[0001] Die Erfindung betrifft eine Kreiselpumpe mit einem Laufrad, das über eine einzige.
schraubenförmig verlaufende Schaufel verfügt.
[0002] Kreiselpumpen dieser Art sind u.a. durch die DE 26 42 231 A1 und die DE 28 55 385
B1 bekannt. Gehäuse und Laufrad der vorbekannten Kreiselpumpen sind so aneinander
angepaßt, daß die Schaufelkanten mit der Gehäusewand einen auf der gesamten Schaufellänge
und über eine gesamte Laufradumdrehung gleichbleibend engen Spalt bilden. Über diesen,
die Druckseite von der Saugseite der Schaufel trennenden Spalt fließt bei fördernder
Kreiselpumpe zwangsläufig ein von der Spaltweite abhängiger Leckstrom. Bei einer neuen
Pumpe und bei noch nicht eingetretenem Verschleiß an der Schaufelkante und der Gehäusewand
ist der durch den Leckstrom erzeugte Verlust noch gering.
[0003] Da aber Kreiselpumpen der hier geschilderten Art vor allem für die Förderung von
feststoffhaltigen Medien verwendet werden, ist ein starker Verschleiß im Bereich der
langen, umlaufenden Schaufelkante bei vielen der in Frage kommenden Einsatzfälle unvermeidlich.
Befinden sich z. B. abrasiv wirkende Beimengungen im Fördermedium, so tritt bereits
nach kurzer Laufzeit der Kreiselpumpe ein Verschleiß auf, der den ursprünglich guten
Wirkungsgrad der Pumpe erheblich absenkt. Eine solche Gefahr besteht u.a. bei der
Förderung kommunaler Abwässer, deren Beimengungen im wesentlichen unkontrollierbar
sind. So können beispielsweise Sand und ähnliche reibend wirkende Bestandteile des
Abwassers nicht ausgeschlossen werden. Folge hiervon ist, daß derartig eingesetzte
Kreiselpumpen, deren Fördereigenschaften nach dem Einbau nicht oder nur in ungenügender
Weise überprüft werden, über einen längeren Zeitraum mit einem stetig abnehmenden
Wirkungsgrad arbeiten. Das heißt aber, daß solche Pumpen zur Erfüllung der ihnen übertragenen
Förderaufgabe einen unvertretbar hohen Energieaufwand benötigen.
[0004] Eine Gefahr für die geschilderten vorbekannten Kreiselpumpen liegt in einer Festbrennung
des Laufrades im Gehäuse, die durch Beimengungen verursacht wird, welche vor allem
bei einem aufgrund von Verschleiß erweiterten Spalt zwischen die Schaufelkante und
Gehäusewand geraten können.
[0005] Nun können Laufräder der geschilderten bekannten Art zwar auch mit einer vorderen
Deckscheibe versehen und so für Sandverschleiß unempfindlich gemacht werden. Allerdings
wird dann der Aufwand, insbesondere für das Material, sehr hoch, da bei den hier gegebenen
konischen Meridianschnitten jeweils ein Ringspalt zwischen der Deckscheibe und dem
diese umgebenden Pumpengehäuse gebildet werden muß. Dieser Ringspalt ist aber relativ
groß zu halten, damit es nicht auch dort zu Festbrennungen kommt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kreiselpumpe der eingangs genannten
Art zu schaffen, die bei gering gehaltenem Aufwand für Laufrad und Gehäuse eine weitgehende
Verschleißunempfindlichkeit gegenüber abrasiven Bestandteilen im Fördermedium besitzt
und bei der die Gefahr von Festbrennungen des Laufrades im Pumpengehäuse vermieden
wird.
[0007] Die gestellte Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Laufrad eine
saugseitig angeordnete Deckscheibe besitzt, die von einem am Saugmund des Laufrades
gegebenen axialen Verlauf mit einer Krümmung in einen radialen Verlauf übergeht, daß
in dem bei Stoßanströmung kavitationsgefährdeten Bereich der Schaufeleintrittswinkel
um mindestens 5
o kleiner ist als der Anströmwinkel, daß danach der Schaufelwinkel im axialen Bereich
eines durch das Laufrad gelegten Meridianschnittes mindestens auf die Größe des Schaufelaustrittswinkels
ansteigt, und schließlich ein den Schaufelaustrittswinkel übersteigender Schaufelwinkel
im radialen Bereich des Meridianschnittes auf die Größe des Schaufelaustrittswinkels
zurückgeführt wird.
[0008] Die bei der erfindungsgemäßen Lösung verwendete Deckscheibe bildet mit dem Pumpengehäuse
einen radial durchströmten Spalt, der relativ kurz und eng ausgeführt werden kann.
Es wird also die bei einem konischen Ringspalt gegebene Problematik vermieden.
[0009] Es wird auch die Gefahr von Festbrennungen umgangen, da die sich erfindungsgemäß
ergebende gekrümmte Deckscheibe von einem gebräuchlich konfigurierten Radseitenraum
umgeben sein kann, dessen Wand einen relativ großen Abstand zur Deckscheibe besitzt.
[0010] Material- und Herstellungsaufwand für das erfindungsgemäße Laufrad und das Pumpengehäuse
bleiben gering.
[0011] Dem Umstand, daß Einschaufelräder prinzipiell sehr empfindlich für Kavitation sind,
trägt die Erfindung mit einem besonders gestalteten axialen Eintrittsbereich des Laufrades
Rechnung. Wird nämlich der Schaufeleintrittswinkel in dem bei Stoßanströmung kavitationsgefährdeten
Bereich wesentlich kleiner ausgeführt als der Anströmwinkel der zu fördernden Flüssigkeit,
so wird eine Kavitation vermieden.
[0012] Notwendigerweise muß der Schaufelwinkel in dem an den Laufradeintritt anschließenden
Bereich erheblich ansteigen. Um nun die Überleitung vom axialen in den radialen Laufradverlauf
zu bewerkstelligen, wird der Schaufelwinkel im angesprochenen kavitationsgefährdeten
Bereich nach einem im axialen Laufradteil erfolgten steilen Anstieg im radialen Teil
auf den Schaufelaustrittswinkel zugeführt. Bei einem im axialen Teil erfolgten Anstieg
über das Maß des Schaufelaustrittswinkels hinaus bedeutet dies, daß der Schaufelwinkel
im radialen Teil auf das Maß des Schaufelaustrittswinkel zurückzuführen ist.
[0013] Anhand eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Die Zeichnung
zeigt in
- Fig. 1
- eine dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Laufrades mit einer teilweise
entfernten vorderen Deckscheibe, in
- Fig. 2
- die Vorderansicht der Schaufel des Laufrades der Fig. 1, in
- Fig. 3
- einen Meridianschnitt durch die Schaufel des Laufrades der Fig. 1 mit dem Verlauf
von fünf verschiedenen Stromfäden, in
- Fig. 4
- den Winkelverlauf der Schaufelskelettlinie entsprechend den Stromfäden der Fig. 3,
und in
- Fig. 5
- ein konformes Abbild der Schaufel im Bereich eines Stromfadens der Fig. 3.
[0014] Das in der Fig. 1 dargestellte Laufrad 1 besitzt eine schraubenförmig verlaufende
Schaufel 2, die zwischen einer vorderen, saugseitigen Deckscheibe 3 und einer hinteren,
druckseitigen Deckscheibe 4 angeordnet ist. Die Schaufel schlingt sich um eine im
wesentlichen konisch verlaufende Nabe 5.
[0015] Um den Verlauf der Schaufel 2 besser erkennen zu können, wurde ein Teil der vorderen
Deckscheibe 3 weggelassen. Die Darstellung zeigt die Skelettflächen der Schaufel 2
und der Deckscheiben 3, 4, d. h. die jeweilige Dicke der genannten Teile bleibt unberücksichtigt.
Die Schaufel 2 hat eine Eintrittskante 6 und eine Austrittskante 7.
[0016] In der Fig. 2 ist die Schaufel 2 in der Vorderansicht ohne die sie begrenzenden Teile,
vordere Deckscheibe 3, hintere Deckscheibe 4 und Nabe 5, dargestellt Zu erkennen sind
hier auch die Eintrittskante 6 und die Austrittskante 7. Durch Pfeile angedeutet sind
der Radius R und der Umschlingungswinkel ϕ, welche sich auf die Schaufel 2 beziehen
und die sich mit deren Verlauf verändern.
[0017] Der Radius R, der von der Achse Z des Laufrades 1 ausgeht, ist auch der Fig. 3 zu
entnehmen. Außerdem wird in Fig. 3 die Koordinate s längs der Meridianstromlinie der
Schaufel 2 dargestellt. Schließlich sind noch Stromfäden S1 bis S5 in den Meridianschnitt
der zwischen der Eintrittskante 6 und der Austrittskante 7 verlaufenden Schaufel 2
eingezeichnet.
[0018] Aus der Fig. 4 ist entnehmbar, wie sich der Winkel β der Stromfäden S1 bis S5 mit
fortschreitendem Verlauf x/L ändert. Vor allem ist zu sehen, daß die Winkel β der
bei Stoßanströmung im kavitationsgefährdeten Bereich gelegenen Stromfäden S3 bis S5
von einem kleinen Ausgangswert her zunächst ansteigen, um dann nach einem erreichten
Höchstwert zum Schaufelende hin leicht abzufallen.
[0019] Der Anströmwinkel β
0 der vom Laufrad zu fördernden Flüssigkeit ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
Er ist um mindestens 5° größer als der Schaufeleintrittswinkel β
1 in dem bei Stoßanströmung kavitationsgefährdeten Bereich.
[0020] Der Verlauf des Winkels β zwischen dem Schaufeleintrittswinkel β
1 an der Eintrittskante 6 und dem Schaufelaustrittswinkel β
2 an der Austrittskante 7 ist der Fig. 5 anhand eines konformen Abbildes der Schaufel
2 im Bereich des Stromfadens S5 entnehmbar. Auch aus dieser Abbildung wird deutlich,
daß der Winkel β bis zu einem Höchstwert ansteigt (hier durch eine strichpunktierte
Linie markiert), und danach leicht abfällt.
1. Kreiselpumpe mit einem Laufrad (1), das über eine einzige, schraubenförmig verlaufende
Schaufel (2) verfügt, dadurch gekennzeichnet, daß das Laufrad (1) eine saugseitig angeordnete Deckscheibe (3) besitzt, die von einem
am Saugmund des Laufrades (1) gegebenen axialen Verlauf mit einer Krümmung in einen
radialen Verlauf übergeht, daß in dem bei Stoßanströmung kavitationsgefährdeten Bereich
der Schaufeleintrittswinkel (β1) um mindestens 5 o kleiner ist als der Anströmwinkel (β0), daß danach der Schaufelwinkel (β) im axialen Bereich eines durch das Laufrad (1)
gelegten Meridianschnittes mindestens auf die Größe des Schaufelaustrittswinkels (β2) ansteigt, und schließlich ein den Schaufelaustrittswinkel (β2) übersteigender Schaufelwinkel (β) im radialen Bereich des Meridianschnittes auf
die Größe des Schaufelaustrittswinkels (β2) zurückgeführt wird.