[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungstube, enthaltend ein Tubenrohr und
einen Tubenkopf aus Schulterteil und Ausguss, wobei das Tubenrohr aus einer kunststoffhaltigen
Monofolie oder einem kunststoffhaltigen Laminat ist.
[0002] Es ist aus der GB-A 2 139 647 bekannt, Flaschen aus Plastikmaterial oder Glas mit
einem Packstoff, wie einer Schrumpffolie, zu umhüllen. Der Packstoff weist eine durch
Ionenplattieren oder Sputtern aufgebrachte Beschichtung aus bestimmten Oxiden auf.
[0003] Aus der CH-A 681 529 sind Verpackungsbehälter bekannt, nämlich Becher, Schalen, Flaschen
und Dosen, die durch Tiefziehen oder Spritzgiessen hergestellt wurden und die mit
einer umhüllenden Etikette versehen werden. Die Etikette trägt eine keramische Schicht
als Barrerieschicht.
[0004] Bis anin sind nur im wesentlichen formstabile Verpackungsbehälter bekannt geworden,
die mit Etiketten mit Barriereeigenschaften versehen sind, bekannt geworden.
[0005] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, Verpackungstuben vorzuschlagen, die auf einfache
Weise und mit preisgünstigen, leicht lieferbaren und leicht verarbeitbaren Rohstoffen
gefertigt sind und die dennoch eine hohe Sperrwirkung gegen die Diffusion von Stoffen,
wie Gasen und Dämpfen, von aussen in den Tubeninhalt oder vom Tubeninhalt nach aussen,
aufweisen. Vor allem ist zu verhindern, dass beispielsweise flüchtige Aroma- oder
Duftstoffe oder Feuchtigkeit aus der Verpackungstube dringen oder z.B. Feuchtigkeit
von aussen in die Verpackungstube und den Inhalt der Verpackungstube dringen.
[0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass wenigstens das Tubenrohr vollflächig
mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
[0007] Für Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung eignen sich alle Tubenkörper oder
Tuben aus Tubenrohr mit Schulterteil, die nach beliebigen Verfahren hergestellt werden
können. Beispiele von Tubenrohren sind nahtlose Tubenrohre, Tubenrohre mit Längsnaht
oder Wickeltubenrohre. Die Materialien der Tubenrohre sind vorteilhaft metallfolienfrei.
[0008] Die Tuben können beispielsweise hergestellt werden durch Erzeugung des Tubenrohres
und anschliessendem Festlegen des Tubenkopfes aus Schulterteil und Ausguss am Tubenkörper
oder in anderer Weise, dass der Tubenkopf direkt bei der Tubenfertigung integriert
wird.
[0009] Geeignete Materialien für den Tubenkörper sind beispielsweise Monofolien und Laminate
aus thermoplastischen Kunststoffen oder überwiegend aus thermoplastischen Kunststoffen.
Die thermoplastischen Kunststoffen sind beispielsweise auf Basis von Olefin-, Ester-,
Amid-, Styrol- oder Vinylverbindungen.
[0010] Typische Beispiele dafür sind Polyethylene, Polypropylene, Polyalkylenterephthalate,
wie Polyethylenterephthalat, Polyamide, Polystyrol oder Copolymerisate aus Polystyrol
mit Acrylnitril oder aus Polystyrol mit Butadien oder Terpolymerisate aus Polystyrol
mit Synthesekautschuken und Acrylnitril oder Polyvinylchlorid.
[0011] Die Laminate können zwei oder mehrere Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen
aufweisen, die gegenseitig durch Coextrusion oder durch Kaschieren mittels Kaschierklebern
und Haftvermittlern verbunden sein können.
[0012] Die Monofolien können aus siegelfähigem Material sein oder Laminate können auf einer
oder beiden der aussenliegenden Seiten siegelfähig sein. Die Siegelschichten liegen
insbesondere in Form von siegelbaren aussenliegenden Folien vor.
[0013] Die Monofolien oder Laminate können durchsichtig, opak oder undurchsichtig sein.
Die Monofolien oder Laminate können farblos, angefärbt oder durchgefärbt sein.
[0014] Bevorzugt sind Monofolien und Laminate mit einer Gesamtdicke von 100 bis 700 µm.
Demnach weisen die aus diesen Monofolien oder Laminaten gefertigten Tubenkörper eine
entsprechende Wanddicke auf.
[0015] Der Tubenkopf stellt z.B. ein Spritzgussteil oder Pressteil aus einem thermoplastischen
Kunststoff dar oder der Tubenkopf kann bereits bei der Tubenfertigung integriert werden.
Beispiele von für den Tubenkopf geeigneten thermoplastischen Kunststoffen sind der
Aufzählung der thermoplastischen Kunststoffe zu den Laminaten zu entnehmen. Bevorzugt
sind Tubenköpfe aus Polyolefinen und inbesondere Polyethylenen. Die Tubenköpfe können
eine Diffusionssperrschicht aufweisen. Die Diffusionssperrschicht kann aussen auf
dem Tubenkopf und zweckmassig als Zwisehenschicht im Tubenkopf angeordnet sein oder
die Diffusionssperrschicht kann die innerste -- zum Tubeninhalt weisende -- Schicht
am Tubenkopf sein. Beispiele von Diffusionsperrschichten für den Tubenkopf sind keramische
Schichten oder folienförmige Auflagen oder Einlagen aus EVOH oder Acryl-Nitril-Copolymeren.
In Falle von folienförmigen Einlagen kann die Diffusionssperrschicht gleichzeitig
als Originalitätsverschluss den Ausguss am Tubenkopf verschliessen. Zur Entnahme des
Tubeninhaltes muss dann der Originalitätsverschluss aufgebrochen oder durchstossen
werden, um die Öffnung im Ausguss freizulegen.
[0016] Die Etikette nach vorliegender Erfindung, mit wenigstens einer Diffusionsperrschicht,
kann eine mit der oder den Diffusionssperrschichten beschichtete Trägerfolie sein
oder kann ein Folienverbund sein, z.B. aus einer Trägerfolie und einer Oberflächenfolie
und der oder den Diffusionssperrschichten oder aus einer Trägerfolie, einer Oberflächenfolie
und einer Zwischenfolie und der oder den Diffusionssperrschichten.
[0017] Vorteilhaft werden als Diffusionssperrschichten durch Vakuumdünnschichttechnik erzeugte
keramische Schichten angewendet.
[0018] Die Etikette kann auf der Tägerfolie, resp. zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie,
eine durch Vakuumdünnschichttechnik erzeugte keramische Schicht eines Oxides und/oder
Nitrides von Metallen oder Halbmetallen oder eines Gemisches von Oxiden und/oder Nitriden
von Metallen und/oder Halbmetallen enthalten.
[0019] Beispielsweise kann die Etikette eine Trägerfolie sein, die einseitig die keramische
Schicht trägt. Die Etikette wird vorteilhaft derart auf der Verpackungstube angeordnet,
dass die Trägerfolie eine äussere Schicht an der Verpackungstube bildet und die keramische
Schicht sich auf der dem Tubenkörper zugewandten Seite der Trägerfolie befindet. Wird
ein Folienverbund als Etikette verwendet, kann zweckmässigerweise die durch Vakuumdünnschichttechnik
erzeugte keramische Schicht auf der Trägerfolie oder der Oberflächenfolie oder auf
beiden Folien aufgebracht werden. Die keramische Schicht ist dann vorteilhaft zwischen
der Trägerfolie und der Oberflächenfolie angeordnet, d.h. die Schicht befindet sich
auf der Trägerfolienseite, die der Oberflächenfolie zugewandt ist oder die Schicht
befindet sich auf der Oberflächenfolienseite, die der Trägerfolie zugewandt ist oder
die Schichten auf Trägerfolie und der Oberflächenfolie sind einander zugewandt.
[0020] Eine andere zweckmassige Ausführungsform besteht darin, dass die durch Vakuumdünnschicht
erzeugte keramische Schicht auf wenigstens einer Seite wenigstens einer Folie aufgebracht
ist und diese Folie zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie angeordnet ist.
Diese dazwischenliegende Folie stellt die Zwischenfolie dar.
[0021] Die keramische Schicht der Oxide kann auch sinngemäss auf der Trägerfolie und/oder
der Oberflächenfolie, wie beschrieben, vorliegen und es kann sich wenigstens eine
weitere keramische Schicht auf einer dazwischen angeordneten Zwischenfolie befinden.
[0022] Der die Etikette bildende Verbund ist zweckmässig dreischichtig, aus einer Trägerfolie,
einer Oxidschicht und einer Oberflächenfolie aufgebaut.
[0023] Gegebenenfalls kann sich zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie wenigstens
eine weitere Folie, ein weiterer Folienverbund oder ein Laminat als Zwischenfolie
befinden.
[0024] Für die Trägerfolien, Oberflächenfolien und die Zwischenfolien können als Werkstoffe
thermoplastische Polymere, beispielsweise aus der Reihe auf Acetal-, Acryl-, Amid-,
Arylenoxid-, -sulfon- und -sulfid-, Carbonat- Cellulose-, Ester-, Imid-, Olefin-,
Styrol- und Vinyl-Basis angewendet werden. Die Dicken der einzelnen Folien können
z.B. von 8 bis 2000 µm betragen. Die Trägerfolien, Oberflächenfolien und die Zwischenfolien
können vorzugsweise aus einem Polyolefin, wie Polyethylen oder Polypropylen, Polyester,
wie Polyalkylenterephthalat und insbesondere Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid
oder Copolymerisaten, enthaltend die genannten Polymere, bestehen oder diese enthalten.
Bevorzugt sind axial oder biaxial orientierte Folien. Die Dicke der Trägerfolien,
Oberflächenfolien und der Zwischenfolien kann z. B. zwischen 8 und 2000 µm, zweckmassig
zwischen 10 und 600 µm, bevorzugt zwischen 12 und 50 µm und besonders bevorzugt zwischen
12 und 25 µm liegen. Als Trägerfolien, Oberflächenfolien und Zwischenfolien kommen
auch Folienverbunde in Frage. Besonders bevorzugt als Trägerfolien sind biaxial orientierte
Polyethylenterephthalatfolien. Besonders bevorzugt als Oberflächenfolien sind biaxial
orientierte Polyethylenfolien. Bevorzugt als Zwischenfolie ist eine Polyalkylenterephthalat-Folie,
wobei insbesondere Polyethylenterephthalat zur Anwendung gelangen kann.
[0025] Stellt die Trägerfolie die allein angewendete Folie dar, liegt die untere Dickenbegrenzung
vorteilhaft bei 12 um, während die oberen Dickenbegrenzungen die angegebenen Werte
haben können.
[0026] Die Zwischenfolie kann eine Folie, ein Folienverbund oder ein Laminat darstellen,
wobei die Dicke der Zwischenfolie z.B. 10 bis 100 um, zweckmässig 12 bis 25 um und
bevorzugt 12 um beträgt.
[0027] Die keramische Schicht, in einer Dicke von zweckmassig 5 bis 500 nm (Nanometer),
bevorzugt von 10 bis 200 nm und insbesondere von 20 bis 150 nm, kann sich auf der
Trägerfolie, auf der Oberflächenfolie und/oder auf wenigstens einer Seite der Zwischenfolie
befinden. Werden mehrere keramische Schichten angewendet, so können diese die angegebenen
Dicken aufweisen und sich zweckmässig auf der Trägerfolie und auf der Oberflächenfolie
oder auf einer oder beiden Seiten der Zwischenfolie oder auf einer oder beiden Seiten
der Zwisehenfolie und auf der Oberflächenfolie oder auf einer oder beiden Seiten der
Zwischenfolie und auf der Trägerfolie usw. befinden.
[0028] Stellt die Zwischenfolie einen Folienverbund oder Laminat dar, kann die keramische
Schicht auf wenigstens einer Oberfläche der Folien, die den Folienverbund oder das
Laminat bilden, aufgebracht sein.
[0029] Demnach ist es möglich, die Innenseite der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie
mit der gewählten Keramik zu beschichten. Auch können beide Innenseiten beschichtet
sein. Es ist technisch ohne weiteres möglich die Aussenseiten der Trägerfolie und/oder
der Oberflächenfolie zu beschichten, jedoch ist für die Praxis zu bedenken, dass die
ungeschützte keramische Schicht leicht beschädigt werden kann.
[0030] Als keramische Schicht können die Oxide und/oder Nitride von Metallen oder Halbmetallen,
z.B. diejenigen des Siliciums, des Aluminiums, des Eisens, Nickels, Chroms oder Bleis
angewendet werden. Damit umfasst sind auch die Oxinitride der genannten Metalle oder
Halbmetalle. Als keramische Schicht werden zweckmässig Oxide des Siliciums der allgemeinen
Formel SiO
x, wobei x eine Zahl von 1 bis 2 darstellt, oder des Aluminiums der allgemeinen Formel
Al
yO
z , wobei der Faktor y/z eine Zahl von 0,2 bis 1,5 darstellt, oder Gemische davon,
angewendet.
[0031] Bevorzugt sind die Oxide des Siliciums mit der allgemeinen Formel SiO
x, wobei x eine Zahl von bevorzugt 1,1 bis 1,9 und besonders bevorzugt 1,2 bis 1,7
ist.
[0032] Die keramische Schicht wird beispielsweise durch eine Vakuumdünnschichttechnik, zweckmässig
auf der Basis von Elektronenstrahlverdampfen oder Widerstandsheizen oder induktivem
Heizen aus Tiegeln aufgebracht. Bevorzugt ist das Elektronenstrahlverdampfen. Die
beschriebenen Verfahren können reaktiv und/oder mit Ionenunterstützung gefahren werden.
Diese Verfahren werden derart ausgeführt, dass sich das im Vakuum verdampfte keramische
Material auf der dem verdampften Material zugewandten Seite der Träger-, Zwischen-
oder Oberflächenfolie vollflächig niederschlägt und eine geschlossene keramische Schicht
bildet.
[0033] Die Etiketten können durchsichtig, opak oder undurchsichtig sein. Die Etiketten können
farblos, angefärbt oder durchgefärbt sein. Die Etiketten können eine Bedruckung, wie
eine Druck, einen Konterdruck oder einen Druck und einen Konterdruck aufweisen.
[0034] In der Praxis werden insbesondere Verpackungstuben nachfolgend erläuterten Schichtaufbaues
bevorzugt:
a) Tubenkörper
b) keramische Schicht
c) Trägerfolie,
wobei die Schichten b) und c) die Etikette bilden,
oder
a) Tubenkörper
b) Trägerfolie
c) keramische Schicht
d) Oberflächenfolie,
wobei die Schichten b), c) und d) die Etikette bilden,
oder
a) Tubenkörper
b) Trägerfolie
c) keramische Schicht
d) Zwischenfolie
e) Oberflächenfolie,
wobei die Schichten b), c), d) und e) die Etikette bilden.
Gegebenenfalls kann z.B. zwischen den Schichten d) und e) eine zweite keramische Schicht
c
1) angeordnet werden.
[0035] Vorteilhaft sind Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung mit Etiketten, die
eine Trägerfolie aus orientiertem Polyethylenterephthalat in einer Dicke von wenigstens
20 µm und vorteilhaft von 36 bis 100 µm, eine Trägerfolie aus orientiertem Polypropylen
in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von 60 bis 120 µm oder eine Trägerfolie
aus orientiertem Polyethylen in einer Dicke von wenigstens 100 µm und vorteilhaft
von 100 bis 200 µm, jeweils mit einer Diffusionssperrschicht aus keramischem Material
in einer Dicke von 5 bis 500 nm, vorteilhaft aus SiO
x, wobei x eine Zahl von 1,1 bis 1,9 ist, enthalten.
[0036] In der Praxis wird die Trägerfolie, die Zwischenfolie oder die Oberflächenfolie in
eine der oben genannten Vorrichtungen zur Beschichtung vorgelegt. Die mit der Keramik
zu beschichtende Oberfläche kann gegebenenfalls mit einem Haftvermittler vorbeschichtet
sein. Es kann auch die auf der Oberfläche abgeschiedene keramische Schicht oder die
freien Oberflächen der genannten Folien mit einem Haftvermittler beschichtet werden.
Geeignete Haftvermittler sind beispielsweise Vinylchlorid-Copolymerisate, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate,
polymerisierbare Polyester, Vinylpyridin-Polymerisate, Vinylpyridin-Polymerisate in
Kombination mit Epoxidharzen, Butadien-Acrylnitril-Methacrylsäure-Copolymerisate,
Phenolharze, Kautschukderivate, Acrylharze, Acrylharze mit Phenol bzw. Epoxidharzen,
oder siliciumorganische Verbindungen, wie Organosilane.
[0037] Bevorzugt werden die Organosilane. Beispiele dafür sind Trialkoxysilane mit Aminofunktionsgruppe,
Trialkoxysilane mit Epoxyfunktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Esterfunktionsgruppe,
Trialkoxysilane mit aliphatischer Funktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Glycidoxyfunktionsgruppe,
Trialkoxysilane mit Methacryloxyfunktionsgruppe, sowie Gemische derselben. Beispiele
solcher Organosilane sind -Aminoprophyltriethoxysilan und N-b-(Aminoithyl)-g-aminopropyltrimethoxysilan,
g-(3,4-Epoxycyclohexy)-ethyltrimethoxysilan, g-Glycidoxypropyltrimethoxysilan, und
g-Methacryloxypropyltrimethoxysilan.
[0038] Weitere geeignete Haftvermittler sind Klebstoffe oder Kleber, z.B. lösungsmittelhaltige
oder lösungsmittlefreie Klebstoffe z.B. der Reihen der Nitrilkautschuk-Phenolharze,
Epoxide, Acrylnitril-Butadienkautschuk, urethanmodifizierte Acryle, Polyester-co-Polyamide,
Heissschmelzpolyester, mit Heissschmelzpolyester vernetzte Polyisocyanate, polyisobutylenmodifizierte
Styrol-Butadienkautschuke, Urethane, Ethylen-Acrylsäure-Mischpolymere und Ethylenvinylacetat-Mischpolymere.
[0039] Sowohl die Trägerfolie, die Oberflächenfolie als auch allfällige Zwischenfolien können
bedruckt, konterbedruckt und/oder eingefärbt sein, wobei diese Massnahme schon vor
einer allfälligen Beschichtung mit der Keramik vorgenommen werden können. Als Druckverfahren
eignen sich alle an sich bekannten Verfahren und insbesondere der Tief- oder der Flexodruck.
[0040] Die Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung können demnach eine ein- oder mehrfarbige
graphische Gestaltung aufweisen, die auf der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie
und/oder gegebenenfalls wenigstens einer Zwischenfolie jeweils auf der Aussenseite
und/oder der Innenseite durch Bedrucken oder Einfarben aufgebracht ist. Ist die Etikette
durchscheinend, durchsichtig oder farblos, kann auch das Tubenlaminat bedruckt, konterbedruckt
oder gefärbt sein und diese Effekte lassen sich durch die Etikette hindurch erkennen.
[0041] Nach dem Beschichten der Trägerfolie und/oder der Oberflächerfolie und/oder gegebenenfalls
wenigstens einer Zwischenfolie mit der keramischen Schicht kann die beschichtete Folie
mit der oder den anderen Folien gegenkaschiert werden. Die Kaschierung kann mittels
Wärme und/oder mit Hilfe der Kleber und/oder der Haftvermittler erfolgen. Die Folien
können zur Verbesserung der Haftung zudem einer Korona- Flamm-, Plasma- oder Ozonbehandlung
ausgesetzt werden.
[0042] Zur Erzeugung der Etiketten kann beispielsweise die Trägerfolie, resp. die Oberflächen-
und allfällige Zwischenfolien in endloser Form, d.h. als Rollenware, mittels des Vakuumdünnschichtverfahrens,
mit der Diffusionssperrschicht beaufschlagt werden. Falls eine Mehrzahl von Folien
angewendet wird, können diese durch Kaschierung, Coextrusion usw. miteinander verbunden
werden. Auf der Seite der Etikette, die an der fertigen Verpackungstube dem Tubenkörper
zugewandt ist, kann ein Klebstoff, wie beipielhaft oben erwähnt und insbesondere ein
Kontaktkleber, z.B. durch Aufwalzen, Sprühen Streichen, Rakeln, Pinseln oder Tauchen
usw. aufgebracht werden. Die Etikette kann vollflächig oder teilflächig eine Klebstoffschicht
aufweisen. Die teilflächige Klebstoffschicht kann z.B. ein regelmässiges oder unregelmässiges
Klebstoffmuster sein. In einer Etikettiermaschine kann diese Rollenware weiter verarbeitet
werden. Es werden die einzelnen Etiketten aus der endlos zulaufenden Rollenware herausgetrennt
und mit der Aussenseite der Verpackungstube verbunden. Das Verbinden der Etikette
mit der Tube erfolgt somit über den bereits auf der Rollenware befindlichen Klebstoff.
Fallweise kann ein Klebstoff sich nur auf der Aussenseite des Tubenkörpers oder auch
auf der Aussenseite des Tubenkörpers befinden.
[0043] Die Verpackungstuben werden mit einer die äusseren Begrenzungen umhüllenden Etikette
versehen. Die äusseren Begrenzungen umfassen sinngemäss das ganze Tubenrohr, d.h.
alle äusseren Seiten- und allfällige Bodenflächen. Entsprechend der Aufgabe der Etikette
ist es vorteilhaft, wenn die Behälteraussenseite soweit von der Etikette überdeckt
ist, dass keine nennenswerten Flächen der Verpackungstube unbedeckt resp. ungeschützt
bleiben. Deshalb kann es vorteilhaft sein, auch den Schulterteil des Tubenkopfes mit
der Etikette zu bedecken.
[0044] In vorteilhafter Ausführungsform vorliegender Erfindung ist das Tubenrohr vollflächig
mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt. In anderer vorteilhafter
Ausführungsform ist das Tubenrohr und der Schulterteil mit einer diffusionssperrschichthaltigen
Etikette umhüllt Die Etikette wird an den vorgesehenen Bereichen der Verpackungstube
festgelegt.
[0045] Die Etikette kann auf das vorgefertigte Tubenrohr oder auf das mit dem Tubenkopf
versehene Tubenrohr festgelegt werden. Die Etikette kann zweckmässig durch Aufkleben
an der Tube festgelegt werden.
[0046] Die Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung weisen eine hohe Sperrwirkung gegen
den Durchtritt von Gasen, wie Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wasserdampf, Dämpfen, Aromastoffen,
Duftstoffen usw. auf. Vorliegende Erfindung führt zu Verpackungstuben mit einer Vielzahl
von überraschend sich einstellenden Vorteilen. Beispielsweise können dünnere Laminate
für den Tubenkörper verwendet werden, als bis anhin, da die Sperrwirkung der Diffusionssperre
mit einer Dicke im Nanometerbereich den unerwünschten Zutritt resp. Austritt von Stoffen
in, resp. aus, dem Tubeninhalt in weit höherem Masse verhindert, als dies eine Schichtdickenerhöhung
im µm-Bereich der Tubenwandung bewirken würde. Bei der Verwendung von Tuben für langsam
alternde oder durch langsamen chemischen Abbau -- wegen der Diffusion von z.B. Sauerstoff
etc. -- sich verändernde Inhaltstoffe, können die gleichen Tubenkörper für Märkte
mit kurzer, wie langer Lagerzeit (shelf-life) verwendet werden. Bei vorhersehbar langer
Lagerzeit wird der Tubenkörper in erfindungsgemässer Weise mit der Etikette umhüllt.
Im weiteren wurde überraschend gefunden, dass die erfindungsgemässen Verpackungstuben
auch beim Gebrauch, d.h. bei der Verformung zum Ausdrücken des Tubeninhaltes ihre
hohe Sperrwirkung beibehalten. Die keramische Schicht, insbesondere da diese zwischen
zwei Kunststoffschichten eingebettet ist, weist eine hohe Flexibilität und Tordierbarkeit
auf. Der Inhalt der Verpackungstube kann daher beliebig ausgedrückt und die Tube vom
hinteren Ende her eingerollt werden, ohne dass die keramische Schicht brechen oder
reissen würde. Die Diffusionssperrschicht in Form einer keramischen Schicht in der
oben angegebenen Zusammensetzung ist durchsichtig und zeigt auch bei langer Lagerdauer
kein Vergilben oder andere unerwünschte Farbveränderungen.
1. Verpackungstube enthaltend ein Tubenrohr und einen Tubenkopf aus Schulterteil und
Ausguss, wobei das Tubenrohr aus einer kunststoffhaltigen Monofolie oder einem kunststoffhaltigen
Laminat ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens das Tubenrohr vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette
umhüllt ist.
2. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr vollflächig
mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
3. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr und der
Schulterteil mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
4. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Oberfläche
der Verpackungstube und der diffusionssperrschichthaltigen Etikette vollflächig oder
teilflächig eine Klebstoffschicht angeordnet ist.
5. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr eine Längsnaht
aufweist.
6. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr nahtlos
ist.
7. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tubenrohr ein Wickelkörper
ist.
8. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsperrschichthaltige
Etikette wenigstens eine Sperrschicht aus einem keramischen Material, vorzugsweise
aus einem Siliciumoxid der allgemeinen Formel SiOx oder einem Aluminiumoxid der allgemeinen Formel AlyOz oder einer Mischung davon aufweist, wobei x die Bedeutung einer Zahl von 1,1 bis
1,9 hat und der Faktor y/z eine Zahl von 0,2 bis 1,5 ist.
9. Verpackungstube nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrschichten aus
einem keramischen Material eine Dicke von 5 bis 500 nm (Nanometer) aufweisen.
10. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr metallfolienfrei
ist.
11. Verpackungstube nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Monofolie oder das
Laminat des Tubenrohres eine Wanddicke von 100 bis 700 µm aufweisen.
12. Verpackungstube nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Etikette eine Trägerfolie
aus Polyethylenterephthalat in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von
36 bis 100 µm, eine Trägerfolie aus orientiertem Polypropylen in einer Dicke von wenigstens
20 µm und vorteilhaft von 60 bis 120 µm oder eine Trägerfolie aus Polyethylen in einer
Dicke von wenigstens 100 µm und vorteilhaft von 100 bis 200 µm, jeweils mit einer
Diffusionssperrschicht aus keramischem Material in einer Dicke von 5 bis 500 nm, vorteilhaft
aus SiOx, wobei x eine Zahl von 1,1 bis 1,9 ist, enthaltet.