[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verspannen zweier gegenüberliegender
Breitseitenwände einer Stranggießkokille mit dazwischen im Abstand zwecks Festlegung
der Formatbreite einstellbaren und bevorzugt klemmbar gehaltenen Schmalseitenwänden,
wobei zu deren gegenseitiger Verspannung federelastische Zuganker aus Stahl verwendet
werden, die im Zusammenwirken mit Stellgliedern wie Schraubverbindungen und Federpaketen,
Keilen oder Hydraulikaggregaten auf Spannung bringbar oder zwecks Verstellen der Schmalseitenwände
lösbar sind.
[0002] Eine beim Stand der Technik übliche Bauweise ist die Fixierung der Kokillenbreitseitenwände
mittels Zugstangen über Tellerfedern unter Verwendung von Spannschlössern. Um die
Schmalseitenwände verstellen zu können, muß die Federspannung bspw. mit einer aufwendigen
Hydraulik reduziert werden, durch welche die Klemmkraft der Schmalseitenwände aufgehoben
wird.
[0003] Von Nachteil ist dabei die aufwendige Hydraulik sowie die Gefahr eines Federbruchs,
wodurch ein Nachlassen des Zusammenhalts der Kokillenwände und ein nicht beabsichtigtes
Öffnen derselben möglich ist. Ein weiterer Nachteil ist die im kalten Anfahrzustand
bereits vorhandene große Anpreßkraft, die sich aufgrund der thermischen Längenänderung
der Zugstangen im Gießbetrieb reduziert und damit zu unterschiedlichen Spannungen
sowohl in den Zugstangen als auch in den Kokillenwänden führt.
[0004] Die DE-OS 27 02 976 offenbart eine Plattenkokille zum Stranggießen von Stahl mit
einem Tragrahmen und darin abgestützten, mit Kühleinrichtungen versehenen, den Kokillenhohlraum
begrenzenden Wänden, wobei mindestens eine Längswand quer zur Kokillenachse beweglich
ist und Querwände, die aus einer Halteplatte, einer Stützplatte und einer gekühlten
Kupferplatte bestehen, zwischen den Längswänden festklemmbar sind.
[0005] Dabei besteht die technische Maßgabe darin, daß die Querwände, deren jeweilige Stützplatte
an ihrem oberen und unteren Rand keilförmige Nasen aufweist, wobei die untere Nase
in eine keilförmige Nut der Halteplatte eingreift und die obere Nase mit einem diese
hintergreifenden Klemmstück an der Halteplatte befestigt ist, zwischen den Längswänden
mittels einer Federklemmeinrichtung festklemmbar sind, und daß zur Bewegung der Losseitenlängswand
eine eigene hydraulisch oder mechanisch wirkende, sich gegen den Tragrahmen abstützende
Einrichtung vorgesehen ist.
[0006] Die EP 0 107 564 offenbart eine Kokille zum Stranggießen von Gegenständen mit rechteckigem
Querschnitt mit zwei kurzen zwischen zwei langen Seiten einklemmbaren Platten, die
in einem Stützrahmen miteinander verspannt sind, wobei die langen Kokillenwände von
starken Federpaketen zusammendrückbar sind.
[0007] Die technische Maßgabe dieses Dokuments besteht darin, daß die Mittel zum Andrücken
der langen Seiten aus Andrückvorrichtungen bestehen, die auf zwei oberen und unteren
Höhenlagen der Kokille vorgesehen sind, und daß gesonderte, unterschiedlich einstellbare
Mittel für die Steuerung der Entlastung des ausgeübten Druckes durch die oberen Andrückvorrichtungen
und durch die unteren Andrückvorrichtungen vorgesehen sind. Dabei bestehen diese Vorrichtungen
für das obere und das untere Andrücken je aus wenigstens einem Paar von Zylindern,
die zur Druckaufhebung durch eine Steuerschaltung hydraulisch betätigt werden, bestehend
aus zwei getrennten Leitungen zur Speisung der beiden Zylinderpaare, wobei jede Leitung
mit Mitteln zur Einstellung des Druckes versehen ist.
[0008] Die OS 27 42 742 offenbart eine Vorrichtung zur Einstellung einer der beiden stirnseitigen
Platten einer Stranggießkokille mit wenigstens einem elastischen Element, welches
sich an der stirnseitigen Platte abstützt, und mit einem mit dem ortsfesten Gerüst
verbundenen Mechanismus, welcher die Längsverschiebung einer zur stirnseitigen Platte
senkrechten Stange betätigt. Die Einstellvorrichtung weist außerdem wenigstens einen
zwischen diesem Mechanismus und der stirnseitigen Platte angeordneten Arbeitszylinder
auf, mit dem das elastische Element zusammengedrückt werden kann, wobei die Stange
in der Weise eingepaßt ist, daß sie das elastische Element zusammengedrückt hält,
wenn die Beschickung des Arbeitszylinders unterbrochen wird.
[0009] Aus der EP 0 417 504 A2 ist eine Stranggießkokille mit zwei auf Stützrahmen gegenüberliegend
angeordneten Breitseitenwänden bekannt, zwischen denen zwecks Formatbreiteneinstellung
gegeneinander verschiebbare Schmalseitenwände fest eingeklemmt sind, wobei zur Verspannung
der zwischen den Breitseitenwänden befindlichen Schmalseitenwände mechanische Spannelemente
vorgesehen sind, die mit hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheiten in Wirkverbindung
stehen.
[0010] Bei dieser Bauart sind die Stützrahmen mit ihren Breitseitenwänden in der Stranggießkokille
so angeordnet und mit den Spannelementen verbunden, daß sie sowohl zueinander als
auch voneinander verstellt werden können. Dabei sind die federelastischen Zugstangen
an einem Ende mit einer Keilnut versehen, in die beim Verspannen der Schmalseitenwände
ein Keil eingeführt wird, der über eine Schubstange und ein Schwenklager mit einer
hydraulischen Kolben-Zylinder-Einheit in Wirkverbindung steht.
[0011] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Verbesserung der bekannten Bauarten von Stranggießkokillen in dem Sinne herbeizuführen,
daß einerseits die Montage und die Verstellbarkeit der Kokillenschmalseiten wesentlich
vereinfacht und andererseits eine Beschädigung der Kokille bei Störungen, z.B. beim
Auftreten von überhöhten Druckspitzen besonders im Falle einer Dünnbrammen-Trichterkokille
oder eines kalten Anfahrstranges durch angepaßtes Einstellen der Breitseiten-Spannkräfte
gegen die Schmalseiten bzw. durch die Möglichkeit eines partiellen Öffnens der Kokille
vermieden wird.
[0012] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß als Zuganker Stangen mit einem glatten Ende
und einem Gewindeende verwendet werden, wobei auf die glatten Enden der durch die
Kokillen-Breitseitenwände sowie die ihnen zugeordneten Stützrahmen hindurchsteckbaren
Stangen Klemmelemente aufgesteckt und auf die Gewindeenden Muttern vorzugsweise unter
Zwischenlage je eines Federpaketes aufgeschraubt werden, und daß die Klemmelemente
mit einer vorgegebenen Klemmkraft und die Muttern der Schraubverbindungen mit einer
definiert vorgegebenen Vorspannung eingestellt werden. Mit großem Vorteil ergibt sich
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Verspannen der Kokillenbreitseitenwände eine
Verbesserung der bekannten Bauarten von Stranggießkokillen in dem Sinne, daß die Klemmelemente
bei Überschreiten der vorgegebenen Klemmkraft nachgeben können.
[0013] Eine Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, daß die der Klemmkraft proportionale
Haftkraft eines Klemmelementes nach Maßgabe des effektiven Haftreibungskoeffizienten
zwischen Zugankerstange und Klemmelement, bspw. bei einem Koeffizienten µ = 0,05 bis
0,15 für Stahl/Stahl bei glatten und trockenen Flächen, gemäß Vorgabe einer rechnerisch
ermittelten Klemmkraft so ausgelegt wird, daß sie der Summe aller Kräfte aus Anpreßkraft
der Kokillen-Breitseitenwände gegen die Schmalseitenwände zuzüglich den ferrostatischen
Druckkräften und zuzüglich einem Sicherheitszuschlag entspricht.
[0014] Dabei sieht eine Ausgestaltung des Verfahrens vor, daß die Verspannung der Kokillen-Breitseitenwände
durch Anziehen der Schraubverbindung, bevorzugt unter Verwendung eines Drehmomentenschlüssels,
vorgenommen wird. Damit kann die Spannkraft der Kokillen-Breitseitenwände gegen die
zwischen ihnen eingeklemmten Schmalseitenwände feinfühlig und exakt mit einer vorgegebenen
Klemmkraft eingestellt werden. Die Verspannung der Kokillen-Breitseitenwände wird
so ausgelegt, daß sie einer vorgegebenen Flächenpressung der Anlageflächen der Schmalseitenwände
an den Breitseitenwänden zuzüglich den vom flüssigen Metall ausgeübten ferrostatischen
Kräften entspricht.
[0015] Weiterhin sieht die Erfindung vor, daß die Klemmkraft des Klemmelementes so vorgegeben
wird, daß bei einem die zulässige Summe der Kräfte übersteigenden Kraftanstieg der
Kokillen-Breitseitenwände das Klemmelement nachgibt und am Zuganker nach außen gleitet.
Hierfür wird ein maximal zulässiger Gleitweg des Klemmelementes vorgegeben und am
Zuganker ein Endanschlag, bspw. in Form eines zusätzlichen Klemmelementes, angeordnet,
wobei dieser Endanschlag bevorzugt mit Hilfe eines Alarmkontaktes beim Nachgeben des
Klemmelementes Signale auslöst. Damit wird die Sicherheit der Kokille gegen Beschädigungen
verbessert, was mit Hilfe der Erfindung erstmals dadurch ermöglicht wird, daß die
Klemmelemente ausschließlich durch Kraftschluß an den glatten Enden der Zugankerstangen
in ihrer Position unter Last gehalten werden.
[0016] Eine Vorrichtung zum Verspannen zweier gegenüberliegender Breitseitenwände einer
Stranggießkokille mit dazwischen im Abstand zwecks Festlegung der Formatbreite einstellbaren
und bevorzugt klemmbar gehaltenen Schmalseitenwänden, wobei zu deren gegenseitiger
Verspannung Zuganker aus Stahl vorhanden und im Zusammenwirken mit Stellgliedern auf
Spannung bringbar sind, zeigt nach der Erfindung, daß die Zuganker zylinderförmige
Stangen mit einem glatten Ende zur Aufnahme von Klemmelementen und mit einem gegenüberliegenden
Gewindeende zur Aufnahme je einer vorzugsweise mit einem Federpaket unterlegbaren
Schraubverbindung sind. Das Federpaket kann ein mechanisch oder hydraulisch arbeitendes
Federpaket sein. Die hydraulischen Elemente können steuer- oder regelbar sein.
[0017] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen der Vorrichtung sind entsprechend den Unteransprüchen
vorgesehen.
[0018] Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden
Erläuterung eines in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispieles.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Kokille im Schnitt einer die Stützrahmen und Schmalseitenteile senkrecht schneidenden
und mit den Achsen der Zugstangen verlaufenden Schnittebene,
- Figur 2
- ein Gewindeende eines Zugankers mit einer Stellmuttern aufweisenden Verschraubung
unter Zwischenlage eines Federpaketes,
- Figur 3
- das glatte Ende des Zugankers gemäß Fig. 2 mit einem Klemmelement und Sicherungs-Endanschlag,
- Figur 4
- das Verspannungsprinzip der Erfindung.
[0019] Die Schnittdarstellung der Kokille gemäß Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Verspannen zweier gegenüberliegender Breitseitenwände 1 mit den Zugankern 4. Die
Schnittebene durchdringt die Schmalseitenteile 20 der Kokille mit darin angeordneten
Verstelleinrichtungen 21 für die in dieser Schnittebene nicht ersichtlichen Schmalseitenwände.
Die Zuganker 4 sind federelastische Stangen mit jeweils einem glatten Ende 40 und
einem Gewindeende 41. Auf die glatten Enden 40 der durch die Kokillen-Breitseitenwände
1 sowie durch die ihnen zugeordneten Stützrahmen 3 bzw. 3' hindurchsteckbaren Stangen
4 sind einerseits Klemmelemente 10 aufgesteckt, und auf die Gewindeenden 41 sind Stellmuttern
42 unter Zwischenlage je eines Federpaketes 11 aufgeschraubt, das ganze derart, daß
die Klemmelemente 10 mit vorgegebener Klemmkraft und die Muttern 42 der Schraubverbindungen
5 mit definiert vorgegebener Vorspannung eingestellt werden.
[0020] Dabei fixieren die Klemmvorrichtungen 10 die Kokillenbreitseitenwände 1 durch Kraftschluß
mit den glatten Enden 40 der Zuganker 4, während die Schraubverbindungen 5 am gegenüberliegenden
Gewindeende 41 der Zuganker 4 die Vorspannung der Kokillenbreitseitenwände 1 gegen
die Schmalseitenwände mit einer definierten Kraft übernehmen.
[0021] Die Breitseitenwände 1 sind jeweils am Stützrahmen 3 einer Festseite und am Stützrahmen
3' einer Losseite des Stützrahmens abgestützt und die Zuganker 4 sind durch in diesen
sowie in den Breitseitenwänden 1 vorhandene Führungsöffnungen 6 hindurchgeführt. An
deren herausragenden glatten Enden 40 sind die Klemmelemente 10 und an den herausragenden
Gewindeenden 41 die Schraubverbindungen 5 unter Zwischenlage von Tellerfederpakten
14 angeordnet; die Federpakete können auch hydraulisch geregelte Elemente sein. Diese
sind ihrerseits an den Stützrahmen 3 abgestützt.
[0022] Zum Spreizen der Stützrahmen 3 bzw. 3' mit den Breitseitenwänden 1 an deren Los-
und Festseite ist je ein Hydraulikaggregat 13 zwischen den Zugankern 4 angelenkt,
durch welche sich die Stützrahmen 3, 3' zusammen mit den Breitseitenwänden 1, 1' gegenüber
den Schmalseitenwänden nach jeder Seite in eine Öffnungsstellung verschieben lassen.
[0023] Fig. 2 zeigt in vergrößerter Darstellung das Gewindeende 41 eines Zugankers 4 mit
den Stellmuttern 42 der Schraubverbindung 5 unter Zwischenlage des Tellerfederpaketes
14 bzw. des steuer- oder regelbaren Hydraulikelementes. Die Stange 4 durchdringt die
Führungsöffnung 6 im Stützrahmen 3 und ist mit ihrem Gewindeende 41, der Verschraubung
5 und dem Tellerfederpaket 14 von einem Abschlußelement 18 umgeben und hermetisch
verschlossen. Damit wird bspw. einer Korrosion der Verschraubung 5 mit einfachen Mitteln
wirksam begegnet.
[0024] Fig. 3 zeigt das dem Gewindeende 41 der Stange 4 gegenüberliegende glatte Ende 40
mit aufgeschobenem und fixiertem Klemmelement 10. Dieses wirkt zusammen mit einer
Anzahl radial angeordneter Klemmkeile 9, die unter Belastung durch das Federpaket
11 mit axialer Druckspannung die Gegenkeile 8 konzentrisch gegen die Stange 4 pressen.
Dabei erzeugen diese Gegenkeile 8 konzentrische Klemmkräfte K und damit eine proportionale
Haftkraft N nach Maßgabe des effektiven Haftreibungskoeffizienten (µ) zwischen Stange
4 und Klemmelement 10. Die Haftkraft ist bspw. bei einem Haftreibungskoeffizienten
µ zwischen 0,05 und 0,15 für Haftreibung Stahl gegen Stahl bei glatten und trockenen
Flächen und Vorgabe einer rechnerisch ermittelbaren Klemmkraft K so ausgelegt, daß
sie der Summe aller Kräfte aus Anpreßkraft A der Kokillen-Breitseitenwände 1 gegen
die Schmalseitenwände zuzüglich den ferrostatischen Druckkräften (D) und zuzüglich
einem Sicherheitszuschlag (S) nach der Formel

entspricht.
[0025] Die Klemmvorrichtung 10 besitzt in Anlage gegen den Klemmkeil 9 einen Hydraulik-Entlastungskolben
16, der bei Beaufschlagung mit Hydraulikmedium entsprechenden Druckes durch den Zufuhrkanal
17 die Klemmspannung des Federpaketes 11 überwindet und damit den Gegenkeil 8 entlastet,
so daß das Klemmelement 10 vom glatten Ende 40 der Stange 4 problemlos abgezogen werden
kann. Umgekehrt wird bei einem drucklosen Zustand des Hydraulikmediums der Kolben
16 in die gezeigte Anschlagposition durch die Axialkraft des Federpaketes 11 zurückgedrückt
und in eine Klemmposition gegenüber dem Klemmkeil 9 gebracht, wobei das Klemmelement
10 die vorberechnete Klemmkraft K gegenüber dem glatten Ende 40 der Stange 4 ausübt
und festklemmt.
[0026] Beim gezeigten Beispiel wird die Stange 4 ebenfalls durch die Führungsöffnung 6 des
Stützrahmens 3 hindurchgeführt und durch Aufstecken und Klemmen des Klemmelementes
10 fixiert.
[0027] Wie die Fig. 3 weiter zeigt, kann bevorzugt jedem Klemmelement 10 auf der Stange
des Zugankers 4 ein Endanschlag 12 mit vorgegebenem Sicherheitsabstand, bevorzugt
zwischen 0,3 und 1,0 mm, zugeordnet sein, der bei Berührung mit dem Klemmelement 10
eine (nicht gezeigte) Einrichtung zum Auslösen eines Störungssignales aktiviert. Dieser
Endanschlag 12, bspw. in Form einer auf das glatte Ende 40 der Stange 4 aufschiebbaren
dicken Scheibe kann bspw. durch eine Feststelleinrichtung 15 in Form einer Arretierungsschraube
in einstellbarer Position gehalten sein.
[0028] Fig. 4 zeigt das Verspannungsprinzip nach der Erfindung bei einer alternativen Verspannungsvorrichtung,
bei welcher das Klemmelement 10 aus zwei Klemmbacken 23 besteht, zwischen denen ein
rechteckig geformtes Ende 40 einer Zugankerstange 4 kraftschlüssig geklemmt wird und
die Klemmkräfte von einer Druckfeder 19 und einem Tellerfederpaket 22 aufgebracht
werden. Die Klemmbacken 23 können auch Ausformungen aufweisen, die das Rundprofil
eines glatten Endes 40 eines Zugankers 4 teilweise umschließen und klemmen. Dehnschrauben
24 mit Schraubenkopf 25 und Schraubenmutter 26 verbinden die Klemmbacken 23.
[0029] Aus der Darstellung der Fig. 1 bis 4 ist ersichtlich, daß durch Ausbildung der Zuganker
4 als Stange mit einem glatten Ende 40 und einem Gewindeende 41 eine äußerst unkomplizierte
Montage im Zusammenbau der Kokille ermöglicht wird. Durch die Anordnung des Klemmelementes
10 mit vorgegebener Klemmkraft K wird im Sinne einer Rutschkupplung im Falle von Überschreiten
zulässiger Lastspitzen eine zusätzliche Sicherheit mit unkomplizierten Mitteln erreicht.
[0030] Damit löst die Erfindung in optimaler Weise die eingangs gestellte Aufgabe.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Breitseitenwände
- 3, 3'
- Stützrahmen
- 4
- Zuganker
- 5
- Schraubverbindung
- 6
- Führungsöffnung
- 7
- Zugankerkopf
- 8
- Gegenkeil
- 9
- Klemmkeil
- 10
- Klemmelement
- 11
- Federpaket, mechanisch oder hydraulisch
- 12
- Endanschlag
- 13
- Hydraulikaggregat
- 14
- Federpaket, mechanisch oder hydraulisch
- 15
- Feststelleinrichtung
- 16
- Hydraulischer Entlastungskolben
- 17
- Hydraulischer Zuführkanal
- 18
- Abschlußelement
- 19
- Schraubenfeder, Druckfeder
- 20
- Schmalseitenteile
- 21
- Schmalseiten-Verstelleinrichtung
- 22
- Tellerfederpaket
- 23
- Klemmbacken
- 24
- Dehnschrauben
- 25
- Schraubenkopf von 24
- 26
- Schraubenmutter von 24
- 40
- Glattes Ende der Zuganker 4
- 41
- Gewindeende der Zuganker 4
- 42
- Stellmutter
- 43
- Rechteckprofil von 40
1. Verfahren zum Verspannen zweier gegenüberliegender Breitseitenwände (1) einer Stranggießkokille
mit dazwischen im Abstand zwecks Festlegung der Formatbreite einstellbaren und bevorzugt
klemmbar gehaltenen Schmalseitenwänden, wobei zu deren gegenseitiger Verspannung Zuganker
(4) aus Stahl verwendet werden, die im Zusammenwirken mit Stellgliedern wie Schraubverbindungen
und Federpaketen, Keilen oder Hydraulikaggregaten auf Spannung bringbar oder zweck
Verstellen der Schmalseitenwände lösbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Zuganker (4) Stangen mit einem glatten Ende (40) und einem Gewindeende (41)
verwendet werden, wobei auf die glatten Enden (40) der durch die Kokillen-Breitseitenwände
(1) sowie die ihnen zugeordneten Stützrahmen (3) hindurchsteckbaren Stangen (4) Klemmelemente
(10) aufgesteckt und auf die Gewindeenden (41) Muttern (42) vorzugsweise unter Zwischenlage
je eines Federpaketes (14) aufgeschraubt werden, und daß die Klemmelemente (10) mit
einer vorgegebenen Klemmkraft und die Muttern (42) der Schraubverbindungen (5) mit
einer definiert vorgegebenen Vorspannung eingestellt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die der Klemmkraft (K) proportionale Haftkraft (N) eines Klemmelementes (10) nach
Maßgabe des effektiven Haftreibungskoeffizienten (µ) zwischen Stange (4) und Klemmelement
(10), beispielsweise bei einem Koeffizienten µ = 0,05 bis 0,15 für Stahl/Stahl bei
glatten und trockenen Flächen, gemäß Vorgabe einer rechnerisch ermittelten Klemmkraft
(R) so ausgelegt wird, daß sie der Summe (Σ) aller Kräfte aus Anpreßkraft (A) der
Kokillen-Breitseitenwände (1) gegen die Schmalseitenwände zuzüglich den ferrostatischen
Druckkräften (D) und zuzüglich einem Sicherheitszuschlag (S) entspricht, nach der
Formel:
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verspannung der Kokillen-Breitseitenwände (1) durch drehmomentbegrenztes Anziehen
der Schraubverbindung (5), vorgenommen wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verspannung der Kokillen-Breitseitenwände (1) so ausgelegt wird, daß sie einer
vorgegebenen Flächenpressung der Anlageflächen der Schmalseitenwände an den Breitseitenwänden
(1) zuzüglich den vom flüssigen Metall ausgeübten ferrostatischen Kräften entspricht.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmkraft (R) des Klemmelementes (10) so vorgegeben wird, daß bei einem die
zulässige Summe (Σ) der Kräfte (

) übersteigenden Kraftanstieg der Kokillen-Breitseitenwände (1) das Klemmelement (10)
nachgibt und am Zuganker (4) nach außen gleitet.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein maximal zulässiger Gleitweg des Klemmelementes (10) vorgegeben und hierfür
am Zuganker (4) ein Endanschlag (12) beispielsweise in Form eines zusätzlichen Klemmelementes
angeordnet wird, und daß dieser bevorzugt mit Hilfe eines Alarmkontaktes beim Nachgeben
des Klemmelementes (10) Signale auslöst.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmelemente (10) ausschließlich durch Kraftschluß an den glatten Enden (40)
der Zugankerstangen (4) in ihrer Position unter Last gehalten werden.
8. Vorrichtung zum Verspannen zweier gegenüberliegender Breitseitenwände (1) einer Stranggießkokille
mit dazwischen im Abstand zwecks Festlegung der Formatbreite einstellbaren und bevorzugt
klemmbar gehaltenen Schmalseitenwänden, wobei zu deren gegenseitiger Verspannung Zuganker
(4) aus Stahl vorhanden und im Zusammenwirken mit Stellgliedern auf Spannung bringbar
sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuganker (4) zylinderförmige Stangen mit einem glatten Ende (40) zur Aufnahme
von Klemmelementen (10) und mit einem gegenüberliegenden Gewindeende (41) zur Aufnahme
je einer vorzugsweise mit einem Federpaket (14) unterlegbaren Schraubverbindung (5)
sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Breitseitenwände (1) an Stützrahmen (3) abgestützt und die Zuganker (4) durch
in diesen sowie in den Breitseitenwänden (1) vorhandene Führungsöffnungen (6) hindurchgeführt
und an deren herausragenden glatten Enden (40) die Klemmelemente (10) und an den Gewindeenden
(41) die Schraubverbindungen (5) unter Zwischenlage von Tellerfederpaketen (14) angeordnet
und diese an den Stützrahmen (3) abgestützt sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Spreizen der Stützrahmen (3) mit den Breitseitenwänden (1) an deren Los- und
Festseite je ein Hydraulikaggregat (13) zwischen den Zugankern (4) angelenkt ist,
durch welche die Stützrahmen (3) zusammen mit den Breitseitenwänden (1, 1') gegenüber
den Schmalseitenwänden nach jeder Seite in eine Öffnungsstellung verschiebbar sind.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Klemmelemente (10) mit Klemmkeilen (9) zusammenwirken, die von je einem Federpaket
(14) mit vorgegebener und bevorzugt einstellbarer Klemmkraft abgestützt sind.
12. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Klemmelement (10) auf der Stange des Zugankers (4) ein Endanschlag (12)
mit vorgegebenem Sicherheitsabstand, bevorzugt zwischen 0,3 und 1,0 mm, zugeordnet
ist, der bei Berührung mit dem Klemmelement (10) eine Einrichtung zum Auslösen eines
Signals aktiviert.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet;
daß das Klemmelement (10) aus einer Anordnung von auf die Stange der Zuganker (4)
mittels Schraubenfeder bzw. Druckfeder (19) und einem Tellerfederpaket (11) einwirkenden
Klemmbacken besteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die glatten Enden (40) der Zugankerstangen (4) ein Rundprofil oder ein Rechteckprofil
(43) aufweisen.