[0001] Die Erfindung betrifft ein Fachbodenkarussell der im Oberbegriff des Anspruchs 1
genannten Art.
[0002] Ein derartiges Fachbodenkarussell ist durch die DE-U1-2 951 160 bekannt. Das Fachbodenkarussell
ist für den Einbau in einen L-förmigen Eckschrank bestimmt, und die Behältertragvorrichtung
ist aus einem runden Drehboden und einer im gewissen Abstand über diesem Drehboden
angeordneten Platte mit runden Öffnungen gebildet, durch die zylinderförmige Abfallbehälter
führbar sind, die dann auf dem Drehboden abstellbar sind. Drehboden und Platte sind
mit an die L-Form des Eckschranks angepaßten kreissegmentförmigen Ausschnitten versehen.
Die Behälter lassen sich wahlweise aus dem Schrankbereich herausdrehen, so daß sie
von oben befüllt werden können. Dieses Fachbodenkarussell eignet sich jedoch nicht
für Diagonaleckschränke.
[0003] Ein Fachbodenkarussell ist ferner durch die DE-A1-3 701 893 bekannt. Es ist für den
Einbau in eine Spüle bestimmt. Das Traggestell ist durch einen Drehteller mit Vorsprüngen
zur Halterung und Zentrierung von zwei Abfallbehältern gebildet, die einen halbkreisförmigen
Querschnitt haben und mit ihren Flachseiten aneinandergrenzen. Diese Behälter lassen
sich mittels einer Betätigungsvorrichtung unter eine Einwurföffnung der Spüle drehen
und über diese Öffnung beschicken. Dieses Fachbodenkarussell erfordert demnach eine
Öffnung in der Deckplatte der Spüle oder eines Schranks; diese Öffnung ist nicht immer
anbringbar.
[0004] Weiterhin ist ein derartiges Fachbodenkarussell durch die EP-B1-0 276 339 bekannt.
Dieses Fachbodenkarussell ist für einen mit einer Tür versehenen Schrank bestimmt
und weist einen drehbaren, mit Halterungsstegen versehenen Drehteller auf, der über
einen Winkel von etwa 255° drei Abfallbehälter mit kreissegmentförmigem Querschnitt
trägt. Ein kreisabschnittförmiger Teil fehlt dem Drehteller, der mit der dadurch gebildeten
geraden Kante bei geschlossener Schranktür an diese angrenzt. Die Schranktür ist mit
einer angelenkten Zahnstange verbunden, die in den Drehmechanismus des Drehtellers
so eingreift, daß sich die Abfallbehälter bei Öffnung der Tür nacheinander aus dem
Schrank herausdrehen lassen. Dieses Fachbodenkarussell ist jedoch mit einer schlechten
Raumausnutzung des Schranks verbunden.
[0005] Durch die US-A-3 596 077 ist ein Fachbodenkarussell gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1 bekannt, bei dem aber ein Mittelpfosten vorgesehen ist, um das sich das Fachbodenkarussel
dreht.
[0006] Von zwei gegenüberliegenden Seiten ist jeweils eine Schublade in den Mittelteil einführbar.
Die Raumausnutzung des Mittelteils ist daher schlecht, und das Fachbodenkarussell
muß zur Erreichung der jeweils anderen Schublade gedreht werden. Ferner sind die Seitenwände
der Seitenteile so niedrig, daß in den Seitenteilen abgestellte Behälter beim Drehen
des Fachbodens herauskippen können.
[0007] Eine dem Fachbodenkarussell der letztgenannten Schrift ähnliches Fachbodenkarussell
ist aus der US-A-1 559 705 bekannt, mit dem Unterschied, daß nicht die Seitenteile,
sondern die Schubladen bzw. Drehfächer gerundete Seitenwände aufweisen. Allerdings
geht eine Zwischenplatte zwischen dem Fachboden und einer oberen Platte des Fachbodenkarussells
in eine ringförmige Seitenwand über. Ferner ist hierdurch bekannt, einen auf dem Fachboden
abgestützten Behälter mit einem Deckel zu versehen und den Fachboden als Drehteller
auszubilden. Für dieses bekannte Fachbodenkarussel gelten jedoch dieselben, zum US-Patent
3 596 077 erwähnten Nachteile.
[0008] Schließlich ist aus der US-A-5 244 270 ein Fachbodenkarussell bekannt, das sich ebenfalls
um einen Mittelpfosten dreht. Auf dem Fachboden sind Behälter abstützbar, die aus
einer runden, oberen Karussellplatte herauskippbar sind. Das Traggestell ist dabei
im Bereich von obenliegenden Öffnungen der Behälter mit abnehmbaren Deckeln versehen,
die die Behälter verschließen.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein Fachbodenkarussell der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 genannten Art zu schaffen, das eine optimale Raumausnutzung des Schranks
ermöglicht und das ohne Eingriff in Deckplatte und Tür des Schranks auskommt.
[0010] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Mit diesem Fachboden lassen sich auch vorhandene Schränke, vorzugsweise Diagonaleckschränke
im Zentrum, leicht nachrüsten.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung weist das Mittelteil ein im Querschnitt
U-förmiges Traggestell mit Führungsschienen zur Führung der Schublade auf.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung sind die Schenke des U-förmigen Traggestells
als Wände ausgebildet und einstückig mit den Seitenteilen verbunden, die wieder einstückig
mit ihren Seitenwänden verbunden sind. Dadurch können Traggestell und Seitenteile
als einfaches Kunststoffspritzteil hergestellt werden. Gegenüber dem Bekannten haben
die Seitenwände eine derartige Höhe, daß das Herausbiegen von in den Seitenteilen
aufgenommenen Behältern verhindert wird.
[0014] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung sind die Schienen als kugelgeführte
Teleskopschienen ausgebildet. Auf diese Weise werden ein leichter Lauf und ein Vollauszug
der Schublade erreicht.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist die Schublade als Rahmen ausgebildet,
in den mehrere Behälter einhängbar sind. Der Rahmen kann unterschiedliche Unterteilungen
für verschieden große Behälter aufweisen.
[0016] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist das Traggestell im Bereich der
Schublade mit einem abnehmbaren Deckel versehen, der in Verbindung mit einer an der
Schublade angebrachten Griffleiste die Schublade geruchsdicht verschließt. Im nicht
herausgezogenen Zustand des Rahmens sind die Behälter daher geruchsdicht verschlossen.
Im herausgezogenen Zustand des Rahmens verbleibt der Deckel im Schrank, und die Einwurföffnungen
der Behälter sind frei.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Vorderteil des Deckels mit
einer aufgesetzten Mulde versehen. In diese Mulde können beispielsweise Müllbeutel
gelegt werden, während durch den übrigen Deckelteil beispielsweise Platz für ein Spülensyphon
geschaffen ist.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist einer der Behälter mit einem eigenen
Deckel versehen. Dies ist vorteilhaft, wenn ein besonders geruchsintensiver Abfall,
wie Biobabfall, in diesem Behälter aufgenommen wird.
[0019] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist das Traggestell hinter der Schublade
mit Vertikalführungen zur Aufnahme eines Zusatzbehälters versehen, dessen außenliegende
Wand an die Rundung der Seitenteile angepaßt ist. Auf diese Weise läßt sich die Raumausnutzung
des Schranks noch verbessern. In diesem Zusatzbehälter lassen sich aggressive oder
giftige Flüssigkeiten, Scheuer- und Lösungsmittel verborgen aufbewahren, so daß sie
nicht von neugierigen Kinderaugen entdeckt werden.
[0020] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Zusatzbehälter mit einem kindergesicherten
Deckel versehen. Dadurch wird der Inhalt des Zusatzbehälters zugriffssicher aufbewahrt.
[0021] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung weist der Deckel eine Perforation auf,
so daß Geruchskonzentrationen entweichen und feuchte Lappen, Schwämme oder dergleichen
abtropfen können.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist der als Drehteller ausgebildete
Fachboden mit einer Rastvorrichtung für mehrere Drehstellungen versehen. Auf diese
Weise lassen sich die Behälter und Seitenteile in eine relativ feste, günstige Griffposition
vor der Schranköffnung zum Entnehmen von Reinigungsmitteln und Behältern bringen.
[0023] Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Fachbodenkarussells gemäß der Erfindung von schräg
hinten mit aufgesetztem Deckel,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 dargestellten Fachbodenkarussells mit abgenommenen
Deckel,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des in Fig. 1 dargestellten Fachbodenkarussells mit ausgezogener
Schublade,
- Fig. 4
- eine Vorderansicht des in Fig. 3 dargestellten Fachbodenkarussells und
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf das in Fig. 3 dargestellte Fachbodenkarussell.
[0024] Das in den Figuren dargestellte Fachbodenkarussell besteht grundsätzlich aus einem
Mittelteil 1 und zwei topfartigen Seitenteilen 2, 3. Der Mittelteil 1 hat die Form
eines horizontalliegenden Quaders, während die Seitenteile 2, 3 seitlich an diesen
Quader anschließen. Der Mittelteil 1 ist mit einem im Querschnitt U-förmigen Traggestell
aus zwei parallelen Wänden 4, 5 und einem Boden 6 (Fig. 3) gebildet. Die Wand 4 ist
mit einer gerundeten Außenwand 7 des Seitenteils 2 und die Wand 5 ist mit einer gerundeten
Außenwand 8 des Seitenteils 3 einstückig verbunden. Diese so gebildete Einheit ist
vorzugsweise ein Kunststoffspritzteil, das an einem Drehteller 9 mittels Schrauben
befestigbar ist. Der Drehteller 9 wiederum ist in der Mitte eines nicht dargestellten
Schranks, insbesondere eines Diagonaleckschranks, der auch insbesondere eine Spüle
tragen kann, drehbar befestigtbar.
[0025] Die Wände 4, 5 sind an ihren oberen Enden mit nicht näher dargestellten Schienen
versehen, die zur Führung eines Rahmens 10 dienen. Die Schienen sind vorzugsweise
als kugelgeführte Teleskopschienen ausgebildet, denen der Rahmen 10 angepaßt ist.
Der Rahmen 10 hat zwischen seinen Seitenteilen ein in deren Mitte verlaufendes erstes
Brückenteil 11 und ein zwischen diesem Brückenteil und dem hinteren Rahmenquerteil
in deren Mitte verlaufendes zweites Brückenteil 12. Der Aufbau dieses Rahmens 10 -
12 ist so getroffen, daß in den Rahmen ein größerer Abfallbehälter 13 und zwei kleinere
Abfallbehälter 14, 15 einhängbar sind. Die Rahmenaufteilung und die Behälterzahl können
auch anders gewählt werden. Auch können die kleinen Behälter 14, 15 entweder, wie
es in Fig. 2 gezeigt ist, hinten oder, wie es in Fig. 5 gezeigt ist, vorn im Rahmen
angeordnet sein; das Gleiche gilt für den größeren Behälter 13. Die Behälter 13 -
15 sind für verschiedene Sorten von Abfall vorgesehen.
[0026] Im Bereich des Rahmens 10 sind die Wände 4, 5 mit einem abnehmbaren Deckel 16 versehen.
Ferner ist am vorderen Querteil des Rahmens 10 eine Griffleiste 17 befestigt. Deckel
16 und Griffleiste 17 greifen im eingefahrenen Zustand des Rahmens 10 derart ineinander,
daß ein Geruchsverschluß für die Behälter 13 - 15 gebildet ist. Der Vorderteil des
Deckels 16 ist mit einer aufgesetzten Mulde 18 versehen, die zur Aufnahme von Müllbeuteln
oder Sondermüll, wie Batterien, dienen kann.
[0027] Der kleine Behälter 14 ist ferner, noch mit einem eigenen Deckel 19 versehen. In
diesem Behälter kann dann besonders geruchsintensiver Abfall, wie Bioabfall, aufbewahrt
werden.
[0028] In den Seitenteilen 2, 3 können gemäß den Figuren 3, 4 Behälter, beispielsweise in
Form von Flaschen 20, Dosen oder Schachteln, gestellt werden, die verschiedene Reinigungsmittel
enthalten.
[0029] Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, sind hinter dem Rahmen 10 die Wände 4, 5 mit Vertikalführungen
21 versehen, die zur Aufnahme eines Zusatzbehälters 22 (Fig. 3) dienen. Dieser Zusatzbehälter
hat eine gerundete Außenwand, deren Rundung an die Rundungen der Außenwände der Seitenteile
2, 3 angepaßt ist. In diesen Zusatzbehälter können besonders aggresive und/oder giftige
Flüssigkeiten, Scheuer- oder Lösungsmittel untergebracht sein. Dieser Zusatzbehälter
ist mit einem Deckel 23 versehen, der eine Kindersicherung 24 hat. Der Deckel 23 hat
auch eine Perforation 25 in Form einer siebartigen Lochung, damit Geruchskonzentrationen
entweichen oder auf dem Deckel abgelegte Lappen oder Schwämme abtropfen können.
[0030] Der Drehteller 9 ist mit einer nicht dargestellten Rastvorrichtung versehen, derart,
daß dieser Drehteller in mehreren Raststellungen einrastet, in denen entweder die
Griffleiste 17, das Seitenteil 2, der Zusatzbehälter 22 oder das Seitenteil 8 vor
der Schranköffnung erscheint.
1. Fachbodenkarussell für einen Schrank, insbesondere Eckschrank, mit einem um seine
Vertikalachse drehbaren Fachboden und einem daran angebrachten Behälter-system mit
einer Behältertragvorrichtung, die als Mittelteil (1) in Form eines längsgestreckten,
horizontalliegenden Hohlkörpers ausgebildet und mit einer in Hohlkörperlängsrichtung
ausziehbaren Schublade (10, 13-15) versehen ist, wobei sich an den Mittelteil (1)
seitlich zwei Seitenteile (2, 3) mit gerundeten Seitenwänden (7, 8) anschließen,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Schublade (10, 13-15) über die Vertikalachse des Fachbodens (6) hinaus
erstreckt.
2. Fachbodenkarussell nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittelteil (1) ein im Querschnitt U-förmiges Traggestell (4 - 6) mit Führungsschienen
zur Führung der Schublade (10, 13 - 15) aufweist.
3. Fachbodenkarussell nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schenkel des U-förmigen Traggestells als Wände (4, 5) ausgebildet und einstückig
mit den Seitenteilen (2, 3) verbunden sind.
4. Fachbodenkarussell nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schienen als kugelgeführte Teleskopschienen ausgebildet sind.
5. Fachbodenkarussell nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schublade als Rahmen (10) ausgebildet ist, in den mehrere Behälter (13 - 15)
einhängbar sind.
6. Fachbodenkarussell nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Traggestell (4 - 6) im Bereich der Schublade mit einem abnehmbaren Deckel
(16) versehen ist, der in Verbindung mit einer an der Schublade angebrachten Griffleiste
(17) die Schublade geruchsdicht verschließt.
7. Fachbodenkarussell nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Vorderteil des Deckels (16) mit einer aufgesetzten Mulde (18) versehen ist.
8. Fachbodenkarussell nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß einer (14) der Behälter mit einem eigenen Deckel (19) versehen ist.
9. Fachbodenkarussell nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Traggestell (4 - 6) hinter der Schublade mit Vertikalführungen (21) zur Aufnahme
eines Zusatzbehälters (22) versehen ist, dessen außenliegende Wand an die Rundung
der Seitenteile (2, 3) angepaßt ist.
10. Fachbodenkarussell nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zusatzbehälter (22) mit einem kindergesicherten Deckel (23, 24) versehen ist.
11. Fachbodenkarussell nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (23) eine Perforation (25) aufweist.
12. Fachbodenkarussell nach einem der Ansprüche 1 bis 11, mit einem als Drehteller ausgebildeter
Fachboden
dadurch gekennzeichnet,
daß der als Drehteller (9) mit einer Rastvorrichtung für mehrere Drehstellungen ausgebildet
ist.