[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß den im Oberbegriff des Patentanspruchs
1 angegebenen Merkmalen. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur
Durchführung eines derartigen Verfahrens.
[0002] Aus der deutschen Patentanmeldung DE 23 00 875 A1 ist ein Filtergehäuse der genannten
Art eines elektrostatischen Naßpräzipitators bekannt, welcher ringförmige, vertikal
ausgerichtete Gaskanäle mit Entladungselektroden enthält. Mittlere Elektroden sind
an einem Armkreuz aufgehängt, während für radial außen angeordnete Elektroden besondere
Radialarme vorgesehen sind. Im Zentrum des Filtergehäuses ist das Armkreuz mittels
eines Durchführungsisolators auf einem zentralen Rohr aufgelagert, durch welches eine
Hochspannungsleitung verlegt ist und durch welches Frischluft zur Spülung des Isolators
sowie der Elektrodenträger zuführbar ist. Heute werden derartige Naßpräzipitatoren
oder allgemein Anlagen mit Filtergehäusen zunehmend in derartigen Dimensionen benötigt,
daß der Transport eines einteilig vorgefertigten Filtergehäuses entweder einen sehr
hohen Aufwand erfolgt oder unter praktischen Erwägungen schon gar nicht mehr durchführbar
ist.
[0003] Bisher bekannte Verfahren zur Herstellung von nicht mehr einteilig transportablen
Gehäusen, insbesondere Filtergehäusen, oder auch Silos, sind das Verschweißen von
vertikalen Blechsegmenten oder geteilten Ringelementen. Auch verschraubte Tafelbauweise
oder gewickelte Ausführungen vom Coil sind publik. Je nach Herstellungsart bieten
diese Verfahren jedoch Nachteile als Filtergehäuse bei gas- und wasserführenden Anlagen:
- keine absolute Dichtheit gegenüber der Atmosphäre
- statische Kräfte von Inneneinbauten können nur bedingt oder durch umfangreiche Aussteifungen
aufgenommen werden
- hoher Montageaufwand und lange Kranzeiten auf der Baustelle.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung vorzuschlagen,
die eine kostengünstige und wirtschaftliche Montage und Gehäuseerstellung ermöglicht,
bei gleichzeitiger Gas- und Wasserdichtigkeit der Konstruktion. Des weiteren sollen
statische Kräfte aus Filtereinbauten wie Sprühsysteme, Naßabsorber, filternde Abscheider
oder elektrostatische Abscheider sowie Windkräfte anteilig aufgenommen werden.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß den im Patentanspruch 1 und 6 angegebenen
Merkmalen.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren und die Vorrichtung können bei zylindrischen, rechteckigen
oder quadratischen Gehäuseformen angewendet werden, wobei insbesondere die zylindrische
Bauform bevorzugt bei vertikalen Naßelektrofiltern in der Holz- und Spanplattenindustrie
eingesetzt wird Aber auch in anderen Industriezweigen wie Kokereien oder Räuchereien
ist die Verwendung möglich. Das Gehäuse enthält wenigstens zwei Wandelemente oder
Paneele, welche in zweckmäßiger Weise werksseitig vorgefertigt werden und eine für
den Transport geeignete Größe aufweisen. Die Anzahl der Wandelemente wird den Erfordernissen
vorgegeben, und zwar sowohl in Umfangsrichtung als auch in der vertikalen Höhe des
Filtergehäuses. Zur Montage wird zunächst das zentrale Rohr errichtet, welches insbesondere
als statisch tragendes Element ausgebildet ist, und nachfolgend mit den vorgefertigten
und auf die Baustelle gelieferten Wandelementen verbunden wird. Hierzu sind Lastaufnehmer
vorgesehen, mittels welchen die Verbindung der einzelnen Wandelemente mit dem zentralen
Rohr erfolgt. Das zentrale Rohr sowie die Wandelemente enthalten Verbindungselemente
für die Lastaufnehmer. Die Lastaufnehmer sind bevorzugt im Verbindungsbereich von
jeweils zwei Wandelementen angeordnet. Des weiteren besitzen diese Lastaufnehmer eine
Doppelfunktion, nämlich einerseits Montagehilfsmittel zur Vereinfachung der Montage
des Gehäuses und andererseits Trag- und Stützfunktion nach Erstellung des Gehäuses
zur Abtragung weiterer Filtereinbaukomponenten und Aussteifung des Filtergehäuses
unter Einbeziehung des zentralen Rohres. In zweckmäßiger Weise sind die Verbindungselemente
der Lastaufnehmer vorzugsweise am zentralen Rohr oder alternativ an den Wandelementen,
als schwenkbare Lagerungen ausgebildet. Werksseitig wird der jeweilige Lastaufnehmer
über das Schwenklager mit dem zentralen Rohr oder dem entsprechenden Wandelement verbunden.
Aufgrund der schwenkbaren Kopplung des Lastaufnehmers kann dieser für den Transport
in einer ersten Position im wesentlichen parallel zum zentralen Rohr bzw. den Wandelementen
gelegt werden. Vor Ort wird der Lastaufnehmer in die zweite Betriebsposition, insbesondere
in die horizontale Position, geschwenkt und mit korrespondierenden Befestigungskörpern
der Wandelemente bzw. des zentralen Rohres gekoppelt. In einer zweckmäßigen Ausgestaltung
sind die Lastaufnehmer, vorzugsweise sämtliche Lastaufnehmer, am zentralen Rohr mittels
Schwenklagern angelenkt. Entsprechend der Höhe des fertigen Gehäuses können im Rahmen
der Erfindung Schwenklager mit den Lastaufnehmern in wenigstens zwei vertikalen Ebenen
bzw. in axialer Richtung des zentralen Rohres vertikal beabstandet angeordnet sein.
[0007] In einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung ist das zentrale Rohr als Entschwadungsrohr
ausgebildet und in ein Stütz- oder Tragsystem für weitere Komponenten des Filters
kombiniert, wie insbesondere die Filtereinheit in Form eines Sprühsystems, Naßabsorbers,
filternden Abscheiders oder elektrostatischen Abscheiders. Die genannten Komponenten
sind in zweckmäßiger Weise an den genannten Lastaufnehmern gelagert. Das zentrale
Rohr besitzt eine Doppelfunktion, einerseits aufgrund der Zufuhr der Entschwadungsluft
durch das Innere des Rohres und andererseits aufgrund der Trag- oder Stützfunktion
für die weiteren Komponenten des Filters.
[0008] Das Verfahren und die zur Durchführung desselben vorgeschlagene Vorrichtung können
erfindungsgemäß in unterschiedlichen Industriezweigen zur Anwendung gelangen, wobei
hier insbesondere auf die Abgasreinigung für Fallschächte, Trommelschächte und Tunnelöfen
in der Glas- oder Mineralwollindustrie, der Holzindustrie bei der Abgasreinigung von
Spänetrocknern, OSB-Trockner und MDF hingewiesen sei. Desweiteren kann das zentrale
Rohr, welches auch als Stützrohr nachfolgend bezeichnet wird, zur statischen Abtragung
in Abgasreinigungsanlagen von Koksofengas, Müllverbrennungsanlagen, Räuchereien oder
dergleichen zum Einsatz gelangen. Unabhängig vom jeweiligen Einzelfall und der konkreten
Ausbildung des Filtersystems endet das zentrale Rohr oder Stützrohr oben in einer
Mischzone im Bereich des Reingasaustritts des Filters, so daß dort eine wirksame Vermischung
des Reingases und der Entschwadungsluft erfolgt. In dieser Mischzone ist ferner ein
Injektor und/oder Deflektor angeordnet, um eine Verbesserung der Durchmischung von
Reingas und Entschwadungsluft zu erhalten.
[0009] Besondere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in der nachfolgenden
Beschreibung und den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Zeichnungen dargestellten besonderen
Ausführungsbeispiele näher erläutert. In schematischen Darstellungen werden gezeigt.
- Fig. 1
- Wandelement (Paneel) eines zylindrischen Filter-Gehäuseunterteils,
- Fig. 2
- Montageverbindung zweier Paneele,
- Fig. 3
- Klappbarer Lastaufnehmer als Verbindungselement der Wandpaneele mit dem Entschwadungsrohr,
- Fig. 4
- Gehäuseunterteil im Montagezustand,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer vertikalen Naßelektrofilteranlage.
[0011] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Wandelement bzw. Paneel für ein zylindrisches
Filter-Gehäuseunterteil. Das bogenförmige Mantelblech 1 wird an den vertikalen Seiten
durch je ein angeschweißtes Rechteck-Hohlprofil 2 gehalten und verstärkt. Die horizontalen
Seiten sind jeweils durch verschweißte Flanschringsegmente 3, 4 stabilisiert.
[0012] Das untere Flanschringsegment 4 ragt nach außen über die Profile 2 hinaus, um die
Möglichkeit einer Verankerung zu schaffen. Weitere Wandelemente Paneele, z.B. im Mittel-
oder Oberteil des Gehäuses sind entsprechend ausgebildet und besitzen gleiche Flanschsegmente
oder Blindflanschsegmente.
[0013] Das Wandelement enthält erfindungsgemäß Befestigungskörper für Lastaufnehmer 6, welche
anhand von Fig. 3 eingehend erläutert werden. Bei der hier dargestellten Ausführungsform
des Wandelements sind die Befestigungskörper als Winkelprofile 5 ausgebildet, welche
Bohrungen enthalten und an den Innenteilen der beiden Profile 2 zur Befestigung der
vorzugsweise klappbaren Lastaufnehmer 6 angebracht sind. Desweiteren ist in jedem
Profil 2 eine Bohrung 7 vorgesehen zur Aufnahme der Montageverschraubung 8. Um Wassereintritt
in das Innere der Hohlprofile 2 zu verhindern, sind auf die Öffnungen Abdeckplatten
9 geschweißt.
[0014] Bei rechteckigen oder quadratischen Gehäusen werden die Mantelbleche 1 statt bogenförmig
in ebener Form ausgeführt.
[0015] In Fig. 2 ist die Verbindung zweier Paneele während der Montage im horizontalen Schnitt
dargestellt. Jedes Hohlprofil 2 der Paneele besitzt eine durchgehende Bohrung 7, die
im Innern mit einer eingeschweißten Distanzhülse 10 zur Versteifung der Profilseiten
versehen ist. Ein Kopplungselement 8, welches in zweckmäßiger Weise als eine Verschraubung
ausgebildet ist, hält zumindest während der Montage die beiden Paneele in ihrer Position.
[0016] Fig. 3 zeigt den vorzugsweise schwenkbaren bzw. klappbaren Lastaufnehmer 6 als Verbindungselement
der Wandpaneele mit einem vertikalen, insbesondere zentral im Gehäuse angeordneten
Rohr 11 in der Endstellung. Das Rohr 11 ist insbesondere als statisches Stützelement
ausgebildet und ermöglicht die Zuführung von Entschwadungsluft, wie nachfolgend anhand
von Fig. 5 noch zu erläutern ist. Der Lastaufnehmer 6 besteht aus einem Rechteck-Hohlprofil,
an dessen äußerem Ende seitlich zwei verschweißte Winkelprofile 12 mit Bohrungen angebracht
sind, so daß eine Verbindung mit dem Befestigungskörper 5 des Wandelements oder Paneels
mittels der genannten Montageverschraubung ermöglicht wird. Auf der Gegenseite befindet
sich eine waagrechte Durchgangsbohrung 13, die über eine Verschraubung 14 mit den
Halteösen 15 am Entschwadungsrohr 11 befestigt ist. Somit ist an dem vertikalen Rohr
11 ein Schwenklager für den Lastaufnehmer 6 vorhanden, wobei der Lastaufnehmer 6 werksseitig
an das Rohr 11 angelenkt ist und für den Transport in eine Position im wesentlichen
parallel zum Rohr 11 gebracht werden kann. Vor Ort wird bei der Montage dann der Lastaufnehmer
6 in die dargestellte im wesentlichen horizontale Position nach oben geklappt und
mittels des Befestigungskörpers wird die Verbindung mit dem Wandelement hergestellt.
In der Endposition ist der Lastaufnehmer 6 über die Winkelprofile 12, 5 fest mit den
Paneelprofilen verschraubt.
[0017] Eine starre Verbindung über die jeweiligen Lastaufnehmer zwischen Wandelement und
zentralem Rohr zur Aufnahme von vertikalen Lasten und Windkräften ist damit geschaffen.
[0018] In einer alternativen, hier nicht weiter dargestellten Ausführungsform sind die Lastaufnehmer
nicht am vertikalen Rohr 11, sondern an dem bzw. den einzelnen Wandelementen des Gehäuses
angelenkt, während radial innen im Bereich des vertikalen Rohres entsprechende Befestigungskörper
zur Ankopplung und Verbindung der Lastaufnehmer mit dem Rohr vorgesehen sind. Obgleich
sich die werksseitige Ankopplung der Lastaufnehmer über Schwenklager mit dem Rohr
oder den jeweiligen Wandelementen als besonders zweckmäßig, insbesondere im Hinblick
auf eine Reduzierung des Montageaufwandes, erwiesen hat, können im Rahmen der Erfindung
die Lastaufnehmer separat angeliedert werden und während der Montage des Gehäuses
mittels geeigneten Befestigungskörpern oder Befestigungselementen mit dem Rohr sowie
den Wandelementen verbunden werden.
[0019] In Fig. 4 ist das Unterteil des Gehäuses oder Tanks während der Montage dargestellt.
Begonnen wird mit der Aufstellung des Entschwadungsrohres 11, an dem die klappbaren
Lastaufnehmer 6 in mehreren Ebenen vertikal hängend an Halteösen 15 angebracht sind.
Während der Montage wird das Rohr 11 anfangs vorzugsweise über eine Seilabspannung
16 gehalten. Anstelle der Seilabspannung 16 können für die Montage auch andere Stütz-
oder Hilfskonstruktionen vorgesehen werden, bis die Wandelemente und Lastaufnehmer
in Position gebracht und in der erfindungsgemäßen Weise miteinander verbunden sind.
[0020] Mittels eines Kranes wird anschließend ein Wandpaneel, bestehend aus Mantelblech
1, Rechteck-Hohlprofilen 2 und oberem und unterem Flanschringsegment 3, 4 auf die
Verankerung 17 aufgesetzt und mit dem Sockel verschraubt. Zwei klappbare Lastaufnehmer
6 werden hochgeklappt und über die Winkelprofile 12, 5 durch die Montageverschraubung
8 fest mit dem Wandpaneel verbunden.
[0021] Das Paneel ist damit standsicher und gegen Windkräfte gesichert aufgestellt.
[0022] Jetzt erfolgt analog die Aufstellung weiterer Paneele nach dem gleichen Aufbauprinzip,
bis das Gehäuseunterteil ringförmig geschlossen ist. Danach kann die Abspannung 16
des Entschwadungsrohres 11 entfernt werden, da das System Paneel-Ringwand, Lastaufnehmer
und Entschwadungsrohr in sich statisch stabil ist. Anschließend erfolgt die gas- und
wasserdichte Verschweißung 18 der Rechteck-Hohlprofile 2. Nach diesem Arbeitsgang
werden die Montage-Verschraubungen 8 entfernt und die Schrau böffnungen 7 mit Verschlußplättchen
dicht verschweißt.
[0023] Zur Abdichtung können anstelle der Verschweißung 18 andere Dichtmittel wie Dichtprofile,
Dichtmassen oder ähnliches zwischen den verschiedenen Wandelementen vorgesehen sein.
Diese Dichtmittel sind auf den vom Gehäuse aufzunehmenden bzw. durch das Gehäuse strömenden
Stoff bzw. Medium abgestimmt, um eine dauerhafte und den betrieblichen Anforderungen
entsprechende Dichtung funktionsgerecht zu gewährleisten.
[0024] Die untere, erste Paneelwandebene ist damit errichtet. Weitere Ebenen bis zur Gehäusedecke
werden nach dem gleichen System stufenweise aufgebaut.
[0025] Durch die insbesondere klappbaren Lastaufnehmer und das zentral angeordnete Entschwadungsrohr
werden Windkräfte sicher aufgenommen und Lasten von Gehäuseinbauten wie Sprühsysteme,
Naßabsorber, elektrostatische Abscheider usw. auf dem Entschwadungsrohr und den Wandpaneelen
abgetragen.
[0026] Durch die werkseitig bevorzugt am Entschwadungsrohr vormontierten klappbaren Lastaufnehmer
sowie die montagefertig vorbereitete Wandpaneele reduziert sich deutlich die Montagezeit,
und die benötigten Kranstunden werden verringert.
[0027] Fig. 5 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Vertikal-Naßelektrofilter mit
einem Gehäuse 22, auf dessen Decke 24 in der Mitte ein Kamin 26 angeordnet ist. Innerhalb
des Gehäuses befindet sich ein elektrostatischer Abscheider 28, durch welchen das
zu reinigende Gas gemäß den Pfeilen 30 vertikal nach oben strömen kann. Das Gas 30
wird durch einen Stutzen 32 oder dergleichen oberhalb eines Zwischenbodens 24 in das
Innere des Gehäuses 22 geleitet. Gemäß den Pfeilen 36 strömt das Reingas oberhalb
der elektrostatischen Abscheider zum Kamin 26.
[0028] Innerhalb des Gehäuses 2, und zwar vorzugsweise im Zentrum des Gehäuses 22, ist das
Rohr 11 angeordnet, in welches Entschwadungsluft gemäß den Pfeilen 42 eingeleitet
wird. Die Einleitung der Entschwadungsluft in den Filter kann seitlich durch einen
Stutzen 44 oder dergleichen oder zentral von unten am unteren Ende 46 des Rohres 11
durch eine dort angeschlossene Leitung 48 erfolgen. Das obere Ende 50 und/oder der
Austrittsbereich der Entschwadungsluft aus dem Rohr 11 liegt im Einmündungsgereich
52 des Kamins 26 für das Reingas. Dort ist somit eine Mischzone 54 für das Reingas
und die durch das zentrale Rohr 11 zugeführte Entschwadungsluft geschaffen. Gemäß
Pfeil 56 strömt das Reingas frei von Dampfschwaden oben aus dem Kamin 26 oder eine
Rohrleitung, welche an einen hier nicht dargestellten Kamin angeschlossen ist.
[0029] Das zentrale Rohr 11 besitzt an seiner Außenseite die Verbindungselemente 15, insbesondere
in Form der oben erläuterten Halteösen mit Verschraubung für die Lastaufnehmer 6,
an welchen die elektrostatischen Abscheider 28 befestigt sind. Die hier nicht im einzelnen
dargestellten Wandelemente des Gehäuses 22 weisen die erläuterten Befestigungskörper
5 für diese Lastaufnehmer 6 auf, so daß entsprechend der elektrostatische Abscheider
28 radial außen am Gehäuse 22 befestigt ist. Erfindungsgemäß ist somit der elektrostatische
Abscheider vorzugsweise im Zentrum des Elektrofilters, mittels des Rohres 11 statisch
abgetragen. Aufgrund der Auflagerung und Abfangung des Lastaufnehmers 6 mit dem Abscheider
28 sowohl außen am Gehäuse 22 als auch innen am Rohr 11 ist somit eine symmetrische
Abtragung gewährleistet.
[0030] Das innerhalb des Gehäuses 22 zweckmäßig in dessen Zentrum, im wesentlichen vertikal
angeordnete Rohr 11 besitzt ein weiteres Verbindungs- und Tragelement 15 für die symmetrische
Abfangung des Zwischenbodens 34, welcher unterhalb des Einlaßstutzens 32 für das zu
reinigende Gas angeordnet ist. Ferner weist das Rohr 11 oben Verbindungs- und Tragelemente
15 für eine unterhalb der Decke 24 angeordnete Einheit 44 auf. Wie ersichtlich, dient
somit das Rohr 11 zur statischen Abtragung von Gewichtslasten wenigstens einer im
Inneren des Gehäuses 22 angeordneten Komponente des Filters. Ist die Komponente, wie
beispielsweise der Zwischenboden 34 oder elektrostatische Abscheider 28 außen am Gehäuse
22 des Filters befestigt, so können über diese Komponenten auch am Gehäuse 22 angreifende
äußere Lasten, insbesondere Windlasten über die jeweilige Komponente auf das vertikale
Rohr 11 im Inneren des Gehäuses übertragen werden. Mittels des Rohres 11 und der Lastaufnehmers
6 erfolgt somit einerseits die statische Abtragung von Gewichtslasten der erwähnten
Komponente und andererseits die Aufnahmen von äußeren Kräften, wie insbesondere den
Windkräften.
[0031] Der Querschnitt des Rohres 1 wird den Erfordernissen entsprechend vorgegeben. Das
Rohr 11 kann im Rahmen der Erfindung einen runden, ovalen, rechteckigen, quadratischen
oder vieleckigen Querschnitt aufweisen. Der Querschnitt des Rohres 11 wird den jeweiligen
Einbaubedingungen und Erfordernissen der Praxis individuell angepaßt. Je nach Größe
und Ausbildung des Filters können in zweckmäßiger Weise auch mehrere derartige Rohre
11 vorgesehen werden, welche einerseits zur Entschwadung genutzt werden und andererseits
zur statischen Abtragung von Gewichtslasten und Aufnahme von äußeren Kräften, insbesondere
Windkräften, dienen.
[0032] Das Rohr 11 besitzt ferner eine Einstiegsöffnung, Luke oder dergleichen, welche mittels
einer hier lediglich mit Strichen angedeuteten Tür 66 verschlossen bzw. geöffnet werden
kann. Das Rohr 11 ist somit innen vom Personal zur Inspektion oder dergleichen begehbar,
wobei ferner in zweckmäßiger Weise im Inneren auch eine Leiter 68 vorgesehen ist,
die hier nur im unteren Teil angedeutet ist. Desweiteren können im Inneren des Rohres
11 Leitungen 70 angeordnet sein, welche insbesondere als Versorgungs- oder Entsorgungsleitungen
ausgebildet sind. Schließlich können Meßgeräte und/oder Sensoren 72 für die Meß-,
Steuer- oder Regeltechnik innerhalb des Rohres 11 angeordnet sein.
[0033] Wie bereits erläutert, kann die Entschwadungsluft durch den seitlichen Stutzen 44
oder die untere Rohrleitung 48 in das Rohr 11 eingeleitet werden. In einer besonderen
Ausgestaltung kann der zur Entschwadung vorgesehene Volumenstrom aufgeheizt werden,
wie es mittels einer Einheit 74 angedeutet ist. Diese Einheit 74 kann als Heizeinrichtung
ebenso ausgebildet sein wie als Wärmetauscher. Ferner kann im Rahmen der Erfindung,
zumindest als unterstützende Entschwadung, auch die Abwärme aus einem Maschinenraum
oder die Abstrahlwärme von Behältern und Rohrleitungen genutzt bzw. dem Rohr 11 in
entsprechender Weise zugeführt werden.
[0034] In der Mischzone 54 ist in besonders zweckmäßiger Weise ein Element 76 vorgesehen,
welches als Injektor ausgebildet ist, um eine gute Durchmischung der Entschwadungsluft
mit dem Reingas zu erhalten. Das Injektor-Element 76 ist in zweckmäßiger Weise am
Austritt des Rohres 11 angeordnet. Das Element 76 dient ferner gleichzeitig als Deflektor
für die aus dem Rohr 11 oben austretende Entschwadungsluft.
Bezugszeichen
[0035]
- 1
- Mantelblech
- 2
- Rechteck-Hohlprofil
- 3
- Oberes Flanschringsegment
- 4
- Unteres Flanschringsegment
- 5
- Befestigungskörper / Befestigungs-Winkelprofil
- 6
- Klappbarer Lastaufnehmer
- 7
- Montagebohrung
- 8
- Kopplungselement / Montageverschraubung
- 9
- Abdeckplatte
- 10
- Distanzhülse
- 11
- Rohr
- 12
- Befestigungs-Winkelprofil / Lastaufnehmer
- 13
- Schwenklager / Durchgangsbohrung Lastaufnehmer
- 14
- Verschraubung Durchgangsbohrung am Lastaufnehmer
- 15
- Verbindungselement / Halteösen
- 16
- Seilabspannung
- 17
- Verankerung
- 18
- Dichtmittel / Verschweißung
- 22
- Gehäuse
- 24
- Decke
- 26
- Kamin / Rohrleitung
- 28
- elektrostatischer Abscheider
- 30
- Pfeil / zu reinigendes Gas
- 32
- Stutzen
- 34
- Zwischenboden
- 36
- Pfeil / Reingas
- 42
- Pfeil / Entschwadungsluft
- 44
- seitlicher Stutzen
- 46
- unteres Ende von 11
- 48
- Rohrleitung
- 50
- oberes Ende von 11
- 52
- Einmündungsbereich von 28
- 54
- Mischzone
- 56
- Pfeil
- 64
- Einheit
- 66
- Tür
- 68
- Leiter
- 70
- Leitung
- 72
- Meßgerät / Sensor
- 74
- Einheit
1. Verfahren zur Errichtung eines gas- und wasserdichten Filtergehäuses (22), in welchem
Komponenten, insbesondere elektrostatische Abscheider, Naßabsorber, filternde Abscheider
oder Sprühsysteme zur Reinigung für in vertikaler Richtung durchströmendes Gas sowie
ein Rohr (11), durch welches Luft zuführbar ist, vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet,
daß zunächst das Rohr (11) aufgestellt wird und nachfolgend wenigstens zwei Wandpaneele
(1 bis 4), zwischen welchen eine vorzugsweise lösbare Montageverbindung (8) vorgesehen
wird, daß zwischen dem Rohr (11) und den Wandpaneelen (1 bis 4) Lastaufnehmer (6)
in Position gebracht werden, daß mittels der Lastaufnehmer (6) eine Verbindung zwischen
den Wandpaneelen und dem Rohr (11) hergestellt wird und daß Dichtmittel (18) zwischen
den Wandpaneelen vorgesehen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lastaufnehmer (6) mittels
eines Verbindungselements (15) mit dem Rohr (11) oder dem jeweiligen Wandpaneel (1
bis 4) werkseitig vormontiert werden und / oder daß das Verbindungselement als ein
Schwenklager ausgebildet ist, wobei bei der Errichtung der Lastaufnehmer (6) in einer
vorzugsweise im wesentlichen horizontalen Position geschwenkt wird, und/oder daß das
zu bildende Gehäuse in mehreren Ebenen durch die genannten Lastaufnehmer (6) gehalten
und mit Wandpaneelen (1 bis 4) gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung der
Dichtmittel zwischen den Wandpaneelen (1 bis 4) eine Verschweißung (18) vorgenommen
wird und/oder daß die Wandpaneele (1 bis 4) vorzugsweise deren zumindest an den vertikalen
Längskanten vorgesehenen Rechteck-Hohlprofile, miteinander gas- und wasserdicht verschweißt
werden und daß nachfolgend die Montageverbindungen (8) entfernt werden, wobei jenen
zugeordnete Bohrungen (7) vorzugsweise durch kreisförmige Plättchen verschlossen werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Errichtendes
Rohres (11) eine Hilfskonstruktion, insbesondere eine Seilabspannung (16) vorgesehen
wird, welche zumindest beim Aufbau der unteren ersten Ebene der Wandpaneele (1 bis
4) bestehen bleibt und zum weiteren Aufbau der folgenden Ebenen entfernt werden kann,
und/oder daß als Rohr (11) ein vorzugsweise zentrales Entschwadungsrohr vorgesehen
wird und / oder daß an wenigstens einem der Lastaufnehmer (3) eine Komponente (28,
44) befestigt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandpaneele
(1 bis 4) während der Montage über Kopplungselemente (8) verbunden, insbesondere verschraubt
werden und daß die Lastaufnehmer (6) zur Stabilisierung der Paneele an dem Rohr (11)
hochgeklappt und mit den Paneelen verschraubt werden und/oder daß die Lastaufnehmer
(6) nach dem Hochschwenken über Winkel-Profileisen (12) an zugeordneten Gegenprofilen
(5) der Wandpaneele (1 bis 4) verschraubt werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Rohr (11), welches insbesondere als das zentrale Entschwadungsrohr
ausgebildet ist, mindestens in einer Ebene mehrere Auflagen bzw. Halteösen (15) zur
Aufnahme der klappbaren Lastaufnehmer (6) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandpaneele (1 bis 4)
gerundet oder eben ausgeführt sind und / oder an den vertikalen Seiten Verstärkungen,
vorzugsweise mit verschweißten Rechteck-Hohlprofilen (2) aufweisen und / oder daß
die Verstärkungen für Kopplungselemente während der Montage insbesondere in Form von
Montagebohrungen ausgebildet sind und / oder daß an den Verstärkungen Befestigungskörper,
insbesondere in Form von Befestigungs-Winkelprofilen (5) für die Lastaufnehmer (6)
vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen und unteren
Seiten der Paneele mit Verbindungskörpern (3, 4) ausgerüstet sind, welche vorzugsweise
als Ringflanschsegmente ausgebildet sind und/oder daß die oberen und unteren Öffnungen
der Hohlprofile (2), welche nicht durch die Ringflansch-Segmente verschlossen sind,
mittels Abdeckplatten (9) gas- und wasserdicht verschweißt sind und/oder daß die Lastaufnehmer
(6) als Rechteck-Hohlprofile ausgebildet sind und mittels Verschraubungen (13, 14)
schwenkbar an den Halteösen, vorzugsweise des Rohres (11) angeordnet sind.
9. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohr (11) an seiner Außenseite die Verbindungselemente (15) für die Lastaufnehmer
(6) aufweist, welche zumindest teilweise zur Auflagerung der Komponenten (28, 34)
dienen, daß durch das Rohr (11) Entschwadungsluftzuführbar ist und / oder daß der
Austrittsbereich der Entschwadungsluft aus dem Rohr (11) in einem Einmündungsbereich
(52) eines Kaminrohres (26) für Reingas vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte
Komponente, welche vorzugsweise als Naßelektrofilter (28) oder als Zwischenboden (34)
oder als Absorberleitungssystem ausgebildet ist, mittels des Lastaufnehmers (6) am
Gehäuse (22) abgetragen ist und/oder daß durch die Auflagerung der genannten Komponente
einerseits am Gehäuse (22) und andererseits am Rohr (11) eine zumindest näherungsweise
symmetrische Abtragung vorgesehen ist und / oder daß die Auflagerung der Komponente
am Gehäuse sowie dem Rohr (11) derart vorgesehen ist, daß am Gehäuse (22) angreifende
äußere Kräfte, ins besondere Windkräfte, über die Lastaufnehmer (6) und / oder die
Komponente auf das Rohr (11) übertragbar sind.
11. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß das obere Ende (50) des Rohres (11) in einem Einmündungsbereich (52) eines Kamins
(26) in das Filtergehäuse angeordnet ist und / oder daß in diesem Bereich eine Mischzone
(54) für das Reingas mit der Entschwadungsluft vorgesehen ist, wobei vorzugsweise
Turbulenzen von Entschwadungsluft und Reingas erzeugbar sind und / oder daß das obere
Ende (50) des Rohres (11) im Bereich der Einleitung des Kaminrohrs (26) durch die
Decke des Gehäuses angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Entschwadungsluft
in das Rohr (11) von der Seite her, insbesondere durch einen seitlichen Stutzen (44)
oder durch das untere Ende (46) des Rohres (11), insbesondere durch eine daran angeschlossene
Rohrleitung (48) einleitbar ist und/oder daß das Rohr (11) einen den Erfordernissen
entsprechenden Querschnitt aufweist, welcher vorzugsweise rund, oval, rechteckig,
quadratisch oder vieleckig ausgebildet ist und / oder daß das Rohr (11) im Zentrum
des Filtergehäuses (22) angeordnet ist oder daß mehrere derartige Rohre innerhalb
des Filtergehäuses (22) angeordnet sind, wobei das Filtergehäuse (22) eine runde,
eine rechteckige oder mehreckige Grundfläche aufweist.