[0001] Die Erfindung betrifft Tensidmischungen, die durch eine gute Fett- und Öllösekinetik
verbesserte Reinigungsergebnisse aufweisen und deren Verwendung als Reinigungsmittel
für harte Oberflächen, wie Geschirr und andere verschmutzte Oberflächen.
[0002] Für die Reinigung von verschmutzten Oberflächen werden häufig oberflächenaktive Stoffe,
Tenside, oder deren Mischungen eingesetzt. Dabei ist der Fachmann an möglichst guter
Entfernung von Schmutz interessiert. Besonders hartnäckige Verschmutzungen, wie z.B.
Öl, erweisen sich hierbei oft als großes Problem. Ein besonderes Problem ist dabei
zudem die Unterscheidung hinsichtlich der Leistungsfähigkeit zwischen unterschiedlichen
Tensidgemischen, bzw. die Optimierung der Leistung eines Tensids im Gemisch oder des
Gemisches der Tenside selbst.
[0003] Überraschenderweise wurde festgestellt, daß diese Probleme gelöst werden können,
wenn man Mischungen verwendet, deren Produkt

aus der Differenz der Grenzflächenspannung nach 20 Sekunden, γ
20, und der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γ
eq mit der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γ
eq kleiner ist als 5, bevorzugt kleiner ist als 2 und ganz besonders bevorzugt kleiner
als 0,5 ist.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend ein wäßriges Mittel enthaltend 0,1-50
Gew.-% Tensidmischung aus anionischen und nichtionischen Tensiden, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen 0,1 und 49,9 Gew.-%, anionische und 0,1 bis 49,9 Gew.-% nichtionische
Tenside enthalten sind und gegebenenfalls weitere Tenside enthalten sind und das Produkt

aus der Differenz der Grenzflächenspannung nach 20 Sekunden γ
20 und der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γ
eq mit der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γ
eq kleiner ist als 5, bevorzugt kleiner ist als 2 und ganz besonders bevorzugt kleiner
als 0,5.
[0005] Dabei werden die verwendeten Werte der Grenzflächenspannung mit einer Tensidkonzentration
von 0,15 g/l gegen Mazolaöl, ein handelsübliches Pflanzenöl, bestimmt. Der Gleichgewichtswert
wird mittels des "Spinning Drop Tensiometers" gemessen, der zeitabhängige Wert mittels
der "Tropfen-Volumen-Methode".
Der Fachmann weiß in der Regel, wie er diese Methoden zu verwenden hat. Informationen
erhält man aus der Firmenschrift TVT1 der Fa. Lauda (D-97912 Lauda-Königshofen), der
Firmenschrift Tropfen-Volumentensiometer DVT 10 der Fa. Krüss (D-9209 Schloßberg/Rosenheim),
in SÖFW-Journal 118, 7/92, Seite 435-441 und anderen.
[0006] Anionische Tenside gemäß der vorliegenden Erfindung können aliphatische Sulfate wie
Fettalkoholsulfate, Fettalkoholethersulfate, Fettsäureethersulfate, Dialkylethersulfate,
Monoglyceridsulfate und aliphatische Sulfonate wie Alkansulfonate, Olefinsulfonate,
Ethersulfonate, n-Alkylethersulfonate, Estersulfonate, und Lingninsulfonate sein.
Ebenfalls im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendbar sind Fettsäurecyanamide,
Sulfobernsteinsäureester, Fettsäureisethionate, Acylaminoalkansulfonate (Fettsäuretauride),
Fettsäuresarcosinate, Ethercarbonsäuren und Alkyl(ether)phosphate.
[0007] Man verwendet anionische Tenside bevorzugt in Mengen zwischen 0,1 und 49,9 Gew.-%,
besonders bevorzugt 1 bis 40 Gew.-%.
[0008] Nichtionische Tenside im Rahmen der vorliegenden Erfindung können Alkoxylate sein
wie Polyglycolether, Fettalkoholpolyglycolether, Alkylphenolpolyglycolether, endgruppenverschlossene
Polyglycolether, Mischether, Hydroxymischether und Fettsäurepolyglycolester sein.
Ebenfalls verwendbar sind Ethylenoxid, Propylenoxid, Blockpolymere und Fettsäurealkanolamide
und Fettsäurepolyglycolether. Eine wichtige Klasse nichtionischer Tenside die erfindungsgemäß
verwendet werden kann, sind die Polyol-Tenside und hier besonders die Glucotenside,
wie Alkylpolyglucosid und Fettsäureglucamide. Man verwendet nichtionische Tenside
bevorzugt in Mengen zwischen 0,1 und 49,9 Gew.-%, besonders bevorzugt 1 bis 40 Gew.-%.
[0009] Alkylpolyglycoside sind Tenside, die durch die Reaktion von Zuckern und Alkoholen
nach den einschlägigen Verfahren der präparativen organischen Chemie erhalten werden
können, wobei es je nach Art der Herstellung zu einem Gemisch monoalkylierter, oligomerer
oder polymerer Zucker kommt. Bevorzugte Alkylpolyglykoside können Alkylpolyglucoside
sein, wobei besonders bevorzugt der Alkohol ein langkettiger Fettalkohole oder ein
Gemisch langkettiger Fettalkohole ist und der Oligomerisierungsgrad der Zucker zwischen
1 und 10 liegt.
[0010] Fettsäurepolyhydroxylamide (Glucamide) sind acylierte Reaktionsprodukte der reduktiven
Aminierung eines Zuckers (Glucose) mit Ammoniak, wobei als Acylierungsmittel in der
Regel langkettige Fettsäuren, langkettige Fettsäureester oder langkettige Fettsäurechloride
genutzt werden. Dabei entstehen sekundäre Amide, wenn man statt mit Ammoniak mit Methylamin
oder Ethylamin reduziert, wie z. B. in SÖFW-Journal, 119, (1993), 794-808 beschrieben
wird. Bevorzugt benutzt man Kohlenwasserstoffkettenlängen von C
6 bis C
12 im Fettsäurerest.
[0011] Das erfindungsgemäße Gemisch von anionischen Tensiden und nichtionischen Tensiden
kann man ebenfalls mit amphoteren Tensiden und/oder zwitterionischen Tensiden, Lösungsvermittlern,
Lösungsmitteln, Korrosionsinhibitoren, Konservierungsmitteln, Verdickungsmitteln sowie
Farb- und Duftstoffen einsetzen.
[0012] Zu den Amphotensiden die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, zählen die Alkylbetaine,
die Alkylamidobetaine, die Imidazoliniumbetaine und die Aminopropionate, genauso wie
die Sulfobetaine und Biotenside.
[0013] Als Lösungsvermittler, etwa für Farbstoffe und Parfümöle können beispielsweise Alkanolamine,
Polyole wie Ethylenglycol, Propylenglycol, Glycerin und andere ein- und mehrwertige
Alkohole, sowie Alkylbenzolsulfonate mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen im Alkylrest dienen.
[0014] Als Lösungsmittel sind vor allem die niederen Alkohole mit 1, 2, 3, oder 4 C-Atomen
in der Kette zu nennen.
[0015] Zu den bevorzugten Verdickungsmitteln, die bei Bedarf ebenfalls einzusetzen sind,
zählen Harnstoff, Natriumchlorid, Natriumsulfat, Magnesiumsulfat, Ammoniumchlorid
und Magnesiumchlorid sowie die Kombination dieser Verdickungsmittel.
[0016] Diese und andere in Reinigungsmitteln üblichen Inhaltstoffe kann man erfindungsgemäß
in Mengen bis zu 20 Gew.-% bevorzugt zwischen 0,1 und 10 Gew.-% einsetzen.
[0017] Besonders bevorzugt ist es, die anionische Komponente des Gemisches aus Alkylsulfaten
und Alkylethersulfaten zu gestalten. Dabei kommen für beide Klassen anionischer Tenside
Kettenlängen von C8-C18 bevorzugt von C10-C16 und ganz besonders bevorzugt von C12-C14
in Frage.
[0018] Eine weitere bevorzugte Kombination ist die zwischen Alkylpolyglycosiden und anionischen-Tensiden.
Dabei gilt auch hier die bevorzugte Kettenlänge zwischen C8-C18 besonders bevorzugt
zwischen C10-C16 und ganz besonders bevorzugt von C12-C14 jeweils verzweigt oder unverzweigt.
Der Wert Dp der Alkylpolyglycoside liegt zwischen 1 und 3 bevorzugt zwischen 1,1 und
1,6.
[0019] Die äußerst bevorzugte Kombination der Tenside enthält Alkylpolyglycoside, Alkylsulfate
und Alkylethersulfate.
[0020] Jede dieser Kombinationen kann aber durch die Zugabe von amphoteren Tensiden, wie
Betainen, bevorzugt in Mengen zwischen 0,1 und 15 Gew.-% noch verbessert werden.
[0021] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen von verschmutzten
Gegenständen bei dem man innerhalb einer Zeit von weniger als 60 Sekunden, bevorzugt
weniger als 40 Sekunden und ganz besonders bevorzugt weniger als 20 Sekunden ein oben
genanntes Reinigungsmittel ggf. unter Zuhilfenahme geeigneter mechanischer Hilfsmittel
auf verschmutzte Oberflächen aufbringt, gegebenenfalls durch Maßnahmen ausgewählt
aus der Gruppe Reiben, Schrubben, Wischen, Bürsten, Kratzen und Wienern verteilt und
damit in seiner Wirkung unterstützt und danach eventuell ohne Reinigungsmittelzusatz
trocken oder feucht nachwischt. Hier werden besonders die Mischungen eingesetzt, die
eine günstige Öllöseaktivität auf der schnellen Zeitskala entfalten. Daher werden
diese Mischungen auch als Allzweckreiniger und Spülmittel verwendet. Dies geschieht
entweder unverdünnt, oder bevorzugt in zusätzlicher wäßriger Verdünnung mit Konzentrationen
kleiner 2 g/l bevorzugt 1 g/l und ganz besonders bevorzugt kleiner als 0,5 g/l.
[0022] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Reinigen von verschmutzten
Gegenständen bei dem man innerhalb einer Zeit von mehr als 60 Sekunden, bevorzugt
mehr als 120 Sekunden und ganz besonders bevorzugt mehr als 300 Sekunden ein oben
beschriebenes Reinigungsmittel oder eine verdünnte wäßrige Lösung dieses Reinigungsmittels
auf verschmutztes Geschirr aufbringt und ggf. unter Zuhilfenahme geeigneter mechanischer
Hilfsmittel auf den verschmutzten Gegenstand aufgebracht wird, gegebenenfalls durch
Maßnahmen ausgewählt aus der Gruppe Reiben, Schrubben, Wischen, Bürsten, Kratzen und
Wienern verteilt und damit in seiner Wirkung unterstützt und/oder ergänzt und danach
eventuell ohne Reinigungsmittelzusatz klar abspült und danach trocknet. Hier werden
bevorzugt die Gemische eingesetzt, die einen niedrigen Gleichgewichtswert erzielen.
Daher ist dieses Verfahren auch besonders zum Geschirrspülen geeignet und diese Mittel
werden erfindungsgemäß auch zum manuellen Geschirrspülen verwendet. Dies kann unverdünnt,
aber bevorzugt in zusätzlicher wäßriger Verdünnung mit Konzentrationen kleiner 2 g/l
bevorzugt 1 g/l und ganz besonders bevorzugt kleiner als 0,5 g/l geschehen.
Beispiele
[0023] Die Erfindung soll beispielhaft an folgenden Experimenten beschrieben werden. Die
Anteile des Tensids beziehen sich hier auf Gew.-% bezogen auf die relativen Werte
untereinander.

[0024] Je geringer der Absolutwert des Produktes (D
g2) ist, je besser ist das Mittel als Öl- und Fettlösemittel.
Die reinen Tenside schneiden also als Öl- und Fettlösemittel sehr schlecht ab. Gibt
man aber zu einem anionischen Tensid nichtionisches Tensid hinzu, so verbessert sich
der Wert des erfindungsgemäßen Produktes (D
g2 ,rechte Spalte) erheblich. Gibt man zu einem nichtionischen Tensid anionisches Tensid
dazu, so verbessert sich der Wert des erfindungsgemäßen Produktes ebenfalls.
[0025] Bei Zugabe von Amphotensiden ergeben sich die besten Werte, d.h. die niedrigsten
Werte im Produkt (D
g2). Hier zeigt sich auch deutlich, daß mit anderen Parametern, wie z. B. dem Quotienten
aus den Meßwerten (D
g1) keine deutliche Differentierung möglich ist.
1. Wäßrige Mittel enthaltend 0,1-50 Gew.-% Tensidmischung aus anionischen und nichtionischen
Tensiden, dadurch gekennzeichnet, daß
• zwischen 0,1 und 49,9 Gew.-%, anionische und 0,1 bis 49,9 Gew.-% nichtionische Tenside
enthalten sind und gegebenenfalls weitere Tenside enthalten sind und
• das Produkt

aus der Differenz der Grenzflächenspannung nach 20 Sekunden γ20 und der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γeq mit der Gleichgewichtsgrenzflächenspannung γeq kleiner ist als 5, bevorzugt kleiner ist als 2 und ganz besonders bevorzugt kleiner
als 0,5.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 1 bis 40 Gew.-% Tenside enthalten
sind, wobei zwischen 1 und 39 Gew.-% anionische Tenside und 1 und 39 Gew.-% nichtionische
Tenside enthalten sind.
3. Mittel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich kationische
oder amphotere Tenside, bevorzugt Betaine, in Mengen zwischen 0,1 und 15 Gew.-% enthalten
sind.
4. Mittel nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich noch andere
in Reinigungsmitteln übliche Inhaltstoffe in Mengen von bis zu 20 Gew.-% bevorzugt
0,1 bis 10 Gew.-% enthalten sind.
5. Mittel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die anionische Komponente
des Tensidgemisches ein Gemisch aus Fettalkoholsulfat und Fettalkoholethersulfate
enthält.
6. Mittel nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Tensidgemisch
ein Gemisch aus Fettalkoholsulfat, Fettalkoholethersulfat und Alkylpolyglycosid enthält.
7. Verfahren zum Reinigen von verschmutzten Gegenständen dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb einer Zeit von weniger als 60 Sekunden, bevorzugt weniger als 40 Sekunden
und ganz besonders bevorzugt weniger als 20 Sekunden ein Reinigungsmittel nach den
Ansprüchen 1 bis 6 ggf. unter Zuhilfenahme geeigneter mechanischer Hilfsmittel auf
verschmutzte Oberflächen aufgebracht wird, gegebenenfalls durch Maßnahmen ausgewählt
aus der Gruppe Reiben, Schrubben, Wischen, Bürsten, Kratzen und Wienern verteilt und
damit in seiner Wirkung unterstützt wird und danach eventuell ohne Reinigungsmittelzusatz
trocken oder feucht nachgewischt wird.
8. Verfahren zum Reinigen von verschmutzten Gegenständen dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb einer Zeit von mehr als 60 Sekunden, bevorzugt mehr als 120 Sekunden und
ganz besonders bevorzugt mehr als 300 Sekunden ein Reinigungsmittel nach Anspruch
1 bis 6 oder eine verdünnte wäßrige Lösung dieses Reinigungsmittels auf die verschmutztes
Geschirr aufgebracht wird und ggf. unter Zuhilfenahme geeigneter mechanischer Hilfsmittel
auf den verschmutzten Gegenstand aufgebracht wird, gegebenenfalls durch Maßnahmen
ausgewählt aus der Gruppe Reiben, Schrubben, Wischen, Bürsten, Kratzen und Wienern
verteilt und damit in seiner Wirkung unterstützt und/oder ergänzt wird und danach
eventuell ohne Reinigungsmittelzusatz klar abgespült und danach getrocknet wird.
9. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1 bis 6 als Allzweckreiniger.
10. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1 bis 6 in zusätzlicher wäßriger Verdünnung
mit Konzentrationen kleiner 2 g/l bevorzugt 1 g/l und ganz besonders bevorzugt kleiner
als 0,5 g/l als Allzweckreiniger.
11. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1 bis 6 als Handgeschirrspülmittel.
12. Verwendung eines Mittels nach Anspruch 1 bis in zusätzlicher wäßriger Verdünnung mit
Konzentrationen kleiner 2 g/l bevorzugt 1 g/l und ganz besonders bevorzugt kleiner
als 0,5 g/l als Handgeschirrspülmittel.