(57) Die Erfindung betrifft eine Drahthohlflechtleine aus zug-, reiß- und abriebfestem
Chemiefaserstoff mit hydrophober Eigenschaft, wie zum Beispiel Polyamid, Polypropylen,
Polyester. Die erfindungsgemäße Leine eignet sich besonders als Schwimm- und Beschwerungsleine
für Fischfang- und Fischaufzuchtnetze im eiskalten oberflächennahen Bereich der gesamten
Hydrosphäre.
Durch getaktete verzögerte Abzugsgeschwindigkeit während des Klöppelflechtvorganges
wird am definierten Einsatzort der Schwimm- und Beschwerungskörper der Flechtwinkel
der einzelnen oder gefachten monofilen Chemiefaserdrähten in Flechtrichtung derart
gestellt, daß durch Aufweitung und anschließend wieder Verengung des Drahthohlflechtmantels
der vorzugsweise als Ellipsoid geformte Schwimm- oder Beschwerungskörper ohne zusätzliche
Klettfäden fest vom Drahtgeflechtmantel aufgenommen und umschlossen ist. Die Drähte
besitzen einen Durchmesser von 0,3 mm bis 0,5 mm und werden mit einer mit 16 oder
24 Klöppeln ausgerüsteten Flechtmaschine zu einer hohlen Leine mit einem Durchmesser
von 3 bis 7 mm geflochten. Die Leine zeichnet sich besonders durch hohe Scheuer- und
Bruchfestigkeit aus.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Drahthohlflechtleine aus zug-, reiß- und abriebfestem
Chemiefaserstoff mit vorzugsweise hydrophober Eigenschaff und deren Herstellung im
Seilerbetrieb. Die Drahthohlflechtleine ist insbesondere im fischereibewirtschafteten,
eishaltigen oberflächennahen Bereich der gesamten Hydrosphäre einsetzbar.
[0002] Zur Bewirtschaftung von Meeren, Binnen- und Küstengewässern benötigt die Fischerei
für ihre Schwimm-, Treib- und Stellnetze sowie bei ihren Netzkäfigen und Netzbehältern
zur Fischaufzucht geeignete Ober- und Unterleinen, zwischen denen das Netz zum Fangen
oder zur Zucht der Fische senkrecht zum Erdboden angeordnet ist.
[0003] Die Oberleine, auch Schwimmleine genannt, muß dabei den erforderlichen Auftrieb und
die Unterleine die ausreichenden Beschwerung des Netzes beim Fangbetrieb garantieren.
Zudem haben sie auf Grund der erheblichen Kräfte, die beim Einholen der mit Meerestieren
gefüllten Netze mittels Winden über Powerblöcke oder ähnlichen, mit Gummi beschichteten
Scheiben oder Rollen versehenen Transporteinrichtungen der Fangschiffen wirken, den
Forderungen nach einer sehr hohen Zug-, Reiß- und Abriebfestigkeit zu genügen.
[0004] Es ist bekannt, daß die verzwirnten, gedrillten oder geschlagenen Leinen aus Naturstoffen
, wie zum Beispiel der Hanf oder Sisal, in der modernen Fischerei durch Leinen aus
hydrophoben Chemiefaserstoffen wie Polyamid, Polyester, Polyolefine und ähnliche aufgrund
ihrer besseren Eigenschaften im Wasser und durch ihre ausgezeichneten Zug-, Scheuer-
und Dauerbiegefestigkeit während des Hievbetriebes ersetzt werden. Der Auftrieb der
Oberleine wird mittels quaderförmigen Schwimmkörpern aus Kork oder hydrophoben Plasteschaumstoffen
oder mittels kugelförmigen Plastehohlkörpern erzielt, die in Abständen voneinander
unmittelbar an diese Leine angebunden sind. Die Abstände der Schwimmkörper stehen
in Abhängigkeit vom erforderlichen Auftrieb und von der vorherrschenden Strömungsgeschwindigkeit
des Wassers.
[0005] Zur Herstellung der Oberleine selbst eignet sich besonders die polyfil angeordnete
Mikrofaser aus Polypropylen aufgrund ihrer geringeren Dichte als Wasser.
[0006] Die Unterleine ist dagegen vorzugsweise aus polyfilen Mikrofasern der Chemiefaserstoffe
Polyamid und Polyester gefertigt, da deren Dichte geringfügig über der des Wassers
liegen.
[0007] An dieser Leine sind in Abständen Gewichtskörper aus vorzugsweise korrosionsfestem
Metall, beispielsweise Bleigewichte, zur Beschwerung des Netzes angebunden.
[0008] Da die einzelnen extern an den Leinen angeordneten Schwimm- und Beschwerungskörper
beim maschinell betriebenen Hievvorgang des Netzes hinderlich sind, sind Flechtleinen
aus mehreren parallel geführten oder vorgedrillten polyfilen Makrofasern in Klöppeltechnik
entwickelt worden. Im geklöppelten Flechtfasermantel der Leine ist ein Klettfaden
angeordnet, der bei der Oberleine innerhalb des fest geschlossenen Flechtfaserkemmantels
in Abständen spindelförmige hydrophobe Schwimmkörper, sogenannte Floats, vorzugsweise
aus dem Material Styropor FB 60 und in verschiedenen Gewichtsgrößen, und analog bei
der Unterleine in Abständen aufgereihte Beschwerungskörper aus Blei in fester Zuordnung
zueinander führt.
[0009] Der Nachteil dieser Flechtleinen aus multifilen Makrofasern ist ihre begrenzte Scheuerfestigkeit
und die ausgeprägte Vereisungsneigung während des Hievvorganges aus dem frierenden
Wasser. Vereisung führt bei der Leine zur unerwünschten Brucheigung.
[0010] Dieser Nachteil liegt darin begründet, daß beim Herausheben dieser Leine das Wasser
nicht ungehindert aus dem dicht geflochtenen Kernmantel abfließen kann.
[0011] Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb in einer Schwimm- und Beschwerungsleine
für vorzugsweise Fischnetze, die sich auch beim Fischereibetrieb im eiskalten Wasser
durch hohe Bruch- und Scheuerfestigkeit auszeichnet.
[0012] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Leine mittels Klöppelflechttechnik
aus einem schlauchförmigen Drahthohlflechtmantel gebildet ist, der aus mehreren einzelnen
oder zwei parallel geführten und in Flechtrichtung fortlaufend gekreuzten monofilen
Chemiefaserdrähten besteht und daß fortlaufend in einem definierten Abstand einzelne
Schwimm- oder Beschwerungskörper innerhalb der Aufweidungen des Drahtmantelgeflechts
fest fixiert sind, wobei die Außenkontur dieser Körper der ellipsenförmigen Mantelaufweidung
angepaßt ist.
[0013] Die Herstellung dieser Leine erfolgt dadurch, daß die auf mehreren Spulen befindlichen
Stapeldrahtfaser, einzeln oder zweifach parallel angeordnet, mit gleichmäßiger Zugkraft
zur hochgelegten Flechtscholle des Flechtkopfes der Leinenflechtmaschine geführt und
nach Bildung des Hohlflechtmantelschlauches durch Kreuzen der Drahtfaser in einem
definierten Kreuzungswinkel in Flechtrichtung mittels Klöppelflechttechnik die erzeugte
Hohlflechtleine nach unten zur Leinenaufnahmeeinrichtung geleitet wird. Die Abzugsgeschwindigkeit
der hergestellten Leine wird elektronisch gesteuert.
[0014] Erfindungsgemäß wird durch alternierend getakteter Abzugsgeschwindigkeit der Flechtwinkel
so variiert, daß in der Phase der Vergrößerung des Flechtwinkels durch Herabsetzen
der Abzugsgeschwindigkeit die Schwimmkörper oder Beschwerungskörper in die Aufweidung
des Hohlflechtmantels eingesetzt werden können und daß sich bei anschließender Erhöhung
der Abzugsgeschwindigkeit der Flechtwinkel verkleinert und dadurch die einzelnen Körper
vom Drahthohlflechtmantel fest umschlossen werden. Die einzelnen Körper werden aus
einem geeigneten Vorratsbehälter mit Schneckenhubwerk bereitgestellt. Das Einsetzen
der Körper in den Drahhohlflechtmantel der Leine erfolgt in definierten Zeitintervallen
beispielsweise mittels eines getakteten Zugluftstromes, der die einzelnen Körper über
die Flechtscholle zur Mündung des Drahthohlflechtmantes befördert.
[0015] Die Abstandesgröße der einzelnen Körper zueinander im Drahthohlflechtmantel wirdt
von der Strömungsgeschwindigkeit des Wassers im Einsatzgebiet der Leine und von dem
erforderlichen Auftrieb des Netzes bestimmt.
[0016] Die Erfindung soll anhand eines Beispieles näher erläuert werden. In einem herkömmlichen
maschinellen Schwimmleinenflechter, der ein Klöppelsystem mit 16 bzw. 24 Klöppelspulen
aufweist, befindet sich auf jeder Klöppelspule die hochreißfeste Stapelfaser in Form
des Polyamiddrahtes. Der Draht besitzt einen Durchmesser von 0,3 mm bis 0,5 mm und
ist einzeln oder zweifach gefacht geführt. Die gefachten Polyamiddrähte werden von
den Klöppelspulen durch gehärtete und hartverchromte Stahlaugen, mittels Fadenspannfedern
gespannt, zum elektrisch betriebenen Flechtkopf geführt, der eine Flechtscholle besitzt.
Diese flechte die Polyamiddrähte zu einer Hohlleine mit einem Durchmesser von 3 bis
7 mm. Die automatische Zuführung der Schwimmkörper aus dem Magazin zum Flechtkopf
arbeitet pneumatisch mit photoelektrischer Überwachung. Die Schwimmkörper, beispielsweise
herkömmliche Plastic Floats aus Styropor FB 60, aber auch Kork oder Schaumpolystyrol
sind geeignet, besitzen je nach dem Einsatzbestimmung der Leine einen Durchmesser
von minimal 6 mm bis maximal 20 mm und ein Gewichtsspektrum von 1,5 g bis 6 g. Die
Länge des Schwimmkörpers kann die 2- bis 3-fache Größe seines eigenen Durchmessers
betragen.
[0017] Das Einsetzen des Schwimmkörpers in den Drahtgeflechtmantel der Leine erfolgt in
Abständen von etwa 30 bis 70 cm durch elektronische Steuerung der Abzugsverzögerung
während des Flechtvorganges, wobei der Flechtwinkel der Drähte in Flechtrichtung vergrößert
und verkleinert wird. Das Aufweiden und Zusammenziehen des hohlen Drahtgeflechtmantels
ist die Voraussetzung für einen festen Einschluß des Schwimmkörpers im Drahtgeflechtmantel.
[0018] Der Vorteil dieser Drahthohlflechtleine liegt darin begründet, daß der konstruktive
Aufbau der Leine aus monofilen Chemiefaserdrähten den totalen Wasserdurchlauf gestattet,
wodurch erstmalig die Bruchneigung der Leine im eisführenden Wasser wirkungsvoll beseitigt
ist.
[0019] Durch die glatte Außenhaut des Drahtgeflechts zeichnet sich die Leine durch hervorragende
Scheuerfestigkeit aus.
[0020] Als Drahtwerkstoff für die Hohlflechtleine eignet sich auch die monofile Stapelfaser
aus Polyester und Polypropylen.
1. Drahthohlflechtleine aus Chemiefaserstoff, vorzugsweise als Schwimm- oder Beschwerungsleine
für Fischnetze, dadurch gekennzeichnet, daß während des Klöppelflechtvorganges von
einzelnen oder gefachten monofilen Stapelfasern aus hochreißfesten Chemiefaserdrähten
mit einem Durchmesser von insbesondere 0,3 mm bis 0,5 mm auf einer Flechtmaschine
mit vorzugsweise 16 oder 24 Flechtspulen mittels getakteter alternierender Abzugsverzögerung
der Hohlflechtleine am Einsetzort der Schwimm- oder Beschwerungskörper der Flechtwinkel
in Flechtrichtung derart verändert ist, daß durch Aufweitung und anschließender wieder
Verjüngung des Drahthohlflechtmantels dieser Körper, deren Außenhaut vorzugsweise
ellipsoidförmig ausgebildet ist, in definierten Abständen im Hohlflechtmantel der
Leine fest fixiert sind.
Drahthohlflechtleine aus Chemiefaserstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die monofilen Drahtfasern aus Polyamid, Polyester oder Polypropylen bestehen.
2. Drahthohlflechtleine aus Chemiefaserstoff nach Anspruch 1 und 2, dadurch kennzeichnet,
daß sie im eishaltigen Wasser bruchsicher anwendbar ist.