäßigen Abstand zu einer Schmalseite
angeordnet. Es hat sich ferner als vorteilhaft erwiesen, die Sacklochbohrungen in
der Mittellängsachse der Kopffläche anzuordnen. Weiterhin ist es vorteilhaft, die
Sacklochbohrungen im Bereich ihrer in der kopfflächenseitigen Verbindungseinrichtungen
angeordneten Enden im Querschnitt polygonal, insbesondere quadratisch auszubilden,
so daß das Anschlagen der Hebezeuge vereinfacht ist.
[0017] Die Sacklochbohrungen sind nach einem weiteren Merkmal der Erfindung zwischen den
Öffnungen und den Schmalseiten des Grundkörpers angeordnet, um einen vorteilhaften
Spreizwinkel des Hebezeuges, beispielsweise eines Stahlseils oder einer Kette mit
endseitig angeordneten Haken zu ermöglichen.
[0018] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß der Grundkörper eine
Länge von zumindest 1 m, vorzugsweise 2 m hat. Eine derartige Größe des Grundkörpers
hat die Folge, daß ein ausreichend großes Gewicht des Bauelementes erzielt wird, welches
bei einer Länge von 2 m ein Volumen von 2 m
3 und bei einer Länge von 1 m, ein Volumen von 1 m
3 aufweist. Bei der Verwendung von Beton mit einer Schüttdichte von mehr als 2,0 kg/dm
3, vorzugsweise mehr als 2,8 kg/dm
3 ergibt sich somit ein Gewicht eines Bauelementes von ungefähr 1000 oder 2000 kg.
Somit wäre selbst bei Verwendung von Leichtbeton mit einer Trockenrohdichte von weniger
als 2 kg/dm
3 ein ausreichend schweres Bauelement geschaffen, das in Verbindung mit weiteren Bauelementen
zu einer Schwergewichtsmauer aufgestellt werden kann, die ggf. ohne weitere Verbindungsmittel
eine ausreichende Standfestigkeit hat.
[0019] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß der Grundkörper im
Bereich seiner Kopf- und Bodenfläche weitere Verbindungseinrichtungen aufweist, die
entsprechend den in Längsrichtung verlaufenden Verbindungseinrichtungen ausgebildet
und hierzu rechtwinklig verlaufend angeordnet sind. Dieser Grundkörper kann in einfacher
Weise dazu verwendet werden, einen rechtwinkligen Versatz an eine aus den voranstehend
beschriebenen Grundkörpern gebildete Schwergewichtsmauer anzuordnen. Darüberhinaus
kann mit diesem Grund-körper auch eine Verzahnung bei einer abgetreppten Bauweise
einer hier in Rede stehenden Schwergewichtsmauer erzielt werden. Auch dieser Grundkörper
kann die voranstehend beschriebenen Bohrungen und Öffnungen für die damit verbundenen
Handhabungen aufweisen.
[0020] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß der voranstehend beschriebene
Grundkörper mit den zusätzlichen Verbindungseinrichtungen eine Höhe hat, die der halben
Höhe des Grundkörpers mit nur einer Verbindungseinrichtung entspricht.
[0021] Weiterhin ist vorgesehen, daß auf die Kopffläche des Formkörpers ein Abdeckelement
aufsetzbar ist, das eine mit der Verbindungseinrichtung im Bereich der Kopffläche
korrespondierende Verbindungseinrichtung im Bereich der auf den Grundkörper aufzusetzenden
Unterfläche und eine hierzu parallel verlaufende Oberfläche hat. Die Oberfläche kann
beispielsweise abgeschrägt oder gewölbt ausgebildet sein, so daß die Ansammlung von
Niederschlagswasser verhindert wird. Das Abdeckelement dient neben dem ästhetischen
Abschluß der Schwergewichtsmauer auch dazu, die Öffnungen und Bohrungen in den Bauelementen
abzudecken, um die in die Öffnungen eingesetzten Stahlanker und Verbindungselemente
weitestgehendst vor Korrosion durch eindringendes Niederschlagswasser zu schützen.
[0022] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß das Abdeckelement eine
größere Breite hat als die Seitenfläche des Grundkörpers. Demzufolge steht das Abdeckelement
auf zumindest einer Längsseite des Bauelementes über. Dieser Überstand schützt die
Fläche des Bauelementes vor durch Niederschlagswasser verursachter Verschmutzung.
[0023] Weiterhin ist vorgesehen, daß das Abdeckelement unterflächenseitig im Bereich seines
Überstands über den Grundkörper zumindest eine in Längsrichtung verlaufende Nut aufweist.
Diese Nut, die nach einem weiteren Merkmal der Erfindung im wesentlichen V-förmig
ausgebildet ist, dient der Ableitung des Niederschlagswassers, so daß dieses nicht
entlang der Unterseite des Überstands bis zur Sichtfläche des Bauelementes gelangen
kann.
[0024] Schließlich ist hinsichtlich des Bauelementes nach einem weiteren Merkmal der Erfindung
vorgesehen, daß der Grundkörper an zumindest einer Längsseite eine Sichtverblendung
aufweist. Diese Sichtverblendung kann als Sichtbetonschalung oder Brettstruktur oder
Betongrobstruktur mittels Strukturgummimatten hergestellt werden. Hierzu werden sogenannte
Inlets auf Stahlschalungen gefertigt. Die Inlets haben eine Abmessung, die der Längsseite
des Bauelementes größenmäßig entspricht. Die Sichtverblendung kann entweder bei der
Herstellung des Bauelementes mit diesem einstückig ausgebildet oder nach Herstellung
des Bauelementes an der Längsseite des Bauelementes befestigt werden.
[0025] Es ist in bezug auf die Schwergewichtsmauer zur Lösung der voranstehend genannten
Aufgabenstellung vorgesehen, daß die Schwergewichtsmauer aus einer Vielzahl von nebeneinander
und / oder übereinander angeordneten Bauelementen mit den voranstehend beschriebenen
Merkmalen der Bauelemente besteht.
[0026] Eine Weiterbildung dieser Mauer sieht vor, daß die einzelnen Bauelemente über in
die Öffnungen eingesteckte Anker miteinander verbunden sind. Vorzugsweise sind die
Bauelemente der Schwergewichtsmauer auf einem Fundament aufgesetzt, um die Standfestigkeit
der Schwergewichtsmauer zu erhöhen.
[0027] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anker bis in den
Bodenbereich reichen und vorzugsweise im Bodenbereich befestigt, insbesondere verklebt
oder einbetoniert sind. Zur Verklebung der Anker hat sich insbesondere Ortbeton oder
ein Zweikomponentenklebesystem empfohlen.
[0028] Es ist ferner vorgesehen, daß die Anker an zumindest einem Ende einen Gewindestangenabschnitt
aufweisen, auf den eine Mutter ggf. unter Zwischenlage einer Scheibe aufgeschraubt
ist, um die Bauelemente miteinander zu verspannen. Darüberhinaus kann der Gewindestangenabschnitt
auch dazu dienen, einen Anker bestimmter Menge durch Montage eines weiteren Ankers
zu verlängern, um insgesamt eine höhere Schwergewichtsmauer mit dieser verlängerten
Ankerstange zu verspannen.
[0029] Die Bauelemente sind bei der hier in Rede stehenden Schwergewichtsmauer derart im
Kreuzverband angeordnet, daß jeweils eine Öffnung des Bauelementes koaxial zur Öffnung
eines oberhalb und / oder unterhalb benachbart angeordneten Bauelementes angeordnet
ist. Somit dienen die Anker nicht nur der Verspannung der übereinander angeordneten
Bauelemente, sondern auch der nebeneinander angeordneten Bauelemente, wobei jeweils
ein Bauelement über eine Ankerstange mit zwei Bauelementen verspannt ist, die seitlich
versetzt oberhalb und unterhalb des erstgenannten Bauelementes angeordnet sind.
[0030] Hinsichtlich des Verfahrens zur Herstellung einer Schwergewichtsmauer mit den voranstehenden
Merkmalen ist zur Lösung der voranstehend genannten Aufgabenstellung vorgesehen, daß
mehrere Bauelemente auf einer ebenen Fläche bündig in einer Reihe nebeneinander angeordnet
werden, anschließend eine nächste Reihe Bauelemente derart auf der ersten Reihe angeordnet
wird, daß die Öffnungen oberhalb und / oder unterhalb benachbart angeordneter Bauelemente
koaxial übereinanderliegend verlaufen.
[0031] Eine alternative Vorgehensweise ist dadurch möglich, daß in bestimmten Abständen
Anker vertikal im Boden verankert werden und anschließend die Bauelemente derart nebeneinander
auf einer ebenen Fläche in mehrere Reihen übereinander im Kreuzverband angeordnet
werden, daß die Anker jeweils eine Öffnung eines jeden Bauelementes durchgreifen.
[0032] Eine Weiterbildung der voranstehend beschriebenen Verfahren zur Herstellung einer
Schwergewichtsmauer sieht vor, daß die obere Reihe der Bauelemente mit Abdeckelementen
abgedeckt wird, um einerseits ein ästhetisches Bauwerk zu erstellen und andererseits
die Öffnungen und Bohrungen in den Bauelementen abzudecken.
[0033] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß nach Aufstellen einer
bestimmten Anzahl von Reihen der Bauelemente durch die Öffnungen Bohrlöcher in den
Boden eingebracht und anschließend Anker in die Bohrlöcher eingesetzt werden, die
die Öffnungen durchgreifen und in den Bohrlöchern verklebt oder einbetoniert werden.
[0034] Es ist ferner vorgesehen, daß die Anker mit den Bauelementen über eine Verschraubung
verspannt werden. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die
Öffnungen nach Einsetzen der Anker und Befestigung der Anker im Boden mit Ortbeton
ausgefüllt werden, um den Verbund der Bauelemente zu verfestigen.
[0035] Schließlich ist bei dem erfindungsgemäßen Verfahren vorgesehen, daß die unterste
Reihe der Bauelemente auf einem zuvor erstellten Fundament aufgestellt wird. Diese
Vorgehensweise verbessert die Standfestigkeit der Schwergewichtsmauer, wobei das Fundament
voreilend erstellt werden kann, um die notwendige Aushärtungszeit für ein aus Beton
hergestelltes Fundament bereitzustellen.
[0036] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung,
in der eine bevorzugte Ausführungsform eines Bauelementes sowie einer Schwergewichtsmauer
dargestellt sind.
[0037] In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- ein erfindungsgemäßes Bauelement in perspektivisch dargestellter Ansicht;
- Fig. 2
- ein als Kreuzbauelement ausgebildetes Bauelement in perspektivisch dargestellter Ansicht;
- Fig. 3
- eine Schwergewichtsmauerin Seitenansicht, bestehend aus in den Fig. 1 und 2 dargestellten
Bauelementen im Bereich einer Böschungssicherung und
- Fig. 4
- die Schwergewichtsmauer gemäß Fig. 3 in einer perspektivisch dargestellten Ansicht.
[0038] In der Fig. 1 ist ein Bauelement 1 in einer ersten Ausführungsform dargestellt. Das
Bauelement 1 hat einen quaderförmigen Grundkörper 2, der zwei Längsseiten 3 sowie
zwei rechtwinklig zu den Längsseiten 3 angeordnete Schmalseiten 4 aufweist. Ferner
hat der Grundkörper 2 eine Bodenfläche 5 und eine Kopffläche 6. Bodenfläche 5 und
Kopffläche 6 erstrecken sich jeweils rechtwinklig zu den Schmalseiten 4 und zu den
Längsseiten 3.
[0039] Die Längsseite 3 hat eine Länge, die doppelt so groß ist, wie die Breite und die
Höhe der Schmalseite 4. Das Bauelement 1 hat eine Länge von 2 m und eine Höhe von
1 m sowie eine Tiefe von ebenfalls 1 m, so daß sich ein Volumen von 2 m
3 ergibt. Das Bauelement 1 besteht aus Beton, der in einer Form gegossen wird. Nach
Aushärten des Betons kann das Bauelement 1 aus der Form entnommen werden.
[0040] Im Bereich der Bodenfläche 5 hat das Bauelement 1 eine als Ausnehmung 7 ausgebildete
Verbindungseinrichtung. Die Ausnehmung 7 ist im Querschnitt trapezförmig ausgebildet
und verläuft parallel zur Mittellängsachse der Bodenfläche 5. Die Breite der Ausnehmung
7 entspricht ungefähr einem Drittel der Tiefe des Bauelementes 1, so daß beidseitig
der Ausnehmung 7 jeweils ein weiteres Drittel der Tiefe der Bodenfläche 5 als Auflagefläche
8 angeordnet ist.
[0041] Auf der parallel zur Bodenfläche 5 verlaufenden Kopffläche 6 weist das Bauelement
1 eine als Vorsprung 9 ausgebildete zweite Verbindungseinrichtung auf. Der Vorsprung
9 ist sowohl hinsichtlich seines Querschnitts als auch hinsichtlich seiner Abmessungen
korrespondierend bzw. komplementär zur Ausnehmung 7 ausgebildet, so daß der Vorsprung
9 ebenfalls im Querschnitt trapezförmig ausgebildet ist.
[0042] Der Vorsprung 9 ist darüberhinaus entsprechend der Ausnehmung 7 im Bereich der Längsachse
an der Kopffläche 6 angeordnet, so daß beidseitig des Ursprungs 9 Auflageflächen 10
der Kopffläche 6 ausgebildet sind.
[0043] Rechtwinklig zur Kopffläche 6 bzw. zur Auflagefläche 8 und somit parallel zu den
Schmalseiten 4 und den Längsseiten 3 weist der Grundkörper 2 des Bauelementes 1 Öffnungen
11 auf, die den Grundkörper 2 im Bereich der Mittellängsachse des Vorsprungs 9 und
der Ausnehmung 7 durchdringen. Die Öffnungen 11 sind hierbei in einem Bereich zwischen
der Ausnehmung 7 und einer durch die Auflageflächen 10 in der Kopffläche 6 aufgespannten
Ebene im Querschnitt rund ausgebildet. Zwischen der durch die Auflageflächen 10 der
Kopffläche 6 aufgespannten Ebene und der parallel hierzu verlaufenden Ebene des Vorsprungs
9 weisen die Öffnungen 11 einen quadratischen Querschnitt auf. Diese Öffnungen 11
dienen der Aufnahme von Ankerstangen, wie es nachfolgend noch beschrieben wird.
[0044] Die Öffnungen 10 sind in gleichen Abständen parallel zu den einander gegenüberliegenden
Schmalseiten 4 verlaufend angeordnet.
[0045] Zwischen den Öffnungen 11 und den Schmalseiten 4 weist das Bauelement im Bereich
des Vorsprungs 9 zwei weitere Bohrungen 12 auf, die als Sacklochbohrungen ausgebildet
sind und im Bereich des Vorsprungs 9 einen quadratischen Querschnitt haben. In diese
Bohrungen 12 sind Verbindungseinrichtungen in Form von Drahtbügeln 13 eingesetzt,
die dazu dienen, daß Hebezeuge, beispielsweise Drahtseile oder Ketten mit beidseitig
angeordneten Hakenelementen angeschlagen werden können. Die Drahtbügel 13 sind hierzu
in Diagonalrichtung der im Querschnitt quadratischen Bohrungen 12 angeordnet, wobei
sich die Drahtbügel 13 über die Mitte des Grundkörpers 1 hinweg in das Material des
Grundkörpers 2 erstrecken. Die Drahtbügel 13 sind somit als Armierungselemente in
dem Grundkörper 2 verankert.
[0046] In der Fig. 2 ist eine zweite Ausführungsform des Bauelementes 1 dargestellt, die
sich von der in Fig. 1 dargestellten ersten Ausführungsform des Bauelementes 1 dadurch
unterscheidet, daß die Höhe des Grundkörpers 2 bei dem Bauelement 1 gemäß Fig. 2 nur
halb so groß ist, wie die Höhe des Grundkörpers 2 des in Fig. 1 dargestellten Bauelementes.
Darüberhinaus weist das Bauelement 1 gemäß Fig. 2 zusätzliche Ausnehmungen 14 im Bereich
seiner Bodenfläche 5 auf. Diese Ausnehmungen 14 sind im gleichmäßigen Abstand zu den
beiden Schmalseiten 4 angeordnet und im Querschnitt wiederum trapezförmig ausgebildet.
Die Ausnehmungen 14 verlaufen darüberhinaus rechtwinklig zur Ausnehmung 7.
[0047] Weiterhin ist zu erkennen, daß das Bauelement 1 gemäß Fig. 2 im Bereich seiner Kopffläche
6 zusätzliche Vorsprünge 15 hat, die den zusätzlichen Ausnehmungen 14 gegenüberliegend
angeordnet sind und die ebenfals im Querschnitt trapezförmig und rechtwinklig zum
Vorsprung 9 verlaufend angeordnet sind.
[0048] In der Fig. 3 ist eine Schwergewichtsmauer 16 dargestellt, die aus vier übereinander
angeordneten Bauelementen 1 mit ganzer Höhe und einem Bauelement 1 mit halber Höhe
besteht. In Längsrichtung der Schwergewichtsmauer 16 sind selbstverständlich eine
Vielzahl von Bauelementen 1 nebeneinander angeordnet, wobei die Anordnung der Bauelemente
1 im Kreuzverband gemäß der Fig. 4 erfolgt.
[0049] Die Schwergewichtsmauer 16 ist als Böschungsabstützung einer angedeuteten Böschung
17 vorgesehen. Hierzu ist die Schwergewichtsmauer 16 auf einem Betonfundament 18 aufgestellt.
Durch die Öffnungen 11 der übereinander angeordneten Bauelemente 1 ist ein Anker 19
gesteckt, der eine Bohrung 20 im Fundament 18 durchgreift und in Abhängigkeit der
Bodenbeschaffung in den Boden, d. h. in ein Bohrloch 21 eingesteckt ist. Das Bohrloch
21 ist hierzu vor dem Einsetzen des Ankers 19 mit einem Verbinder, beispielsweise
mit Ortbeton oder mit einem Zweikomponentenkleber in erforderlicher Menge aufgefüllt,
so daß der Anker 19 im Bohrloch 21 verklebt bzw. einbetoniert ist und die Last der
Böschung 17 über die Bauelemente 1 der Schwergewichtsmauer 16 aufnehmen kann. Die
Stabilität der Schwergewichtsmauer 16 wird somit zum einen durch den Anker 19, zum
anderen aber auch und insbesondere durch das Gewicht der einzelnen Bauelemente 1 und
somit durch das Gewicht der gesamten Schwergewichtsmauer 16 bereitgestellt.
[0050] An seinem dem Bohrloch 21 gegenüberliegenden Ende weist der Anker 19 einen Gewindestangenabschnitt
auf, auf den eine Mutter 22 aufgeschraubt ist. Die Mutter 22 liegt hierbei in dem
mit quadratischem Querschnitt ausgebildeten Abschnitt der Öffnung 11, so daß weder
der Anker 19 noch die Mutter 22 über die höchste Oberfläche des obersten Bauelementes
1 hervorsteht. Mit der Mutter 22 sind die übereinander angeordneten Bauelemente 1
miteinander verspannt, wobei die Verspannungskräfte über den im Bohrloch 21 angeordneten
ausgehärteten Ortbeton oder Zweikomponentenkleber in den Bodenbereich eingeleitet
werden.
[0051] Es kann zusätzlich vorgesehen sein, daß die Öffnungen 11 nach Einsetzen des Ankers
19 und vor dem Verspannen des Ankers 19 in der Schwergewichtsmauer 16 mit Ortbeton
oder einem anderen aushärtenden Baukleber verfüllt ist.
[0052] Auf das oberste Bauelement 1 ist abschließend ein Abdeckelement 23 aufgesetzt, das
auf der Kopffläche 6 des obersten Bauelementes 1 aufliegt und eine mit dem Vorsprung
9 des obersten Bauelementes 1 korrespondierende Ausnehmung hat. Diese Ausnehmung ist
an einer der Oberfläche 24 des Abdeckelementes 23 gegenüberliegenden Fläche 25 angeordnet,
wobei die Oberfläche 24 plan, gewölbt, einseitig abgeschrägt oder beidseitig abgeschrägt
ausgebildet sein kann, um Niederschläge abzuleiten.
[0053] Die Breite des Abdeckelementes 23 ist größer als die Breite des Bauelementes 1, so
daß das Abdeckelement 23 an zumindest einer Seite der Schwergewichtsmauer 16 über
eine Vorderkante des obersten Bauelementes 1 hervorsteht.
[0054] Am freien Ende der Fläche 25, d. h. an dem Ende der Fläche 25, die über die Vorderkante
des obersten Bauelementes 1 hervorsteht, weist das Abdeckelement 23 eine V-förmige
Nut 26 auf, die verhindert, daß abfließendes Niederschlagswasser bis in den Bereich
einer Sichtfläche 27 der Schwergewichtsmauer 16 gelangen kann.
[0055] In der Fig. 4 ist die Sichtfläche 27 detailliert dargestellt. Die Fig. 4 zeigt, daß
die Sichtfläche 27 unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Die Sichtfläche 27 kann
beispielsweise verschiedene Natursteineinlagen aufweisen, die als Inletts auf Stahlschaltischen
vorgefertigt und entweder direkt mit den Bauelementen 1 verbunden oder nachträglich
an den Bauelementen 1 angeordnet werden. Darüberhinaus kann die Sichtfläche 27 auch
andere Strukturen aufweisen.
[0056] Die voranstehend beschriebenen Bauelemente 1 weisen eine Größe auf, die bei einer
Herstellung der Bauelemente 1 aus Beton ein hohes Gewicht der einzelnen Bauelemente
1 bereitstellt, so daß eine aus den Bauelementen 1 hergestellte Schwergewichtsmauer
16 bereits aufgrund des Gewichtes der einzelnen Bauelemente 1 bzw. aufgrund des Gewichtes
sämtlicher Bauelemente 1 der Schwergewichtsmauer 16 eine sehr große Stabilität hat,
die ausreicht, entsprechende Lasten, die seitlich auf die Schwergewichtsmauer 16 wirken,
aufzunehmen. Aufgrund der Abmessungen des Bauelementes 1 besteht die Möglichkeit,
ein solches Bauelement 1 mit einem hohen Anteil von Recyclebetonabfällen herzustellen,
ohne daß die Gefahr besteht, daß im Oberflächenbereich große Unstetigkeitsstellen
entstehen. Demzufolge sind die Bauelemente 1 mit dem hohen Anteil Recyclebeton umweltschonend.
Sie schützen darüberhinaus die natürlichen Mineralressourcen.
[0057] Die Errichtung einer in den Fig. 3 und 4 dargestellten Schwergewichtsmauer 16 kann
dadurch erfolgen, daß die Bauelemente 1 auf einer ebenen Fläche, vorzugsweise dem
Betonfundament 18 in einer Reihe bündig nebeneinander angeordnet werden. Anschließend
wird eine nächste Reihe der Bauelemente 1 im Kreuzverband derart aufgestellt, daß
die Ausnehmungen 7 der oberen Bauelemente 1 die Vorsprünge 9 der unteren Bauelemente
1 übergreifen. Ferner werden die übereinander angeordneten Bauelemente 1 derart ausgerichtet,
daß die Öffnungen 11 benachbart übereinander bzw. benachbart untereinander angeordneter
Bauelemente 1 koaxial zueinander ausgerichtet sind, so daß in der Schwergewichtsmauer
16 durchgehende Öffnungen entstehen, die der Aufnahme der Anker 19 dienen. Die Anker
19 werden in die voranstehend genannten Öffnungen eingebracht, nachdem eine bestimmte
Höhe der zu errichtenden Schwergewichtsmauer 16 erreicht ist, die das Bohren des Bohrloches
21 durch die Öffnungen 11 der aufeinander angeordneten Bauelemente 1 erlaubt. Der
Anker wird nach dem Bohren des Bohrloches 21 gleichzeitig mit einer Kartusche des
Zweikomponentenklebers in das Bohrloch 21 eingeführt. Sobald die Kartusche mit dem
Zweikomponentenkleber das Blindende des Bohrloches 21 erreicht hat, wird die Kartusche
durch den Anker 19 geöffnet, so daß die beiden Komponenten des Zweikomponentenklebers
austreten und miteinander zur Aushärtung reagieren können.
[0058] In diesem Zustand ist es in Abhängigkeit der Höhe der zu errichtenden Schwergewichtsmauer
16 möglich, daß der Anker 19 aus den Öffnungen der Bauelemente 1 der obersten bis
dahin aufgerichteten Reihe hervorsteht. In diesem Fall können weitere Bauelemente
1 in der voranstehend beschriebenen Art und Weise auf die oberste bis dahin aufgerichtete
Reihe Bauelemente 1 aufgestellt werden oder der Anker 19 in der vorbestimmten Länge
abgelängt werden.
[0059] Nachdem die Schwergewichtsmauer 16 die vorbestimmte Höhe erreicht hat und der mit
dem Anker 19 in das Bohrloch 21 eingeführte Zweikomponentenkleber ausgehärtet ist,
wird auf das freie Ende des Ankers 19 die Mutter 22 aufgeschraubt, mit der die Bauelemente
1 der Schwergewichtsmauer 16 verspannt werden. Abschließend werden dann noch die Abdeckelemente
23 auf die obersten Bauelemente 1 aufgesetzt. Die Abdeckelemente 23 können entweder
mit den obersten Bauelementen 1 verklebt oder mit Mörtel verbunden werden oder an
ihrer den Bauelementen 1 zugewandten Fläche 25 Einschraubhülsen für Montagegehänge
aufweisen, mit denen die Abdeckelemente 23 mit den Ankerenden verbunden werden.
[0060] Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, daß vor dem Verspannen der Bauelemente 1 und
demnach auch vor dem Aufbringen der Abdeckelemente 23 die Öffnungen 11 mit den eingesetzten
Ankern 19 mit Ortbeton oder ebenfalls mit einem Zweikomponentenkleber verfüllt werden.
[0061] Alternativ zu dem voranstehend beschriebenen Verfahren besteht auch noch die Möglichkeit,
daß in einem ersten Schritt, d. h. nach Erstellen des Betonfundamentes 18 eine bestimmte
Anzahl von Bohrlöchern 21 in gleichmäßigem Abstand zueinander in den Boden niedergebracht
werden, wobei die Bohrlöcher 21 koaxial zu Bohrungen 20 im Betonfundament 18 angeordnet
sind. Der Abstand der Bohrlöcher 21 bzw. der Bohrungen 20 entspricht dem Abstand der
in den Bauelementen 1 angeordneten Öffnungen 11. Nach Erstellen der Bohrlöcher 21
und der Bohrungen 20 werden in die Bohrlöcher 21 die Anker 19 eingesetzt, wobei ebenfalls
ein Zweikomponentenkleber in der voranstehenden Art und Weise eingebracht werden kann.
Es kann aber auch vorgesehen sein, daß die Bohrlöcher 21 und die Bohrungen 20 mit
Ortbeton aufgefüllt werden, in den im flüssigen Zustand die Anker 19 eingedrückt werden.
Gleiches gilt im übrigen auch für einen Zweikomponentenkleber, der ebenfalls zuvor
in die Bohrlöcher 21 bzw. die Bohrung 20 eingefüllt wird, bevor die Anker 19 eingesetzt
werden. Nach dem Aushärten des Ortbetons bzw. des Zweikomponentenklebers im Bohrloch
21 respektive in der Bohrung 20 sind die Anker 19 zur Aufnahme der Bauelemente 1 fixiert.
Die Bauelemente 1 werden dann derart auf dem Betonfundament 18 aufgesetzt, daß die
unterste Reihe der Bauelemente 1 hinsichtlich eines jeden Bauelementes 1 von zwei
Ankern 19 durchgriffen wird. Anschließend wird die darüber angeordnete Reihe der Bauelemente
1 im Kreuzverband aufgesetzt. Nachdem die Schwergewichtsmauer 16 vollständig erstellt
ist, können die Bauelemente 1 in der voranstehend beschriebenen Art und Weise mit
den Muttern 22 verspannt werden und die Oberfläche der obersten Bauelemente 1 mit
den Abdeckelementen 23 abgedeckt werden.
[0062] Die Handhabung der einzelnen Bauelemente 1 erfolgt mittels eines Krans oder eines
Baggers, der für die Aufnahme eines Hebezeuges vorgesehen ist.
[0063] Mit den voranstehend beschriebenen Bauelementen 1 und dem voranstehend beschriebenen
Verfahren kann eine Schwergewichtsmauer 16 hergestellt werden, die aufgrund ihres
Eigengewichtes eine hohe Standfestigkeit aufweist. Ergänzend kann die Schwergewichtsmauer
16 mit Ankern 19 dauerhaft im Boden verspannt werden. Diese Vorgehensweise bietet
sich dann an, wenn die Schwergewichtsmauer 16 mit hohen seitlichen Belastungen beaufschlagt
werden soll. Es ist aber auch denkbar, daß zwei Schwergewichtsmauern 16 parallel nebeneinander
verlaufend aus Bauelementen 1 aufgebaut werden und daß die Schwergewichtsmauern 16
miteinander verspannt und der Zwischenraum anschließend mit Erde oder einem anderen
Füllstoff aufgefüllt wird, der anschließend verdichtet wird. Bei dieser Ausgestaltung
kann mit den Schwergewichtsmauern 16 in einfacher Weise eine Brückenauffahrt oder
eine Rampe erstellt werden, die in der Regel als Provisorium, beispielsweise als Zufahrt
dient.
[0064] Vorteil einer voranstehend beschriebenen Schwergewichtsmauer 16 aus den voranstehend
beschriebenen Bauelementen 1 ist, daß die Schwergewichtsmauer 16 in sehr kurzen Montagezeiten
errichtet werden kann und daß aufgrund der Errichtung der Schwergewichtsmauer 16 ohne
verbindende Baustoffe, wie beispielsweise Mörtel eine sofort belastbare Stützeinheit
zur Verfügung steht.
1. Bauelement zur Erstellung einer Schwergewichtsmauer (16), mit einem quaderförmigen
Grundkörper (2), der zwei Längsseiten (3) und im wesentlichen zu den Längsseiten (3)
rechtwinklig angeordnete Schmalseiten (4), eine Bodenfläche (5) sowie eine Kopffläche
(6) aufweist, wobei an der Bodenfläche (5) und an der Kopffläche (6) komplementär
ausgebildete Verbindungseinrichtungen zur Verbindung mit benachbart angeordneten Bauelementen
(1) ausgebildet sind und wobei das Bauelement (1) ein hohes, seine Eigenstandssicherheit
gewährleistendes Gewicht aufweist.
2. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungseinrichtungen im Bereich der Kopffläche (6) als Vorsprung (9) und
im Bereich der Bodenfläche (5) als Ausnehmung (7) ausgebildet sind.
3. Bauelement nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Vorsprung (9) und die Ausnehmung (7) im Querschnitt trapezförmig ausgebildet
sind.
4. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungseinrichtungen in Längsrichtung parallel zu den Längsseiten (3)
verlaufend angeordnet sind.
5. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungseinrichtungen eine Breite von einem Drittel der Breite der Schmalseite
(4) haben.
6. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindungseinrichtungen in der Mitte der Schmalseiten (4) angeordnet sind.
7. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge der Längsseiten (3) doppelt so groß ist wie die Länge der Schmalseiten
(4).
8. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge der Längsseiten (3) doppelt so groß ist wie die Höhe des Grundkörpers
(2) im Bereich der Kante zwischen einer Längsseite (3) und einer Schmalseite (4).
9. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) zumindest eine, vorzugsweise zwei beabstandet zueinander angeordnete
Öffnungen (11) aufweist, die parallel zu den Schmalseiten (4) und den Längsseiten
(3) verlaufend angeordnet und beidseitig geöffnet sind.
10. Bauelement nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (11) in einem gleichmäßigen Abstand zu jeweils einer Schmalseite
(4) angeordnet sind.
11. Bauelement nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (11) in der Mittellängsachse der Kopffläche (6) bzw. der Bodenfläche
(5) angeordnet sind.
12. Bauelement nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (11) im Querschnitt kreisförmig ausgebildet sind.
13. Bauelement nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (11) im Bereich ihrer in der kopfflächenseitigen Verbindungseinrichtung
angeordneten Enden im Querschnitt polygonal, insbesondere quadratisch ausgebildet
sind.
14. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) zwei Sacklochbohrungen (12) aufweist, in denen jeweils ein
Befestigungselement (13) zum Anschlagen eines Hebezeuges angeordnet ist.
15. Bauelement nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (12) in einem gleichmäßigen Abstand zu jeweils einer Schmalseite
(4) angeordnet sind.
16. Bauelement nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (12) in der Mittellängsachse der Kopffläche (6) angeordnet
sind.
17. Bauelement nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (12) im Bereich ihrer in der kopfflächenseitigen Verbindungseinrichtung
angeordneten Enden im Querschnitt polygonal, insbesondere quadratisch ausgebildet
sind.
18. Bauelement nach Anspruch 14 und Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sacklochbohrungen (12) zwischen den Öffnungen (11) und den Schmalseiten (4)
des Grundkörpers (2) angeordnet sind.
19. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) eine Länge von zumindest 1 m, vorzugsweise 2 m hat.
20. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) im Bereich seiner Kopffläche (6) und seiner Bodenfläche (5)
weitere Verbindungseinrichtungen aufweist, die entsprechend den in Längsrichtung verlaufenden
Verbindungseinrichtungen ausgebildet und hierzu rechtwinklig verlaufend angeordnet
sind.
21. Bauelement nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) mit den zusätzlichen Verbindungseinrichtungen eine Höhe hat,
die der halben Höhe des Grundkörpers (2) nach Anspruch 1 entspricht.
22. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Kopffläche (6) des Grundkörpers (2) ein Abdeckelement (23) aufsetzbar
ist, das eine mit der Verbindungseinrichtung im Bereich der Kopffläche (6) korrespondierende
Verbindungseinrichtung im Bereich der auf den Grundkörper aufzusetzenden Unterfläche
(25) und eine hierzu parallel verlaufende Oberfläche (24) hat.
23. Bauelement nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Abdeckelement (23) eine größere Breite hat als die Schmalseite (4) des Grundkörpers
(2).
24. Bauelement nach Anspruch 23,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Abdeckelement (23) im Bereich seines Überstandes über den Grundkörper (2)
zumindest eine in Längsrichtung verlaufende Nut (26) aufweist.
25. Bauelement nach Anspruch 24,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Nut (26) im wesentlichen V-förmig ausgebildet ist.
26. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) an zumindest einer Längsseite eine Sichtverblendung (27) aufweist.
27. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) aus Beton, insbesondere unter Verbindung eines hohen Anteils
von recyclefähigem Beton besteht.
28. Schwergewichtsmauer, bestehend aus einer Vielzahl von nebeneinander und / oder übereinander
angeordneten Bauelementen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 27.
29. Mauer nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Bauelemente (1) über in die Öffnungen (11) eingesteckte Anker (19)
miteinander verbunden sind.
30. Mauer nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bauelemente (1) auf einem Fundament (18) aufgesetzt sind.
31. Mauer nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anker (19) bis in den Bodenbereich reichen und vorzugsweise im Bodenbereich
befestigt, insbesondere verklebt oder einbetoniert sind.
32. Mauer nach Anspruch 29,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anker (19) an zumindest einem Ende einen Gewindestangenabschnitt aufweisen,
auf den eine Mutter (22) ggf. unter Zwischenlage einer Scheibe aufgeschraubt ist,
um die Bauelemente (1) miteinander zu verspannen.
33. Mauer nach Anspruch 28,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bauelemente (1) derart im Kreuzverband angeordnet sind, daß jeweils eine Öffnung
(11) des Bauelements (1) koaxial zur Öffnung (11) eines oberhalb und / oder unterhalb
benachbart angeordneten Bauelementes (1) angeordnet ist.
34. Verfahren zur Herstellung einer Schwergewichtsmauer (16) nach einem der Ansprüche
28 bis 33 unter Verwendung von Bauelementen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 27,
bei dem mehrere Bauelemente (1) auf einer ebenen Fläche bündig in einer Reihe nebeneinander
angeordnet werden, anschließend eine nächste Reihe Bauelemente (1) derart auf die
erste Reihe der Bauelemente (1) angeordnet wird, daß die Öffnungen (11) oberhalb und
/ oder unterhalb benachbart angeordneter Bauelemente (1) koaxial übereinanderliegend
verlaufen.
35. Verfahren zur Herstellung einer Schwergewichtsmauer (16) nach einem der Ansprüche
28 bis 32 unter Verwendung von Bauelementen (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 27,
bei dem in bestimmten Abständen Anker (19) vertikal im Boden verankert werden und
anschließend die Bauelemente (1) derart nebeneinander auf einer ebenen Fläche in mehreren
Reihen übereinander im Kreuzverband angeordnet werden, daß die Anker (19) jeweils
eine Öffnung (11) eines jeden Bauelementes (1) durchgreifen.
36. Verfahren nach den Ansprüche 34 oder 35,
dadurch gekennzeichnet,
daß die oberste Reihe der Bauelemente (1) mit Abdeckelementen (23) abgedeckt wird.
37. Verfahren nach Anspruch 34,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Aufstellen einer bestimmten Anzahl von Reihen der Bauelemente (1) durch die
Öffnungen (11) Bohrlöcher (21) in den Boden eingebracht und anschließend Anker (19)
in die Bohrlöcher (21) eingesetzt werden, die die Öffnungen (11) durchgreifen und
in den Bohrlöchern (21) verklebt oder einbetoniert werden.
38. Verfahren nach den Ansprüchen 35 oder 36,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anker (19) mit den Bauelementen (1) über eine Verschraubung verspannt werden.
39. Verfahren nach den Ansprüchen 35 oder 36,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnungen (11) nach Einsetzen der Anker (19) und Befestigung der Anker (19)
im Boden mit Ortbeton ausgefüllt werden.
40. Verfahren nach den Ansprüchen 34 oder 35,
dadurch gekennzeichnet,
daß die unterste Reihe der Bauelemente (1) auf einem zuvor erstellten Fundament (18)
aufgestellt wird.