[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vorbereitung von Feinerzen mit breitem Körnungsspektrum
für die Direktreduktion, wobei die Feinerze der Fraktion kleiner 6,3 mm, vorzugsweise
kleiner 3 mm, mittels eines Heißluft- oder Rauchgasstromes während eines pneumatischen
Fördervorganges, gegebenenfalls unter Rückführung des Feuchtgutes, getrocknet werden,
wobei aus dem getrockneten Feinerz die Fraktion 6,3 mm bzw. 3 mm bis ca. 0,04 mm ausgesichtet
und der Direktreduktion zugeführt wird. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens nach dem Hauptanspruch.
[0002] In der bisher unveröffentlichten DE-Patentanmeldung 197 04 566.9 sind ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Direktreduktion von Feinerzen bekannt. Hier werden Feinerze
mit einem breiten Körnungsspektrum in einer liegenden Wirbelschichtrinne mit Wasserstoff
als Anströmmedium reduziert. Die Wirbelschichtrinne ist in mehrere Kammern unterteilt
und in die erste Kammer taucht ein Wärmetauscher zur Aufheizung der Feinerze ein.
[0003] Durch eine Regeleinrichtung wird die Anströmgeschwindigkeit so eingestellt, daß ein
ganz bestimmtes Körnungsband in der jeweiligen Kammer verbleibt und jeweils die feinere
Feinerzkornfraktion aus der jeweiligen Kammer ausgetragen und in einem Kammer-Heißgaszyklon
in Feinerz und Gas getrennt wird. Das abgeschiedene Feinerz gelangt in die jeweils
nächstfolgende Kammer. Das Gas aus allen Kammer-Heißgaszyklonen wird schließlich in
einem nachgeschalteten Sammel-Heißgaszyklon vom Erz getrennt, während das dort abgeschiedene
Erz der letzten Kammer der Wirbelschichtrinne zugeführt wird. Das in den Kammern reduzierte
Feinerz wird ausgetragen und von Druckgefäßen zur Weiterverarbeitung transportiert.
[0004] In der ebenfalls noch nicht veröffentlichten DE-Patentanmeldung 197 06 348.9, einer
Zusatzanmeldung zu der o. g. DE-Patentanmeldung, wird u. a. beschrieben, wie das aus
Druckgefäßen ausgeschleuste Feinerz, bevor es in die liegende Reduktions-Wirbelschichtrinne
gelangt, in einem stehenden Wirbelbettreaktor vorgewärmt wird. Als Heizmedium wird
das sogenannte Top-Gas aus der liegenden Wirbelschichtrinne verwendet. Außerdem wird
für die Beheizung des oder der Wärmetauscher, die in eine oder mehrere Kammern der
liegenden Wirbelschichtrinne eingetaucht sind, hoch aufgeheiztes Reduktionsgas benutzt,
das anschließend als Anströmmedium in die Anströmböden der Kammern der Wirbelschichtrinne
zum Zwecke der Erzreduktion geleitet wird.
[0005] Es ist ferner bekannt, vor Beginn der Feinerzreduktion, die zu behandelnden Feinerzfraktionen
vorzutrocknen. Hierzu wird das Feinerz in einen Flugstromtrockner aufgegeben. Hier
wird das feuchte Feinerz z. B. mittels einer Dosierschnecke in ein senkrechtes Stromrohr
aufgegeben und durch einen über einen Erhitzer aufgeheizten Frischluftstrom mittels
eines Ventilators innerhalb weniger Sekunden während des pneumatischen Förderns getrocknet.
Der Flugstromtrockner weist einen Umlenkkopf auf, über den noch feuchtes Gut zur Aufgabe
zurückgeführt wird. In einem Zyklonabscheider wird die getrocknete Feinerzfraktion
größer z. B. 0,04 mm ausgeschleust und der Direktreduktion zugeführt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, Feinerze, die in einem Flugstromtrockner getrocknet
und in dem anschließenden Zyklonabscheider mit der Trocknungsluft austreten, einer
Feinsttrennung in Feststoff und Luft zu unterziehen und den abgeschiedenen Feststoff
in geeigneter Form dem Reduktionsprozeß entsprechend den eingangs beschriebenen Vorrichtungen
zuzr Direktreduktion zuzuführen.
[0007] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung in der Weise gelöst, wie es in den Patentansprüchen
beschrieben ist.
[0008] Zur Feinsttrennung der mit der Trocknungsluft bzw. mit dem zur Trocknung benutzten
Rauchgas aus dem der Flugstromtrockner nachgeschalteten Zyklonabscheider wird die
Feinerzkornfraktion kleiner 0,04 mm einem Multizyklon oder einem Schlauchfilter zugeführt.
Das dort fast vollständig ausgeschiedene und ausgetragene Erz wird angefeuchtet, mit
einem geeigneten Bindemittel versehen und einer Pelletiereinrichtung, z. B. einem
Pelletierteller, zugeführt. Das Wasser zur Befeuchtung des Erzes wird aus der Naßreinigung
der Luft bzw. der Gase des Multizyklons bzw. des Schlauchfilters in einem Venturi-Wäscher
entnommen. Die auf dem Pelletierteller erzeugten Pellets werden dem Flugstromtrockner
zugeführt.
[0009] Nach dem erfindungsgemäßen Vorbereitungsverfahren und der entsprechenden Vorrichtung
werden Feinerze in optimaler Weise vorgetrocknet, so daß sie besonders wirtschaftlich
in der eingangs beschriebenen Feinerz-Reduktionsanlage behandelt werden können.
[0010] Anhand einer einzigen Zeichnung wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert.
[0011] Feinerze gelangen auf einem Feinerzförderer (1) über einen Aufgabetrichter in eine
Dosiervorrichtung (2), von der aus sie einem Flugstromtrockner (3) aufgegeben werden.
Die Heißluft- oder das Rauchgas für den Trockner wird über die Leitung (4) am unteren
Ende des senkrechten Stromrohres des Flugstromtrockners (3) zugeführt. Am oberen Ende
des Flugstromtrockners (3) befindet sich ein Sichter (5). Das schwere und somit noch
feuchte Gut wird dort umgelenkt und über eine Rückführleitung (6) wieder in die Dosiervorrichtung
(2) aufgegeben.
[0012] In einem dem Flugstromtrockner (3) nachgeschalteten Zyklon (7) findet eine Trennung
Luft bzw. Rauchgas und Feststoff (Feinerz) statt. Die Feinerzfraktion kleiner 6,3
mm, vorzugsweise kleiner 3 mm, wird einem Bunker (8) aufgegeben und von dort aus einem
Druckgefäß (9) zugeführt. Mit Hilfe dieses Druckgefäßes (9) wird das Feinerz in die
(hier nicht dargestellte) Reduktionsanlage geschleust.
[0013] Die Feinerzfraktion kleiner ca. 0,04 mm mit der Heißluft bzw. dem Rauchgas aus dem
Zyklon (7) wird nun dem Multizyklon (10) zur Feinsttrennung aufgegeben. Die dort abgeschiedenen
Feinerze werden mittels einer Fördereinrichtung (11) in eine Pelletiereinrichtung
(12) gefördert. Dort werden Wasser (13) und Bindemittel (14) eingespeist und das Feinerz
mit Hilfe der Rotationsbewegung der Pelletiereinrichtung zu Pellets von etwa 3 mm
Durchmesser geformt.
[0014] Diese Pellets gelangen über eine Fördereinrichtung (13) zur Aufgabe in die Dosiervorrichtung
(2) und dann in den Flugstromtrockner (3).
[0015] Die im Multizyklon (10) vom Feinerz getrennte Trocknungsluft bzw. das Rauchgas wird
über eine Abluft- bzw. Abgasleitung (16) einem Venturi-Wäscher (17) zugeführt. Ablaufwasser
aus dem Venturi-Wäscher (17) dient als Befeuchtungsmittel in der Pelletiereinrichtung
(12).
[0016] Die Reinluft bzw. das Reingas aus dem Venturi-Wäscher (15) wird über eine Leitung
(18) in die Atmosphäre entlassen.
Bezugsziffernliste:
[0017]
- 1
- Feinerzförderer
- 2
- Dosiervorrichtung
- 3
- Flugstromtrockner
- 4
- Brennluftleitung nach 3
- 5
- Sichter
- 6
- Rückführleitung
- 7
- Zyklon
- 8
- Bunker
- 9
- Druckgefäß
- 10
- Multizyklon
- 11
- Fördereinrichtung unter 10
- 12
- Pelletierteller
- 13
- Wasser
- 14
- Bindemittel
- 15
- Fördereinrichtung für Pellets
- 16
- Abluft- bzw. Abgasleitung von 10
- 17
- Venturi-Wäscher
- 18
- Reinluft- bzw. Reingasleitung
1. Verfahren zur Vorbereitung von Feinerzen mit breitem Körnungsspektrum für die Direktreduktion,
wobei die Feinerze der Kornfraktion kleiner 6,3 mm, vorzugsweise kleiner 3 mm, mittels
eines Heißluft- oder Rauchgasstromes während eines pneumatischen Fördervorganges,
gegebenenfalls unter Rückführung des Feuchtgutes, getrocknet werden, wobei aus dem
getrockneten Feiner: die Fraktion 6,3 mm bzw. 3 mm bis ca. 0,04 mm ausgesichtet und
der Direktreduktion zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fraktion kleiner ca. 0,04 mm zusammen mit der Heißluft bzw. dem Rauchgas einer
Feintrennung in Luft bzw. Gas und Feinerz unterzogen wird,
daß die abgetrennte Feinerzfraktion kleiner ca. 0,04 mm befeuchtet, mit Bindemittel
versehen und pelletiert wird,
daß die Pellets wieder in den pneumatischen Trocknungsvorgang aufgegeben werden und,
daß die Heißluft bzw. das Rauchgas aus der Feintrennung auf naßem Wege gereinigt und
in die Atmosphäre entlassen wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Vorbereitung von Feinerzen für die
Direktreduktion mit einem Flugstromtrockner (3) mit Sichter (5), erforderlichen Fördermitteln
(1, 2, 6, 13), einem Heißluft- bzw. Rauchgasgebläse (4) und einem dem Sichter (5)
nachgeschalteten Zyklon (7) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Zyklon (7) zur Feintrennung von Heißluft bzw. Rauchgas und der Feinerzfraktion
kleiner ca. 0,04 mm ein Multizyklon (10) oder ein Schlauchfilter nachgeschaltet ist,
daß zur Kompaktierung des im Multizyklon (10) oder Schlauchfilter abgeschiedenen Feinerzes
eine Pelletiereinrichtung (12) vorgesehen ist, der Wasser (13) und Bindemittel (14)
zuführbar sind,
daß ein Pelletförderer (15) der Pelletiereinrichtung (12) nachgeschaltet ist, auf
dem die Pellets dem Flugstromtrockner (3) zuführbar sind, und
daß für die Naßreinigung der Heißluft bzw. des Rauchgases aus dem Multizyklon (10)
oder dem Schlauchfilter ein Venturi-Wäscher (17) angeordnet ist.