[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formstücks aus einem Kontaktwerkstoff
auf Silberbasis. Die Erfindung betrifft weiter einen solchen Kontaktwerkstoff sowie
ein Formstück aus einem solchen Kontaktwerkstoff.
[0002] Für ein Kontaktstück in einem Niederspannungs-Schaltgerät der Energietechnik, z.B.
in einem Leistungsschalter oder in einem Hilfsschütz, haben sich Kontaktwerkstoffe
auf Silberbasis, die bestimmte Wirkkomponenten enthalten, seit langem bewährt. Als
Wirkkomponenten, welche die Schalteigenschaften des Kontaktwerkstoffes günstig beeinflussen,
sind sowohl Metalle als auch Metalloxide bekannt. Vertreter der metallischen Kontaktwerkstoffe
auf Silberbasis sind beispielsweise Silber-Nickel (AgNi) und Silber-Eisen (AgFe).
Als Vertreter der oxidischen Kontaktwerkstoffe sei beispielhaft Silber-Eisenoxid (AgFe
2O
3) genannt.
[0003] Während oxidische Kontaktwerkstoffe gegenüber metallischen Kontaktwerkstoffen eine
geringere Verschweißneigung aufweisen, besitzen letztgenannte insbesondere bei kleinen
Strömen eine höhere Lebensdauer.
[0004] Zur Messung bestimmter Eigenschaften eines Kontaktwerktoffes wird üblicherweise ein
in Z. f. Werkstofftechnik/J. of Materials Technology 7, (1976), 381 bis 389 beschriebener
Prüfschalter herangezogen, in den jeweils ein Kontaktstück aus dem Kontaktwerkstoff
eingesetzt wird.
[0005] Besonders Silber-Nickel-Kontaktwerkstoffe besitzen gute Schalteigenschaften, jedoch
ist nachteilig, daß der sich bei der Herstellung oder während des Betriebs durch Abrieb
bildende Nickelstaub sowie das sich als Schaltprodukt bildende Nickeloxid eine schädliche
Auswirkung auf den menschlichen Organismus haben kann.
[0006] Aus der EP 0 586 411 B1,die den nächstliegenden Stand der Technik beschreibt, ist
ein Kontaktwerkstoff auf Silberbasis bekannt, der die Metalle Eisen und Rhenium in
Massenanteilen zwischen 1 % und 50 % bzw. zwischen 0,01 % und 5 % als Wirkkomponenten
enthält. Dabei wurde erkannt, daß Rhenium selbst in Massenanteilen unter 1 % die Eigenschaften
eines derartigen Kontaktwerkstoffes verbessert. Der genannte Kontaktwerkstoff zeichnet
sich durch eine geringe Kontakterwärmung mit stabilem Erwärmungsverhalten, vertretbare
Verschweißneigung und hohe Lebensdauer in bezug auf vorgegebene Schaltstromstärken
aus.
[0007] Gemäß der EP 0 586 411 B1 wird der Silber-Eisen-Rhenium-Kontaktwerkstoff durch Mischen
von Silber- und Eisen-Rhenium-Legierungspulver oder durch Mischen von separaten Pulvern
aus Silber, Eisen und Rhenium hergestellt. Die Pulvermischung wird anschließend durch
Formpressen oder Strangpressen sowie Sintern zu Formteilen bzw. zu Halbzeugen verarbeitet.
Das Gefüge eines solchen Werkstoffes, d.h. die Größe und die Verteilung der Wirkkomponenten
in der Silbermatrix, ist durch die Korngröße der am Markt erhältlichen Metallpulver
bzw. Legierungspulver vorgegeben. Die Verwendung von groben Metallpulvern führt zu
einem grobkörnigen, von feinkörnigen Metallpulvern zu einem feinkörnigen Gefüge. Die
feinsten, in technisch relevanten Mengen hergestellten Eisen-Pulver haben eine mittlere
Korngröße von ca. 5 µm. Eisen-Rhenium-Pulver werden durch Verdüsen einer entsprechenden
Schmelze hergestellt und besitzen ebenfalls eine mittlere Korngröße von ca. 5 µm oder
mehr.
[0008] Zur Herstellung eines Formstücks aus dem Kontaktwerkstoff sind im wesentlichen zwei
verschiedene pulvermetallurgische Verfahren bekannt. Bei der Formteiltechnik wird
die Pulvermischung durch Formpressen zu einem Formteil verpreßt, welches durch Sintern
und ggf. weiteres Pressen zu einem fertigen Formstück verarbeitet wird. Für die Herstellung
eines Formstücks in Form eines Kontaktstücks kann das Formteil zusätzlich mit einer
Schicht aus Reinsilber zur sicheren Verbindung des Kontaktstücks mit der Unterlage
durch Hartlöten verpreßt werden.
[0009] In einem nach der Formteiltechnik hergestellten Formstück liegen die in Pulverform
zugefügten Wirkkomponenten mit einheitlicher Korngröße unregelmäßig über die Silbermatrix
verteilt vor. Das Gefüge des Formstücks ist weitgehend isotrop.
[0010] Bei der Strangpreßtechnik wird die Pulvermischung zunächst zu einem porösen Preßling
oder Butzen gepreßt und/oder gesintert. Der Preßling oder Butzen wird, gegebenenfalls
mit einer Schicht aus Reinsilber (s.o.), durch Strangpressen zu einem Strang verpreßt,
aus welchem die Formstücke abgetrennt und eventuell einer nachfolgenden Behandlung
unterzogen werden.
[0011] In einem nach der Strangpreßtechnik hergestellten Formstück sind die Pulverkörner
des Silbers und ggf. der Wirkkomponenten in Strangpreßrichtung verformt bzw. ausgerichtet,
wodurch sich ein anisotropes, nämlich zeiliges Gefüge ausbildet.
[0012] Durch das Gefüge des Kontaktwerkstoffs werden seine elektrischen Schalteigenschaften,
z.B. Abbrand, Kontaktwiderstand und Schweißkraft, maßgeblich bestimmt.
[0013] In der WO 95/08833 A1 wird ein Verfahren zum Verbinden eines Kontaktstückes aus einem
Silber-Metalloxid-Werkstoff mit einem Träger durch Hartlöten oder Schweißen beschrieben.
Dabei wird im oberflächennahen Bereich des Kontaktstückes das Metalloxid des Kontaktwerkstoffes
wenigstens teilweise zu Metall reduziert. Eine daraus resultierende, die Schalteigenschaften
des Kontaktstückes bzw. des Kontaktwerkstoffes günstig beeinflussende Gefügeveränderung
wird nicht erreicht. Das beschriebene Verfahren eignet sich lediglich zur Herstellung
dünner, schweiß- und lötbarer Schichten bis zu wenigen 100 µm.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Herstellungsverfahren für ein Formstück aus einem
Kontaktwerkstoff sowie einen solchen Kontaktwerkatoff selbst anzugeben, welcher gegenüber
dem Stand der Technik günstigere Schalteigenschaften aufweist. Ferner ist es Aufgabe
der Erfindung, ein Kontaktstück aus dem Kontaktwerkstoff anzugeben, welches sich durch
verbesserte Schalteigenschaften besonders für ein Schaltgerät der Energietechnik eignet.
[0015] Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens zur Herstellung eines Formstücks aus
einem Kontaktwerkstoff auf Silberbasis erfindungsgemäß gelöst, indem eine Pulvermischung
aus Silber und aus einem Metalloxid gebildet wird, welche pulvermetallurgisch zu dem
Formstück verarbeitet wird, und wobei das Metalloxid zu Metall reduziert wird.
[0016] Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß ein Kontaktwerkstoff mit einem
feinen Gefüge ein besseres Schaltverhalten als ein Kontaktwerkstoff mit einem groben
Gefüge aufweist. Das Eigenschaftsspektrum eines Kontaktwerkstoffes laßt sich erheblich
verbessern, indem die mittlere Korngröße der Wirkkomponenten in der Silbermatrix verringert
wird.
[0017] Umfangreiche Messungen lassen erwarten, daß die Schalteigenschaften eines Kontaktwerkstoffes
auf Silberbasis bzw. die Schalteigenschaften eines Formstücks aus dem Kontaktwerkstoff
besonders günstig sind, falls die mittlere Korngröße der Wirkkomponenten kleiner als
1 µm ist. Ein derartiger Kontaktwerkstoff läßt sich mit bekannten pulvermetallurgischen
Herstellungsverfahren bei Verwendung handelsüblicher Metallpulver, deren mittlere
Korngröße im Bereich einiger µm liegt, allerdings nicht erzeugen.
[0018] Da jedoch Metalloxid-Pulver verfügbar sind, deren Korngrößen wesentlich kleiner als
1 µm sind, läßt sich durch die Verwendung von Metalloxid-Pulver statt Metall-Pulver
und anschließende Reduktion des Metalloxids ein Kontaktwerkstoff erzielen, bei dem
die mittlere Korngröße der metallischen Wirkkomponenten im Nanometer-Bereich liegt.
Zudem kann bei der Verwendung von Metalloxid-Pulvern unter weniger strengen Transport-
und Verarbeitungsvorschriften gearbeitet werden, da im Gegensatz zu Metalloxid-Pulvern
viele Metall-Pulver selbstentzündlich sind. Auf diese Weise lassen sich die Herstellungskosten
reduzieren.
[0019] Die Reduktion des Metalloxides erfolgt vorteilhafterweise in der Pulvermischung,
da durch die zunehmende Verdichtung der Pulvermischung in nachfolgenden Arbeitsschritten
eine vollständige Reduktion des Metalloxids erschwert ist.
[0020] Die Reduktion des Metalloxids kann auch in einem Rohling des Formstücks erfolgen,
welcher noch eine genügend hohe Porosität bzw. Gasdurchlässigkeit aufweist. Ein solcher
Rohling ist beispielsweise der in der Strangpreßtechnik bereitzustellende Butzen,
der nachfolgend zu einem Strang verpreßt wird. Ebenso kann ein solcher Rohling aber
auch ein in der Formteiltechnik hergestelltes Vorprodukt für ein Formteil sein, ehe
aus diesem durch erneutes Pressen und Sintern das Formteil hergestellt wird.
[0021] Zweckmäßigerweise wird die Reduktion des Metalloxids durch eine Wärmebehandlung in
einer reduzierenden Atmosphäre erreicht. Besonders effektiv ist es, wenn die Wärmebehandlung
in einem Temperaturbereich von 500 °C unterhalb des Schmelzpunktes von Silber, d.h.
unter Berücksichtigung der beigemischten Wirkkomponenten bei einer Temperatur zwischen
500 °C bis 1000 °C, vorzugsweise bei 700 °C, durchgeführt wird. Dabei kann die reduzierende
Atmosphäre gleichzeitig als Schutzgas für eine eventuell erforderliche Sinterung herangezogen
werden. Sinterung und Reduktion können dadurch bei der Herstellung des Kontaktwerkstoffes
in einem Arbeitsgang erfolgen.
[0022] Vorteilhafterweise wird als reduzierende Atmosphäre auch das üblicherweise für die
Sinterung eingesetzte Gas Wasserstoff (H
2) verwendet.
[0023] Durch die bei pulvermetallurgischen Herstellungsverfahren notwendigen Sinter- und
Preßvorgänge kann es zu einer Konglomeration der in Pulverform zugeführten Wirkkomponente
kommen. Dies insbesondere, falls die Wirkkomponente in Form eines Pulvers eines Metalloxids
mit sehr kleinen Korngrößen zugeführt wird. Für die Schalteigenschaften günstige Korngrößen
der Wirkkomponente lassen sich im Kontaktwerkstoff erzielen, wenn als Metalloxid ein
Pulver mit einer Korngröße von kleiner als 1 µm, vorzugsweise von 100 bis 500 nm verwendet
wird.
[0024] Der hergestellte Kontaktwerkstoff bzw. das Formstück aus dem Kontaktwerkstoff weist
vorteilhafte Schalteigenschaften auf, wenn der Pulvermischung ein weiteres Metall
oder ein weiteres Metalloxid beigemischt wird. Dabei wird das weitere Metalloxid,
wie beschrieben, zu einem weiteren Metall reduziert. Es ist aber auch vorstellbar,
das weitere Metalloxid erst nach der Reduktion der Pulvermischung beizumengen. Der
hergestellte Kontaktwerkstoff hätte in diesem Fall eine oxidische Wirkkomponente.
[0025] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Pulvermischung Silber (Ag), Eisenoxid (Fe
2O
3/Fe
3O
4) und Rhenium (Re) oder Silber (Ag), Rheniumoxid (Re) und Eisen (Fe) oder Silber (Ag),
Rheniumoxid (ReO) und Eisenoxid (Fe
2O
3/Fe
3O
4) zugeführt wird.
[0026] Bezüglich des Kontaktwerkstoffes wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch einen
Kontaktwerkstoff auf Silberbasis mit zumindest einer weiteren metallischen Komponente,
deren mittlere Korngröße kleiner als 1 µm ist, vorzugsweise 100 bis 500 nm beträgt.
Ein derartiger Kontaktwerkstoff weist neben sehr guten Schalteigenschaften insbesondere
eine sehr geringe Verschweißneigung sowie eine hohe Lebensdauer auf.
[0027] Günstige Schalteigenschaften besitzt der Kontaktwerkstoff, wenn als metallische Wirkkomponenten
Eisen (Fe) und Rhenium (Re) vorgesehen sind. Dabei ist es vorteilhaft, wenn Eisen
(Fe) in Massenanteilen zwischen 1 und 50 % und Rhenium (Re) in Massenanteilen zwischen
0,01 und 5 % vorliegen.
[0028] Die Aufgabe bezüglich des Kontaktstücks wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Formstück
aus dem Kontaktwerkstoff in Gestalt eines Kontaktstückes. Dabei kann das Kontaktstück
zusätzlich mit einer Schicht aus Reinsilber zur sicheren Verbindung des Kontaktstücks
mit der Unterlage durch Hartlöten versehen sein. Ein derartiges Kontaktstück eignet
sich für die Verwendung in einem Schaltgerät der Energietechnik, insbesondere für
einen Niederspannungsschalter.
[0029] Durch die folgenden Untersuchungsergebnisse sowie durch eine Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung näher erläutert.
[0030] Dabei zeigen:
- FIG 1
- Gefüge eines erfindungsgemäß nach der Strangpreß-technik hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes senkrecht zur Strangpreßrichtung;
- FIG 2
- Gefüge eines konventionell nach der Strangpreßtechnik hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes senkrecht zur Strangpreßrichtung;
- FIG 3
- Gefüge eines erfindungsgemäß nach der Strangpreß-technik hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes parallel zur Strangpreßrichtung;
- FIG 4
- Gefüge eines konventionell nach der Strangpreßtechnik hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes parallel zur Strangpreßrichtung.
[0031] Als Ausführungsbeispiel der Erfindung wird ein Silber-Eisen-Rhenium-Werkstoff hergestellt.
Dazu wird Silberpulver Ag mit Rheniumpulver Re (Korngröße ca. 5 µm) und mit Eisenoxid-Pulver
Fe
2O
3/Fe
3O
4 (Korngröße kleiner als 10 nm) vermischt. Dieses Pulvergemisch wird zu einem Rohling
oder Butzen weiterverarbeitet, welcher bei einer Temperatur von 700 °C unter einer
H
2-Atmosphäre zur Reduktion des Eisenoxids zu Eisen geglüht wird. Die Weiterverarbeitung
zu einem Kontaktstück geschieht nach der beschriebenen Strangpreßtechnik unter bekannten
Bedingungen.
[0032] Die Zusammensetzung der Pulvermischung ist derart, daß die Summe der Massenanteile
der Wirkkomponenten Eisen (Fe) und Rhenium (Re) 8,8 % im fertigen Werkstoff beträgt,
wobei das Verhältnis von Eisen zu Rhenium 19/1 gewählt ist. Der Werkstoff soll im
folgenden mit Ag (FeRe 95/5) 8,8 bezeichnet werden, wobei sich die Angabe des Verhältnisses
95/5 auf das fertigungstechnisch bedingte Mischungsverhältnis von Eisenund Rhenium-Pulver
bezieht.
[0033] Figuren 1 und 3 zeigen die feine Struktur eines derart hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes parallel bzw. senkrecht zur Strangpreßrichtung. Die mittlere Korngröße
der Rhenium- und Eisenpartikel in der Silbermatrix (gemessen senkrecht zur Strangpreßrichtung,
s Fig. 1) liegt in einem Bereich deutlich unter 1 µm. Im Vergleich zu einem konventionell
hergestellten Ag (FeRe 95/5) 8,8-Werkstoff, dessen Gefüge senkrecht zur Strangpreßrichtung
in Fig. 2 dargestellt ist, ist der Größenunterschied der in die Silbermatrix eingebetteten
Wirkkomponenten signifikant. Ebenso wird dies auch in den Figuren 3 und 4 ersichtlich,
die das Gefüge eines erfindungsgemäß bzw. konventionell hergestellten Ag (FeRe 95/5)
8,8-Werkstoffes parallel zur Strangpreßrichtung zeigen.
[0034] Als ein für das Schaltverhalten des Werkstoffs signifikanter Parameter wird die Schweißkraft
des Werkstoffs nach Z. f. Werkstofftechnik/J. of Materials Technology 7, (1976) 381
bis 389 mit folgenden Prüfbedingungen getestet:
- Probenabmessung: 10 mm x 10 mm
- Kontaktfläche: ballig R = 80 mm
- Oberflächenzustand: gedreht
- Schließgeschwindigkeit: 1 m/sek.
- Kontaktkraft: 60 N
- Prellzeit der ersten drei Sprünge: 5 msek.
- Trenngeschwindigkeit: 7,4 x 10-4 m/sek.
- Prüfspannung: 220 V
- Einschalt- und Ausschaltstrom: 1000 A
- Schaltzahl 1000.
[0035] Die Schweißkraftwerte werden in ihrer Summenhäufigkeit dargestellt, wobei die Ordinate
nach der Weibull-Funktion und die Abszisse logarithmisch geteilt ist. Da bei AgFeRe-Kontaktwerkstoffen
bei den ersten Schaltvorgängen die mechanische Bearbeitung Ursache hoher Schweißkraft
sein kann, wird zum Vergleich mit konventionell hergestellten AgFeRe-Werkstoffen der
99,8 %-Wert herangezogen.
Es ergibt sich:
[0036] Erfindungsgemäßes Verfahren, Ag (FeRe 95/5) 8,8-Werkstoff:
Schweißkraft: 237 N (99,8 %)
Konventionelles Verfahren, Ag (FeRe 95/5) 8,8-Werkstoff mit groben Gefüge:
Schweißkraft: 530 N (99,8 %).
[0037] Dieses Ergebnis bedeutet ein um 55 % verbessertes Schweißverhalten des erfindungsgemäß
hergestellen AgFeRe-Kontaktwerkstoffes gegenüber einem konventionell hergestellten.
1. Verfahren zur Herstellung eines Formstücks aus einem Kontaktwerkstoff auf Silberbasis,
bei dem eine Pulvermischung aus Silber und aus einem Metalloxid gebildet wird, welche
pulvermetallurgisch zu dem Formstück verarbeitet wird, und wobei das Metalloxid in
der Pulvermischung oder in einem Rohling des Formstücks zu Metall reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion des Metalloxids durch eine Wärmebehandlung in einer reduzierenden Atmosphäre
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmebehandlung bei einer Temperatur von 500 bis 1000 °C, vorzugsweise bei 700
°C, erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die reduzierende Atmosphäre Wasserstoff (H2) ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß als Metalloxid ein Pulver mit einer Korngröße kleiner als 1 µm, vorzugsweise von
100 bis 500 nm, verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Pulvermischung ein weiteres Metall oder ein weiteres Metalloxid beigemischt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß der Pulvermischung Silber (Ag), Eisenoxid (Fe2O3/Fe3O4) und Rhenium (Re) oder Silber (Ag), Rheniumoxid (ReO) und Eisen oder Silber (Ag),
Rheniumoxid (ReO) und Eisenoxid (Fe2O3/Fe3O4) zugeführt wird.
8. Kontaktwerkstoff auf Silberbasis mit zumindest einer weiteren zu Metall reduzierten
Komponente, deren mittlere Korngröße kleiner als 1 µm ist, vorzugsweise zwischen 100
und 500 nm liegt.
9. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß als weitere metallische Komponenten Eisen (Fe) und/oder Rhenium (Re) vorgesehen sind.
10. Kontaktwerkstoff nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß das Eisen (Fe) in Massenanteilen zwischen 1 % und 50 % und das Rhenium (Re) in Massenanteilen
zwischen 0,01 % und 5 % vorliegt.
11. Formstück aus einem Kontaktwerkstoff nach einem der Ansprüche 8 bis 10.
12. Formstück nach Anspruch 11,
welches als Kontaktstück für ein Schaltgerät der Energietechnik, insbesondere für
einen Niederspannungsschalter, ausgebildet ist.
1. Process for producing a shaped part from a silver-based contact material, in which
a powder mixture is formed from silver and a metal oxide, and this powder mixture
is processed using powder metallurgy methods to form the shaped part, and the metal
oxide being reduced in the powder mixture or in a blank of the shaped part, to form
metal.
2. Process according to Claim 1, characterized in that the reduction of the metal oxide is carried out by a heat treatment in a reducing
atmosphere.
3. Process according to Claim 2, characterized in that the heat treatment is carried out at a temperature of 500 to 1000°C, preferably at
700°C.
4. Process according to one of Claims 2 to 3, characterized in that the reducing atmosphere is hydrogen (H2).
5. Process according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the metal oxide used is a powder with a grain size of less than 1 µm, preferably
from 100 to 500 nm.
6. Process according to one of Claims 1 to 5, characterized in that a further metal or a further metal oxide is admixed with the powder mixture.
7. Process according to. Claim 6, characterized in that silver (Ag), iron oxide (Fe2O3/Fe3O4) and rhenium (Re) or silver (Ag), rhenium oxide (ReO) and iron or silver (Ag), rhenium
oxide (ReO) and iron oxide (Fe2O3/Fe3O4) is fed to the powder mixture.
8. Silver-based contact material having at least one further component which has been
reduced to form metal and the mean grain size of which is less than 1 µm, preferably
between 100 and 500 nm.
9. Contact material according to Claim 8, characterized in that iron (Fe) and/or rhenium (Re) are provided as further metallic components.
10. Contact material according to Claim 9, characterized in that the proportion by mass of the iron (Fe) is between 1% and 50%, and the proportion
by mass of the rhenium (Re) is between 0.01% and 5%.
11. Shaped part made. from a contact material according to one of Claims 8 to 10.
12. Shaped part according to Claim 11, which is designed as a contact piece for power-engineering
switching equipment, in particular for a low-voltage circuit breaker.
1. Procédé de production d'une pièce façonnée en un matériau de contact à base d'argent,
qui consiste à former un mélange de poudre d'argent et d'un oxyde métallique, qui
est transformé en la piècé façonnée par métallurgie des poudres, l'oxyde métallique
du mélange de poudre ou d'une ébauche de la pièce façonnée étant réduit en métal.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce qu'il consiste à effectuer la réduction de l'oxyde métallique, dans une atmosphère réductrice.
3. Procédé suivant la revendication 2, caractérisé en ce qu'il consiste à effectuer le traitement thermique à une température de 500 à 1000°C,
de préférence à 700°C.
4. Procédé suivant l'une des revendications 2 à 3, caractérisé en ce que l'atmosphère réductrice est de l'hydrogène (H2).
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'il consiste à utiliser comme oxyde métallique, une poudre d'une granulométrie inférieure
à 1 µm, de préférence de 100 à 500 nm.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'il consiste à mélanger au mélange de poudre, un autre métal ou un autre oxyde métallique.
7. Procédé suivant la revendication 6, caractérisé en ce qu'il consiste à mettre dans le mélange de poudre, de l'argent (Ag), de l'oxyde de fer
(Fe2O3/Fe3O4) et du rhénium (Re) ou de l'argent (Ag), de l'oxyde de rhénium (ReO) et du fer, ou
de l'argent (Ag), de l'oxyde de rhénium (ReO) et de l'oxyde de fer (Fe2O3/Fe3O4).
8. Matériau de contact à base d'argent comprenant au moins un autre constituant se réduisant
en métal, dont la granulométrie moyenne est inférieure à 1 µm, et de préférence comprise
entre 100 et 500 nm.
9. Matériau de contact suivant la revendication 8, caractérisé en ce qu'il est prévu comme autre constituant métallique, du fer (Fe) et/ou du rhénium (Re).
10. Matériau de contact suivant la revendication 9, caractérisé en ce que le fer (Fe) est présent en des proportions en masse comprises entre 1 % et 50 %,
et le rhénium (Re) est présent en des proportions en masse comprises entre 0,01 %
et 5 %.
11. Pièce façonnée en un matériau de contact suivant l'une des revendications 8 à 10.
12. Pièce façonnée suivant la revendication 11, qui est constituée en pièce de contact
pour un appareil de coupure, de la technique des courants forts, notamment pour un
interrupteur basse tension.