[0001] Die Erfindung betrifft ein Feuerzeug mit einem Behältnis, in dem eine brennbare Flüssigkeit
zur Erzeugung einer Flamme eingefüllt ist, wobei die Flüssigkeit eine Mischung aus
einem Brennstoff und einer eine Flammenfärbung bewirkenden Farbsubstanz aus oder mit
einer Metallverbindung enthält oder daraus besteht.
[0002] Bei Feuerzeugen ist es im Stand der Technik bekannt, der Flamme eine von der normalen
Flammenfarbe abweichende Farbe zu geben, beispielsweise rot, grün oder blau. Ein Grund
hierfür ist die Erhöhung der Attraktivität des Feuerzeugs. Die Einfärbung der Flamme
kann auch zur Darstellung der Hausfarbe des Herstellers des Feuerzeugs oder desjenigen
verwendet werden, der beispielsweise durch einen Werbeaufdruck für sein Unternehmen
wirbt.
[0003] Eine Möglichkeit der Farbgebung der Flamme besteht darin, im Bereich der Austrittsöffnung
für den Brennstoff einen Draht anzuordnen, der mit einer Farbsubstanz ummantelt ist.
Durch die Flamme wird der Draht erhitzt, wodurch die Farbsubstanz aktiviert wird und
eine Flammenfärbung bewirkt. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, daß sich die
Farbsubstanz mit der Zeit verbraucht. Für nachfüllbare Feuerzeuge eignet sich deshalb
diese Art der Flammenfärbung nicht.
[0004] Zur Behebung des vorbeschriebenen Nachteils ist in der FR 2 713 314 vorgeschlagen,
eine die Flammenfärbung bewirkende Farbsubstanz mit dem Brennstoff zu vermischen,
so daß die Farbsubstanz Teil der auch zur Nachfüllung geeigneten, Flammen erzeugenden
Flüssigkeit ist. Dabei wird in einem Beispiel vorgeschlagen, 30 Gew.-% flüssiges Butan
und 70 % einer Lösung aus Methanol und 40 g/l Orthoborsäure zu mischen, um eine grüne
Farbe zu erzeugen. Ferner wird vorgeschlagen, Metallsalze in Alkohol zu lösen und
mit anderen Alkanen zu vermischen.
[0005] Nachteilig dabei ist, daß der Anteil der Alkohollösung zu Lasten des Flüssiggas-Brennstoffs
sehr hoch ist, was Probleme bei der Aufrechterhaltung des notwendigen Drucks im Behältnis
des Feuerzeugs macht. Ferner kommt es zu einer Verstopfung des oberen Teils des Feuerzeugs
und/oder zu einer unstetig brennenden Flamme, weil die Alkohollösung vor dem Zünden
des Feuerzeuges verdampft werden muß und die hierzu erforderliche Verdampfungswärme
von der Umgebungsluft nicht ausreichend bereitgestellt wird.
[0006] In der JP 63-58021 wird vorgeschlagen, als Farbsubstanz Metallchloride, beispielsweise
Chloride des Bariums, Natriums, Kaliums, Calziums, Strontiums, Kupfers oder Lithiums
in Alkohol gelöst zu verwenden, um der Flamme eines Feuerzeugs verschiedene Farben
zu geben. Solche Metallchloride sind jedoch nicht in der Lage, die Flamme einheitlich
zu färben, d. h. die Intensität der Farbe ist nicht befriedigend.
[0007] In der US 4 895 511 ist ein Feuerzeug beschrieben, das zwei Behältnisse aufweist,
wobei das eine Behältnis einen Brennstoff und das andere Behältnis eine eine Flammenfärbung
bewirkende Farbsubstanz enthält. Die Farbsubstanz wird der Flamme getrennt von dem
Brennstoff zugeführt. Als Farbsubstanzen werden eine Vielzahl von Stoffen angegeben,
und zwar auch solche, die Chlorid- oder Chloratanionen enthalten. Weiterhin sind Ester,
beispielsweise Borontrimethylester als organische Verbindungen angegeben.
[0008] Nachteilig bei diesem Feuerzeug ist, daß zwei Nachfüllbehälter und zwei Nachfüllventile
vorhanden sein müssen, wodurch der konstruktive Aufwand hoch ist. Außerdem bestehen
viele Möglichkeiten der Ablagerung von unerwünschten Substanzen.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Zusammensetzung der brennbaren Flüssigkeit
bei einem Feuerzeug der eingangs genannten Art so auszubilden, daß eine wesentlich
geringere Menge Farbsubstanz für die Flammenfärbung erforderlich ist und eine intensive
und einheitliche Flammenfärbung erreicht wird.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß als Farbsubstanz eine organische
Metallverbindung oder eine Mischung mehrerer solcher Verbindungen verwendet wird,
welche in dem Brennstoff direkt und vollständig löslich ist, wobei die Löslichkeit
selbstverständlich für denjenigen Temperaturbereich gelten muß, der für die nachherige
Nutzung des Feuerzeuges vorgesehen ist. Vorteil dieser Lösung ist, daß die Farbsubstanz
nur in einer sehr geringen Konzentration erforderlich ist. Die Verdampfungswärme,
die für das Brennstoff-Farbsubstanz-Gemisch erforderlich ist, ist somit nur geringfügig
größer als diejenige Verdampfungswärme, die bisher für die Verdampfung des reinen
Brennstoffs erforderlich war. In der Regel ist es deshalb nicht erforderlich, Modifikationen
an dem konstruktiven Aufbau des Feuerzeugs selbst durchzuführen. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, daß das Verhältnis Farbsubstanz-Brennstoff beim Verbrennungsvorgang
nahezu gleichbleibend ist. Hierdurch erhält man eine intensive und gleichmäßige Farbe.
[0011] Sofern als Brennstoff ein Propan-Butan-Gemisch vorgesehen ist, sind Farbsubstanzen
löslich, deren molekularer Aufbau - zumindest was die den Lösungsmittelmolekülen zugewandte
Seite der Farbsubstanzmoleküle betrifft - chemische Teilgruppen enthält, die dem Aufbau
der Lösungsmittelmoleküle sehr ähnlich sind. Ein Beispiel hierfür ist Butyllithium,
bei dem von einem Butan-Molekül ein Wasserstoffatom durch ein Lithiumatom ersetzt
worden ist. Weiterhin kommen in Frage Lithiumamide, Organo-oxy-borane und/oder Metallalkoxide
und hier insbesondere Trimethyl-, Triethyl- und/oder Tripropylborate und/oder Lithiumdiisoproylamide.
Dabei können auch mehrere dieser Farbsubstanzen miteinander kombiniert sein.
[0012] Von Vorteil ist es, wenn dem Brennstoff ein geeignetes Additiv hinzugefügt wird,
das ebenfalls im Brennstoff vollständig löslich ist und das die Bildung von Rußteilchen
im oberen Teil der Flamme erschwert. Die Bildung solcher Rußteilchen ist an der gelben
Färbung der Flamme zu erkennen. Sie wird von glühendem Ruß - das heißt Kohlenstoffteilchen
- bewirkt. Die Rußteilchen bilden sich aus den Butan-Propan-Molekülen, nachdem diese
ihre Wasserstoffatome als Folge pyrolitischer Prozesse in der Flamme abgegeben haben
und diese Wasserstoffatome mit dem Sauerstoff aus der Umgebungsluft u.a. zu Wassermolekülen
umgewandelt worden sind. Durch Zugabe eines geeigneten Additivs kann die Wachstumsgeschwindigkeit
der Rußteilchen beeinflußt werden. Als die Bildung von Rußteilchen in der Flamme hemmende
Substanzen kommen insbesondere Ferrocen oder Nitromethan in Frage. Die Verwendung
solcher Verbindungen intensiviert nicht nur die Flammenfärbung, sondern setzt auch
die von der Flamme ausgehenden schädlichen Emissionen herab.
[0013] Nachstehend sind folgende Beispiele für die Mischung aus Brennstoff, Farbsubstanz
und die Bildung von Rußteilchen in der Flamme hemmende Substanzen wiedergegeben.
Beispiel 1
[0014]
- Brennstoff:
- Propan-Butan-Gemisch;
- Farbsubstanz:
- Butyllithium, und zwar 1 Teil auf 100 Teile Brennstoff;
- Rußteilchen hemmende Substanz:
- Ferrocen, und zwar 1 Teil auf 10.000 Teile Brennstoff.
Beispiel 2
[0015]
- Brennstoff:
- Propan-Butan-Gemisch;
- Farbsubstanz:
- Trimethyl-, Triethyl-, Tripropylborat, und zwar 1 Teil auf 100 Teile Brennstoff;
- Rußteilchen hemmende Substanz:
- Ferrocen, und zwar 1 Teil auf 10.000 Teile Brennstoff.
Beispiel 3
[0016]
- Brennstoff:
- Propan-Butan-Gemisch;
- Farbsubstanz:
- Lithiumdiisoproylamid, und zwar 1 Teil auf 80 Teile Brennstoff;
- Rußteilchen hemmende Substanz:
- Ferrocen, und zwar 1 Teil auf 10.000 Teile Brennstoff.
1. Feuerzeug mit einem Behältnis, in dem eine brennbare Flüssigkeit zur Erzeugung einer
Flamme eingefüllt ist, wobei die Flüssigkeit eine Mischung aus einem Brennstoff und
einer eine Flammenfärbung bewirkenden Farbsubstanz aus oder mit einer Metallverbindung
enthält oder daraus besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß die Farbsubstanz eine organische Metallverbindung oder
eine Mischung mehrerer solcher Verbindungen ist, welche in dem Brennstoff direkt und
vollständig löslich ist.
2. Feuerzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Metallverbindung bzw. eine der Metallverbindungen
eine Alkali- oder eine Erdalkaliverbindung ist.
3. Feuerzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Farbsubstanz Butyllithium, Lithiumamid, Organo-oxy-boran
und/oder Metall-alkoyid enthält oder daraus besteht.
4. Feuerzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Farbsubstanz Trimethyl-, Triethyl- und/oder Tripropylborat
und/oder Lithiumdiisoproylamid enthält oder daraus besteht.
5. Feuerzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Volumenverhältnis von Farbsubstanz zu Brennstoff im
Bereich 1:150 bis 1:20 liegt.
6. Feuerzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der brennbaren Flüssigkeit eine die Bildung von Rußteilchen
in der Flamme hemmende Substanz zugemischt ist.
7. Feuerzeug nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Substanz Ferrocen und/oder Nithromethan ist.
8. Feuerzeug nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Volumenverhältnis von der die Bildung von Rußteilchen
hemmenden Substanz zu Brennstoff bei 1:10.000 liegt.