[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung einer Nockenwellen-Geberscheibe zur Nockenwellenlageerkennung
an einer Nockenwelle einer Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einer Viertakt-Brennkraftmaschine dreht die Kurbelwelle zweimal je Arbeitsspiel
und überstreicht somit einen Winkel von 720°, bevor ein bestimmter Zylinder wieder
die gleiche Arbeitsstellung einnimmt. Um die momentane Arbeitsstellung eines Zylinders
zu erfassen, reicht es daher nicht aus, die Winkelposition der Kurbelwelle innerhalb
einer Umdrehung zu bestimmen. Es muß zudem erfaßt werden, ob sich die Brennkraftmaschine
gerade in der ersten oder in der zweiten Hälfte des Arbeitsspiels entsprechend der
ersten oder zweiten Kurbelwellenumdrehung befindet. Eine solche Zylindererkennung
ist in Verbindung mit einer modernen Brennkraftmaschinensteuerung erforderlich.
[0003] Dazu ist eine Geberanordnung bekannt (EP 0 572 584 B1) mit einer Geberscheibe, die
mit der Kurbelwelle verbunden ist und an ihrem Umfang eine Vielzahl gleichartiger
Winkelmarken sowie eine Bezugsmarke aufweist. Zudem ist eine zweite Geberscheibe mit
der Nockenwelle der Brennkraftmaschine verbunden, die am Umfang unterschiedlich lange
Segmente mit Zwischenräumen aufweist. Die Anzahl der Segmente entspricht der Anzahl
der Zylinder. Die Hälfte der Segmente besteht aus aufeinanderfolgenden kurzen Segmenten
und aufeinanderfolgenden langen Segmenten, wobei zwischen den langen Segmenten kurze
Zwischenräume und zwischen den kurzen Segmenten lange Zwischenräume liegen. Zudem
liegt gegebenenfalls zwischen den kurzen und langen Segmenten ein kurzer oder langer
Trennraum.
[0004] Die Kurbelwellen-Geberscheibe und die Nockenwellen-Geberscheibe werden von Aufnehmern,
beispielsweise induktiven Aufnehmern oder Hall-Sensoren abgetastet. Die beim Vorbeilaufen
der Winkelmarken bzw. der Segmente in den Aufnehmern erzeugten Signale werden einem
Steuergerät zugeführt und dort für eine genaue Zylindererkennung und Lageerkennung
ausgewertet. Insbesondere werden Kombinationen aus den elektrischen Signalen unter
Berücksichtigung kurzer High- oder Low-Phasen, die den kurzen und langen Segmenten
zugeordnet sind, für die Zylindererkennung ausgewertet.
[0005] Die Nockenwellen-Geberscheibe wurde bisher als separate Scheibe hergestellt und zusammen
mit der Nockenwelle drehangetrieben verbunden. Die Herstellung der Scheibe, ggf. eine
Justierung gegenüber der Nockenstellung und die Montage sind dabei relativ aufwendig.
Zudem sind Toleranzen möglich, die bei ungünstigen Verhältnissen zu Fehlerkennungen
führen können
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Anordnung einer Nockenwellen-Geberscheibe
zur Nockenwellenlageerkennung an einer Nockenwelle einer Brennkraftmaschine so weiterzubilden,
daß bei guter Funktion die Herstellungs- und Montagekosten reduziert werden.
[0007] Diese Aufgabe wird mit dem Merkmal des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Gemäß Anspruch 1 sind die Nockenwellen-Geberscheibe und die Nockenwelle einstückig
und materialeinheitlich als Einheit ausgebildet.
[0009] Durch die einstückige Ausbildung ist vorteilhaft eine durch die Herstellung bedingte
genaue Zuordnung der Geberscheibensegmente zu der Nockenstellung der Nockenwelle gegeben.
Zudem ist eine stabile Drehverbindung zwischen der Nockenwellen-Geberscheibe und der
Nockenwelle hergestellt. Montagearbeiten zur Anbringung und Verbindung der Geberscheibe
an der Nockenwelle entfallen.
[0010] Besonders vorteilhaft werden die Nockenwellen-Geberscheibe und die Nockenwelle einstückig
unter Ausbildung der Segmente und zumindest eines Teils der Zwischenräume gegossen.
Dabei ist ein einfaches Gießverfahren mit zwei Formkästen möglich, wobei deren Entformebene
in einer Mittenlängsebene der Nockenwelle liegt. Bei geeigneter Lage der Nockenwellen-Geberscheibe
in den Formkästen treten keine oder nur wenige Flanken an den Segmenten auf, die Hinterschneidungen
bilden. Somit können zumindest ein Teil der Segmente und deren Zwischenräume direkt
und ohne Nachbearbeitung gegossen werden. Zudem sind wenigstens ein Teil der Segmentlängen
und Zwischenraumlängen sowie die zugeordneten Signallängen unkritisch, so daß entsprechende
gußbedingte Längentoleranzen für die Zylindererkennung unkritisch sind. Nachbearbeitungen
sind somit lediglich dort erforderlich, wo an den Segmenten Hinterschneidungen bezüglich
der Entformebene im fertigen Zustand auftreten und diese aufgrund des einfachen Gießverfahrens
ohne Einlageteile oder Schieber nicht herstellbar sind. Nachbearbeitungen können auch
dort erforderlich werden, wo für eine Zylinder- und Lageerkennung genaue Flankenlagen
der Segmente erforderlich sind.
[0011] Das vorbeschriebene, einfache Gießverfahren mit zwei Formkästen ohne zusätzliche
Einlagen ist besonders geeignet für eine Einheit aus einer Nockenwellen-Geberscheibe
und einer Nockenwelle, die für eine Brennkraftmaschine mit Vier Zylindern bestimmt
ist. Dabei weist die Nockenwellen-Geberscheibe vier Segmente auf, dergestalt, daß
auf zwei lange Segmente zwei kurze Segmente folgen, wobei im Anschluß an die langen
Segmente kurze Zwischenräume und im Anschluß an die kurzen Segmente lange Zwischenräume
liegen.
[0012] Durch eine geeignete Wahl der Entformebene zwischen den zwei Formkästen bezüglich
der Drehstellung der Nockenwellen-Geberscheibe können Hinterschneidungen vollständig
oder zumindest weitgehend vermieden werden, so daß ein solche Einheit mit Segmenten
und Zwischenräumen durch Gießen ohne Nacharbeiten oder nur mit geringen Nachbearbeitungen
herstellbar ist.
[0013] Zweckmäßig wird dabei die Entformebene in eine Radialebene der Nockenwellen-Geberscheibe
gelegt, so daß diese einerseits am Ende des ersten langen Zwischenraums und andererseits
gegenüberliegend zu Beginn des zweiten langen Segments liegt. Dadurch verlaufen die
entsprechenden Segmentflanken in der Entformebene.
[0014] Weiter können die Flanken zu Beginn und am Ende des ersten kurzen Segments sowie
die Flanke am Beginn und ggf. am Ende des ersten langen Segments senkrecht stehend
auf der Entformebene gewählt werden, so daß auch bezüglich dieser Flanken eine Entformung
ohne Hinterschneidungen möglich ist.
[0015] Insbesondere kann auch der Zwischenraum zwischen den beiden langen Segmenten so ausgeführt
werden, daß die Flanke am Ende des ersten langen Segments nicht radial verläuft sondern
etwa senkrecht auf der Entformebene steht und somit eine einfache Entformung ohne
Hinterschneidungen möglich ist. An dieser Flanke muß ein zugeordneter Sensor in der
Regel genau "Low" erkennen, so daß hier eine Nachbearbeitung zu einer genau definierten
Flankenstellung zweckmäßig ist. Da eine solche Nachbearbeitung hier ohnehin ggf. erforderlich
ist, kann dieser Zwischenraum zwischen den beiden langen Segmenten auch von vorneherein
ganz oder teilweise voll gegossen sein und dann nach dem Entformen ausgefräst werden.
[0016] Anhand einer Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
[0017] In Fig. 1 ist eine Einheit 1 aus einer Nockenwellen-Geberscheibe 2 und einer Nockenwelle
3 dargestellt, wobei die Nockenwellen-Geberscheibe 2 und die Nockenwelle 3 als Einheit
1 einstückig und materialeinheitlich mit einem einfachen Gießverfahren mit zwei Formkästen
hergestellt ist.
[0018] Die Nockenwellen-Geberscheibe 2 und die Nockenwelle 3 rotieren gemeinsam um eine
zentrale Achse 4 im Uhrzeigersinn entsprechend dem Pfeil 5.
[0019] Am Umfang der Nockenwellen-Geberscheibe 2 sind unterschiedlich lange Segmente mit
Zwischenräumen angeordnet, wobei der Scheibendurchmesser entsprechend der Pfeile 6
und 7 in den Segmentbereichen deutlich größer gegenüber den Zwischenraumbereichen
ist.
[0020] Unter Berücksichtigung der Drehrichtung (Pfeil 5) folgen auf ein erstes und zweites
kurzes Segment 8, 9 ein erstes und zweites langes Segment 10, 11. Im Anschluß an die
kurzen Segmente 8, 9 liegt ein erster und zweiter langer Zwischenraum 12, 13 und im
Anschluß an die langen Segmente 10, 11 jeweils ein erster und zweiter kurzer Zwischenraum
14, 15.
[0021] Bei einem Gießverfahren mit zwei Formkästen ohne zusätzliche Einlagen liegt die Entformebene
16 in einer Radialebene einerseits am Ende des ersten langen Zwischenraums 12 bzw.
an der Startflanke des zweiten kurzen Segments 9 und andererseits am Ende des ersten
kürzeren Zwischenraums 14 bzw. an der Startflanke des zweiten langen Segments 11.
Die Entformungsrichtung ist mit Pfeilen 17 eingezeichnet.
[0022] Damit keine Hinterschneidungen auftreten, stehen zudem die Flanken zu Beginn und
am Ende des ersten kurzen Segments 8 sowie die Flanken am Beginn und Ende des ersten
langen Segments 10 senkrecht auf der Entformebene 16.
[0023] Die Flanke 18 zwischen dem ersten und zweiten langen Segment 10, 11 ist durch Fräsen
genau nachgearbeitet, so daß sich hier genaue Winkelverhältnisse (angedeutet durch
Pfeile 19, 20) für eine genaue und zuverlässige "Low"-Erkennung durch einen zugeordneten
Sensor ergeben.
1. Anordnung einer Nockenwellen-Geberscheibe (2) zur Nockenwellenlageerkennung an einer
Nockenwelle (3) einer Brennkraftmaschine, wobei die Nockenwellen-Geberscheibe (2)
am Umfang unterschiedliche Segmente (8, 9, 10, 11) mit Zwischenräumen (12, 13, 14,
15) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Nockenwellen-Geberscheibe (2) und die Nockenwelle (3) als Einheit (1) einstückig
und materialeinheitlich ausgebildet sind.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nockenwellen-Geberscheibe
(2) und die Nockenwelle (3) einstückig unter Ausbildung der Segmente (8, 9, 10, 11)
und zumindest eines Teils der Zwischenräume (12, 13, 14, 15) gegossen sind.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gießverfahren mit zwei
Formkästen durchgeführt ist, deren Entformebene (16) in einer Mittenlängsebene der
Nockenwelle liegt.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Einheit (1) aus Nockenwelle-Geberscheibe (2) und Nockenwelle (3) für eine
Brennkraftmaschine mit vier Zylindern bestimmt ist und dazu vier Segmente (8, 9, 10,
11) aufweist, dergestalt,
daß auf zwei lange Segmente (10, 11) zwei kurze Segmente (8, 9) folgen, wobei im Anschluß
an die langen Segmente (10, 11) kurze Zwischenräume (14, 15) und im Anschluß an die
kurzen Segmente (8, 9) lange Zwischenräume (12, 13) liegen.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Entformebene (16) in einer
Radialebene der Nockenwellen-Geberscheibe (2) liegt einerseits am Ende des ersten
langen Zwischenraums (12) und andererseits zu Beginn des zweiten langen Segments (11).
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Flanken zu Beginn und am
Ende des ersten kurzen Segments (8) sowie die Flanke am Beginn und ggf. am Ende des
ersten langen Segments (10) senkrecht auf der Entformebene (16) stehen.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischenraum
(14) zwischen den beiden langen Segmenten (10, 11) wenigstens teilweise voll gegossen
ist, und nach dem Entformen ausgefräst ist.