(19)
(11) EP 0 873 942 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.10.1998  Patentblatt  1998/44

(21) Anmeldenummer: 97810250.7

(22) Anmeldetag:  23.04.1997
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6B65D 35/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE

(71) Anmelder: Alusuisse Technology & Management AG
8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)

(72) Erfinder:
  • Gerben, Manfred
    78224 Singen (DE)

   


(54) Verpackungstube


(57) Verpackungstube mit hoher Sperrwirkung des Tubenkörpers gegen die Diffusion von Stoffen, wie Gasen, Dämpfen usw. aus der oder in die Verpackungstube. Die Verpackungstube enthält ein Tubenrohr und einen Tubenkopf aus Schulterteil und Ausguss, wobei das Tubenrohr aus einer kunststoffhaltigen Monofolie oder einem kunststoffhaltigen Laminat ist. Dabei ist das Tubenrohr oder die Verpackungstube aus Tubenrohr und Tubenkopf vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt. Die Diffusionssperrschicht ist aus einem keramischen Material, wie einem Siliciumoxid, welches aus dem Vakuum in dünner Schicht von 5 bis 500 nm (Nanometer) auf einem Träger, welcher Teil der Etikette ist, abgeschieden worden ist. Die Etikette wird mittels Klebstoff am Tubenrohr resp. an der Verpackungstube festgelegt.


Beschreibung


[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungstube, enthaltend ein Tubenrohr und einen Tubenkopf aus Schulterteil und Ausguss, wobei das Tubenrohr aus einer kunststoffhaltigen Monofolie oder einem kunststoffhaltigen Laminat ist.

[0002] Es ist aus der GB-A 2 139 647 bekannt, Flaschen aus Plastikmaterial oder Glas mit einem Packstoff, wie einer Schrumpffolie, zu umhüllen. Der Packstoff weist eine durch Ionenplattieren oder Sputtern aufgebrachte Beschichtung aus bestimmten Oxiden auf.

[0003] Aus der CH-A 681 529 sind Verpackungsbehälter bekannt, nämlich Becher, Schalen, Flaschen und Dosen, die durch Tiefziehen oder Spritzgiessen hergestellt wurden und die mit einer umhüllenden Etikette versehen werden. Die Etikette trägt eine keramische Schicht als Barrerieschicht.

[0004] Bis anin sind nur im wesentlichen formstabile Verpackungsbehälter bekannt geworden, die mit Etiketten mit Barriereeigenschaften versehen sind, bekannt geworden.

[0005] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, Verpackungstuben vorzuschlagen, die auf einfache Weise und mit preisgünstigen, leicht lieferbaren und leicht verarbeitbaren Rohstoffen gefertigt sind und die dennoch eine hohe Sperrwirkung gegen die Diffusion von Stoffen, wie Gasen und Dämpfen, von aussen in den Tubeninhalt oder vom Tubeninhalt nach aussen, aufweisen. Vor allem ist zu verhindern, dass beispielsweise flüchtige Aroma- oder Duftstoffe oder Feuchtigkeit aus der Verpackungstube dringen oder z.B. Feuchtigkeit von aussen in die Verpackungstube und den Inhalt der Verpackungstube dringen.

[0006] Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass wenigstens das Tubenrohr vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.

[0007] Für Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung eignen sich alle Tubenkörper oder Tuben aus Tubenrohr mit Schulterteil, die nach beliebigen Verfahren hergestellt werden können. Beispiele von Tubenrohren sind nahtlose Tubenrohre, Tubenrohre mit Längsnaht oder Wickeltubenrohre. Die Materialien der Tubenrohre sind vorteilhaft metallfolienfrei.

[0008] Die Tuben können beispielsweise hergestellt werden durch Erzeugung des Tubenrohres und anschliessendem Festlegen des Tubenkopfes aus Schulterteil und Ausguss am Tubenkörper oder in anderer Weise, dass der Tubenkopf direkt bei der Tubenfertigung integriert wird.

[0009] Geeignete Materialien für den Tubenkörper sind beispielsweise Monofolien und Laminate aus thermoplastischen Kunststoffen oder überwiegend aus thermoplastischen Kunststoffen. Die thermoplastischen Kunststoffen sind beispielsweise auf Basis von Olefin-, Ester-, Amid-, Styrol- oder Vinylverbindungen.

[0010] Typische Beispiele dafür sind Polyethylene, Polypropylene, Polyalkylenterephthalate, wie Polyethylenterephthalat, Polyamide, Polystyrol oder Copolymerisate aus Polystyrol mit Acrylnitril oder aus Polystyrol mit Butadien oder Terpolymerisate aus Polystyrol mit Synthesekautschuken und Acrylnitril oder Polyvinylchlorid.

[0011] Die Laminate können zwei oder mehrere Schichten aus thermoplastischen Kunststoffen aufweisen, die gegenseitig durch Coextrusion oder durch Kaschieren mittels Kaschierklebern und Haftvermittlern verbunden sein können.

[0012] Die Monofolien können aus siegelfähigem Material sein oder Laminate können auf einer oder beiden der aussenliegenden Seiten siegelfähig sein. Die Siegelschichten liegen insbesondere in Form von siegelbaren aussenliegenden Folien vor.

[0013] Die Monofolien oder Laminate können durchsichtig, opak oder undurchsichtig sein. Die Monofolien oder Laminate können farblos, angefärbt oder durchgefärbt sein.

[0014] Bevorzugt sind Monofolien und Laminate mit einer Gesamtdicke von 100 bis 700 µm. Demnach weisen die aus diesen Monofolien oder Laminaten gefertigten Tubenkörper eine entsprechende Wanddicke auf.

[0015] Der Tubenkopf stellt z.B. ein Spritzgussteil oder Pressteil aus einem thermoplastischen Kunststoff dar oder der Tubenkopf kann bereits bei der Tubenfertigung integriert werden. Beispiele von für den Tubenkopf geeigneten thermoplastischen Kunststoffen sind der Aufzählung der thermoplastischen Kunststoffe zu den Laminaten zu entnehmen. Bevorzugt sind Tubenköpfe aus Polyolefinen und inbesondere Polyethylenen. Die Tubenköpfe können eine Diffusionssperrschicht aufweisen. Die Diffusionssperrschicht kann aussen auf dem Tubenkopf und zweckmassig als Zwisehenschicht im Tubenkopf angeordnet sein oder die Diffusionssperrschicht kann die innerste -- zum Tubeninhalt weisende -- Schicht am Tubenkopf sein. Beispiele von Diffusionsperrschichten für den Tubenkopf sind keramische Schichten oder folienförmige Auflagen oder Einlagen aus EVOH oder Acryl-Nitril-Copolymeren. In Falle von folienförmigen Einlagen kann die Diffusionssperrschicht gleichzeitig als Originalitätsverschluss den Ausguss am Tubenkopf verschliessen. Zur Entnahme des Tubeninhaltes muss dann der Originalitätsverschluss aufgebrochen oder durchstossen werden, um die Öffnung im Ausguss freizulegen.

[0016] Die Etikette nach vorliegender Erfindung, mit wenigstens einer Diffusionsperrschicht, kann eine mit der oder den Diffusionssperrschichten beschichtete Trägerfolie sein oder kann ein Folienverbund sein, z.B. aus einer Trägerfolie und einer Oberflächenfolie und der oder den Diffusionssperrschichten oder aus einer Trägerfolie, einer Oberflächenfolie und einer Zwischenfolie und der oder den Diffusionssperrschichten.

[0017] Vorteilhaft werden als Diffusionssperrschichten durch Vakuumdünnschichttechnik erzeugte keramische Schichten angewendet.

[0018] Die Etikette kann auf der Tägerfolie, resp. zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie, eine durch Vakuumdünnschichttechnik erzeugte keramische Schicht eines Oxides und/oder Nitrides von Metallen oder Halbmetallen oder eines Gemisches von Oxiden und/oder Nitriden von Metallen und/oder Halbmetallen enthalten.

[0019] Beispielsweise kann die Etikette eine Trägerfolie sein, die einseitig die keramische Schicht trägt. Die Etikette wird vorteilhaft derart auf der Verpackungstube angeordnet, dass die Trägerfolie eine äussere Schicht an der Verpackungstube bildet und die keramische Schicht sich auf der dem Tubenkörper zugewandten Seite der Trägerfolie befindet. Wird ein Folienverbund als Etikette verwendet, kann zweckmässigerweise die durch Vakuumdünnschichttechnik erzeugte keramische Schicht auf der Trägerfolie oder der Oberflächenfolie oder auf beiden Folien aufgebracht werden. Die keramische Schicht ist dann vorteilhaft zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie angeordnet, d.h. die Schicht befindet sich auf der Trägerfolienseite, die der Oberflächenfolie zugewandt ist oder die Schicht befindet sich auf der Oberflächenfolienseite, die der Trägerfolie zugewandt ist oder die Schichten auf Trägerfolie und der Oberflächenfolie sind einander zugewandt.

[0020] Eine andere zweckmassige Ausführungsform besteht darin, dass die durch Vakuumdünnschicht erzeugte keramische Schicht auf wenigstens einer Seite wenigstens einer Folie aufgebracht ist und diese Folie zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie angeordnet ist. Diese dazwischenliegende Folie stellt die Zwischenfolie dar.

[0021] Die keramische Schicht der Oxide kann auch sinngemäss auf der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie, wie beschrieben, vorliegen und es kann sich wenigstens eine weitere keramische Schicht auf einer dazwischen angeordneten Zwischenfolie befinden.

[0022] Der die Etikette bildende Verbund ist zweckmässig dreischichtig, aus einer Trägerfolie, einer Oxidschicht und einer Oberflächenfolie aufgebaut.

[0023] Gegebenenfalls kann sich zwischen der Trägerfolie und der Oberflächenfolie wenigstens eine weitere Folie, ein weiterer Folienverbund oder ein Laminat als Zwischenfolie befinden.

[0024] Für die Trägerfolien, Oberflächenfolien und die Zwischenfolien können als Werkstoffe thermoplastische Polymere, beispielsweise aus der Reihe auf Acetal-, Acryl-, Amid-, Arylenoxid-, -sulfon- und -sulfid-, Carbonat- Cellulose-, Ester-, Imid-, Olefin-, Styrol- und Vinyl-Basis angewendet werden. Die Dicken der einzelnen Folien können z.B. von 8 bis 2000 µm betragen. Die Trägerfolien, Oberflächenfolien und die Zwischenfolien können vorzugsweise aus einem Polyolefin, wie Polyethylen oder Polypropylen, Polyester, wie Polyalkylenterephthalat und insbesondere Polyethylenterephthalat, Polyvinylchlorid oder Copolymerisaten, enthaltend die genannten Polymere, bestehen oder diese enthalten. Bevorzugt sind axial oder biaxial orientierte Folien. Die Dicke der Trägerfolien, Oberflächenfolien und der Zwischenfolien kann z. B. zwischen 8 und 2000 µm, zweckmassig zwischen 10 und 600 µm, bevorzugt zwischen 12 und 50 µm und besonders bevorzugt zwischen 12 und 25 µm liegen. Als Trägerfolien, Oberflächenfolien und Zwischenfolien kommen auch Folienverbunde in Frage. Besonders bevorzugt als Trägerfolien sind biaxial orientierte Polyethylenterephthalatfolien. Besonders bevorzugt als Oberflächenfolien sind biaxial orientierte Polyethylenfolien. Bevorzugt als Zwischenfolie ist eine Polyalkylenterephthalat-Folie, wobei insbesondere Polyethylenterephthalat zur Anwendung gelangen kann.

[0025] Stellt die Trägerfolie die allein angewendete Folie dar, liegt die untere Dickenbegrenzung vorteilhaft bei 12 um, während die oberen Dickenbegrenzungen die angegebenen Werte haben können.

[0026] Die Zwischenfolie kann eine Folie, ein Folienverbund oder ein Laminat darstellen, wobei die Dicke der Zwischenfolie z.B. 10 bis 100 um, zweckmässig 12 bis 25 um und bevorzugt 12 um beträgt.

[0027] Die keramische Schicht, in einer Dicke von zweckmassig 5 bis 500 nm (Nanometer), bevorzugt von 10 bis 200 nm und insbesondere von 20 bis 150 nm, kann sich auf der Trägerfolie, auf der Oberflächenfolie und/oder auf wenigstens einer Seite der Zwischenfolie befinden. Werden mehrere keramische Schichten angewendet, so können diese die angegebenen Dicken aufweisen und sich zweckmässig auf der Trägerfolie und auf der Oberflächenfolie oder auf einer oder beiden Seiten der Zwischenfolie oder auf einer oder beiden Seiten der Zwisehenfolie und auf der Oberflächenfolie oder auf einer oder beiden Seiten der Zwischenfolie und auf der Trägerfolie usw. befinden.

[0028] Stellt die Zwischenfolie einen Folienverbund oder Laminat dar, kann die keramische Schicht auf wenigstens einer Oberfläche der Folien, die den Folienverbund oder das Laminat bilden, aufgebracht sein.

[0029] Demnach ist es möglich, die Innenseite der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie mit der gewählten Keramik zu beschichten. Auch können beide Innenseiten beschichtet sein. Es ist technisch ohne weiteres möglich die Aussenseiten der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie zu beschichten, jedoch ist für die Praxis zu bedenken, dass die ungeschützte keramische Schicht leicht beschädigt werden kann.

[0030] Als keramische Schicht können die Oxide und/oder Nitride von Metallen oder Halbmetallen, z.B. diejenigen des Siliciums, des Aluminiums, des Eisens, Nickels, Chroms oder Bleis angewendet werden. Damit umfasst sind auch die Oxinitride der genannten Metalle oder Halbmetalle. Als keramische Schicht werden zweckmässig Oxide des Siliciums der allgemeinen Formel SiOx, wobei x eine Zahl von 1 bis 2 darstellt, oder des Aluminiums der allgemeinen Formel AlyOz , wobei der Faktor y/z eine Zahl von 0,2 bis 1,5 darstellt, oder Gemische davon, angewendet.

[0031] Bevorzugt sind die Oxide des Siliciums mit der allgemeinen Formel SiOx, wobei x eine Zahl von bevorzugt 1,1 bis 1,9 und besonders bevorzugt 1,2 bis 1,7 ist.

[0032] Die keramische Schicht wird beispielsweise durch eine Vakuumdünnschichttechnik, zweckmässig auf der Basis von Elektronenstrahlverdampfen oder Widerstandsheizen oder induktivem Heizen aus Tiegeln aufgebracht. Bevorzugt ist das Elektronenstrahlverdampfen. Die beschriebenen Verfahren können reaktiv und/oder mit Ionenunterstützung gefahren werden. Diese Verfahren werden derart ausgeführt, dass sich das im Vakuum verdampfte keramische Material auf der dem verdampften Material zugewandten Seite der Träger-, Zwischen- oder Oberflächenfolie vollflächig niederschlägt und eine geschlossene keramische Schicht bildet.

[0033] Die Etiketten können durchsichtig, opak oder undurchsichtig sein. Die Etiketten können farblos, angefärbt oder durchgefärbt sein. Die Etiketten können eine Bedruckung, wie eine Druck, einen Konterdruck oder einen Druck und einen Konterdruck aufweisen.

[0034] In der Praxis werden insbesondere Verpackungstuben nachfolgend erläuterten Schichtaufbaues bevorzugt:

a) Tubenkörper

b) keramische Schicht

c) Trägerfolie,

wobei die Schichten b) und c) die Etikette bilden,
oder

a) Tubenkörper

b) Trägerfolie

c) keramische Schicht

d) Oberflächenfolie,

wobei die Schichten b), c) und d) die Etikette bilden,
oder

a) Tubenkörper

b) Trägerfolie

c) keramische Schicht

d) Zwischenfolie

e) Oberflächenfolie,

wobei die Schichten b), c), d) und e) die Etikette bilden.
Gegebenenfalls kann z.B. zwischen den Schichten d) und e) eine zweite keramische Schicht c1) angeordnet werden.

[0035] Vorteilhaft sind Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung mit Etiketten, die eine Trägerfolie aus orientiertem Polyethylenterephthalat in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von 36 bis 100 µm, eine Trägerfolie aus orientiertem Polypropylen in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von 60 bis 120 µm oder eine Trägerfolie aus orientiertem Polyethylen in einer Dicke von wenigstens 100 µm und vorteilhaft von 100 bis 200 µm, jeweils mit einer Diffusionssperrschicht aus keramischem Material in einer Dicke von 5 bis 500 nm, vorteilhaft aus SiOx, wobei x eine Zahl von 1,1 bis 1,9 ist, enthalten.

[0036] In der Praxis wird die Trägerfolie, die Zwischenfolie oder die Oberflächenfolie in eine der oben genannten Vorrichtungen zur Beschichtung vorgelegt. Die mit der Keramik zu beschichtende Oberfläche kann gegebenenfalls mit einem Haftvermittler vorbeschichtet sein. Es kann auch die auf der Oberfläche abgeschiedene keramische Schicht oder die freien Oberflächen der genannten Folien mit einem Haftvermittler beschichtet werden. Geeignete Haftvermittler sind beispielsweise Vinylchlorid-Copolymerisate, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate, polymerisierbare Polyester, Vinylpyridin-Polymerisate, Vinylpyridin-Polymerisate in Kombination mit Epoxidharzen, Butadien-Acrylnitril-Methacrylsäure-Copolymerisate, Phenolharze, Kautschukderivate, Acrylharze, Acrylharze mit Phenol bzw. Epoxidharzen, oder siliciumorganische Verbindungen, wie Organosilane.

[0037] Bevorzugt werden die Organosilane. Beispiele dafür sind Trialkoxysilane mit Aminofunktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Epoxyfunktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Esterfunktionsgruppe, Trialkoxysilane mit aliphatischer Funktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Glycidoxyfunktionsgruppe, Trialkoxysilane mit Methacryloxyfunktionsgruppe, sowie Gemische derselben. Beispiele solcher Organosilane sind -Aminoprophyltriethoxysilan und N-b-(Aminoithyl)-g-aminopropyltrimethoxysilan, g-(3,4-Epoxycyclohexy)-ethyltrimethoxysilan, g-Glycidoxypropyltrimethoxysilan, und g-Methacryloxypropyltrimethoxysilan.

[0038] Weitere geeignete Haftvermittler sind Klebstoffe oder Kleber, z.B. lösungsmittelhaltige oder lösungsmittlefreie Klebstoffe z.B. der Reihen der Nitrilkautschuk-Phenolharze, Epoxide, Acrylnitril-Butadienkautschuk, urethanmodifizierte Acryle, Polyester-co-Polyamide, Heissschmelzpolyester, mit Heissschmelzpolyester vernetzte Polyisocyanate, polyisobutylenmodifizierte Styrol-Butadienkautschuke, Urethane, Ethylen-Acrylsäure-Mischpolymere und Ethylenvinylacetat-Mischpolymere.

[0039] Sowohl die Trägerfolie, die Oberflächenfolie als auch allfällige Zwischenfolien können bedruckt, konterbedruckt und/oder eingefärbt sein, wobei diese Massnahme schon vor einer allfälligen Beschichtung mit der Keramik vorgenommen werden können. Als Druckverfahren eignen sich alle an sich bekannten Verfahren und insbesondere der Tief- oder der Flexodruck.

[0040] Die Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung können demnach eine ein- oder mehrfarbige graphische Gestaltung aufweisen, die auf der Trägerfolie und/oder der Oberflächenfolie und/oder gegebenenfalls wenigstens einer Zwischenfolie jeweils auf der Aussenseite und/oder der Innenseite durch Bedrucken oder Einfarben aufgebracht ist. Ist die Etikette durchscheinend, durchsichtig oder farblos, kann auch das Tubenlaminat bedruckt, konterbedruckt oder gefärbt sein und diese Effekte lassen sich durch die Etikette hindurch erkennen.

[0041] Nach dem Beschichten der Trägerfolie und/oder der Oberflächerfolie und/oder gegebenenfalls wenigstens einer Zwischenfolie mit der keramischen Schicht kann die beschichtete Folie mit der oder den anderen Folien gegenkaschiert werden. Die Kaschierung kann mittels Wärme und/oder mit Hilfe der Kleber und/oder der Haftvermittler erfolgen. Die Folien können zur Verbesserung der Haftung zudem einer Korona- Flamm-, Plasma- oder Ozonbehandlung ausgesetzt werden.

[0042] Zur Erzeugung der Etiketten kann beispielsweise die Trägerfolie, resp. die Oberflächen- und allfällige Zwischenfolien in endloser Form, d.h. als Rollenware, mittels des Vakuumdünnschichtverfahrens, mit der Diffusionssperrschicht beaufschlagt werden. Falls eine Mehrzahl von Folien angewendet wird, können diese durch Kaschierung, Coextrusion usw. miteinander verbunden werden. Auf der Seite der Etikette, die an der fertigen Verpackungstube dem Tubenkörper zugewandt ist, kann ein Klebstoff, wie beipielhaft oben erwähnt und insbesondere ein Kontaktkleber, z.B. durch Aufwalzen, Sprühen Streichen, Rakeln, Pinseln oder Tauchen usw. aufgebracht werden. Die Etikette kann vollflächig oder teilflächig eine Klebstoffschicht aufweisen. Die teilflächige Klebstoffschicht kann z.B. ein regelmässiges oder unregelmässiges Klebstoffmuster sein. In einer Etikettiermaschine kann diese Rollenware weiter verarbeitet werden. Es werden die einzelnen Etiketten aus der endlos zulaufenden Rollenware herausgetrennt und mit der Aussenseite der Verpackungstube verbunden. Das Verbinden der Etikette mit der Tube erfolgt somit über den bereits auf der Rollenware befindlichen Klebstoff. Fallweise kann ein Klebstoff sich nur auf der Aussenseite des Tubenkörpers oder auch auf der Aussenseite des Tubenkörpers befinden.

[0043] Die Verpackungstuben werden mit einer die äusseren Begrenzungen umhüllenden Etikette versehen. Die äusseren Begrenzungen umfassen sinngemäss das ganze Tubenrohr, d.h. alle äusseren Seiten- und allfällige Bodenflächen. Entsprechend der Aufgabe der Etikette ist es vorteilhaft, wenn die Behälteraussenseite soweit von der Etikette überdeckt ist, dass keine nennenswerten Flächen der Verpackungstube unbedeckt resp. ungeschützt bleiben. Deshalb kann es vorteilhaft sein, auch den Schulterteil des Tubenkopfes mit der Etikette zu bedecken.

[0044] In vorteilhafter Ausführungsform vorliegender Erfindung ist das Tubenrohr vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt. In anderer vorteilhafter Ausführungsform ist das Tubenrohr und der Schulterteil mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt Die Etikette wird an den vorgesehenen Bereichen der Verpackungstube festgelegt.

[0045] Die Etikette kann auf das vorgefertigte Tubenrohr oder auf das mit dem Tubenkopf versehene Tubenrohr festgelegt werden. Die Etikette kann zweckmässig durch Aufkleben an der Tube festgelegt werden.

[0046] Die Verpackungstuben nach vorliegender Erfindung weisen eine hohe Sperrwirkung gegen den Durchtritt von Gasen, wie Sauerstoff, Feuchtigkeit, Wasserdampf, Dämpfen, Aromastoffen, Duftstoffen usw. auf. Vorliegende Erfindung führt zu Verpackungstuben mit einer Vielzahl von überraschend sich einstellenden Vorteilen. Beispielsweise können dünnere Laminate für den Tubenkörper verwendet werden, als bis anhin, da die Sperrwirkung der Diffusionssperre mit einer Dicke im Nanometerbereich den unerwünschten Zutritt resp. Austritt von Stoffen in, resp. aus, dem Tubeninhalt in weit höherem Masse verhindert, als dies eine Schichtdickenerhöhung im µm-Bereich der Tubenwandung bewirken würde. Bei der Verwendung von Tuben für langsam alternde oder durch langsamen chemischen Abbau -- wegen der Diffusion von z.B. Sauerstoff etc. -- sich verändernde Inhaltstoffe, können die gleichen Tubenkörper für Märkte mit kurzer, wie langer Lagerzeit (shelf-life) verwendet werden. Bei vorhersehbar langer Lagerzeit wird der Tubenkörper in erfindungsgemässer Weise mit der Etikette umhüllt. Im weiteren wurde überraschend gefunden, dass die erfindungsgemässen Verpackungstuben auch beim Gebrauch, d.h. bei der Verformung zum Ausdrücken des Tubeninhaltes ihre hohe Sperrwirkung beibehalten. Die keramische Schicht, insbesondere da diese zwischen zwei Kunststoffschichten eingebettet ist, weist eine hohe Flexibilität und Tordierbarkeit auf. Der Inhalt der Verpackungstube kann daher beliebig ausgedrückt und die Tube vom hinteren Ende her eingerollt werden, ohne dass die keramische Schicht brechen oder reissen würde. Die Diffusionssperrschicht in Form einer keramischen Schicht in der oben angegebenen Zusammensetzung ist durchsichtig und zeigt auch bei langer Lagerdauer kein Vergilben oder andere unerwünschte Farbveränderungen.


Ansprüche

1. Verpackungstube enthaltend ein Tubenrohr und einen Tubenkopf aus Schulterteil und Ausguss, wobei das Tubenrohr aus einer kunststoffhaltigen Monofolie oder einem kunststoffhaltigen Laminat ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens das Tubenrohr vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
 
2. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr vollflächig mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
 
3. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr und der Schulterteil mit einer diffusionssperrschichthaltigen Etikette umhüllt ist.
 
4. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Oberfläche der Verpackungstube und der diffusionssperrschichthaltigen Etikette vollflächig oder teilflächig eine Klebstoffschicht angeordnet ist.
 
5. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr eine Längsnaht aufweist.
 
6. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr nahtlos ist.
 
7. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tubenrohr ein Wickelkörper ist.
 
8. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die diffusionsperrschichthaltige Etikette wenigstens eine Sperrschicht aus einem keramischen Material, vorzugsweise aus einem Siliciumoxid der allgemeinen Formel SiOx oder einem Aluminiumoxid der allgemeinen Formel AlyOz oder einer Mischung davon aufweist, wobei x die Bedeutung einer Zahl von 1,1 bis 1,9 hat und der Faktor y/z eine Zahl von 0,2 bis 1,5 ist.
 
9. Verpackungstube nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrschichten aus einem keramischen Material eine Dicke von 5 bis 500 nm (Nanometer) aufweisen.
 
10. Verpackungstube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tubenrohr metallfolienfrei ist.
 
11. Verpackungstube nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Monofolie oder das Laminat des Tubenrohres eine Wanddicke von 100 bis 700 µm aufweisen.
 
12. Verpackungstube nach Anpruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Etikette eine Trägerfolie aus Polyethylenterephthalat in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von 36 bis 100 µm, eine Trägerfolie aus orientiertem Polypropylen in einer Dicke von wenigstens 20 µm und vorteilhaft von 60 bis 120 µm oder eine Trägerfolie aus Polyethylen in einer Dicke von wenigstens 100 µm und vorteilhaft von 100 bis 200 µm, jeweils mit einer Diffusionssperrschicht aus keramischem Material in einer Dicke von 5 bis 500 nm, vorteilhaft aus SiOx, wobei x eine Zahl von 1,1 bis 1,9 ist, enthaltet.
 





Recherchenbericht