[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abnehmen eines einseitig offenen Sackes
von einem Stapel solcher Säcke in einem Sackmagazin und Zuführen dieses zu einer Abfüllvorrichtung
gemäß Oberbegriff des Anspruch 1.
[0002] Leersäcke, speziell solche aus Kunststoff neigen dazu beim Vereinzeln infolge statischer
Aufladung, wenigstens teilweise aneinander zu haften. Beim Abnehmen solcher Säcke
von einem Sackstapel ist es daher notwendig, eventuell aneinander haftende Säcke zu
trennen, damit der Füllvorrichtung nicht zwei Säcke zugeführt werden, was zu erheblichen
Störungen und Verzögerungen beim Füllvorgang führen würde.
[0003] Ein solches Verfahren zum Abnehmen eines einseitig offenen Sackes von einem Stapel
und Zuführen zu einer Abfüllvorrichtung ist zum Beispiel in der AT 328.963 offenbart.
[0004] Solche Vorrichtungen bestehen aus einem Sackmagazin, in dem die zu füllenden Säcke
aufeinanderliegend gestapelt sind. Über diesem Sackmagazin ist eine heb- und senkbare
Ansaugvorrichtung angebracht, die diesen obersten Sack an der geschlossenen Seite
ansaugt und ihn durch die Lücken eines Kettenförderers mit umlaufenden Stabanordnungen
anhebt. Eine Stabanordnung unterfährt den angehobenen Sack mit einer Relativbewegung
quer zur angesaugten Kante und streift auf diese Weise einen eventuell anhaftenden
zweiten Sack wieder auf den Stapel im Sackmagazin zurück. Wenn die Stabanordnung den
angehobenen Sack ganz unterfahren hat, wird dieser vom Sauger freigegeben und auf
der Stabanordnung liegend weiterbefördert. Eine antreibbare Förderrolle, die der Ansaugvorrichtung
nachgeordnet ist, befördert den zu befüllenden Sack auf einen Abnahmetisch, von wo
der Sack einer Abfüllvorrichtung zugeführt wird.
[0005] Diese bekannte Art der Vorrichtung zum Vereinzeln von Leersäcken und zum Zuführen
dieser zu einer Abfüllvorrichtung hat den Nachteil, daß sie sehr aufwendig zu bauen
ist was bei bestehenden Anlagen mit händischer Vereinzelung und Transport der Säcke
zur Abfüllanlage zu teuren Umbauaktivitäten führt, falls das Verfahren nachträglich
automatisiert werden soll, da der Kettenförderer das Sackmagazin vollständig umschließt.
Daraus folgt, daß der Platz für das Sackmagazin sehr begrenzt ist. Es ist also in
kurzen Zeitintervallen erforderlich, neue Sackmagazine nachzuschieben, wobei der Abfüllprozeß
unterbrochen werden muß, was ihn erheblich verlangsamt. Das Sackmagazin kann außerdem
nur seitlich, in einer Richtung quer zum Kettenförderer ausgetauscht werden, wodurch
großer Platzbedarf rund um die Anlage erforderlich ist.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun in der Schaffung einer Vorrichtung
der oben genannten Art, die kleiner baut, einfacher und billiger in bestehende Abfüllsysteme
integrierbar ist und die einen längeren kontinuierlichen Betrieb durch den Einsatz
größerer Sackmagazine ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs erwähnten Art durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruchs 1 erreicht.
[0008] Durch die Anordnung gemäß Anspruch 1 ist gewährleistet, daß der Kettenförderer mit
umlaufenden Stabanordnungen komplett über dem Sackmagazin verläuft und ein Verfahren
des Sackmagazins in Richtung parallel zur Förderkette möglich ist. Dadurch baut die
gesamte Vereinzelungsanlage sehr schmal und kann in bestehende Anlagen ohne viel Umbauaktivitäten
integriert werden. Außerdem können größere Sackmagazine verwendet werden, deren Bewegungsraum
unter dem Kettenförderer nur durch die Anordnung der bestehenden, umgebenden anderen
Anlagen beschränkt wird, nicht aber durch die Vereinzelungsanlage selbst.
[0009] Eine Anordnung nach Anspruch 2 garantiert eine sehr geringe Bauhöhe, was wiederum
die Integration in bestehende Anlagen und Fabrikationshallen erleichtert. Es ist jedoch
auch möglich drei oder vier Umlenkrollen vorzusehen, je nach Platzbedarf der verwendeten
Saugvorrichtungen. Gemeinsam mit Anspruch 1 wird also sowohl die Breite der Anlage
als auch die Höhe reduziert.
[0010] Das gemäß Anspruch 3 unterhalb des Kettenförderers angeordnete Förderband, dient
zur Ablage und zum Weitertransport der vom Sackstapel im Sackmagazin aufgenommen Sackes
zur Abfülleinrichtung. Im Unterschied zu bestehenden Anlagen erfolgt der Weitertransport
also größtenteils unterhalb des Kettenförderers, wodurch gleich anschließend an diesen,
die Abfülleinrichtung angeordnet werden kann.
[0011] Die Baulänge der gesamten Anlage wird durch diese Maßnahme stark verringert.
[0012] Die Anordnung der Saugvorrichtungen gemäß Anspruch 4 ermöglicht das Auflegen der
Säcke auf den Kettenförderer und das Abnehmen der Säcke von diesem und Auflegen auf
das Transportband. Durch die Verwendung von gleichartigen Elementen zum Handhaben
der Leersäcke, wird sowohl deren Wartung als auch die Versorgung mit Prozessluft vereinfacht.
Die Ausgestaltung des Transportbandes ist frei wählbar, sodaß auch eventuelle Höhenunterschiede
zwischen Transportband und Abfüllvorrichtung überwunden werden können, wodurch der
Einbau in vorhandene, bisher händisch betriebene Abfüllanlagen erleichtert wird. Auch
ein Umbau der Abfüllanlage erfordert keinen Umbau der Vereinzelungsanlage mit Sackmagazin,
Kettenförderer und Saugvorrichtung, sondern nur eine Anpassung des Verlaufes des Transportbandes
an den neuen Standort der Abfüllanlage.
[0013] Gemäß Anspruch 5 ist es auch möglich die vereinzelten Leersäcke mittels Transportband
zu einem gänzlich anderen Ort der Abfüllanlage zu transportieren, wobei der Kettenförderer
jedoch in seiner ursprünglichen kleinen Bauart beibehalten wird.
[0014] Im Folgenden wird nun eine Anlage zum Vereinzeln von Leersäcken und Transportieren
dieser zu einer Abfüllanlage anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Dabei zeigt
Fig.1 bis Fig.4 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage zu jeweils unterschiedlichen
Zeitpunkten des Betriebs
[0015] In Fig.1 bis 4 ist ein Sackmagazin 2 und ein Transportband 4 nebeneinander und direkt
unter einem Kettenförderer 3 angeordnet. Der Kettenförderer 3 umfaßt zwei umlaufenden
Ketten, die mit Stäben 7 verbunden sind, wobei diese nicht komplett über die gesamte
Länge des Kettenförderers 3 verteilt sind, sondern durch Lücken unterbrochen sind.
Der Kettenförderer 3 ist über vier Umlenkrollen 8 umgelenkt, wobei alle Umlenkrollen
8 über dem Sackmagazin 2 und dem Förderband 4 angeordnet sind. Über dem unteren Trum
11 des Kettenförderers 3 sind zwei Saugvorrichtungen 1, 6 angeordnet. Eine Saugvorrichtung
1 ist oberhalb des Sackmagazins angeordnet während die andere Saugvorrichtung 6 oberhalb
jenes Endes des Transportbandes 4 angeordnet ist, das dem Sackmagazin 2 näher ist.
Jenem Ende des Transportbandes 4, das vom Sackmagazin 3 weiter entfernt ist, ist die
Abfüllvorrichtung 5 nachgeordnet.
[0016] Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Anlage zum Vereinzeln von Leersäcken und
Transportieren dieser zu einer Abfüllvorrichtung ist wie folgt:
[0017] Der Kettenförderer 3 läuft in Richtung des Pfeiles 10 um. Die Saugvorrichtung 1 wird
durch eine Lücke im Kettenförderer 3 mit umlaufenden Stabanordnungen 7 zum obersten
Sack 9 auf dem Sackstapel im Sackmagazin 2 bewegt und hebt diesen in bekannter Art
und Weise auf eine Stabanordnung 7 des Kettenförderers 3. Dieser transportiert den
Leersack 9 bis zur in Umlaufrichtung 10 nachgeordneten Saugvorrichtung 6. Dann wird
der Leersack 9 von der Saugvorrichtung 6 angesaugt und solange festgehalten, bis die
Stabanordnung 7 unter dem Leersack 9 weggefördert wurde. Danach läßt die Saugvorrichtung
den Leersack 9 los, wodurch dieser auf das darunter angeordnete Transportband 4 fällt.
Dieses befördert den Leersack 9 zu einer Füllvorrichtung bekannter Art.
1. Vorrichtung zum Abnehmen eines einseitig offenen Sackes (9) von einem Stapel solcher
Säcke in einem Sackmagazin (2), wobei der oberste Sack des Stapels im Bereich der
geschlossenen Sackkante mittels einer heb- und senkbaren Ansaugvorrichtung (1) durch
die Lücken eines Kettenförderers (3), dessen Ketten mit Stäben verbunden sind, wobei
mindestens zwei Lücken diese Stabanordnung (7) unterbrechen, angehoben wird und solange
festgehalten wird, bis der ganze Sack (9) von einer der umlaufenden, durch die Lücken
getrennten Stabanordnungen (7), unterfahren ist und Weitertransport dieses Sackes
(9) zu einer Abfüllvorrichtung (5), dadurch gekennzeichnet, daß alle Umlenkrollen (8) des Kettenförderers (3) mit umlaufenden Stabanordnungen
(7) oberhalb des Sackmagazins (2) angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kettenförderer (3) über mindestens zwei Umlenkrollen (8) umgelenkt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Transportband (4) unterhalb aller Umlenkrollen (8) des Kettenförderers (3)
mit umlaufenden Stabanordnungen (7) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei, durch die Lücken zwischen den umlaufenden Stabanordnungen (7)
des Kettenförderers (3), heb- und senkbare Ansaugvorrichtungen (1, 6) über dem unteren
Trum (11) des Kettenförderers (3) angeordnet sind, wobei je mindestens eine Saugvorrichtung
(1) über dem Sackmagazin (2) und je mindestens eine Saugvorrichtung (6) über dem Transportband
(4) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des Transportbandes (4) die Abfüllvorrichtung (5) angeordnet ist.