[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung für eine analog-digitale
Simultanübertragung von Rundfunksendungen in den AM-Frequenzbändern, insbesondere
in der Anwendung für den Lang-, Mittel-, und Kurzwellenrundfunk, gemäß den Oberbegriffen
der Patentansprüche 1 und 5.
[0002] Die bekannte Übertragung von Rundfunksendungen in den Frequenzbereichen der Lang-,
Mittel- und Kurzwelle mittels Amplitudenmodulation (AM) weist eine geringe Übertragungsqualität
auf. Dieser Mangel führt zu einer abnehmenden Akzeptanz seitens der Rundfunkhörer,
da mit anderen verfügbaren Modulationsverfahren die Rundfunkübertragung mit besserer
Qualität erfolgt. Um die Qualität der Aussendungen für die Übertragung von Rundfunksendungen
in den vorgenannten AM-Frequenzbändern zu verbessern, ist vorgeschlagen worden, die
Übertragung mittels digitaler Modulation durchzuführen (DE-A1-19535030).
[0003] Für eine Umstellung von AM-Modulation auf Digitalmodulation ist für die Übergangszeit
damit zu rechnen, daß zunächst nur relativ wenige Rundfunkempfänger auf dem Markt
sein werden, die zum Empfang einer digitalen Modulation verwendet werden können. Wegen
dieser voraussichtlichen geringen Empfängerzahl wird eine Übertragung von Rundfunksendungen
mittels digitaler Modulation bezogen auf die Anzahl der Hörer sehr aufwendig sein.
Dieser hohe Aufwand wird eine Einführung des neuen Übertragungsverfahren behindern,
da einerseits die Programmanbieter sich wegen des hohen Aufwandes pro Hörer scheuen
werden eine ausreichend Anzahl von Programmen auszusenden, andererseits werden wegen
der zunächst geringen Nachfrage nach Empfängern für digitale Modulation infolge der
geringen Anzahl von Rundfunkprogrammen, die Hersteller von Rundfunkempfängern mit
der Produktion der Empfänger nur zögernd beginnen.
[0004] Von der Firma Thomcast ist mit dem System "Skywave 2000" eine simultane Übertragung
einer analogen Einseitenbandmodulation und einer digitalen Modulation in einem Kurzwellenkanal
vorgestellt worden ("weltweit hören", 4/97, Seiten 6 bis 8), wobei die digitale Übertragung
derart frequenzmäßig versetzt ist, daß die beiden Übertragungen frequenzselektiv empfangen
werden können. Das Prinzip der Simultanübertragung von analogen und digitalen Modulationen
bietet einen Ansatz zur Überwindung der vorangehend aufgezeigten Schwierigkeiten bei
der Markteinführung von digitalem AM-Rundfunk. Nachteilig bei dem vorgenannten System
ist die Einseitenbandübertragung der analogen Modulation, da diese mit standardmäßigen
AM-Empfängern nur verzerrt empfangen werden kann und davon auszugehen ist, daß keine
flächendeckende Versorgung der Hörerschaft mit Einseitenbandempfängern gegeben oder
in Zukunft erreichbar ist.
[0005] Ferner ist für die gleichzeitige Übertragung eines analogen Einseitenbandsignales
und einer digitalen Zusatzaussendung ein einseitenbandfähiger Sender notwendig. Die
für Rundfünksendungen verwendeten Hochleistungssender, die für den Einseitenbandbetrieb
geeignet sind, zeichnen sich dadurch aus, daß die Hüllkurve des Einseitenbandsignales
mittels eines Verstärkers verstärkt wird und dieses verstärkte Hüllkurvensignal zur
Hüllkurvenmodulation der mittels Hochfrequenzverstärkern verstärkten phasenmodulierten
Hochfrequenz in der Endstufe des Senders verwendet wird
[0006] An den Hüllkurvenverstärker der voranstehend beschriebenen Hochleistungssender sind
bei Anwendung der geschilderten getrennten Verstärkung besondere Anforderungen zu
stellen. Da das Hüllkurvensignal einer Einseitenbandschwingung einen sich mit der
Modulation ändernden Gleichanteil enthält, obwohl die zu übertragende niederfrequente
Nachricht keinen Gleichanteil enthält, ist der Hüllkurvenverstärker derart auszulegen,
daß der Gleichanteil der Hüllkurve verstärkt werden kann. Diese Forderung wird von
modernen Schaltverstärkern erfüllt, die nach dem Prinzip der Pulsdauerverstärkung
(PDM) oder nach dem Prinzip der Pulsstufenverstärkung (PSM) arbeiten. Mit älteren
Sendern, deren Hochfrequenzendstufen über Modulationstransformatoren moduliert werden,
ist die Verstärkung des Gleichanteiles des Hüllkurvensignales nicht möglich, da die
Modulationstransformatoren den Gleichanteil nicht übertragen können.
[0007] Neben der Forderung nach der Verstärkung des Gleichanteiles ist an die Bandbreite
des Hüllkurvenverstärkers die Forderung zu stellen, daß er in der Lage ist, mindestens
die zweite Oberwelle der höchsten zu übertragenden Niederfrequenz möglichst verzerrungsarm
übertragen zu können. Ursache für die erhöhte Bandbreitenforderung ist die Tatsache,
daß im Hüllkurvenverstärker nicht die eigentliche niederfrequente Nachricht verstärkt
wird, sondern die Hüllkurve der hochfrequenten Aussendung, die ihrerseits trotz Bandbegrenzung
des zu übertragenden niederfrequenten Signals in der Bandbreite prinzipiell nicht
begrenzt ist.
[0008] Bei einer Übertragung eines Einseitenbandsignales sind, wie voranstehend ausgeführt,
erhöhte Anforderungen an den Sender zu stellen. Deshalb könnte mit dem bekannten Verfahren
nur ein Teil der weltweit in Betrieb befindlichen AM-Sender auf das vorgestellte simultane
Verfahren umgerüstet werden.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für eine analog-digitale
Simultanübertragung einer Rundfunksendung in den AM-Fequenzbändern zu schaffen, das
uneingeschränkt auf herkömmliche AM-Sender und -Empfänger anwendbar ist.Die Aufgabe
umfaßt zusätzlich die Schaffung einer Anordnung zur Durchführung des vorgenannten
Verfahrens.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Patentansprüche 1 und 4 gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Die erfindungsgemäße Lösung stellt an einen AM-Sender nur die Forderung nach ausreichender
Bandbreite; eine Übertragung eines Gleichspannungsanteiles ist nicht notwendig, da
das Hüllkurvensignal bei reiner Amplitudenmodulation im Gegensatz zu einer Einseitenbandübertragung
dem Eingangssignal entspricht und dieses keinen Gleichanteil enthält.
[0012] Die erforderliche Bandbreite des Modulationsverstärker entspricht der Summe aus dem
Frequenzversatz zwischen dem "analogen" und dem "digitalen" Träger und der halben
Bandbreite des digitalen Modulationssignales.
[0013] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung für eine Aussendung
von unterschiedlichen Informationen auf den Seitenbändern der digitalen Modulation
und einer Begrenzung der digitalen Modulation auf ein Seitenband aufgezeigt.
[0014] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
- Fig.1
- zeigt eine Anordnung zur Aussendung einer simultanen analog-digitalen Rundfünkübertragung,
- Fig.2
- zeigt das Spektrum der Aussendung der in Fig. 1 gezeigten Anordnung,
- Fig.3
- zeigt eine Anordnung zur simultanen analog-digitalen Rundfunkübertragung mit einer
Seitenbandunterdrückung bei der digitalen Modulation,
- Fig.4
- zeigt das Spektrum der resultierenden Aussendung des in Fig.3 gezeigten Verfahrens,
- Fig.5
- zeigt eine Ausbildung eines Signalaufbereitungsmodules für das in Fig.3 gezeigte Verfahren
und
- Fig.6
- zeigt eine Anordung zur simultanen Aussendung von einer analogen und zwei unterschiedlichen
digitalen Modulationen.
[0015] Die in Fig.1 gezeigte Anordnung zur Aussendung einer siumltanen analog-digitalen
Rundfunkübertragung besteht aus einem standardmäßigen AM-Sender 1, zwei Oszillatoren
2 und 3, aus einem Digitalmodulator 4 und aus einem Summierglied 5.
[0016] Der AM-Sender 1 erhält seinen Träger f
T aus dem Oszillator 2 und wird mit einem Summensignal U
GES ausgesteuert, das aus dem zu übertragenden analogen NF-Signal NF und aus einem digital
modulierten Signal U
DIG besteht. Das digital modulierte Signal U
DIG wird in dem Digitalmodulator 4 mittels eines Signales DS, das als digitaler Datenstrom
ausgebildet ist, und einem Hilfsträger f
H gebildet. Das Summensignal U
GES wird in dem Summierer 5 gebildet. Das Signal DS ist beispielsweise das Ausgangssignal
eines Audioquellencoders.
[0017] Für die erfindungsgemäße Lösung ist es unbedeutend, ob es sich bei der digitalen
Modulation um ein Einträger- oder um ein Mehrträgerverfahren mit mehreren frequenzversetzten
Hilfsträgern f
H handelt.Wenn für das digitale Modulationssignal nur ein begrenzter Aussteuerungsbereich
vorhanden ist, dann kann es vorteilhaft sein, ein digitales Modulationsverfahren zu
verwenden, dessen Verhältnis zwischen Spitzenwert und Effektivwert (Crestfaktor) möglichst
gering ist, um den zur Verfügung stehenden Aussteuerungsbereich möglichst effektiv
auszunutzen. Folglich erscheint es dann vorteilhaft zu sein, die digitale Modulation
in Form eines Einträgerverfahrens anstelle eines Mehrträgerverfahrens durchzuführen,
da bekanntermaßen der Crestfaktor eines Mehrträgerverfahrens bei verzerrungsfreier
Übertragung größer ist als bei einem vergleichbaren Einträgerverfahren.
[0018] Die erfindungsgemäße Lösung ist nicht auf die simultane Übertragung einer Rundfunksendung
beschränkt. Es können auf dem analogen und auf dem digitalen Kanal eine Vielzahl von
Informationsarten, auch auf den Kanälen voneinander abweichende Informationen, übertragen
werden. So können anstelle von Rundfunksendungen Funkbildsendungen, Botschaftsfunksendungen
und auf dem digitalen Kanal Datensendungen, Zeitsendungen ...usw. mit einer entsprechenden
Hardwareanpassung und Ausbildung des analogen NF-Signales NF und des Signales DS übertragen
werden. Die dazu erforderlichen Hardwareanpassungen erfordern vom Fachmann keine erfinderische
Tätigkeiten.
[0019] Der bei einem Einträgerverfahren mit dem Oszillator 3 erzeugte Hilfsträger f
H sollte vorzugsweise der Kanalrasterfrequenz des verwendeten Frequenzbereiches entsprechen,
oder einem ganzzahligen Vielfachen von dieser Frequenz. Im Lang- und Mittelwellenbereich
wird bekanntermaßen eine Kanalrasterfrequenz von 9 kHz verwendet, während im Kurzwellenbereich
eine Kanalrasterfrequenz von 5 kHz Anwendung findet.
[0020] Fig.2 zeigt das Spektrum einer Aussendung, die mit einer Anordnung gemäß Fig.1 gesendet
ist. Für die frequenzversetzte digitale Modulation ist in dem gezeigten Beispiel ein
Einträgerverfahren mit der Hilfsfrequenz f
H eingesetzt. Das obere und untere Seitenband der analogen Modulation OSB
AN und USB
AN treten direkt an den Träger f
T angrenzend auf. Das obere und untere Seitenband der digitalen Modulation OSB
DI und USB
DI treten um die Differenz +/- f
H beabstandet von dein Träger f
T auf.
[0021] Wenn die digitale Modulation U
DIG sowie das analoge NF-Signal NF vor der Aufgabe auf den Summierer 5 mit geeigneten
Mitteln bandbegrenzt sind, tritt bei der Aussendung keine Überlappung der Spektren
auf und es ist mit einer störungsfreien Übertragung der Signale zu rechnen. Zum Empfang
des analogen Signals wird erfindungsgemäß ein herkömmlicher AM-Empfänger und für den
Empfang der digitalisierten Information ein entsprechender digitaler Empfänger benötigt.
[0022] Der herkömmliche AM-Empfänger wird dabei auf die Frequenz des Trägers f
T abgestimmt und weist bauartbedingt eine Bandbreite auf, die frequenzselektiv das
AM-Signal, bestehend aus dem oberen und dem unteren Seitenband der analogen Modulation
OSB
AN und USB
AN herausfiltert und so die Seitenbänder der digitalen Modulation OSB
DI und USB
DI unterdrückt.
[0023] Der digitale Empfänger wird entsprechend der Frequenz des Hilfsträgers f
H auf die versetzten Hilfsträger f
T - f
H oder f
T + f
H abgestimmt, wenn nur ein digitales Seitenband empfangen werden soll. Soll der digitale
Empfänger beide digitalen Seitenbänder auswerten, so wird er auf die Frequenz des
Trägers f
T abgestimmt. Ein im Empfänger enthaltenes Filter unterdrückt dann die AM-Aussendung.
Durch diese Signalaufbereitung ist es möglich, die beiden digitalen Seitenbänder auszuwerten.
Falls die digitalen Seitenbänder aus verkoppelten digitalen Datenströmen abgeleitet
wurden, können beide Teildatenströme gleichzeitig empfangen und wieder zusammengefügt
werden.
[0024] Um eine gegenseitige Beeinflussung des analogen und des digitalen Kanales gering
zu halten ist es vorteilhaft das analoge NF-Signal NF vor der Einspeisung in den Summierer
5 in seiner Amplitude so zu begrenzen, daß die Amplitude des Summensignales U
GES kleiner ist als die maximal zulässige Aussteuerung des AM-Senders 1. Mit dieser Maßnahme
lassen sich die in Fig.2 angedeuteten Bandausweitungen am Fuß der analogen Seitenbänder
vermeiden, die auf eine nichtlineare Verstärkung eines AM-Senders 1 zurückzuführen
sind.
[0025] Aus Fig.2 läßt sich die erforderliche Bandbreite des AM-Senders 1 ablesen. Sie entspricht
für das Ausführungsbeispiel gemäß Fig.1 der Summe aus dem Versatz des Hilfsträgers
f
H und der halben Bandbreite des digitalen Modulationssignales.
[0026] In Fig3. ist eine Anordnung zur Ausführung der Erfindung dargestellt, in der im Unterschied
zur vorangehend zu Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform der AM-Sender 1 mit einer
phasenmodulierten trägerfrequenten Schwingung angesteuert ist. Die Phasenmodulation
ist derart gewählt, daß das obere oder das untere Seitenband der digitalen Modulation
OSB
DI oder USB
DI in der resultierenden Aussendung unterdrückt ist.
[0027] Die in Fig.3 gezeigte Anordnung zur Aussendung einer siumltanen analog-digitalen
Rundfünkübertragung besteht aus einem standardmäßigen AM-Sender 1, zwei Oszillatoren
2 und 3, aus einem Digitalmodulator 4 und einem Signalaufbereitungsmodul 6.
[0028] Der AM-Sender 1 erhält seinen phasenmodulierten Träger f
PH aus dem Signalaufbereitungsmodul 6, dem ein vom Oszillator 2 erzeugter Träger f
T, zugeführt ist. Ausgesteuert wird der AM-Sender 1 mit einem Hüllkurvensignal U
HÜLL, das in dem Signalaufbereitungsmodul 6 aus dem zu übertragenden analogen NF-Signal
NF und aus einem digital modulierten Signal U
DIG erzeugt ist. Das digital modulierte Signal U
DIG wird in dem Digitalmodulator 4 mittels eines Signales DS und einem Hilfsträger f
H gebildet.
[0029] Die für die Unterdrückung eines der digitalen Seitenbänder erforderliche Phasenmodulation
des Trägers f
T und des zugehörigen Hüllkurvensignales für den AM-Senders 1 ist in einer dem Fachmann
bekannten Weise in dem Signalaufbereitungsmodul 6 durchgeführt.
[0030] Gleichzeitig wird durch diese Phasenmodulation erreicht, daß die Amplituden des verbleibenden
digitalen Seitenbandes vergrößert werden. Durch diese Maßnahme wird eine verbesserte
Ausnutzung des ausgesendeten Spektrums erreicht. Die Anforderung an den AM-Sender
steigen, da nun ein Gesamtsignal ausgesendet wird, das einen Einseitenbandanteil,
den digital modulierten Anteil, enthält. Wenn die Amplitude des Hilfsträger f
H klein gegenüber der Amplitude des Trägers f
T ist, so ist damit zu rechnen, daß eine breitbandige Übertragung des Hüllkurvensignales
nicht notwendig wird, da der Oberwellengehalt der Hüllkurve mit kleiner werdendem
Hilfsträger überproportional geringer wird und folglich eine fehlerhafte Übertragung
der geringen Hüllkurvenoberwellen nur noch einen vernachlässigbaren Fehler beim Modualtionsprozeß
hervorrufen wird. So kann gezeigt werden, daß bei einer Aussteuerung von 10% der Oberweilenanteil
in der Hüllkurve ca. 30 dB kleiner als die Amplitude der Grundwelle ist.
[0031] In Fig. 5 ist ein Beispiel für die Ausbildung des Signalaufbereitungsmoduls 6 der
Anordnung gemäß Fig.3 gezeigt. Der damit angesteuerte AM-Senders 1 besteht aus einem
Hüllkurvenverstärker 1.1, einem Hochfrequenzverstärker 1.2 und einer Endstufe 1.3,
die beispielsweise mit einer Röhre bestückt ist.
[0032] Das auf den Hilfsträger f
H digital aufmodulierte Signal DS gelangt als Signal U
DIG über eine Eingangsstufe 6.1 einerseits an einen Hilbertransformator 6.3 und andererseits
an den Eingang eines Laufzeitgliedes 6.2 ,das die Laufzeit des Hilbertransformators
6.3 ausgleicht. Die Ausgangssignale von Laufzeit- und Hilbertransformator entsprechen
der Inphasen- und der Quadraturkomponete des Ausgangssignales des AM-Senders 1. Zum
Inphasenanteil wird das analoge NF-Signal NF durch Addition in einem Summierer 6.4
überlagert. Aus dieser um die analoge Modulation veränderten Inphasenkomponente und
der im Hilberttransformator berechneten Quadraturkomponente wird in einem Betragsbildner
6.5 das Hüllkurvensignal U
HÜLL gebildet. Das so gebildete Betragssignal dient der Ansteuerung des Hüllkurvenverstärkers
1.1. Der Betrag wird beispielsweise durch die Bildung der Quadratwurzel aus der Summe
der quadrierten Inphasen- und Quadraturkomponente und einem Trägerzusatz T gebildet.
Dieser Trägerzusatz T ist über einen Summierer 6.14 dem eingangsseitigen analogen
NF-Signal NF hinzugefügt.
[0033] Bei Verwendung eines AM-Senders, in dem über einen Modulationstransformator die im
Modulator verstärkte Niederfrequenz einer konstanten Anodenspannung überlagert wird,
entfällt dieser konstante Trägerzusatz T in dem Signalaufbereitungsmodul 6.
[0034] Die Inphasen- und Quadraturkomponente werden außerdem zu Dividierern 6.6 und 6.7
geführt. Hier werden die Signale durch den im Betragsbildner 6.5 bestimmten Betrag
dividiert, um am Ausgang der Aufbereitung allein einen phasenmodulierten Träger mit
konstanter Amplitude zu erhalten. Die durch den Betrag normierten Signale werden in
Laufzeitgliedern 6.8 und 6.9 derart verzögert, daß die Laufzeit des Hüllkurvenverstärkers
1.1 ausgeglichen wird, damit beim Zusammenführen der Signale in der Endstufe kein
Laufzeitunterschied auftritt.
[0035] In Modulatoren 6.10 und 6.11 werden die Signalkomponeten auf zwei um 90° gegeneinander
verschobene trägerfrequente Schwingungen gleicher Amplitude durch Multiplikation aufmoduliert.
In einem Phasenschieber 6.12 werden zwei um 90° phasenverschobenen Schwingungen aus
dem zugeführten Träger f
T gebildet. Anschließend wird aus diesen modulierten trägerfrequenten Schwingungen
in einem Summierer 6.13 das zur trägerfrequenten Ansteuerung des AM-Senders 1 geeignete
Signal erzeugt. Dieses Signal wird in dem Hochfrequenzverstärker 1.2 des AM-Senders
1 auf den zur Ansteuerung der Endstufe notwendigen Leistungspegel verstärkt. In der
Endstufe 1.3 wird die phasenmodulierte trägerfrequente Schwingung auf ihren endgültigen
Wert verstärkt, wobei die Amplitude der Aussendung durch die Ausgangsspannung des
Hüllkurvenverstärkers 1.1, die als Versorgungsspannung der Endstufe dient, bestimmt
wird.
[0036] Als Endstufe ist sowohl ein transistorisierter Verstärker als auch ein Röhrenverstärker
geeignet. Bei transistorisierten Verstärkern wird die Ausgangsamplitude der Aussendung
über die als Versorgungsspannung dienende Kollektor- bzw. Drain-Spannung bestimmt
, während beim Röhrensender die Anodenspannung der im überspannten Betrieb arbeitende
Röhre die Amplitude der Ausgangspannung bestimmt.
[0037] In Fig.6 ist eine Anordnung dargestellt, die es gestattet simultan zu einer analogen
Modulation zwei digitale Modulationsignale mit unterschiedlichen Informationen auszusenden.
[0038] Hierbei können die digitalen Modulationssignale zwei digitale Datenströme enthalten,
die aus einer gemeinsamen Datenquelle durch Aufteilung des gemeinsamen Datenstromes
entstehen. Durch diese Aufteilung wird es ermöglicht größere Datenraten zu übertragen,
da in jedem digitalen Seitenband nur ein Teil des Gesamtdatenstromes übertragen wird.
Im Empfänger können dann diese beiden getrennten Teildatenströme wieder zu dem ursprünglichen
Datenstrom zusammengesetzt werden.
[0039] Die zwei unterschiedlichen Informationen werden in bekannter Weise je in einem Digitalmodulator
auf mindestens einen Hilfsträger f
H moduliert und als digital modulierte Signale U
DIG1 und U
DIG2 Eingangsstufen 6.1 und 6.15 der in Fig.6 gezeigten Anordnung zugeführt. Über die
Eingangsstufen 6.1 und 6.15 gelangen sie an Hilberttransformatoren 6.3 und 6.17 und
parallel dazu an Laufzeitglieder 6.2 und 6.16, welche die Laufzeit der Hilberttransformatoren
ausgleichen.
[0040] Es stehen an den Ausgängen der Laufzeitglieder die Inphasenkomponenten der digital
modulierten Signale U
DIG1 und U
DIG2 und an den Ausgängen der Hilberttransformatoren die Quadraturkomponenten der digital
modulierten Signale U
DIG1 und U
DIG2 zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Die Inphasensignale werden gleichphasig
in einem Summierer 6.4 addiert, während die Quadraturkomponenten erst nach Invertierung
einer der Quadraturkomponenten, die in einem Invertierer 6.18 erfolgt, in einem Summierer
6.19 addiert werden. Durch die Invertierung wird erreicht, das das entsprechende digital
modulierte Signal - beispielsweise ist hier das Signal U
DIG2 ausgewählt - in das andere Seitenband versetzt wird.
[0041] Das analoge NF-Signal NF, dem im Summierer 6.14 der Trägerzusatz T überlagert wird,
ist auf den Summierer 6.4 für die Inphasenkomponenten gegeben. Für die weitere Verarbeitung
der in dem vorangehend beschriebenen Eingangsbereich eines Signalverarbeitungsmodules
6 aufsummierten Signale ist die in Fig.6 gezeigte Anordnung übereinstimmend mit der
in Fig. 5 gezeigten Aonrdnung ausgebildet, sodaß die Beschreibung der dem Eingangsbereich
nachgeschalteten Funktionsblöcke den voranstehenden, zu Fig.5 gemachten Ausführungen
entnehmbar ist.
[0042] Die in Fig.5 und in Fig.6 dargestellten Anordnungen können mittels digitaler Signalverarbeitungsbausteine
oder in Form von analog arbeitenden Baugruppen realisiert werden.
1. Verfahren zur analog-digitalen Simultanübertragung von Rundfunksendungen in den AM-Frequenzbändern
mit einem Träger für die analoge Modulation und mindestens einem frequenzmäßig versetzten
Hilfsträger für die digitale Modulation, dadurch gekennzeichnet, daß die analoge Modulation
als Zweiseitenbandmodulation erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch geeignete Phasen- und
Amplitudenmodulation des hochfrequenten Trägers ein digitales Seitenband unterdrückt
ist.
3. Verfahren nach Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, daß durch geeignete Phasen- und
Amplitudenmodulation zwei digitale Seitenbänder mit unterschiedlichen Modulationsinhalten
übertragen sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die digitalen Seitenbänder
aus verkoppelten Datenströmen hervorgehen.
5. Anordnung zur analog-digitalen Simultanübertragung einer Rundfunksendung in den AM-Frequenzbändern
mit einem Träger für die analoge Modulation und mindestens einem frequenzmäßig versetzten
Hilfsträger für die digitale Modulation, dadurch gekennzeichnet, daß die Simultanübertragung
mit einem AM-Sender (1) ausgesendet ist, dessen Träger (fT) mit einem Summensignal (UGES) moduliert ist, das sich aus dem zu übertragenden anlogen NF-Signal (NF) und einem
digital modulierten Signal (UDIG) zusammensetzt, wobei letzteres durch digitale Modulation mindestens eines frequenzmäßig
versetzten Hilfsträgers (fH) mit einem Signal (DS) entsteht und der Frequenzversatz des Hilfsträgers (fH) - oder der Hilfsträger (fH) - so gewählt ist, daß die Spektren der analogen und der digitalen Modulation voneinander
getrennt sind.
6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Signalaufbereitungsmodul
(6) aus dem analogen NF-Signal (NF) und aus dem digital modulierten Signal (UDIG) der Betrag eines Hüllkurvensignales (UHÜLL) und der zugehörige hochfrequente phasenmodulierte Träger (fPH) abgeleitet sind und daß mit diesen abgeleiteten Signalen die nieder- und hochfrequente
Ansteuerung des AM-Senders (1) durchgeführt ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnt, daß das Hüllkurvensignal (UHÜLL) und der phasenmodulierte Träger (fPH) in dem Signalaufbereitungsmodul (6) derart abgeleitet sind, daß wahlweise nur das
obere oder das untere Seitenband der digitalen Modulation (OSBDI, USBDI) entsteht.
8. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnt, daß das Hüllkurvensignal (UHÜLL) und der phasenmodulierte Träger (fPH) derart abgeleitet sind, daß das obere und das untere Seitenband der digitalen Modulation
(OSBDI, USBDI) unterschiedliche Modulationsinhalte enthalten, wobei die Modulationsinhalte aus
einer gemeinsamen Datenstromquelle durch Aufteilung des damit erzeugten Datenstromes
abgeleitet sind.
9. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnt, daß das Hüllkurvensignal (UHÜLL) und der phasenmodulierte Träger (fPH) derart abgeleitet sind, daß das obere und das untere Seitenband der digitalen Modulation
(OSBDI, USBDI) unterschiedliche Modulationsinhalte enthalten, wobei die Modulationsinhalte aus
zwei Datenstromquellen abgeleitet sind.