Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen nach
der Gattung des Patentanspruchs 1 aus. Bei einem derartigen aus der DE-OS 44 42 764
bekannten Kraftstoffeinspritzventil der nach außen öffnenden Bauart ist ein axial
verschiebbares kolbenförmiges Ventilglied in einer Bohrung eines Ventilkörpers geführt.
Das Ventilglied weist dabei an seinem in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine
ragenden Ende einen, aus der Bohrung austauchenden, im Durchmesser vergrößerten Ventilgliedkopf
auf, der ein Ventilschließglied bildet und an dessen dem Ventilkörper zugewandten
Seite zumindest mittelbar eine Dichtfläche angeordnet ist. Diese Ventilglieddichtfläche
wirkt dabei mit einer an der brennraumseitigen Stirnseite des Ventilkörpers vorgesehenen
Ventilsitzfläche zusammen, die dabei an die Bohrung im Ventilkörper grenzt. Dabei
ist zwischen dem Schaft des Ventilgliedes und der Wand der Bohrung im Ventilkörper
ein Druckraum gebildet, der über eine Zulaufleitung mit von einer Hochdruckförderpumpe
gefördertem Kraftstoffhochdruck beaufschlagbar ist. Während der Einspritzphasen, d.h.
bei dem Einspritzventil zugeführtem Kraftstoffhochdruck wird das Ventilglied entgegen
der Kraft einer Rückstell- bzw. Schließfeder nach außen von seinem Ventilsitz abgehoben
und gibt dabei einen Öffnungsquerschnitt am Ventilkopf zwischen der Dichtfläche und
der Ventilsitzfläche frei, über den der Kraftstoff aus dem Druckraum im Ventilkörper
in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine einströmen kann. Um dabei
einen für verschiedene Drehzahlen und Lastbereiche der Brennkraftmaschine variablen
Einspritzquerschnitt zu erreichen, weist das bekannte Einspritzventil am Ventilkopf
eine Vielzahl von Einspritzöffnungen auf, die axial übereinanderliegend angeordnet
sind und die nunmehr während der nach außen gerichteten Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes
nacheinander aufsteuerbar sind, so daß sich insgesamt unterschiedlich große Einspritzöffnungsquerschnitte
einstellen lassen. Die Einspritzöffnungen sind dabei so im Ventilkopf des Ventilgliedes
angeordnet, daß sie bei am Ventilsitz anliegendem Ventilglied von der Wand der Bohrung
im Ventilkörper verschlossen sind und erst während der nach außen gerichteten Öffnungshubbewegung
des Ventilgliedes durch Austauchen aus der Bohrung aufgesteuert werden.
[0002] Dabei weist das bekannte Kraftstoffeinspritzventil jedoch den Nachteil auf, daß die
Steuerung der Ventilgliedöffnungshubbewegung nur in Abhängigkeit vom Druckanstieg
im Druckraum erfolgt. Dabei lassen sich bestimmte Teilhubpositionen des Ventilgliedes
bei dem bekannten Einspritzventil nur sehr schwierig einstellen, so daß reproduzierbare
Teilöffnungshublagen des Ventilgliedes, bzw. ein Verharren des Ventilgliedes in Teilöffnungshublagen
beim bekannten Kraftstoffeinspritzventil nicht möglich sind.
Vorteile der Erfindung
[0003] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den Vorteil, daß die Betätigung des
Ventilgliedes unabhängig vom Kraftstoffhochdruck im Druckraum durch ein zusätzliches
Stellglied erfolgt. Dieses separat zu betätigende Stellglied ist dabei in vorteilhafter
Weise als Piezoaktor ausgebildet, kann jedoch auch durch andere elektromechanische
Stellglieder ersetzt werden. Um dabei die relativ kleine axiale Verstellbewegung des
Piezoaktors in eine ausreichend große axiale Verstellbewegung des Ventilgliedes umzuwandeln,
ist zwischen dem Piezoaktor und dem Ventilglied in vorteilhafter Weise ein hydraulischer
Übersetzungsraum vorgesehen, über den die relativ kleine Verstellbewegung des Piezoaktors
in eine relativ größere Verstellhubbewegung am Ventilglied umgewandelt wird. Dabei
ist es besonders vorteilhaft, zwischen dem Piezoaktor und dem Ventilglied einen weiteren
Stellkolben vorzusehen, der mittels einer Feder mit seiner ersten Stirnfläche ständig
in Anlage am Piezoaktor gehalten wird und diesen vorspannt und der mit seiner zweiten
abgewandten Stirnfläche in den hydraulischen Arbeitsraum ragt. Dabei wirkt dieser
hydraulische Arbeitsraum nicht nur als Übersetzungsraum sondern übernimmt zudem die
Funktion einer Temperaturkompensation am Piezoaktor. Um dabei die Stellkräfte am Ventilglied
möglichst klein zu halten, ist das Ventilglied druckausgeglichen ausgeführt, wozu
in vorteilhafter Weise die beiden den Druckraum im Ventilkörper begrenzenden Druckschultern
die gleiche Druckangriffsfläche aufweisen. Die Schließkraft am Ventilglied wird dabei
allein durch die Ventilfeder aufgebracht, wodurch ein besonders einfacher Aufbau erreicht
wird und zudem der Piezoaktor lediglich die Kraft dieser Ventilfeder überwinden muß.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist das Ventilglied eine in Schließrichtung
des Ventilgliedes wirkende zusätzliche dritte Druckschulter auf, die ebenfalls ständig
mit der Kraftstoffhochdruckzuführungsleitung verbunden ist, so daß die Schließkraft
am Ventilglied in vorteilhafter Weise stets proportional zum Druck im Kraftstoffhochdruckversorgungssystem
ansteigt.
[0004] Das Kraftstoffeinspritzventil kann dabei als sogenannte Varioregisterdüse mit einer
Vielzahl von übereinander angeordneten Spritzbohrungen oder als sogenannte Varioschlitzdüse
mit einem rechteckigen schlitzförmigen Einspritzquerschnitt ausgebildet sein, die
in Abhängigkeit vom Ventilgliedöffnungshub verschiedene Einspritzöffnungsquerschnitte
freigeben. Dabei kann der Einspritzquerschnitt bzw. Einspritzverlauf frei gewählt
und einem entsprechenden Motorenkennfeld angepaßt werden, wobei sowohl Teilhübe, Rateshaping
als auch Voreinspritzungen möglich sind. Dabei kann das Ventilglied nunmehr durch
die Betätigung durch das separate Stellglied, vorzugsweise einen Piezoaktor unabhängig
vom Kraftstoffhochdruck in seiner Öffnungshublage eingestellt werden. Die Einspritzung
erfolgt dabei gegenüber anderen Düsentypen auch bei Aufsteuerung eines Teilhubs jeweils
drosselfrei, so daß die volle Druckenergie der Strahlaufbereitung zugute kommt.
[0005] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0006] Vier Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils für Brennkraftmaschinen
sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der folgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen die Figur 1 einen Längsschnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel mit
nur zwei Druckangriffsflächen am Ventilglied, die Figur 2 eine vergrößerte Schnittdarstellung
aus der Figur 1 im Bereich des Ventilgliedkopfes, wobei die Einspritzöffnung beim
ersten Ausführungsbeispiel als rechteckförmiger Schlitz ausgebildet ist, die Figur
3 ein zweites Ausführungsbeispiel analog zur Darstellung der Figur 2, bei dem die
Einspritzöffnungen durch axial übereinanderliegende Einspritzbohrungen gebildet sind,
die Figur 4 ein drittes Ausführungsbeispiel analog zur Darstellung der Figur 1, bei
dem eine zusätzliche dritte Druckangriffsfläche am Ventilglied vorgesehen ist und
die Figur 5 ein viertes Ausführungsbeispiel analog zur Darstellung der Figur 1, bei
dem das Ventilglied über einen aufgesteckten Zwischenkolben in den hydraulischen Arbeitsraum
ragt.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0007] Das in der Figur 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils
für Brennkraftmaschinen weist einen Ventilkörper 1 auf, der mittels einer Überwurfmutter
3 an einem Ventilhaltekörper axial festgespannt ist. Dabei weist der Ventilkörper
1 eine axiale Führungsbohrung 7 auf, in der ein kolbenförmiges Ventilglied 9 axial
verschiebbar geführt ist, das wie in der Figur 2 vergrößert dargestellt, an seinem
in einen Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragenden unteren Ende einen
als Ventilschließglied wirkenden Ventilkopf 11 aufweist. Dieser aus der Bohrung 7
ragende Ventilkopf 11 weist eine dem Ventilkörper 1 zugewandte konische Dichtfläche
13 auf, die beim ersten Ausführungsbeispiel durch einen auf den Ventilgliedkopf 11
aufgesetzten Sitzring 15 gebildet ist und die mit einer entsprechenden Ventilsitzfläche
17 an der brennraumseitigen Stirnseite des Ventilkörpers 1 zusammenwirkt. Dabei ist
zwischen der Wand der Bohrung 7 und einem Teil des Schaftes des Ventilgliedes 9 ein
Druckraum 19 im Ventilkörper 1 gebildet der axial jeweils von einer Druckschulter
am Ventilglied 9 begrenzt ist. Dabei weist eine erste obere Druckschulter 21 am brennraumfernen
Ende des Druckraumes 19 die gleiche Druckangriffsfläche auf, wie eine zweite untere
brennraumnahe Druckschulter 23 so daß das Ventilglied 9 im ersten Ausführungsbeispiel
druckausgeglichen ist. Das Ventilglied 9 weist wie in der Figur 2 vergrößert dargestellt,
wenigstens einen Einspritzkanal 25 im Ventilkopf 11 auf, der jeweils durch eine von
der unteren Druckschulter 23 ausgehende axiale Sackbohrung 27 und eine von diesem
abführende radiale Einspritzöffnung 29 gebildet ist. Diese radiale Einspritzöffnung
29 weist dabei im ersten Ausführungsbeispiel einen rechteckigen, bzw. schlitzförmigen
Querschnitt auf und mündet ausgehend von der Sackbohrung 27 so an der Umfangsfläche
des Ventilkopfes 11, das die Einspritzöffnung 29 bei am Ventilsitz 17 anliegendem
Ventilglied 9 von der Wand der Bohrung 7 verschlossen ist und während der nach außen
gerichteten Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes 9 erst nach Abheben der Dichtfläche
13 vom Ventilsitz 17 aus der Überdeckung mit der Bohrung 7 austaucht.
[0008] Das Ventilglied 9 ragt mit einem Schaftteil 31 in einen im Ventilhaltekörper 5 vorgesehenen
Federraum 33 und weist dort einen fest mit dem Ventilglied 31 verbundenen Federteller
35 auf. An diesem Federteller 35 greift eine Ventilfeder 37 an, die sich andererseits
unter Zwischenschaltung von Distanzringen 39 an der brennraumabgewandten Stirnfläche
41 des Ventilkörpers 1 abstützt und so das Ventilglied 9 in Anlage am Ventilsitz 17
vorgespannt hält. Dabei ragt das brennraumabgewandte Ende des oberen Schaftteils 31
des Ventilgliedes 9 mit seiner brennraumabgewandten Stirnfläche 43 in einen hydraulischen
Übersetzungsraum 45, der vorzugsweise in einem axial am Ventilhaltekörper 5 befestigten
Führungskörper 47 angeordnet ist. In diesen hydraulischen Übersetzungsraum 45 ragt
auf der der Stirnfläche 43 des Ventilgliedes 9 gegenüberliegenden Seite ein zweiteiliger
Stellkolben 49 mit seiner brennraumseitigen Stirnfläche 51, wobei die Stirnfläche
51 einen größeren Querschnitt aufweist als die Stirnfläche 43 des Ventilgliedes 9.
Der Stellkolben 49 wird durch eine, die Aktorvorspannung aufbauende Rückstellfeder
53 über einen Ring 55, eine Dichtscheibe 57 und einen Federteller 59 ständig in Anlage
an einem elektrischen Stellglied gehalten, das im Ausführungsbeispiel als Piezoaktor
61 ausgebildet ist. Dieser Piezoaktor 61 ist dabei so ausgelegt, daß er bei Anlegen
einer elektrischen Spannung seine axiale Länge vergrößert und so den Stellkolben 49
in Richtung Ventilglied 9 verschiebt.
[0009] Die Kraftstoffhochdruckzufuhr zum Kraftstoffeinspritzventil erfolgt über einen Druckkanal
63 im Ventilhaltekörper 5, der sich in den Ventilkörper 1 fortsetzt und dort in den
Druckraum 19 mündet. Dabei ist der Druckkanal 63 über einen nicht näher gezeigten
Anschlußstutzen an eine Einspritzleitung 65 angeschlossen, die ihrerseits von einem
für alle Einspritzventile gemeinsamen Hochdruckspeicherraum (Common-Rail) 67 abführt.
Dieser Hochdruckspeicherraum 67 wird dabei in bekannter Weise von einer Kraftstoffhochdruckförderpumpe
mit Kraftstoff hohen Druckes aus einem Vorratstank befüllt.
[0010] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen arbeitet in
folgender Weise. In geschlossenem Zustand, d.h. bei unbestromten Piezoaktor 61 wird
das Ventilglied 9 von der Ventilfeder 37 mit seiner Dichtfläche 13 in Anlage am Ventilsitz
17 gehalten. Dabei sind die Einspritzöffnungen 29 des Einspritzkanals 25 von der Wand
der Bohrung 7 im Ventilkörper 1 verschlossen. Der im Hochdruckspeicherraum 67 befindliche
Kraftstoffhochdruck setzt sich dabei über die Einspritzleitung 65 und den Druckkanal
63 bis in den Druckraum 19 fort und steht somit auch im Einspritzkanal 25 bzw. an
den Einspritzöffnungen 29 an. Da dabei die Druckschultern 21 und 23 am Ventilglied
9 die gleiche Druckangriffsfläche aufweisen, ist das Ventilglied 9 druckausgeglichen
und wird von der Ventilfeder 37 in Schließlage gehalten. Soll nunmehr eine Einspritzung
am Einspritzventil erfolgen wird der Piezoaktor 61 bestromt und vergrößert sofort
seine axiale Ausdehnung. Infolge der axialen Ausdehnung des Piezoaktors 61 wird der
zweiteilige Stellkolben 49 in Richtung hydraulischer Arbeitsraum 45 verschoben und
verdrängt in diesem Raum dabei ein relativ großes Flüssigkeitsvolumen. Durch das mit
Lecköl gefüllte Flüssigkeitspolster im hydraulischen Übersetzungsraum 45 wird nunmehr
auch das Ventilglied 9 entgegen der Rückstellkraft der Ventilfeder 37 von seinem Ventilsitz
17 verschoben, so daß die Dichtfläche 13 vom Ventilsitz 17 abhebt und die Einspritzöffnungen
29 aus der Überdeckung mit der Wand der Bohrung 7 des Ventilkörpers 1 austauchen.
Dabei beginnt mit dem Austauchen der Einspritzöffnung 29 aus der Bohrung 7 der Einspritzvorgang
in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine. Es ist nunmehr durch die
geregelte Bestromung des Piezoaktors 61 möglich, dessen axiale Ausdehnung und somit
die Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes 9 stufenlos einzustellen, so daß sich mit
dem erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventil jeder beliebige Teilöffnungsquerschnitt
an der Einspritzöffnung 29 einstellen läßt. Dabei wird der volle Einspritzöffnungsquerschnitt
erreicht, wenn die radialen Einspritzöffnungen 29 vollständig aus der Bohrung 7 ausgetaucht
sind. Das erneute Verschließen des Einspritzventils erfolgt durch Stromlosschalten
des Piezoaktors 61 infolge dessen sich die axiale Ausdehnung des Piezoaktors 61 wieder
verringert. Die Rückstellbewegung des Stellkolbens 49 und des Piezoaktors 61 werden
dabei durch die sich gehäusefest abstützende Rückstellfeder 53 unterstützt. Infolge
der Rückstellung des Stellkolbens 49 wird nunmehr auch durch die Kraft der Ventilfeder
37 das Ventilglied 9 erneut in Anlage an den Ventilsitz 17 verschoben und das Einspritzventil
schließt.
[0011] Das in der Figur 3 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich zum
in den Figuren 1 und 2 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel lediglich in der Ausbildung
des Ventilkopfes 11 und des darin vorgesehenen Einspritzkanals 25. Dabei ist das Einspritzventil
nunmehr nicht wie in den Figuren 1 und 2 als sogenannte Varioschlitzdüse sondern als
Varioregisterdüse ausgebildet. Die Funktion des Sitzringes wird dabei nunmehr durch
eine Hülse 69 übernommen die dabei mit einem brennraumabgewandten Abschnitt 71 gleitverschiebbar
in die Führungsbohrung 7 im Ventilkörper 1 ragt. Der Einspritzkanal 25 ist nunmehr
durch axiale Ausnehmungen 73 am ventilkopfseitigen Ende des Ventilgliedes 9 gebildet,
die sich bis in den Bereich 71 der Hülse 69 erstrecken. Dabei sind im Bereich 71 der
Hülse 69 im Ausführungsbeispiel zwei Reihen von axial übereinanderliegenden radialen
Einspritzbohrungen 75 in der Hülse 69 vorgesehen, die analog zu den Einspritzöffnungen
29 des ersten Ausführungsbeispieles so in die Umfangswand des Ventilgliedkopfes 11
bzw. der Hülse 69 münden, daß sie bei am Ventilsitz 17 anliegendem Ventilglied 9 von
der Wand der Bohrung 7 im Ventilkörper 1 verschlossen sind und während der nach außen
gerichteten Öffnungshubbewegung des Ventilgliedes 9 durch Austauchen aus der Bohrung
7 nacheinander aufsteuerbar sind. Um dabei eine Vielzahl von Einspritzbohrungen 75
an die Ausnehmungen 73 anschließen zu können ist desweiteren eine Ringnut 77 im Bereich
der Einspritzbohrungen 75 am Ventilglied 9 vorgesehen. Die Hülse 69 ist dabei fest
auf dem Ventilglied 9 befestigt, vorzugsweise aufgepreßt oder aufgeschrumpft.
[0012] Das in der Figur 4 dargestellte dritte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich zum
in der Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel durch das Vorsehen einer weiteren
zusätzlichen vom Kraftstoffhochdruck beaufschlagten Angriffsfläche am Ventilglied
9, über die der am Einspritzventil anstehende Kraftstoffhochdruck in Schließrichtung
auf das Ventilglied 9 wirkt. Diese zusätzliche Druckangriffsfläche ist dabei beim
dritten Ausführungsbeispiel durch eine zusätzliche dritte Druckschulter 79 gebildet,
die durch eine untere brennraumseitige Stirnfläche einer Druckhülse 81 gebildet ist.
Diese Druckhülse 81 ist dabei auf den oberen Schaftteil 31 des Ventilgliedes 9 aufgeschoben
und liegt mit ihrer oberen brennraumfernen Stirnfläche an einem Anschlag am Ventilglied
9 an. Dieser Anschlag der Druckhülse 81 in Schließrichtung des Ventilgliedes 9 wird
dabei durch einen in eine entsprechende Aufnahmenut am Ventilglied 9 eingesetzten
Sicherungsring 83 gebildet. Zudem ist an der dritten Druckschulter 79 ein Schließdruckraum
85 vorgesehen, der zwischen der brennraumseitigen Stirnfläche der Druckhülse 81 und
der brennraumfernen Stirnfläche 41 des Ventilkörpers 1 begrenzt ist und der über einen
Verbindungskanal 87 aus dem Druckkanal 63 mit Kraftstoffhochdruck befüllt wird. Dabei
hat die Ausbildung des dritten Ausführungsbeispiels den Vorteil, daß die auf das Ventilglied
9 wirkende Schließkraft stets proportional zum Kraftstoffhochdruck im Druckspeichersystem
ansteigt.
[0013] Bei dem in der Figur 5 dargestellten vierten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Kraftstoffeinspritzventils für Brennkraftmaschinen ragt am der Stirnfläche 91 des
direkt mit dem Piezoaktor 61 verbundenen Stellkolbens 49 gegenüberliegenden Ende ein
Zwischenkolben 93 mit seiner oberen Stirnfläche 95 in den hydraulischen Arbeitsraum
45, wobei die Stirnfläche 95 des unten liegenden Zwischenkolbens 93 kleiner ausgebildet
ist als die Stirnfläche 91 des Stellkolbens 49. Mit seinem unteren brennraumzugewandten
Ende ist der Zwischenkolben 93 dabei axial auf den oberen Schaftteil 31 des Ventilgliedes
9 aufgesteckt, was den Vorteil hat, daß das Ventilglied 9 selbst nicht mehr in den
hydraulischen Übersetzungsraum 45 hineinragen braucht. Auf diese Weise lassen sich
verschiedene Ventilglieder ohne große Umbaumaßnahmen an verschiedene Stellkolben anpassen
, wobei über deren Auslegung von Donator- und Akzeptorkolbenquerschnitt verschiedene
hydraulische Übersetzungen im hydraulischen Übersetzungsraum 45 einstellbar sind.
Dabei verbleibt analog zu den vorigen Ausführungsbeispielen immer ein Spalt zwischen
den in den hydraulischen Arbeitsraum 45 ragenden Kolbenteilen 49, 93, der durch den
Standdruck im Arbeitsraum 45 gewährleistet ist. Der axiale Spielausgleich des Piezoaktors
61 erfolgt beim vierten Ausführungsbeispiel ebenfalls über den hydraulischen Übersetzungsraum
45, wobei ein Drosselspalt zwischen dem Zwischenkolben 93 und der Wand der Bohrung
dabei ein ungewolltes Aufsteuern des Ventilgliedes 9 verhindert. Um eine Vorspannung
des Piezoaktors 61 zu erreichen, kann zudem eine entsprechende Feder am Piezoaktor
61 vorgesehen sein.
1. Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit einem in einer Bohrung (7) eines
Ventilkörpers (1) axial verschiebbaren Ventilglied (9), das an seinem brennraumseitigen
Ende einen, ein Ventilschließglied bildenden Ventilkopf (11) aufweist, der auf seiner
dem Ventilkörper (1) zugewandten Seite eine Dichtfläche (13) aufweist, mit der er
mit einer an der brennraumseitigen Stirnseite des Ventilkörpers (1) vorgesehenen Ventilsitzfläche
(17) zusammenwirkt und mit Einspritzöffnungen (29) im Ventilgliedkopf (11), die von
einem zwischen dem Ventilglied (9) und der Wand der Bohrung (7) gebildeten Druckraum
(19) abführend an der Umfangswand des Ventilgliedkopfes (11) austreten, wobei die
Einspritzöffnungen (29) bei am Ventilsitz (17) anliegendem Ventilglied (9) von der
Wand der Bohrung (7) verschlossen sind und während der nach außen gerichteten Öffnungshubbewegung
des Ventilgliedes (9) durch Austauchen aus der Bohrung (7) aufgesteuert werden, dadurch
gekennzeichnet, daß das Ventilglied (9) von einem von außen steuerbaren Stellglied,
unabhängig vom Kraftstoffhochdruck im Druckraum (19) betätigbar ist.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
als elektromechanisches Stellglied, vorzugsweise als Piezoaktor (61) ausgebildet ist.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem
Piezoaktor (61) und dem Ventilglied (9) ein hydraulischer Übersetzungsraum (45) vorgesehen
ist, über den eine axiale Verstellbewegung des Piezoaktors (61) in eine relativ größere
axiale Verstellbewegung des Ventilgliedes (9) verstärkt wird.
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei den Druckraum
(19) axial begrenzende einander zugewandte Druckschultern (21, 23) am kolbenförmigen
Ventilglied (9) vorgesehen sind, die jeweils die gleiche Druckangriffsfläche aufweisen.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Ventilglied
(9) eine zusätzliche dritte, vom Kraftstoffhochdruck beaufschlagte Druckschulter (79)
vorgesehen ist, an der der Kraftstoffhochdruck in Schließrichtung des Ventilgliedes
(9) zum Ventilsitz (17) hin angreift.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die dritte
Druckschulter (79) an einer Stirnfläche einer auf dem Ventilglied (9) angeordneten
Druckhülse (81) gebildet ist, die in Schließhubrichtung des Ventilgliedes (9) fest
mit dem Ventilglied (9) verbunden ist.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kraftstoffhochdruckzufuhr
aus einem für alle Kraftstoffventile gemeinsamen Hochdruckspeicherraum (67) erfolgt,
der seinerseits über eine Kraftstoffhochdruckpumpe befüllbar ist.
8. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das kolbenförmige
Ventilglied (9) über einen Stellkolben (49) mit dem Piezoaktor (61) wirkverbunden
ist, wobei der Stellkolben (49) mittels einer Feder (37, 53) in Anlage am Piezoaktor
(61) gehalten wird und mit seiner brennraumnahen unteren Stirnfläche 51 in den hydraulischen
Übersetzungsraum (45) ragt.