[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage mit einer Mehrzahl von selbstkassierenden Warenverkaufs-
oder Dienstleistungsautomaten, beispielsweise Fahrausweisautomaten oder Parkscheinautomaten,
wobei jeder Automat außer mindestens einer Kasse für Zahlungsmittel mindestens einen
auswechselbaren, vorzugsweise selbstauffüllenden Rückgabespeicher zur Rückgabe der
Zahlungsmittel und einen den Automaten steuernden Rechner mit netzausfallgesicherten
Schreib-Lese-Speichern aufweist.
[0002] Eine Anlage der voranstehend beschriebenen Art ist beispielsweise aus der DE-PS 27
30 587 bekannt. Die für diese Anlage verwendeten Automaten werden mit Münzspeichern
bestückt, die jeweils einen zu ihrer Identifizierung unterschiedlich codierten, nicht
jedoch veränderlichen Codeträger besitzen. Die einmal für jeden Münzspeicher vergebene
Codenummer erscheint in der Bilanz des jeweiligen Automaten, und zwar zusätzlich zu
der Kennung des jeweiligen Münzspeichers hinsichtlich seiner Sorte, beispielsweise
als Münzspeicher für 5-DM-Münzen. Durch diese Codierung aller Münzspeicher kann beim
Vorliegen der Bilanz festgestellt werden, aus welchem Automaten der jeweilige Münzspeicher
stammt, so daß eventuellen Defekten des Automaten hinsichtlich der Speicherung bestimmter
Münzen oder Diebstählen von Bedienungspersonal gezielt nachgegangen werden kann. Der
Nachteil dieser bekannten Anlage besteht darin, daß für die notwendige Zuordnung der
Münzspeicher zu einem bestimmten Automaten der Anlage die komplette Bilanz vorliegen
muß, und zwar entweder in ausgedruckter oder in maschinenlesbarer Form.
[0003] Eine Weiterbildung einer erfindungsgemäßen Anlage ist aus der EP-PS 0 355 238 bekannt.
Bei dieser bekannten Vorrichtung ist jeder Geldspeicher mit einem elektronischen Speicher
versehen, der gegen Datenverlust gesichert ist und in dem beim jeweiligen Einsetzen
des Rückgeldspeichers in einen Automaten die diesen Automaten identifizierende Codierung,
beispielsweise die Automatennummer, abgespeichert wird. Bei diesen bekannten Anlagen,
die sich in der Praxis bewährt haben, wird jeder auswechselbare Rückgeldspeicher beim
Einsetzen in den jeweiligen Automaten durch entsprechende Steuerbefehle des Rechners
in seinem elektronischen Speicher durch die Codierung des jeweiligen Automaten gekennzeichnet
und diese Kennzeichnung im elektronischen Speicher gesichert, so daß ohne Zuhilfenahme
der Bilanz des Automaten oder einer Querverweisliste jeder Rückgeldspeicher unmittelbar
identifiziert werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Anlage der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der betrügerische
Manipulationen verhindert werden, eine eindeutige Fehlerermittlung ermöglicht sowie
darüber hinaus eine einfache und identifikationssichere Handhabung der auswechselbaren
Baugruppen, insbesondere der Zahlungsmittel verarbeitenden und speichernden Baugruppen,
gewährleistet wird.
[0005] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
jede der Zahlungsmittel verarbeitenden und speichernden Baugruppen mit einem Transponder
versehen ist und für jeden Transponder im Automaten mindestens eine Auswerteeinheit
angeordnet ist, wobei der Transponder und die Auswerteeinheit über die Antenne im
Transponder und über eine auf einer im Automaten angeordneten Leiterplatte ausgebildeten
Antenne der Auswerteeinheit miteinander in Verbindung stehen.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Ausstattung einer jeden auswechselbaren Baugruppe mit
einem Transponder ist es möglich, den Weg einer jeden auswechselbaren Baugruppe zurückzuverfolgen,
d.h. festzustellen, über welchen Zeitraum diese jeweilige Baugruppe in welcher Anlage
eingebaut war. Weiterhin ist es bei einer solchermaßen ausgebildeten Anlage möglich,
neben der Erstellung der Gesamtbilanz für einen Automaten über den Automatenrechner
Einzelbilanzen pro Baugruppe zu erstellen, wodurch einerseits die Erstellung von Fehleranalysen
erleichtert wird und andererseits die Überprüfung der einzelnen Baugruppen auf mögliche
Manipulationen verbessert wird.
[0007] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jede im Automaten angeordnete,
mit einem Transponder zusammenwirkende Auswerteeinheit in der Nähe einer jeweiligen
Antenne auf der Leiterplatte angeordnet. Diese Anordnung von Auswerteeinheit und Antenne
auf der Leiterplatte hat den Vorteil, daß diese als zusammenhängende Einheit auf einfache
Weise durch Anordnung der Leiterplatte im Automaten einer jeden mit einem Transponder
versehenen auswechselbaren Baugruppe zugeordnet werden können. Hierbei bedeutet zugeordnete
Auswerteeinheit nur, daß pro Baugruppe mit Transponder mindestens eine Auswerteeinheit
vorgesehen ist, nicht jedoch, daß eine bestimmte Auswerteeinheit für einen bestimmten
Transponder zu verwenden ist.
[0008] Schließlich wird mit der Erfindung vorgeschlagen, daß die Antenne als spiral-oder
mäanderförmige Leiterbahn auf der Leiterplatte ausgebildet ist. Diese Ausbildung der
Antenne als einfache Leiterbahn stellt eine praktisch einfach und kostengünstig herzustellende
Ausführungsform dar.
[0009] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der zugehörigen Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Anlage dargestellt ist. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer als Fahrausweisautomat ausgebildeten Anlage;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Ausschnitts einer Leiterplatte mit Auswerteeinheit
und Antenne und
- Fig. 3
- eine ausschnittweise Seitenansicht einer mit einem Transponder versehenen Baugruppe.
[0010] Dieser, beispielsweise in einer Anlage mit einer Mehrzahl gleichartiger, selbstkassierender
Automaten eingesetzte Fahrausweisautomat 1 ist als quaderförmiges Gehäuse angedeutet,
das im oberen Teil auf seiner Frontplatte eine Eingabetastatur 2 für den Benutzer,
einen Einwurfschlitz 3 für die vom Automaten zu verarbeitenden unterschiedlichen Münzsorten
und eine Anzeigevorrichtung 4 für den zu zahlenden Betrag aufweist. Im Inneren des
Gehäuses sind die zur Münzverarbeitung und zur Steuerung des Fahrausweisautomaten
1 erforderlichen Baugruppen angeordnet, von denen die zum Verstandnis der Arbeitsweise
hauptsächlichen Baugruppen gekennzeichnet sind und in ihrer Funktionsweise nachfolgend
erläutert werden.
[0011] Die durch den Einwurfschlitz 3 eingeworfenen Münzen gelangen zuerst in einen Münzprüfer
5, der die jeweilige Münze auf Echtheit überprüft. Sollte es sich um eine falsche
oder um eine fehlerhafte Münze oder um eine Münze handeln, die vom Fahrausweisautomaten
nicht verarbeitet werden kann, gelangt diese Münze über einen Münzrückgabekanal 6
in eine Ausgabe 7, die in der linken unteren Ecke des Fahrausweisautomaten 1 angeordnet
ist. Handelt es sich bei der im Münzprüfer 5 überprüften Münze jedoch um eine echte,
vom Automaten verarbeitbare Münze, gelangt diese in eine Zwischenkasse 8. Diese Zwischenkasse
8 ist vorgesehen, damit der Benutzer im Falle des Abbruches des Zahlvorganges diejenigen
Münzen zurückerhält, die er durch den Einwurfschlitz 3 eingeworfen hat. Zu diesem
Zweck ist die Zwischenkasse 8 über einen Verbindungskanal mit dem Münzrückgabekanal
6 verbunden.
[0012] Unterhalb der Zwischenkasse 8 sind beim dargestellten Ausführungsbeispiel insgesamt
fünf Münzspeicher 9 vorgesehen. Wie aus deren Beschriftung auf der Zeichnung hervorgeht,
sind diese Rückgeldspeicher 9 zur Aufnahme von Münzen mit der Wertigkeit von 0,50
DM, 0,10 DM, 1,00 DM, 2,00 DM und 5,00 DM ausgebildet. Es handelt sich bei diesen
Münzspeicher 9 vorzugsweise um selbstauffüllende und auswechselbare Speicher, die
demgemäß turnusgemäß aus dem Fahrausweisautomaten 1 entnommen und durch neue Münzspeicher
9 ersetzt werden können.
[0013] Unterhalb der Münzspeicher 9 ist eine Geldkasse 10 angeordnet, in die die von den
Benutzern eingezahlten Münzen gelangen, sobald die Münzspeicher 9 aufgefüllt sind.
Auch diese Geldkasse 10 kann turnusgemäß entnommen und durch eine leere Geldkasse
10 ersetzt werden.
[0014] Wenn der Benutzer beispielsweise über die Eingabetastatur 2 einen Fahrausweis ausgewählt
hat, dessen Betrag DM 8,40 beträgt, erscheint dieser Betrag auf der Anzeigevorrichtung
4. Die vom Benutzer in den Einwurfschlitz 3 geworfenen Münzen werden vom Münzprüfer
5 auf Echtheit überprüft und im Fall ihrer Echtheit in die Zwischenkasse 8 überführt.
Aus dieser Zwischenkasse 8 gelangen die Münzen entsprechend ihrer Wertigkeit in die
Münzspeicher 9. Sollte einer der selbstauffüllenden Münzspeicher 9 vollständig gefüllt
sein, gelangen die Münzen direkt in die Geldkasse 10.
[0015] Im Falle eines überzahlten Betrags werden Münzen entsprechend der Höhe der Rückgeldsumme
den Münzspeichern 9 entnommen und über einen Rückzahlkanal 11 der Ausgabe 7 zugeführt.
In diese Ausgabe 7 gelangt gleichzeitig der vom Benutzer ausgewählte Fahrausweis,
der in einem Drucker 12 zwischenzeitlich hergestellt worden ist.
[0016] Die Steuerung der voranstehend beschriebenen Vorgänge erfolgt durch einen Rechner
13, dem ein komplettes Steuerprogramm 14 zugeordnet ist. Dieses Steuerprogramm 14
kann in gewissem Rahmen von einer berechtigten Bedienungsperson beeinflußt werden.
Beispielsweise ist es möglich, bei einer anstehenden Wartung oder Reparatur des Fahrausweisautomaten
1 über das Steuerprogramm 14 und den Rechner 13 eine Gesamtbilanz des Automaten zu
erstellen. Hierzu notwendige Steuerbefehle und Eingaben können beispielsweise über
eine Bedienertastatur 15 eingegeben werden, die dem Steuerprogramm 14 zugeordnet ist.
[0017] Die zur Erstellung einer Bilanz notwendigen Daten werden fortlaufend in einem dem
Rechner 13 zugeordneten Schreib-Lese-Speicher 16 gespeichert. Über Leitungen 17 ist
der Schreib-Lese-Speicher 16 und somit der Rechner 13 mit Auswerteeinheiten 18 verbunden,
die, wie aus Fig. 2 ersichtlich, jeweils mit einer Antenne 19 versehen auf einer Leiterplatte
20 angeordnet sind. Für jede Auswerteeinheit 18 ist am jeweils zugehörigen Münzspeicher
9 sowie an der Geldkasse 10 ein Transponder 21, vorzugsweise ein Schreib-Lese-Transponder,
angeordnet. Neben der Speicherung der Identitätscodierung des Fahrausweisautomaten
1 sind die Transponder 21 selbst zum Senden und Empfangen von Daten geeignet. Über
die auf der Leiterplatte 20 angeordnete Auswerteeinheit ist es somit beispielsweise
möglich, Einzelbilanzen für jeden Münzspeicher 9 zu erstellen. Diese Erstellung von
Einzelbilanzen für die mit den Transpondern 21 versehenen Baugruppen ermöglicht eine
leichte Fehlerfindung sowie Überwachung des Automaten auf mögliche Manipulationen.
Darüber hinaus ist es möglich, den Weg einer jeden mit einem Transponder 21 versehenen
Baugruppe zurückzuverfolgen, um festzustellen, in welchen Automaten diese Baugruppe
bereits eingebaut war. Die Übermittlung der Daten zwischen den einzelnen Transpondern
21 und den zugehörigen Auswerteeinheiten 18 erfolgt über Antennen in den Transpondern
21 (nicht dargestellt) und über die auf der Leiterplatte 20 angeordnete Antenne 19,
die in Fig. 2 dargestellt ist. Die Antenne 19 kann beispielsweise als einfache spiral-
oder mäanderförmige Leiterbahn ausgebildet sein.
[0018] In Fig. 3 ist ergänzend eine ausschnittweise Seitenansicht eines Münzspeichers 9
zu sehen, der mit einem Transponder 21 ausgerüstet ist. Jedem Transponder 21 wird
jeweils eine Auswerteeinheit 18 sowie eine Antenne 19 zugeordnet, ohne daß die Leiterplatte
20 galvanisch mit dem Transponder 21 verbunden ist.
[0019] Neben der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform ist es selbstverständlich auch möglich,
mehrere Auswerteeinheiten 18 mit den zugehörigen Antennen 19 nebeneinander auf einer
Leiterplatte 20 anzuordnen.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Fahrausweisautomat
- 2
- Eingabetastatur
- 3
- Einwurschlitz
- 4
- Anzeigevorrichtung
- 5
- Münzprüfer
- 6
- Münzrückgabekanal
- 7
- Ausgabe
- 8
- Zwischenkasse
- 9
- Münzspeicher
- 10
- Geldkasse
- 11
- Rückzahlkanal
- 12
- Drucker
- 13
- Rechner
- 14
- Steuerprogramm
- 15
- Bedienertastatur
- 16
- Schreib-Lese-Speicher
- 17
- Leitung
- 18
- Auswerteeinheit
- 19
- Antenne
- 20
- Leiterplatte
- 21
- Transponder
1. Anlage mit einer Mehrzahl von selbstkassierenden Warenverkaufs- oder Dienstleistungsautomaten,
beispielsweise Fahrausweisautomaten oder Parkscheinautomaten, wobei jeder Automat
(1) außer mindestens einer Kasse (10) für Zahlungsmittel mindestens einen auswechselbaren,
vorzugsweise selbstauffüllenden Rückgabespeicher (9) zur Rückgabe der Zahlungsmittel
und einen den Automaten (1) steuernden Rechner (13) mit netzausfallgesicherten Schreib-Lese-Speichern
(16) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest jede der Zahlungsmittel verarbeitenden und speichernden Baugruppen mit
einem Transponder (21) versehen ist und für jeden Transponder (21) im Automaten (1)
mindestens eine Auswerteeinheit (18) angeordnet ist, wobei der Transponder (21) und
die Auswerteeinheit (18) über die Antenne im Transponder und über eine auf einer im
Automaten (1) angeordneten Leiterplatte (20) ausgebildeten Antenne (19) der Auswerteeinheit
(18) miteinander in Verbindung stehen.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinheit (18) in der
Nähe der Antenne (19) auf der Leiterplatte (20) angeordnet ist.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antenne (19) als spiral-
oder mäanderförmig ausgebildete Leiterbahn auf der Leiterplatte (20) angeordnet ist.
4. Anlage nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transponder (21) als Schreib-Lese-Transponder ausgebildet sind.