[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnereivorbereitungseinrichtung mit einem
Mischer zum Mischen von Fasern und mit einer Entnahmevorrichtung zum Entnehmen der
Fasern aus dem Mischer und einer Ausscheidevorrichtung zum Ausscheiden von Fremdstoffen
aus den Fasern gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Die erfindungsgemässe Spinnereivorbereitungseinrichtung findet im wesentlichen Anwendung
bei Putzereilinien für das Aufbereiten von Baumwolle, um diese für das Spinnen vorzubereiten.
Putzereilinien bestehen im wesentlichen aus einem Ballenöffner, der die angelieferte
Rohbaumwolle öffnet, die dann in Form von Flocken weitertransportiert wird. Dabei
werden auch grobe Verunreinigungen der Baumwolle ausgeschieden. In der Regel kommen
die Faserflocken dann in einen Mischer, der beispielsweise über verschiedenen Schächte
für eine Durchmischung der Faserflocken sorgt. Die Fasern werden dem Mischer anschliessend
beispielsweise mittels eines Steiglattentuchs dem Mischer entnommen und weitertransportiert.
[0003] Aus der DE 195 16 568 ist es bekannt, im Anschluss an eine Ballenabtragmaschine oder
nach dem Mischer eine Ausscheideeinrichtung zum Ausscheiden von Fremdstoffen aus den
Fasern anzuordnen. Bei dieser Ausscheideeinrichtung werden die Faserflocken über eine
pneumatische Förderung von der vorhergehenden Maschine zum Beispiel dem Mischer, in
einen Füllschacht gefördert, aus dem sie über eine Auflöseeinrichtung entnommen werden.
Die Auflöseeinrichtung besteht beispielsweise aus einer langsam laufenden Einzugswalze
und einer dazugehörigen Öffnerwalze. Die von der Auflöseeinrichtung dem Füllschacht
entnommenen Fasern fallen in einen schachtartigen Raum, der Teil einer Ausscheideeinrichtung
zum Ausscheiden von Fremdstoffen aus den Fasern ist. Dazu passieren die aufgelösten
Faserflocken als eine Art Faservlies ein optisches Sensorsystem im freien Fall.
[0004] Die zu Faserflocken aufgelöste Baumwolle enthält nicht nur natürliche Verunreinigungen,
wie zum Beispiel Staub oder Schalenteilchen, sondern auch Fremdstoffe zum Beispiel
Gewebe aus Jute oder Baumwolle, Schnüre, Geflechte oder Kunststoffe aller Art, sowie
verunreinigte Faserflocken, die zum Beispiel durch Öl derart verschmutzt sind, dass
ihr weiterer Verbleib die Weiterverarbeitung der Baumwolle erheblich stören würde.
Diese Verunreinigungen werden bei der bekannten Vorrichtung mittels optischer Farbsensoren
erkannt und über eine gesteuerte Ausblaseinrichtung aus dem freifallenden Flockenstrom
entfernt.
[0005] Aus der DE 44 30 332 A1 ist eine Ausscheideeinrichtung zum Ausscheiden von Fremdstoffen
bekannt, bei der in einem Transportschacht pneumatisch angelieferte Faserflocken verdichtet
werden. Mittels eines Transportbandes werden die Fasern an einer Wand zum optischen
Erkennen von Fremdstoffen vorbeigeführt. Durch die Wand. zum Beispiel eine Glasplatte,
und das Transportband werden die Faserflocken zu einem Vlies geformt und in dieser
Form durch das Transportband an den optischen Sensoren der Ausscheidevorrichtung vorbeigeführt.
Die optischen Sensoren sind an der Glaswand angeordnet und können somit die Verunreinigungen
erkennen.
[0006] Die bekannten Spinnereivorbereitungseinrichtungen mit einer Ausscheideeinrichtung
zum Ausscheiden von Fremdstoffen haben den Nachteil, dass die Faserflocken nachdem
sie pneumatisch transportiert wurden - bevor sie in die Ausscheideeinrichtung gelangen
- einer erneuten Behandlung unterzogen werden müssen. Dies ist nötig, um sie derart
aufzubereiten, dass sie der Ausscheideeinrichtungen in der erforderlichen Form vorgelegt
werden können um die Fremdstoffe zu erkennen bzw. auszuscheiden. Dazu werden sie beispielsweise
erneut verdichtet und dann wieder zu Flocken aufgelöst, oder sie können aus einem
Transportschacht entnommen und zu einem Faservlies geformt werden. Eine Verdichtung
der Fasern erfolgt beispielsweise auch, wenn die Fasern mittels Pneumatikleitungen
von der Spinnereivorbereitungseinrichtung zur Ausscheideeinrichtung transportiert
werden, was das Ausscheiden von Transportluft bedeutet. Zur Fremdstofferkennung ist
es aber vorteilhaft, wenn die Fasern in einem möglichst dünnen Faser- oder Flockenvlies
vorliegt, damit Fremdstoffe nicht von Gutfasern verdeckt werden können und somit nicht
erkannt werden. Diese erneuten Behandlungen sind sowohl in der Konstruktion, als auch
im Energie- (bzw. Luftverbrauch) aufwendig.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, zusätzliche Behandlungsschritte
womöglich zu vermeiden und vorteilhafte Formen des Flockenflusses beizubehalten.
[0008] Diese Aufgabe wird durch eine Ausgestaltung einer Spinnereivorbereitungseinrichtung
erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Ausscheideeinrichtung der Entnahmevorrichtung
unmittelbar nachgeordnet ist, die Fasern aus der Entnahmevorrichtung als quer zur
Fasertransportrichtung ausgebreitetes Faservlies entnommen und so der Ausscheideeinrichtung
zugeführt werden, das Faservlies von der Ausscheideeinrichtung auf Fremdstoffe untersucht
und von diesen im wesentlichen gereinigt wird. Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung
der Spinnereivorbereitungseinrichtung wird erreicht, dass zusätzliche Einrichtungen
eingespart werden können, die andernfalls notwendig sind, um die Fasern der Ausscheideeinrichtung
vorteilhaft vorlegen zu können. Die günstige Vorlageform der Fasern braucht nicht
mehr aufgegeben zu werden, wenn zum Beispiel die Faserflocken am Ende des Mischprozesses
als Vlies vorliegen. Dessen günstige Breite und damit dünne Ausbildung bleibt erhalten.
Dies ist zur Erkennung von Fremdstoffen besonders vorteilhaft. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, dass ein zusätzliches Einwirken auf die Fasern vermieden werden kann,
so dass eine mechanische Belastung der Fasern entfällt. Ausserdem wird vorteilhaft
erreicht, dass die Spinnereivorbereitungseinrichtung kürzer ausgestaltet werden kann,
da eine zusätzliche Vorrichtung eingespart werden kann.
[0009] Die Anordnung der Ausscheideeinrichtung unmittelbar nach der Entnahmevorrichtung
des Mischers ist besonders vorteilhaft, da der Mischer eine Art Entlüftungsanlage
für pneumatisch geförderte Faserflocken ist. Es ist deshalb nicht nötig, speziell
für die Ausscheideeinrichtung eine Flockenentlüftung vorzusehen, was energietechnisch
vorteilhaft ist. Es wurde bei der vorliegenden Erfindung in diesem Zusammenhang erkannt,
dass unmittelbar nach der Entnahmevorrichtung ideale Verhältnisse der Faseraufbereitung
vorliegen, um Fremdstoffe, die mit den Fasern vermengt sind zu erkennen und auszuscheiden.
Die Fasern können dadurch, dass sie entlüftet vorliegen optimal der Ausscheideeinrichtung
als Faservlies zugeführt und gereinigt werden. Ausserdem müssen sie nicht über pneumatische
Leitungen an die bzw. von der Ausscheideeinrichtung gefördert werden. Das Risiko der
Nissenbildung wird somit reduziert.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, dass der Mischer der Spinnereivorbereitungseinrichtung
ein Schachtmischer ist. Dadurch wird eine gute Durchmischung der Fasern erreicht,
sowie eine einfache Entnahme der Fasern zum Beispiel mittels eines vorteilhaften Steiglattentuchs.
Durch die Verwendung eines Steiglattentuchs wird vorteilhaft erreicht, dass die Fasern
in der Form eines Vlieses oder einer Watte dem Mischer entnommen werden können.
[0011] Mit einem Steiglattentuch wird erreicht, dass ein homogenes Vlies entsteht und an
die Ausscheideeinrichtung übergeben werden kann.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn eine Transporteinrichtung im Anschluss an die Ausscheideeinrichtung
vorgesehen ist, Es hat sich hierfür eine Rohrleitung mit einer Luftströmung bewährt,
da dadurch die Faserflocken einfach und sicher weitertransportiert werden können.
[0013] Besonders günstig ist es, wenn die Ausscheideeinrichtung optische Farbsensoren zum
Erkennen der Verunreinigungen besitzt, da dadurch sichergestellt wird, dass die Verunreinigungen
ausgeschieden werden können, ohne dass dabei Guffasern abgetrennt werden.
[0014] Besonders günstig ist der Einsatz von CCD-Kameras für die sichere Erkennung von Fremdstoffen
und deren Unterscheidung von Gutfasern. Für das sichere Entfernen der Fremdstoffe
eignen sich besonders Pneumatikdüsen, da sie praktisch ohne zeitliche Verzögerung
und mit grosser Kraft arbeiten. Besonders sicher werden Fremdstoffe mittels in den
Faserstrom hineingreifender Klappen entfernt. Besonders günstig ist die Anordnung,
bei der die Fasern im freien Fall die Ausscheideeinrichtung passieren, da diese dadurch
flexibel ist für den Einsatz verschiedener Mittel zum Enffernen der Fremdstoffe, so
zum Beispiel von Klappen, Pneumatikdüsen oder Greifer.
[0015] In folgenden wird die Erfindung anhand von zeichnerischen Darstellungen beschrieben.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine Spinnereivorbereitungseinrichtung in Form einer Putzereianlage in schematischer
Darstellung,
- Figur 2
- einen Schachtmischer im Schnitt mit nachgeordneter Ausscheideeinrichtung,
- Figur 2a
- eine erfindungsgemässe Vorrichtung ähnlich Fig. 2 mit einer anderen Ausscheideeinrichtung,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung der Ausscheideeinrichtung von Fig. 2 und
- Figur 4
- ein Steiglattentuch für die Entnahme von Faserflocken aus dem Mischer.
[0016] Die Spinnereivorbereitungseinrichtung von Fig. 1 zeigt eine komplette Putzereilinie.
Diese besteht aus einem Ballenöffner 1, dem eine Grobreinigung 2 (z.B. nach EP-B-381
860) nachgeordnet ist. Beide sind über eine pneumatische Rohrleitung 11, die die Faserflocken
in einem Luftstrom vom Ballenöffner 1 zur Grobreinigung 2 transportiert, verbunden.
Ebenfalls über eine pneumatische Rohrleitung 11 werden die Faserflocken nach der Grobreinigung
2 in einen Mischer 3 gefördert, wo die Fasern vor der Weiterverarbeitung gemischt
werden. In den pneumatischen Rohrleitungen werden die Faserflocken wolkenartig befördert.
Sie sind in teilweise dicken Knäueln vermengt und sind vor ihrer Reinigung mit verschiedenen
Fremdstoffen durchsetzt.
[0017] Für das Mischen der Fasern stehen verschiedenartige Ausführungsformen eines Mischers
zur Verfügung. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Schachtmischer 3, vgl.
Fig. 2, bei dem Fasern in verschiedenen Schächten 31 abgelegt werden, um daraus wieder
entnommen zu werden, wodurch eine Durchmischung erfolgt. Beim Ablegen der Flocken
in den Schächten 31 muss die Transportluft abgeschieden werden. Entnommen werden die
Fasern über ein Steiglattentuch 10, das entlang der Schächte 31 bzw. der darin enthaltenen
Fasern entlangstreicht. Die Entnahme kann aber auch bei einer anderen Art des Mischers
nicht wie hier dargestellt und beschrieben seitlich erfolgen, sondern unterhalb der
Schächte. Dabei werden die Fasern unterhalb der Schächte entnommen und mittels eines
Transportbandes, ähnlich dem Steiglattentuch zur Vorderseite des Mischers gefördert.
Das Steiglattentuch 10 bzw. das Transportband übergibt die Fasern in Form eines Vlieses
oder einer Watte an eine Ausscheideeinrichtung 4. In der Ausscheideeinrichtung 4 werden
die Gutfasern von Fremdstoffen durch Ausscheiden von Fremdstoffen getrennt.
[0018] Nach dem Ausscheiden von Fremdstoffen werden die gereinigten Fasern von der Ausscheideeinrichtung
4 an eine Transporteinrichtung 6 in Form einer weiteren pneumatischen Rohrleitung
11 übergeben und gelangen über diese zu einer Einrichtung 5 zum Feinreinigen, (z.B.
nach US-B-5,123,145) der eine Vorrichtung zum Intensivreinigen 5a nachfolgt. Nach
dem Verlassen der Intensivreinigung 5a gelangen die Fasern zu einem Kardenspeiser
60, der mehrere Karden 7 mit Fasern bzw. Faserflocken versorgt (z.B. nach EP-B-303
023). Fig. 1 zeigt die wesentlichen Putzereimaschinen einer Putzereilinie, wobei in
einzelnen Fällen die eine oder andere Maschine, beispielsweise die Intensivreinigung,
nicht erforderlich sein kann oder einzelne beschriebene Maschinen mehrfach vorkommen
können.
[0019] Figur 2 zeigt den Schachtmischer 3 von Fig. 1 im Schnitt. Der Schachtmischer 3 ist
in verschiedene Schächte 31 unterteilt, die an ihrer Oberseite offen sind und an die
pneumatische Rohrleitung 11 angeschlossen sind. Über einen Verteiler 32 werden die
ankommenden Faserflocken gleichmässig auf die verschiedenen Schächte 31 verteilt.
Nach dem Verteiler 32 erstrecken sich die Schächte 31 zunächst in vertikaler Richtung,
bevor sie eine 90°-Biegung machen, so dass sich die Schächte 31 bzw. deren Flockenfüllungen
nunmehr in horizontaler Richtung erstrecken. Ihre horizontaler Erstreckung endet vor
einem Steiglattentuch 10, das an allen Schächten, im wesentlichen in vertikaler Richtung
von unter nach oben vorbeistreicht und die Fasern entnimmt. Durch diese Ausbildung
des Mischers als Schachtmischer 3 wird erreicht, dass bedingt durch die verschiedenen
Längen der Schächte 31, das heisst also Weglängen, die die Fasern zurücklegen müssen,
im links dargestellten Schacht 31 die Fasern später entnommen werden, als im rechts
dargestellten Schacht. Die ist anhand der verschiedenen Schraffuren erkennbar. Während
die Fasern, dargestellt durch die Schraffur a, sich zunächst auf gleicher Höhe in
ihren Schächten 31 befinden, erreichen die gleichzeitig in die Schächte 31 gelangten
Fasern, erkennbar an der Schraffur b, zu verschiedenen Zeiten das Steiglattentuch
10 und werden also, obwohl sie zur gleichen Zeit in die Schächte 31 gelangten, zu
verschiedenen Zeiten entnommen. Dadurch erfolgt die Durchmischung der Fasern bzw.
Faserflocken mit Fasern bzw. Faserflocken, die zu anderen Zeiten und damit von anderen
Ballen dem Mischer zugeführt wurden.
[0020] Nachdem die Fasern aus den Schächten 31 durch das Steiglattentuch 10 entnommen wurden,
werden die Fasern im wesentlichen vertikal hochtransportiert und werden vom Steiglattentuch
10, das mit einer Rückstreichwalze 17 zusammenarbeitet, auf ein im wesentlichen horizontal
verlaufendes Transportband 20 übergeben. Auf dem Transportband 20 liegen die Fasern
in Form eines Vlieses oder einer Watte 22 vor, wobei das Vlies im wesentlichen dieselbe
Breite hat, wie die Tiefe der Schächte 31. Die Tiefe der Schächte 31 ist dabei grösser
als ihre Breite B. Die Breite des Vlieses kann zum Beispiel ca. 1000 mm oder noch
mehr betragen.
[0021] Das Transportband 20 ist Teil der Ausscheideeinrichtung 4 (vgl. Fig. 3). Nach dem
Passieren der Ausscheideeinrichtung 4 werden die Fasern von der Transporteinrichtung
6 übernommen und an den Feinreiniger 5 (vgl. Fig. 1 ) übergeben. Nach der Übergabe
der Faserflocken vom Steiglattentuch 10 an das Transportband 20, haben sie ihre Form,
das heisst, das Vorliegen als ein Vlies, nicht mehr wesentlich verändert.
[0022] Figur 2a zeigt ebenfalls eine erfindungsgemässe Vorrichtung ähnlich der von Fig.
2. Die Ausscheideeinrichtung 4 besitzt hier allerdings kein Transportband, sondern
das Faservlies, das vom Steiglattentuch übernommen wird, wird über Transportwalzen
210 über der Ausscheideeinrichtung 4 zugeführt. Diese ist bei Fig. 2a so ausgebildet,
dass das Faservlies sich sowohl vor den Sensoren 41 als auch den Ausblasdüsen 44 in
vertikaler Richtung bewegt. Dazu erfährt es über die rechte Transportwalze 210 eine
Umlenkung um ca. 90°. Die Ausscheideeinrichtung 4 von Fig. 2a enthält ebenfalls einen
Computer 43, der über eine Datenleitung 42 mit den optischen Sensoren 41 verbunden
ist, Ebenso ist er steuerungsmässig mit den Ausblasdüsen 44 verbunden. Die Sensoren
41 sind auf der vom Mischer 3 abgewandten Seite des Faservlieses 22 in einer horizontalen
Reihe angeordnet. Zur optimalen Erkennung von Fremdstoffen kann auch vorgesehen sein,
dass den Sensoren 41 weitere nicht dargestellte Sensoren zugeordnet sind, die auf
der dem Mischer 3 zugewandten Seite des Faservlieses 3 in etwa gleicher Höhe angeordnet
sind. Zum Entfernen von Fremdpartikeln besitzt die Ausscheideeinrichtung 4 ebenfalls
eine Vielzahl von Ausblasdüsen 44. Daneben kann aber auch die Ausscheideeinrichtung
4 alternativ mit Klappen 440 ausgerüstet sein, die über einen Schwenkantrieb in den
Faserstrom hineinschwenken, wenn ein Fremdpartikel aus dem Flockenstrom entfernt werden
muss. Dazu ist der Schwenkantrieb 441 mit dem Computer 43 über eine Steuerleitung
442 verbunden. Vorteilhaft sind mehrere Klappen 440 horizontal nebeneinander angeordnet,
so dass nur jeweils das Fremdpartikel und keine Guffasern entfernt werden. Die Klappen
leiten die Fremdpartikel in einen Sammelbehälter 55, aus welchem sie durch Absaugen
entsorgt werden.
[0023] Erfindungsgemäss vorteilhaft wird das Faservlies 22 ebenso wie bei Fig. 2 in der
durch das Steiglattentuch vorgelegten günstigen Ausbreitung der Ausscheideeinrichtung
4 zugeführt. Dazu muss vorteilhaft das Faservlies nicht pneumatisch transportiert
werden, da dies hier ebenfalls vorteilhaft über Transportwalzen 210 faserschonend
erfolgt. Alternativ kann vorgesehen sein, dass im Bereich der Sensoren 41 das Faservlies
nicht frei nach unten strömt, sondern durch Schachtwände geführt ist. Zum Abtransport
der gereinigten Fasern fliesst über eine Leitung 60 Luft zu, die sie mitnimmt und
über die Transporteinrichtung 6 zur nächsten Verarbeitungsmaschine weiterführt.
[0024] Die Sensoren 41 bilden ebenso wie die von Fig. 2 eine optische Farbsensorik, das
heisst ein optisches Erkennungssystem, so zum Beispiel eine oder mehrere CCD-Kameras,
wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist.
[0025] Durch die vorteilhafte Zuführung der Fasern vom Mischer 3 zur Ausscheideeinrichtung
4 mittels mechanischem Transport ist es möglich, die Ausscheideeinrichtung 4 als Modul
auszubilden, das wahlweise in die Putzereilinie vgl. Fig. 1 zum Beispiel anstelle
eines Reinigers integriert werden kann. Ebenso wie die bekannten Reiniger die Faserflocken
vom Mischer 3 mittels des Steiglattentuchs 10 ohne Zuhilfenahme pneumatischer Transportmittel
übernehmen, kann die erfinderische Vorrichtung der Fig. 4 optional anstelle des Reinigers
in die Putzereilinie ohne grosse Umbaumassnahmen integriert werden. Besonders vorteilhaft
ist es dabei, dass die Ausscheideeinrichtung nachdem sie die Fremdpartikel aus dem
Faserstrom ausgeschieden hat, die Fasern pneumatisch weitertransportiert, ebenso wie
beispielsweise die Reiniger, so dass auch der Ausscheideeinrichtung nachfolgend keine
neuen Massnahmen zum Transport der Fasern ergriffen werden müssen.
[0026] Figur 3 zeigt das Transportband 20, das über Transportrollen 21 geführt wird und
das Faservlies 22 vom Mischer 3 kommend an der Ausscheideeinrichtung 4 entlangtransportiert.
Die Ausscheideeinrichtung 4 besitzt optische Sensoren 41, die im Faservlies 22 Fremdpartikel
erkennen und dies über eine Datenleitung 42 an einen Computer 43 weitermelden. Auf
seinem weiteren Weg erfährt das Faservlies 22 eine Umlenkung 44, wo nachfolgend Ausblasdüsen
44 angeordnet sind, die mit dem Computer 43 in Verbindung stehen und von diesem gesteuert
werden. Die Ausblasdüsen 44 erzeugen einen Druckluftstoss, der die Fremdbestandteile
aus dem Faservlies 22 entfernt. Daraufhin gelangt dieses in eine Transporteinrichtung
6, die in Form einer pneumatischen Rohrleitung ausgebildet ist und die Fasern zur
nächsten Putzereimaschine transportiert. Die Verunreinigungen gelangen in einen Sammelbehälter
55 und werden aus diesem durch Absaugen entsorgt.
[0027] Zwischen den optischen Sensoren 41 und dem Faservlies 22 befindet sich eine Glasplatte,
die von den vorbeistreichenden Faserflocken gereinigt wird. Das Transportband 20 und
die Glasfläche zwischen der Ausscheideeinrichtung 4 im Bereich der Sensoren 41 bilden
einen horizontalen Schachtraum In Fig. 3 ist davon nur die Prinzipdarstellung ähnlich
einer Schnittdarstellung gezeigt. Die tiefe erstreckt sich im wesentlichen auf eine
Breite, wie sie vom Steiglattentuch vorgegeben ist. Die optischen Sensoren 41 können
beispielsweise aus Photodioden bestehen, die für das Erkennen verschiedener Farben
ausgebildet sind. Ebenso können die optischen Sensoren, genauso wie die dazu notwendige
Beleuchtung, über Lichtleitkabel mit dem Faservlies optisch verbunden sein.
[0028] Die Sensoren 41 sind in verschiedenen Reihen in Fliessrichtung betrachtet angeordnet
und erstrecken sich quer in die Tiefe der Darstellung von Fig. 3 entsprechend der
Breite des Faservlieses 22. Dabei sind die Sensoren 41 so angeordnet, dass insgesamt
das gesamte Vlies 22 optisch erfasst werden kann. Der einzelne Sensor 41 betrachtet
nur eine relativ kleine Fläche in der Grössenordnung von Quadratzentimetern. Das Faservlies
wird dabei mit einem konstanten Licht beleuchtet, das die Sensoren 41 ihrem Beobachtungsbereich
selbst zuführen. Das reflektierte Licht wird nach den einzelnen Farbanteilen getrennt
erkannt und von der Auswerteeinheit, dem Computer 43, in Verbindung mit Angaben über
die Intensität des reflektierten Lichtes und weiteren Informationen ausgewertet. Entsprechend
dem in der Steuerung festgelegten Programm wird dann vom Computer 43 zum richtigen
Zeitpunkt die dem jeweiligen Sensor 41 zugeordneten Auswurfmechanismus aktiviert.
Um die Auswerfen der Fremdbestandteile des Faservlieses, hier zum Beispiel die Ausblasdüsen
44 zum richtigen Zeitpunkt ansteuern zu können, besitzt die Ausscheideeinrichtung
4 besonders vorteilhaft einen nicht gezeigten Sensor, der die Geschwindigkeit des
Faservlieses 22 erkennt und an den Computer 43 weiterleitet. werden Ausblasdüsen 44
verwendet, besitzen diese vorteilhaft eine gemeinsame Druckluftzuführung.
[0029] Figur 4 zeigt ein Steiglattentuch 10, wie es in der erfindungsgemässen Vorrichtung
von Fig. 2 zur Entnahme der Fasern aus dem Schachtmischer Verwendung findet. Das Steiglattentuch
10 ist in Form eines Nadellattentuchs ausgebildet, das in bekannter Weise bei Spinnereivorbereitungsmaschinen
als Förderer und Öffnungsorgan Verwendung findet. Es besteht im wesentlichen aus einem
endlosen Tuch und Riemen und darauf in geringen Abständen aufgebrachten Querstäben
100, in denen schrägstehende Stahlstifte 101 eingelassen sind, die den Flockentransport
bewerkstelligen.
[0030] Die Erfindung sieht daher die Kombination von zwei Aggregaten vor, nämlich:
- ein Fremdstofferkennungs- bzw. Ausscheidungsaggregat, welches eine Vorlage in einer
vorbestimmten Form erfordert, und
- ein weiteres dem Ersten vorgelagertes Aggregat, welches zur Erfüllung einer anderen
Funktion konzipiert ist, dabei aber Ausgangsmaterial in einer Form liefert, welche
die Anforderungen des ersten Aggregates erfüllt.
[0031] Die Übergabe vom vorgelagerten zum nachgeschalteten Aggregat kann ohne wesentlichen
Transportaufwand erfolgen, insbesondere ohne pneumatischen Transport. Das vorgelagerte
Aggregat kann als Mischer zur Erzielung der Durchmischung (z.B. von Baumwollsortimenten)
konstruiert sein.
[0032] Die für das Erkennen bzw. Ausscheiden von Fremdstoffen erforderliche Vorlage kann
zum Beispiel eine Watte, ein Vlies oder ein ,,breiter" Flockenstrom sein. Der Begriff
"breiter Flockenstrom" bezieht sich hier auf einen Strom wie er normalerweise in einem
sogenannten Füllschacht (z.B. nach EP-A-810 309) zustande kommt, das heisst mit einer
Breite die wesentlich grösser ist als seine Tiefe.
[0033] Das nachgeschaltete Aggregat kann bloss zum Erkennen und Erfassen von Fremdstoffen
verwendet werden (wie z.B. in EP-A-412 447 vorgeschlagen wurde). Die bevorzugte Lösung
sieht aber eine Kombination der Erkennung mit dem Ausscheiden der erkannten Fremdstoffe
vor. Das nachgeschaltete Aggregat unterscheidet sich somit von einer konventionellen
,,Reinigungsstelle" (z.B. nach US-B-5,173,995) darin, dass die Ausscheidung (gezielt)
in Abhängigkeit vom Erkennen von Fremdstoffen erfolgt, während das Erkennen in einer
konventionellen Reinigungsstelle nicht vorgesehen bzw. möglich ist.
1. Spinnereivorbereitungseinrichtung mit einem Mischer (3) zum Mischen von Fasern, mit
einer Entnahmevorrichtung (10) zum Entnehmen der Fasern aus dem Mischer (3) und einer
dieser in Fasertransportrichtung nachgeordneten Ausscheideeinrichtung (4) zum Ausscheiden
von Fremdstoffen aus den Fasern, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausscheideeinrichtung
(4) der Entnahmevorrichtung (10) unmittelbar nachgeordnet ist, die Fasern aus der
Entnahmevorrichtung (10) als quer zur Fasertransportrichtung ausgebreitetes Faservlies
(22) entnommen und so der Ausscheideeinrichtung (4) zugeführt werden und das Faservlies
(22) von der Ausscheideeinrichtung (4) auf Fremdstoffe untersucht und von diesen im
wesentlichen gereinigt wird.
2. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der
Mischer (3) ein Schachtmischer ist.
3. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die Entnahmevorrichtung aus einem Steiglattentuch (10) besteht.
4. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem
Steiglattentuch (10) eine Rückstreichwalze (17) zugeordnet ist.
5. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Weitertransport der von Fremdstoffen befreiten Fasern
eine Rohrleitung (11) mit einer Luftströmung als eine Transporteinrichtung (6) vorgesehen
ist.
6. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausscheideeinrichtung (4) optische Farbsensoren (41)
zum Erkennen der Fremdstoffe besitzt.
7. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausscheideeinrichtung (4) eine CCD-Kamera zum Erkennen
der Fremdstoffe besitzt.
8. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fremdstoffe mittels Pneumatikdüsen (44) ausgeblasen
werden.
9. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fremdstoffe mittels umschaltbarer Klappen (440) ausgeschieden
werden.
10. Spinnereivorbereitungseinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern die Ausscheideeinrichtung (4) im freien Fall
passieren.