[0001] Die Erfindung betrifft eine Wickelmaschine zur Erzeugung wenigstens eines Wickels
aus einer zugeführten Materialbahn wie insbesondere einer Papier- und/oder Kartonbahn,
bei der die Materialbahn durch eine Längsschneideinrichtung geführt und die Teilbahnen
der längsgeschnittenen Materialbahn jeweils auf einen insbesondere durch eine Hülse
gebildeten Kern aufgewickelt werden, wobei ein auf einem jeweiligen Kern entstehender
Wickel an wenigstens einer insbesondere antreibbaren Stützwalze abgestützt und die
Wickelhärte durch eine Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung beeinflußbar ist, und wobei
die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung in Bahnlaufrichtung unmittelbar vor einer Stelle
vorgesehen ist, an der die zugeführte Materialbahn bzw. deren Teilbahnen auf eine
jeweilige Stützwalze auflaufen, sowie zwischen der Längsschneideinrichtung und der
Auflaufstelle angeordnet ist und wenigstens eine von der betreffenden Stützwalze räumlich
getrennte Walze umfaßt. Eine solche Wickelmaschine ist beispielsweise aus der DE-U-91
16 467 bekannt.
[0002] Bei den meisten der bisher üblichen Wickelmaschinen ist die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
eine freilaufende Walze, die gegen eine antreibbare Stützwalze andrückbar ist, auf
die die zuvor durch eine Längsschneideinrichtung geführte Materialbahn aufläuft. Eine
derartige Wickelmaschine ist beispielsweise aus der DE 40 12 979 C2 bekannt.
[0003] Mit einer solchen Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung wird zwar durch derartige aktive
Elemente wie beispielsweise einen Zentrumsantrieb in der Papierrolle und einen Bremsgenerator
der Abrollung die Möglichkeit geschaffen, in der Materialbahn für das Längsschneiden
eine andere Längsspannung als für das Aufwickeln zu erzeugen, so daß einerseits die
Wickelhärte in der entstehenden Wickelrolle beeinflußt und andererseits unabhängig
davon für eine bestimmte Längsspannung beim Längsschneiden gesorgt werden kann. In
moderneren Papierherstellungs- oder Verarbeitungs-Anlagen besteht nun aber häufig
die Forderung, die Wickelhärte in der entstehenden Wickelrolle deutlich über das bisher
übliche Maß hinaus zu erhöhen. Mit der bekannten Wickelmaschine kann diese Forderung
nur unzureichend erfüllt werden. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, daß
der Zufuhr von Antriebsenergie sowohl bei einem Antrieb der entstehenden Wickelrolle
durch eine an deren Umfang angreifende Stützwalze oder Belastungseinrichtung, d.h.
bei der Erzeugung einer Geschwindigkeitsdifferenz bzw. Umfangskraftdifferenz zwischen
mindestens zwei Umfangsantrieben, als auch beim Antrieb der Wickelrolle durch einen
angetriebenen Kern Grenzen gesetzt sind.
[0004] Aus der DE-U-91 16 467 ist bereits eine Wickelvorrichtung der eingangs genannten
Art bekannt, bei der die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung in Bahnlaufrichtung unmittelbar
vor einer Stelle vorgesehen ist, an der die zugeführte Materialbahn bzw. deren Teilbahnen
auf eine jeweilige Stützwalze auflaufen, und wenigstens eine von der betreffenden
Stützwalze räumlich getrennte Walze umfaßt. Die maschinenbreite Walze wird gegen eine
sich ebenfalls über die gesamte Maschinenbreite erstreckende Leitrolle gedrückt, um
die Teilbahnen abzubremsen. Dabei wird die in einzelne Segmente unterteilte, an ihrer
Oberfläche gummierte Walze mittels einer Kolben/Zylinder-Einheit gegen die von den
Teilbahnen umschlungene frei drehbare Leitrolle angedrückt. Die Segmente der Walze
werden mittels einer ihnen zugeordneten gemeinsamen Bremse wie insbesondere eine gemeinsame
Friktionsbremse mit einstellbarer Bremskraft gemeinsam abgebremst. Nachdem die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
lediglich als Bremseinrichtung ausgebildet ist und zudem die verschiedenen Teilbahnen
über die Bremse stets gemeinsam und in der gleichen Weise beeinflußt werden, ist eine
in bestimmten Fällen wünschenswerte getrennte variable Einstellung der einzelnen Zugspannungen
der verschiedenen Teilbahnen nicht ohne weiteres möglich.
[0005] Ziel der Erfindung ist es, eine Wickelmaschine der eingangs genannten Art zu schaffen,
die bei minimalen Aufwand nicht nur problemlos auch die Einstellung höherer Wickelhärten
in einem jeweiligen entstehenden Wickel gestattet, sondern gleichzeitig auch eine
höhere Variabilität hinsichtlich einer getrennten Beeinflussung der Zugspannungen
der verschiedenen Teilbahnen gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die wenigstens eine von
der betreffenden Stützwalze räumlich getrennte Walze antreibbar ist und daß die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
quer zur Bahnlaufrichtung in Segmente unterteilt und jeder Teilbahn einer längsgeschnittenen
Materialbahn wenigstens ein Segment zugeordnet ist, wobei die Zugspannungen der verschiedenen
Teilbahnen über die ihnen zugeordneten Segmente oder Segmet-Gruppen unabhängig voneinander
beeinflußbar sind. Dabei sind die den verschiedenen Teilbahnen zugeordneten Segmente
oder Segment-Gruppen der Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung vorzugsweise unabhängig
voneinander antreibbar. Die wenigstens eine von der betreffenden Stützwalze räumlich
getrennte Walze ist vorzugsweise unabhängig von der Stützwalze antreibbar.
[0007] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung ist somit nicht nur getrennt von der Stützwalze
vorgesehen, auf die die zugeführte längsgeschnittene Materialbahn aufläuft, wobei
sie in einem gewissen, vorzugsweise relativ kurzen Abstand von der Auflaufstelle angeordnet
ist. Sie ist insbesondere auch antreibbar und so segmentiert, daß über die Segmente
oder Segment-Gruppen eine getrennte Beeinflussung der Zugspannungen der verschiedenen
Teilbahnen möglich ist, wodurch insbesondere auch die Möglichkeit für eine weitergehende
Optimierung der jeweiligen Betriebsbedingungen geschaffen wird. Dadurch erhält man
insgesamt wesentlich mehr Freiheiten sowohl hinsichtlich einer von der Längsspannung
der Materialbahn im Auflaufbereich unabhängigen Einstellung der Längsspannung der
Materialbahn im Bereich der Längsschneideinrichtung als auch hinsichtlich einer getrennten
Beeinflussung der Zugspannungen der verschiedenen Teilbahnen. Indem in Bahnlaufrichtung
hinter der Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung ein wesentlich höherer Bahnzug als im
Bereich der Längsschneideinrichtung eingestellt werden kann, wird im Bereich dieser
Längsschneideinrichtung die Gefahr eines Abreißens der Materialbahn auf ein Minimum
reduziert. Gleichzeitig besteht jedoch die Möglichkeit, die Materialbahn unter einer
sehr hohen Bahnspannung dem entstehenden Wickel zuzuführen, so daß insbesondere auch
eine sehr hohe Wickelhärte einstellbar ist. Dies ist im Prinzip ohne einen weiteren
Antrieb am jeweiligen entstehenden Wickel möglich. Je nach Bedarf kann jedoch wenigstens
ein zu bildender Wickel zusätzlich insbesondere mit relativ geringer Leistung angetrieben
sein, was beispielsweise dann von Vorteil ist, wenn wenigstens zwei zueinander versetzte
Wickel gebildet werden und gegebenenfalls unterschiedliche Wickelhärten erwünscht
sind.
[0008] Mit einem entsprechenden, im Vergleich zu den betreffenden Elementen der aus der
DE 40 12 979 C2 bekannten Wickelmaschine andersartigen aktiven Element kann durch
die Erzeugung einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen der Aufrollung und der Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
(Dehnung von Papier) eine Wickelhärtebeeinflussung realisiert werden.
[0009] Die Erfindung ist grundsätzlich auch in einem Umroller, das heißt in einer Anlage
ohne Längsschneideinrichtung jedoch mit einer Aufwicklung auf einen beispielsweise
hülsenartigen Kern, anwendbar.
[0010] Die aufzuwickelnde Materialbahn kann beispielsweise von einer Abrollstation oder
unmittelbar aus einer Bahnherstellungsmaschine wie beispielsweise einer Papiermaschine
kommen.
[0011] In bestimmten Fällen ist es von Vorteil, wenn der beispielsweise hülsenartige Kern,
auf den die Materialbahn beziehungsweise eine jeweilige Teilbahn aufgewickelt wird,
antreibbar ist. Von besonderem Vorteil ist hierbei, wenn wenigstens ein Wickel auf
einer den zugeordneten Kern bildenden Hülse erzeugt wird und die betreffende Einrichtung
zur Einleitung eines Drehmoments in diesen Wickel wenigstens einen in ein Hülsenende
eingreifenden antreibbaren Führungskopf umfaßt. Es können zwei in die beiden entgegengesetzten
Hülsenenden eingreifende Führungsköpfe vorgesehen sein, wobei vorzugsweise beide Führungsköpfe
antreibbar sind.
[0012] Damit kann der jeweilige Zusatzantrieb insbesondere auch als Zentrumsantrieb vorgesehen
sein, der beispielsweise so ausgeführt ist, wie dies in der DE 40 12 979 beschrieben
ist.
[0013] Die Verbindung zwischen einem jeweiligen Führungskopf und der Hülse kann beispielsweise
mittels eines Spannkopfes in der in der DE 36 36 457 C2 beschriebenen Weise erfolgen.
[0014] Zusätzlich oder alternativ kann wenigstens ein entstehender Wickel durch zumindest
eine antreibbare Belastungseinrichtung, vorzugsweise eine Belastungswalze, beaufschlagt
sein, um durch diese Belastungseinrichtung ein Drehmoment in den Wickel einzuleiten.
Dabei kann der Wickel durch die Belastungseinrichtung gegen eine oder mehrere Stützwalzen
gedrückt sein. Bei einer in der Praxis bevorzugten Ausführungsform ist die Belastungseinrichtung
unabhängig von der Stützwalze antreibbar. Durch die Erzeugung einer Umfangskraftdifferenz
zwischen mehreren Umfangsantrieben kann somit die Wickelhärte bzw. die Bahnspannung
erhöht werden.
[0015] Von besonderem Vorteil ist, wenn die Antriebsdrehmomente verschiedener entstehender
Wickel unabhängig voneinander steuer- und/oder regelbar sind.
[0016] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung kann beispielsweise ein Walzenpaar umfassen,
das insbesondere aus einer vorzugsweise segmentierten Leitwalze und einer vorzugsweise
segmentierten Klemmwalze besteht.
[0017] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante umfaßt die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
einen Satz von mehreren jeweils von der Materialbahn umschlungenen, vorzugsweise zumindest
teilweise segmentierten Leitwalzen, wobei die Umschlingungswinkel vorzugsweise jeweils
größer als 45° sind. Bei wenigstens einer der Leitwalzen kann der Umschlingungswinkel
zweckmäßigerweise auch größer oder gleich 90° sein. Dabei kann die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
beispielsweise durch einen Satz von drei stark umschlungenen Leitwalzen gebildet sein,
wie dies in der US-A-3 157 371 beschrieben ist.
[0018] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante ist die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
durch eine einzige zweckmäßigerweise segmentierte, von der Materialbahn umschlungene
Leitwalze gebildet, wobei der Umschlingungswinkel zweckmäßigerweise größer als 45°
und vorzugsweise größer oder gleich 90° ist.
[0019] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer Ausführung einer Wickelmaschine in Form einer
Doppeltragwalzenmaschine mit einem einzigen Wickelbett für eine oder mehrere zu erzeugende
Wickel,
- Figur 2
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführung einer Wickelmaschine in
Form einer Drei-Tragwalzenmaschine mit zwei Wickelbetten für wenigstens zwei zueinander
versetzt entstehende Wickel,
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführung einer Wickelmaschine in
Form einer Mono-Stützwalzenmaschine vorzugsweise für wenigstens zwei zueinander versetzt
entstehende Wickel,
- Figur 4
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren Ausführung einer Wickelmaschine in
Form einer Doppel-Mono-Stützwalzenmaschine für wenigstens zwei zueinander versetzt
entstehende Wickel,
- Figur 5
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren, der der Figur 3 ähnlichen Ausführung
einer Wickelmaschine, bei der die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung durch eine einzige
stark umschlungene, individuell antreibbare und vorzugsweise segmentierte Leitwalze
gebildet ist, und
- Figur 6
- eine schematische Seitenansicht einer weiteren, der der Figur 4 ähnlichen Ausführung
einer Wickelmaschine, bei der die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung durch eine einzige
stark umschlungene, individuell antreibbare und vorzugsweise segmentierte Leitwalze
gebildet ist.
[0020] Die Figuren 1 bis 6 zeigen unterschiedliche Ausführungen einer Wickelmaschine zur
Erzeugung wenigstens eines, vorzugsweise mehrerer Wickel 10 aus einer zugeführten
Materialbahn 12 wie insbesondere einer Papier- und/oder Kartonbahn, die beispielsweise
von einer Abrollstation 14 (vergleiche Figur 1) oder unmittelbar aus einer Bahnherstellungsmaschine
wie beispielsweise einer Papiermaschine kommt.
[0021] Dabei ist jeweils eine Längsschneideinrichtung 16 vorgesehen, durch die die Materialbahn
12 vor dem Aufwickeln geführt wird, um mehrere Teilbahnen zu bilden. Diese Teilbahnen
werden jeweils auf einen im vorliegenden Fall durch eine Hülse 18 gebildeten Kern
aufgewickelt. Dabei ist ein auf einer jeweiligen Hülse 18 entstehender Wickel 10 an
wenigstens einer antreibbaren Stützwalze 20 abgestützt.
[0022] Zudem ist bei sämtlichen in den Figuren 1 bis 6 dargestellten Ausführungen die Wickelhärte
durch eine jeweilige, vorzugsweise segmentierte Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
22 beeinflußbar, die in Bahnlaufrichtung L unmittelbar vor einer Stelle S vorgesehen
ist, an der die zugeführte Materialbahn 12 beziehungsweise deren Teilbahnen auf eine
jeweilige Stützwalze 20 auflaufen, und wenigstens eine von der betreffenden Stützwalze
20 räumlich getrennte, vorzugsweise unabhängig von der Stützwalze 20 antreibbare,
vorzugsweise segmentierte Walze 24 umfaßt.
[0023] Wie den Figuren 1 bis 6 entnommen werden kann, ist die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
22 in Bahnlaufrichtung L jeweils zwischen der Längsschneideinrichtung 16 und der betreffenden
Auflaufstelle S angeordnet.
[0024] Die Hülse 18, auf die Materialbahn 12 beziehungsweise eine jeweilige Teilbahn aufgewickelt
wird, ist jeweils antreibbar.
[0025] Zusätzlich oder alternativ zu diesem Zentralantrieb kann ein entstehender Wickel
10 auch durch eine antreibbare Belastungseinrichtung wie beispielsweise eine Belastungswalze
beaufschlagt sein, durch die ein Drehmoment in den Wickel 10 einleitbar ist. Dabei
kann der betreffende Wickel 10 durch eine solche Belastungseinrichtung gegen eine
oder mehrere Stützwalzen 20 gedrückt sein.
[0026] Die Antriebsdrehmomente verschiedener entstehender Wickel 10 sind vorzugsweise unabhängig
voneinander steuer- und/oder regelbar.
[0027] Zudem ist die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 quer zur Bahnlaufrichtung L vorzugsweise
in Segmente unterteilt, wobei jeder Teilbahn der längsgeschnittenen Materialbahn 12
wenigstens ein Segment zugeordnet ist. In diesem Fall sind die den verschiedenen Teilbahnen
zugeordneten Segmente oder Segment-Gruppen vorzugsweise unabhängig voneinander antreibbar.
[0028] Figur 1 zeigt eine Ausführung einer Wickelmaschine in Form einer Doppeltragwalzenmaschine
mit einem einzigen Wickelbett für einen, vorzugsweise mehrere zu erzeugende Wickel
10. Die beiden in Figur 1 zu erkennenden Stützwalzen 20 dienen hier als Tragwalzen,
auf denen der jeweilige Wickel 10 aufliegt.
[0029] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 dieser Ausführung umfaßt ein Walzenpaar,
das aus einer angetriebenen Leitwalze 24 und einer Klemmwalze 26 besteht. Die angetriebene
Leitwalze 24 und/oder die Klemmwalze 26 ist quer zur Bahnlaufrichtung L vorzugsweise
segmentiert.
[0030] In der Abrollstation 14 wird die Materialbahn 12 von einer antreibbaren Rolle 28
abgezogen. Im Anschluß daran wird die abgezogene Materialbahn 12 zunächst um mindestens
eine Leitwalze 30 geführt, bevor sie der Längsschneideinrichtung 16 zugeführt wird.
[0031] Die Antriebsstellen sind jeweils individuell steuer- und/oder regelbar.
[0032] Figur 2 zeigt eine Ausführung in Form einer Drei-Tragwalzenmaschine mit zwei Wickelbetten
für wenigstens zwei zueinander versetzt entstehende Wickel 10.
[0033] Wie anhand von Figur 2 zu erkennen ist, liegt jeder Wickel 10 einerseits auf einer
zentralen Stützwalze 20 und andererseits auf einer jeweiligen äußeren Stützwalze 20
auf, wobei zwischen den beiden betreffenden einander benachbarten Stützwalzen 20 ein
jeweiliges Wickelbett gebildet wird.
[0034] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 umfaßt beispielsweise zwei angetriebene
Leitwalzen 24, von denen wenigstens eine vorzugsweise segmentiert ist, sowie eine
weitere, nicht angetriebene Leitwalze 32. Bei sämtlichen Leitwalzen 24, 32 ist der
jeweilige Umschlingungswinkel deutlich größer als 45°. Wie anhand von Figur 2 zu erkennen
ist, ist dieser Umschlingungswinkel bei der mittleren, angetriebenen Leitwalze 24
deutlich größer als 90°. Bei der in Bahnlaufrichtung L davor liegenden, nicht angetriebenen
Leitwalze 32 sowie der hinteren angetriebenen Leitwalze 24 liegt der Umschlingungswinkel
beim vorliegenden Ausführungsbeispiel jeweils zwischen 90 und 180°, wobei grundsätzlich
jedoch auch andere Umschlingungswinkel möglich sind.
[0035] Figur 3 zeigt eine Ausführung in Form einer Mono-Stützwalzenmaschine vorzugsweise
für wenigstens zwei zueinander versetzt entstehende Wickel 10.
[0036] Bei dieser Ausführung ist lediglich eine Stützwalze 20 vorgesehen, auf der die entstehenden
Wickel 10 aufliegen oder gegen die diese Wickel 10 gedrückt werden.
[0037] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 umfaßt wie im Fall der Ausführung gemäß
Figur 1 wieder ein Walzenpaar, das aus einer angetriebenen, vorzugsweise segmentierten
Leitwalze 24 und einer vorzugsweise segmentierten Klemmwalze 26 besteht.
[0038] Figur 4 zeigt eine Ausführung in Form einer Doppel-Mono-Stützwalzenmaschine für wenigstens
zwei zueinander versetzt entstehende Wickel 10.
[0039] In Figur 4 sind zwei zueinander versetzt angeordnete Stützwalzen 10 zu erkennen,
auf die jeweils eine Teilbahn der längsgeschnittenen Materialbahn 12 aufläuft und
auf denen jeweils ein Wickel 10 aufliegt.
[0040] Die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 dieser Ausführung umfaßt ebenso wie die
Ausführungen gemäß den Figuren 1 und 3 wieder ein Walzenpaar, das aus einer angetriebenen,
vorzugsweise segmentierten Leitwalze 24 und einer vorzugsweise segmentierten Klemmwalze
26 besteht. Gemäß Figur 4 wird die Klemmwalze 26 durch eine Andrückeinrichtung 34
gegen die angetriebene Leitwalze 24 angedrückt. Eine entsprechende Andrückeinrichtung
34 ist zweckmäßigerweise auch bei den in den Figuren 1 und 3 dargestellten Ausführungen
vorgesehen.
[0041] Figur 5 zeigt eine der Figur 3 ähnliche Ausführung einer Wickelmaschine, bei der
die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 jedoch durch eine einzige stark umschlungene,
individuell antreibbare und vorzugsweise segmentierte Leitwalze 24 gebildet ist. Der
Umschlingungswinkel beträgt in diesem Fall etwa 180°.
[0042] Die beiden in Figur 5 zu erkennenden Wickel 10 sind auf einander gegenüberliegenden
Seiten einer zentralen Stützwalze 20 angeordnet.
[0043] Figur 6 zeigt eine der Figur 4 ähnliche Ausführung einer Wickelmaschine, bei der
die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung 22 jedoch wieder durch eine einzige stark umschlungene,
individuelle antreibbare sowie vorzugsweise segmentierte Leitwalze 24 gebildet ist.
In diesem Fall ist der Umschlingungswinkel größer als 180°.
[0044] Bei sämtlichen Ausführungsvarianten können die verschiedenen Segmente und/oder Segment-Gruppen
einer jeweiligen angetriebenen segmentierten Walze getrennt antreibbar sein und/oder
die verschiedenen Segmente und/oder Segment-Gruppen einer jeweiligen Klemmwalze getrennt
andrückbar sein.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 10
- Wickel
- 12
- Materialbahn
- 14
- Abrollstation
- 16
- Längsschneideinrichtung
- 18
- Kern, Hülse
- 20
- Stützwalze
- 22
- Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung
- 24
- Walze
- 26
- Klemmwalze
- 28
- Rolle
- 30
- Leitwalze
- 32
- Leitwalze
- 34
- Andrückeinrichtung
- L
- Bahnlaufrichtung
- S
- Auflaufstelle
1. Wickelmaschine zur Erzeugung wenigstens eines Wickels (10) aus einer zugeführten Materialbahn
(12) wie insbesondere einer Papier- und/oder Kartonbahn, bei der die Materialbahn
(12) durch eine Längsschneideinrichtung (16) geführt und die Teilbahnen der längsgeschnittenen
Materialbahn (12) jeweils auf einen insbesondere durch eine Hülse gebildeten Kern
(18) aufgewickelt werden, wobei ein auf einem jeweiligen Kern (18) entstehender Wickel
(10) an wenigstens einer insbesondere antreibbaren Stützwalze (20) abgestützt und
die Wickelhärte durch eine Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) beeinflußbar ist,
und wobei die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) in Bahnlaufrichtung (L) unmittelbar
vor einer Stelle (S) vorgesehen ist, an der die zugeführte Materialbahn (12) bzw.
deren Teilbahnen auf eine jeweilige Stützwalze (20) auflaufen, sowie zwischen der
Längsschneideinrichtung (16) und der Auflaufstelle (S) angeordnet ist und wenigstens
eine von der betreffenden Stützwalze (20) räumlich getrennte Walze (24) umfaßt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine von der betreffenden Stützwalze (20) räumlich getrennte Walze
(24) antreibbar ist und daß die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) quer zur Bahnlaufrichtung
(L) in Segmente unterteilt und jeder Teilbahn einer längsgeschnittenen Materialbahn
(12) wenigstens ein Segment zugeordnet ist, wobei die Zugspannungen der verschiedenen
Teilbahnen über die ihnen zugeordneten Segmente oder Segmet-Gruppen unabhängig voneinander
beeinflußbar sind.
2. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die den verschiedenen Teilbahnen zugeordneten Segmente oder Segment-Gruppen der
Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) unabhängig voneinander antreibbar sind.
3. Wickelmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wenigstens eine von der betreffenden Stützwalze (20) räumlich getrennte Walze
(24) unabhängig von der Stützwalze (20) antreibbar ist.
4. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Einrichtung vorgesehen ist, um in wenigstens einen entstehenden Wickel (10)
ein Drehmoment einzuleiten.
5. Wickelmaschine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einrichtung Mittel umfaßt, um in wenigstens einen aus einer Teilbahn der längsgeschnittenen
Materialbahn (12) entstehenden Wickel (10) ein Drehmoment einzuleiten.
6. Wickelmaschine nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kern (18), auf den die Materialbahn (12) bzw. eine jeweilige Teilbahn aufgewickelt
wird, antreibbar ist.
7. Wickelmaschine nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein Wickel (10) auf einer den zugeordneten Kern (18) bildenden Hülse
erzeugt wird und daß die Einrichtung zur Einleitung eines Drehmoments in diesen Wickel
(10) wenigstens einen in ein Hülsenende eingreifenden antreibbaren Führungskopf umfaßt.
8. Wickelmaschine nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei in die beiden entgegengesetzten Hülsenenden eingreifende Führungsköpfe vorgesehen
und vorzugsweise beide Führungsköpfe antreibbar sind.
9. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein entstehender Wickel (10) durch zumindest eine antreibbare Belastungseinrichtung,
vorzugsweise eine Belastungswalze, beaufschlagt und durch diese Belastungseinrichtung
ein Drehmoment in den Wickel (10) einleitbar ist.
10. Wickelmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wickel (10) durch die Belastungseinrichtung gegen eine oder mehrere Stützwalzen
(20) gedrückt ist.
11. Wickelmaschine nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Belastungseinrichtung unabhängig von der Stützwalze (20) antreibbar ist.
12. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Antriebsdrehmomente verschiedener entstehender Wickel (10) unabhängig voneinander
steuer- und/oder regelbar sind.
13. Wickelmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) ein Walzenpaar umfaßt, das vorzugsweise
aus einer insbesondere segmentierten Leitwalze (24) und einer zweckmäßigerweise segmentierten
Klemmwalze (26) besteht.
14. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) einen Satz von mehreren jeweils von
der Materialbahn (12) umschlungenen, insbesondere segmentierten Leitwalzen (24, 32)
umfaßt, wobei die Umschlingungswinkel vorzugsweise jeweils größer als 45° sind.
15. Wickelmaschine nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Umschlingungswinkel bei wenigstens einer der Leitwalzen (24) größer oder gleich
90° ist.
16. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bahnzug-Unterbrechungseinrichtung (22) durch eine einzige zweckmäßigerweise
segmentierte, von der Materialbahn umschlungene Leitwalze (24) gebildet ist, wobei
der Umschlingungswinkel zweckmäßigerweise größer als 45° und vorzugsweise größer oder
gleich 90° ist.