[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Aufbereitung
von Abfällen, insbesondere Abfälle mit organischen Anteilen, mit mindestens einer
drehbaren Zerkleinerungstrommel mit Schwerstoffausschleusung.
[0002] Zur Aufbereitung von Abfällen mit organischen Anteilen, z.B. Biomüll, Restmüll oder
Hausmüll, vor der biologischen Behandlung sind Naß- und Trockenverfahren bekannt.
Ziel der Aufbereitung ist es dabei, diejenigen Bestandteile abzutrennen, welche den
biologischen Behandlungsprozeß stören, die Anlagentechnik beschädigen oder die Qualität
der entstehenden Produkte beeinträchtigen. Insbesondere betrifft dies Metalle, Glas,
Steine, Sand, aber auch Kunststoffe, Leder oder ähnliche Stoffe.
[0003] Das am häufigsten eingesetzte Störstoffabtrennungsverfahren ist die Handauslese dieser
Stoffe aus den aufzubereitenden Abfällen. Dieses Verfahren verursacht jedoch erhebliche
Personalkosten und ist vergleichsweise wenig wirkungsvoll. Darüberhinaus ist dieses
Verfahren hygienisch bedenklich.
[0004] Des weiteren sind Verfahren zur automatischen Störstoffabtrennung bekannt, bei denen
die sogenannte Schwimm-Sink-Trennung angewandt wird. Dabei werden Stofflöser, welche
in der Papierindustrie verwendet werden, für die Abfallaufbereitung angepaßt. Die
bei diesem Trennverfahren eingesetzten Apparate werden diskontinuierlich betrieben.
Nachteilig an diesem Stand der Technik ist, daß derartige bekannte Anlagen einen sehr
hohen Energieverbrauch aufweisen. Die Durchsatzleistung der zudem sehr teuren Apparate
ist aus statischen Gründen und aufgrund der diskontinuierlichen Betriebsweise auf
etwa 80 Tonnen pro Arbeitstag begrenzt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Aufbereitung von Abfällen der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche eine
vollautomatische und kontinuierliche Aufbereitung der Abfälle bei Einsatz kostengünstigerer
Apparate und weniger Energieaufwand gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen dargestellt.
[0008] Bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Aufbereitung von Abfällen weist eine
Zerkleinerungstrommel in ihrem Inneren mindestens einen freibeweglich angeordneten
Mahlkörper auf, wobei der oder die Mahlkörper mittels einer Trennvorrichtung in der
Zerkleinerungstrommel zurückgehalten wird bzw. werden. Zudem weist die Zerkleinerungstrommel
einen Rückhaltering auf, der unzerkleinerte Abfälle bis zum Erreichen einer entsprechenden
vorbestimmten Teilchengröße in der Zerkleinerungstrommel zurückhält. Ausgehend von
einer an sich bekannten drehbaren Zerkleinerungstrommel mit Schwerstoffausschleusung
wird durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Zerkleinerungstrommel gewährleistet,
daß eine vollautomatische und kontinuierliche Aufbereitung der Abfälle möglich ist.
Zudem ist der Energieverbrauch wesentlich geringer als bei bekannten Vorrichtungen.
Da die erfindungsgemäße Vorrichtung kontinuierlich betrieben werden kann, sind auch
sehr große Durchsatzleistungen erzielbar.
[0009] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist die
Zerkleinerungstrommel im Bereich ihrer Drehachse zwei sich gegenüberliegende Öffnungen
auf, wobei die erste Öffnung zum Eintrag der aufzubereitenden Abfälle und zum Austrag
der zerkleinerten organischen Bestandteile des Abfalls und die zweite Öffnung zum
Austrag der abgetrennten anorganischen Bestandteile des Abfalls dient. Durch eine
derartige Ausgestaltung ist gewährleistet, daß die den späteren biologischen Abbau
störenden Schwer- und Leichtstoffe bereits zu Anfang des Aufbereitungsvorganges durch
die Zerkleinerungstrommel getrennt und sortiert werden. Die getrennte Ausgabe der
insbesondere anorganischen und andererseits organischen Bestandteile gewährleistet
den kontinuierlichen Betrieb der Vorrichtung.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist
diese eine der Zerkleinerungstrommel nachgeschaltete Grobsiebvorrichtung zur Aufnahme
und Siebung der zerkleinerten organischen Abfälle auf. Dieser Grobsiebvorrichtung
kann eine Feinsiebvorrichtung vor- oder nachgeschaltet werden. Dadurch ist gewährleistet,
daß mögliche, durch die Zerkleinerungstrommel nicht abgetrennte restliche Störstoffe
ausgesiebt werden, so daß für den nachfolgenden biologischen Abbau eine überwiegend
reine organische Suspension zur Verfügung steht. Zusätzlich kann ein Teil des durch
die Siebung abgetrennten feststoffarmen Wassers in die Zerkleinerungstrommel zur Einstellung
eines vorbestimmten und vorteilhaften Feststoffgehaltes und der Viskosität des Abfalls
in der Zerkleinerungstrommel rückgeführt werden. Dies gewährleistet eine umweltfreundliche
und resourcensparende Aufbereitung von Abfällen.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Aufbereitung von Abfällen wird unter Verwendung
der vorhergehend beschriebenen erfindungsgemäßen Vorrichtung betrieben. Dabei werden
in einem ersten Verfahrensschritt die aufzubereitenden Abfälle in die Zerkleinerungstrommel
eingebracht, wobei die Trennung der anorganischen und organischen Bestandteile des
Abfalls stattfindet. Die anorganischen Bestandteile werden über eine zweite Öffnung
der Zerkleinerungstrommel abgeführt. Die in der Zerkleinerungstrommel verbleibenden
organischen Bestandteile des Abfalls werden in einem zweiten Verfahrensschritt bis
zu einer vorbestimmten Teilchengröße zerkleinert. Dabei entsteht eine organische,
wässrige Suspension, die aus der Zerkleinerungstrommel auf ein Grobsieb ausgetragen
wird. Dabei werden nicht zerkleinerbare organische Bestandteile abgetrennt. Die entstehende
organische Suspension wird in einem weiteren Verfahrensschritt aus dem Grobsieb auf
ein Feinsieb ausgetragen. Nach einer weiteren Feinsiebung der organischen Suspension
wird das erhaltende feststoffarme Wasser teilweise in die Zerkleinerungstrommel rückgeführt.
In einem letzten Verfahrensschritt wird die resultierende organische Suspension der
weiteren biologischen Behandlung zugeführt.
[0012] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Feinsiebung
der organischen Suspension vor der Grobsiebung durchgeführt. Der Verfahrensschritt
der Grobund/oder Feinsiebung kann dabei mehrstufig ausgebildet sein.
[0013] Weiterhin ist es möglich, die Sandanteile der abgetrennten anorganischen Bestandteile
des Abfalls einer Sandwäsche zuzuführen.
[0014] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung des in der Zeichnung dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0015] Die Figur zeigt eine Vorrichtung 10 zur Aufbereitung von Abfällen, insbesondere Abfälle
mit organischen Anteilen. Die Vorrichtung 10 umfaßt dabei eine drehbare Zerkleinerungstrommel
12 mit Schwerstoffausschleusung, eine Grobsiebvorrichtung 26 und eine Feinsiebvorrichtung
28. Die Zerkleinerungstrommel 12 weist in ihrem Inneren mindestens einen freibeweglich
angeordneten Mahlkörper (nicht dargestellt) auf. Der oder die Mahlkörper bestehen
dabei üblicherweise aus Stein oder Metallkugeln. Der oder die Mahlkörper werden mittels
einer Trennvorrichtung 16 in der Zerkleinerungstrommel 12 zurückgehalten. Über eine
Abfalleintragsschurre 14 wird der aufzubereitende Abfall in das Innere der Zerkleinerungstrommel
12 überführt.
[0016] Die Zerkleinerungstrommel 12 weist zudem einen Rückhaltering 18 auf, der unzerkleinerte
Abfälle bis zum Erreichen einer entsprechenden, vorbestimmten Teilchengröße in der
Zerkleinerungstrommel 12 zurückhält. Weiterhin weist die Zerkleinerungstrommel 12
im Bereich ihrer Drehachse 36 zwei sich gegenüberliegende Öffnungen 32, 34 auf. Die
erste Öffnung 34 dient dabei zum Eintrag der aufzubereitenden Abfälle über die Abfalleintragsschurre
14 und zum Austrag der zerkleinerten organischen Bestandteile des Abfalls über eine
zweite Austragsschurre 24. Die zweite Öffnung 32 dient zum Austrag der abgetrennten
anorganischen Bestandteile des Abfalls über eine erste Austragsschurre 20. Die abgesonderten
anorganischen Bestandteile, insbesondere die Sandanteile des Abfalles, werden einer
Sandwäsche (nicht dargestellt) zugeführt.
[0017] Die der Zerkleinerungstrommel 12 nachgeschaltete Grobsiebvorrichtung 26 nimmt die
aus der Zerkleinerungstrommel 12 abgegebenen zerkleinerten organischen Abfälle auf
und führt eine Siebung dieser durch. Die Grobsiebvorrichtung 26 weist dabei eine Siebmaschenweite
von 8 - 30 mm auf. Die auf dem Grobsieb 26 verbleibenden gröberen organischen Bestandteile
werden abgeführt und einer weiteren Verwertung bzw. Entsorgung zugeführt. Hierbei
handelt es sich insbesondere um Teile aus Holz, Leder oder Kunststoff.
[0018] Die Vorrichtung 10 weist weiterhin eine der Grobsiebvorrichtung 26 nachgeschaltete
Feinsiebvorrichtung 28 auf. Die in der Grobsiebvorrichtung 26 bereits grob gesiebte
organische Suspension wird der Feinsiebvorrichtung 28 zugeführt. Die Feinsiebvorrichtung
28 weist dabei eine Siebmaschenweite von 0,5 mm bis 3 mm auf. Ein Teil des reststoffarmen
Wassers kann über eine von der Feinsiebvorrichtung 28 bis zur Zerkleinerungstrommel
12 führende Wasserrückführvorrichtung 30 in die Zerkleinerungstrommel 12 rückgeführt
werden. Sowohl die Grobsieb- wie auch die Feinsiebvorrichtung 26, 28 kann als Spannwellensiebmaschine
ausgebildet sein.
[0019] Bei Betätigung der Vorrichtung 10 wird in einem ersten Verfahrensschritt der aufzubereitende
Abfall in die Zerkleinerungstrommel 12 eingebracht. Es erfolgt dabei die Trennung
von anorganischen und organischen Bestandteilen des Abfalls. Dabei schwimmen die organischen
Bestandteile im oberen Bereich der sich in der Zerkleinerungstrommel 12 bildenden
wässrigen Suspension. Die anorganischen Teile sinken dagegen ab und werden zur Öffnung
32 transportiert. Dies kann z.B. über einen sogenannten Schneckenaustrag (nicht dargestellt)
erfolgen. Die organischen Bestandteile werden bis zu einer vorbestimmten Teilchengröße
zerkleinert und dann auf das Grobsieb 26 überführt, wie vorstehend bereits beschrieben.
Nach einer weiteren, feineren Siebung wird die entstehende organische Suspension der
weiteren biologischen Behandlung z.B. in Gärtürmen zugeführt.
1. Vorrichtung zur Aufbereitung von Abfällen, insbesondere Abfälle mit organischen Anteilen,
mit mindestens einer drehbaren Zerkleinerungstrommel mit Schwerstoffausschleusung,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zerkleinerungstrommel (12) in ihrem Inneren mindestens einen frei beweglich
angeordneten Mahlkörper aufweist, wobei der oder die Mahlkörper mittels einer Trennvorrichtung
(16) in der Zerkleinerungstrommel (12) zurückgehalten wird bzw. werden und die Zerkleinerungstrommel
(12) einen Rückhaltering (18) aufweist, der unzerkleinerte Abfälle bis zum Erreichen
einer entsprechenden, vorbestimmten Teilchengröße in der Zerkleinerungstrommel (12)
zurückhält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mahlkörper aus Stein oder einer Metallkugel besteht.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zerkleinerungstrommel (12) im Bereich ihrer Drehachse (36) zwei sich gegenüberliegende
Öffnungen (32, 34) aufweist, wobei die erste Öffnung (34) zum Eintrag der aufzubereitenden
Abfälle und zum Austrag der zerkleinerten organischen Bestandteile des Abfalls und
die zweite Öffnung (32) zum Austrag der abgetrennten anorganischen Bestandteile des
Abfalls dient.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorrichtung (10) eine der Zerkleinerungstrommel (12) nachgeschaltete Grobsiebvorrichtung
(26) zur Aufnahme und Siebung der zerkleinerten organischen Abfälle aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grobsiebvorrichtung (26) eine Siebmaschenweite von 8 mm bis 30 mm aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorichtung (10) eine der Grobsiebvorrichtung (26) vor- oder nachgeschaltete
Feinsiebvorrichtung (28) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feinsiebvorrichtung (28) eine Siebmaschenweite von 0,5 mm bis 3 mm aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grobsieb- und/oder Feinsiebvorrichtung (26, 28) eine Spannwellensiebmaschine
ist.
9. Verfahren zur Aufbereitung von Abfällen unter Verwendung einer Vorrichtung gemäß Anspruch
1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren folgende Schritte umfaßt:
a) Einbringen von aufzubereitenden Abfällen in eine Zerkleinerungstrommel (12) und
Trennung der anorganischen und organischen Bestandteile des Abfalls, wobei die anorganischen
Bestandteile über eine zweite Öffnung (32) der Zerkleinerungstrommel (12) abgeführt
werden;
b) Zerkleinerung der organischen Bestandteile des Abfalls bis zu einer vorbestimmten
Teilchengröße;
c) Austrag der entstehenden organischen, wässrigen Suspension aus der Zerkleinerungstrommel
(12) auf ein Grobsieb (26);
d) Grobsiebung der organischen Suspension und Abtrennung nicht zerkleinerbarer organischer
Bestandteile;
e) Austrag der entstehenden organischen Suspension aus dem Grobsieb (26) auf ein Feinsieb
(28);
f) Feinsiebung der organischen Suspension und teilweise Rückführung von feststoffarmem
Wasser in die Zerkleinerungstrommel (12); und
g) Austrag der entstehenden organischen Suspension zur weiteren biologischen Behandlung.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Feinsiebung der organischen Suspension vor der Grobsiebung durchgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine mehrstufige Grob- und/oder Feinsiebung durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß Sandanteile der abgetrennten anorganischen Bestandteile des Abfalls einer Sandwäsche
zugeführt werden.