[0001] Die Erfindung betrifft einen gasbetriebenen Linienbrenner für die Wärmebehandlung
von Materialbahnen, insbesondere für Maschinen zum Flammkaschieren, mit einem länglichen,
an seinen beiden Enden geschlossenen Hohlkörper, der mindestens eine Zuleitung für
Brenngas aufweist und in einer seiner Langseiten eine Reihenanordnung von Brennerdüsen
besitzt, wobei der Hohlkörper in Längsrichtung durch einen Staukörper in einen Niederdruckraum
und einen Druckraum unterteilt ist, in den die mindestens eine Zuleitung für das Brenngas
einmündet, und wobei der Staukörper für das Brenngas Durchtrittsöffnungen aufweist,
die in den zwischen dem Staukörper und den Brennerdüsen befindlichen Niederdruckraum
einmünden.
[0002] Durch die US-A-366 780 ist ein rechteckiger Brenner bekannt, der aus drei Teilen
besteht, nämlich aus einer nahezu ebenen Basisplatte mit einem mittigen Gasanschluß,
aus einem Staukörper in Form einer umgekehrten Wanne mit einem in Längsrichtung bogenförmig
nach oben gekrümmten Joch und zwei kreissegmentförmigen ebenen Schenkeln, die in Querrichtung
nach unten divergieren, und aus einem darüber angeordneten dreidimensionalen Düsenkörper
für die Flammenbildung, der in etwa die Form eines halben, an den Enden verschlossenen
Hohlzylinders hat, dessen gesamte Oberfläche mit in einer Halbzylinderfläche liegenden
und radial ausgerichteten Brennerdüsen versehen ist, aus denen die Flammen ebenfalls
in radialer Richtung austreten. Bei einem solchen Brenner müssen für unterschiedliche
Längen jeweils unterschiedlich lange Teile gefertigt werden, was die Herstellung verteuert.
[0003] Hinzu kommt die breite Verteilung der Flammen - auch zu den Seiten hin - so daß eine
Richtwirkung, d.h. die Erzeugung paralleler Flammen mit streng linienförmiger Energiekonzentration,
nicht möglich ist. Eine Beheizung von Materialbahnen ist nicht angegeben. Die breite
Energieverteilung würde bei einem solchen Verwendungszweck zu hohen Energieverlusten
bzw. zu einem schlechten Wirkungsgrad führen, der zudem die Umgebung des Brenners
sehr stark aufheizt, wodurch das Bedienungspersonal einer Maschine stark belästigt
würde. Für eine in der Breite von Materialbahnen gleichmäßige, aber in Längsrichtung
linienförmige Beheizung kontinuierlich laufender Materialbahnen ist ein solcher Brenner
weder vorgesehen, noch geeignet. Als Verwendungszweck ist vornehmlich der Einsatz
in Kochherden, Räumen und offenen Rostfeuerungen angegeben.
[0004] Durch das DE 19 91 513 U ist ein Rundbrenner für die Verbrennung von zugeführten
Gas-Luftgemischen bekannt, bei dem zwischen einer Gaseintrittsöffnung und einer Düsenplatte
ein oder mehrere Lochscheiben mit gegeneinander und gegenüber den Brennerdüsen versetzten
Löchern angeordnet ist bzw. sind. Dadurch werden Entspannungs- und Durchmischungskammern
für das Gemisch gebildet und außerdem die Gasgeschwindigkeit herabgesetzt. Der Rundbrenner
hat zwar im Gegensatz zur US-A-366 780 eine starke Richtwirkung, ist aber gerade deswegen,
d.h. wegen seiner Punktwirkung für eine gleichmäßige Beheizung von breiten und kontinuierlich
laufenden Materialbahnen nicht geeignet und hierfür auch nicht vorgesehen, er würde
in den laufenden Materialbahnen lediglich streifenförmige Verbrennungen erzeugen.
[0005] Durch die DE 39 16 142 A1 ist ein für die Beheizung von Gliederkesseln für die Wassererhitzung
vorgesehener Linien- oder Stabbrenner bekannt, dem ein Gas-Primärluft-Gemisch zugeführt
wird und dem zur Verminderung der Stickoxidbildung oberhalb des Bereichs der Flammenwurzeln
gekühlte Sekundärluft zugeführt wird. Es wird eine ebene oder gewölbte Brennerplatte
verwendet. Die Sekundärluftführungen sind hohl ausgebildet und von Kühlwasser durchströmt,
so daß die Sekundärluft durch entsprechende Profilierung der Sekundärluftführungen
über deren äußere Oberfläche zum Flammenkern geleitet wird. Bei einem Ausführungsbeispiel
(Figur 8) ist der Stabbrenner innerhalb eines Troges angeordnet, dessen Seitenwände
mit zum Stabbrenner parallelen Kühlmittelkanälen versehen sind. Der Brennerplatte
sind jedoch keine Stauplatten oder Lochstrukturen für eine Vergleichmäßigung der Strömung
und eine Gasvermischung vorgeschaltet. Die einzelnen Brennerteile einschließlich der
Düsenplatte sollen bevorzugt aus profiliertem Stahlblech bestehen, wobei die Blechteile
an ihren Längskanten miteinander verschweißt sind. Die Möglichkeit einer linienförmigen
Beheizung von laufenden Materialbahnen ist nicht angesprochen.
[0006] Linienbrenner zum Flammkaschieren von laufenden Materialbahnen sind durch den Prospekt
"Schmitt-Maschinen" Flammkaschiermaschinen bekannt. Dabei ist der längliche Hohlkörper
aus einzelnen Gußteilen mit abgestuften Längen von 20 cm und 40 cm zusammengesetzt,
die an den Stoßstellen, zwischen denen sich Dichtungen befinden, spanabhebend bearbeitet
sein müssen, und die miteinander jeweils durch vier Schrauben verschraubt sind. Die
Muttern bzw. Mutterköpfe sind dabei in taschenförmigen Vertiefungen untergebracht,
die den Innenquerschnitt des Hohlkörpers verengen. Die Herstellung ist außerordentlich
aufwendig, und die bekannten Linienbrenner neigen auch zum Verziehen unter dem Einfluß
einer ungleichmäßigen Temperaturbelastung.
[0007] Es ist auch bekannt, die Hohlkörper derartiger Linienbrenner aus zwei stranggepreßten
Halbschalen zusammenzusetzen, die im zusammengesetzten Querschnitt die Form eines
"U" aufweisen. Dafür werden im Bereich der Trennfuge Dichtungen und eine Schraubenreihe
benötigt, was wiederum zu einem Verzug bzw. zu einer Durchbiegung des Linienbrenners
führt, weil derartige Linienbrenner einseitig durch die Flammenhitze belastet werden.
Hierbei ist zu berücksichtigen, daß derartige Linienbrenner ohne weiteres Längen zwischen
2 m und 4 m aufweisen können.
[0008] Sämtlichen bekannten Linienbrennern zum FIammkaschieren ist gemeinsam, daß sie in
ihrem Innenraum keine wirksamen Einrichtungen besitzen, durch die die Energieverteilung
der Flammen in Längsrichtung des Linienbrenners in ausreichendem Maße verbessert werden
könnte. In der Regel sind derartige Linienbrenner an beiden Enden an Brenngasleitungen
angeschlossen, über die ein stöchiometrisches Gemisch aus einem gasförmigen Kohlenwasserstoff
und einem Oxidationsgas, beispielsweise Luft, zugeführt wird. Das Flammenbild sieht
in Längsrichtung des Linienbrenners dann etwa so aus, daß sich wegen der Strömungsimpulse
des Brenngases an beiden Enden auf Längen von etwa 15 cm bis 25 cm Oberhaupt keine
Flammen ausbilden. In der Mitte des Linienbrenners, in der die Gasströmungen von beiden
Seiten zusammenstoßen, bildet sich eine größere Flammenintensität aus, was an der
Flammenlänge nur schwer erkennbar, sehr wohl aber am Endprodukt feststellbar ist.
[0009] Derartige Linienbrenner dienen zum Flammkaschieren von Materialbahnen. Unter Flammkaschieren
versteht man die Herstellung eines Verbundes von zwei oder drei Materialkomponenten
(Single- bzw. Sandwich-Kaschierung) unter Ausnutzung der Klebeeigenschaften eines
mittels des Linienbrenners angeflammten Schaumstoffes auf einer Kalanderanlage. Flammkaschiermaschinen
werden eingesetzt, um thermoplastische Materialien wie Schaumfolien aus Polyester,
Polyäther, Polyethylen oder diversen anderen Klebefolien mit Textilien, PVC-Folien,
Kunstleder, Non-Wovens, Papieren oder anderen Materialien zu verbinden, beispielsweise
zur Herstellung von Bezugsmaterialien für Fahrzeugsitze, für Bekleidungsstücke, etc.
Ein über der gesamten Arbeitsbreite angeordneter Linienbrenner schmilzt die Schaumfolie
oberflächlich an, wodurch ein Klebefilm entsteht. Im Kalander werden die Schaumfolie
und die Ober- bzw. Unterware beim Durchlaufen eines Walzenspaltes miteinander verklebt,
ein Vorgang, der auch als Bonding bezeichnet werden kann Die Arbeitsgeschwindigkeiten
betragen dabei je nach Material bis zu 60 m pro Minute.
[0010] Die vorstehend beschriebene ungleichmäßige Verteilung der Brennerenergie hat nun
zur Folge, daß die etwa 15 bis 25 cm langen Endabschnitte der Linienbrenner nicht
zum Flammkaschieren benutzt werden können, so daß die Brenner und damit die Maschinengestelle
entsprechend länger ausgebildet sein müssen, was zu erheblich erhöhten Kosten führt.
Dabei bleibt aber der Nachteil bestehen, daß die höhere Flammenintensität in der Mitte
des Linienbrenners nicht ausgeglichen werden kann, so daß erhebliche Probleme bei
der Regelung der Linienbrenner entstehen. Die Toleranzbreite der Energieeinstellung
wird damit erheblich beschränkt.
[0011] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Brenner der eingangs
angegebenen Gattung dahingehend zu verbessern, daß er ohne Aneinanderreihung von Gehäuseteilen
in nahezu beliebigen Längen hergestellt werden kann, einfach zu montieren ist und
außerdem für die gleichmäßige Beheizung von laufenden, temperaturempfindlichen, breiten
Materialbahnen eine sehr gleichmäßige Energieverteilung über seine gesamte Länge gewährleistet,
so daß flammenfreie Überlängen oder Überlängen mit verminderter Beheizung nicht mehr
erforderlich sind und Intensitätsspitzen in der Mitte des Linienbrenners vermieden
werden.
[0012] Die Lösung der gestellten Aufgabe erfolgt bei dem eingangs angegebenen Linienbrenner
erfindungsgemäß dadurch, daß
a) der Hohlkörper aus einem duchgehenden, stranggepreßten Metallprofil mit im wesentlichen
U-förmigem Querschnitt mit einem Jochteil und zwei Schenkelteilen besteht, in dessen
freie Enden mindestens eine Düsenplatte mit zwei Längskanten und quasi-homogener Verteilung
der Brennerdüsen eingesetzt ist, und
b) die Schenkelteile durch Zuganker gegen die Längskanten der Düsenplatte(n) verspannt
sind.
[0013] Durch diese Bau- und Herstellungsweise wird der bekannte und sehr lange Linienbrenner
zum Flammkaschieren von laufenden, breiten Materialbahnen sehr verbilligt und vereinfacht,
insbesondere unter Berücksichtigung der Tatsache, daß ein solcher Linienbrenner -
was bisher nicht bekannt war - auf seiner gesamten Länge mit einem eingebauten Staukörper
zur Vergleichmäßigung der Gasströmung und der Flammenlängen versehen ist. Dieser Staukörper
erzeugt stromaufwärts vor den Düsenplatten einen Niederdruckraum.
[0014] Der Ausdruck "Druckraum" bedeutet dabei nicht, daß es sich um sehr hohe Drücke handelt;
derartige Linienbrenner werden üblicherweise mit Gasdrücken von 10 bis 100 mm Wassersäule
über dem Atmosphärendruck betrieben. Der Ausdruck "Niederdruckraum" bedeutet, daß
dort ein Druck herrscht, der zwischen dem Druck im Druckraum und dem Atmosphärendruck
liegt und eine solche Höhe hat, daß in den Brennerdüsen Gasgeschwindigkeiten erzeugt
werden, die größer sind als die Zündgeschwindigkeit des Gas-Luft-Gemischs.
[0015] Durch den Staukörper wird erreicht, daß auf dessen Druckseite eine Vergleichmäßigung
des Gasdrucks erzeugt wird, der zum gleichmäßigen Durchsetzen des Brenngases durch
die Durchtrittsöffnungen über die gesamte Länge des Linienbrenners führt. Dadurch
wird einerseits vermieden, daß sich an den beiden Enden des Linienbrenners flammenlose
Zonen ausbilden, andererseits aber auch, daß in der Mitte des Linienbrenners Energiespitzen
auftreten, die zu einer thermischen Überlastung der Materialbahnen führen könnten.
Vielmehr wird ein äußerst homogenes Flammenbild über die gesamte Länge des Linienbrenners
erreicht. Dadurch können bei gegebenen Breiten der Materialbahnen deutlich kürzere
Linienbrenner und Maschinengestelle eingesetzt werden, und die Einstellung bzw. Regelung
der Brennerenergie wird erheblich erleichtert, da nicht mehr auf Energiespitzen Rücksicht
genommen werden muß. Das Maschinengestell gibt üblicherweise die Länge des Linienbrenners
vor.
[0016] Es ist dabei besonders vorteilhaft, wenn zwischen dem Staukörper und den Brennerdüsen
eine Lochstruktur für eine weitere Strömungsvergleichmäßigung angeordnet ist. Diese
Lochstruktur kann dabei aus einem Lochblech, Drahtsieb, Drahtgewebe oder einem Metallvlies
bestehen.
[0017] Es ist jedoch besonders vorteilhaft, wenn die Lochstruktur aus einem entlang von
zwei Biegekanten abgewinkelten Lochblech mit einem Jochteil und zwei Schenkelteilen
besteht, deren freie Längskanten sich zwischen den Durchtrittsöffnungen auf dem Staukörper
abstützen, wobei sich die Biegekanten an zwei Schulterflächen des Hohlkörpers abstützen.
[0018] Dies führt zu einem Strömungsverlauf, bei dem das Brenngas zuerst durch die Durchtrittsöffnungen
des Staukörpers, anschließend durch die gelochten Schenkelteile und schließlich durch
das gelochte Jochteil in Richtung auf die Brennerdüsen strömt, Hierdurch werden auch
Strömungswirbel weitgehend beseitigt, und das Brenngas bzw. Gasgemisch strömt in Art
einer Pfropfströmung in Richtung auf die Brennerdüsen. Dadurch wird eine außerordentlich
gute Flammenstabilität erreicht.
[0019] Durch die Lochstruktur wird gewissermaßen ein zweistufiger Druckabbau zwischen dem
Druckraum und den Brennerdüsen erreicht, indem der Niederdruckraum nochmals in zwei
Räume mit einer Druckabstufung unterteilt wird.
[0020] Der Hohlkörper besteht aus einem durchgehenden, stranggepreßten Metallprofil mit
im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit einem Jochteil und zwei Schenkelteilen,
in dessen freie Enden eine Düsenplatte mit zwei Längskanten und quasi-homogener Verteilung
der Brennerdüsen eingesetzt ist, und wenn die Schenkelteile durch Zuganker gegen die
Längskanten der Düsenplatte verspannt sind.
[0021] Durch diese erfindungsgemäße Bauweise wird eine besonders einfache Montage und Festlegung
der Düsenplatte und des Staukörpers erreicht, die zangenartig zwischen den freien
Enden der Schenkelteile des Hohlkörpers eingespannt sind.
[0022] Es ist dabei weiterhin von Vorteil, wenn der Hohlkörper ein Innenprofil aufweist,
das zwei Längsvertiefungen für das Einschieben und die Halterung des Staukörpers besitzt.
Dieser Staukörper kann dabei in besonders vorteilhafter Weise aus einem metallischen
Flachmaterial mit in Abständen angeordneten Vorsprüngen bestehen, die in die Längsvertiefungen
des Hohlkörpers eingreifen und zwischen sich die Durchtrittsöffnungen für das Brenngas
bilden. Alternativ ist es natürlich auch möglich, in einem aus Flachmaterial bestehenden
Staukörper Bohrungen mit quasi-homogener Verteilung vorzusehen.
[0023] Die Verhältnisse von Bohrungen bzw. Durchtrittsöffnungen sowohl im Staukörper als
auch in der Lochstruktur werden dabei nach Maßgabe der gewünschten Druckabstufung
gewählt, es ist zweckmäßig, durch die einzelnen Elemente jeweils die halbe Druckdifferenz
zwischen dem Druck im Druckraum und dem notwendigen Druck unmittelbar vor den Brennerdüsen
einzustellen.
[0024] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus
den übrigen Unteransprüchen.
[0025] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes und sein Einsatz in einer Flammkaschieranlage
werden nachfolgenden anhand der Figuren 1 bis 3 näher erläutert.
[0026] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch einen Linienbrenner,
- Figur 2
- eine Seitenansicht des Gegenstandes nach Figur 1 in stark verkleinertem Maßstab und
- Figur 3
- eine Seitenansicht einer Anlage zum Flammkaschieren von drei Materialbahnen nach dem
Sandwich-Prinzip.
[0027] In Figur 1 ist ein Linienbrenner 1 dargestellt, dessen tragendes Teil ein Hohlkörper
2 ist, der aus einem U-förmigen stranggepreßten Metallprofil 3 besteht, das einen
Jochteil 4 und zwei Schenkelteile 5 und 6 besitzt. Die Schenkelteile 5 und 6 sind
an ihren beiden freien Enden 5a und 6a nach innen eingezogen und besitzen auf ihren
Innenseiten Schulterflächen 7, auf denen eine Reihe rechteckiger Düsenplatten 8 mit
je einer sehr großen Zahl von eng beieinanderliegenden Brennerdüsen 9 aufliegt. Die
Düsenplatte 8 besitzt zwei parallele Seitenkanten 10, gegen die die Schenkelteile
5 und 6 mittels mehrerer Zuganker 11 gepreßt werden, von denen nur einer sichtbar
ist Die Düsenplatte 8 kann auch einstückig ausgebildet sein. Die Achsen aller Brennerdüsen
9 verlaufen parallel zueinander , was die Herstellung sehr vereinfacht und verbilligt
und die Richtwirkung der Flammenfront verbessert.
[0028] Der Hohlkörper 2 weist im Querschnitt einen etwa rechteckigen Außenumriß mit vier
gut abgerundeten Längskanten 2a auf, und im Bereich dieser Längskanten sind vier Kühlmittelkanäle
12 angeordnet.
[0029] Der Hohlkörper 2 besitzt ein Innenprofil 13 mit zwei Längsvertiefungen 14, in die
ein Staukörper 15 durch Einschieben in Längsrichtung eingesetzt ist. Der Staukörper
15 besteht aus einem metallischen Flachmaterial mit in Abständen in Längsrichtung
des Hohlkörpers angeordneten Vorsprüngen 15a, die in die Längsvertiefungen 14 des
Hohlkörpers 2 eingreifen und zwischen sich Durchtrittsöffnungen für das Brenngas bilden,
die durch die beiden Pfeile 16 angedeutet sind. Der Staukörper 15 erstreckt sich über
die gesamte Länge des Hohlkörpers 2, kann jedoch aus einzelnen Abschnitten zusammengesetzt
werden. Auch müssen die Vorsprünge 15 nicht einstückig mit dem Staukörper ausgebildet
sind, es ist vielmehr möglich, sie in Form von schmalen Stegen anzuschweißen.
[0030] Durch den Staukörper 15 wird der Innenraum des Hohlkörpers 2 in einen Druckraum 17
und einen Niederdruckraum 18 unterteilt, in den Druckraum 17 münden an beiden Enden
Zuleitungen 19 für das Brenngas bzw. Brenngasgemisch, was in Figur 2 dargestellt ist.
Bei kürzeren Brennerlängen ist es auch möglich, nur eine Zuleitung für das Brenngas
vorzusehen, die dann bevorzugt in der Längsmitte des Hohlkörpers 2 angeflanscht ist.
[0031] Zwischen dem Staukörper 15 und den Brennerdüsen 9 befindet sich eine Lochstruktur
20, durch die der Niederdruckraum 18 in zwei Teilräume 18a und 18b unterteilt ist.
Diese Lochstruktur 20 besteht aus einem entlang von zwei Biegekanten 20a abgewinkelten
Lochblech mit einem Jochteil 20b und zwei Schenkelteilen 20c, deren freie Längskanten
sich zwischen den Durchtrittsöffnungen gemäß den Pfeilen 16 auf dem Staukörper 15
abstützen. Dabei stützen sich die Biegekanten 20a ihrerseits an zwei Schulterflächen
21 des Hohlkörpers 2 ab. Dadurch wird der durch die Pfeile 16 angedeutete Strömungsverlauf
erreicht: Zunächst strömt das Brenngas durch die Durchtrittsöffnungen des Staukörpers
15, anschließend durch die gelochten Schenkelteile 20c und schließlich durch das Jochteil
20b in Richtung auf die Brennerdüsen 9. Durch die gewählte und in Figur 1 nahezu maßstäblich
gezeigte Anordnung tritt das Brenngas zweimal durch Teilbereiche der Lochstruktur
20 hindurch, nämlich sowohl durch die Schenkelteile als auch durch das Jochteil, wodurch
sich eine vollkommene Gasmischung und schließlich im Teilraum 18b eine praktisch laminare
Gasströmung einstellt, die ideale Voraussetzungen für die gleichmäßige Versorgung
der Brennerdüsen 9 mit Brenngas schafft.
[0032] Figur 2 zeigt die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes im Vergleich zum Stande
der Technik. Der Hohlkörper 2 ist im Bereich seiner beiden Enden 2b und 2c durch Endplatten
22 abgeschlossen, in die die Zuleitungen 19 für das Brenngas eingeschweißt sind. Die
außerhalb der Zeichnung liegenden Gasmischeinrichtungen und Anschlußleitungen sind
der Einfachheit halber nicht dargestellt, auch nicht die erforderlichen Regeleinrichtungen.
Durch die Pfeile 23 und 24 sind Kühlwassereintritt und Kühlwasseraustritt dargestellt;
eine Querverbindung und eine Reihenschaltung erfolgt durch einen U-förmigen Rohrbogen
25. Die Kühlwasserführung erfolgen dabei stets so, daß das Kaltwasser zunächst durch
den jeweils oben liegenden Kühlmittelkanal 12 strömt. Dieses "Obenliegen" wird durch
den schrägen Einbau gemäß Figur 3 verursacht.
[0033] Die wellige, strichpunktierte Linie 26 zeigt den Intensitätsverlauf bei einem Linienbrenner
nach dem Stande der Technik. Hierbei findet im Bereich der beiden Enden 2b und 2c
noch in erheblichem Abstand von diesen beiden Enden keine Flammenausbildung statt.
Andererseits ergibt sich durch den Zusammenprall der Strömungen im Bereich der Mittenebene
M-M eine deutlich größere Flammenintensität, die natürlich auch zu einer größeren
Temperaturbelastung der Materialbahnen führt.
[0034] Durch die erfindungsgemäßen Einbauten in den Hohlkörper 2 gemäß Figur 1 wird nun
die Ausbildung einer Flammenfront bzw. einer Intensitätsverteilung erreicht, die durch
die gestrichene, gerade Linie 27 dargestellt wird. Die Verhältnisse sind zwecks besserer
Anschaulichkeit etwas übertrieben dargestellt. Erzeugt wird also eine lange Flammenfront
mit äußerst homogener Energieverteilung in Verbindung mit einer schmalen Breite bei
guter Richtwirkung auf das zu beheizende Material. Energieverluste durch seitliche
Flammen und ein übermäßiges Aufheizen der Umgebung sind praktisch ausgeschlossen.
[0035] Figur 3 zeigt die wesentlichen Elemente einer Flammkaschiermaschine 31 mit drei Kalanderwalzen
31, 32 und 33. Die Flammkaschiermaschine 30 wird mit drei Materialbahnen 34, 35 und
36 versorgt, aus denen eine sogenannte Verbundbahn 38 (Compound) erzeugt wird. Die
mittige Materialbahn 34 ist eine Schaumstoffbahn, deren Oberflächen durch Beheizung
mittels zweier Linienbrenner 1 in einen klebefähigen Zustand versetzt werden können.
Diese Technologie ist - für sich genommen - jedoch Stand der Technik, weshalb hier
nicht näher auf weitere Einzelheiten der Figur 3 eingegangen wird. Dieser Figur ist
jedoch entnehmbar, daß die Flammenfronten der Linienbrenner 1 unmittelbar vor dem
Einlauf der Schaumstoffoberflächen der Materialbahn 34 in den unmittelbar nachfolgenden
Walzenspalt 39 bzw. 40 in den klebefähigen Zustand versetzt werden, so daß eine höchst
gleichmäßige Energieverteilung über die Länge der Linienbrenner 1 erforderlich ist.
1. Gasbetriebener Linienbrenner (1) für die Wärmebehandlung von Materialbahnen (34, 35,
36), insbesondere für Maschinen (31) zum Flammkaschieren, mit einem länglichen, an
seinen beiden Enden (2b, 2c) geschlossen Hohlkörper (2), der mindestens eine Zuleitung
(19) für Brenngas aufweist und in einer seiner Langseiten eine Reihenanordnung von
Brennerdüsen (9) besitzt, wobei der Hohlkörper (2) in Längsrichtung durch einen Staukörper
(15) in einen Niederdruckraum (18) und einen Druckraum (17) unterteilt ist, in den
die mindestens eine Zuleitung (19) für das Brenngas einmündet, und wobei der Staukörper
(15) für das Brenngas Durchtrittsöffnungen (Pfeile 16) aufweist, die in den zwischen
dem Staukörper (16) und den Brennerdüsen (9) befindlichen Niederdruckraum (18) einmünden,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) der Hohlkörper (2) aus einem durchgehenden, stranggepreßten Metallprofil (3) mit
im wesentlichen U-förmigem Querschnitt mit einem Jochteil (4) und zwei Schenkelteilen
(5, 6) besteht, in dessen freie Enden (5a, 6a) mindestens eine Düsenplatte (8) mit
zwei Längskanten (10) und quasi- homogener Verteilung der Brennerdüsen (9) eingesetzt
ist, und
b) die Schenkelteile (5, 6) durch Zuganker (11) gegen die Längskanten (10) der Düsenplatte(n)
(8) verspannt sind.
2. Linienbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsenplatten (8) zumindest im wesentlichen eben ausgebildet sind und daß
die Achsen der Düsen zumindest weitgehend parallel zueinander ausgerichtet sind.
3. Linienbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (2) ein Innenprofil (13) aufweist, das zwei Längsvertiefungen
(14) für das Einschieben und die Halterung des Staukörpers (15) besitzt.
4. Linienbrenner nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Staukörper (15) aus einen metallischen Flachmaterial mit in Abständen angeordneten
Vorsprüngen (15a) besteht, die in die Längsvertiefungen (14) des Hohlkörpers (2) eingreifen
und zwischen sich die Durchtrittsöffnungen (Pfeile 16) für das Brenngas bilden.
5. Linienbrenner nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden (5a, 6a) der Schenkteile (5, 6) des Hohlkörpers (2) zwei Schulterflächen
(7) für die Auflage der Düsenplatte(n) (8) besitzen.
6. Linienbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die freien Enden (5a, 6a) der Schenkteile (5, 6) des Hohlkörpers (2)
eine Reihe von Düsenplatten (8) eingesetzt ist.
7. Linienbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlkörper (2) im Querschnitt einen etwa rechteckigen Außenumriß mit vier
Längskanten (2a) aufweist und daß in den Bereichen dieser Längskanten (2a) vier Kühlmittelkanäle
(12) angeordnet sind.
8. Linienbrenner nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlmittelkanäle (12) durch einen U-förmigen Rohrbogen (25) in Reihe geschaltet
sind.
9. Linienbrenner nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlmittelführung in der Weise geschaltet ist, daß das kalte Kühlmittel
zunächst durch den jeweils obenliegenden Kühlmittelkanal (12) strömt.
10. Linienbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Staukörper (15) und den Brennerdüsen (9) eine Lochstruktur (20)
für eine weitere Strömungsvergleichmäßigung angeordnet ist.
11. Linienbrenner nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Lochstruktur (20) aus einem entlang von zwei Biegekanten (20a) abgewinkelten
Lochblech mit einem Jochteil (20b) und zwei Schenkelteilen (20c) besteht, deren freie
Längskanten sich zwischen den Durchtrittsöffnungen (Pfeile 16) auf dem Staukörper
(15) abstützen, wobei sich die Biegekanten (20a) an zwei Schulterflächen (21) des
Hohlkörpers (2) abstützen, derart, daß das Brenngas zuerst durch die Durchtrittsöffnungen
(Pfeile 16) des Staukörpers (15), anschließend durch die gelochten Schenkelteile (20c)
und schließlich durch das gelochte Jochteil (20b) in Richtung auf die Brennerdüsen
(9) strömt.