[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Füllen eines Flockenspeichers und einen
Flockenspeicher gemäß Oberbegriff der Ansprüche 1 und 4.
[0002] Aus der EP 0 731 194 A2 ist eine Abluftklappe eines Flockenspeichers für eine Karde
oder einen ähnlichen Speicher bekannt, der im Betrieb mit Faserflocken aus einem pneumatischen
Flockentransportsystem beliefert wird. Der Schacht, bzw. der Speicher trennt die Flocken
vom Transportluftstrom, welcher als Abluft weitergeleitet wird. Die Druckverhältnisse
im Schacht bzw. im Speicher ändern sich als eine Funktion des Füllstandes und diese
Tatsache wird dazu ausgenutzt, die Belieferung des Schachtes bzw. des Speichers mit
Flocken aus dem Transportsystem zu beeinflussen. Um eine weitgehende Selbsteinstellung
eines bestimmten Füllstandes in dem Speicher zu erzielen, wird in dieser Schrift ein
Ventil vorgeschlagen, welches eine Klappe umfaßt, die unter dem Eigengewicht eine
vorbestimmte Ruhelage einnimmt, wenn keine Luft durch das Ventil strömt. Wenn der
Füllstand in dem Speicher sinkt und damit eine größere Fläche eines Siebes, an welchem
die Transportluft von den Flocken getrennt wird, freigibt, ändern sich die Druckverhältnisse
und die nunmehr strömende Transportluft öffnet das Ventil und strömt durch das Ventil
in einen Abluftkanal. Dadurch wird eine Trennung von Transportluft und Fasern an diesem
Sieb erreicht, wobei die Fasern in dem entsprechenden Speicher verbleiben und den
Füllstand erhöhen.
[0003] Diese Schrift offenbart zwar den Einsatz eines selbsteinstellenden Ventils bei einem
Füllschacht, welcher einer einzelnen Maschine zugeordnet ist. Nachteilig bei dieser
Vorrichtung ist es allerdings, daß zwar eine gleichmäßige Verteilung von mehreren
Füllschächten einer Linie erzielt wird, in dem einzelnen Füllschacht aber die Verteilung
der Faserflocken nicht beeinflußt werden kann.
[0004] In der EP 0 485 014 A1 sind Füllschächte gezeigt, welche in einer der nach außen
gerichteten Seitenwände Siebflächen aufweisen. Faserflocken werden zusammen mit der
Transportluft über einen Transportkanal in den oberen Bereich der Füllschächte gefördert.
Der Einlaß der einzelnen Füllschächte ist von Füllschacht zu Füllschacht höher angeordnet,
wodurch eine gleichmäßige Verteilung der Faserflocken auf die einzelnen, hintereinander
angeordneten Kammern bewirkt werden soll. Etwa in mittiger Höhe der Kammern ist ein
Abluftkanal an der Außenseite der Füllschächte angeordnet. Jede der einzelnen Kammern
ist über eine Siebfläche mit dem Abluftkanal verbunden. Sobald der Füllstand der Faserflocken
in der einzelnen Kammer den Bereich der Siebfläche überschreitet, wird die Abluftmöglichkeit
der Transportluft verschlossen, da die Siebfläche mit Fasern bedeckt und somit verschlossen
ist. Sobald dieser Zustand eintritt, wird die entsprechende Kammer nicht weiter mit
Faserflocken versorgt, da sich die Transportluft zusammen mit den Faserflocken den
Weg über die Kammern mit noch geringerem Füllstand und somit freier Siebfläche in
den Abluftkanal sucht.
[0005] Nachteilig bei dieser Anordnung ist es, daß eine genaue Einstellung der Höhen der
einzelnen Trennabschnitte der Kammern zusammen mit der Art der Fasern und der Geschwindigkeit
des Transportluftstromes erfolgen muß. Sobald diese genaue Einstellung auf die einzelnen
Parameter nicht mehr vorliegt, werden die einzelnen Bereiche sehr ungleichmäßig gefüllt.
Es kann somit der Fall eintreten, daß erst eine Kammer soweit mit Faserflocken gefüllt
wird, bis deren Siebfläche verschlossen wird. Erst dann ist es bei unsachgemäßer Einstellung
möglich, daß Faserflocken in eine weitere Kammer eintreten und diesen Bereich füllen,
bis auch deren Siebfläche verschlossen ist usw. Dies würde zu einem sehr nachteiligen
Mischen der einzelnen Fasern führen, da keine Verteilung von Fasern aus einem Faserballen
in mehrere Bereiche erfolgen würde.
[0006] Aus der DE 3734140 A1 ist eine Vorrichtung zur Vergleichmäßigung der einer Karde,
Krempel, Reiniger o. dgl. zuzuführenden Faserflocken bekannt. In dem Füllschacht sind
hierzu Regelungseinrichtungen angeordnet, mit welchen Stellglieder für die Veränderung
der Luftströmung im Füllschacht angesteuert werden. Es soll hiermit über die Breite
des Füllschachts eine gleichmäßige Befüllung mit Flocken erfolgen. Nachteilig bei
dieser Vorrichtung ist es, daß ein sehr großer technischer Aufwand erforderlich ist,
um die gleichmäßige Verteilung der Flocken zu bewirken, da Meßeinrichtungen und Stelleinrichtungen
erforderlich sind. Nachteilig ist außerdem, daß durch die Stelleinrichtungen Elemente
der luftdurchlässigen Wand aus ihrer Rückhalteposition geschwenkt werden, wodurch
zusätzliche Mittel vorgesehen werden müssen, mit welchen die dann dort austretenden
Faserflocken aufgefangen werden können.
[0007] In der DE 19630018 ist eine Karde beschrieben, bei welcher von einer Flokkenspeisung
geliefertes Fasermaterial in Form von Flocken in einen Füllschacht eingespeist wird.
Der Füllschacht umfaßt einen oberen Teil, Einspeiseschacht genannt, sowie einen unteren
Schachtteil, Reserveschacht genannt. Faserflocken aus dem unteren Schachtteil werden
durch zwei Förderwalzen als Watte ausgetragen und an die Speisewalzen der Karde weitergeleitet.
Zwischen dem oberen Schachtteil und dem unteren Schachtteil befindet sich eine Zuführvorrichtung,
welche Faserflocken einer Auflösewalze zuführt. Es ist zwar in einem der Ausführungsbeispiele
ein Luftabführsystem aus dem Schacht skizziert, eine Anweisung oder ein Hinweis auf
eine bessere Verteilung der Faserflocken ist hier aber nicht gegeben.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, die aufgezeigten Nachteile
des Standes der Technik zu vermeiden und eine konstruktiv einfache und ohne aufwendige
Steuerungstechnik oder Einstellarbeiten erfordernde Einrichtung zum gleichmäßigen
Anspeisen von Füllschächten eines Flockenspeichers zu schaffen.
[0009] Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der Ansprüche 1 oder 4.
[0010] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Füllen eines Flockenspeichers,
insbesondere einer Karde, Krempel, Reinigers oder dgl. mit Faserflocken gelöst, wobei
die Faserflocken mittels eines Transportluftstromes einem Füllschacht des Flockenspeichers
zugeführt werden. Die Faserflocken werden an einer anderen Stelle aus dem Füllschacht
wieder entnommen, wobei eine Trennung von Transportluftstrom und Faserflocken an einer
luftdurchlässigen Fläche stattfindet. Der Füllschacht wird in seiner Arbeitsbreite
in mehrere Bereiche unterteilt. An dem Füllschacht sind wenigstens zwei Ventile angeordnet,
die unterschiedlichen Bereichen zugeordnet sind, wobei sich ein Ventil beim Absinken
des Füllstandes an der luftdurchlässigen Fläche zur Erhöhung des Füllstandes in diesem
Bereich öffnet, und eine Trennung von Transportluftstrom und Faserflocken an der luftdurchlässigen
Fläche dieses Bereiches stattfindet. Dieser Bereich des Füllschachtes bekommt dadurch
mehr Faserflocken zugeführt. Beim Ansteigen des Füllstandes an der luftdurchlässigen
Fläche schließt sich zu einer Verringerung des Füllstandes in diesem Bereich das Ventil
wieder, und dieser Bereich des Füllschachtes bekommt dadurch weniger Faserflocken
zugeführt. Bei den anderen Bereichen pendelt sich der Füllstand ebenso ein, so daß
der Füllstand in den einzelnen Bereichen im wesentlichen auf gleicher Höhe gehalten
wird.
[0011] Ein selbsteinstellendes Ventil hat gegenüber einem angetriebenen Ventil den Vorteil,
daß das Ventil ohne Einwirkung einer Aktorik in Abhängigkeit von der Füllhöhe in dem
jeweiligen Bereich schließt und öffnet. Ein solches Ventil reagiert auf den Betriebsdruck
bzw. auf den Luftdurchfluß. Diese Parameter müssen sich als Funktion der Füllhöhe
ändern. Die Erfindung arbeitet aber auch mit einem angetriebenen Ventil sehr gut.
[0012] Wenn man das selbsteinstellende System wählt, ist es vorteilhaft, daß das Ventil
voll offen bleibt, solange die Luftdurchflußöffnungen zwischen dem Füllschacht und
der Luftabführeinheit nicht (teilweise) abgedeckt sind. Gleichzeitig herrscht nur
eine kleine Differenz zwischen dem Druck in dem Füllschacht und dem Druck stromab
vom Ventil. Sowohl Transportluft wie auch Flocken fließen daher in den jeweiligen
Bereich des Flockenspeichers hinein.
[0013] Wenn die Durchflußöffnungen abgedeckt werden, steigt der Druck in dem Bereich des
Flockenspeichers. Der Druck im Raum zwischen dem Bereich und seinem Ventil fällt dabei.
Das Ventil schließt sich allmählich. Vorteilhafterweise bleibt eine geringe Restöffnung
bestehen, die eine kleine Restströmung durchläßt. Irgendwann aber wird die Strömung
zu schwach um weitere Flocken in den Bereich zu transportieren. In diesem Zustand
findet ein Ausgleich der Füllhöhen unter den Bereichen statt, da der Luft-/Flockenstrom
den Weg mit dem minimalen Widerstand sucht, das heißt den Bereich mit der größten
ungedeckten Durchflußfläche und damit mit der niedrigsten Füllhöhe. In jedem Bereich
pendelt die Füllhöhe innerhalb einer durch die Durchflußfläche (Siebfläche) definierten
Bandbreite auf und ab. Die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung (des Füllens in dem
Bereich) hängt aber nicht nur vom Füllniveau in dem eigenen Bereich, sondern auch
von den Füllhöhen aller anderen Bereiche ab. Wenn alle Bereiche die gleiche Füllhöhe
aufweisen, werden sie alle gleich schnell aufgefüllt. Wenn ein Bereich eine besonders
niedrige Füllhöhe aufweist, wird er besonders schnell gefüllt.
[0014] Eine gattungsgemäßer Flockenspeicher mit den Merkmalen des Anspruchs 4 bewirkt in
erfindungsgemäßer Weise, daß die einzelnen Bereiche, insbesondere in einer Karde,
Krempel oder einem Reiniger im wesentlichen gleichmäßig befüllt werden. Der Flockenspeicher
weist eine pneumatische Anspeisung von Faserflocken, einem Schacht zum Ansammeln der
Faserflocken und eine Ablufteinheit in einer Seitenwand des Flockenspeichers auf.
In der Ablufteinheit werden die Faserflocken von der Transportluft getrennt. Erfindungsgemäß
ist der Flockenspeicher in seiner Arbeitsbreite in mehrere Bereiche zur Speicherung
der Faserflocken unterteilt. An dem Flockenspeicher sind wenigstens zwei Ventile angeordnet
sind, die unterschiedlichen Bereichen zugeordnet, und jeder der Bereiche weist eine
Ablufteinheit auf. Die Seitenwand eines jeden dieser Bereiche weist eine stationäre,
luftdurchlässige Fläche, insbesondere eine Siebfläche auf. An der luftdurchlässigen
Fläche ist die Ablufteinheit angeordnet. Auf Grund des Füllstandes in dem Bereich
oder an der luftdurchlässigen Fläche wird das dem Bereich zugeordnete Ventil beeinflußt
und somit die Flokkenverteilung über die Arbeitsbreite vergleichmäßigt.
[0015] Durch die Unterteilung des Flockenspeichers in einzelne Bereiche ist es einfacher
möglich, eine gleichmäßige Füllhöhe in dem Flockenspeicher zu erzielen, da der einzelne
Bereich eine geringere Breite bzw. Länge als die Arbeitsbreite des Flockenspeichers
aufweist. Die Flocken verteilen sich auf diese kürzere Breite des einzelnen Bereiches
entsprechend gleichmäßiger.
[0016] Ist jedem der einzelnen Bereiche in dem Flockenspeicher eine Ablufteinheit zugeordnet,
so ist die selbsttätige Regulierung der Füllhöhe in dem einzelnen Bereich auf einfache
Weise zu bewirken. Über die Ablufteinheit wird eine mehr oder weniger große Menge
an Abluft aus dem einzelnen Bereich abgeführt. Die Menge der abgeführten Luft wird
entsprechend der zuzuführenden Flockenmenge geregelt. Je mehr Flocken in einen Bereich
geführt werden sollen, desto mehr Abluft wird aus der Bereich durch die Ablufteinheit
abgeführt.
[0017] Ist zwischen der luftdurchlässigen Fläche und dem Ventil ein Beruhigungsraum und/oder
nach dem Ventil ein mehreren Bereichen zugeordneter Abluftkanal zugeordnet, so wird
auf einfache konstruktive Weise die Luftleitung der Abluft bewerkstelligt. Durch die
Anordnung des Beruhigungsraumes ist eine zuverlässig funktionierende konstruktive
Lösung der Ablufteinheit gegeben. Durch den Beruhigungsraum wird bewirkt, daß die
Ventilklappe nicht durch Verwirbelungen der Abluftströmung in ihrer Wirkungsweise
beeinträchtigt wird.
[0018] Vorteilhafterweise wird die Ablufteinheit in Abhängigkeit des Luftdrucks in dem jeweiligen
Bereich betätigt. Da durch die Füllhöhe in Bezug auf die Siebfläche in dem einzelnen
Bereich der Luftdruck in dem einzelnen Bereich bestimmt wird, ist diese Größe als
Regelgröße für die Ablufteinheit geeignet. Je geringer die Füllhöhe ist, desto größer
ist der Luftdruck und desto weiter ist das Ventil in der Ablufteinheit geöffnet.
[0019] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Ablufteinheit aus einem Ventil besteht, welches
über den Luftdruck bewegt wird. Es sind damit keine weiteren Bauelemente nötig zum
Bewegen des Ventils, wodurch eine sehr einfache Gestaltung ermöglicht wird.
[0020] Sind die Bereiche mittels Trennwänden im Füllschacht und/oder in der Ablufteinheit
abgetrennt, so ist eine genauere Verteilung der Faserflocken auf die einzelnen Bereiche
möglich.
[0021] Die Ablufteinheit wird vorteilhafterweise oberhalb einer in dem Flockenspeicher angeordneten
Zwischenauflöseeinheit angeordnet. Die Faserflocken liegen dann der Zwischenauflöseeinheit
immer in genügender Menge vor. Alternativ oder zusätzlich ist eine Ablufteinheit oberhalb
einer in dem Flockenspeicher angeordneten Abzugseinheit angeordnet. Auch dadurch ist
es gewährleistet, daß eine ausreichende Fasermenge vorrätig ist.
[0022] Vorteilhafterweise hat das Ventil eine in der Ablufteinheit angeordnete Ventilklappe,
die aufgrund der Druckverhältnisse in dem ihr zugeordneten Bereich die Abluftströmung
in dem entsprechenden Bereich steuert. Die Menge der in den Bereich zugeführten Fasern
hängt davon ab, inwieweit die Siebfläche und damit das Ventil des Bereiches geöffnet
oder geschlossen ist. Tritt eine größere Menge Transportluft aus diesem Bereich aus,
so findet an der Siebfläche dieses Bereiches eine Trennung von Transportluft und Faserflocken
statt. Die abgetrennten Faserflocken verbleiben in dem Bereich und bewirken eine Erhöhung
des Füllstandes dieses Bereiches. Ist die Siebfläche und damit das Ventil geschlossen,
so wird die Transportluft nicht durch diesen Bereich und das Ventil in den Abluftkanal
geleitet. Dadurch kann keine Trennung des Transportluftstroms von den Faserflocken
erfolgen und Faserflocken werden daher nicht in den entsprechenden Bereich eingeführt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich konstruktiv sehr einfach ausführen und
ist dadurch auch sehr wartungsfreundlich. Nachdem das Ventil nicht in unmittelbarer
Nähe der Faserflokken angeordnet ist, ist eine Verschmutzung des Ventils durch Faserflocken
nicht möglich. Eine besondere Wartung des Ventils aufgrund einer Verschmutzung ist
somit nicht erforderlich.
[0023] Ist das Ventil bzw. die Ventilklappe derart ausgebildet, daß sie ihre Öffnung in
Abhängigkeit eines Flockenfüllstandes in dem Bereich selbständig verändert, so wird
eine äußerst kostengünstige Ausbildung der Erfindung ermöglicht.
[0024] Vorteilhafterweise wird die Ventilklappe derart ausgestaltet, daß sie trotz geschlossenem
Zustand eine geringe Menge Abluft freigibt. Dadurch wird eine schnelle Ansteuerung
der Ventilklappe bewirkt, da die bestehende Abluftströmung lediglich in ihrem Druck
verstärkt werden muß, um die Ventilklappe in eine geöffnete Stellung zu bewegen. Die
Ventilklappe ist somit schneller ansteuerbar, als wenn ein Abluftstrom erst der Ventilklappe
zugeführt werden muß, bzw. eine stehende Luftsäule erst in Bewegung gesetzt werden
muß.
[0025] Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn die Ventilklappe mittels eines
Drehlagers drehbar gelagert ist. Ist das Drehlager derart angeordnet, daß die Ventilklappe
in Ruhestellung durch ihr Eigengewicht ein Drehmoment erzeugt, so daß sie im wesentlichen
geschlossen ist, so sind keine zusätzlichen Bauteile, wie zum Beispiel Federn erforderlich,
um die Ventilklappe selbständig in eine Schließstellung zu bringen.
[0026] Vorteilhafterweise ist die Ventilklappe entlang ihrer Drehachse geknickt, so daß
sie zwei flügelartige Abschnitte aufweist. Damit wird auch im geschlossenen Zustand
eine gewisse Durchströmung des Ventils mit Abluft bewirkt. Sind die Abschnitte unterschiedlich
groß, so ist eine ausgewogene Strömung durch das Ventil ermöglicht. Insbesondere der
kleinere Abschnitt kann für einen Anschlag, der die maximale Öffnung des größeren
Abschnittes festlegt, vorgesehen sein. Es ist auch möglich, daß der kleinere Abschnitt
derart bemessen ist, daß eine geringe Durchströmung auch im geschlossenen Zustand
stattfindet. Für die Strömungsverhältnisse ist es besonders vorteilhaft, wenn wenigstens
einer der Abschnitte, insbesondere der die Abluftströmung freigebende Abschnitt trapezförmig
gestaltet ist. Dadurch sind geringere Strömungsverluste bei der Durchströmung des
Ventils zu erwarten.
[0027] Sind die Flügel in Richtung der Abluftströmung geneigt, so ist eine besonders schnelle
Ansteuerung der Ventilklappe durch eine Änderung der Druckverhältnisse in dem Bereich
ermöglicht. Als besonders vorteilhaft hat sich ein Knick mit einem Winkel zwischen
10° und 30° erwiesen. Dieser Winkelbereich hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen,
um eine schnelle Bewegung der Ventilklappe schon bei geringem Druckunterschied zu
ermöglichen.
[0028] Als besonders vorteilhaft hat sich insbesondere im Hinblick auf eine kostengünstige
Gestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung erwiesen, daß die Einheit modulartig
an dem Bereich angebaut ist. Mit den Modulen ist es möglich, daß sie für die Montage
vorbereitet und mit den entsprechenden Ventilen ausgestattet sind und in diesem Zustand
an den Bereich angebaut werden. Werden die Module an der Seitenwand eines Bereiches
und der benachbarten modulartigen Einheit angeordnet, so sind Verbindungsstücke in
den Abluftkanälen zu vermeiden, wodurch die Einfachheit der Konstruktion zusätzlich
bewirkt wird. Um eine gute Funktionsweise der Einheit zu bewirken, sind die Module
zweier benachbarter Bereiche lediglich am Abluftkanal durchgängig miteinander verbunden.
Die Beruhigungsräume zweier benachbarter Module sind mittels einer Trennwand voneinander
getrennt, so daß die auf die Ventilklappen einwirkenden Abluftströme bzw. Überdrücke
in den benachbarten Bereichen nicht auf das Ventil der benachbarten Bereiche wirken.
Damit wird eine falsche Befüllung der Bereiche vermieden.
[0029] Vorteilhaft hat sich erwiesen, daß der Beruhigungsraum von außen mittels einer Tür
zugänglich ist. Damit ist es möglich, die Siebfläche und den Beruhigungsraum, falls
dies erforderlich wird, zu reinigen. Ob eine Reinigung erforderlich ist, kann durch
ein in der Tür angeordnetes Inspektionsfenster beurteilt werden. Erst wenn durch die
Sichtkontrolle festgestellt wurde, daß Reinigungsarbeiten erforderlich sind, ist dann
die Tür zu öffnen und der Strömungsvorgang in dem Bereich zu unterbrechen bzw. durch
die geöffnete Tür zu beeinflussen.
[0030] Um eine möglichst große Füllung der Bereiche zu bewirken, hat sich als besonderer
Vorteil des Erfindungsgegenstandes erwiesen, daß das Modul im oberen Bereich des Flockenspeichers
angeordnet werden kann. Dadurch wird die Siebfläche durch einen bereits hohen Füllstand
der Faserflocken in dem jeweiligen Bereich nicht verschlossen und die Faserflocken
sind somit weiterhin dem Bereich zuzuführen. Das Aufnahmevolumen der einzelnen Bereiche
wird damit wesentlich vergrößert.
[0031] Um eine gute Strömung der Abluft zu erreichen, hat es sich als vorteilhaft erwiesen,
daß die Ventilklappe im oberen Teil des Moduls angeordnet ist.
[0032] Ein besonders großer Vorteil der Erfindung ist es, daß eine im wesentlichen baugleiche
Ablufteinheit an jedem Bereich angeordnet werden kann. Damit wird eine bezüglich der
Breite des Flockenspeichers gleichmäßige Verteilung der Faserflocken bewirkt. Der
einzelne Bereich ist maximal mit Faserflocken füllbar.
[0033] Ausführungsbeispiele und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung sind in den
folgenden Figuren dargestellt.
[0034] Es zeigen:
- Figur 1
- den Aufbau eines erfindungsgemäßen Flockenspeichers
- Figur 2
- einen Teilschnitt durch eine Ablufteinheit eines Flockenspeichers
- Figur 3
- einen Teilschnitt einer Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Flockenspeichers
- Figur 4
- eine Detaildarstellung einer Ablufteinheit in geöffnetem Zustand der Ventilklappe
- Figur 5
- eine Detaildarstellung einer Ablufteinheit mit geschlossener Ventilklappe
- Figur 6
- einen Flockenspeicher, zum Beispiel einer Karde, in perspektivischer Ansicht
- Figur 7
- den Flockenspeicher aus Figur 6 im Schnitt.
[0035] Figur 1 zeigt einen Flockenspeicher 50 im Aufbau. Dem Flockenspeicher 50 werden Faserflocken
6 über eine Anspeisung 3 einem Speiseschacht 65 zugeführt. Die Anspeisung erfolgt
mittels eines pneumatischen Transportluftkanals, welcher die Faserflocken 6 mit einer
Transportluftströmung von einer Maschine, beispielsweise einem Mischer dem Flockenspeicher
50 zuführt. Die Faserflocken 6 gelangen dabei durch die Anspeisung 3 in den Speiseschacht
65 und werden dort an einer luftdurchlässigen Fläche, beispielsweise einer Siebfläche
10 von dem Transportluftstrom getrennt. Dabei fallen die Faserflocken in den Speiseschacht
65 und werden in einer bestimmten Füllhöhe angesammelt. Die Faserflocken werden über
eine Zwischenauflöseeinheit 60, welche unterhalb des Speiseschachts 65 angeordnet
ist, entnommen. Mit Hilfe der Zwischenauflöseeinheit 60 wird eine homogene gleichmäßige
Auflösung der Faserflocken 6 gewährleistet. Dabei werden die so aufgelösten Faserflocken
6 in den Vorlageschacht 66 befördert. Von dort werden die Faserflocken 6 mittels einer
Abzugseinheit 61 aus dem Flockenspeicher 50 entnommen und einer Maschine, beispielsweise
einer Karde als gleichmäßige Watte zugeführt.
[0036] Im Bereich des Speiseschachtes 65 ist in einer Seitenwand die Siebfläche 10 angeordnet.
An dieser Siebfläche 10 werden die Faserflocken 6 von ihrer Transportluft getrennt.
Die Transportluft entweicht durch die Siebfläche 10 in den Beruhigungsraum 13. In
dem Beruhigungsraum 13 werden Verwirbelungen und starke Strömungsunterschiede der
Transportluft beseitigt. Aus dem Beruhigungsraum 13 strömt die Transportluft durch
eine in einer Seitenwand des Beruhigungsraums 13 angeordnete Ventilklappe 14 in ein
Anschlußstück 51. Aus dem Anschlußstück 51 entweicht die Transportluft als Abluft
in den Abluftkanal 5 und wird dort abtransportiert. Beruhigungsraum 13, Ventilklappe
14 und Anschlußstück 51 bilden die Ablufteinheit 4. Die Ablufteinheit 4 ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel dem Speiseschacht 65 zugeordnet. Sie kann aber auch alternativ
oder zusätzlich dem Vorlageschacht 66 zugeordnet sein.
[0037] Figur 2 zeigt einen Teilschnitt durch die Ablufteinheit 4 eines Flockenspeichers
50 aus Figur 1. Die Ablufteinheit 4 ist in zwei Teile 4a und 4b unterteilt. Dadurch
ergeben sich Bereiche 2a und 2b, in welchen Transportluft abgeführt wird. Die Bereiche
2a und 2b sind mittels einer Trennwand 11 voneinander getrennt. Die Transportluft
strömt in Abhängigkeit von den Druckverhältnissen mehr oder weniger durch die Siebflächen
10 in den Beruhigungsraum 13a oder 13b. Anschließend strömt die Transportluft durch
die Ventilklappe 14a und/oder 14b in das Anschlußstück 51a und/oder 51b. Von dem Anschlußstück
51a bzw. 51b wird die Transportluft als Abluft in dem Abluftkanal 5 abgeführt.
[0038] Der Abluftkanal 5 kann mehrere Flockenspeicher miteinander verbinden. Die Ventilklappen
14a bzw. 14b sind, wie später noch ausführlich beschrieben wird, drehbar gelagert.
Dadurch ist ein selbständiges Einstellen der Öffnung der Ventilklappe 14a bzw. 14b
gewährleistet. Durch den Druck des Transportluftstromes wird die Ventilklappe 14a
und/oder 14b ausgelenkt und ermöglicht dem Transportluftstrom das Eintreten in das
Anschlußstück 51a bzw. 51b. Sobald die Druckverhältnisse es erlauben, wird die Ventilklappe
14a bzw. 14b wiederum gedreht und verschließt im wesentlichen die ihr zugeordnete
Öffnung.
[0039] Dadurch, daß jedem Bereich 2a, 2b eine Siebfläche 10 sowie eine Ablufteinheit 4a,
4b zugeordnet ist, wird erreicht, daß die in den Bereichen 2a bzw. 2b abgelegten Faserflocken
über die Breite des Flockenspeichers 50 gleichmäßig verteilt werden. Hierbei wird
der Vorteil gegenüber dem Stand der Technik erzielt, bei welchem die Gefahr besteht,
daß die Faserflocken über die Breite einseitig verteilt werden und somit eine ungleichmäßige
Entnahme der Faserflocken aus dem Speiseschacht 65 oder dem Vorlageschacht 66 bewirkt.
[0040] Figur 3 zeigt einen Schnitt durch den Abluftkanal 5 eines Flockenspeichers 50. Die
einzelnen Ablufteinheiten 4a, 4b sind als Module an den Bereichen 2a, 2b angeordnet.
Sie sind einerseits mit der Seitenwand 9 des Flockenspeichers 50 und andererseits
mit jeweils der benachbarten Ablufteinheit verbunden. Eine Trennwand 11 reicht lediglich
in den nicht sichtbaren Beruhigungsraum 13 hinein. Im Bereich des Abluftkanals 5 sind
die einzelnen Module durchgängig miteinander verbunden. Dadurch ist gewährleistet,
daß die Abluft, nachdem sie aus den Bereichen 2a, 2b und deren Beruhigungsräumen 13
durch die Ventilklappen 14 ausgetreten ist, über einen gemeinsamen Abluftkanal 5 abgeführt
wird.
[0041] Jedes Modul einer Ablufteinheit 4a, 4b ist mit einer Tür 30 versehen. Die Tür 30
ist unterhalb des Abluftkanals 5 angeordnet und erlaubt einen Zugriff zum Beruhigungsraum
13 bzw. der dahinter angeordneten Siebfläche 10. Dadurch ist es möglich, die Siebfläche
10 zu reinigen. Eine Reinigung kann derart erfolgen, daß die Siebfläche 10 als separates
Bauteil an der Seitenwand 9 befestigt ist. Für Reinigungsarbeiten wird dann das Bauteil
mit der Siebfläche 10 aus der Seitenwand 9 entfernt, so daß die Siebfläche 10 auch
auf der in den Speiseschacht gerichteten Seite gereinigt werden kann. Die Reinigung
kann darüber hinaus sehr einfach außerhalb des Flockenspeichers 50 erfolgen. Im Falle
von Beschädigungen der Siebfläche 10 ist auch ein problemloser Ersatz der Siebfläche
10 mit einer neuen Siebfläche 10 möglich.
[0042] Um eine schnelle Sichtkontrolle durchführen zu können, ob die Siebfläche 10 verunreinigt
ist, oder ob in dem Beruhigungsraum 13 Verschmutzungen vorhanden sind, welche entfernt
werden sollen, ist ein Inspektionsfenster 31 in der Tür 30 vorgesehen.
[0043] Die in dem Anspeisungskanal 3 zugeführte Transportluft mit den darin transportierten
Faserflocken wird den Bereichen 2a, 2b zugeführt. Wenn es die Druckverhältnisse in
dem Bereich 2a erlauben, wird der Transportluftstrom von den Faserflocken nicht in
dem Bereich 2a getrennt, sondern wird weiter in den darauffolgenden Bereich 2b gefördert
und in dem Bereich 2b getrennt. Die Trennung erfolgt, wie bereits oben beschrieben
dadurch, daß die Transportluft durch die Siebfläche 10 in den Beruhigungsraum 13 eintritt.
Sie wird weiterhin durch die Ventilklappe 14 in den Abluftkanal 5 gefördert und aus
der Maschine entfernt. Die Klappe 14 ist an jeder Ablufteinheit 4a, 4b angeordnet.
Sie weist zwei Abschnitte 16 und 17 auf. Entlang den Abschnitten 16 und 17 ist eine
Drehachse, welche durch die Drehlager 15 bewirkt wird, vorgesehen. Um diese Drehachse
wird die Klappe 14 entsprechend den Druckverhältnissen in der Bereich 2a, 2b mehr
oder weniger gedreht. Die Drehung bewirkt, daß eine Öffnung 19 in der Wand 18 mehr
oder weniger geöffnet wird, wodurch mehr oder weniger Transportluft als Abluft den
einzelnen Bereich verläßt.
[0044] Wenn die einzelnen Bereiche 2a, 2b als Module ausgebildet sind, welche soweit eigenständig
aufgebaut sind, daß sie alle wesentlichen Bauteile bereits enthalten, ist der Flockenspeicher
50 modulartig erweiterbar. Es sind dann je nach Bedarf einzelne Module mit weiteren
Bereichen 2 und daran angeordneten Ablufteinheiten 4 einsetzbar, wodurch der Flockenspeicher
50 je nach Bedarf nahezu beliebig vergrößert oder in Bereiche unterteilt werden kann.
Für eine feinere Verteilung der Faserflocken über die Arbeitsbreite des Flockenspeichers
50 kann vorgesehen werden, daß die einzelnen Bereiche schmaler gewählt werden und
dafür mehr als die hier dargestellten zwei Bereiche angeordnet werden.
[0045] Figur 4 zeigt einen Schnitt IV-IV durch eine Ablufteinheit 4. Der Bereich 2 ist in
Durchströmungsrichtung des Faserstromes mit einer Trennwand 11 von dem darauffolgenden
Bereich getrennt. Die Trennwand 11 weist im oberen Bereich eine Öffnung 12 auf, welche
den gezeigten Bereich 2 mit dem in Strömungsrichtung darauffolgenden Bereich verbindet.
Durch diese Öffnung 12 ist es dem Faserstrom möglich, die dahinterliegenden Bereiche
zu erreichen. Wenn es die Luft- und Druckverhältnisse in dem gezeigten Bereich 2 erlauben,
wird der Faserluftstrom in diesem Bereich getrennt. Die Transportluft entweicht über
die Siebfläche 10, welche in der Seitenwand 9 des Bereiches 2 vorgesehen ist. Die
Siebfläche 10 ist derart ausgestaltet, daß die Transportluft durch die Siebfläche
10 hindurchtreten kann, während die Fasern und Faserflocken an der Siebfläche 10 zurückgehalten
werden.
[0046] Der Transportluftstrom befindet sich nach seinem Durchtritt durch die Siebfläche
10 in dem Beruhigungsraum 13, welcher derart gestaltet ist, daß Verwirbelungen des
Transportluftstroms weitgehend beseitigt werden. Die Transportluft strömt durch die
Öffnung 19 in der Wand 18 in den Abluftkanal 5. Die Ventilklappe 14 ist in Figur 4
in geöffnetem Zustand dargestellt. Dieser Zustand wird von der Ventilklappe 14 eingenommen,
wenn in dem Bereich 2 im Verhältnis zu den weiteren Bereichen zu wenig Faserflocken
gefüllt sind, d.h., wenn in dem Bereich 2 der Füllstand niedriger ist, als in den
übrigen Bereichen. In diesem Fall bewirken die Druckverhältnisse in dem Bereich 2
die Drehung der Ventilklappe 14 in die dargestellte Stellung.
[0047] Die Ventilklappe 14 ist in dem Drehlager 15 drehbar gelagert. Sie weist zwei Abschnitte
auf. Der Abschnitt 16 ist kleiner gestaltet, als der Abschnitt 17. Der Abschnitt 16
bewirkt ein weitgehendes Verschließen des oberhalb des Drehlagers 15 befindlichen
Teiles 20. Die nahezu komplette Abluft wird über den größeren, unteren Teil 21 der
Öffnung 19 in den Abluftkanal 5 abgeführt. Bei weiterer Vergrößerung des Druckes ist
es möglich, daß die Ventilklappe 15 noch weiter aufklappt, so daß auch der obere Teil
20 geöffnet wird. Es ist aber auch möglich, einen Anschlag vorzusehen, welcher nur
eine maximal zulässige Öffnung der Ventilklappe 14 erlaubt. Dadurch wird bewirkt,
daß nur ein maximales Volumen, das durch den Querschnitt des dann geöffneten Teiles
vorgegeben ist aus dem Bereich 2 strömen kann.
[0048] Die Ventilklappe 14 weist einen Knick zwischen den beiden flügelartigen Abschnitten
16 und 17 auf, welcher einen Winkel von hier etwa 30° hat. Dieser Winkel hat sich
für eine Selbstregulierung der Ventilklappe 14 bewährt.
[0049] Während der obere Abschnitt 16 im vorliegenden Ausführungsbeispiel rechteckig ausgeführt
ist, weist der untere Abschnitt 17 eine trapezförmige Gestalt auf (vgl. Figur 3).
Damit werden die Strömungsverhältnisse begünstigt, da weniger Strömungsverluste bei
der Umlenkung des Abluftstromes aus dem Beruhigungsraum 13 in den Abluftkanal 5 entstehen.
Außerdem ist durch diese Gestaltung die Größe der maximal geöffneten Öffnung 19 in
Bezug auf die Öffnung 12 im Durchtritt zu den einzelnen Bereichen 2 optimal gestaltet.
[0050] Figur 5 zeigt die Vorrichtung aus Figur 4 allerdings im geschlossenen Zustand der
Ventilklappe 14. Durch ihr Eigengewicht ist bei niedrigerem Druck des Transportluftstromes
als bei Figur 4 die Ventilklappe 14 in die dargestellte Position geschwenkt. Dabei
ist im wesentlichen der untere Teil 21 der Öffnung 19 verschlossen. Eine gewisse Menge
der Abluftströmung ist allerdings im oberen Teil 20 der Öffnung 19 gewährleistet.
Damit wird bewirkt, daß stets eine geringe Strömung von dem Bereich 2 durch die Siebfläche
10 in den Beruhigungsraum 13 und durch die Öffnung 19 in den Abluftkanal 5 vorherrscht.
Eine Erhöhung des Druckes in dem Bereich 2 bewirkt somit ein schnelles Drehen der
Ventilklappe 14 und somit eine schnelle Veränderung der durchströmbaren Öffnung 19,
da die Luftsäule nicht erst in Bewegung gebracht werden muß, sondern bereits bewegt
und lediglich verstärkt werden muß. Im übrigen ist die Funktionsweise wie bereits
in Figur 4 beschrieben.
[0051] Figur 6 zeigt einen Flockenspeicher 50 mit einem Füllschacht 32 und einer Abnahmewalze
33. Derartige Füllschächte 32 sind beispielsweise für Karden oder Krempel vorgesehen.
Der Füllschacht 32 ist mit einer Anspeisung 3, die oberhalb der Bereiche 2a, 2b angeordnet
ist, versehen, über welche Faserflocken dem Füllschacht 32 zugeführt werden. Die Faserflocken
werden über eine obere Öffnung aus der Anspeisung 3 in den Füllschacht 32 eingeführt.
Am unteren Ende des Flockenspeichers 50 befindet sich eine Abnahmewalze 33, über welche
an der dortigen Abnahmeöffnung die Faserflocken aus dem Füllschacht 32 entnommen werden.
Der Füllschacht 32 weist eine Trennwand 34 auf, welche die Arbeitsbreite des Flockenspeichers
50 in zwei Bereiche abtrennt. Jedem dieser dadurch entstehenden Bereiche 2a und 2b
ist eine Ablufteinheit 4a und 4b zugeordnet. Die Ablufteinheit 4a und 4b, welche prinzipiell
ebenso wie in den vorigen Ausführungsbeispielen ausgebildet ist, besteht aus einer
Siebfläche 10, welche eine Verbindung zwischen dem Bereich 2a, 2b und dem Beruhigungsraum
13 schafft. Über diese Siebfläche 10 wird der Transportluftstrom von den Faserflocken
getrennt. Der Transportluftstrom weicht über den Beruhigungsraum 13 durch die Ventilklappe
14 in den Abluftkanal 5 aus. Die Beruhigungsräume 13 sind ebenfalls mittels einer
Trennwand 11 voneinander getrennt, so daß die in dem einzelnen Bereich 2a, 2b entstehenden
Druckverhältnisse für ein Öffnen der Ventilklappe 14 bei Bedarf sorgt.
[0052] Durch die Unterteilung der Arbeitsbreite, welche der unteren Austrittsöffnung des
Füllschachts 32 im Bereich der Abnahmewalze 33 entspricht, ist es besonders vorteilhaft
ermöglicht, eine gleichmäßige Füllung des Füllschachts 32 mit Faserflocken zu bewirken.
Sobald der Füllstand in einem der Bereiche 2a oder 2b höher als in dem anderen Bereich
2b oder 2a ist, ändert sich der Luftdruck in dem einzelnen Bereich. Durch diese Luftdruckänderung
wird ein Öffnen oder Schließen der Ventilklappe 14 bewirkt. Der Faserstrom wird in
den Bereich mit der geöffneten Ventilklappe 14 geleitet. Dadurch entsteht ein System,
welches selbsteinstellend eine gleichmäßige Füllung mit Faserflocken in dem Füllschacht
32 bewirkt.
[0053] Figur 7 zeigt einen Schnitt durch einen Füllschacht 32 der Figur 6. Die Faserflocken,
welche über die Anspeisung 3 in einem pneumatischen Transportluftstrom angeliefert
werden, fallen in die Bereich 2a. Der Transportluftstrom selbst wird über die Siebfläche
10 in den Beruhigungsraum 13 geleitet. Aus dem Beruhigungsraum 13 gelangt er über
die geöffnete Ventilklappe 14 in den Abluftkanal 5 und wird von der Maschine wegbefördert.
Der Bereich 2a ist auf ihrer einen Seitenfläche mit der Trennwand 34 von dem hier
nicht dargestellten Bereich 2b abgetrennt. An der Unterseite des Bereiches 2a ist
die Abnahmewalze 33 angeordnet. Über die Abnahmewalze 33 werden die Faserflocken aus
dem Bereich 2a entnommen und der nachfolgend angeordneten Textilmaschine zugeführt.
[0054] Die Erfindung ist nicht auf die hier dargestellte Ausführung beschränkt. So ist die
Anordnung der Ablufteinheit 4 nicht zwangsläufig im oberen Teil des Bereiches 2 anzuordnen.
Sie kann auch tiefer angesetzt sein, so daß die Siebfläche 10 bei einem entsprechenden
Füllstand in dem Bereich bereits frühzeitig verschlossen wird und damit der Abluftstrom
vollends abgesperrt ist.
[0055] Alternativ ist es ebenso möglich, die Ventilklappe anders als hier dargestellt zu
gestalten. Durch die Anordnung der Ventilklappe in einer Zone, welche nicht verschmutzungsanfällig
ist, wäre es auch möglich, eine nicht selbsteinstellende Ventilklappe 14 vorzusehen.
Durch eine aktive Steuerung der Ventilklappe 14 ist somit auch der Füllstand in den
einzelnen Bereichen 2 zu beeinflussen. Die dazu erforderliche Mechanik wäre nicht
so anfällig, wie im Stand der Technik, da sie im wesentlichen mit keinen Faserflocken
in Berührung kommt, da der Faserstrom bereits an der Siebfläche 10 zurückgehalten
wurde.
[0056] Als weitere Alternative ist es möglich, daß die Anspeisung nicht parallel zur Arbeitsbreite
des Flockenspeichers erfolgt, sondern so, daß die einzelnen Bereiche in Bezug zur
Anspeisung nebeneinander angeordnet sind. Der Flokkenstrom wird in diesem Fall mehr
oder weniger nach einer Richtung in einen Bereich hinein umgelenkt.
1. Verfahren zum Füllen eines Flockenspeichers, insbesondere einer Karde, Krempel, Reinigers
oder dgl., mit Faserflocken (6), wobei die Faserflocken (6) mittels eines Transportluftstromes
einem Füllschacht (32) des Flockenspeichers (50) zugeführt werden, und die Faserflocken
(6) an einer anderen Stelle aus dem Füllschacht (32) wieder entnommen werden, wobei
eine Trennung von Transportluftstrom und Faserflocken (6) an einer luftdurchlässigen
Fläche stattfindet, dadurch gekennzeichnet, daß der Füllschacht (32) in seiner Arbeitsbreite in mehrere Bereiche (2a, 2b) unterteilt
wird, an dem Füllschacht (32) wenigstens zwei Ventile (14; 14a, 14b) angeordnet sind,
die unterschiedlichen Bereichen (2a, 2b) zugeordnet sind, wobei sich ein Ventil (14;
14a; 14b) beim Absinken des Füllstandes an der luftdurchlässigen Fläche zur Erhöhung
des Füllstandes in diesem Bereich (2a; 2b) öffnet, und eine Trennung von Transportluftstrom
und Faserflocken (6) an der luftdurchlässigen Fläche des Bereiches (2a; 2b) dieses
Ventils (14; 14a; 14b) stattfindet und dieser Bereich (2a; 2b) des Füllschachtes (32)
dadurch mehr Faserflocken (6) zugeführt bekommt, und daß sich beim Ansteigen des Füllstandes
an der luftdurchlässigen Fläche zu einer Verringerung des Füllstandes in diesem Bereich
(2a; 2b) das Ventil (14; 14a; 14b) wieder schließt, und dieser Bereich (2a; 2b) des
Füllschachtes (32) dadurch weniger Faserflocken (6) zugeführt bekommt, so daß der
Füllstand in den einzelnen Bereichen (2a, 2b) im wesentlichen auf gleicher Höhe gehalten
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil (14) durch einen veränderten Luftdruck in dem einzelnen Bereich (2a,
2b) selbsttätig geöffnet oder geschlossen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftdruck in dem einzelnen Bereich (2a, 2b) durch den Füllstand in diesem
Bereich (2a, 2b) verändert wird.
4. Flockenspeicher, insbesondere für eine Karde, Krempel, Reiniger oder dgl., mit einer
pneumatischen Anspeisung (3) von Faserflocken (6), einem Schacht (32; 65; 66) zum
Ansammeln der Faserflocken (6) und mit einer Ablufteinheit (4a, 4b) in einer Seitenwand
(9) des Flockenspeichers (50), in welcher die Faserflocken (6) von der Transportluft
getrennt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Flockenspeicher (50) in seiner Arbeitsbreite in mehrere Bereiche (2a, 2b)
zur Speicherung der Faserflocken (6) unterteilt ist, an dem Flockenspeicher (50) wenigstens
zwei Ventile (14; 14a, 14b) angeordnet sind, die unterschiedlichen Bereichen (2a,
2b) zugeordnet sind, und jeder der Bereiche (2a, 2b) eine Ablufteinheit (4a, 4b) aufweist,
daß die Seitenwand (9) eines jeden dieser Bereiche (2a, 2b) eine stationäre, luftdurchlässige
Fläche, insbesondere eine Siebfläche (10) aufweist, daß an der luftdurchlässigen Fläche
(10) die Ablufteinheit (4a, 4b) angeordnet ist, und daß auf Grund des Füllstandes
in dem Bereich (2a; 2b) oder an der luftdurchlässigen Fläche (10) das dem Bereich
(2a; 2b) zugeordnete Ventil (14; 14a, 14b) beeinflußt wird und somit die Flockenverteilung
über die Arbeitsbreite vergleichmäßigt wird.
5. Flockenspeicher nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Bereiche (2a, 2b) einen gemeinsamen, im Anschluß an das Ventil (14) angeordneten
Abluftkanal (5) aufweisen, in den die Abluft geleitet wird.
6. Flockenspeicher nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der luftdurchlässigen Fläche (10) und dem Ventil (14) ein Beruhigungsraum
(13) für die Abluft angeordnet ist.
7. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablufteinheit (4a, 4b) in Abhängigkeit des Luftdruckes in dem Bereich (2a,
2b) betätigbar ist.
8. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche (2a, 2b) mittels Trennwänden im Füllschacht (32) und/oder in der
Ablufteinheit (4a, 4b) in Kammern unterteilt sind.
9. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablufteinheit (4a, 4b) oberhalb einer in dem Flockenspeicher (50) angeordneten
Zwischenauflöseeinheit (60) angeordnet ist.
10. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablufteinheit (4a, 4b) oberhalb einer in dem Flockenspeicher (50) angeordneten
Abzugseinheit (61) angeordnet ist.
11. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil eine Ventilklappe (14) aufweist, die derart ausgebildet ist, daß sie
die Menge der Abluft eines Bereiches (2a, 2b) in Abhängigkeit eines Flockenfüllstandes
in diesem Bereich (2a, 2b) selbständig verändert.
12. Flockenspeicher nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilklappe (14) mittels eines Drehlagers (15) drehbar gelagert ist.
13. Flockenspeicher nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Drehlager (15) derart angeordnet ist, daß die Ventilklappe (14) in Ruhestellung
durch ihr Eigengewicht im wesentlichen geschlossen ist.
14. Flockenspeicher nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilklappe (14) entlang ihrer Drehachse geknickt ist, so daß die Ventilklappe
(14) zwei flügelartige Abschnitte (16, 17) aufweist.
15. Flockenspeicher nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte (16, 17) unterschiedlich groß sind.
16. Flockenspeicher nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der Abschnitte (16, 17), insbesondere der die Abluftströmung
freigebende Abschnitt (17) trapezförmig gestaltet ist.
17. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens einer der Abschnitte (16, 17), insbesondere der kleinere Abschnitt
(16) einen Anschlag für die maximale Öffnung bildet.
18. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen einem Abschnitt (16, 17) und der Gehäusewand (18) in geschlossenem Zustand
ein Spalt vorgesehen ist zum Durchtritt einer geringen Menge Abluft
19. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die flügelartigen Abschnitte (16,17) in Richtung der Abluftströmung geneigt sind.
20. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Knick einen Winkel zwischen 10° und 30° aufweist.
21. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit (4a, 4b) modulartig an dem Bereich (2a, 2b) angebaut ist.
22. Flockenspeicher nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Modul an der Seitenwand (9) der Bereich (2a, 2b) und der benachbarten modulartigen
Einheit (4a, 4b) angeordnet ist.
23. Flockenspeicher nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Module (4a, 4b) benachbarter Bereiche (2a, 2b) lediglich im Bereich des Abluftkanals
(5) durchgängig miteinander verbunden sind.
24. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Module (4a, 4b) benachbarter Bereiche (2a, 2b) im Beruhigungsraum (13) zwischen
Siebblech (10) und Ventilklappe (14) mittels einer Trennwand (11) voneinander getrennt
sind.
25. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 4 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß der Beruhigungsraum (13) von außen mittels einer Tür (30) zugänglich ist.
26. Flockenspeicher nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß die Tür (30) ein Inspektionsfenster (31) aufweist.
27. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß das Modul (4a, 4b) im oberen Bereich des Füllschachtes (32) angeordnet ist.
28. Flockenspeicher nach einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilklappe (14) im oberen Bereich des Moduls (4a, 4b) angeordnet ist.