[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren für das Beschicken einer Verarbeitungsmaschine
mit flachen Produkten, wie Druckbogen, Karten, Muster oder dgl. gemäss Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Es ist bekannt, von Druckmaschinen oder Falzmaschinen ausgelieferte Druckerzeugnisse
in Schuppenformation auf einen Rollenkern aufzuwickeln resp. dort zwischenzulagern,
um sie danach weiterverarbeiten zu können.
Bei einer Verarbeitungsmaschine für solche Druckerzeugnisse, beispielsweise einem
Sammelhefter, werden die geschuppt aufgerollten Druckerzeugnisse zur Beschickung des
Sammelhefters in einer Abrollstation wieder abgewickelt und über eine relativ kurze
Förderstrecke, auf der sie möglicherweise in eine Verarbeitungslage zu wenden sind,
an die Verarbeitungsmaschine transportiert. Hierzu gibt es Einfach- oder Doppelabrollstationen.
[0003] Die Einfachabrollstation, die sich durch die Aufnahme eines Wickels auszeichnet,
ist kostengünstiger und hat einen geringeren Platzbedarf, macht jedoch einen Unterbruch
der Verarbeitungsmaschine bzw. des Sammelhefters notwendig, wenn ein entleerter Rollenkern
durch einen neuen Wickel ersetzt werden muss. Die Verarbeitungsmaschine kann deshalb
nicht optimal ausgelastet werden und die Verarbeitung erleidet eine gewisse Unproduktivität.
Die Doppelabrollstation vermeidet diesen Nachteil, indem beim Leerlaufen eines Wickels
der nebenan vorbereitete Wickel über eine Weiche sofort zugeschaltet werden kann.
[0004] Doppelabrollstationen sind allerdings teuer und brauchen mehr Platz, der häufig nicht
verfügbar ist.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
nach dem Oberbegriff der Patentansprüche 1 und 11 derart auszugestalten, dass die
Nachteile bei der Verwendung einer Einfach- oder Doppelabrollstation vermieden und
deren Vorteile beibehalten werden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Damit kann ein durch einen Wechsel des Wickels an der Einfachabrollstation oder einem
anderen an der Lagervorrichtung oder der Förderstrecke zu einem Unterbruch der Zuführung
von Produkten führenden Umstand ohne schädliche Auswirkungen auf die weitere Verarbeitung
auf einfache Weise begegnet werden.
[0007] D.h., Unterbrüche bei der Zuführung der Produkte können auf eine einfache Weise und
ohne einen sich auf die Verarbeitung auswirkenden Schaden überwunden werden.
[0008] Mit dieser Möglichkeit kann ausreichend Zeit für einen Wechsel eines vollen Wickels
gegen einen leeren, der Abrollstation zu entnehmenden Wickelkern oder einem unvorhergesehenen
Unterbruch an dem Zuführweg der Produkte zur Verarbeitungsmaschine gewonnen werden,
indem bei einem Wechsel des Wickels eine noch vorhandene Restmenge der Produkte mit
höherer Geschwindigkeit dem schon abgeführten Produktestrom, nachgeführt wird, derart,
dass aus den nachgeführten Produkten auf der Förderstrecke ein dichterer Produktestrom
entsteht oder, indem die wegen eines Unterbruchs auf dem Zuführweg entstandene Lücke
durch den nachgeführten Produktestrom zumindest weitgehend geschlossen werden kann,
um damit die Kontinuität der Verarbeitung erhalten zu können.
[0009] Zur Durchführung des Verfahrens ist eine Vorrichtung vorgesehen, die zur Entnahme
der flachen Produkte eine antreibbare Lagervorrichtung aufweist, welche durch eine
Fördereinrichtung mit einer die Produkte verarbeitenden Verarbeitungsmaschine verbunden
ist, wobei sich diese Vorrichtung nach den Merkmalen des Patentanspruches 9 auszeichnet.
[0010] Anschliessend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die bezüglich
aller in der Beschreibung nicht näher erwähnten Einzelheiten verwiesen wird, anhand
eines Ausführungsbeipiels erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine vergrösserte Darstellung eines Ausschnittes aus Fig. 1,
- Fig. 3 bis 6
- vereinfachte Darstellungen der Vorrichtung in verschiedenen Betriebsphasen und
- Fig. 7
- ein Blockschaltbild.
[0011] In den Fig. 1 und 2 ist eine erfindungsgemässe Vorrichtung 1 für das Beschicken einer
Verarbeitungsmaschine 2 dargestellt. Bei letzterer handelt es sich beispielsweise
um eine Zusammentragmaschine, von der ein zu einem bekannten Anleger 3 gehörendes,
mit Druckbogen 6 beschicktes Stapelmagazin 4 und eine kanalartige Sammeleinrichtung
5 erkennbar ist.
Die Druckbogen 6 sind in einer als Wickel 12 ausgebildeten Lagervorrichtung zur Verarbeitung
bereitgestellt und -wie ersichtlich- unterwegs zur Verarbeitungsmaschine 2. Der Wickel
12 besitzt einen Kern 7, der in einem Ständer 8 drehgelagert ist. Die um den Kern
7 gewickelten Lagen, der in einer Schuppenformation vorkommenden Druckbogen 6, werden
durch Wickelbänder 9 auf dem Kern 7 gehalten, wobei das eine Ende eines Wickelbandes
9 am Kern 7 und das andere an einer in einem Bandmagazin 10 gelagerten Rolle 11 befestigt
ist.
Das Bandmagazin 10 ist entgegen der Darstellung in Fig. 1 an dem Gestell 8 befestigt
und die Rolle 11 ist in Abstimmung mit dem Wickel 12 mit der Abtriebswelle eines Getriebemotors
M
R gekuppelt.
Verarbeitungsmaschine 2 und Wickel 12 sind durch eine Fördereinrichtung 13 förderwirksam
verbunden, sodass beim Abwickeln der geschuppten Druckbogen 6 vom Wickel 12, der übrigens
über die Achse des Wickelkerns 7 oder wie veranschaulicht mit Förderband 19 über seinen
Umfang antreibbar ist, diese auf das in Förderrichtung erste Förderelement 14, der
die Fördereinrichtung 13 bildenden Förderelemente 14 bis 18 gelangen.
Hierzu sind die üblicherweise zur Direktbeschickung einer Verarbeitungsmaschine 2
verwendeten Förderbänder 19 bis 21 vorgesehen, von denen das in Förderrichtung erste
19 mittels eines auf einen Arm 22 einwirkenden Hubelementes 23 an den Wikkelumfang
angelegt wird. Die Entleerung des Wickels folgt über das angetriebene Förderband 19
auf die anschliessenden Förderbänder 20, 21, die am Arm 22 angelenkt sind, derart,
dass ein ungestörter Förderfluss entstehen kann. Der Arm 22 wiederum ist an einem
Ständer 23 schwenkbar gelagert. Ein Fühler F
8 gibt ein Signal, wenn der Arm 22 soweit angehoben ist, dass der Vorrat am Wickel
bis auf einen Restbestand abgetragen ist.
[0012] Von dem Förderband 21 gelangen die vom Wickel 12 kommenden Druckbogen 6, die zuvor
möglicherweise noch gewendet werden, auf Förderelement 14, das den Eingang des Produktespeichers
bzw. der Fördereinrichtung 13 bildet. Der dargestellte Produktespeicher besteht aus
fünf hintereinandergeschalteten Speicherabschnitten resp. Förderelementen 14 bis 18,
die hier aus Platzgründen übereinander angeordnet sind.
Mit Ausnahme des in der Reihe letzten Förderelementes 18, das eine flache Förderebene
aufweist, sind die Förderelemente 14 bis 17, welche die Druckbogen 6 an dem Förderende
durch eine Umlenkung wenden, etwa gleich ausgestaltet und funktionierend, jedoch einzel
und gemeinsam steuerbar angetrieben.
Die Förderelemente 14 bis 17 werden durch je zwei seitlich zueinander versetzte endlose
Bänder 24, 25 und einer Umlenkrolle 26 sowie mehreren Umlenkwalzen 27 gebildet, um
die die Bänder eine Auflage für die Druckbogen 6 bildend umlaufen. Die Förderelemente
14 bis 17 des dargestellten Ausführungsbeispiels weisen jeweils einen längeren flachen
Abschnitt und einen daran anschliessenden etwa kreisförmig gekrümmten Abschnitt auf,
auf dem die Druckbogen 6 transportiert werden, wobei der flache Abschnitt durch zwei
Umlenkwalzen 27, 27' und den unterschlächtigen Bereich der Umlenkrolle 26 gebildet
wird. Der nach oben gerichtete kreisförmige Abschnitt, auf dem die Druckbogen 6 transportiert
werden, wird nach innen durch die Umlenkrolle 26 und nach aussen durch die umlaufenden
Bänder 24, 25 bestimmt, wobei letztere anschliessend, das Förderende an dem flachen
Abschnitt des Förderelementes 14 bildend, um eine Führungsrolle 28 und eine Umlenkwalze
27 auf die Umlenkwalze 27' zurücklaufen.
An das Förderende des Förderelementes 14 schliesst der flache Abschnitt des zweiten
Förderelementes 15 an. Das Förderende der Fördereinrichtung 13 bildet das flache Förderelement
18, das aus zwei beabstandeten, um Umlenkwalzen 27 umlaufende Bänder 24, 25 gebildet
ist.
Selbstverständlich könnte der längere flache Abschnitt eines Förderelementes 14 bis
18 in Förderrichtung der Druckbogen 6 auch dem gekrümmten Abschnitt nachgeschaltet
sein, was bedeuten würde, dass das erste Förderelement 14 etwa dem dargestellten Förderelement
18 entsprechen würde.
Als Uebergang von der Fördereinrichtung 13 zum Stapelmagazin 4 ist in den Fig. 1 und
2 ein Förderband 29 vorgesehen, mit dem die ankommenden Druckbogen 6 von einer Beschleunigungsvorrichtung
30 übernommen werden.
Förderband 29 ist ebenfalls durch einen separaten Motor M
B angetrieben.
Der Antrieb der Förderelemente 14 bis 18 kann durch einzeln oder im Verband mehrerer
Förderelemente 14 bis 18 regelbare Elektromotoren M
1 bis M
5 erfolgen, die auf jeweils eine Umlenkrolle 26 oder Umlenkwalze 27 eines Förderelementes
14 bis 18 einwirken.
Vorteilhaft ist jeweils eine der die Bänder 24, 25 aufnehmenden Umlenkwalzen 27 eines
Förderelementes 14 bis 17 nachgiebig abgestützt, sodass unterschiedlich dicke Schuppenströme
die gekrümmten Abschnitte der Förderelemente 14 bis 17 passieren können.
[0013] In Fig. 2 sind weitere, die beispielhafte Ausführung gemäss Fig. 1 ergänzende Angaben
eingetragen und anschliessend beschrieben.
[0014] Durch eine ungerade Anzahl Umlenkungen in der Fördereinrichtung 13 kann diese als
Wendevorrichtung zur Aenderung der Druckbogenlage benutzt werden.
[0015] Jeweils am stromaufwärtigen Ende eines Förderelementes 14 bis 18 ist ein Fühler F
1 bis F
6 angeordnet.
Ein zusätzlicher Analog-Fühler F
7, beispielsweise ein Niveaufühler, ist in der Maschine 2 angeordnet. Er steuert die
Motoren M
1 bis M
5 und M
R derart, dass im Normalbetrieb das Wickelband 9, alle Förderbänder 19 bis 21 und die
Förderelemente 14 bis 18 sowie Förderband 29 die gleiche Geschwindigkeit haben und
so schnell laufen, dass die Maschine 2 die gelieferte Schuppe 31 resp. den Produktestrom
zuverlässig verarbeiten kann.
[0016] In Fig. 7 ist ein Ausführungsbeispiel der Steuervorrichtung 40 dargestellt, mit welcher
die Motoren M gesteuert werden. Der Fühler F
7 steuert einen ersten Frequenzumformer FU
1, dessen Frequenz im Normalbetrieb sämtliche Motoren M
1-M
5, M
R, M
B antreibt.
[0017] Das Signal des Fühlers ist ferner über zwei Multiplikatoren 41, 42, welche dieses
Signal um je einen einstellbaren Faktor multiplizieren, mit zwei weiteren Frequenzumformern
FU
R und FU
2 verbunden. Die Frequenz dieser Umformer ist zum Beispiel um einen Faktor 5 höher
als die Frequenz des Umformers FU
1. Die Motoren M
R, M
B und M
1-M
4 werden in Funktion der Signale der Fühler, F
1-F
8 und eines Startsignals über je eine Schaltung 44-49 entweder mit der Frequenz des
Umformers FU
1 oder mit der Frequenz eines der Umformer FU
R oder FU
2 gespeist.
[0018] Die Betriebsweise der Vorrichtung 1 wird nachfolgend anhand der Figuren 3 bis 6 erläutert.
Fig. 3 zeigt den Normalbetrieb, in welchem sämtliche Bänder gleich schnell und gesteuert
durch den Fühler F
7 laufen. Die Schaltungen 44-49 verbinden alle Motoren M mit dem Umformer FU
1. Die Schuppe 31 ist überall gleich dick.
Figur 4 zeigt die Situation kurz vor Ende des Produktevorrates auf dem Wickelkern
7. Zur Vorbereitung eines Wickelwechsels hat Fühler F
8 angesprochen und die Schaltung 44 umgeschaltet, so dass der Motor M
R und mit ihm die Motoren der Bänder 19 bis 21 mit zum Beispiel der fünffachen Geschwindigkeit
laufen wie die übrigen Bänder. Auf den Förderelementen 14 bis 18 bildet sich, beginnend
mit der untersten 14, eine dickere Schuppe 31 als sie zuvor im Normalbetrieb vorgekommen
ist. Idealerweise sind alle Förderelemente 14 bis 18 mit der dicken Schuppe 31' gefüllt,
wenn der Wickelkern 7 leer ist, wie es in Figur 5 dargestellt ist.
Der Fühler F
1 stellt sodann das Ende der Schuppe 31' fest, stellt über die Schaltung 44 den Motor
M
R ab und leitet den Wickelwechsel ein.
[0019] Sobald die dickere Schuppe 31' den Fühler F
6 erreicht, schaltet dieser über die Schaltung 49 den Motor M
B auf höhere Geschwindigkeit, damit die Schuppe 31' durch Vereinzelung der Druckbogen
6 abgebaut werden kann. Weil die Zuführgeschwindigkeit zum Stapelmagazin erhöht wird,
werden durch den Fühler F
7 die Umformer FU
1, FU
2, FU
R um etwa denselben Faktor heruntergeregelt, so dass das Förderband 29 anschliessend
wieder etwa mit der ursprünglichen Geschwindigkeit, die Förderelemente 14 bis 18 aber
langsamer laufen.
[0020] Wenn das Ende der dicken Schuppe 31' jeweils den Fühler F
2-F
5 am stromabwärtigen Ende der Förderelemente 14 bis 17 passiert, schalten die Fühler
F
2-F
5 nacheinander die betreffenden Motoren M
1-M
4 über die Schaltungen 45-48 auf die höhere Frequenz des Umformers FU
2.
[0021] Sobald ein neuer Wickel 12 mit seinem Ständer 6 eingeschoben und der Arm 22 wieder
in die Ausgangslage nach Figur 1 gebracht ist, wird der Motor M
R durch ein Startsignal auf die Schaltung 44 mit dem Umformer FU
R verbunden. Die Bänder 9 und 19 bis 21 laufen also mit einer höheren Geschwindigkeit
als zumindest das letzte Förderelement 18.
[0022] Durch eine Logikschaltung 50, in welcher die Signale F
1-F
6 verknüpft werden, werden sämtliche Schaltungen 44-48 über einen Reset-Eingang R wieder
in ihre Grundstellung zurückgestellt, sobald die neue, dünne Schuppe 31 auf ein Förderelement
14 bis 18 aufläuft, in welcher noch die dicke Schuppe 31' läuft. Diese Logikbedingung
ist so, dass die Schaltung 50 ein Reset-Signal liefert, wenn einer der Fühler F
1-F
4 durch Einlaufen der neuen Schuppe 31 ausgeschaltet wird, bevor der nächstfolgende
Fühler F
2-F
5 durch Auslaufen der dicken Schuppe 31' eingeschaltet wurde.
[0023] Wenn das Ende der dicken Schuppe 31' den Fühler F
6 passiert, schaltet dieser wieder aus, so dass der Motor M
B durch die monostabile Schaltung 49 wieder mit dem Umformer FU
1 verbunden wird, also langsamer läuft. Unmittelbar danach wird der Fühler F
7 ansprechen und die Frequenz aller Umformer wieder gegen den ursprünglichen Wert erhöhen.
[0024] Die neue dünne Schuppe 9 folgt dann der auslaufenden alten mit bloss geringem Zwischenraum
der in der Regel weniger als die Länge eines Förderelementes 14 bis 18 ist. Dadurch
wird erreicht, dass die Verarbeitungsmaschine 2 beim Wickelwechsel praktisch ohne
Unterbruch weiter betrieben werden kann. Der Fördereinrichtung 13 resp. der Produktespeicher
hat einen geringen Platzbedarf und benötigt vor allem in der Breite keinen zusätzlichen
Raum, so dass er gut in bestehende Anlagen mit beschränktem Raumangebot integriert
werden kann.
[0025] Der Fühler F
6 kann auch so ausgebildet sein, dass er nicht nur zwischen dünner und dicker Schuppe
31, 31' bzw. zwischen dikker Schuppe 31' und null diskriminieren kann, sondern zusätzlich
zwischen dünner Schuppe 31 und null. In diesem Fall kann die Steuereinrichtung 40
nach Figur 7 so abgewandelt werden, dass auch das letzte Förderelement 18 zwischen
den beiden Geschwindigkeiten geschaltet werden kann. Es ist dabei möglich, alle Motoren
ausser M
B nochmals auf den Umformer FU
2 zu schalten, sobald das Ende der dicken Schuppe 31' den Fühler F
6 passiert hat. Die Motoren M
1-M
5 und M
R werden dann wieder auf den Umformer FU
1 zurückgeschaltet, wenn der Anfang der neuen Schuppe 31 den Fühler F
6 erreicht. Dadurch kann der Unterbruch des Produktestroms zur Maschine 31 beim Wickelwechsel
oder einem anderen Zuführunterbruch extrem kurz gehalten werden.
1. Verfahren für das Beschicken einer Verarbeitungsmaschine mit flachen Produkten, wie
Druckbogen, Karten, Mustern oder dgl., die von einer Lagervorrichtung über eine zwischen
dieser und der Verarbeitungsmaschine angeordneten, einen Produktespeicher bildenden
Förderstrecke in einem sich aus geschuppt angeordneten Produkten gebildeten Strom
zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass einem auf der Förderstrecke zur Verarbeitungsmaschine
hin geführten Produkteteilstrom ein Produktestrom mit höherer Geschwindigkeit nachgeführt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine in einer Lagervorrichtung
gespeicherte Restmenge der Produkte den mit höherer Geschwindigkeit nachgeführten
Produktestrom bildet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der aus einer Restmenge gebildete
Produktestrom dem stromaufwärts liegenden Ende der in mehrere separat oder gemeinsam
antreibbare Förderteilstrecken unterteilten Förderstrecke zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüch 1 bis 3, bei dem die Produkte in einem als Lagervorrichtung
ausgebildeten, austauschbaren Wickel gelagert sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein
einem auf der Förderstrecke nachgeführter Produktestrom einer gegen eine entleerte
Lagervorrichtung ausgetauschten Lagervorrichtung mit einer gegenüber der Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Produkte höheren Geschwindigkeit einem dem stromaufwärts sich befindenden Ende
einer Förderteilstrecke zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein nachgeführter
Produktestrom mit einer gegenüber der Verarbeitungsgeschwindigkeit höheren Geschwindigkeit
einem dem stromaufwärts sich befindenden Ende einer Förderteilstrecke zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit
der hintereinander angeordneten Förderteilstrekken oder einer Lagervorrichtung resp.
eines Wikkels in Funktion von Signalen von an ihrem stromabwärtigen Ende angeordneten
Fühlern geändert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Austausch
einer Lagervorrichtung gegen eine andere durch ein Signal eines am stromaufwärtigen
Ende der in Strömungsrichtung ersten Förderteilstrecke angeordneten Fühlers ausgelöst
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erhöhte
Geschwindigkeit der Förderteilstrecken und der mit ihnen förderwirksam verbundenen
Lagervorrichtung in die Verarbeitungsgeschwindigkeit versetzt werden, wenn der nachgeführte
Produkteteilstrom das Ende des letzten Produkteteilstromes der zuvor entleerten Lagervorrichtung
erreicht hat.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Geschwindigkeit
der Lagervorrichtung und der dieser zugewandten Förderteilstrecken hinsichtlich der
Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöht wird, wenn das nachlaufende Ende eines Produkteteilstromes
resp. Produktestromes einer Lagervorrichtung das stromabwärtige Ende einer Förderteilstrecke
passiert hat, und die erhöhte Geschwindigkeit auf Verarbeitungsgeschwindigkeit reduziert
wird, wenn das vordere Ende des nachgeführten Produkteteilstromes resp. Produktestromes
das nachlaufende Ende des vorauslaufenden Produkteteilstromes resp. Produktestromes
erreicht hat.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem die Lagervorrichtung wenigstens
einen rotierend antreibbaren mehrlagigen Wickel aus flachen Produkten aufweist.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 10, bestehend
aus einer zur Entnahme der flachen Produkte antreibbaren Lagervorrichtung, die durch
eine einen Produktespeicher bildenden Fördereinrichtung (13) mit einer die Produkte
(6) verarbeitenden Verarbeitungsmaschine (2) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Fördereinrichtung (13) mehrere hintereinander angeordnete, separat und gleichsinnig
angetriebene Förderelemente (14 bis 18) aufweist, auf deren Förderende gerichtet jeweils
ein mit einer Steuervorrichtung (40) zur Aenderung der Austragsgeschwindigkeit der
Produkte aus der Lagervorrichtung und/oder der Fördergeschwindigkeit der Produkte
(6) auf den Förderelementen (14 bis 18) verbundener Fühler (F1 bis F6) angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass den Förderelementen (14
bis 18) jeweils ein Fühler (F1 bis F6) zugeordnet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Lagervorrichtung und
den Förderelementen (14 bis 18) jeweils ein mit der Steuervorrichtung (40) verbundener
Antriebsmotor zugeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren (M1 bis M5) zwischen wenigstens zwei Geschwindigkeiten eine Verarbeitungs- oder eine höhere
Nachführgeschwindigkeit schaltbar sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, gekennzeichnet durch einen mit dem
Vorratsende einer Lagervorrichtung zusammenwirkenden Vorratsfühler zum Feststellen
einer sich in der Lagervorrichtung befindenden Produktemenge, welcher Vorratsfühler
(F8) mit der Steuervorrichtung (40) verbunden ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderelemente
(14 bis 18) steuerwirksam verbunden sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderelemente
(14 bis 18) einen sich nach oben oder unten mäanderartig verlaufenden Förderstrom
bildend übereinander angeordnet sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderelemente (14
bis 18) durch umlaufende, endlose Bänder (24, 25) ausgebildet sind.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden zweier Förderelemente
(14 bis 18) von den um Umlenkrollen teilweise umlaufenden endlosen Bändern (24, 25)
wenigstens eines Förderelementes (14 bis 18) förderwirksam verbunden sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils das Abgabeende
oder das Aufnahmeende eines Förderelementes (14 bis 18) durch eine mit den teilweise
umlaufenden Bändern (24, 25) zusammenwirkende Umlenkrolle (26) ausgebildet ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das stromabwärts letzte
Förderelement (18) mittel- oder unmittelbar in einen die Produkte stapelnd aufnehmenden
Sammelbehälter (4) einer Verarbeitungsmaschine (2) mündet.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Produkte (6) zwischen Lagervorrichtung und Verarbeitungsmaschine (2) durch ein
dem der Verabeitungsmaschine (2) vorgeschalteten Sammelbehälter (4) zugeordneten Niveaufühler
(F7) gesteuert ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinrichtung
(13) als Wendevorrichtung ausgebildet ist.