[0001] Die Erfindung betrifft eine Lagerung eines Schlepphebels einer Ventilsteuereinrichtung
an einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einer gattungsgemäßen Lagerung eines Schlepphebels einer Ventilsteuereinrichtung
an einer Brennkraftmaschine (DE-OS 1 919 993; DE-OS 2 008 944) ist der Schlepphebel
durch eine an einem Zylinderkopf gelagerte Nockenwelle betätigbar` dergestalt, daß
der Schlepphebel mit einem ersten Schlepphebelende auf einer Kugelabstützfläche eines
Kugelzapfens mit einer entsprechend geformten Gegenfläche schwenkbar aufliegt und
abgestützt ist. Mit dem anderen zweiten Schlepphebelende liegt der Schlepphebel auf
einem Ventilschaftende des Zugeordneten Ventils auf und wird durch ein zusätzliches
Haltebauteil in seiner vorbestimmten Betriebsstellung gehalten, in der er von der
Kugelflächenauflage und der Ventilschaftauflage nicht abkippt. Das Haltebauteil besteht
hier einerseits aus einer Verbindungsklammer zwischen dem Ventilschaftende und dem
zweiten Schlepphebelende, wodurch eine bewegliche Verbindung hergestellt ist, die
den Schlepphebel gegen ein Verschieben und seitliches Abkippen sichert. Als weiteres
Haltebauteil ist ein auf den Schlepphebel von oben her aufgesetzter Nocken der Nockenwelle
verwendet, der das erste Schlepphebelende gegen ein Abheben von der Kugelanlagefläche
sichert.
[0003] Die Positionierung und Lagesicherung des Schlepphebels in einer vorbestimmten Betriebsstellung
durch die Verbindungsklammer und den Nocken der Nockenwelle erfolgt erst, wenn diese
Bauteile montiert sind. Bevor diese Bauteile angebracht sind, liegt der Schlepphebel
lediglich lose auf der Kugelanlagefläche und dem Ventilschaftende auf. Dadurch besteht
die Gefahr, daß der Schlepphebel in diesem Zustand abkippt und abfällt. Bei modernen
Brennkraftmaschinen mit vielen Gaswechselventilen und vielen zugeordneten Schlepphebeln
ist die Gefahr eines Abfallens eines oder mehrerer Schlepphebel in der aufgelegten
Montageposition besonders groß. Abgefallene Schlepphebel müssen mühsam und zeitaufwendig
wieder in ihre Auflageposition gebracht werden. Besonders aufwendig ist dies, wenn
eine gemeinsame Nockenwelle auf mehrere Schlepphebel aufgesetzt werden soll und bei
diesem Vorgang einer oder mehrere Schlepphebel aus ihrer Auflageposition abfallen.
[0004] In einer anderen bekannten Ausführungsform (EP 0 287 554 A2) eines Ventilantriebs
einer Brennkraftmaschine liegt ein Kipphebel mit einem Ende an einer endseitigen Kugel
einer Stößelstange an, die von einer untenliegenden Nockenwelle betätigt wird. Das
andere Kipphebelende ist mit einem Ventilschaftende verbunden. Dazwischen ist der
Kipphebel als halbzylindrischer Sattel ausgebildet. Dieser Sattel stellt in Verbindung
mit einer entsprechenden Gegenfläche an einem Zylinderkopfdeckel die Schwenklagerung
des Kipphebels dar. Auch hier besteht bei der Montage nach Auflage des Kipphebels,
vor der Verbindung mit dem Ventilschaftende und vor dem Aufsetzen des Zylinderkopfdeckels
die Gefahr, daß der Schlepphebel abfällt.
In einer anderen bekannten Anordnung von Schlepphebeln einer Ventilbetätigungsvorrichtung
(DE 196 22 872 A1) sind die Schlepphebel mit Lageraugen auf eine gemeinsame Achse
aufgereiht. Hier sind als Montagehilfe Abstandshalter zwischen den Schlepphebeln vorgesehen,
die auf der Achse schwergängig drehbar gelagert sind. Mit Hilfe von überstehenden
Stegansätzen werden die Schlepphebel bei der Montage in eine gewünschte Position angehoben.
Da hier die Schlepphebel auf eine Achse aufgesteckt sind, können sie nicht abkippen
oder abfallen, so daß dieses Problem hier nicht auftritt und die hier erwähnte Montagehilfe
lediglich zu einem montagegerechten Anheben der Schlepphebel dient.
[0005] In einer weiter bekannten Anordnung zur Halterung von Schlepphebeln einer Ventilbetätigungsvorrichtung
(DE 38 43 983 A1, Fig. 2 und 3) sind jeweils zwei Kipphebel mit Lageraugen auf eine
gemeinsame Achse aufgesteckt. Die Kipphebel greifen in ihrer Betriebsstellung in Schlitze
im Zylinderkopf ein, wo sie beweglich gehalten und in einem bestimmten axialen Abstand
auf der Achse festgelegt sind. Da die Kipphebel hier von vornherein auf eine gemeinsame
Achse aufgesteckt sind, tritt auch hier das Problem eines Abkippens und Abfallens
während der Montage nicht auf. Die im Zylinderkopf ausgeformten Schlitze dienen hier
der Abstandshaltung, so daß die Kipphebel betriebsmäßig mit ihren Seitenwänden an
den Schlitzseitenwänden anliegen und abgestützt werden. Die Schlitzwände sind als
Lagerflächen genau mit geringen Abstands- und Richtungstoleranzen zu bearbeiten.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die eingangs beschriebene, gattungsgemäße Lagerung
eines Schlepphebels einer Ventilsteuereinrichtung an einer Brennkraftmaschine so weiterzubilden,
daß ein Abkippen und Abfallen eines Schlepphebels während der Montage verhindert wird.
Diese Aufgabe wird mit dem Merkmal des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Gemäß Anspruch 1 ist als Montagehilfe im Bereich wenigstens einer Seite des Schlepphebels
mit geringem Abstand gegenüber der Schlepphebellage in der Betriebsstellung wenigstens
ein Anlageelement angebracht. Somit kann vor der Anbringung eines Haltebauteils, das
den Schlepphebel in seiner vorbestimmten Betriebsstellung festlegt, ein auf einer
Kugelabstützfläche aufliegender Schlepphebel nur begrenzt in eine geringe Schräglage
bis zur Anlage am Anlageelement abkippen. Diese abgekippte Lage mit nur geringer Schrägstellung
verhindert ein Abfallen des Schlepphebels und ist zudem eine geeignete Position zur
Anbringung eines Haltebauteils.
[0008] Als Haltebauteil zur genauen Ausrichtung und Festlegung des Schlepphebels in eine
vorbestimmte Betriebsstellung dient insbesondere ein auf den Schlepphebel aufgesetzter
Nocken der Nockenwelle und/oder ein Verbindungsteil zwischen dem zweiten Schlepphebelende
und dem Ventilschaftende. Für die Montage dieser Haltebauteile ist die nur in eine
geringe Schräglage gekippte Anlageposition des Schlepphebels gut geeignet, wobei beispielsweise
das Aufsetzen der Nockenwelle und des zugeordneten Nockens den Schlepphebel in seine
Betriebsposition zurückkippt und ausrichtet. Dabei hebt der Schlepphebel von dem oder
den Anlageelementen wieder ab. Die Anlageelemente dienen somit hier ausschließlich
als Montagehilfe und haben in der Betriebsstellung des Schlepphebels keine Anlagestellen.
[0009] Die erfindungsgemäße Montagehilfe ist insbesondere in Verbindung mit Rollenschlepphebeln
vorteilhaft, da diese regelmäßig ohne feste Verbindung an einem zugeordneten Ventilschaftende
aufliegen und hier die Gefahr eines Abkippens und Abfallens während der Montage besonders
groß ist.
[0010] Anlageelemente als Montagehilfe können ohnehin in der Zylinderkopfstruktur vorliegende
und benötigte Anlagewände und Anlagepunkte sein. Insbesondere sind solche Anlageelemente
speziell angegossen und/oder separat eingesetzt und befestigt. Wesentlich dabei ist,
daß diese Anlageelemente mit ihren Anlagestellen und/oder Anlageflächen in einem geringen
Abstand vom Schlepphebel in seiner ausgerichteten Betriebsstellung liegen, so daß
dieser in seiner aufgelegten Position während der Montage nur wenig in eine Schrägstellung
abkippen kann ohne abzufallen. Dazu sind bevorzugt Anlageelemente mit senkrechten
Anlageflächen zu beiden Seiten des Schlepphebels im Bereich der Kugelabstützfläche
am Zylinderkopf angeordnet. Als zusätzliche oder alternative Sicherungsanordnung kann
auch ein Anlageelement beispielsweise als angegossene Anlagerippe im Bereich des Schlepphebelendes
angeordnet sein. Dieses kann eine waagrechte Anlagefläche aufweisen, über die mit
einem Abstand das Schlepphebelende oder entsprechende Fortsätze geführt sind und die
damit nur ein Abkippen in eine geringe Schräglage zuläßt.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform sind zumindest ein Teil der Anlageelemente als
am Zylinderkopf angegossene Anlagenasen ausgebildet, die seitlich und etwa parallel
zu den Schlepphebeln verlaufen.
[0012] Gegebenenfalls sind die Anlageflächen und/oder Anlagestellen der Anlageflächen dort
nachzuarbeiten, wo die Gußgenauigkeit nicht ausreichend ist.
[0013] In einer an sich bekannten Anordnung ist der Kugelzapfen mit der Kugelabstützfläche
ein höhenverstellbares Stellelement eines im Zylinderkopf eingesetzten hydraulischen
Stellelements.
[0014] Anhand einer Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf einen Teil eines Zylinderkopfs,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung des Zylinderkopfs entlang der Linie A-A aus Fig. 1 mit einem
eingezeichneten Schlepphebel, und
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung entlang der Linie B-B aus Fig. 2.
[0016] In den Fig. 1 bis 3 ist ein Teil eines Zylinderkopfs 1 dargestellt mit Bohrungen
2, 3 für Zylinderkopfschrauben und Bohrungen 4, 5 als Steckplätze für (nicht dargestellte)
Hydraulikelemente.
[0017] Von einem Hydraulikelement, das in die Bohrung 5 eingesteckt ist, ist lediglich ein
oberes, höhenverstellbares Stellelement 6 gezeigt, das in der Art eines Kugelbolzens
mit einer endseitigen Kugelabstützfläche 7 ausgebildet ist.
[0018] Dort ist ein Schlepphebel 8 mit einer entsprechenden konkaven Kugelgegenfläche 9
mit einem Schlepphebelende aufgesetzt. Das andere Schlepphebelende ragt in Fig. 2
aus der Zeichenfläche heraus und ist mit einem (nicht dargestellten) Ventilschaftende
verbunden.
[0019] In den Fig. 1 und 3 sind Teile von Nockenwellenlagerschalen 10 eingezeichnet, an
denen eine (nicht dargestellte) Nockenwelle gelagert ist und mit ihren Nocken in der
fertig montierten Betriebsstellung zur Betätigung des Schlepphebels 8 auf diesem aufliegt.
Die in Fig. 2 dargestellte Schlepphebelanordnung oberhalb der Bohrung 5 ist entsprechend
für einen weiteren Schlepphebel im Bereich der Bohrung 4 ebenfalls vorgesehen.
Insbesondere ist dieser Schlepphebel (8) in der Art eines Rollenschlepphebels mit
einer Rolle zwischen den beiden Schlepphebelenden ausgebildet, wobei die Rolle in
Kontakt mit einem Nocken steht.
[0020] Wie aus Fig. 2 ersichtlich, hat der Schlepphebel 8 im wesentlichen eine U-Form mit
einem mittleren, sattelförmigen Bereich als Kugelgegenfläche 9. Der Schlepphebel 8
ist in Fig. 2 mit durchgehenden Linien in seiner senkrecht entsprechend der Achse
10 ausgerichteten Betriebsstellung eingezeichnet. Gegenüber dieser Betriebsstellung
sind zu beiden Seiten des Schlepphebels 8 mit geringen Abständen 11, 12 Anlageelemente
angeordnet, wobei das rechte Anlageelement als ohnehin vorhandene Zylinderkopfwand
13 und das linke Anlageelement als Anlagenase 14 ausgebildet ist. Aus Fig. 3 ist zu
ersehen, daß die Anlagenase 14 ausgehend von einer seitlichen Zylinderkopfwand 13
etwa mit waagrechter Richtung angegossen ist. Zudem sind zwischen mehreren Anlagenasen
14 waagrechte Anlagerippen 16 angegossen. Auch eine solche waagrechte Anlagerippe
kann als Kippsicherung für den Schlepphebel dergestalt verwendet werden, daß dieser
in der ausgerichteten Betriebsstellung so über der Anlagerippe 16 steht, daß kein
unbegrenztes seitliches oder rückwärtiges Abkippen des Schlepphebels 8 möglich ist.
In Fig. 3 ist die Lage des Stellelements 6 des Hydraulikelements mit der Kugelabstützfläche
7 strichliert eingezeichnet sowie eine Ölversorgungsleitung 17 für die Hydraulikelemente.
[0021] Bei der Montage der Schlepphebel 8 werden diese im Zylinderkopf auf ihre endseitigen
Anlageflächen, insbesondere die Kugelabstützflächen 7 aufgelegt. Dabei können die
Schlepphebel 8 vor der Montage der Nockenwelle und vor dem Aufsetzen der Nocken aus
der senkrecht ausgerichteten Position abkippen, wie dies mit der Achse 18 angedeutet
ist. Ein nach rechts abgekippter Schlepphebel 8 ist in Fig. 2 strichliert eingezeichnet.
Der Schlepphebel 8 legt sich dabei seitlich an die entsprechend angeordnete Zylinderkopfwand
13 an, so daß er nicht abfallen kann. Bei einem Abkippen zur linken Seite würde der
Schlepphebel 8 entsprechend an der Anlagenase 14 anliegen und ohne abzufallen lediglich
in einer etwas gekippten Schräglage gehalten werden. Eine solche Schräglage ist für
das Aufsetzen eines Nockens einer Nockenwelle geeignet, wodurch dann der Schlepphebel
8 in seine ungekippte Betriebsstellung ausgerichtet wird. Die Anlagewände dienen somit
hier als Montagehilfe und liegen in der Betriebsstellung mit den Abständen 11, 12
vom Schlepphebel 8 ohne weitere Funktion entfernt.
1. Lagerung eines Schlepphebels (8) einer Ventilsteuereinrichtung an einer Brennkraftmaschine,
wobei
der Schlepphebel (8) durch eine an einem Zylinderkopf (1) gelagerte Nockenwelle betätigbar
ist, dergestalt,
daß der Schlepphebel (8) mit einem ersten Schlepphebelende auf einer Kugelabstützfläche
(7) mit einer entsprechend geformten Gegenfläche (9) schwenkbar aufliegt und abgestützt
ist, und
daß der Schlepphebel (8) mit dem anderen zweiten Schlepphebelende auf einem Ventilschaftende
des zugeordneten Ventils aufliegt und der Schlepphebel (8) durch weitere Haltebauteile
in einer vorbestimmten Betriebsstellung gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Montagehilfe im Bereich wenigstens einer Seite des Schlepphebels (8) mit geringem
Abstand (11, 12) gegenüber seiner Betriebsstellung wenigstens ein Anlageelement (13,
14, 16) angebracht ist, so daß vor der Anbringung des Haltebauteils ein auf der Kugelabstützfläche
aufliegender Schlepphebel (8) nur begrenzt bis zur Anlage am Anlageelement (13, 14,
16) abkippen kann und so in einer geeigneten Position zur Anbringung und zur Ausrichtung
durch die weiteren Haltebauteile abgestützt ist.
2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das oder die Anlageelemente
(13, 14, 16) am Zylinderkopf (1) angegossen und/oder separat eingesetzt sind.
3. Lagerung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei angegossenen Anlageelementen
(13, 14, 16) die Anlageflächen nachbearbeitet sind.
4. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlageelemente
(13, 14, 16) mit geringem Abstand (11, 12) zu beiden Seiten des Schlepphebels (8)
und/oder mit geringem Abstand zum Schlepphebelende im Bereich der Kugelabstützfläche
(7) am Zylinderkopf (1) angeordnet sind.
5. Lagerung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Anlageelemente
etwa parallel zu einem Schlepphebel (8) verlaufende, angegossene Anlagenasen (14)
sind.
6. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kugelabstützfläche
(7) auf einem Kugelzapfen als Stellelement (6) eines in den Zylinderkopf (1) eingesetzten
Hydraulikstellelements ist.
7. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Haltebauteil
ein auf den Schlepphebel (8) aufgesetzter Nocken der Nockenwelle und/oder ein Verbindungsteil
zwischen dem zweiten Schlepphebelende und dem Ventilschaftende ist.
8. Lagerung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlepphebel
(8) ein Rollenschlepphebel ist, bei dem eine zwischen den beiden Schlepphebelenden
angeordnete Rolle an der Nockenwelle anliegt.