[0001] Die Erfindung betrifft ein Schiff gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Ein schwimmender Körper, wie beispielsweise ein Schiffsrumpf ist lediglich stabilisiert
durch seinen Schwerpunkt den Einflüssen von Wasser und Wind ausgesetzt und es wird
dem Schiff entsprechend der Wellenbewegung eine Roll- und/oder Nickbewegung sowie
eine Vertikalbewegung oder eine Kombination dieser aufgezwungen.
[0003] Der Ausdruck Rollachse bezeichnet hierin die Längsachse des Schiffsrumpfes und mit
Rollbewegung wird ein Verkippen des Schiffsrumpfes um diese Längsachse bezeichnet.
Der Ausdruck Nickachse bezeichnet hierin die Querachse des Schiffsrumpfes und mit
Nickbewegungen wird ein Verkippen des Schiffsrumpfes um diese Querachse bezeichnet.
[0004] Derartige Bewegung werden oftmals als unangenehm empfunden, führen häufig zu Seekrankheit,
und gefährden zusätzlich das Schiff, da starke Auslenkungen des Schiffsrumpfes um
die Roll- und/oder Nickachse zu einem Verrutschen der Ladung und schlimmstenfalls
zum Kentern des Schiffes führen können.
[0005] Bei herkömmlichen Steuerständen ist das Steuer- oder Handrad an einer Steuersäule
gelagert und wirkt vermittels mechanischer oder elektronischer Einrichtungen auf das
Ruderblatt eines Schiffes. Diese Anordnungen sind jedoch insofern nachteilig, als
ein Rudergänger in einer sitzenden Position das Steuerrad nur schlecht oder gar nicht
bedienen kann und ferner einen schlechten Einblick auf Navigations- oder sonstige
Instrumente hat, die hinter dem Steuerrad und von diesem und der Steuersäule teilweise
verdeckt angeordnet sind. Ferner zwingt die Steuersäule zu einem relativ großen Abstand
zwischen einem sitzenden Rudergänger und dem Steuerrad, da ersterer zwischen sich
und der Steuersäule seine Beine lagern muß. Der Rudergänger ist daher für eine sichere
Betätigung des Steuerrades in eine stehende Position gezwungen.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schiff mit einem verbesserten Schiffsrumpf
und mit einem Steuerstand der obengenannten Art zur Verfügung zu stellen, welcher
die obengenannten Nachteile beseitigt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch einen Schiffsrumpf der o. g. Art mit den in Anspruch 1 gekennzeichneten
Merkmalen gelöst.
[0008] Dazu ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß ein Mittel zum nivellierenden Ausgleich
von Rumpfbewegungen vorgesehen ist, welches in wenigstens einer Ebene eine Rumpfbewegung
in Nickrichtung, Rollrichtung und in vertikaler Richtung ausgleicht.
[0009] Dies hat den Vorteil, daß die Schiffsbewegung durch das Wasser, sicherer und für
Fahrgäste und Besatzung angenehmer verläuft.
[0010] Bei dem bei diesem Schiff vorgesehene Steuerstand sind Führungsmittel vorgesehen,
welche das Steuerrad an dessen Umfang drehbar um eine Mittelachse des Steuerrades
lagern.
[0011] Dies hat den Vorteil, daß das Steuerrad in keiner Weise an einer Steuersäule gelagert
ist, so daß diese vollständig entfallen kann. Gleichfalls entfallen die bei den bekannten
Steuerrädern vorgesehenen Speichen.
[0012] Dadurch, daß das Steuerrad im wesentlichen als kreisförmiger Reifen ausgebildet ist
erzielt man eine große, freie Durchtrittsfläche, so daß der Steuermann oder Rudergänger
auch in sitzender Position das Steuerrad betätigen kann, wobei in dieser Stellung
die Beine des Rudergängers beispielsweise mit ihren Oberschenkeln durch den Querschnitt
des Steuerrades hindurch geführt sein können bzw. greifen und im rückwärtigen Bereich
des Steuerrades angeordnete Fußpedale betätigt werden können.
[0013] Es ergibt sich eine besonders einfache und wirkungsvolle Anordnung, wenn das Führungsmittel
Rollen aufweist, die beidseits des Steuerrades derart angeordnet sind, daß das Steuerrad
an seinem Umfang drehbar um seine Mittelachse gelagert ist.
[0014] Für eine flexible und entsprechend an Bedürfnisse des Rudergängers anpaßbare Positionierung
des Steuerrades weist das Führungsmittel einen Rahmen auf, welcher derart drehbar
gelagert ist, daß das Führungsmittel zusammen mit dem Steuerrad um eine Schwenkachse
schwenkbar ist. Hierbei ist die Schwenkachse bevorzugt im wesentlichen entlang eines
Bodenbereiches des Steuerstandes und insbesondere senkrecht zur Drehachse des Steuerrades
ausgebildet.
[0015] Zweckmäßigerweise ist hierbei der Rahmen seitlich an zwei Drehpunkten an einem Boden
des Steuerstandes gelagert.
[0016] Der Rudergänger erhält für ihn erforderliche und wichtige Daten und Informationen
bevorzugt über ein am Steuerrad vorgesehenes Anzeigemittel.
[0017] Für eine besonders einfache und direkte Ablesbarkeit ist das Anzeigemittel am Umfang
des Steuerrades und diesem im wesentlichen folgend angeordnet und zu einer Bedienungsperson
hin ausgerichtet.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist das Anzeigemittel einen Projektor
und einen Schirm bzw. ein Display auf, wobei der Schirm am Umfang des Steuerrades
und der Projektor beabstandet vom Schirm am Führungsmittel angeordnet ist. Dies hat
den Vorteil, daß die Daten vom Projektor immer an eine vorbestimmte Position am Umfangsbereich
des Steuerrades projezierbar sind, unabhängig von der Stellung bzw. Drehung des Steuerrades,
beispielsweise in eine 12-Uhr-Position, d.h. vom Rudergänger aus gesehen am oberen
Scheitelpunkt des Umfangsbereiches des Steuerrades.
[0019] Für eine Führung der Projektor beispielsweise außerhalb eines Fußbereiches und zur
Vermeidung von Abschattungen des Projektors wird die Projektionsstrecke vorzugsweise
über einen Umlenkspiegel geführt.
[0020] Für eine jederzeit gute Ablesbarkeit der auf das Steuerrad projizierten Daten unabhängig
von der Stellung bzw. Drehung des Steuerrades ist der gesamte Umfang des Steuerrades
als Schirm ausgebildet.
[0021] Zum Darstellen weiterer wichtiger Daten in übersichtlicher Weise, welche ohne Positionsveränderung
des Rudergängers bzgl. des Steuerrades durch dieses hindurch ablesbar sind, ist an
einer einer Bedienungsperson abgewandten Seite des Steuerrades ein Monitor angeordnet.
[0022] Für weitere Bedienungsfunktionen, die vom Rudergänger ohne Positionsveränderungen
bezüglich des Steuerrades bedienbar sind, sind an einer einer Bedienungsperson angewandten
Seite des Steuerrades Fußpedale angeordnet.
[0023] Durch die Schiffsrumpfausgestaltung ergibt sich eine besonders gut Nivellierung des
Schiffes gegen Wellenbewegung mit der Möglichkeit das Schiff insgesamt oder nur am
Bug oder am Heck anzuheben dadurch, daß das Mittel zum nivellierenden Ausgleich in
einer ersten Nivellierebene bugseitig und/oder heckseitig an der Unterseite des Rumpfes
angeordnete Trimmruder umfaßt. Die Trimmruder sind dabei bevorzugt entlang einer Linie
bezüglich des Rumpfes schwenkbar, wobei diese Schwenklinie in einem vorbestimmten
Winkel zum Rumpflängsachse verläuft.
[0024] Für eine größtmögliche Wirkung laufen die Schwenklinie zweier gegenüberliegender
Trimmruder, von denen eines backbordseitig und das andere steuerbordseitig angeordnet
ist, in Fahrtrichtung gesehen auseinander und sind bevorzugt jeweils benachbart zu
einer Abrißstufe an der Unterseite des Rumpfes, insbesondere jeweils stromauf einer
Abrißstufe, angeordnet.
[0025] Wesentlich verbesserte Steuerungseigenschaften und eine einfache Handhabung der Schiffssteuerung
wird dadurch erzielt, daß die Trimmruder mit dem Schiffsruder steuerbar verbunden
sind, wobei der Schwenkwinkel der Trimmruder bezüglich des Rumpfes durch Drücken und
Ziehen des Schiffsruders analog einem Steuerhorn eines Flugzeuges steuerbar ist.
[0026] Eine automatisierte Nivellierung wird dadurch erzielt, daß eine Steuerelektronik
mit Niveausensor vorgesehen ist, welche den Seitenwinkel der Trimmruder derart automatisch
einstellt und verlängert, daß der Rumpf entgegen beispielsweise Bewegungen aufgrund
von Seegang nivelliert ist.
[0027] Für eine weiter verbesserte Wirksamkeit der Nivellierung bezüglich des Steuerstandes
umfaßt das Mittel zum nivellierenden Ausgleich in einer zweiten Nivellierebene eine
bewegliche Lagerung des Ruderstandes auf dem Rumpf, insbesondere auf einem Verbindungsturm
am Rumpf, wobei der Ruderstand bezüglich des Rumpfes in Nickrichtung, Rollrichtung
und in vertikaler Richtung beweglich gelagert ist.
[0028] Die bewegliche Lagerung des Ruderstandes erfolgt vorzugsweise hydraulisch wobei diese
wenigstens zwei, insbesondere drei Hydraulikelemente umfaßt.
[0029] Für eine automatisierte Nivellierung ist in besonders bevorzugter Weise eine Steuerelektronik
mit Niveausensor vorgesehen, welche die bewegliche Lagerung des Ruderstandes derart
ansteuert, daß dieser entgegen Rumpfbewegungen beispielsweise durch Seegang nivelliert
ist.
[0030] Für ein einfaches und gefahrloses Betreten des Ruderstandes auch während der Nivellierung
ist zwischen Rumpf und Ruderstand ein Personenübergang mit Längenausgleichsvorrichtung
vorgesehen.
[0031] Für eine weiter verbesserte Wirkung der Nivellierung umfaßt das Mittel zum nivellierenden
Ausgleich in einer dritten Nivellierebene einen Verbindungsturm zwischen Rumpf und
Ruderstand, wobei der Verbindungsturm auf dem Rumpf in Nickrichtung, Rollrichtung
und in vertikaler Richtung beweglich gelagert ist.
[0032] Die bewegliche Lagerung des Verbindungsturms erfolgt vorzugsweise hydraulisch und
umfaßt wenigstens ein Füllkolbenelement. Es ist auch denkbar das Problem der richtigen
Lage des Turms und der Pilotengondel nur mechanisch zu lösen, indem man eine Schwerpunktlagerung
am Fuß des Turmes und an der Verbindung zur Gondel einrichtet, und nur überdimensionale
Schläge mittels einer Dämpfung absorbiert.
[0033] Für eine automatisierte Nivellierung ist in besonders bevorzugter Weise eine Steuerelektronik
mit Niveausensor vorgesehen, welche bewegliche Lagerung des Verbindungsturms derart
ansteuert, daß der Ruderstand auf dem Verbindungsturm entgegen der Rumpfbewegung beispielsweise
durch Seegang nivelliert ist.
[0034] Für einen einfachen und gefahrlosen Übergang einer Person in den Ruderstand sind
zwischen Rumpf und Verbindungsturm und/oder zwischen Verbindungsturm und Ruderstand
Personenübergänge mit Längenausgleichsvorrichtung vorgesehen.
[0035] Ein besonders komfortabler Ruderstand ergibt sich dadurch, daß dieser in Form einer
Pilotenkanzel ausgebildet ist.
[0036] Ein besonders stabiler Rumpf wird dadurch erzielt, daß wenigstens ein vorbestimmter
Abschnitt einer Bordwand des Rumpfes im Querschnitt ein S-förmiges Profil aufweist.
[0037] Zweckmäßigerweise ist am Heck des Rumpfes eine seitlich zum Rumpf drehbare Landungsbrücke
mit Laufsteg vorgesehen, wobei in eingedrehtem Zustand die Landungsbrücke eine Reling
der Bordwand bildet.
[0038] In besonders bevorzugter Weise verbreitert sich der Schiffsrumpf vom Bug in Richtung
Heck pfeilartig und verjüngt sich in einem Mittelschiffdeck-Bereich stark. Dabei ist
diese Verjüngung im Mittelschiffdeck-Bereich vorzugsweise nur im Oberschiff ausgebildet.
[0039] Zweckmäßigerweise ist eine in den Rumpf integrierte Beiboot-Hebeanlage vorgesehen.
Auch Neigungen aufgrund des Betriebs dieser Anlage können mit dem erfindungsgemäßen
System ausgeglichen werden.
[0040] Für einen direkten Antrieb mit besonders guten Manövriereigenschaften ist an der
Unterseite des Rumpfes im Mittelschiffbereich und am Heck vorzugsweise jeweils wenigstens
ein Bugstrahlruder vorgesehen. Zur weiteren Verbesserung des Ansprechverhaltens dieser
Bugstrahlruder auch bei geringer Fahrt sind die Bugstrahlruder zusätzlich mit einfahrbaren
Schwertrudern versehen.
[0041] Vorteilhafte Weitergestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0042] Nachstehend wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Diese zeigen in
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines Schiffsrumpfes,
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung eines Bugstrahlruders mit Schwertruder,
- Fig. 3
- einen Schiffsrumpf in Unteransicht,
- Fig. 4
- im Längsschnitt,
- Fig. 5
- im seitlichen Querschnitt,
- Fig. 6
- in Rückansicht auf das Heck mit Landungsbrücke,
- Fig. 7
- in Aufsicht auf das Heck mit Landungsbrücke,
- Fig. 8
- einen Steuerstand in Aufsicht,
- Fig. 9
- in Seitenansicht,
- Fig. 10
- in einer weiteren Aufsicht mit zusätzlichen Instrumenten,
- Fig. 11
- in einer weiteren Seitenansicht in aufrechter Stellung,
- Fig. 12
- in einer weiteren Seitenansicht in verschwenkter Stellung,
- Fig. 13
- eine Aufsicht auf ein Steuerrad gemäß einer weiteren Ausführungsform und
- Fig. 14
- eine Aufsicht auf ein Steuerrad gemäß einer weiteren Ausführungsform mit einer Durchrutschsicherung
bei der Übertragung der Steuerraddrehung an die Geberrolle.
[0043] Fig. 1 zeigt eine seitliche Ansicht eines Schiffsrumpfes 100 mit einem Steuerstand
200, der erhöht auf einem Verbindungsturm 12 angeordnet ist. An einer Unterseite des
Rumpfes 100 sind einmal im Mittelschiffbereich 14 und einmal am Heck 16 Bugstrahlruder
20 ausgebildet. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, sind die Bugstrahlruder 20 zusätzlich
mit in Pfeilrichtung 22 verschwenkbaren bzw. einfahrbaren Schwertrudern 18 ausgestattet.
Wie ferner aus Fig. 1 ersichtlich, ist der Schiffsrumpf mit S-förmigen Seitenwölbungen
24 versehen.
[0044] Die bewegliche und niveauregulierte Pilotenkanzel 10 kann auf verschiedenste Art
und Weise realisiert werden. Es erfolgt erfindungsgemäß ein vorzugsweise automatisierter
Neigungsausgleich von durch Wellengang oder verursachten Schieflagen oder stampfender
Bewegung des Rumpfes. Die Pilotenkanzel ist dabei um eine Roll- und eine Nickachse
verkippbar und zusätzlich in der vertikalen verschiebbar. Analoge Antriebe kennt man
beispielsweise aus dem Bereich von Plattformen für Flug- oder Fahrzeugsimulationen,
wobei jedoch im Gegensatz zu diesen Anwendungen keine Bewegung simuliert sondern gerade
einer Bewegung des Schiffsrumpfes entgegengewirkt werden soll.
[0045] Durch eine bestimmte Höhe der Kanzel wird ein ausreichender Arbeitsbereich für alle
Bewegungsrichtungen, insbesondere für das vertikale Verfahren bezüglich des Schiffsrumpfes
sichergestellt.
[0046] Mit relativ kleinen Bewegungen, beispielsweise am Befestigungsfußpunkt eines Verbindungsturms
zwischen der Pilotenkanzel und dem Rumpf, wird durch die Hebelwirkung eine gesteigerte
Wirkung an der Pilotenkanzel erreicht. Eine entsprechende Wirkung ist jedoch ersichtlich
auch ohne Verbindungsturm, also bei direkt am Rumpf angeordneter Kanzel, welche hierbei
am Deck aufliegt, möglich. Es kommt hierbei nicht wesentlich darauf an, wie die Kanzel
befestigt ist, sondern, daß sie beweglich in drei Raumachsen (zusätzlich der zwei
Achsen des Turmes, also fünf Achsen) gehaltert ist, so daß der Pilot des Schiffes
eine gemilderte wenn nicht sogar gerade

Flugbahn" über dem vom Seegang und Wind beeinflußten Rumpf zieht, wobei diese gerade
Bahn in drei Achsen gleichermaßen realisiert ist.
[0047] Folgende Vorgaben und Sicherheitsfragen sind jedoch bei der detaillierten Ausgestaltung
der beweglichen Lagerung zu berücksichtigen: Die Pilotenkanzel 10 bzw. der Steuerstand
200 sollte immer zu erreichen und zu verlassen sein. Die Kanzel 10 sollte mit dem
Innenbereich verbunden sein. Sie sollte einen Notausgang haben. Bei Aggregatausfall
müssen alle Funktionen eines normalen seetüchtigen Schiffes erhalten bleiben. Sie
sollte über eine hervorragende Klimatisierung und Belüftung verfügen. Alle Instrumente
zur einwandfreien Führung des Schiffes müssen vorhanden sein. Bei Bruch einer Aufhängung
muß die Fahrtüchtigkeit weiterhin gewährleistet sein. Das Gesamtgewicht der Anlage
muß in einem unkritischen Bereich zum Schwerpunkt des Schiffes liegen.
[0048] Die Kanzel 10 kann Krängungen und Beschleunigungen in der Querachse bzw. Nickachse
von bis zu ca. 20 Grad ausgleichen, in der Längsachse bzw. Rollachse von bis zu 25
Grad nivellieren und sich ca. 2 - 3 Meter heben und senken. Dies wird durch zwei große
Hydraulikzylinder bewältigt, die auf der Längsachse kippbar angebracht sind. Die Zylinder
werden von zwei parallel arbeitenden Hydraulikeinheiten in Position gehalten. Die
Kippbewegungen der Pilotenkanzel 10 werden von einer weiteren Hydraulikeinhet geregelt,
die am Lagerungspunkt der beiden Zylinder an der Aufhängung der Gondel, arbeiten.
Bei Druckverlust der Hydraulik senkt sich die Gondel auf ein bewegungsstabiles Podest
auf der Turmspitze ab und kann mit gespeichertem Notdruck arretiert werden.
[0049] Der Turm 12 als Halter der Pilotenkanzel 10 beherbergt beispielsweise einen relativ
zur Kanzel abhängigen und variablen Aufgang, Treppenelemente und einen oder mehrere
Ausgleichsstege um bei Hüben und Schwingen der Kanzel 10, und des Turms 12 ein einwandfreies
Begehen zu ermöglichen. Der Turm 12 wird dabei beispielsweise von drei Hydraulikelementen
getragen und zählt somit zum

beruhigten" bzw.

nivellierten" Bereich, der sich mit zunehmender Höhe zur Kanzel 10 hin weiter verbessert
und im Idealfall an der Kanzel 10 ganz zum Ruhen kommt. Der Turm 12 hat die Aufgabe,
Krängungen bis ca. 25 Grad zu jeder Seite auszugleichen. Außerdem kann er Neigungen
in der Längsachse des Schiffes 100 bis 15 Grad nach vorn und hinten gleichfalls mit
15 Grad ausgleichen. Er kann auch Stampfbewegungen bei ankommenden Wellen abbremsen
und Beschleunigungen, z.B. ins Wellental hinein ausgleichen.
[0050] Der Übergang vom festen Schiffsraum in den nivellierten Turm 12 bzw. in die nivellierte
Kanzel 10 wird mit Hilfe einer punktgelagerten, beweglichen Brücke in die metazentrische
Ebene der drei wirkenden Hydrauliken im Fuß des Turmes 12 erreicht. Von hier aus geht
es dann beispielsweise ca. einen Meter über fünf Stufen, die mit dem Turm verbunden
sind, nach oben in Richtung Kanzel 10 zu einem Hubausgleichssteg, der auf einer Seite
am Turm aufliegt und auf der anderen Seite von einer anschließenden Pilotenkanzeltreppe
geführt wird. Bei Hubbewegungen gleicht der Steg zwischen den beiden Höhen aus. Wegen
der Länge von ca. 3.5m und ablaufender Ruhelage kann er Unterschiede bis 2 m Höhe
bewältigen. Die ihn führende Treppe zur Kanzel 10 ist an der Kanzel freihängend angebracht
und hat einen weiteren vermittelnden Rundsteg als Abschluß. Hilfsführungen verlaufen
abwärts zu den beiden Hydraulikzylindern.
[0051] Eine Abrißstufe 26, wie aus Fig. 3 ersichtlich, in der Mitte des Schiffs 100, stellt
einen sensibilisierten Punkt dar, der mehr als die nachfolgende Rumpffläche des Schiffsgewicht
trägt, und Änderungen in diesem Bereich haben erheblichen Einfluß auf das Fahrverhalten
des Schiffes. Aus diesem Grund sind unmittelbar in der Nähe diagonal verlaufende Trimmruder
bzw. Klappen 28 angebracht, die in ihrem Vorlaufswinkel auseinandergehen. Die diagonalen
Befestigungslinien sind mit 30 bezeichnet. Bei ausfahrender Tätigkeit ändern sie den
bestehenden festen
[0052] Rumpfwinkel von ca. 35 Grad in einen stumpferen Winkel variabel. Die Folge ist ein
unmittelbares Auftauchen des gesamten Vorderteils des Schiffes. Anderseits kann durch
Einfahren der Klappen die Bugspitze des Gefährtes wieder abgesenkt werden.
[0053] Am Heckabriß 32 des Schiffsrumpfes 100 sind ähnliche Klappen angebracht, wodurch
sich ein interessantes Zusammenspiel ergibt Das Schiff läßt sich in bestimmten Maße
und abhängig von der Größe der Klappen und der Fahrgeschwindigkeit in allen Achsen,
wie Roll-, Nick- und Vertikalachse beeinflussen.
[0054] Die Anhebung des Buges beträgt bei ausgefahrenen Mittenklappen 28 und eingefahrenen
Heckklappen 28 ca. 3 bis 4 Meter relativ zur entgegengesetzten Stellung der beiden
Klappenpaare. Wellen lassen sich auf diese Weise abreiten. Die Querachsenbeeinflussung
ist bei seitlicher Betätigung der Klappen gleichfalls hoch effektiv. Durch die Schwere
des Achterschiffes und die größere Weite der Lage der Heckklappen 28 zueinander, ergibt
sich allerdings ein größerer seitlicher Neigungswirkungsgrad bei den hinteren Klappen
28.
[0055] Der Charakter dieses Rumpfes entspricht bei ausgefahrenen Klappen 28 einem sogenannten
Dreipunktgleiter mit aufsteigenden Winkeln. Je mehr die Klappen ausgefahren sind,
desto mehr schwimmt das Schiff auf und verkleinert die benetzte Wasserfläche.
[0056] Mit geeigneter Steuersoftware, einer Rechnersteuerung und einem Niveausensor stellt
diese Einrichtung eine beträchtliche Verbesserung des Seeverhaltens und Komforts eines
Schiffes dar.
[0057] Die S-förmige Linienweiterführung der beiden Abrisse 26 und 32 hat eine erhebliche
Verbesserung der Seetüchtigkeit zur Folge. Sie diesen in langsamer Fahrt als Dämpfer
gegen das gefürchtete Rollen oder Krängen, da sie wie ein Längskiel wirken.
[0058] Die Diagonalklappenfunktion kann in die Zieh- und Drückbewegung eines Steuerrades
integriert werden. Es können aber auch Gasfunktionen oder im Hafen vorwärts/rückwärts
aufgelegt werden oder auch weitere Funktionen oder Kombinationen hieraus.
[0059] Das S-förmige Seitendesign (vgl. Fig. 1) stellt eine Verbesserung der statischen
Steifheit dar.
[0060] Bei der

Pfeilkonstruktion", wie aus Fig. 4 ersichtlich, handelt sich um eine Verbreiterung
des Mittelschiffsdeckbereiches 34 bei gleichbleibendem Unterschiff.
[0061] Eine Hebeanlage eines Tenders dient als eine gepolsterte sichere kleine Hafeneinfahrt
am Schiffsrumpf 100. Das Beiboot fährt ungehindert in die Öffnung, wo es beispielsweise
mittels einer Fernbedienung von einem im Unterwasserbereich liegenden Netz, das mit
speziellen Rollen, die innen beschwert sind und im Wasser das Netz tief halten, auf
zwei Hebeschienen und Armen in einen sicheren Bereich schnell gehoben wird.
[0062] Aus Fig. 6 und 7 ist eine Landungsbrücke 36 mit mehreren Funktionen ersichtlich.
Sie dient als Abschluß eines Hecks (Fig. 6) und ist drehbar, wobei hier die Abschlußreling
38 einen sicheren und soliden Handlauf darstellt. Auf einer Rundungsseite befindet
sich beispielsweise eine Badetreppe. Die Längsseite und Reling sind im ausgefahrenen
Zustand noch verlängerbar.
[0063] Es ist bekannt, daß Wasserstrahlantriebe bei geringer Fahrt keine gute Ruder- und
Manövrierfähigkeit haben. Deshalb sind an den Bugstrahlrudern 20 (Fig. 1 und 5) einfahrbare
Schwertruderblätter seitlich an den beweglichen Düsen vorgesehen, um beispielsweise
bei schwerer See ein verbessertes Kursverhalten herbeizuführen.
[0064] Da sowohl die Motorfundamente als auch die Gesamtkonstruktion der Pilotenkanzel und
Aufgänge schwingend ausgeführt sind, ergibt sich eine geringere Beanspruchung der
Schiffskonstruktionen bei Schlägen und unter schwerer See. Bei Benutzung der erfindungsgemäßen
Pilotenkanzel 10 kommt es zur Linderung der unangenehmen Seekrankheit. Die Leistungsfähigkeit
einer Seemannschaft ist bei solchem Komfort unvergleichlich größer.
[0065] Zum besseren Verhältnis wird nachfolgend der Ablauf des abreitens einer auftretenden
Welle nochmals im Zusammenhang beschrieben:
[0066] Die von vorn oder seitlich kommende Welle hebt das Schiff an. In einem Zeitpunkt,
zu dem die Welle für den Insassen noch nicht wahrnehmbar ist, versucht der Rechner
mit Hilfe eines Niveausensors und der entsprechenden Software, die Anhebung des Schiffes
durch Absenkung der Vordertrimmklappen28 und Anhebung der Heckklappen 28 nachzuregeln.
Dieses ist die erste Arbeits- bzw. Nivellierebene.
[0067] Die zweite Arbeits- bzw. Nivellierebene ist der Verbindungsturm vom Rumpf 100 zur
Pilotenkanzel 10, welche seitlich zu 25 Grad und vorwärts/rückwärts um 15 Grad hydraulisch
schwenkbar ist.
[0068] Die dritte Arbeits- bzw. Nivellierebene liegt in der Pilotenkanzel 10 selbst. Diese
ist sicherheitshalber mit zwei Hydrauliken mit einem Fahrweg von jeweils 2 Metern
ausgerüstet. Sie kann in der Länge nach um ca. 25 Grad geschwenkt werden.
[0069] In der Seitenneigung der Kanzel liegt die vierte Arbeits- oder Nivellierebene. Hier
wird mit Hilfe von zwei kleineren Hydraulikeinheiten, die oberhalb der Hydraulikzylinder
angebracht sind, die Kanzel beidseitig um 20 Grad geneigt.
[0070] Selbstverständlich können alle Achsen Nick-, Roll- und Vertikalachsen auch gleichzeitig
im kombinierten Betrieb angesprochen werden.
[0071] In der Bereitschaftsstellung befindet sich die Kanzel 10 hierbei vorzugsweise auf
zwei Meter Höhe oder mehr. Dies gewährleistet, daß alle Bewegungen in dieser Höhe
abgefedert werden können. Die Abfederungsarbeit wird mit Hilfe einer drucknachgebenden
Einheit bewältigt. Sie regelt die kleineren Stöße ab. Mit anderen Worten mach die
Regelsoftware aus den Hydraulikzylindern eine intelligente Feder-Stoßdämpfer-Einheit,
die bei allen unerwünschten Bewegungen auftretende Neigung sehr effizient ausgleicht.
[0072] Da es bei der Software beispielsweise um eine selbstlernende und korrigierende Einheit
handelt, unterscheidet sie zwischen Vollbeladung, Falschbeladung, wechselnden Lasten
und anderen negativen Einflüssen auf die Schiffsrumpflage. Dies geschieht seitens
des Rechners, der beim Soll/Ist-Vergleich zum Niveausensor, die Eintauchzeit, Länge
und Dauer der Roll und Stampfbewegungen und die auftretenden Abweichungen mit berücksichtigt.
[0073] Selbstverständlich unterscheidet er zwischen einer von Wellen verursachten Neigung,
und einer wünschenswerten Neigung, die sich aus der Lenkeinstellung und Relation zur
Geschwindigkeit ergibt, zum Beispiel das in die Kurve

Hineinlegen". In diesem Fall ist der Fahrer immer in Balance, also senkrecht zur Beschleunigungsachse,
wie übrigens auch beim Anfahren und Abbremsen.
[0074] Trifft in einer kurvengefahrenen Neigung das Schiff auf eine Welle, werden Neigungsprioritäten
gesetzt, und die für Besatzung und Eigner angenehmsten Einstellungen bevorzugt.
[0075] Ab einem bestimmten Zeitpunkt (Wind, Wellen oder sonstigen extremen Gefahren) oder
einer bestimmten Geschwindigkeit werden wahlweise einzelne Stufen des Systems, oder
auch alle Komponenten, ausgeschaltet und in die stabile Ruhestellung gebracht.
[0076] Es können auch Teilbereiche manuell eingestellt oder gefahren werden. Als Beispiel
hierbei ist die Lenkwinkel abhängige Quattrotrimmsteuerung zu nennen, die bei gezogenem
Lenker die Vorderklappen ausfährt und die hinteren Klappen einfährt. Damit reitet
man im wahrsten Sinne des Wortes eine Welle ab. Die aus geöffneten Klappen 28 vorne
und geschlossenen Klappen 28 hinten resultierende Buganhebung beträgt je nach Fahrgeschwindigkeit
bis zu ca. 3-4 Metern. Ein angenehmeres Abreiten der Wellen selbst in extremen Stürmen
und ein kleineres Eintauchen in den Wellentälern ist ein wesentlicher Vorteil. Legt
man auch den Gasbetrieb und die Trimmklappen auf die Lenkwinkelstellung auf, erhält
man wesentlich verbesserte Kontrollen über das Schiff. Das Fahrgefühl dürfte einem
großem Surfboard gleichkommen.
[0077] Der in Fig. 8 und 9 dargestellte Steuerstand 200 umfaßt ein Steuerrad 210, welches
in Führungsrollen 212 drehbar um eine Mittelachse 214 gelagert ist. Zusätzlich ist
zur Aufnahme der Drehbewegung des Steuerrades 210 und entsprechender Weiterleitung
dieser Bewegung an ein nicht dargestelltes Ruder eine Geberrolle 216 vorgesehen. Alle
Rollen 212 und 214 sind an einem Rahmen 218 angeordnet, welcher über Aufhängungen
220 mit Lagern an einem Boden 222 des Steuerstandes 200 um eine Achse 224 drehbar
gelagert ist. In Fig. 9 ist dies mit einem Pfeil 226 entsprechend angedeutet. Die
Aufhängungen 220 mit Lager bilden beweglich justierbare Verankerungslagerpunkte zum
Schwenken des Steuerrades 210 um die Achse 224.
[0078] Der Rahmen 218 ist beispielsweise ein Wipplenkergestell und das Steuerrad 210 ist
durch Öffnungen 228 im Boden 222 hindurch geführt. Das Steuerrad 210 hat die Form
eines Reifens oder Ringes und ist nur an seinem Umfang durch Rollen 212 gehaltert.
Dadurch entsteht eine leere, offene, vom Steuerrad umschlossene Fläche 230, durch
die ein Rudergänger bei der Bedienung des Steuerrades 210 in sitzender Position seine
Beine strecken kann, ohne die Beweglichkeit bzw. Drehbarkeit des Steuerrades einzuschränken.
Durch die Lagerung des Steuerrades 210 an seinem Umfang entfällt nämlich die Notwendigkeit
für eine Steuersäule und entsprechender Steuerradspaken oder -speichen. Statt dessen
ist das Steuerrad 210 endlos in jede Richtung frei drehbar.
[0079] Das Steuerrad ist sozusagen freiliegend gelagert und zwar vermittels der Führungsrollen
212, die im Bodenbereich 222 angebracht sind, so daß das Steuerrad 210 im Prinzip
aus einem Ring besteht, der über die Führungsrollen 212 bodenseitig gehalten und geführt
ist. Die Führungsrollen 212 haben Haltefunktion für das Steuerrad 210; sie können
auch als Geber eingesetzt werden. In diesem Fall sind die Führungsrollen mit Zahnkränzen
versehen, die in entsprechende Elemente, wie z.B. Zahnkranz oder Zahnstange an dem
Steuerrad 210 eingreifen, um dieses über eine Steuereinheit zu betätigen.
[0080] Am Umfang des Steuerrades 210 ist in einem vorbestimmten Bereich wenigstens ein Display
232 angebracht, welches sich entweder mit dem Steuerrad 210 mit bewegt oder mittels
einer Projektionstechnik, die nachfolgend noch näher beschrieben wird, Daten immer
an einer vorbestimmten Position am Umfang des Steuerrades 210 darstellt. Diese feste
Position ist beispielsweise, wie in Fig. 8 dargestellt, die 12-Uhr-Position 234 des
Steuerradumfangs oder mit anderen Worten der obere Scheitelpunkt des Steuerradumfanges.
[0081] Für eine Unterstützung bzw. Durchführung des Kippvorhangs um die Achse 224 ist, wie
aus Fig. 9 ersichtlich, am Rahmen 218 ein Geberzylinder 236 für die Kippfunktion angeordnet,
wobei ferner ein Gegengewicht 238 die Kippbewegung stabilisiert. Der Geberzylinder
236 kann auch Dämpferfunktion haben.
[0082] Die freie Durchtrittsfläche 230 des Steuerrades 210 kann beispielsweise dafür genutzt
werden, daß vom Rudergänger aus gesehen hinter dieser Fläche zusätzliche Anzeigen
und Instrumente angeordnet sind, wie dies in Fig. 10 dargestellt ist. Dies sind beispielsweise
ein Monitor 240 mit Projektoranzeigen 242, Notinstrumente 244, weitere Monitore 246,
eine Alarmanzeige 247, eine Anzeige eines Lenkradprojektors 249 und linke und rechte
Pedale 248 und 250.
[0083] Ein Rudergänger sitzt somit innerhalb des Umfangs der Steuerrades 210 und hat alle
vorgenannten Instrumente 240 bis 250 gleichzeitig im Blick, wobei er mittels durch
die Öffnung 230 hindurchgestreckter Beine gleichzeitig die Pedale 248 und 250 bedienen
kann.
[0084] Die Fig. 11 und 12 zeigen zwei verschiedene Schwenkstellungen des Steuerrades 210
um die Achse 224, wobei der Monitor 240 unbeweglich an seinem Ort verbleibt. Ferner
ist eine mitschwenkende Projektionsvorrichtung 252 ersichtlich. Diese umfaßt einen
Projektor 254, der in einem Ausleger 256 am Rahmen 218 befestigt ist. Ein Ende des
Auslegers 256 ist am Rahmen 218 befestigt und das andere Ende trägt gegenüber des
Projektors 254 einen Umlenkspiegel 258. Somit ergibt sich ein Projektionsweg 260,
der eine Projektionsanzeige 249 auf dem Steuerrad 210 hervorruft und mit dem Steuerrad
210 um die Achse 224 mitschwenkt. Diese Projektanzeige bzw. -wiedergabe kann auf einer
eingebauten Milchglasscheibe 249a erfolgen.
[0085] Auf diese Weise befindet sich die Projektionsanzeige 249 immer am oberen Scheitelpunkt
234, unabhängig von der Verdrehung und Verschwenkung des Steuerrades 210 um die Achsen
214 und 224 (Fig. 8). Das Steuerrad 210 bildet dabei insgesamt einen Schirm für den
Projektor 254 und ist zu diesem Zweck beispielsweise optisch mit einer Spiegelfläche
oder einem in Umfangsrichtung verlaufenden matten Bereich ausgestattet, auf dem Daten
für den Rudergänger auf einer Betrachtungsseite des Steuerrades 210 eingespiegelt
oder eingeblendet werden.
[0086] Der Rudergänger bzw. Steuermann sitzt aufgrund der neuen Ausgestaltung des Steuerstandes
200 quasi im Lenkrad 210 und streckt seine Beine durch das Lenkrad hindurch, um die
Fußpedale 248 und 250 betätigen zu können. Das gesamte Lenkrad 210 ist über seinen
Umfang als Display verwendbar. Es entfallen jegliche Art von Speichen, wie bei herkömmlichen
Lenkrädern und Steuersäulen werden nicht mehr benötigt.
[0087] Die Größe des Steuerrades 210 kann beliebig sein und lediglich von der Zielsetzung
bestimmt, daß ein Rudergänger bzw. Steuermann dieses immer in sitzender Position betätigen
kann, wobei er seine Beine durch das Steuerrad hindurch streckt. Dies wird durch die
freifliegende Lagerung des Steuerrades 210 im Bodenteil 222 des Steuerstandes erreicht.
Die Verschwenkbarkeit des Steuerrades 210 um die Achse 224 ermöglicht dem Steuermann,
das Steuerrad 210 in eine für ihn optimale Betätigungsposition und Ableseposition
der eingeblendeten bzw. am Monitor 240 angezeigten Daten zu verschwenken.
[0088] Die Verschwenkbarkeit des Steuerrades 210 in Pfeilrichtung 262 (Fig. 12) kann über
eine Schlittenführung erfolgen, um das Steuerrad 210 nach vorn und hinten bewegen
zu können. Die jeweilige Winkelstellung ist bevorzugt durch Arretierungen feststellbar.
Die Schwenkachse 224 ist vorzugsweise im Bodenbereich, beispielsweise Deck 222 eines
Schiffes, angeordnet. Das Lenkrad bzw. Steuerrad 210 selbst kann insbesondere aus
transparentem, glasartigen Material bzw. Kunststoff bestehen.
[0089] Außerdem ist bevorzugt im oberen Bereich des Lenkrades noch ein Display vorgesehen,
auf dem weitere Daten mit angegeben werden können.
[0090] Fig. 13 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Steuerrades 210, wobei zwei Displaybereiche
232 vorgesehen sind, die Projektionsanzeigen 249 oder mit dem Rad 210 mitlaufende
Anzeigen sein können. Auf diese Weise ist das Steuerrad 210 abschnittsweise in mehrere
Abschnitte aufgeteilt. Weitere Abschnitte des Steuerrades können mit wulstartig ausgebildeten
Handhabern aus Gummi oder einem anderen geeigneten Material versehen sein, um die
Griffigkeit zu erhöhen.
[0091] Um auch bei Nässe oder bei einer Ölverschmutzung des Steuerrades 210 eine einwandfreie
und präzise Übertragung der Drehung des Steuerrades an die Geberrolle 216 zu gewährleisten,
um ein Durchrutschen zu vermeiden, wird mittels einer an dem Steuerrad 210 mitlaufenden
Einrichtung 290, z.B. Stahlseil in einem Silikonmantel, oder Noppenband mit einem
Gummirücken oder Zahnung auf dem Steuerradinnenkreis, die eine Zahnung an der Geberrolle
280 betreibt, die Geberrolle 216 doppelt oder auch allein angesteuert (Fig. 14). Dies
erfolgt über eine Umlenkrolle zwecks Beibehaltung der Drehrichtung. Hierbei ist die
Innenverzahnung auf der Innenseite des Steuerrades 210 die Platz sparendste Alternative;
auch ergibt sich keine Verschlechterung der Einbautiefe. Die Geberrolle 216 wird lediglich
mit einem Zahnrad ausgestattet. Es entfallen Spannrollen und Übertragungsrollen.
1. Schiff, bei dem der Schiffsrumpf (100) einen erhöhten Steuerstand (200) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schiffsrumpf (100) mit einem Mittel zum nivellierenden Ausgleich von Rumpfbewegungen
versehen ist, welches in wenigstens einer Ebene eine Rumpfbewegung in Nickrichtung,
Rollrichtung und in vertikaler Richtung ausgleicht.
2. Schiff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zum nivellierenden Ausgleich in einer ersten Nivellierebene bugseitig
und/oder heckseitig an der Unterseite des Rumpfes angeordnete Trimmruder (28) umfaßt,
die entlang einer Linie bezüglich des Rumpfes (100) schwenkbar sind, wobei diese Schwenklinie
(30) in einem vorbestimmten Winkel zur Rumpflängsachse verläuft, wobei die Schwenklinie
(30) zweier gegenüberliegender Trimmruder (28) von denen eines backbordseitig und
das andere steuerbordseitig angeordnet ist, in Fahrtrichtung vorzugsweise auseinanderlaufen.
3. Schiff nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trimmruder (28) jeweils benachbart zu einer Abrißstufe (26) an der Unterseite
des Rumpfes (100) und jeweils stromauf einer Abrißstufe (26) angeordnet sind, wobei
die Trimmruder (28) mit dem Schiffsruder steuerbar verbunden sind, wobei der Schwenkwinkel
der Trimmruder (28) bezüglich des Rumpfes (100) durch Drücken und Ziehen des Schiffsruder
analog einem Steuerhorn eines Flugzeuges steuerbar ist.
4. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zum nivellierenden Ausgleich in einer zweiten Nivellierebene eine bewegliche
Lagerung des Ruderstandes auf dem Rumpf, insbesondere auf einem Verbindungsturm am
Rumpf, umfaßt, wobei der Steuerstand (200) bezüglich des Rumpfes (100) in Nickrichtung,
Rollrichtung und in vertikaler Richtung beweglich gelagert ist, wobei die bewegliche
Lagerung des Steuerstandes (200) hydraulisch oder mechanisch erfolgt und, der wenigstens
ein, insbesondere drei Hubkolbenelemente umfaßt.
5. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zum nivellierenden Ausgleich in einer dritten Nivellierebene einen
Verbindungsturm (12) zwischen dem Rumpf (100) und dem Steuerrad (210) umfaßt, wobei
der Verbindungsturm auf dem Rumpf in Nickrichtung, Rollrichtung und in vertikaler
Richtung beweglich gelagert ist, wobei die bewegliche Lagerung des Verbindungsturms
(12) hydraulisch, pneumatisch oder auch mechanisch mit einer Dämpfereinheit erfolgt
und wenigstens ein Hubkolbenelement umfaßt.
6. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Steuerelektronik mit Niveausensor vorgesehen ist, welche die bewegliche Lagerung
des Verbindungsturms (12) derart ansteuert, daß der Steuerstand (200) auf dem Verbindungsturm
(12) entgegen Rumpfbewegungen beispielsweise durch Seegang nivelliert ist.
7. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Rumpf (100) und dem Verbindungsturm (12) und/oder zwischen Verbindungsturm
(12) und dem Steuerstand (200) Personenübergänge mit Längenausgleichsvorrichtung vorgesehen
sind, wobei der Steuerstand (200) in Form einer Pilotenkanzel ausgebildet ist.
8. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens ein vorbestimmten Abschnitt einer Bordwand des Rumpfes im Querschnitt
ein S-förmiges Profil aufweist.
9. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich der Schiffsrumpf (100) vom Bug in Richtung Heck pfeilartig verbreitert und
in einem Mittelschiffdeck-Bereich (34) stark verjüngt, wobei die Verjüngung im Mittelschiffdeck-Bereich
(34) nur im Oberschiff ausgebildet ist.
10. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Unterseite des Rumpfes (100) im Mittelschiffbereich und am Heck jeweils
wenigstens ein Bugstrahlruder (20) vorgesehen ist, wobei die Bigstrahlruder (20) zusätzlich
mit einfahrbaren Schwertrudern (18) versehen sind.
11. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß für das Steuerrad (210) des Steuerstandes (200) zum Bedienen eines Schiffsruders
Führungsmittel (212, 218) vorgesehen sind, die das Steuerrad (210) an dessen Umfang
drehbar um eine Mittelachse (214) des Steuerrades (210) lagern, wobei das Steuerrad
(210) im wesentlichen als kreisförmiger Reifen ausgebildet ist und daß Führungsmittel
Rollen (212) vorgesehen sind, die beidseits des Umfanges des Steuerrades (210) derart
angeordnet sind, daß das Steuerrad (200) an seinem Umfang drehbar um seine Mittelachse
(214) gelagert ist, wobei das Führungsmittel einen Rahmen (218) aufweist, der derart
drehbar gelagert ist, daß das Führungsmittel zusammen mit dem Steuerrad (210) um eine
Schwenkachse (224) schwenkbar ist, die im wesentlichen entlang eines Bodenbereiches
(222) des Steuerstandes (200) ausgerichtet ist.
12. Schiff nach einem der anderen Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen (218) seitlich an zwei Drehpunkten (220) an einem Boden (222) des Steuerstandes
(200) gelagert ist und daß die Schwenkachse (224) im wesentlichen senkrecht zur Drehachse
(214) des Steuerrades (210) verläuft, wobei an dem Steuerrad (210) wenigstens ein
Anzeigemittel (232, 249) vorgesehen ist, das am Umfang des Steuerrades (210) und diesem
im wesentlichen folgend angeordnet ist.
13. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Anzeigemittel einen Projektor (254) und einen Schirm bzw. ein Display (249)
aufweist, wobei der Schirm (249) am Umfang des Steuerrades (210) und der Projektor
(254) beabstandet vom Schirm (249) am Führungsmittel (212, 218) angeordnet ist, wobei
ein Umlenkspiegel (258) zwischen dem Projektor (254) und dem Schirm (249) angeordnet
ist, wobei vorzugsweise der gesamte Umfang des Steuerrades (210) als Schirm (249)
ausgebildet ist.
14. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einer einer Bedienungsperson abgewandten Seite des Steuerrades (210) ein Monitor
(240) und an einer einer Bedienungsperson abgewandten Seite des Steuerrades Fußpedale
(248, 250) angeordnet sind.
15. Schiff nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß für eine Durchrutschsicherung des Steuerrades (210) bei der Übertragung der Steuerraddrehung
an eine Geberrolle (216) an dem Steuerrad (210) eine mit diesem mitlaufende Einrichtung
(290) vorgesehen ist, die
a) aus einem Stahlseil in einem Kunststoffmantel, insbesondere in einem Silikonmantel,
oder
b) aus einem Noppenband mit einem Gummirücken, oder
c) aus einer Zahnung auf dem Innenkreis des Steuerrades (210), die eine Zahnung an
der Geberrolle (216) betreibt,
besteht, so daß die Geberrolle (216) doppelt oder allein angesteuert wird.
16. Steuerrad für ein gemäß der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildetes Schiff,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerrad (210) des Steuerstandes (200) im wesentlichen als kreisförmiger
Reifen ausgebildet ist und daß Führungsmittel Rollen (212) vorgesehen sind, die beidseits
des Umfanges des Steuerrades (210) derart angeordnet sind, daß das Steuerrad (200)
an seinem Umfang drehbar um seine Mittelachse (214) gelagert ist, wobei das Führungsmittel
einen Rahmen (218) aufweist, der derart drehbar gelagert ist, daß das Führungsmittel
zusammen mit dem Steuerrad (210) um eine Schwenkachse (224) schwenkbar ist, die im
wesentlichen entlang eines Bodenbereiches (222) des Steuerstandes (200) ausgerichtet
ist.
17. Steuerrad nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rahmen (218) seitlich an zwei Drehpunkten (220) an einem Boden (222) des Steuerstandes
(200) gelagert ist und daß die Schwenkachse (224) im wesentlichen senkrecht zur Drehachse
(214) des Steuerrades (210) verläuft, wobei an dem Steuerrad (210) wenigstens ein
Anzeigemittel (232, 249) vorgesehen ist, das am Umfang des Steuerrades (210) und diesem
im wesentlichen folgend angeordnet ist.
18. Steuerrad nach einem der Ansprüche 16 und 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Anzeigemittel einen Projektor (254) und einen Schirm bzw. ein Display (249)
aufweist, wobei der Schirm (249) am Umfang des Steuerrades (210) und der Projektor
(254) beabstandet vom Schirm (249) am Führungsmittel (212, 218) angeordnet ist, wobei
ein Umlenkspiegel (258) zwischen dem Projektor (254) und dem Schirm (249) angeordnet
ist, wobei vorzugsweise der gesamte Umfang des Steuerrades (210) als Schirm (249)
ausgebildet ist.