[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Spurwechselradsatz für Schienenfahrzeuge nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Es sind bereits nach DD 41 590 Spurwechselradsätze mit umlaufender Kipphebelverriegelung
bekannt, deren Steuerelemente für die Ent- und Verriegelungsbetätigung am Radsatzlager
angeordnet sind und die Verschiebung der Verriegelungshülse durch axial bewegliche
Druckstößel, die gegen eine durch Druckstangen mit der Verriegelungshülse verbundenen
Steuerscheibe drücken. Diese Spurwechselradsätze erfordern zum einen sehr kräftig
ausgeführte Steuerscheiben mit langen Führungen und Durchbrüchen in der Radscheibe,
um die Verbindung zwischen Steuerscheibe und Verriegelungshülse durch Druckstangen
zu ermöglichen, und zum anderen für jede Radsatzlagerbauart ein spezielles mit den
erforderlichen Steuerelementen ausgerüstetes Radsatzlager, sowie nutartige Eindrehungen
in der Radscheibe, zur Anordnung von Schutzhülsen zum Schutz vor Staub und klimatischen
Einflüssen.
Desweiteren sind nach Artikel "Radsätze mit veränderlicher Spurweite" in der Zeitschrift
Schienen der Welt, Heft 4 1982 (Seiten 119-128) Spurwechselradsätze bekannt, bei denen
zur axialen Verschiebung der Verriegelungshülse am Fahrwerksrahmen gelagerte Gestänge
benötigt werden und zur drehfesten Kupplung zwischen dem Rad und der Radsatzwelle
drei Gelenkhebel angeordnet sind. Desweiteren sind nach diesem Artikel Fahrwerke mit
veränderlicher Spurweite bekannt, bei denen jeweils zwei Halbradsätze unabhängig voneinander
in speziellen Radsatzlagergehäusen verschiebbar und in der jeweiligen Spurweitenstellung
verriegelbar gelagert sind, die während des Spurwechselvorganges vollständig entlastet
werden müssen und bei denen infolge der fehlenden durchgehenden Radsatzwelle die axialen
Kräfte durch einen verstärkten Rahmen oder einen Hilfsrahmen übertragen werden. Weiterhin
ist nach Artikel "Eisenbahnradsatz VEVEY mit veränderlicher Spurweite" in der ETR,
Heft 4/1974 ein Spurwechselradsatz bekannt, bei dem unabhängig voneinander frei rotierende
Räder axial verschiebbar auf einer feststehenden Achse gelagert sind, der Verriegelungsmechanismus
innerhalb der hohlen Achse angeordnet ist und die Achse an ihrem Umfang Durchbrüche
für die Kupplung zwischen den Rädern und dem Verriegelungsmechanismus aufweist.
Diese bakannten Spurwechselradsätze besitzen in Abhängigkeit von ihren Ausführungen
jedoch den Nachteil, daß sie für jede Radsatzlagerbauart ein spezielles mit den Steuerelementen
ausgeführtes Radsatzlager benötigen und die Radscheibe mit Durchbrüchen und mit nutartigen
Eindrehungen versehen ist und diese Spannungsverteilung in der Radscheibe nagativ
beeinflussen, wobei zusätzliche schwere Gestänge am Fahrwerksrahmen und außenliegende
Gelenkhebel zur drehfesten Kupplung zwischen Radsatzwelle und Rad benötigt werden
wodurch der Freiraum zwischen den Radscheiben stark eingeschränkt wird, und daß teilweise
zur Übertragung der axialen Kräfte ein zusätzlicher Hilfsrahmen benötigt wird. Nach
DE 1 455 150 A1 ist ein Spurwechselradsatz für Schienenfahrzeuge mit axial auf der
Achswelle verschiebbaren Schienenrädern bekannt, bei dem ein Kipphebel vorgesehen
ist, der die Verbindung von einer aufgepreßten Auflaufscheibe hin zu der Nabe des
Rades herstellt. Dieser Hebel wirkt bei äußerer Stellung des Rades als Distanzelement
und bei innerer Stellung des Rades als eingerastetes Element.
Nachteilig bei dieser Ausführung ist die zusätzliche Anordnung eines Anschlages auf
der Radsatzwelle für die Begrenzung der äußeren Stellung des Rades. Weiterhin ist
durch die geometrische Ausbildung und Anordnung des Kipphebels keine exakte Arretierung
des Rades auf der Radsatzwelle möglich, da beim Aushebeln der im starren Zustand eingestellte
Abstand zwischen dem Rad und der Auflaufscheibe vergrößert wird und der Hebel beim
Aushebeln Reibungskräfte überwinden muß und dadurch auch einem höheren Verschleiß
unterliegt. Der durch Verschleiß im Laufe der Zeit kürzer gewordene Hebel vergrößert
das axiale Spiel und damit ist im Fahrbetrieb keine exakte Feststellung des Rades
auf der Radsatzwelle mehr möglich. Das zieht nach sich, daß mit dem größeren Spiel
der Verschleiß progressiv ansteigt. Nachteilig wirkt sich weiterhin aus, daß der Spurwechsel
nur bei vollständig entlasteten Radsatz und zusätzlich angeordneten Auflaufscheiben
durchgeführt werden kann. Desweiteren haben diese bekannten Radsätze den Nachteil,
daß sie nur für eine max. Radsatzlast von 20 t geeignet sind.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Spurwechselradsatz mit einer Steuerung
der Ent- und Verriegelung direkt am Verriegelungsmechanismus zu schaffen, bei der
die Verschiebung der Radscheiben während des Spurwechselvorganges beim Befahren einer
speziellen zwischen den Gleisen mit unterschiedlichen Spurweiten ausgebildeten Spurwechselanlage
selbsttätig erfolgt und ohne zusätzliche manuelle Tätigkeiten bei maximaler Radlast
von 23,5t möglich ist, leichtgängig funktioniert und im Betrieb eine spielfreie und
damit auf Dauer verschleißarme Arretierung des Rades auf der Radsatzwelle gewährleistet,
wobei eine definierte Feststellung und Belastung des Rades unabhängig von der Einsatzzeit
erreicht wird und ein verklemmungsfreies Verschieben der Verriegelungshülse durch
besondere Ausbildung der Führungsflächen während des Spurwechselvorganges möglich
ist, wobei keine speziellen Radsatzlager, keine durchbrochenen Radscheiben, keine
nutartigen Eindrehungen in der Radscheibe, keine zusätzlichen Auflaufscheiben, keine
zusätzlichen Entriegelungsgestänge, keine Hilfsrahmen, keine außenliegenden Gelenkhebel
bzw. in der Radscheibe eingebrachte Mitnehmerbolzen benötigt werden und die gesamte
Verriegelungsbetätigung platz- und gewichtssparend ausgebildet ist und die Wartung
und Instandhaltung einfach ausgeführt werden kann.
[0003] Die Lösung wird durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben. Durch den erfindungsgemäß
aufgebauten Spurwechselradsatz wird erreicht, daß über einen fest mit der innenliegenden
Verriegelungshülse verbundenen Entriegelungsring die axialen Kräfte zur Verschiebung
der Verriegelungshülse von den Führungsschienen der Spurwechselanlage eingeleitet
werden, Druckfedern, die innerhalb der Verriegelungshülse zwischen deren Stirnseite
und dem Kupplungsstern eingebaut sind und die Verriegelungshülse in ihre Endlage (verriegelte
Stellung) drücken. Die Erfindung wird vorteilhaft in Verbindung mit besonders stark
ausgewellten Radscheiben, z.B. Vollräder nach DE 31 17 572 C2 mit nach innen verlängerter
Radnabe angewendet, bei dem der Übergang vom Scheibenblatt zu den trapezförmigen Nuten
in der Radnabe für die Spurweite von 1435 mm stetig und ohne Kanten verläuft, und
damit eine gleichmäßige Spannungsverteilung gewährleistet wird und der bei dieser
Radform kleinere Nabendurchmesser einen kleinen Durchmesser der Verriegelungshülse
ermöglicht, wobei die Verriegelungshülse in ihrer entriegelten Stellung den bei dieser
Radform, infolge der starken Wölbung des Scheibenblattes, vorhandenen Freiraum ausnutzt
und dadurch die Verriegelungshülse so lang ausgeführt werden kann, daß das Verhältnis
des Abstandes der horizontalen Krafteinleitung für den Entriegelungsvorgang in den
Entriegelungsring (Maß a) zur Entfernung der zur axialen Verschiebung der Verriegelungshülse
notwendigen Führungen am Kupplungsstern (Maß b) so ausgeführt ist, daß ein Verklemmen
bei ungünstigem Kraftangriff verhindert wird und trotzdem ein großer Freiraum zwischen
den beiden Verriegelungshülsen erhalten bleibt, daß mehrere Kipphebel mit den trapezförmigen
Flächen und darüber liegenden Keilen mit anschließenden geraden Flächen in einem fest
mit der Radsatzwelle verbundenen Kupplungsstern drehbar gelagert und von den in der
Verriegelungshülse angeordneten Konturenplatten so gesteuert werden, daß zu Beginn
des Entriegelungsvorganges eine relativ große axiale Verschiebung der Verriegelungshülsen
eine geringe vertikale Anhebung der Kipphebel zur Folge hat, bei weiterer kurzer axialer
Verschiebung die Kipphebel vollständig aus den trapezförmigen Nuten der Radnabe gehoben
und bei weiterer axialer Verschiebung in dieser Stellung gehalten werden, wodurch
eine Berührung der keilförmigen Flächen der Kipphebel mit dem inneren Rad der Verriegelungshülsen
verhindert wird, die trapezförmigen Flächen der Kipphebel in die trapezförmigen Nuten
der nach innen verlängerten Radnabe einrasten und dadurch die Radscheibe spielfrei
in der jeweiligen Spurweitenstellung verriegeln, und die drehfeste Kupplung zwischen
Radsatzwelle und axial verschiebbarer Radscheibe durch im Kupplungsstern und der verlängerten
Radnabe angeordneten Klauenkupplungen erfolgt. Die Verriegelungshülse ist geteilt
ausgeführt, wodurch die Wartung und Instandhaltung des gesamten Verriegelungsmechanismusses
besonders einfach ermöglicht wird.
Dadurch, daß die Verriegelungshülse den gesamten Verriegelungsmechanismus umschließt
und der Verriegelungsmechanismus und der Schiebesitz zwischen der Radsatzwelle und
der in der Radnabe eingepreßten Kuststoffbuchse durch flexible, nichtmetallische Werkstoffe
abgedichtete ist, wird der Verstellmechanismus vollständig vor Staub und klimatischen
Einflüssen geschützt.
[0004] Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig.1:
- eine Gesamtansicht des Sprurwechselradsatzes,
- Fig.2:
- die Radscheibe in verriegelter Stellung,
- Fig.3:
- die Radscheibe bei vollständig entriegelter Stellung,
- Fig.4:
- Einzeldarstellung des Kipphebels,
- Fig.5:
- Teil der Verriegelungshülse,
- Fig.6:
- Einzelheit "Z" nach Fig.5.
[0005] Nach Fig. 1 bis 3 sind auf einer Radsatzwelle 1 ein Kupplungsstern 2 aufgepreßt,
an dem vorzugsweise drei Kipphebel 3 mit an einem Ende trapezförmigen Flächen 4 über
Lager 21 beweglich angeordnet sind. An diesem Kupplungsstern 2 sind Führungsflächen
19 vorgesehen, auf der der innere Rand einer Verriegelungshülse 7 während des Ent-
und Verriegelungsvorganges gleitet. In einer nach innen verlängerten Radnabe 5 einer
Radscheibe 6 sind trapezförmige Nuten 20 eingearbeitet, in die die trapezförmigen
Flächen 4 der Kipphebel 3 einrasten. Damit ist eine spielfreie, kraft- und formschlüssige
Verbindung zwischen der Radsatzwelle 1 und der axial verschiebbaren Radscheibe 6 gewährleistet.
Die über eine Schraubenverbindung 25 in zwei Hälften geteilte Verriegelungshülse 7
wird durch Druckfedern 8 über die Kipphebel 3 geschoben. Auf den Kipphebeln 3 nach
Fig.4 befindet sich eine keilförmig geneigte Fläche 9 mit daran anschließender gerader
Fläche 10.
Der innere Rand der Verriegelungshülse 7 nach Fig.5 und 6 ist in entsprechender Neigung
dieser keilförmigen Flächen 9 mit anschließenden geraden Flächen 10 des Kipphebels
3 mit einer geneigten Fläche 22 und einer geraden Fläche 23 ausgebildet. Somit werden
die Kipphebel 3 in die Verriegelungsstellung gedrückt.
Die an einem Radkranz 11 angreifenden horizontalen Kräfte sind bestrebt, die Radscheiben
6 in axialer Richtung zu verschieben. Durch die keilförmigen Flächen 4 an der Nase
und 9 an der Oberseite des Kipphebels 3, die sich mit den keilförmigen Flächen der
Radnabe 5 und der geneigten Fläche 22 der Verriegelungshülse 7 berühren, besteht das
Bestreben, den Kipphebel 3 aus den trapezförmigen Nuten 20 der Radnabe 5 anzuheben
und die Verriegelungshülse 7 axial in die jeweilige Entriegelungsstellung zu verschieben,
was durch die an die keilförmigen Flächen 9 anschließenden geraden Flächen 10 der
Kipphebel 3 und der Flächen 23 der Verriegelungshülse 7 verhindert wird.
Dadurch ist die Radscheibe 6 während der Fahrt sicher verriegelt. Die Kipphebel 3
werden von den in der Verriegelungshülse 7 angeordneten Konturenplatten 17 so gesteuert,
daß zu Beginn des Entriegelungsvorganges eine relativ große axiale Verschiebung der
Verriegelungshülse 7 eine geringe vertikale Anhebung der Kipphebel 3 zur Folge hat
und bei anschließender geringer axialer Verschiebung der Verriegelungshülse 7 die
Kipphebel 3 vollständig aus den trapezförmigen Nuten 20 der Radnabe 5 gehoben und
bei weiterer axialer Verschiebung der Verriegelungshülse 7 in dieser Stellung gehalten
werden. Während des Spurwechselvorganges beim Befahren einer für diesen Radsatz entwickelten
, in der Fig.1 nur angedeuteten Spurwechselanlage 26 wird durch Führungsschienen 27
der Spurwechselanlage 26 eine horizontale Kraft auf einen Entriegelungsring 12 des
Spurwechselradsatzes ausgeübt und dadurch die Verriegelungshülse 7 in Richtung Radscheibe
6 axial verschoben. Am inneren Spannrand der Radscheibe 6 ist ein Ring 13 eingeschrumpft.
Zwischen dem Ring 13 und dem äußeren Rand der Verriegelungshülse 7 ist zum Schutz
des Verriegelungsmechanismusses gegenüber Staub und klimatischen Einflüssen eine Abdichtung
14 aus nichtmetallischem Werkstoff angeordnet. Zum Schutz eines Schiebesitzes 30 der
Radsatzwelle 1 ist zwischen der äußeren Radnabe und einem auf der Radsatzwelle 1 zum
Radsatzlager 18 gehörenden Labyrinthring 15 eine analoge Abdichtung 16 vorhanden.
Der Spurwechselvorgang während des Befahrens der Spurwechselanlage 26 erfolgt in drei
Phasen wie folgt:
PhaseI:
[0006] In der Spurwechselanlage 26 werden durch konisch nach außen verlaufende Führungsschienen
27 axiale Kräfte auf die Entriegelungsringe 12 ausgeübt. Dadurch wird die Verriegelungshülse
7 axial in Richtung Radscheibe 6 verschoben, wodurch die Druckfedern 8 zusätzlich
gespannt werden. Der durch die axiale Verschiebung der Verriegelungshülse 7 entstehende
Kontakt zwischen den in der Verriegelungshülse 7 angeordneten Konturenplatten 17 und
den Enden der Kipphebel 3 bewirkt ein Ausheben der trapezförmigen Flächen 4 der Kipphebel
3 aus den trapezförmigen Nuten 20 der Radnabe 5. Nach Phase I sind die Radscheiben
6 vollständig entriegelt und können axial verschoben werden. Die Rillenschienen 28,
in denen die Spurkränze der Radscheiben 6 laufen, verlaufen in dieser Phase parallel
zueinander.
PhaseII:
[0007] Die zur Entriegelung angeordneten Führungsschienen 27 verlaufen parallel und gewährleisten
so die entriegelte Stellung. Die Rillenschienen 28, in denen die Spurkränze des Spurwechselradsatzes
laufen, verlaufen in dieser Phase konisch und ermöglichen damit die axiale Verschiebung
der Radscheiben 6 in die neue Spurweitenstellung.
PhaseIII:
[0008] Die Führungsschienen 27 verlaufen konisch nach innen, wodurch sich die axialen Kräfte
auf die Entriegelungsringe 12 kontinuierlich bis auf den Wert Null reduzieren. Durch
die Federspannung der Druckfedern 8 werden die Verriegelungshülsen 7 in ihre Ausgangsstellung
nach innen verschoben, wodurch die Kipphebel 3 durch die Berührung ihrer keilförmigen
Flächen 9 mit den geneigten Flächen 22 der Verriegelungshülse 7 in die trapezförmigen
Nuten 20 der Radnabe 5 gedrückt werden und die Radscheibe 6 dadurch sicher verriegelt
wird.
Die Rillenschienen 28 verlaufen in dieser Phase wieder parallel zueinander.
Es ist denkbar und im Sinne der Erfindung, bei kleinen Raddurchmessern ohne Entriegelungsring
12 die Verschiebung direkt an der Verriegelungshülse 7 vorzunehmen.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0009]
- 1
- Radsatzwelle
- 2
- Kupplungsstern
- 3
- Kipphebel
- 4
- Fläche [trapezförmig/Nase des Kipph.]
- 5
- Radnabe
- 6
- Radscheibe
- 7
- Verriegelungshülse
- 8
- Druckfeder
- 9
- Fläche [keilförmig/Rücken des Kippheb.]
- 10
- Fläche [gerade/Rücken des Kipph.]
- 11
- Radkranz
- 12
- Entriegelungsring
- 13
- Ring
- 14
- Abdichtung
- 15
- Labyrinthring
- 16
- Abdichtung
- 17
- Konturenplatte
- 18
- Radsatzlager
- 19
- Führungsfläche
- 20
- Nut [trapezförmig/innere Radnabe]
- 21
- Lager
- 22
- Fläche [geneigte/Innenseite Hülse]
- 23
- Fläche
- 24
- Vorsprung
- 25
- Schraubenverbindung
- 26
- Spurwechselanlage
- 27
- Führungsschiene
- 28
- Rillenschiene
- 29
- Gleitplatte
- 30
- Schiebesitz
- a
- Maß
- b
- Maß
1. Spurwechselradsatz für Schienenfahrzeuge mit axial auf der Radsatzwelle verschiebbaren
Radscheiben und umlaufender Kipphebelverriegelung, bei dem die Verschiebung der Radscheiben
während des Spurwechselvorganges beim Befahren einer speziellen zwischen den Gleisen
mit unterschiedlichen Spurweiten ausgebildeten Spurwechselanlage erfolgt, dadurch
gekennzeichnet, daß eine kompakte Ent- bzw. Verriegelungseinheit innen von einer Radeinheit
angeordnet ist und am radabgewandten Ende der Ent- bzw. Verriegelungseinheit ein Entriegelungsring
(12) direkt mit einer Spurwechselanlage (26) gehörenden Führungsschiene (27) korrespondiert
und die Ent- bzw. Verriegelungseinheit aus einem Kupplungsstern (2), aus mindestens
einem Kipphebel (3), einer verlängerten Radnabe (5), einer Verriegelungshülse (7)
besteht, wobei der Kupplungsstern (2) auf einer Radsatzwelle (1) aufgepreßt und mit
den Kipphebeln (3) über Lager (21) verbunden ist und das am längeren Ende des Kipphebels
(3) trapezförmig ausgebildete Nasenteil in eine der trapezförmigen Nuten (20) auf
der nach innen verlängerten Radnabe (5) eingreift, wobei eine geneigte Fläche (9)
am oberen Rücken des Kipphebels (3) mit einer ebenso geneigten Fläche (22) an der
Innenseite der Verriegelungshülse (7) korrespondiert bzw. bei gering verschobener
Stellung der Verriegelungshülse (7) mit einer geraden Fläche (10) an einer ebenfalls
geraden Fläche (23) der Innenwandung der Verriegelungshülse (7) parallel anliegt und
eine Konturenplatte (17) am inneren Ende der Verriegelunghülse (7) angeordnet ist
und als Steuerelement dient und mit dem kurzen Teil des Kipphebels (3) korrespondiert,
wobei die Verriegelungshülse (7) auf Führungsflächen (19) des Kupplungssternes (2)
aufliegt und an einer Druckfeder (8), die sich an einem Vorsprung (24) des Kupplungssterns
(2) abstützt, anliegt und die Verriegelungshülse (7) beidseitig mittels Abdichtungen
(16 bzw. 14) den Innenraum der Ent- bzw. Verriegelungseinheit bzw. einen Schiebesitz
(30) verschließt .
2. Spurwechselradsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur axialen Führung
der Verriegelungshülse (7) am Kupplungsstern (2) angeordneten Führungsflächen (19)
mit Reibkraft verringernden Gleitplatten (29) ausgerüstet sind.
3. Spurwechselradsatz nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene
(27) direkt mit der Verriegelungshülse (7) korrespondiert.
4. Spurwechselradsatz nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Radsatzwelle
(1) zwischen den Verriegelungshülsen (7) eine oder mehrere Wellenbremsscheiben oder
Bremstrommeln angeordnet sind.
5. Spurwechselradsatz nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungshülse
(7) über Schraubenverbindung (25) mindestens einmal geteilt ausgeführt ist.
6. Spurwechselradsatz nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein unterhalb
eines Radkranzes (11) eingepreßter Ring (13) zur Befestigung der Abdichtung (14) gleichzeitig
als schallabsorbierendes Bauteil in bekannter Weise gestaltet ist.