[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante nach dem Oberbegriff
der Patentansprüche 1 und 11 sowie eine Webmaschine mit derartigen Vorrichtungen.
[0002] Vorrichtungen zum Bilden einer Dreherkante sind aus der DE 25 38 135 C2 und aus der
DE 28 11 275 A1 bekannt.
Die Vorrichtungen besitzen zwei Dreherfadenspulen, von denen die Dreherfäden zur Kantenbildung
am Gewebe abgezogen werden.
Außer daß die Vorrichtungen synchron mit der Webmaschine drehbar angetrieben sind,
bzw. vorzugsweise mit dem Webmaschinenantrieb kombiniert sind, sind konkrete Merkmale
über deren Antrieb und Steuerung nicht offenbart.
Zur Aufrechterhaltung der Fadenspannung bei Fachwechsel sind die Vorrichtungen mit
Spannmittel ausgerüstet, z.B. mit Spannfedern.
[0003] Aus der EP 0 020 796 A1 ist eine Dreherfaden-Liefervorrichtung für Webmaschinen bekannt,
von der aus die Dreherfäden unter der Wirkung eines Fadenspanners einer Kantenbildeeinrichtung
zugeführt werden. Die Art des Antriebes der Kantenbildeeinrichtung ist, wenn die Einrichtung
eine Dreherscheibe oder ein zur Dreherscheibe äquivalentes Mittel ist, nicht offenbart.
[0004] Schließlich ist aus der US-PS 2,399, 880 eine Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante
an auf Webmaschinen herzustellendem Gewebe bekannt. Die Vorrichtung besteht aus einer
drehangetriebenen Dreherscheibe, deren Antrieb vom Webmaschinenantrieb abgeleitet
ist.
Wie die Dreherfäden bei Wechsel des Dreherfaches gespannt gehalten werden, wird nicht
offenbart. Die Dreherfadenspulen sind lediglich mit einem Bremsmittel ausgerüstet,
das die Spannung des Dreherfadens auf dem Wege von der Dreherspule zur Dreherscheibe
aufrechterhalten soll.
[0005] Allen vorstehend genannten Vorrichtungen zum Bilden einer Gewebekante ist gemeinsam,
daß die Gewebekante nicht durch Dreherfäden führende Mittel gebildet wird, die in
ihrer Drehrichtung umkehrbar angetrieben sind.
[0006] Eine Dreherkantenvorrichtung der im Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 11 genannten
Art ist aus der DE 195 48 955 C1 bekannt.
In einer ersten Anordnungsversion der Dreherkantenvorrichtung ist die Drehachse des
Rotors parallel zu den Kettfäden und außerhalb der Webschäfte angeordnet. Aufgrund
des von dem Führungselement beanspruchten Freiraumes zur Rotation neben dem äußeren
Kettfaden wird eine Dreherkante erzeugt, die in einem Abstand vom eigentlichen Geweberand
entfernt liegt.
Eine solche Dreherkante macht anwendungstechnisch keinen Sinn.
[0007] Um die Dreherkante anwendungstechnisch sinnvoll unmittelbar neben dem äußeren Kettfaden
eines Gewebes zu erzeugen, ist in einer zweiten Anordnungsversion der Drehervorrichtung
die Drehachse des Rotors in einem Winkel von vorzugsweise 45° zu den Kettfäden angeordnet
und im Zusammenhang damit eine Umlenkrolle für die Dreherfäden erforderlich.
[0008] Die Patentschrift offenbart nicht, ob es sich hierbei um eine drehend gelagerte oder
um eine drehfest angeordnete oder um eine drehangetriebene Umlenkrolle handelt. Insofern
wird auch nicht offenbart, wie ein durch die Rotation des Führungselementes der Dreherkantenvorrichtung
sich aufbauender Stau verkordelter Dreherfäden an der Umlenkrolle vermieden wird,
wie ferner in diesem Zusammenhang vermieden wird, daß die Dreherfaden-Fachbildung
gestört und wie des weiteren Dreherfadenbrüche, die auf der Fadenverkordelung beruhen,
vermieden werden.
[0009] Bei der Anmelderin durchgeführte Erprobungen von Dreherkantenvorrichtungen mit rotierendem
Fadenführungselement und mit einer umlenkenden Führung der Dreherfäden haben gezeigt,
daß bei einer drehfest angeordneten Umlenkrolle und bei der Verwendung eines dehnungsarmen,
reißfesten Dreherfadenmaterials der Qualität Nm200/1 sich ein Dreherfaden-Fach wegen
der Verkordelung an der Umlenkwelle nicht synchron zum Webfach und zum Schußfadeneintrag
aufbaut und folglich der Schußfaden entweder fehlerhaft oder gar nicht am Geweberand
abgebunden wird.
Ist die Umlenkrolle als solche z.B. drehend gelagert, kann ein ungewolltes Rückwärtsdrehen
der Rolle, hervorgerufen durch Maschinenschwingungen, nicht ausgeschlossen werden.
Auch in einem solchen Fall ist die Dreherfaden-Fachöffnung blockiert und daher der
Schußfadeneintrag als auch das Bilden der Dreherkante gestört.
[0010] In einer weiteren in der oben genannten DE 195 48 955 C1 offenbarten Dreherkantenvorrichtung
ist die Drehachse des Rotationskörpers, welche als Hohlwelle ausgebildet ist, rechtwinklig
zu den Kettfäden ausgerichtet. Hierbei sind auf der Hohlwelle wenigstens zwei Führungselemente
beabstandet voneinander angeordnet.
Nachteil ist hier, daß aufgrund der häufigen Dreherfaden-Umlenkungen auf dem Weg von
den Spulen bis zum Gewebe ein Zugspannungsausgleich in den Dreherfäden bei jedem Fachwechsel
nicht erfolgt und daher keine korrekte Fachausbildung gegeben ist.
Dieser Nachteil führt dazu, daß der Schußfadeneintrag z.B. auf einer Luftdüsenwebmaschine
nicht korrekt erfolgen kann, weil der Schußfaden mit dem betreffenden zugspannungslosen
Dreherfaden kollidiert.
[0011] Eine funktionsfähige Lösung kann hier darin bestehen, daß, wenn sich z.B. die Dreherfäden
im Fachwechsel befinden, eine Spannkraft auf die Dreherfäden aufgebracht wird.
Die vorgenannten nachteiligen Wirkungen, die der zuletzt erwähnten Vorrichtung anhaften,
treten gleichermaßen bei der genannten Dreherkantenvorrichtung auf, deren Drehachse
in einem Winkel von etwa 45° zu den Kettfäden gelegen ist.
[0012] Ausgehend von den Unzulänglichkeiten aus dem bekannten Stand der Technik ist es Aufgabe
der Erfindung,
a) sicherzustellen, daß eine notwendige Dreherfaden-Umlenkung auf dem Wege zwischen
der vorbekannten Dreherkantenvorrichtung und den abzubindenden Schußfäden nicht zur
Störung der Dreherfaden-Fachbildung führt und
b) sicherzustellen, daß bei Fachwechsel der Dreherfäden diese über eine ausreichende
Zugspannung verfügen, um eine korrekte Ausbildung des Dreherfadenfaches zu erhalten.
[0013] Erfindungsgemäß werden die Aufgaben durch die technischen Merkmale der Ansprüche
gelöst.
[0014] Danach ist gemäß Anspruch 1 erfindungswesentlich, daß der rotationssymmetrische Körper,
wie dieser zum Umlenken der Dreherfäden erforderlich ist, in wenigstens einer Richtung
um seine geometrische Längsachse drehbar ist und diese Drehbarkeit entweder von den
Dreherfäden selbst ausgeht, aufgrund einer gewissen, zwischen der Oberfläche des Körpers
und der Oberfläche der Fäden bestehenden Haftreibung, oder aufgrund eines mit dem
Körper verbundenen Drehantriebes.
[0015] Ist der Körper nicht zwangsläufig angetrieben, ist es von Vorteil , wenn dieser mit
einer Rücklaufsperre versehen ist.
Eine solche Sperre soll ein Drehen des Körpers entgegen der Lieferrichtung der Dreherfäden
vermeiden, damit nicht in ungewollter Weise die Verkordelung der Dreherfäden durch
den Körper begünstigt wird.
[0016] Ist der Körper zwangsläufig angetrieben, z.B. durch einen elektromotorischen Antrieb,
der synchron zur Webfachbildung von der Maschinensteuerung angesteuert wird, ist in
vorteilhafter Weise eine Verkordelung der Dreherfäden am Umlenkkörper ausgeschlossen.
Damit wird eine Dreherfaden-Fachbildung synchron zur Webfachbildung erreicht, ein
korrekter Eintrag des Schußfadens gewährleistet und eine Randabbindung der Schußfäden
durch die Dreherfäden gesichert.
[0017] Anstelle eines elektromotorischen Antriebs könnte z.B. ein pneumatischer Antrieb
in Betracht gezogen werden.
[0018] Im Hinblick auf die Oberflächengestaltung des Umlenkkörpers hat sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn diese profiliert ausgebildet ist. Es ist von Vorteil, wenn der Körper
im Querschnitt als Vielkant ausgebildet ist und eine Oberfläche aufweist, die z.B.
einen hohen Reibungswiderstand besitzt.
Die Oberfläche kann z.B. gummiert sein. Aber auch eine glatte Oberfläche in Verbindung
mit dem Vielkantquerschnitt hat sich als vorteilhaft im Zusammenwirken mit den Dreherfäden
erwiesen.
[0019] Gemäß der Ansprüche 1 und 11 ist erfindungswesentlich, daß den Dreherkantenvorrichtungen
eine Dreherfaden-Spanneinrichtung vorgeordnet ist und zwar zwischen den Dreherfadenspulen
und der Dreherkantenvorrichtung selbst. Mit einer Spanneinrichtung, die z.B. pneumatischer
oder aber mechanischer Wirkungsweise sein kann, wird in vorteilhafter Weise beim Wechsel
des Dreherfadenfachs eine Zugspannung auf die Dreherfäden aufgebracht, die die auf
einen Fachwechsel folgende Dreherfadenfachbildung korrekt gewährleistet.
[0020] Eine solche pneumatisch wirkende Spanneinrichtung besteht erfindungsgemäß aus wenigstens
einem zwischen den Dreherfadenspulen und der Dreherkantenvorrichtung angeordneten
zylindrisch ausgebildeten, in der Ebene des Dreherfadenlaufes liegenden Fadenführungskanal,
in dem beide Dreherfäden geführt sind und in welchem Kanal entgegen der Abzugsrichtung
der Dreherfäden eine Injektordüse mündet.
Diese Spanneinrichtung kann im Takt mit dem Dreherfadenfachwechsel gesteuert werden.
Dazu ist eine pneumatische Steuerung vorhanden, mit einem elektrisch ansteuerbaren
Stellventil, das signalübertragend mit der speicherprogrammierbaren Steuerung der
Webmaschine in Verbindung steht.
Das pneumatische Medium wird z.B. von einem maschinengebundenen Druckspeicher über
das Stellventil zur Injektordüse geliefert.
[0021] Eine mechanisch wirkende Dreherfaden-Spanneinrichtung kann z.B. aus einem die Dreherfäden
aus der Lieferrichtung zur Dreherkantenvorrichtung auslenkenden Mittel bestehen, das
gesteuert oder ungesteuert die Fadenauslenkung bewirkt. Eine andere Lösungsvariante
besteht z.B. in einem Auslenkhebel, der mit einem vorgespannten Federelement wirkverbunden
ist. Hierbei wirkt der Auslenkhebel permanent auf die Dreherfäden oder auf deren eventuelle
Verkordelung.
[0022] Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung beispielhaft erläutert:
[0023] Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch eine Dreherkantenvorrichtung, deren Drehachse rechtwinklig zu den Kettfäden
ausgerichtet ist, mit einer Dreherfaden-Spanneinrichtung;
- Figur 2
- schematisch eine Dreherkantenvorrichtung, deren Drehachse im Winkel von etwa 45° zu
den Kettfäden ausgerichtet ist, mit einem rotationssymmetrischen Fadenführer und einer
Dreherfaden-Spanneinrichtung;
- Figur 3
- den rotationssymmetrischen Körper als Vielkant in Verbindung mit einem Elektromotor;
- Figur 4
- den rotationssymmetrischen Körper im Querschnitt;
- Figur 5
- eine Dreherfaden-Spanneinrichtung mit Elektromotorantrieb;
- Figur 6
- eine Dreherfaden-Spanneinrichtung mit Federantrieb.
[0024] Bei der in Figur 1 und 2 dargestellten Vorrichtung 1 ist ein insgesamt mit 5 bezeichneter
Motor vorgesehen, der eine als Hohlwelle ausgebildete Drehachse 6 besitzt. Die Hohlwelle
dient dem Hindurchführen der Dreherfäden 9,10.
Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform, in der die Drehachse 6 quer zu den
Kettfäden 11 des zu bildenden Gewebes 12 verläuft, sind zwei Führungselemente 13,14
vorgesehen.
Jedes Führungselement 13,14 besteht aus zwei Armen 15,16 bzw. 17,18. Die beiden Führungselemente
13,14 verlaufen parallel zueinander und sind am jeweils stirnseitigen Ende der Drehachse
eines im Motor 5 integrierten Rotors befestigt, wie sich dies aus Figur 1 deutlich
erkennen läßt. Die Arme 15,16 bzw. 17,18 sind endseitig hakenförmig gebogen ausgebildet
und weisen im Bereich der hakenförmigen Biegungen die Ösen 19,20 bzw. 21,22 auf. Diese
Ösen dienen der Durchführung der Dreherfäden 9,10, die von den Garnspulen 7,8 abgezogen
werden. Bei Rotation der Führungselemente 13,14 entsteht im Bereich des Gewebes 12
eine Volldreherkante 2.
Im Bereich der Zuführung der Dreherfäden 9,10 von den Garnspulen 7,8 erfolgt zwangsläufig
eine Verdrillung bzw. Verkordelung der Dreherfäden. Diese Verdrillung wird dadurch
wieder aufgehoben, daß die Drehrichtung der Führungselemente 13,14 nach einer bestimmten
Anzahl Umdrehungen in der einen Richtung nachfolgend umgekehrt wird.
Eine Entdrillung der Dreherkante 2 wird hierbei dadurch vermieden, daß zwischen den
Dreherfäden 9,10 die Schußfäden 39 einliegen. Das bedeutet, daß auch bei der Entdrillung
der Verdrillungen vor dem Führungselement 13 die Bildung der Dreherkante durch Verdrillung
mit den betreffenden Schußfäden fortgesetzt wird.
[0025] Die Arbeitsweise der Vorrichtung 1 ist nun derart, daß bei beispielsweise einem Motor
5, dessen Rotor eine als Hohlwelle ausgebildete Drehachse 6 besitzt, der Rotor so
angetrieben wird, daß seine Drehung mit der Bewegung der in Figur 2 angedeuteten Webschäfte
38 synchronisiert ist, so daß für den Schußfadeneintrag die erforderliche Webfachöffnung
und die erforderliche Dreherfachöffnung zur Bildung einer Volldreher-Gewebekante synchron
entstehen kann.
Wahlweise kann durch einen entsprechenden Phasenversatz in der Synchronisation zwischen
der Drehbewegung des Rotors und der Webschaftbewegung auch eine zeitlich versetzte
Abbindung der Schußfäden erreicht werden. D.h., eine derartige Vorrichtung arbeitet
schaftunabhängig im Gegensatz zu Dreherkantenvorrichtungen, die in die Webschäfte
eingeordnet sind und mit diesen bewegt werden.
[0026] In Figur 2 ist eine Dreherkantenvorrichtung 1 dargestellt, die einen motorischen
Antrieb 5 besitzt und die die gleiche Funktionsweise aufweist, wie die in Figur 1
beschriebene Dreherkantenvorrichtung.
Die Drehachse 6 des Motors 5 hat hier eine Stellung von etwa 45° zu den Kettfäden
11. Allerdings muß hier eine Dreherfadenführung zwangsläufig über eine Fadenumlenkung
erfolgen, um die Dreherfäden 9,10 derart zum Gewebe 12 führen zu können, daß eine
Dreherfachbildung ermöglicht wird.
Zur Fadenumlenkung ist ein nahe des äußeren Kettfadens 11 angeordneter rotationssymmetrischer
Körper 23 vorgesehen.
[0027] In dem Ausführungsbeispiel Figur 1 und 2 ist erfindungsgemäß zwischen den Garnspulen
7,8 und der betreffenden Dreherkantenvorrichtung 1 eine Dreherfaden-Spanneinrichtung
platziert, die insbesondere bei Dreherfachwechsel eine der Abzugsrichtung 28 der Dreherfäden
9,10 entgegenwirkende Zugspannung in den Dreherfäden erzeugt.
Damit wird sichergestellt, daß die Dreherfäden bei Fachwechsel gestrafft sind und
nachfolgend eine korrekte Dreherfachbildung erzielt wird.
Dadurch werden fehlerhafte Schußeinträge, fehlerhafte Schußfaden-Abbindungen und gegebenenfalls
Dreherfaden- und Schußfadenbrüche vermieden.
Dies führt zur Reduzierung von Maschinenabstellungen, zur Reduzierung von Maschinenstillständen
und folglich zur Produktivitätssteigerung der Webmaschine.
[0028] Bei der Dreherfaden-Spanneinrichtung 26 gemäß der Figur 1 und 2 handelt es sich um
eine pneumatisch wirkende Einrichtung. Die Einrichtung ist vorzugsweise in der Ebene
der Dreherkantenbildung gelegen, um weitere Dreherfadenumlenkungen auf dem Wege von
den Spulen 7,8 zur Dreherkantenbildung am Gewebe 2 zu vermeiden.
Die Einrichtung 26 selbst besteht aus einem zylindrischen Fadenführungskanal 27 in
den, entgegen des Dreherfadenabzugs, die Austrittsöffnung einer Injektordüse 29 mündet.
Die Injektordüse 29 ist über eine mit einem nicht dargestellten Druckspeicher verbundene
Druckleitung 30a mit einer pneumatischen Steuerung 30, umfassend ein elektromagnetisches
Stellventil 30b, verbunden.
Das Stellventil 30b ist über die Steuerleitung 30c mit der speicherprogrammierbaren
Steuerung 3 der Webmaschine signalübertragend verbunden.
Auch der Motor 5 ist über eine Steuerleitung 5a signalübertragend mit der Steuerung
3 verbunden. Damit ist erreichbar, daß wenigstens zeitgleich mit dem Dreherfachwechsel
die Dreherfäden 9,10 pneumatisch beaufschlagt werden können und eine entsprechende
Zugspannung auf die Dreherfäden erzeugt werden kann.
[0029] In Figur 5 und 6 wird eine mechanisch wirkende Dreherfaden-Spanneinrichtung 26 offenbart.
Beide Einrichtungen besitzen wenigstens ein in die Laufrichtung 31 der Dreherfäden
9,10 eingeordnetes Fadenauslenkmittel 32.
In Figur 5 ist das Auslenkmittel 32 mit einem motorischen Antrieb 33 wirkverbunden.
Der Antrieb 33 ist über eine Steuerleitung 33a mit der Steuerung 3 signalübertragend
verbunden.
Durch eine ständige Abgabe elektrischer Steuersignale an den Antrieb 33 kann durch
Bewegen des Auslenkmittels 32 eine Auslenkung der Dreherfäden 9,10 in Richtung des
Doppelpfeiles 40 erfolgen und damit den Dreherfäden eine Zugspannung auferlegt werden,
die dafür sorgt, daß das Dreherfach zeitlich und geometrisch korrekt ausgebildet wird.
[0030] Figur 6 zeigt den gleichen technischen Aufbau wie Figur 5, allerdings steht hier
das Auslenkmittel 32 mit einem permanent wirkenden Spannelement in Verbindung. Das
Spannelement ist hier z.B. eine vorgespannte Spiralfeder 34. Das Auslenkelement 32
ist in Figur 6 ungesteuert und wirkt daher ständig auf die Dreherfäden im Sinne des
Gespannthaltens.
[0031] Zum Umlenken der von der Dreherkantenvorrichtung 1 gemäß Figur 2 weggeführten und
zum Gewebe 12 hingeführten Dreherfäden 9,10 ist ein rotationssymmetrischer Körper
23 vor den Webschäften 38 und nahe des äußeren Kettfadens 11 angeordnet.
Figur 3 zeigt den rotationssymmetrischen Körper 23 vergrößert und in Verbindung mit
einem Antrieb 25, der z.B. ein elektrisch ansteuerbarer Stellmotor sein kann. Der
rotationssymmetrische Körper 23 besitzt einen Vielkantquerschnitt, wie in Figur 4
zu erkennen ist.
Die von der Dreherkantenvorrichtung 1 gemäß Figur 2 in Richtung Gewebe 12 geführten
Dreherfäden 9,10 verdrillen sich gemäß Stand der Technik, wenn sie am Körper 23 nicht
den notwendigen Widerstand gegen eine vorzeitige Verdrillung erfahren.
Aufgrund eines vorhandenen Transportwiderstandes am fadenumlenkenden Körper 23, der
gemäß Stand der Technik z.B. eine Rolle oder eine Walze ist, wird also ein Dreherfach
nicht ausgebildet und eine Dreherkante nicht erzielt.
Die vorzeitige Verdrillung der Dreherfäden 9',10' ist hier schematisch durch die unterbrochene
Linie 9',10', nach der Umlenkung der Dreherfäden 9',10' am Körper 23 verdeutlicht.
Durch die erfindungsgemäße Querschnittsgestaltung und/oder einer entsprechenden Oberflächenausbildung
im Zusammenhang mit einer drehenden Lagerung oder einem Drehantrieb für den Körper
23 ist eine Dreherfachbildung durch die Dreherkantenvorrichtung gemäß Figur 2 sichergestellt.
ZEICHNUNGS-LEGENDE
[0032]
- 01
- Dreherkantenvorrichtung
- 02
- Dreherkante
- 03
- Steuerung
- 04
- Rotationskörper
- 05
- Motor
- 05a
- Steuerleitung
- 06
- Drehachse
- 07
- Spule
- 08
- Spule
- 09
- Dreherfaden
- 09'
- Dreherfaden
- 10
- Dreherfaden
- 10'
- Dreherfaden
- 11
- Kettfäden
- 12
- Gewebe
- 13
- Führungselement
- 14
- Führungselement
- 15
- Arm
- 16
- Arm
- 17
- Arm
- 18
- Arm
- 19
- Öse
- 20
- Öse
- 21
- Öse
- 22
- Öse
- 23
- rotationssymmetrischer Körper
- 24
- Längsachse
- 25
- Antrieb
- 25a
- Steuerleitung
- 26
- Dreherfaden-Spanneinrichtung
- 27
- Fadenführungskanal
- 28
- Richtungspfeil
- 29
- Injektordüse
- 30
- Steuerung
- 30a
- Druckleitung
- 30b
- Stellventil
- 30c
- Steuerleitung
- 31
- Laufrichtung
- 32
- Auslenkmittel
- 33
- Motor
- 33a
- Steuerleitung
- 34
- Federelement
- 38
- Webschaft
- 39
- Schußfaden
- 40
- Doppelpfeil
1. Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante (2), insbesondere für eine Webmaschine, die
eine speicherprogrammierbare Steuerung (3) besitzt, bestehend aus einem antreibbaren
Rotationskörper (4), der der Rotor eines Elektromotors (5) mit steuerbarer Drehrichtungsumkehr
ist, wobei der Motor (5) mit der Steuerung (3) signalübertragend verbunden ist, wobei
der Rotationskörper (4) eine Drehachse (6) aufweist, die als Hohlwelle ausgebildet
ist, durch welche von Spulen (7,8) lieferbare Dreherfäden (9,10) geführt sind, und
wobei die Drehachse (6) in einem Winkel von bis zu 90° zu den Kettfäden (11) eines
zu bildenden Gewebes (12) angeordnet ist, wobei mindestens ein Führungselement (13)
auf der Drehachse (6) angeordnet ist, das einen ersten Arm (15) und einen zweiten
Arm (16) ausbildet und jeder Arm endseitig eine Öse (19,20) zum Hindurchführen eines
Dreherfadens (9,10) aufweist und wobei der aus der jeweiligen Öse (19,20) austretende
Dreherfaden (9,10) über einen im Bereich des äußeren Gewebe-Kettfadens (11) angeordneten
rotationssymmetrischen Körper (23) zum Gewebe (12) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der rotationssymmetrische Körper (23) in wenigstens einer Richtung um seine geometrische
Längsachse (24) drehbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (23) mit einem elektromotorischen Antrieb (25) in Wirkverbindung steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromotorische Antrieb (25) signalübertragend mit der Steuerung (3) verbunden
ist und sowohl der Motor (5) als auch der Antrieb (25) derart von der Steuerung (3)
angesteuert wird, daß die Antriebe (5,25) synchron tätig sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb (25) ein Schrittmotor ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Körper (23) mit einem pneumatischen Antrieb in Wirkverbindung steht.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsoberfläche des Körpers (23) einen Mitnahmeeffekt auf die Dreherfäden
(9,10) ausübt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsoberfläche glatt ist, aber Profilierungen besitzt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsoberfläche gummiert ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Querschnitt des Körpers (23) ein Vielkant ausbildet.
10. Webmaschine mit Vorrichtungen zum Bilden einer Dreherkante nach den Ansprüchen 1 bis
9, dadurch gekennzeichnet, daß der rotationssymmetrische Körper (23) in wenigstens einer Richtung um seine geometrische
Längsachse (24) drehbar ist und daß zwischen den Spulen (7,8) und dem ersten Führungselement
(13) wenigstens eine Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung zum Bilden einer Dreherkante (2), insbesondere für eine Webmaschine, die
eine speicherprogrammierbare Steuerung (3) besitzt, bestehend aus einem antreibbaren
Rotationskörper (4), der der Rotor eines Elektromotors (5) mit steuerbarer Drehrichtungsumkehr
ist, wobei der Elektromotor (5) mit der Steuerung (3) signalübertragend verbunden
ist, wobei der Rotationskörper (4) eine Drehachse (6) aufweist, die als Hohlwelle
ausgebildet ist, durch welche von Spulen (7,8) lieferbare Dreherfäden (9,10) geführt
sind, und wobei die Drehachse (6) in einem Winkel von bis zu 90° zu den Kettfäden
(11) eines zu bildenden Gewebes (12) angeordnet ist, mit einem ersten Führungselement
(13) und einem zweiten Führungselement (14), wobei beide Führungselemente (13,14)
zueinander beabstandet auf der Drehachse (6) des Rotationskörpers (4) angeordnet sind,
wobei die Führungselemente (13,14) als Arme (15,16;17,18) ausgebildet sind und jeder
Arm endseitig Ösen (19,20;21,22) zum Hindurchführen der Dreherfäden (9,10) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Spulen (7,8) und dem ersten Führungselement (13) wenigstens eine
Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) einen zylindrischen Fadenführungskanal
(27) ausbildet, in welchem eine entgegen der Richtung (28) des Dreherfadenabzugs wirksame
Injektordüse (29) mündet.
13. Vorrichtung nach den Ansprüchen 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) pneumatisch wirkend ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) mit einer Steuerung (30) wirkverbunden
ist, welche Steuerung (30) signalübertragend mit der speicherprogrammierbaren Steuerung
(3) in Verbindung steht.
15. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) mechanisch wirkend ist.
16. Vorrichtung nach den Ansprüchen 11 und 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) auf wenigstens einem die Dreherfäden (9,10)
aus ihrer Laufrichtung (31) auslenkenden Mittel (32) besteht, das mit einem Antrieb
(33) wirkverbunden ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb ein Elektromotor ist, der mit der Steuerung (3) signalübertragend
verbunden ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb ein vorgespanntes Federelement (34) ist.
19. Webmaschine mit Vorrichtungen zum Bilden einer Dreherkante nach den Ansprüchen 11
bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Spulen (7,8) und dem ersten Führungselement (13) wenigstens eine
Dreherfaden-Spanneinrichtung (26) vorgesehen ist.