Technisches Gebiet:
[0001] Die Erfindung betrifft einen Büstenhalter mit zwei Büstenkörbchen und Zwei mit diesen
verbundenen Seitenteilen sowie mit Trägerbändern, wobei die Körbchen jeweils in ihren
unteren und seitlichen äußeren Bereichen Verstärkungen aus textilem Material aufweisen,
die im oberen Bereich der Körbchen in Wirkverbindung mit dem jeweils zugehörigen Trägerband
stehen.
[0002] Zu einer besonders vorteilhaften Stützung und Formung der Büste sind Büstenhalter
bekannt, bei denen jeweils entlang der unteren Ränder der Körbchen U-förmige Versteifungsbügel
angeordnet sind. Diese Bügel, die aus einem verhältnismäßig steifen, sprungelastischen
Material wie z. B. Metall oder Kunststoff bestehen, sind in jeweils eine längliche,
entlang der Ränder der Körbchen verlaufende Tasche aus textilem Material eingelegt.
Solche Büstenhalter werden beim Tragen oft als unbequem empfunden, weil die Bügel
als im wesentlichen starre Elemente an der Unterseite der Brust auf den Brustkorb
und an ihren seitlichen oberen Enden in die Büste drücken können.
[0003] Größeren Komfort beim Tragen bieten ganz aus textilem Material bestehende Büstenhalter.
Diese zeigen jedoch eine geringere Stütz- und Haltewirkung als Büstenhalter mit Versteifungsbügeln.
Wenn auch textiles Material Zugkräfte aufnehmen kann, so breiten diese sich doch auf
eine größere Fläche aus; eine großflächige Verteilung der Zugkräfte führt aber zu
einer weniger wirksamen Stützung und Formung der Brust.
[0004] Es ist auch schon ein Büstenhalter bekannt, der die guten Formungseigenschaften eines
Büstenhalters mit Versteifungsbügeln mit dem Tragekomfort eines ganz aus textilem
Material bestehenden Büstenhalters verbinden soll (EP 0 641 170 B1). Bei diesem bekannten
Büstenhalter ist jedes der Büstenkörbchen im unteren und seitlichen äußeren Bereich
mit jeweils einem durchgehenden Band versehen, das am oberen Ende in das jeweils zugehörige
Trägerband übergeht. Dieses Band soll aus einem textilen Material bestehen, das weniger
elastisch ist als das Material der Büstenkörbchen. Hierdurch soll es die aus der Zugkraft
der Träger herrührenden Beanspruchungen in vollem Umfang aufnehmen. Dadurch soll jedes
Körbchen in ähnlicher Weise ausgesteift werden wie durch einen Versteifungsbügel,
wobei die aus der Starrheit der bekannten Bügel herrührenden Nachteile vermieden werden
sollen.
[0005] In der Praxis hat sich aber gezeigt, daß durch die Führung des Bandes entlang des
unteren und äußeren Bereiches der Brust zur seitlichen Heraufführung der Kraft zu
den Trägerbändern der Ansatz der Trägerbänder nach außen verlagert wird. Da dieses
Band naturgemäß nicht die Steifigkeit eines Bügels hat, wird durch diese Kraftumleitung
eine etwa zur Mitte des Büstenhalters hin gerichtete, schräg über die Brüste verlaufende
Zugkraft erzeugt, die nicht nur von der Trägerin als unangenehm empfunden wird, sondern
die bei einer starken Brust sogar einschneiden und zum überhängen der Brust führen
kann.
Darstellung der Erfindung:
[0006] Vor diesem Hintergrund im Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Möglichkeit zu finden, um bei einem ganz aus textilem Material bestehenden Büstenhalter
eine bessere, einem Büstenhalter mit Versteifungsbügeln vergleichbare, den anatomischen
Verhältnissen der weiblichen Brust in besonderer Weise Rechnung tragende Aufhängung
der vorderen, die Büstenkörbchen enthaltenden Bereiche eines Büstenhalters zu gewährleisten.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Büstenhalter der eingangs angegebenen Art dadurch gelöst,
daß die Trägerbänder zumindest in dem an die oberen Bereiche der Körbchen anschließenden
Bereichen aus unelastischem Material bestehen und sich in diesem Bereich in Wirkverbindung
mit den aus unelastischem Material bestehenden Verstärkungsteilen der Körbchen und
mit weiteren, ebenfalls aus unelastischem textilem Material bestehenden, sich gegen
die oberen inneren Ränder der Büstenkörbchen erstreckenden Teilen befinden.
[0008] Wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Büstenhalters ist die besondere Ausgestaltung
des Anschlusses der Trägerbänder an die Körbchen nach Art eines umgekehrten "Ypsilon".
Dadurch wird die in den Trägerbändern verlaufende Zugkraft im Bereich der Trägerbandaufhängung
gabelförmig in einen entlang des äußeren Randes des Büstenhalters in die Verstärkungsteile
der Körbchen verlaufenden Ast und einen entlang des oberen inneren Randes der Körbchen
zur Mitte verlaufenden Ast aufgeteilt.
[0009] Der erfindungsgemäße Büstenhalter verbindet so den schlankmachenden Effekt eines
Büstenhalters mit Versteifungsbügeln mit dem Komfort eines bekannten Büstenhalters
aus textilem Material, bei dem die Trägerbänder etwa mittig oberhalb der Körbchen
angebracht sind. Dabei wird die schlankmachende Silhouette durch die seitlich in die
Büstenkörbchen eingearbeiteten Verstärkungsteile bewirkt, während der sich am oberen
inneren Büstenhalterrand zur Brustmitte erstreckende Ast, insbesondere dann, wenn
er durch ein elastisches Band verlängert wird, durch die besondere Eigendynamik die
besonderen Paßformansprüche zum mittleren Bereich des Büstenhalters hin übernimmt.
[0010] Dabei bestehen die Trägerbänder zumindest in den an die oberen Bereiche der Körbchen
anschließenden Bereichen, die sich entlang der seitlichen äußeren und unteren Bereiche
der Körbchen erstreckenden Verstärkungsteile und die sich gegen die oberen inneren
Ränder der Büstenkörbchen erstreckenden Teile jeweils zweckmäßig aus einem einzigen
Zuschnitt aus unelastischem textilem Material.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die beiden Äste der Trägerbandaufhängung aus unelastischem
Material sich im weiteren Verlauf sowohl entlang des äußeren, als auch entlang des
oberen inneren Randes in Bereiche aus elastischem Material fortsetzen, um die jeweiligen
Kraftkomponenten möglichst weich in die anschließenden Teile des Büstenhalters einzuleiten.
Im gleichen Sinne wirkt es sich aus, wenn die sich an die Büstenkörbchen anschließenden
Seitenteile aus elastischem textilem Material bestehen und auch die von der Trägerbandaufhängung
ausgehenden oberen äußeren Ränder der Büstenkörbchen bzw. Seitenteile mit elastischem
Band besetzt sind.
[0012] Um den erforderlichen Halt zu gewährleisten, besteht der vordere mittlere Bereich
des Büstenhalters zweckmäßig bis in die Bereiche unterhalb der Büstenkörbchen aus
unelastischem textilem Material.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen:
[0013] Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
- Fig. 1
- eine Innenansicht eines erfindungsgemäßen Büstenhalters,
- Fig. 2
- eine teilweise Innenansicht mit Darstellung des Verlaufes der Zugkraft im oberen Bereich
der Körbchen und der Trägerbandaufhängung und
- Fig. 3
- eine teilweise Innenansicht eines Büstenhalters gemäß einer anderen Ausführungsform.
Wege zur Ausführung der Erfindung und gewerbliche Verwertbarkeit:
[0014] Wie Fig. 1 zeigt, besteht der erfindungsgemäße Büstenhalter 1 aus zwei Teilen 2 und
3, die im vorderen mittleren Bereich 4 des Büstenhalters 1 zusammengeführt und in
einer Mittelnaht miteinander verbunden sind. Die beiden Teile 2 und 3 umfassen im
vorderen Bereich die Büstenkörbchen 5 und 6 sowie sich seitlich anschließende Seitenteile
7 und 8, an deren jeweiligem Ende sich ein - nicht dargestellter - Rückenverschluß
befindet. In den oberen Bereichen der Büstenkörbchen 5 und 6 befinden sich Bereiche
9 bzw. 10, in denen die Trägerbänder 11 bzw. 12 angebracht sind, die - in nicht dargestellter
Weise - zu den rückwärtigen Enden der Seitenteile 7 und 8, dem Rückenverschluß benachbart,
führen.
[0015] Die einzelnen Teile des Büstenhalters 1 bestehen aus textilem Material, das ganz
oder in Teilbereichen auch dehnbar ausgebildet sein kann. Die Anwendung der Erfindung
ist nicht auf die beschriebene Ausführung eines Wäschestücks beschränkt; sie kann
grundsätzlich bei allen Damenunterbekleidungsartikeln mit an- bzw. ausgearbeitetem
Büstenteil einschließlich Badeanzügen eingesetzt werden.
[0016] In den unteren und den seitlichen äußeren Bereichen der Büstenkörbchen 5 und 6 sind
jeweils an der Innenseite des Büstenhalters Verstärkungsteile 13, 14 aus im wesentlichen
unelastischem Material angeordnet. Diese Verstärkungsteile 13, 14 bestehen jeweils
aus unteren, sichelförmigen Teilen 15, 16 im Bereich der Büstenkörbchen 5, 6, die
entlang der Büstenansatznaht 17, 18 mit den Büstenkörbchen 5, 6 bzw. den Seitenteilen
7, 8 vernäht sind, im übrigen aber lose innerhalb der Büstenkörbchen 5, 6 liegen.
Diese sichelförmigen Teile 15, 16 gehen nach oben hin unmittelbar in Teile 19, 20
über, die in ihrem weiteren Verlauf an die Trägerbänder 11, 12 angeschlossen sind
bzw. die Trägerbänder 11, 12 bilden.
[0017] Der Aufbau des erfindungsgemäßen Büstenhalters in den Bereichen 9, 10 der Trägerbandaufhängung
läßt sich besser anhand Fig. 2 erläutern, welche die wesentlichen Teile der Konstruktion
unter Weglassung von Polsterungen, Futterteilen und Besatzbändern zeigt. Die Bereiche
9, 10 der Trägerbandaufhängung sind etwa gabelförmig in Form eines umgekehrten Ypsilon
gestaltet, d. h. es gibt neben den von den Teilen 19, 20 in die sichelförmigen Teile
15, 16 übergehenden Teilen nach innen zu dem oberen inneren Rand 21, 22 der Büstenkörbchen
5, 6 gerichtete Ansatzteile 23, 24. Dabei bestehen die Verstärkungsteile 13, 14 aus
den sichelförmigen Teilen 15, 16, den Trägeransatzteilen 19, 20 und den Ansatzteilen
23, 24 zweckmäßig aus einem einzigen Zuschnitt, der sich einstückig auch in die Trägerbänder
11, 12 fortsetzen kann.
[0018] Diese Gestaltung hat den in Fig. 2 durch Pfeile 25 angedeuteten Kraftverlauf zur
Folge. Dieser bewirkt, daß die aus den Trägerbändern 11, 12 resultierende Zugkraft
in dem Bereich 9, 10 der Trägerbandaufhängung in eine äußere (25') und eine innere
(25'') Komponente aufgeteilt wird. Dabei bewirkt die äußere Kraftkomponente 25', die
über die sichelförmigen Teile 15, 16 eine schlankmachende Wirkung ausübt, eine sanfte
Formung der Brust, während die über die Ansatzteile 23, 24 geführte innere Kraftkomponente
25'' eine Formung der Büste im inneren Bereich bewirkt und etwa diagonal über die
Brustkugeln verlaufende Einschnürungen verhindert.
[0019] Diese Aufteilung der aus den Trägerbändern 11, 12 resultierenden Zugkräfte in eine
äußere und eine innere Kraftkomponente wird unterstützt durch an die Teile der inneren
Verstärkungsteile 13, 14 aus unelastischem textilem Material anschließende Bereiche,
die durch elastische Bänder eingesäumt sind. So verlaufen elastische Bänder 26, 27
entlang der äußeren oberen Ränder der Teile 2, 3 und weitere elastische Bänder 28,
29 entlang der oberen inneren Ränder 21, 22 der Büstenkörbchen 5, 6.
[0020] Die Seitenteile 7, 8 bestehen zweckmäßig vollständig aus elastischem Material. In
gleicher Weise wird der untere Rand 30 des Büstenhalters 1 durch ein elastisches Band
31 eingefaßt. Die elastischen Bänder sind jeweils in Zickzack-Nähten befestigt. Der
vordere mittlere Bereich 4 des Büstenhalters 1 besteht in den Zwickeln 32, 33 aus
Teilen unelastischen textilen Materials, die bis in die Bereiche 34, 35 unterhalb
der Büstenkörbchen 5, 6 reichen.
[0021] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 sind die Büstenkörbchen 5, 6 jeweils aus zwei
Teilen zusammengesetzt, die in einer Büstenquernaht 36, 37 miteinander vernäht sind.
Dies ermöglicht es, die sichelförmigen Teile 15, 16 im Bereich der Büstenquernähte
36, 37 mit den Büstenkörbchen 5, 6 zu vernähen, was durch die gestrichelten Linien
38 angedeutet sein soll.
[0022] Durch die erwähnte Fixierung der sichelförmigen Verstärkungsteile 15, 16 im Bereich
der Büstenquernähte 36, 37 wird es möglich, diese Teile auch über die Brustspitze
hinwegzuführen, ohne Gefahr zu laufen, daß deren freie Außenkante 39 sich einrollen
und über der Brustmitte sich abzuzeichnen beginnen. Eine solche Ausführungsform ist
in Fig. 3 angedeutet.
1. Büstenhalter mit zwei Büstenkörbchen (5, 6) und mit zwei mit diesen verbundenen Seitenteilen
(2, 3) sowie mit Trägerbändern (11, 12), wobei die Körbchen (5, 6) jeweils in ihren
unteren und seitlichen äußeren Bereichen Verstärkungen (13, 14) aus textilem Material
aufweisen, die im oberen Bereich der Körbchen (5, 6) in Wirkverbindung mit dem jeweils
zugehörigen Trägerband (11, 12) stehen, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerbänder
(11, 12) zumindest in den an die oberen Bereiche der Körbchen (5, 6) anschließenden
Bereichen (19, 20) aus unelastischem Material bestehen und sich in diesen Bereichen
in Wirkverbindung mit den aus unelastischem Material bestehenden Verstärkungsteilen
(13, 14) der Körbchen (5, 6) und mit weiteren, ebenfalls aus unelastischem textilem
Material bestehenden, sich gegen die oberen inneren Ränder (21, 22) der Büstenkörbchen
(5, 6) erstreckenden Teilen (23, 24) befinden.
2. Büstenhalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerbänder (11, 12)
zumindest in den an die oberen Bereiche der Körbchen anschließenden Bereichen (19,
20) die sich entlang der seitlichen äußeren und unteren Bereiche der Körbchen (5,
6) erstreckenden Verstärkungsteile (15, 16) und die sich gegen die oberen inneren
Ränder der Büstenkörbchen erstreckenden Teile (23, 24) jeweils aus einem einzigen
Zuschnitt aus unelastischem textilem Material bestehen.
3. Büstenhalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen inneren
Ränder (21, 22) der Büstenkörbchen (5, 6) in Fortsetzung der unelastischen Teile (23,
24) mit elastischem Band (28, 29) besetzt sind.
4. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die sich
an die Büstenkörbchen (5, 6) anschließenden Seitenteile (7, 8) aus elastischem textilem
Material bestehen.
5. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die von
der Trägerbandaufhängung (9, 10) ausgehenden oberen äußeren Ränder der Büstenkörbchen
(5, 6) bzw. Seitenteile (7, 8) mit elastischem Band (26, 27) besetzt sind.
6. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der vordere
mittlere Bereich des Büstenhalters bis in die Bereiche (34, 35) unterhalb der Büstenkörbchen
(5, 6) aus unelastischem textilem Material (32, 33) besteht.
7. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der untere
Rand (30) des Büstenhalters (1) mit einem elastischen Band (31) besetzt ist.
8. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Trägerbänder
(11, 12) Bereiche aus elastischem Material aufweisen.
9. Büstenhalter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche aus elastischem
Material in der Nähe des Rückenverschlusses angeordnet sind.
10. Büstenhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Büstenkörbchen
(5, 6) jeweils eine Büstenquernaht (36, 37) aufweisen und die Verstärkungsteile (13,
14) im Bereich der Büstenquernaht (36, 37) mit den Büstenkörbchen (5, 6) vernäht sind.