[0001] Die Erfindung betrifft ein Pipettiergerät zum Ansaugen und Abgeben einer Flüssigkeit
in einer Pipette mit einem Gehäuse und einer Aufnahme für eine Pipette.
[0002] Derartige Pipettiergeräte sind bereits bekannt. In der DE-OS 20 58 836 ist ein Pipettiergerät
beschrieben, das einen elastischen, hohlkugelförmigen Saugball aufweist, an dem ein
Saugstutzen, ein Entlüftungsstutzen und ein Entleerungsstutzen angebracht sind. Beim
Betrieb des vorbekannten Pipettiergeräts wird die Pipette in die Aufnahme gesteckt.
Das Ventil am Enlüftungsstutzen wird zusammengedrückt und gleichzeitig wird auch der
Saugball zusammengedrückt. Anschließend wird die Spitze der Pipette in die aufzunehmende
Flüssigkeit gehalten, das Ventil des Saugstutzens gedrückt und der Saugball losgelassen.
Nachdem auf diese Weise die erforderliche Menge der Flüssigkeit in die Pipette aufgenommen
worden ist, wird das Ventil des Saugstutzens losgelassen. Um die Flüssigkeit aus der
Pipette wieder abzugeben, wird das Ventil am Entleerungsstutzen zusammengedrückt.
[0003] Aus der DE-PS 42 14 634 ist ein ähnliches Pipettiergerät bekannt, bei dem die in
die Pipette aufzunehmende Flüssigkeit ebenfalls durch die Ausdehnungsbewegung eines
zunächst zusammengedrückten Saugballes aus Gummi oder einem ähnlichen Material eingesaugt
wird.
[0004] Ein Nachteil der vorbekannten Pipettiergeräte besteht darin, daß der Saugvorgang
der Flüssigkeit in die Pipette nur schlecht kontrollierbar ist.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Pipettiergerät der eingangs angegebenen Art
den Füllvorgang der Pipette besser kontrollierbar zu machen.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1. Das Pipettiergerät weist einen Zylinder auf, in dem ein Kolben längsverschieblich
geführt ist. Eine Saugleitung führt von der Pipettenaufnahme zu dem Zylinder. Durch
eine kontrollierte Bewegung des Kolbens kann der Füllvorgang der Pipette, also das
Ansaugen der Flüssigkeit in die Pipette, in ebenso kontrollierter Weise erfolgen.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Vorteilhaft ist es, in der Saugleitung ein Saugventil vorzusehen. Der Kolben kann
dann mehrmals betätigt werden, wodurch größere Flüssigkeitsvolumina in die Pipette
aufgenommen werden können. Ferner kann dadurch eine höhere Genauigkeit beim Füllen
der Pipette erreicht werden. Als Saugventil wird vorzugsweise ein Schnabelventil verwendet.
Das Saugventil bzw. Schnabelventil ist vorzugsweise im Zylinder oder in einer Ausbuchtung
des Zylinders oder Zylindergehäuses vorgesehen.
[0009] Der Kolben kann federbelastet sein. Vorzugsweise ist der Kolben derart federbelastet,
daß der Ansaugbewegung des Kolbens eine Federkraft entgegengesetzt ist. Vorteilhaft
ist es, auf der der Mündung der Saugleitung in den Zylinder abgewandten Seite des
Kolbens eine Druckfeder vorzusehen. Die Druckfeder umschließt vorzugsweise eine mit
dem Kolben verbundene Kolbenstange. Wenn bei einem Pipettiergerät mit einem federbelasteten
Kolben ein Saugventil bzw. Schnabelventil in der Saugleitung vorgesehen ist ergibt
sich der besondere Vorteil, daß die nach einer Saugbewegung des Kolbens erforderliche
Rückbewegung von einer Federkraft unterstützt werden kann.
[0010] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenbewegung
bzw. der Kolbenhub durch einen Anschlag begrenzt ist. In diesem Fall kann das Pipettiergerät
gleichzeitig als Dosiergerät verwendet werden. Das Pipettiergerät ist dann dazu geeignet,
definierte Flüssigkeitsvolumen einzusaugen. Vorteilhaft ist es, einen veränderbaren
Anschlag vorzusehen, so daß verschiedene vordefinierte Volumen eingesaugt werden können.
Die veränderbaren Anschläge können am Ende einer mit dem Kolben verbundenen Kolbenstange
vorgesehen sein. Zur Einstellung des jeweiligen Anschlages kann die Kolbenstange gedreht
werden und/oder es kann ein gehäusefester Anschlag in verschiedene Positionen gebracht
werden.
[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist an dem Zylinder ein Druckventil
vorgesehen, das vorzugsweise als Schnabelventil ausgestaltet ist. Dies ist insbesondere
dann von Vorteil, wenn in der Saugleitung ein Saugventil vorgesehen ist. Durch das
Druckventil kann Luft aus dem Zylinder entfernt werden, während der Kolben zwischen
zwei Saughüben einen Druckhub ausführt.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben
mit einer aus dem Zylinder herausragenden Kolbenstange verbunden ist, an der ein Betätigungsteil
vorgesehen ist. Das Betätigungsteil kann als Handgriff oder Fingergriff ausgestaltet
sein, insbesondere nach Art eines Abzugs bei einer Pistole oder einem Gewehr.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist gekennzeichnet durch eine Entlüftungsleitung,
die von dem Zylinder ins Freie führt und die auf der der Mündung der Saugleitung in
den Zylinder abgewandten Seite des Kolbens in den Zylinder mündet. Vorzugsweise befindet
sich die Mündung der Entlüftungsleitung auf derjenigen Seite des Kolbens, auf der
auch die Feder bzw. Druckfeder bzw. Kolbenstange liegt. Durch die ins Freie bzw. in
die Umgebung mündende Entlüftungsleitung kann ein Druckausgleich während des Saughubes
auf der der Mündung der Saugleitung abgewandten Seite des Kolbens erfolgen.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung zweigt von der Saugleitung eine ins
Freie führende Entleerungsleitung ab, die durch ein erstes Betätigungselement verschließbar
und aufsteuerbar ist. Während des Füllens der Pipette ist die Entleerungsleitung verschlossen.
Wenn sie aufgesteuert wird, findet ein Druckausgleich statt, durch den die Flüssigkeit
aus der Pipette abgelassen wird.
[0015] Vorzugsweise ist die Saugleitung durch ein zweites Betätigungselement verschließbar
und aufsteuerbar.
[0016] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Saugleitung
durch das zweite Betätigungselement an einer Stelle verschließbar und aufsteuerbar
ist, die auf der dem Zylinder abgewandten Seite der Abzweigung der Entleerungsleitung
liegt.
[0017] Das erste Betätigungselement und das zweite Betätigungselement sind vorzugsweise
auf einem Ventilbetätigungshebel vorgesehen. Vorteilhaft ist es, wenn der Ventilbetätigungshebel
in dem Gehäuse des Pipettiergeräts, also gehäusefest, drehbar gelagert ist. Vorzugsweise
ist der Ventilbetätigungshebel mit einem nach außen, also aus dem Gehäuse heraus geführten
Arm zur Betätigung bzw. Handbetätigung versehen.
[0018] Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist eine Ausstoßleitung vorhanden,
die von der Entlüftungsleitung abzweigt und zu der Pipettenaufnahme führt.
[0019] Die Entlüftungsleitung ist vorzugsweise durch ein drittes Betätigungselement verschließbar
und aufsteuerbar.
[0020] Vorzugsweise ist die Austoßleitung durch ein viertes Betätigungselement verschließbar
und aufsteuerbar.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßleitung
durch das vierte Betätigungselement an einer Stelle verschließbar und aufsteuerbar
ist, die auf der dem Zylinder abgewandten Seite der Abzweigung der Ausstoßleitung
liegt.
[0022] Das dritte Betätigungselement und das vierte Betätigungselement sind vorzugsweise
auf einem Ventilbetätigungshebel vorgesehen. Vorzugsweise handelt es sich dabei um
denselben Ventilbetätigungshebel, auf dem auch das erste Betätigungselement und das
zweite Betätigungselement vorgesehen sind. Der Ventilbetätigungshebel ist vorzugsweise
in dem Gehäuse drehbar gelagert.
[0023] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung
im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt
- Fig. 1
- ein Pipettiergerät in einer Schnittansicht von der Seite,
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht des Pipettiergeräts während des Ansaugvorgangs,
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht des Pipetterigeräts während des Flüssigkeits-Abgabevorgangs,
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht des Pipettiergeräts während des Ausstoßvorgangs,
- Fig. 5
- eine weitere schematische Ansicht des Pipettiergeräts und
- Fig. 6
- eine abgewandelte Ausführungsform des Pipettiergeräts in einer Schnittansicht von
der Seite.
[0024] Das in Fig. 1 gezeigte Pipettiergerät besitzt ein Gehäuse 1, in dem ein Zylinder
2 vorgesehen ist. In dem Zylinder 2 ist ein Kolben 3 längsverschieblich geführt. Von
dem Zylinder 2 führt eine Saugleitung 4 zu einer Pipettenaufnahme 5, in der eine Pipette
6 lösbar befestigt, nämlich eingesteckt ist. Die Pipettenaufnahme 5 ist in einen Gehäuseansatz
7 eingesteckt, der an das Gehäuse 1 angeschraubt ist.
[0025] Der Zylinder 2 besteht aus einem Zylinderteil 8 und einem Kopfteil 9. Er wird von
Zylinderhalterungen 10, 11 eingefaßt, die mit dem Gehäuse 1 verbunden sind.
[0026] Der in dem Zylinder 2 längsverschieblich geführte Kolben 3 ist topfförmig ausgestaltet.
Das Stirnteil des Kolbens 3 ist mit einer Kolbenstange 12 verbunden, an deren dem
Kolben 3 abgewandten Ende sich ein U-förmiger Fortsatz 13 anschließt, der mit einem
Betätigungsteil 14 verbunden ist. Das Betätigungsteil 14 ist als Fingerbetätigungsteil
ausgestaltet und weist die Form eines Abzugs einer Pistole auf. Es ist in einem Schlitz
15 des Gehäuses 1 geführt und derart im Abstand von einem Griffteil 16 des Gehäuses
1 angeordnet, daß eine Einhandbedienung möglich ist. Zu diesem Zweck wird das Griffteil
16 mit der Faust ergriffen, wobei die Finger in den Mulden des Griffteils 16 liegen.
Der Zeigefinger kann dann die Griffmulde 17 des Betätigungsteils 14 heranziehen, also
in Richtung des Pfeiles 18 bewegen.
[0027] An der Rückseite des Stirnteils des Kolbens 3 stützt sich ein Ende einer Druckfeder
19 ab, die die Kolbenstange 12 umgibt und die in dem zylinderförmigen Absatz des topfförmigen
Kolbens 3 eingesetzt ist. Das andere Ende der Druckfeder 19 ist an der Zylinderhalterung
11 abgestützt. Die Kolbenstange 12 ist in einem muffenförmigen Ansatz 20 in der Zylinderhalterung
11 geführt. Mit der Kolbenstange 12 ist eine mit ihr fluchtende Verlängerung 21 verbunden,
die in einem Ansatz 22 des Gehäuses 1 geführt ist und an deren Ende mehrere abgestufte
Absätze 23 vorgesehen sind, die verschiedene Anschläge für die Kolbenstange 12 und
damit die Hubbewegung des Kolbens 3 bilden.
[0028] In der Saugleitung 4 ist ein als Schnabelventil ausgestaltetes Saugventil 24 vorgesehen.
Es befindet sich in einem Ansatz 25, der an dem Kopfteil 9 des Zylinders 2 angeformt
ist. Ferner ist an dem Zylinder 2 ein ebenfalls als Schnabelventil ausgestaltetes
Druckventil 26 vorgesehen, das auf einen weiteren am Kopfteil 9 des Zylinders 2 vorgesehenen
Ansatz aufgesteckt ist.
[0029] Von dem Zylinder 2 führt eine Entlüftungsleitung 27 ins Freie. Die Entlüftungsleitung
27 mündet durch die Zylinderhalterung 11 hindurch in den Zylinder 2, und zwar auf
der der Mündung der Saugleitung 4 in den Zylinder 2 abgewandten Seite des Kolbens
3.
[0030] Von der Saugleitung 4 zweigt eine ins Freie führende Entleerungsleitung 28 ab. Von
der Entlüftungsleitung 27 zweigt eine Ausstoßleitung 29 ab, die zu der Pipettenaufnahme
5 führt. Die Saugleitung 4 und die Ausstoßleitung 29 werden bei 30 in eine gemeinsame,
zur Pipettenaufnahme 5 führende Leitung 31 zusammengeführt.
[0031] In dem Gehäuse 1 ist ein Ventilbetätigungshebel 32 vorgesehen, der um eine Achse
33 drehbar gelagert ist. Auf dem Ventilbetätigungshebel 32 ist ein erstes Betätigungselement
34 vorgesehen, durch das die Entleerungsleitung 28 verschließbar und aufsteuerbar
ist, ein zweites Betätigungselement 35, durch das die Saugleitung 4 verschließbar
und aufsteuerbar ist, ein drittes Betätigungselement 36, durch das die Entlüftungsleitung
27 verschließbar und aufsteuerbar ist, und ein viertes Betätigungselement 37, durch
das die Ausstoßleitung 29 verschließbar und aufsteuerbar ist. Der Ventilbetätigungshebel
32 besitzt einen ersten Hebelarm 38 und einen zweiten Hebelarm 39, die zwischen sich
einen Winkel von etwa 90° einschließen. Das erste Betätigungselement 34 und das zweite
Betätigungselement 35 befinden sich am Ende des ersten Hebelarms 38. Die Betätigungselemente
34, 35 schließen einen Winkel von etwa 90° ein, wobei der erste Hebelarm 38 im wesentlichen
in Richtung der Winkelhalbierenden verläuft. In analoger Weise sind das dritte Betätigungselement
36 und das vierte Betätigungselement 37 am Ende des zweiten Hebelarms 39 angeordnet.
Die Betätigungselemente 36, 37 schließen einen Winkel von etwa 90° miteinander ein,
wobei der zweite Hebelarm im wesentlichen in Richtung der Winkelhalbierenden verläuft.
[0032] Die Saugleitung 4 ist durch das zweite Betätigungselement 35 an einer Stelle verschließbar
und aufsteuerbar, die auf der dem Zylinder 2 abgewandten Seite der Abzweigung der
Entleerungsleitung 28 liegt. Die Ausstoßleitung 29 ist durch das vierte Betätigungselement
37 an einer Stelle verschließbar und aufsteuerbar, die auf der dem Zylinder 2 abgewandten
Seite der Abzweigung der Ausstoßleitung 29 liegt.
[0033] In den Fig. 2, 3 und 4 sind die Schaltstellungen der Betätigungselemente bei den
Funktionen

Ansaugen" (Fig. 2),

Abgeben" (Fig. 3) und

Ausstoßen" (Fig. 4) gezeigt.
[0034] In der Fig. 2 befindet sich der Ventilbetätigungshebel 32 in der Stellung

Ansaugen". In dieser Stellung ist die Entleerungsleitung 28 durch das erste Betätigungselement
34 verschlossen. Die Saugleitung 4 ist durch das zweite Betätigungselement 35 aufgesteuert.
Die Entlüftungsleitung 27 ist durch das dritte Betätigungselement 36 aufgesteuert.
Die Ausstoßleitung 29 ist durch das vierte Betätigungselement 37 verschlossen. Bei
einer Bewegung des Kolbens 3 in Richtung des Pfeiles 18, also in Saugrichtung, schließt
das Druckventil 26 und wird das Saugventil 24 geöffnet. Die Luft wird von der Pipette
6 durch die Saugleitung 4 in den Zylinder 2 eingesaugt. Auf der Rückseite des Kolbens
3 kann die Luft durch die Entlüftungsleitung 27 ausströmen. Die Flüssigkeit 40 wird
in die Pipette 6 unter Bildung einer Flüssigkeitssäule 41 eingesaugt.
[0035] Der Saugvorgang kann wiederholt werden. Wenn das Betätigungsteil 14 losgelassen wird,
drückt die Druckfeder 19 den Kolben 3 entgegen der Pfeilrichtung 18 in die Ausgangsstellung
zurück. Während dieser Bewegung schließt das Saugventil 24 und öffnet sich das Druckventil
26. Die Luft in dem Zylinder 2 entweicht durch das geöffnete Druckventil 26. Durch
die geöffnete Entlüftungsleitung 27 strömt Luft auf die Rückseite des Kolbens 3. Die
Flüssigkeitssäule 41 bleibt unverändert erhalten. Anschließend kann ein neuer Saugvorgang
durchgeführt werden, durch den die Flüssigkeitssäule 41 weiter ansteigt.
[0036] In der Fig. 3 befindet sich der Ventilbetätigungshebel 32 in der Stellung

Abgeben". Er wurde in diese Stellung durch eine Bewegung des Hebelarms 42 entgegen
der Kraft der gehäusefesten Druckfeder 43 gebracht. Die Skalenbezeichnung

0" bezeichnet die Stellung

Ansaugen", die Skalenbezeichnung

a" die Stellung

Abgeben" und die Skalenbezeichnung

b" die Stellung

Ausstoßen". Die Stellungen a und b werden durch eine Handbetätigung des Hebelarms
42 erreicht, durch die der Ventilbetätigungshebel 32 um den Hebeldrehpunkt bzw. die
Drehachse 33 gedreht wird.
[0037] In der in Fig. 3 gezeigten Stellung

Abgeben" ist die Entleerungsleitung 28 durch das erste Betätigungselement 34 aufgesteuert
worden. Die Saugleitung 4 ist durch das zweite Betätigungselement 35 nach wie vor
aufgesteuert. Die Entlüftungsleitung 27 ist durch das dritte Betätigungselement 36
nach wie vor aufgesteuert. Die Ausstoßleitung 29 ist durch das vierte Betätigungselement
37 aufgesteuert worden. Alle Betätigungselemente steuern also die jeweils zugehörige
Leitung auf. Durch die Entleerungsleitung 28 und die Saugleitung 4 strömt Luft in
die Pipette. Da die Entleerungsleitung 28 ins Freie führt, entsteht ein Druckausgleich,
durch den die Flüssigkeit aus der Pipette 6 nach unten herausströmt. Ferner strömt
Luft durch die Entlüftungsleitung 27 und die Ausstoßleitung 29 in die Pipette. Da
die Entlüftungsleitung 27 ebenfalls ins Freie führt, also mit dem Umgebungsdruck verbunden
ist, wird auch hierdurch die Flüssigkeit aus der Pipette 6 entfernt.
[0038] In der Fig. 4 befindet sich der Ventilbetätigungshebel 32 in der Stellung

Ausstoßen". Der Ventilbetätigungshebel 32 ist also noch weiter um die Drehachse 33
entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht worden, so daß der Hebelarm 42 die Skalenbezeichnung
b erreicht hat. In der Stellung

Ausstoßen" ist die Entleerungsleitung 28 durch das erste Betätigungselement 34 nach
wie vor aufgesteuert. Die Saugleitung 4 ist durch das zweite Betätigungselement 35
verschlossen worden. Die Entlüffungsleitung 27 ist durch das dritte Betätigungselement
36 verschlossen worden. Die Ausstoßleitung 29 ist durch das vierte Betätigungselement
37 aufgesteuert geblieben.
[0039] Durch eine Betätigung des Kolbens 3 in Richtung des Pfeiles 18 wird das Saugventil
24 geöffnet und das Druckventil 26 geschlossen. Umgebungsluft strömt durch die Entleerungsleitung
28 und die Saugleitung 4 in den Zylinder 2. Ferner drückt der Kolben 3 auf seiner
Rückseite Luft durch die Entlüftungsleitung 27 und die Ausstoßleitung 29 in die Pipette
6. Dadurch kann auch der an der Pipettenspitze verbleibende, tropfenförmige Flüssigkeitsrest
44 zuverlässig ausgeblasen werden. Ferner kann dadurch der Abgabevorgang der Flüssigkeit
aus der Pipette 6 beschleunigt werden.
[0040] Die Fig. 5 zeigt schematisch die Schaltstellungen des Ventilbetätigungshebels 32
und der darauf befindlichen Betätigungselemente in ihrem Zusammenwirken mit den verschiedenen
Leitungen. In Fig. 5a befindet sich der Ventilbetätigungshebel 32 in der Stellung

Ansaugen", in Fig. 5b in der Stellung

Abgeben" und in Fig. 5c in der Stellung

Ausblasen".
[0041] Die Fig. 6 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform, die im wesentlichen derjenigen
der Fig. 1 entspricht. Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist bei der
Ausführungsform der Fig. 6 die Pipettenaufnahme 5' nicht unterhalb des Griffteils
16 angeordnet, sondern am unteren Ende einer Abwinkelung 45 des Gehäuses 1, die sich
an das Kopfteil 9 des Zylinders 2 anschließt und von dort nach vorne und unten verläuft.
Dementsprechend ist die gemeinsame Leitung 31 um den Zylinder 2 herum zur Pipettenaufnahme
5' geführt.
1. Pipettiergerät zum Ansaugen und Abgeben einer Flüssigkeit in einer Pipette (6) mit
einem Gehäuse (1) und einer Aufnahme (5) für eine Pipette (6),
gekennzeichnet durch
einen Zylinder (2), in dem ein Kolben (3) längsverschieblich geführt ist, und eine
Saugleitung (4) von der Pipettenaufnahme (5) zu dem Zylinder (2).
2. Pipettiergerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Saugleitung (4)
ein Saugventil (24), vorzugsweise ein Schnabelventil, vorgesehen ist.
3. Pipettiergerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (3)
federbelastet (19) ist.
4. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kolbenbewegung durch einen Anschlag, vorzugsweise einen veränderbaren Anschlag
(23), begrenzt ist.
5. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
an dem Zylinder (2) ein Druckventil (26), vorzugsweise ein Schnabelventil, vorgesehen
ist.
6. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kolben (3) mit einer aus dem Zylinder herausragenden Kolbenstange (12) verbunden
ist, an der ein Betätigungsteil (14) vorgesehen ist.
7. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine
Entlüftungsleitung (27), die von dem Zylinder (2) ins Freie führt und die auf der
der Mündung der Saugleitung (4) in den Zylinder (2) abgewandten Seite des Kolbens
(3) in den Zylinder (2) mündet.
8. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
von der Saugleitung (4) eine ins Freie führende Entleerungsleitung (28) abzweigt,
die durch ein erstes Betätigungselement (34) verschließbar und aufsteuerbar ist.
9. Pipettiergerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Saugleitung (4) durch ein zweites Betätigungselement (35) verschließbar und aufsteuerbar
ist.
10. Pipettiergerät nach Anspruch 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugleitung
(4) durch das zweite Betätigungselement (35) an einer Stelle verschließbar und aufsteuerbar
ist, die auf der dem Zylinder (2) abgewandten Seite der Abzweigung der Entleerungsleitung
(28) liegt.
11. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das
erste Betätigungselement (34) und das zweite Betätigungselement (35) auf einem Ventilbetätigungshebel
(32) vorgesehen sind.
12. Pipettiergerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilbetätigungshebel
(32) in dem Gehäuse (1) drehbar gelagert ist.
13. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 7 bis 12, gekennzeichnet durch eine Ausstoßleitung
(29), die von der Entlüftungsleitung (27) abzweigt und zu der Pipettenaufnahme (5)
führt.
14. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Entlüftungsleitung (27) durch ein drittes Betätigungselement (36) verschließbar und
aufsteuerbar ist.
15. Pipettiergerät nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßleitung
(29) durch ein viertes Betätigungselement (37) verschließbar und aufsteuerbar ist.
16. Pipettiergerät nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausstoßleitung
(29) durch das vierte Betätigungselement (37) an einer Stelle verschließbar und aufsteuerbar
ist, die auf der dem Zylinder (2) abgewandten Seite der Abzweigung der Ausstoßleitung
(29) liegt.
17. Pipettiergerät nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das
dritte Betätigungselement (36) und das vierte Betätigungselement (37) auf einem Ventilbetätigungshebel
(32) vorgesehen sind, vorzugsweise auf dem Ventilbetätigungshebel (32) mit dem ersten
Betätigungselement (34) und dem zweiten Betätigungselement (35).
18. Pipettiergerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilbetätigungshebel
(32) in dem Gehäuse (1) drehbar gelagert ist.