(19)
(11) EP 0 876 463 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
19.04.2006  Patentblatt  2006/16

(21) Anmeldenummer: 96941618.9

(22) Anmeldetag:  29.11.1996
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
C11D 3/386(2006.01)
C11D 3/39(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP1996/005282
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 1997/021796 (19.06.1997 Gazette  1997/26)

(54)

BLEICH- UND WASCHMITTEL MIT ENZYMATISCHEM BLEICHSYSTEM

BLEACHING AND WASHING AGENTS WITH ENZYME BLEACHING SYSTEM

AGENTS DE BLANCHIMENT ET DE LAVAGE AVEC SYSTEME DE BLANCHIMENT ENZYMATIQUE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE DK ES FR GB IT NL

(30) Priorität: 08.12.1995 DE 19545729

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
11.11.1998  Patentblatt  1998/46

(73) Patentinhaber: Henkel Kommanditgesellschaft auf Aktien
40589 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • WEISS, Albrecht
    D-40764 Langenfeld (DE)
  • GROTHUS, Marita
    61169 Friedberg (DE)
  • RICHERT, Achim
    D-52428 Jülich (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 423 890
WO-A-93/15176
WO-A-95/07972
WO-A-89/09813
WO-A-94/25574
DE-A- 4 231 767
   
  • DATABASE WPI Section Ch, Week 9523 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class D16, AN 95-175511 XP002029256 & JP 07 097 597 A (SEKISUI CHEM IND CO LTD) , 11.April 1995
   
Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Bleich- oder Waschmittel, das neben für derartige Mittel üblichen Inhaltsstoffen einen konventionellen Bleichaktivator und ein Bleichsystem aus einer Cholin- Oxidase und dem Substrat für diese Oxidase enthält.

[0002] Moderne Universalwaschmittel und bleichende Waschhilfsmittel, sogenannte Bleichmittel, enthalten üblicherweise ein Oxidationsmittel auf Sauerstoffbasis, insbesondere eine Persäure, ein Persäuresalz, Wasserstoffperoxid oder eine unter wäßrigen Anwendungsbedingungen Wasserstoffperoxid liefernde Substanz. Da die bleichende Wirkung von Wasserstoffperoxid allein oft als unzureichend empfunden wird, werden in der Regel Bleichsysteme aus einer Perverbindung, die in Wasser Wasserstoffperoxid liefert, und einem Bleichaktivator, der unter Perhydrolysebedingungen eine Persäure generiert, eingesetzt. Prominentestes Beispiel für ein derartiges Bleichsystem ist die weit verbreitet eingesetzte Kombination aus Alkaliperborat und N,N,N',N'-Tetraacetylethylendiamin. Es hat nicht an Versuchen gefehlt, dieses Bleichsystem modifizierend zu verbesssem. So wird zum Beispiel in der internationalen Patentanmeldung WO 89/09813 vorgeschlagen, ein Peroxidase-Enzym, das heißt ein Enzym, welches die Reaktion von Wasserstoffperoxid mit organischen oder anorganischen Substanzen katalysiert, als Bleichaktivator zu verwenden.

[0003] Neben anorganischen Wasserstoffperoxid-vorläufem, wie zum Beispiel Perborat. Percarbonat. Perphosphat und Persilikat, ist auch schon verschiedentlich vorgeschlagen worden, enzymatische Systeme einzusetzten, welche in der Lage sind, aus Sauerstoff, beispielsweise aus Luftsauerstoff, Wasserstoffperoxid zu erzeugen. Derartige Enzyme werden üblicherweise als Oxidasen bezeichnet und je nach ihrem Substrat näher klassifiziert. Oxidasen sind Redox-Enzyme der Klassifizierung EC 1 (gemäß der Einteilung der Enzyme Commission), die in der Regel flavinabhängig, sind und deren oxidierte Form in der Lage ist, ein Substrat zu oxidieren. Die dadurch entstehende reduzierte Form des Enzyms wird in wäßrigen Systemen durch molekularen Sauerstoff reoxidiert, wobei sich als weiteres Produkt Wasserstoffperoxid ausbildet. Beispiele für derartige Enzyme und ihre Substrate, die aus der Bezeichnung des Enzyms hervorgehen, sind Phenol-Oxidase. Aminosäure-Oxidase, Xanthin-Oxidase, Urat-Oxidase, Alkohol-Oxidase. Cholesterol-Oxidase und Glucose-Oxidase.

[0004] Aus der deutschen Offenlegungsschrift DT 19 18 729 sind Wasch- und Reinigungsmittel bekannt, die neben Tensiden 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-% Glukoseoxidase und 5 Gew.-% bis 30 Gew.-% Glukose beziehungsweise Stärke enthalten. Im letztgenannten Fall sollen zusätzlich 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-% Amyloglucosidase anwesend sein. Die deutsche Offenlegungsschrift DT 20 64 146 offenbart Wasch- und Reinigungsmittel, die 1 Gew.-% bis 50 Gew.-% wasserlösliches Tensid und 0,01 Gew.-% bis 2 Gew.-% Lipoxidase enthalten. Vorzugsweise sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren als Substrate für die Lipoxidase anwesend. Aus der deutschen Offenlegungsschrift DT 25 57 623 sind Wasch- und Reinigungsmittel bekannt, die neben Tensiden und Buildersubstanzen 0,3 Gew.-% bis 10 Gew.-% Uratoxidasc, Galactoseoxidase beziehungsweise C1-3-Alkoholoxidase und 3 Gew -% bis 30 Gew.-% Harnsäure, Galactose beziehungsweise C1-3-Alkohole und/oder entsprechende Ketoalkohole enthalten. Die europäische Patentschrift EP 0 072 098 betrifft flüssige Bleichmittel, die eine C1-4-Alkoholoxidase und einen C1-4-Alkohol enthalten. In der europäischen Patentanmeldung EP 0 603 931 wird vorgeschlagen, das System Glukoseoxidase/Glukose in flüssigen Waschmitteln durch den Zusatz von Cu2+- und/oder Ag+-Ionen zu stabilisieren und durch die Anwesenheit von Bleichkatalysatoren, insbesondere Metallporphinen, Metallporphyrinen, Metallphthalocyaninen und/oder Hämin, die Bleichwirkung des enzymatisch erzeugten Wasserstoffperoxids zu steigern. In die gleiche Richtung zielt auch die internationale Patentanmeldung WO 95/07972, aus der Bleichmittel bekannt sind, die ein enzymatisches System zur Erzeugung von Wasserstoffperoxid und einen bleichkatalysierenden Koordinationskomplex von Mn oder Fe enthalten. Die internationale Patentanmeldung WO 94/25574 offenbart eine L-Aminosäureoxidase aus einem bestimmten Stamm des Mikroorganismus Trichoderma harzianum sowie Waschmittel, welche eine deratige Oxidase enthalten.

[0005] Die Patentanmeldung WO 93/15176 A1 offenbart Verfahren zur Verhinderung der Farbübertragung während des Waschens von Textilien und hierfür geeignete Mittel, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie (a) einen speziellen Metallobleichkatalysator (Metallo-Porphin, Metallo-Porphyrin oder Metallo-Phthalocyanin oder wasserlösliche oder -dispergierbare Derivate davon), (b) einen Aminobasen-Katalysator-Stabilisator zur Bindung an den fünften Liganden des Metallokatalysators und (c) ein enzymatisches System enthalten, welches in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen. Der Kern dieser Erfindung besteht darin, daß der Stabilisator (b) dem Zerfall des Katalysators (a) unter Anwendungsbedingungen entgegenwirkt und somit dessen Wirksamkeit erhöht. Als parallel wirkendes, in situ Wasserstoffperoxid erzeugendes System wird eine Oxidase zusammen mit ihrem jeweiligen Substrat eingesetzt. Hierunter wird unter anderem auch die Cholin-Oxidase genannt; bevorzugt seien Alkohol-, Aldehyd- und Glucose-Oxidase. Bleichaktivtoren werden in diesem Zusammenhang nicht offenbart; vielmehr heißt es, die betreffenden Mittel sollten frei von konventionellen Bleichmitteln sein.

[0006] Die Patentanmeldung DE 4231767 A1 offenbart Bleich- und Waschmittel, die neben für derartige Mittel üblichen Inhaltsstoffen ein Bleichsystem aus einem Enzym und einem Substrat für das Enzym enthalten, welches unter Anwendungsbedingungen des Mittels in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen. Als Beispiele für geeignete Enzyme werden D-Aminosäure-Oxidase, Xanthin-Oxidase, Harnstoff-Oxidase. Alkohol-Oxidase, Cholesterol-Oxidase und insbesondere Glucose-Oxidase (EC 1.1.34) zusammen mit ihren jeweiligen Substraten angeführt. Ziel war es, auf diese Weise das Wasserstoffperoxid in situ auf enzymatischem Weg in der Flotte zu erzeugen, damit zur Erzielung der Bleichwirkung auf übliche Bleichaktivatoren verzichtet werden kann.

[0007] Die Anmelderin hatte sich zum Ziel gesetzt, ein bleichendes Mittel mit verbesserter Wirksamkeit des enzymatisch erzeugten Wasserstoffperoxids unter Wasch- und Reinigungsbedingungen zu entwickeln.

[0008] Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die Bleichwirkung von Wasserstoffperoxid, welches auf enzymatischem Weg in üblichen Wasch, Bleich- und Reinigungsflotten erzeugt wird, sogar in Abwesenheit üblicher Aktivatoren deutlich gesteigert werden kann, wenn man das Wasserstoffperoxid in situ durch den Einsatz von Aminoalkohol- oder D-Aminosäure-Oxidase erzeugen läßt.

[0009] Gegenstand der Erfindung ist daher ein Bleich-, Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend gegebenenfalls synthetisches Tensid, organischen und/oder anorganischen Builder sowie sonstige übliche Bleich-, Wasch- oder Reinigungsmittelbestandteile, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es einen konventionellen Bleichaktivator und ein enzymatisches Bleichsystem enthält, das unter Anwendungsbedingungen des Mittels in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen, und das aus Cholin-Oxidase und Cholin besteht.

[0010] Ein zweiter Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung eines enzymatischen . Bleichsystems, das unter Anwendungsbedingungen in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen, und das aus Cholin-Oxidase und Cholin besteht, zum Bleichen von Textilanschmutzungen unter Waschbedingungen, wobei zusätzlich ein konventioneller Bleichaktivator eingesetzt wird.

[0011] Aminoalkohol-Oxidasen katalysieren die Oxidation primärer Alkoholfunktionen von Aminoalkoholen zur entsprechenden Säurefunktion durch Sauerstoff unter Bildung von Wasserstoffperoxid. Bei ihrem Einsatz ist wesentlich, daß ein Aminoalkohol mit primärer Alkoholfunktion als Substrat für die Aminoalkohol-Oxidase anwesend ist. Erfindungswesentliche Aminoalkohol-Oxidase im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist Cholin- Oxidase (EC 1.1.3.17), welche zusammen mit ihrem Substrat Cholin, welches bevorzugt als Halogenid vorliegt, eingesetzt wird.

[0012] Die in erfindungsgemäßen Mitteln einsetzbaren Oxidasen sind aus Mikroorganismen oder Organen höherer Tiere gewinnbare Enzyme, welche ein pH-Optimum vorzugsweise im fast neutralen bis schwach alkalischen Bereich von etwa pH 6 bis pH 9,5 aufweisen. Die Aktivität von Enzymen wird üblicherweise in U/g ausgedrückt, wobei die Einheit ("Unit") 1 U der Aktivität derjenigen Enzymmenge entspricht, die 1 µmol ihres Substrats bei pH 7 und 25 °C in 1 Minute umsetzt. 1 U entspricht damit 1/60 µkatal. Als Aminoalkohol-Oxidase wird Cholin-Oxidase eingesetzt, wie sie zum Beispiel von Alcaligenes Spezies oder Arthrobacter globifonnis produziert wird. Cholin-Oxidase wird im Handel beispielsweise von der Firma Sigma angeboten. Eine genannte Oxidase wird im erfindungsgemäßen Mittel vorzugsweise in solchen Mengen eingesetzt, daß das gesamte Mittel eine Oxidase-Aktivität von 30 U/g bis 20 000 U/g, insbesondere von 60 U/g bis 15 000 U/g, aufweist. Mittel mit Oxidase-Aktivitäten in den genannten Bereichen weisen eine für übliche europäische maschinelle Waschverfahren ausreichend rasche Wasserstoffperoxidfreisetzung auf. Die erfindungsgemäß eingesetzten Enzyme mit Aminoalkohol-Oxidase-Aktivität weisen unter Wasch- beziehungsweise Reinigungsbedingungen eine deutlich höhere Aktivität auf als Glukose-Oxidase.

[0013] Die Menge des im erfindungsgemäßen Wasch- beziehungsweise Bleichmittel enthaltenen Substrats für die Oxidase richtet sich nach der zum Erzielen des gewüschten Bleichergebnisses erforderlichen Wasserstoffperoxidmenge. Hier kann als Anhaltspunkt dienen, daß bei Enzym-Substrat-Systemen, die pro Mol umgesetztem Substrat ein Mol Wasserstoffperoxid freisetzen, die Anwesenheit von etwa 0,05 Gew.-% bis 0,6 Gew.-% des Substrats in der Wasch-, Bleich- oder Reinigungsflotte in der Regel zur Erzielung eines guten Bleichergebnisses ausreicht.

[0014] Abweichend zum in WO 89/09813 beschriebenen Befund, daß Wasserstoffperoxid in Gegenwart von diese Verbindung abbauenden Enzymen eine erhöhte Bleichwirkung an verschmutzten Textilien aufweise, wurde von uns gefunden, daß die gleichzeitige Anwesenheit von Peroxidasen oder Katalasen und dem Bleichsystem aus einem Oxidase-Aktivität aufweisenden Enzym und einem Substrat für dieses Enzym in den erfindungsgemäßen Mitteln der Bleichwirkung des enzymatisch erzeugten Wasserstoffperoxids abträglich ist. Falls daher, beispielsweise aus Kostengründen. Enzympräparate eingesetzt werden sollen, die neben Oxidase auch - oft mit dieser zusammen aus dem produzierenden Mikroorganismus isolierte - Katalase und/oder Peroxidase enthalten, wird dem erfindungsgemäßen Mittel vorzugsweise ein Inhibitor für derartige Wasserstoffperoxid-zerstörende Enzyme zugesetzt. Als sehr wirksam sind in diesem Zusammenhang insbesondere Hydroxylammoniumsalze, beispielsweise Hydroxylammoniumsulfat, gefunden worden.

[0015] Ein erfindungsgemäßes Mittel kann im Prinzip in jeder beliebigen Form, beispielsweise als wäßriges oder nicht-wäßriges flüssiges Mittel, mehr oder weniger viskoses, wäßriges oder nichtwäßriges Pastenprodukt, granulares Pulver oder in Stift-, Stück- beziehungsweise Barrenform konfektioniert werden, wobei zur Herstellung derartiger Mittel auf bekannte Verfahren des einschlägigen Standes der Technik zurückgegriffen werden kann. In einer bevorzugten Ausführungsform liegt es als rieselfähiges teilchenförmiges Produkt, beispielsweise als Pulver, mit einem Schüttgewicht von 300 g/l bis 1200 g/l, insbesondere 500 g/l bis 900 g/l, vor. In derartigen teilchenförmigen Produkten wird die Oxidase bevorzugt in an inertes, das heißt kein Substrat für das Enzym darstellendes Trägermaterial adsorbierter Form, in Hüllsubstanzen eingebettet oder in Form üblicher Granulate mit anorganischen und/oder organischen Trägermaterialien, eingesetzt. Solche Enzymgranulate können durch mit anderen Enzymen bekannte Verfahren hergestellt werden, wie beispielsweise in der deutschen Patentschrift DE 16 17 232, den deutschen Offenlegungsschriften DT 20 32 766 oder DE 40 41 752 oder den europäischen Patentanmeldungen EP 0 168 526, EP 0 170 360, EP 0 270 608 oder EP 0 304 331 beschrieben. Falls zusätzlich zu Oxidase weitere übliche Wasch- oder Reinigungsmittelenzyme hinzukommen zu denen insbesondere Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen, Hemicellulasen und Cellulasen zu rechnen sind, können diese in getrennten Partikeln enthalten sein oder in Form eines Mehrenzym-Granulats, wie beispielsweise in den deutschen Patentanmeldungen DE 44 22 433 oder DE 44 22 609 oder in den internationalen Patentanmeldungen WO 90/09440 oder WO 90/09428 sowie dem dort zitierten Stand der Technik beschrieben, zusammen mit Oxidase eingesetzt werden.

[0016] Bei pulverförmigen Mitteln im Sinne der Erfindung wie auch bei nicht-wäßrigen flüssigen oder pastenförmigen Mitteln tritt normalerweise bei der Lagerung keine merkliche Zersetzung des Oxidase-Substrats durch die Aminoalkohol- und/oder D-Aminosäure-Oxidase auf. In flüssigen oder pastenförmigen Mitteln, die Wasser enthalten, kann die enzymatische Zersetzung des Substrates bei der Lagerung zum Problem werden, das allerdings durch die Vermeidung von Sauerstoffzutritt zum erfindungsgemäßen Mittel gelöst werden kann. Wasserhaltige, das heißt mehr als etwa 3 Gew.-% Wasser enthaltende, flüssige oder pastenförmige erfindungsgemäße Mittel werden daher vorzugsweise in luftundurchlässigen Behältnissen verpackt gelagert, aus denen sie erst möglichst kurz vor ihrer Anwendung entnommen werden. Bei maschinellen gewerblichen Waschverfahren kann dies in einfacher Weise durch die automatische Dosierung des erfindungsgemäßen Waschmittels direkt aus dem Transportbehälter, wie zum Beispiel in der europäischen Patentschrift EP 0 295 525 beschrieben, erfolgen. Erfindungsgemäße flüssige bis pastenförmige Mittel für den Gebrauch in Haushaltswaschmaschinen werden vorzugsweise in portionierter Form, beispielsweise in Beutelform, konfektioniert, wobei das ein erfindungsgemäßes Waschmittel umgebende Behältnismaterial, beispielsweise folienförmiger Polyvinylakohol, so ausgewählt wird, daß es sich unter den Anwendungsbedingungen, das heißt erst in der Waschmaschine während des Waschvorgangs löst und das Waschmittel freisetzt, so daß das im Waschmittel enthaltene Bleichsystem erst dann mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff zusammentritt und Wasserstoffperoxid bildet.

[0017] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mittels ist, ebenfalls zur Erhöhung der Lagerstabilität, das die Oxidase-Aktivität aufweisende Enzym und/oder das Substrat für dieses Enzym mit einer bei Raumtemperatur oder bei Abwesenheit von Wasser für das Enzym und/oder dessen Substrat undurchlässigen Substanz umhüllt, welche unter Anwendungsbedingungen des Mittels durchlässig für das Enzym und/oder dessen Substrat wird. Zu diesem Zweck brauchbar sind bei Temperaturen oberhalb Raumtemperatur, insbesondere im Bereich von 35 °C bis 75 °C schmelzende organische Substanzen, beispielsweise Fettalkohole, Polyglykole, Paraffinwachsc oder Fettsäureester. Auch unter Anwendungsbedingungen der Mittel nicht schmelzende, aber wasserlösliche beziehungsweise wasserdispergierbare Stoffe, beispielsweise feinteiliges Alkalialumosilikat, Schichtsilikat, Ton oder Bentonit, sind geeignet.

[0018] Die Zusammensetzung der Wasch-, Bleich oder Reinigungsmittel kann ansonsten im Rahmen bekannter Rezepturen praktisch beliebig gewählt werden. Die erfindungsgemäßen Mittel können insbesondere Buildersubstanzen, oberflächenaktive Tenside, wassermischbare organische Lösungsmittel, weitere Enzyme, Sequestrierungsmittel, Elektrolyte, pH-Regulatoren, zusätzliche Persauerstoff-Bleichmittel und sonstige Hilfsstoffe, wie optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren, Schaumregulatoren, Bleichaktivatoren, Farb- und Duftstoffe sowie gewünschtenfalls zusätzliche Farbübertragungsinhibitoren enthalten.

[0019] Zusätzlich zu dem erfindungswesentlichen enzymatischen Bleichsystem werden konventionelle Bleichaktivatoren, das heißt Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure und/oder aliphatische Peroxocarbonsäuren mit 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen ergeben, eingesetzt. Geeignet sind die üblichen Bleichaktivatoren, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine, insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Glykolurile, insbesondere Tetraacetylglykoluril (TAGU), acylierte Triazinderivate, insbesondere 1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Phenolsulfonate, insbesondere Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat, acylierte mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacctin, Ethylenglykoldiacetat und 2,5-Diacetoxy-2.5-dihydrofuran sowie acetyliertes Sorbit und Mannit, und acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose (PAG), Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton. Auch die aus der deutschen Patentanmeldung DE 44 43 177 bekannten Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren können eingesetzt werden. Derartige Bleichaktivatoren sind normalerweise in Mengen von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 5 Gew.-% enthalten.

[0020] Zusätzlich zu den oben aufgeführten konventionellen Bleichaktivatoren können auch die aus den europäischen Patentschriften EP 0 446 982 und EP 0 453 003 bekannten Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise Übergangsmetallkomplexe als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein. Zu den in Frage kommenden Übergangsmetallverbindungen gehören insbesondere die aus der deutschen Patentanmeldung DE 195 29 905 bekannten Mangan-. Eisen-. Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Salenkomplexe und deren aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 267 bekannte N-Analogverbindungen, die aus der deutschen Patentanmeldung DE 195 36 082 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt-, Ruthenium- oder Molybdän-Carbonylkomplexe, die in der deutschen Patentanmeldung DE 196 05 688 beschriebenen Mangan-. Eisen-, Cobalt-, Ruthenium-, Molybdän-, Titan-. Vanadium- und Kupfer-Komplexe mit stickstoffhaltigen Tripod-Liganden, die aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 20 411 bekannten Cobalt-, Eisen-, Kupfer- und Ruthenium-Amminkomplexe, die in der deutschen Patentanmeldung DE 44 16 438 beschriebenen Mangan-, Kupfer- und Cobalt-Komplexe, die in der europäischen Patentanmeldung EP 0 272 030 beschriebenen Cobalt-Komplexe, die aus der europäischen Patentanmeldung EP 0 693 550 bekannten Mangan-Komplexe, die aus der europäischen Patentschrift EP 03 92 592 bekannten Mangan-, Eisen-, Cobalt- und Kupfer-Komplexe und/oder die in der europäischen Patentschrift EP 0 443 651 oder den europäischen Patentanmeldungen EP 0 458 397, EP 0 458 398, EP 0 549 271, EP 0 549 272, EP 0 544 490 und EP 0 544 519 beschriebenen Mangan-Komplexe. Kombinationen aus Bleichaktivatoren und Übergangsmetall-Bleichkatalysatoren sind beispielsweise aus der deutschen Patentanmeldung DE 196 13 103 und der internationalen Patentanmeldung WO 95/27775 bekannt. Bleichverstärkende Übergangsmetallkomplexe, insbesondere mit den Zentralatomen Mn, Fe, Co. Cu, Mo. V, Ti und/oder Ru, werden in üblichen Mengen, vorzugsweise in einer Menge bis zu 1 Gew.%, insbesondere von 0,0025 Gew.-% bis 0,25 Gew.% und besonders bevorzugt von 0,01 Gew.% bis 0,1 Gew.%, jeweils bezogen auf gesamtes Mittel, eingesetzt.

[0021] Die erfindungsgemäßen Mittel können ein oder mehrere Tenside enthalten, wobei insbesondere anionische Tenside, nichtionische Tenside und deren Gemische in Frage kommen. Geeignete nichtionische Tenside sind insbesondere Alkylglykoside und Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte von Alkylglykosiden oder linearen oder verzweigten Alkoholen mit jeweils 12 bis 18 C-Atomen im Alkylteil und 3 bis 20, vorzugsweise 4 bis 10 Alkylethergruppen. Weiterhin sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte von N-Alkyl-aminen, vicinalen Diolen, Fettsäureestern und Fettsäureamiden, die hinsichtlich des Alkylteils den genannten langkettigen Alkoholderivaten entsprechen, sowie von Alkylphenolen mit 5 bis 12 C-Atomem im Alkylrest brauchbar.

[0022] Geeignete anionische Tenside sind insbesondere Seifen und solche, die Sulfat- oder Sulfonat-Gruppen mit bevorzugt Alkaliionen als Kationen enthalten. Verwendbare Seifen sind bevorzugt die Alkalisalze der gesättigten oder ungesättigten Fettsäuren mit 12 bis 18 C-Atomen. Derartige Fettsäuren können auch in nicht vollständig neutralisierter Form eingesetzt werden. Zu den brauchbaren Tensiden des Sulfat-Typs gehören die Salze der Schwefelsäurehalbester von Fettalkoholen mit 12 bis 18 C-Atomen und die Sulfatierungsprodukte der genannten nichtionischen Tenside mit niedrigem Ethoxylierungsgrad. Zu den verwendbaren Tensiden vom Sulfonat-Typ gehören lineare Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 14 C-Atomen im Alkylteil, Alkansulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, sowie Olefinsulfonate mit 12 bis 18 C-Atomen, die bei der Umsetzung entsprechender Monoolefine mit Schwefeltrioxid entstehen, sowie alpha-Sulfofettsäureester, die bei der Sulfonierung von Fettsäuremethyl- oder -ethylestem entstehen.

[0023] Derartige Tenside sind in den erfindungsgemäßen Reinigungs- oder Waschmitteln in Mengenanteilen von vorzugsweise 5 Gew.-% bis 50 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-% bis 30 Gew.-%, enthalten, während die erfindungsgemäBen Bleichmittel auch tensidfrei sein können und vorzugsweise 0,1 Gew.-% bis 20 Gew.-%, insbesondere 0,2 Gew.-% bis 5 Gew.-% Tenside enthalten.

[0024] Ein erfindungsgemäßes Mittel enthält vorzugsweise mindestens einen wasserlöslichen und/oder wasserunlöslichen, organischen und/oder anorganischen Builder. Zu den wasserlöslichen organischen Buildersubstanzen gehören Aminopolycarbonsäuren, insbesondere Nitrilotriessigsäure und Ethylendiamintetraessigsäure, Polyphosphonsäuren, insbesondere Aminotris(methylenphosphonsäure), Ethylendiamintetrakis(methylenphosphonsäure) und 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure und Zuckersäuren, sowie polymere (Poly-)carbonsäuren, insbesondere die durch Oxidation von Polysacchariden zugänglichen Polycarboxylate der internationalen Patentanmeldung WO 93/16110, polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren, Maleinsäuren und Mischpolymere aus diesen, die auch geringe Anteile polymerisierbarer Substanzen ohne Carbonsäurefunktionalität einpolymerisiert enthalten können. Die relative Molekülmasse der Homopolymeren ungesättiger Carbonsäuren liegt im allgemeinen zwischen 5 000 und 200 000, die der Copolymeren zwischen 2 000 und 200 000, vorzugsweise 50 000 bis 120 000, jeweils bezogen auf freie Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer weist eine relative Molekülmasse von 50 000 bis 100 000 auf. Geeignete, wenn auch weniger bevorzugte Verbindungen dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder Methacrylsäure mit Vinylethern, wie Vinylmethylethem, Vinylester, Ethylen, Propylen und Styrol, in denen der Anteil der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Als wasserlösliche organische Buildersubstanzen können auch Terpolymere eingesetzt werden, die als Monomere zwei ungesättigte Säuren und/oder deren Salze sowie als drittes Monomer Vinylalkohol und/ oder ein Vinylalkohol-Derivat oder ein Kohlenhydrat enthalten. Das erste saure Monomer beziehungsweise dessen Salz leitet sich von einer monoethylenisch ungesättigten C3-C8-Carbonsäure und vorzugsweise von einer C3-C4-Monocarbonsäure, insbesondere von (Meth)-acrylsäure ab. Das zweite saure Monomer beziehungsweise dessen Salz kann ein Derivat einer C4-C8-Dicarbonsäure sein, wobei Maleinsäure besonders bevorzugt ist. Die dritte monomere Einheit wird in diesem Fall von Vinylalkohol und/oder vorzugsweise einem veresterten Vinylalkohol gebildet. Insbesondere sind Vinylalkohol-Derivate bevorzugt, welche einen Ester aus kurzkettigen Carbonsäuren, beispielsweise von C1-C4-Carbonsäuren, mit Vinylalkohol darstellen. Bevorzugte Terpolymere enthalten dabei 60 Gew.-% bis 95 Gew.-%, insbesondere 70 Gew.-% bis 90 Gew.-% (Meth)acrylsäure bzw. (Meth)acrylat, besonders bevorzugt Acrylsäure bzw. Acrylat, und Maleinsäure bzw. Maleat sowie 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 10 Gew.-% bis 30 Gew.-% Vinylalkohol und/oder Vinylacetat. Ganz besonders bevorzugt sind dabei Terpolymere, in denen das Gewichtsverhältnis von (Meth)acrylsäure beziehungsweise (Meth)acrylat zu Maleinsäure beziehungsweise Maleat zwischen 1:1 und 4:1, vorzugsweise zwischen 2:1 und 3:1 und insbesondere 2:1 und 2,5:1 liegt. Dabei sind sowohl die Mengen als auch die Gewichtsverhältnisse auf die Säuren bezogen. Das zweite saure Monomer beziehungsweise dessen Salz kann auch ein Derivat einer Allylsulfonsäure sein, die in 2-Stellung mit einem Alkylrest, vorzugsweise mit einem C1-C4-Alkylrest, oder einem aromatischen Rest, der sich vorzugsweise von Benzol oder Benzol-Derivaten ableitet, substituiert ist. Bevorzugte Terpolymere enthalten dabei 40 Gew.-% bis 60 Gew.-%, insbesondere 45 bis 55 Gew.-% (Meth)acrylsäure beziehungsweise (Meth)acrylat, besonders bevorzugt Acrylsäure beziehungsweise Acrylat, 10 Gew.-% bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 15 Gew.-% bis 25 Gew.-% Methallylsulfonsäure bzw. Methallylsulfonat und als drittes Monomer 15 Gew.-% bis 40 Gew.-% vorzugsweise 20 Gew.-% bis 40 Gew.-% eines Kohlenhydrats. Dieses Kohlenhydrat kann dabei beispielsweise ein Mono-, Di-, Oligo- oder Polysaccharid sein, wobei Mono-, Di- oder Oligosaccharide bevorzugt sind. Besonders bevorzugt ist Saccharose. Durch den Einsatz des dritten Monomers werden vermutlich Sollbruchstellen in das Polymer eingebaut, die für die gute biologische Abbaubarkeit des Polymers verantwortlich sind. Diese Terpolymere lassen sich insbesondere nach Verfahren herstellen, die in der deutschen Patentschrift DE 42 21 381 und der deutschen Patentanmeldung DE 43 00 772 beschrieben sind, und weisen im allgemeinen eine relative Molekülmasse zwischen 1 000 und 200 000, vorzugsweise zwischen 200 und 50 000 und insbesondere zwischen 3 000 und 10 000 auf. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die in den deutschen Patentanmeldungen DE 43 03 320 und DE 44 17 734 beschrieben werden und als Monomere vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze beziehungsweise Vinylacetat aufweisen. Die organischen Buildersubstanzen können, insbesondere zur Herstellung flüssiger Mittel, in Form wäßriger Lösungen, vorzugsweise in Form 30- bis 50-gewichtsprozentiger wäßriger Lösungen eingesetzt werden. Alle genannten Säuren werden in der Regel in Form ihrer wasserlöslichen Salze, insbesondere ihre Alkalisalze, eingesetzt.

[0025] Gewünschtenfalls können derartige organische Buildersubstanzen in erfindungsgemäßen Mitteln in Mengen bis zu 40 Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder flüssigen, insbesondere wasserhaltigen, erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt.

[0026] Als wasserlösliche anorganische Buildermaterialien kommen insbesondere Polyphosphate, vorzugsweise Natriumtriphosphat, in Betracht. Als wasserunlösliche, wasserdispergierbare anorganische Buildermaterialien werden insbesondere kristalline oder amorphe Alkalialumosilikate, in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise nicht über 40 Gew.-% und in flüssigen Mitteln insbesondere von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, eingesetzt. Unter diesen sind die kristallinen Natriumalumosilikate in Waschmittelqualität, insbesondere Zeolith A, P und gegebenenfalls X, bevorzugt. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in festen, teilchenförmigen Mitteln eingesetzt. Geeignete Alumosilikate weisen insbesondere keine Teilchen mit einer Korngröße über 30 µm auf und bestehen vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen mit einer Größe unter 10 µm. Ihr Calciumbindevermögen, das nach den Angaben der deutschen Patentschrift DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt in der Regel im Bereich von 100 bis 200 mg CaO pro Gramm.

[0027] Geeignete Substitute beziehungsweise Teilsubstitute für das genannte Alumosilikat sind kristalline Alkalisilikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten vorliegen können. Die in den erfindungsgemäßen Mitteln als Gerüststoffe brauchbaren Alkalisilikate weisen vorzugsweise ein molares Verhältnis von Alkalioxid zu SiO2 unter 0,95, insbesondere von 1:1,1 bis 1:12 auf und können amorph oder kristallin vorliegen. Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen Natriumsilikate, mit einem molaren Verhältnis Na2O:SiO2 von 1:2 bis 1:2,8. Derartige amorphe Alkalisilikate sind beispielsweise unter dem Namen Portil® im Handel erhältlich. Solche mit einem molaren Verhältnis Na2O:SiO2 von 1:1,9 bis 1:2,8 können nach dem Verfahren der europäischen Patentanmeldung EP 0 425 427 hergestellt werden. Sie werden im Rahmen der Herstellung erfindungsgemäßer Mittel bevorzugt als Feststoff und nicht in Form einer Lösung zugegeben. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate der allgemeinen Formel Na2SixO2x+ · y H2O eingesetzt, in der x, das sogenannte Modul, eine Zahl von 1,9 bis 4 und y eine Zahl von 0 bis 20 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4 sind. Kristalline Schichtsilikate, die unter diese allgemeine Formel fallen, werden beispielsweise in der europäischen Patentanmeldung EP 0 164 514 beschrieben. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate sind solche, bei denen x in der genannten allgemeinen Formel die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl β- als auch δ-Natriumdisilikate (Na2Si2O5 · y H2O) bevorzugt, wobei β-Natriumdisilikat beispielsweise nach dem Verfahren erhalten werden kann, das in der internationalen Patentanmeldung WO 91/08171 beschrieben ist. δ-Natriumsilikate mit einem Modul zwischen 1,9 und 3,2 können gemäß den japanischen Patentanmeldungen JP 04/238 809 oder JP 04/260 610 hergestellt werden. Auch aus amorphen Alkalisilikaten hergestellte, praktisch wasserfreie kristalline Alkalisilikate der obengenannten allgemeinen Formel, in der x eine Zahl von 1,9 bis 2,1 bedeutet, herstellbar wie in den europäischen Patentanmeldungen EP 0 548 599, EP 0 502 325 und EP 0 452 428 beschrieben, können in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel wird ein kristallines Natriumschichtsilikat mit einem Modul von 2 bis 3 eingesetzt, wie es nach dem Verfahren der europäischen Patentanmeldung EP 0 436 835 aus Sand und Soda hergestellt werden kann. Kristalline Natriurnsilikate mit einem Modul im Bereich von 1,9 bis 3,5, wie sie nach den Verfahren der europäischen Patentschriften EP 0 164 552 und/oder EP 0 293 753. erhältlich sind, werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel eingesetzt. Falls als zusätzliche Buildersubstanz auch Alkalialumosilikat, insbesondere Zeolith, vorhanden ist, beträgt das Gewichtsverhältnis Alumosilikat zu Silikat, jeweils bezogen auf wasserfreie Aktivsubstanzen, vorzugsweise 4:1 bis 10:1. In Mitteln, die sowohl amorphe als auch kristalline Alkalisilikate enthalten, beträgt das Gewichtsverhältnis von amorphem Alkalisilikat zu kristallinem Alkalisilikat vorzugsweise 1:2 bis 2:1 und insbesondere 1:1 bis 2:1.

[0028] Buildersubstanzen sind in den erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 60 Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-% bis 40 Gew.-%, enthalten, während die erfindungsgemäßen Bleichmittel vorzugsweise frei von den lediglich die Komponenten der Wasserhärte komplexierenden Buildersubstanzen sind und bevorzugt nicht über 20 Gew.%, insbesondere von 0,1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, an schwermetallkomplexierenden Stoffen, vorzugsweise aus der Gruppe umfassend Aminopolycarbonsäuren, Aminopolyphosphonsäuren und Hydroxypolyphosphonsäuren und deren wasserlösliche Salze sowie deren Gemische, enthalten.

[0029] Als in den Mitteln zusätzlich zum enzymatischen Bleichsystem verwendbare Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Amylasen, Pullulanasen, und Cellulasen sowie deren Gemische in Frage. Besonders geeignet sind aus Pilzen oder Bakterien, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Streptomyces griseus, Humicola lanuginosa, Humicola insolens, Pseudomonas pseudoalcaligenes oder Pseudomonas cepacia gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Die gegebenenfalls verwendeten Enzyme und die erfindungsgemäß einzusetzende Oxidase können, wie zum Beispie in den internationalen Patentanmeldungen WO 92/11347 oder WO 94/23005 beschrieben an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein, um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Die genannten zusätzlichen Enzyme sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 5 Gew.%, insbesondere von 0,2 Gew.-% bis 2 Gew.-%, enthalten.

[0030] Zu den in den erfindungsgemäßen Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger oder pastöser Form vorliegen, verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole mit 1 bis 4 C-Atomen, insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol, Diole mit 2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren Gemische und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige wassermischbare Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise nicht über 30 Gew.-%, insbesondere von 6 Gew.-% bis 20 Gew.-%, vorhanden.

[0031] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäßen Mittel system- und umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure, Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium- oder Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-% bis 17 Gew.-%, enthalten.

[0032] Die Herstellung der erfindungsgemäßen festen Mittel bietet keine Schwierigkeiten und kann in im Prinzip bekannter Weise, zum Beispiel durch Sprühtrocknen oder Granulation, erfolgen, wobei das enzymatische Bleichsystem und gegebenenfalls sonstige thermisch empfindliche Substanzen später zugesetzt werden. Zur Herstellung erfindungsgemäßer Mittel mit erhöhtem Schüttgewicht, insbesondere im Bereich von 650 g/l bis 950 g/l, ist ein aus der europäischen Patentschrift EP 486 592 bekanntes, einen Extrusionschritt aufweisendes Verfahren bevorzugt. Erfindungsgemäße Wasch-, Reinigungs- oder Bleichmittel in Form wäßriger oder sonstige übliche Lösungsmittel enthaltender Lösungen werden besonders vorteilhaft durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe, die in Substanz oder als Lösung in einen automatischen Mischer gegeben werden können, hergestellt.

[0033] Die nachfolgenden Beispiele fallen nicht unter den Anspruchsgegenstand.

Beispiele



[0034] Die Bildung von Waserstoffperoxid mit Hilfe verschiedener Oxidasen wurde im Puffersystem (Davies-Puffer) und in Gegenwart eines enzym-, bleichmittel- und bleichaktivatorfreien Waschmittels (Konzentration 5 g/l) bei pH 10 und 30 °C untersucht. Die Bestimmung der H2O2-Konzentration erfolgte photometrisch unter Anwendung des Lambert-Beer schen Gesetzes über die peroxidasekatalysierte Farbstoffbildung aus 4-Aminophenazon und Chromotropsäure. Die Konzentration des jeweiligen Oxidase-Substrats (D-Alanin, Cholin-Chlorid beziehungsweise Glukose) betrug 25 mmol/l. Die Oxidasen wurden in Aktivitäten von jeweils 1 U/ml eingesetzt. Bei den Versuchen mit D-Aminosäure-Oxidase war wie auch bei dem vergleichenden Versuchen mit Glukose-Oxidase zusätzlich Hydroxylammoniumsulfat (Konzentration 1 mmol/l) anwesend. In der nachfolgenden Tabelle 1 sind die nach 30 Minuten und 45 Minuten erzielten Wasserstoffperoxid-Konzentrationen angegeben.
Tabelle 1: Wasserstoffperoxid-Konzentration [mmol/l]
Enzym Puffer pH 10 Waschmittel, pH 10
30 min 45 min 30 min 45 min
D-Aminosäure-Oxidasea) 0,6 0,9 1,9 1,9
Cholin-Oxidaseb) 0,5 0,7 4,0 6,5
Glukose-Oxidasec) 0,06 0,1 0,3 0,3
a) aus Schweinenieren
b) aus Alcaligenes
c) aus Aspergillus niger


[0035] Unter den Für die Verwendung in Waschmitteln typischen Bedingungen war bei Einsatz des Systems Glukose-Oxidase/Glukose nur eine geringe Waserstoffperoxidentwicklung meßbar.


Ansprüche

1. Bleich-, Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend gegebenenfalls synthetisches Tensid, organischen und/oder anorganischen Builder sowie sonstige übliche Bleich-, Wasch- oder Reinigungsmittelbestandteile, dadurch gekennzeichnet, daß es ein enzymatisches Bleichsystem enthält, das unter Anwendungsbedingungen des Mittels in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen, und das aus Cholin-Oxidase und Cholin besteht, und zusätzlich einen konventionellen Bleichaktivator enthält.
 
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es eine Oxidase-Aktivität von 30 U/g bis 20 000 U/g aufweist.
 
3. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich einen Bleichkatalysator enthält.
 
4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es in rieselfähiger Teilchenform mit einem Schüttgewicht von 300 g/l bis 1200 g/l, insbesondere 500 g/l bis 900 g/l, vorliegt.
 
5. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es in Form eines pastenförmigen oder flüssigen Wasch- oder Reinigungsmittels vorliegt.
 
6. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es in Form einer nicht-wäßrigen Flüssigkeit oder einer nicht-wäßrigen Paste vorliegt.
 
7. Verwendung eines enzymatischen Bleichsystems, das unter Anwendungsbedingungen in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen, und das aus Cholin-Oxidase und Cholin besteht, zum Bleichen von Textilanschmutzungen unter Waschbedingungen, wobei zusätzlich ein konventioneller Bleichaktivator eingesetzt wird.
 


Claims

1. A bleaching, washing or cleaning composition containing optionally synthetic surfactant, organic and/or inorganic builder and other typical ingredients of bleaching, washing or cleaning compositions, characterized in that it contains an enzymatic bleaching system which is capable of producing hydrogen peroxide under the conditions under which the composition is used and which consists of choline oxidase and choline and additionally contains a conventional bleach activator.
 
2. A composition as claimed in claim 1, characterized in that it has an oxidase activity of 30 U/g to 20,000 U/g.
 
3. A composition as claimed in claim 1 or 2, characterized in that it additionally contains a bleach catalyst.
 
4. A composition as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that it is in the form of free-flowing particles with a bulk density of 300 g/l to 1,200 g/l and more particularly 500 g/l to 900 g/l.
 
5. A composition as claimed in any of claims 1 to 3, characterized in that it is in the form of a paste-like or liquid detergent or cleaner.
 
6. A composition as claimed in claim 5, characterized in that it is in the form of a non-aqueous liquid or a non-aqueous paste.
 
7. The use of an enzymatic bleaching system which is capable of producing hydrogen peroxide under the conditions under which the composition is used and which consists of choline oxidase and choline for bleaching fabric soils under washing conditions, a conventional bleach activator additionally being used.
 


Revendications

1. Agent de blanchiment, de lavage ou de nettoyage, contenant éventuellement un tensio-actif synthétique, des builders organiques et/ou inorganiques ainsi que divers composants habituels d'agent de blanchiment, de lavage ou de nettoyage, caractérisé en ce qu'il contient un système de blanchiment enzymatique qui, dans les conditions d'application de l'agent, est en mesure de produire du peroxyde d'hydrogène, et qui est constitué de choline oxydase et de choline, et qui contient en sus un activateur de blanchiment classique.
 
2. Agent selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il présente une activité d'oxydase de 30 U/g à 20 000 U/g.
 
3. Agent selon l'une quelconque des revendications 1 à 2, caractérisé en ce qu'il contient en sus, un catalyseur de blanchiment.
 
4. Agent selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il se présente sous une forme particulaire fluide ayant une masse volumique apparente de 300 g/l à 1 200 g/l, en particulier de 500 g/l à 900 g/l.
 
5. Agent selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il se présente sous la forme d'un agent de lavage ou de nettoyage pâteux ou liquide.
 
6. Agent selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'il se présente sous la forme d'un liquide non aqueux ou d'une pâte non aqueuse.
 
7. Utilisation d'un système de blanchiment enzymatique qui, dans des conditions d'application, est en mesure de produire du peroxyde d'hydrogène, et qui est constitué de choline oxydase et de choline, pour blanchir des salissures de textile dans des conditions de lavage où, en sus, un activateur de blanchiment classique est mis en oeuvre.