[0001] Cellulosische Textilien können nach Auszieh- oder Klotzverfahren oder durch einen
Textildruck gefärbt werden. Besondere Bedeutung kommt hierbei den Reaktivfarbstoffen
zu, die während des Färbeprozesses mit der Faser eine kovalente Bindung einzugehen
vermögen. Hervorzuheben ist vor allem das gute Naßechtheitsniveau der Reaktivfarbstoffe,
das von anderen Farbstoffklassen nicht oder nur schwer erreicht werden kann.
Eine kovalente Bindung kann von Reaktivfarbstoffen im allgemeinen aber nur eingegangen
werden, wenn der Färbeprozess unter alkalischen Bedingungen durchgeführt wurde. Als
alkalispendende Mittel werden Carbonate, Hydrogencarbonate, Hydroxide und in der Klotzfärberei
vor allem Silikate eingesetzt. Die Hilfschemikalien kommen als Reinsubstanzen oder
als Gemische zum Einsatz. Vor allem Carbonate/Hydroxidgemische zeigen einen hohen
Wirkungsgrad und werden bevorzugt verwendet. In aller Regel ist das Alkalisystem auf
den jeweiligen Reaktionsanker des Reaktivfarbstoffes und den speziellen Färbeprozess
abgestimmt.
[0002] In der Färbeindustrie bedeutet "Klotzen" das Aufbringen einer Behandlungsflotte auf
eine textile Warenbahn und anschließendes Abquetschen überschüssiger Flotte. In diesem
Zusammenhang unterscheidet man zwei Auftragsverfahren, nämlich die ein- und zweistufigen
Verfahren.
Zweistufige Verfahren haben immer den Nachteil eines aufwendigen maschinellen Einsatzes
und die Verwendung von Salz in der zweiten Prozesstufe. Nach Imprägnierung der Warenbahn
mit einer Farbstofflösung in einem ersten Schritt wird das Material in sogenannte
"Booster" eingefahren (zweite Stufe), in denen die Ware mit einer alkalischen Salzflotte
(Alkali und Elektrolytsalze) beladen wird.
Demgegenüber wird in einem einstufigen Verfahren die komplette Behandlungsflotte,
die typischerweise den Reaktivarbstoff, alkalispendende Mittel sowie gegebenenfalls
Detergentien enthält, in einem Arbeitsgang vor der Fixierstufe auf die Ware aufgebracht.
[0003] Vornehmlich für vinylsulfonhaltige Reaktivfarbstoffe werden in Klotz-Kalt-Verweilverfahren
als alkalispendende Mittel sehr oft Silikate in Form von Wasserglas (Na
2O:SiO
2, Verhältnis 1:2 bis 1:3,5) eingesetzt. Außerdem enthält die Färbeflotte noch zwischen
6 und 40 ml/l Natronlauge, (32,5 gew.-%ig). Wasserglas hat eine pH-Wert-puffernde
Wirkung und erhöht die sogenannte Klotzflottenstabilität von Reaktivfarbstoffen. Als
positiver Effekt muß in diesem Zusammenhang der Kantenschutz der aufgedockten Ware
gegen Kohlendioxid der Umluft erwähnt werden.
Die Verwendung von Wasserglas bietet allerdings nicht nur Vorteile. Nachteilig ist,
daß Wasserglas stark zur Kristallisation (Verschmutzen der Maschinen) neigt und es
keine Möglichkeit der Neutralisation vor dem Waschprozeß gibt, daß die Verwendung
in "Steam-Prozessen" nicht uneingeschränkt möglich ist und außerdem in manchen Fällen
unschöne Griffeffekte auftreten.
[0004] Der Erfindung lag daher der Wunsch nach einem Alkalisystem zugrunde, das die oben
beschriebenen Nachteile vermeidet.
[0005] Die US-PS 4,555,348 beschreibt ein flüssiges Puffersystem aus Trinatrium- oder Trikaliumphosphat
und Natronlauge mit pH-Werten zwischen 11 und 13, das sich als Zusatz zu Ausziehfärbebädern
eignen soll.
[0006] Es wurde gefunden, daß als Ersatz für Silikate in Klotzverfahren überraschenderweise
niedermolekulare und hochmolekulare Polyphosphate, dienen können. Auch die niedermolekularen
Metapolyphosphate sind für diesen Verwendungszweck geeignet. Überraschend ist dieser
Effekt insbesondere deshalb, weil sich die Salze der Polyphosphorsäuren mit neutralem
pH-Wert lösen.
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zum Färben von cellulosischen
Textilien nach einem Klotzverfahren oder Sprühverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß
die Färbeflotte oder Sprühlösung 5 bis 100 g/l, vorzugsweise 7 bis 40 g/l, insbesondere
10 bis 20 g/l, eines anorganischen Polyphosphates enthält und einen pH-Wert von 10
bis 13,5, vorzugsweise von 11 bis 13, hat.
[0008] Unter anorganischen Polyphosphaten werden im allgemeinen die Salze von Polyphosphorsäuren
verstanden, die aus diesen durch Kondensationsprozesse hervorgehen. Man unterscheidet
bei den kondensierten Phosphorsäuren zwischen linearen Polyphosphorsäuren H
n+2P
nO
3n+1 und cyclischen Metapolyphosphorsäuren H
nP
nO
3n welche aus den ersteren durch Ringschluß und H
2O-Abspaltung hervorgehen und durch Hydrolyse wieder in diese überführt werden können.
Während die Zahl n der Phosphoratome in den ringförmigen Metapolyphosphorsäuren und
ihren Salzen verhältnismäßig klein ist (n = 3-8), kann sie in den offenkettigen Polyphosphorsäuren
und ihren Salzen zu wesentlich größeren Werten anwachsen. Man kennt niedermolekulare
Polyphosphate M
n+2P
nO
3n+1 (mit n = 2-10) und hochmolekulare Polyphosphate M
nH
2P
nO
3n+1 (mit n = 11-90), bei denen zwei endständige Wasserstoffatome, die nur sehr geringen
Säurecharakter aufweisen, nicht durch Metallatome ersetzt sind und deren Zusammensetzung
der Formel M
nP
nO
3n der Metaphosphate sehr nahe kommt. M bedeutet jeweils ein Alkalimetall, z.B. Na oder
K.
[0009] Die niedermolekularen Polyphosphate M
n+2P
nO
3n+1 gewinnt man im allgemeinen durch Entwässerung einer Mischung von primären und sekundären
Monophosphaten in verschiedenem Molverhältnis und bei verschiedenen Temperaturen.
Als Beispiele seien die fünfbasige Triphosphorsäure H
5P
3O
10 und die sechsbasige Tetra-phosphorsäure H
6P
4O
13 sowie ihre Salze angeführt. Diese Phosphate finden heute bereits Anwendung als Wasserenthärter.
Die cyclischen Metapolyphosphate M
nP
nO
3n entstehen im allgemeinen beim Erhitzen primärer Monophosphate auf dem Wege über Polyphosphate
M
nH
2P
nO
3n+1 durch Ringschluß unter Wasseraustritt.
Unter den hochmolekularen Polyphosphaten der Formel Na
nH
2P
nO
3n+1 sind beispielsweise zu nennen das "Grahamsche Salz", das "Maddrellsche Salz" und
das "Kurrolsche Salze". Das "Grahamsche Salz" entsteht durch Erhitzen von NaH
2PO
4 auf über 600°C und besteht aus Ketten von 30 bis 90 Phosphoratomen.
[0010] Die Herstellung der verschiedenen Polyphosphate ist dem Fachmann geläufig und kann
in der Literatur nachgelesen werden.
[0011] Die Polyphosphate können sowohl als Feststoffe direkt oder in Form ihrer Lösungen
in das Wasser der Färbeflotte zugesetzt werden. Auch Gemische der genannten Polyphosphate
können eingesetzt werden. Zur Einstellung des erforderlichen pH-Wertes kann eine entsprechende
Menge Alkali, z.B. Natronlauge oder Soda, dem Färbebad zugegeben werden.
[0012] Die Polyphosphate können in allen Klotzverfahren anstelle von Silikaten als Alkalispender
oder pH-Wert puffernde Substanzen eingesetzt werden. Zu diesen Verfahren gehören die
dem Fachmann geläufigen Klotz-Kalt-Verweilverfahren, das Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren,
das Pad/Air-Steam Verfahren sowie das Thermosol/Pad-Steam-Verfahren.
[0013] Beim Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren wird das zu färbende Gewebe nach dem Aufklotzen
des Farbstoffes zwischengetrocknet, danach wird die alkalische Salzflotte aufgeklotzt
und anschließend bei Dampftemperaturen von ca. 100 bis 103°C der Reaktivfarbstoff
fixiert.
[0014] Beim Pad/Air-Steam-Verfahren wird die alkalische Färbeflotte aufgeklotzt und 2 bis
3 Minuten bei etwa 120°C und einer Naßtemperatur der Ware von etwa 70°C mit einer
Luftfeuchte von etwa 20 % gedämpft.
[0015] Beim Thermosol/Pad-Steam-Verfahren (für Mischartikel, z.B. Polyester/Baumwolle) wird
zunächst ein Dispersions- und Reaktivfarbstoff aufgeklotzt und bei etwa 120°C getrocknet.
Anschließend thermofixiert man bei etwa 180°C und klotzt dann eine alkalische Salzflotte
auf. Es folgt ein etwa 1 minütiger Dämpfprozess bei etwa 102°C.
[0016] Unter Sprühverfahren wird eine berührungslose Auftragstechnik der Färbeflotte verstanden,
beispielsweise ein Ink-Jet-Verfahren.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere für das Färben mit faserreaktiven
Farbstoffen geeignet.
[0018] Faserreaktive Farbstoffe sind solche organischen Farbstoffe, die 1, 2, 3 oder 4 faserreaktive
Reste der aliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen Reihe enthalten. Solche
Farbstoffe sind zahlreich in der Literatur beschrieben. Die Farbstoffe können den
verschiedensten Farbstoffklassen angehören, wie beispielsweise der Klasse der Monoazo-,
Disazo-, Polyazo-, Metallkomplex-Azo-, wie 1:1-Kupfer-, 1:2-Chrom- und 1:2-Kobaltkomplex-Monoazo-
und -Disazo-Farbstoffe, weiterhin der Reihe der Anthrachinonfarbstoffe, Kupfer-, Nickel-
und Kobaltphthalocyaninfarbstoffe, Kupferformazanfarbstoffe, Azomethin-, Nitroaryl-,
Dioxazin-, Triphendioxazin-, Phenazin- und Stilbenfarbstoffe. Unter faserreaktiven
Farbstoffen werden solche verstanden, die eine "faserreaktive" Gruppe besitzen, d.h.
eine Gruppe, die mit den Hydroxygruppen der Cellulose oder mit den Amino- und eventuellen
Carboxygruppen von Polyamiden unter Bildung covalenter chemischer Bindungen zu reagieren
vermögen. Der faserreaktive Rest kann direkt oder über ein Brückenglied an den Farbstoffrest
gebunden sein; vorzugsweise ist er direkt oder über eine gegebenenfalls monoalkylierte
Aminogruppe, wie beispielsweise eine Gruppe der Formel -NH-, -N(CH
3)-, -N(C
2H
5)- oder -N(C
3H
7)-, oder über einen aliphatischen Rest, wie einen Methylen-, Ethylen- oder Propylen-Rest
oder einen Alkylenrest von 2 bis 8 C-Atomen, der durch eine oder zwei Oxi- und/oder
Aminogruppen unterbrochen sein kann, oder über ein eine Aminogruppe enthaltendes Brückenglied,
wie beispielsweise eine Phenylaminogruppe, an den Farbstoffrest gebunden.
[0019] Faserreaktive Reste sind beispielsweise: Vinylsulfonyl, β-Chlorethylsulfonyl, β-Sulfatoethylsulfonyl,
β-Acetoxy-ethylsulfonyl, β-Phosphatoethylsulfonyl, β-Thiosulfatoethylsulfonyl, N-Methyl-N-(β-sulfatoethyl-sulfonyl)-amino,
Acryloyl, -CO-CCl=CH
2, -CO-CH=CH-Cl, -CO-CCl=CHCl, -CO-CCl=CH-CH
3, -CO-CBr=CH
2, -CO-CH=CH-Br, -CO-CBr=CH-CH
3, -CO-CCl=CH-COOH, -CO-CH=CCl-COOH, -CO-CBr=CH-COOH, -CO-CH=CBr-COOH, -CO-CCl=CCl-COOH,
-CO-CBr=CBr-COOH, β-Chlor- oder β-Brompropionyl, 3-Phenylsulfonylpropionyl, 3-Methylsulfonylpropionyl,
3-Chlor-3-phenylsulfonylpropionyl, 2,3-Dichlorpropionyl, 2,3-Dibrompropionyl, 2-Fluor-2-chlor-3,3-difluorcyclobutan-2-carbonyl,
2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutan-1-carbonyl oder -1-sulfonyl, β-(2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutyl-1)acryloyl,
α- oder β-Methylsulfonylacryloyl, Propiolyl, Chloracetyl, Bromacetyl, 4-(β-Chlorethyl-sulfonyl)-butyril,
4-Vinylsulfonyl-butyryl, 5-(β-Chlorethyl-sulfonyl)valeryl, 5-Vinylsulfonyl-valeryl,
6-(β-Chlorethyl-sulfonyl)-caproyl, 6-Vinylsulfonyl-caproyl, 4-Fluor-3-nitro-benzoyl,
4-Fluor-3-nitrophenylsulfonyl, 4-Fluor-3-methyl-sulfonylbenzoyl, 4-Fluor-3-cyano-benzoyl,
2-Fluor-5-methylsulfonyl-benzoyl, 2,4-Dichlortriazinyl-6, 2,4-Dichlor-pyrimidinyl-6,
2,4,5-Trichlorpyrimidinyl-6, 2,4-Dichlor-5-nitro- oder 5-methyl- oder -5-carboxymethyl
oder -5-carboxy oder -5-cyano oder -5-vinyl oder -5-sulfo oder -5-mono-, di- oder
trichlormethyl oder -5-methylsulfonyl-pyrimidinyl-6, 2,5-Dichlor-4-methylsulfonyl-pyrimidinyl-6,
2-Fluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-chlor-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5,6-dichlor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-methyl-4-pyrimidinyl, 2,5-Difluor-6-methyl-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-methyl-6-chlor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-nitro-6-chlor-4-pyrimidinyl, 5-Brom-2-fluor-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-cyan-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-methyl-4-pyrimidinyl, 2,5,6-Trifluor-4-pyrimidinyl,
5-Chlor-6-chlormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-brom-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-brom-6-chlor-methyl-4-pyrimidinyl,
2,6-Difluor-5-chlormethyl-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-nitro-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-methyl-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-chlor-6-methyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-chlor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-chlor-4-pyrimidinyl,
6-Trifluormethyl-5-chlor-2-fluor-4-pyrimidinyl, 6-Trifluormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl,
6-Trifluormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-nitro-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-trifluormethyl-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-phenyl oder -5-methylsulfonyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-carbonamido-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-brom-6-trifluormethyl-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-6-carbonamido-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-phenyl-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-6-cyan-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-methylsulfonyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-sulfonamido-4-pyrimidinyl,
2-Fluor-5-chlor-6-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-trifluormethyl-4-pyrimidinyl,
2,4-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidinyl-4, 2,5-Bis-(methyl-sulfonyl)-5-chlor-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonylpyrimidinyl-4, 2-Phenylsulfonyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-chlor-6-methyl-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-brom-6-methylpyrimidinyl-4, 2-MethylsuIfonyl-5-chlor-6-ethyl-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-chlor-methyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-nitro-6-methyl-pyrimidinyl-4,
2,5,6-Tris-methylsulfonyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5,6-dimethyl-pyrimidinyl-4,
2-Ethylsulfonyl-5-chlor-6-methylpyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-chlorpyrimidinyl-4,
2,6-Bis-(methylsulfonyl)-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-carboxy-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-sulfopyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-carbomethoxy-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-carboxy-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-cyan-6-methoxy-pyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Sulfoethylsulfonyl-6-methylpyrimidinyl-4,
2-Methylsulfonyl-5-brom-pyrimidinyl-4, 2-Phenylsulfonyl-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Carboxymethylsulfonyl-5-chlor-6-methyl-pyrimidinyl-4,
2,4-Dichlorpyrimidin-6-carbonyl oder -6-sulfonyl, 2,4-Dichlorpyrimidin-5-carbonyl
oder - 5-sulfonyl, 2-Chlor-4-methylpyrimidin-5-carbonyl, 2-Methyl-4-chlorpyrimidin-5-carbonyl,
2-Methylthio-4-fluorpyrimidin-5-carbonyl, 6-Methyl-2,4-dichlorpyrimidin-5-carbonyl,
2,4,6-Trichlorpyrimidin-5-carbonyl, 2,4-Dichlorpyrimidin-5-sulfonyl, 2,4-Dichlor-6-methyl-pyrimidin-5-carbonyl
oder -5-sulfonyl, 2-Methylsulfonyl-6-chlorpyrimidin-4 und -5-carbonyl, 2,6-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidin-4
oder -5-carbonyl, 2-Ethylsulfonyl-6-chlorpyrimidin-5-carbonyl, 2,4-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidin-5-sulfonyl,
2-Methylsulfonyl-4-chlor-6-methylpyrimidin-5-sulfonyl- oder -5-carbonyl, 2-Chlorchinoxalin-3-carbonyl,
2- oder 3-Monochlorchinoxalin-6-carbonyl, 2- oder 3-Monochlorchinoxalin-6-sulfonyl,
2,3-Dichlorchinoxalin-5- oder -6-carbonyl, 2,3-Dichlorchinoxalin-5- oder -6-sulfonyl,
1,4-Dichlorphthalazin-6-sulfonyl- oder -6-carbonyl, 2,4-Dichlorchinazolin-7- oder
-6-sulfonyl- oder -carbonyl, 2,4,6-Trichlorchinazolin-7 oder 8-sulfonyl, 2- oder 3-
oder 4-(4',5'-Dichlor-pyridazon-6'-yl-1')-phenylsulfonyl oder -carbonyl, β-(4',5'-Dichlorpyridazinon-6'-yl-1')-propionyl,
3,6-Dichlorpyridazin-4-carbonyl oder -4-sulfonyl, 2-Chlorbenzthiazol-5- oder -6-carbonyl
oder -5- oder -6-sulfonyl, 2-Arylsulfonyl- oder 2-Alkylsulfonylbenzthiazol-5- oder
-6-carbonyl oder -5- oder -6-sulfonyl, wie 2-Methylsulfonyl- oder 2-Ethylsulfonylbenzthiazol-5-
oder -6-sulfonyl oder -carbonyl, 2-Phenylsulfonyl-benzthiazol-5- oder -6-sulfonyl-
oder -carbonyl und die entsprechenden im ankondensierten Benzolring Sulfogruppen enthaltenden
2-Sulfonylbenzthiazol-5- oder -6-carbonyl- oder -sulfonyl-Derivate, 2-Chlorbenzoxazol-5-
oder -6-carbonyl- oder -sulfonyl, 2-Chlorbenzimidazol-5- oder -6-carbonyl oder -sulfonyl,
2-Chlor-1-methylbenzimidazol-5- oder -6-carbonyl oder -sulfonyl, 2-Chlor-4-methylthiazol-(1,3)-5-carbonyl)
oder -4- oder -5-sulfonyl; ammoniumgruppenhaltige Triazinringe, wie 2-Trimethylammonium-4-phenylamino-
und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-(1,1-Dimethylhydrazinium)-4-phenylamino-
und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-(2-Isopropyliden-1,1-dimethyl)hydrazinium-4-phenylamino-
und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-N-Aminopyrrolidinium-, 2-N-Aminopiperidinium-4-phenylamino-
oder 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 4-Phenylamino- oder 4-(Sulfophenylamino)-triazinyl-6,
die in 2-Stellung über eine Stickstoffbindung das 1,4-Bis-aza-bicyclo[2,2,2]octan
oder das 1,2-Bis-aza-bicyclo-[0,3,3]-octan quartär gebunden enthalten, 2-Pyridinium-4-phenylamino-
oder 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-amino-triazinyl-6 sowie entsprechende 2-Oniumtriazinyl-6-Reste,
die in 4-Stellung durch Alkylamino, wie Methylamino, Ethylamino oder β-Hydroxyethylamino,
oder Alkoxy, wie Methoxy oder Ethoxy, oder Aryloxy, wie Phenoxy oder Sulfophenoxy,
substituiert sind.
[0020] Besonders interessante faserreaktive Reste sind Fluor- und Chlor-1,3,5-triazinreste
der Formel (2)

in welcher Hal, Chlor oder Fluor ist und Q eine Amino-, Alkylamino-, N,N-Dialkylamino-,
Cycloalkylamino-, N,N-Dicycloalkylamino-, Aralkylamino-, Arylamino-, N-Alkyl-N-cyclohexylamino-,
N-Alkyl-N-arylaminogruppe oder eine Aminogruppe bedeutet.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform werden der Färbeflotte der Farbstoff in Konzentrationen
von 0,1 bis 140 g/l, 5 bis 100 g/l des anorganischen Polyphosphates, 5 bis 80 m/l
Natronlauge, 20 bis 38 gew.-%ig, und 0,1 bis 5 g/l eines anionischen Netzmittels zugesetzt.
Die Färbeflotte wird zweckmäßig in einem Foulard auf das Gewebe aufgequetscht. Nach
Aufdocken auf eine sogenannte Kaule läßt man das Material bei Raumtemperatur 4 bis
24 Stunden verweilen; während dieser Zeit fixiert der Reaktivfarbstoff. Der Fixierphase
schließt sich ein üblicher Auswaschprozeß an, in dem das Material auch abgesäuert
werden kann.
[0022] Die cellulosischen Textilien können aus natürlichen Cellulosefasern, wie Baumwolle,
Leinen und Hanf, bestehen oder Zellstoff, regenerierte oder auch durch kationische
oder anionenaffine Gruppen modifizierte Cellulose sein. Auch Mischgewebe, z.B. Gemische
von Baumwolle mit Polyesterfasern oder Polyamidfasern, kommen in Betracht.
[0023] Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die darin genannten
Teile sind Gewichtsteile, die Prozentangaben stellen Gewichtsprozente dar, sofern
nicht anders vermerkt. Gewichtsteile beziehen sich zu Volumenteilen wie Kilogramm
zu Liter.
Beispiel 1
[0024] 10 Teile eines gebleichten Baumwollgewebes werden bei Raumtemperatur mit einer Lösung
imprägniert, die eine Mischung von jeweils 10 Teilen der Farbstoffe der Formeln

[0025] 10 Teile "Grahamsches Salz" und 10 ml Natronlauge, 38°Bé, enthält. Die Flottenaufnahme
beträgt dabei 80 %, bezogen auf das Gewicht der Ware. Nach einer Verweilzeit von 12
h bei Raumtemperatur wird das Material einem üblichen Auswaschprozess für Reaktivfärbungen
unterzogen.
Man erhält eine rotbraune Färbung, die gegenüber dem Standardverfahren, ausgeführt
mit Wasserglas und Soda, einen um 10 % tieferen Farbton aufweist. Das Echtheitsniveau
ist einwandfrei.
Beispiel 2
[0026] Ein mercerisiertes Baumwollgewebe, Gewicht ca. 120 g/m
2, wird durch ein Foulardchassis gefahren und mit einer wäßrigen Flotte, bestehend
aus 50 g/l des Reaktivfarbstoffs der Formel

[0027] 18 ml/l Natronlauge, 32,5 gew.-%ig, 15g/l "Grahamsches Salz" und 3 g/l eines anionischen
Netzmittels, wie z.B. Leonil SRP, mit einer Flottenaufnahme von 80 % bei einer Temperatur
von 20°C geklotzt. Die imprägnierte Ware wird in ein Fixieraggregat, in dem eine Temperatur
von 120°C und eine Luftfeuchtigkeit von 25 % herrscht, mit 20 m/min eingefahren und
2,5 Minuten bei einer Naßtemperatur von 70°C fixiert. Anschließend verläßt das gefärbte
Material das Fixieraggregat mit einem Restteuchtegehalt von 15 %. Das Material wird
dann einem kontinuierlichen Auswaschprozeß unterzogen und fertiggestellt.
Die Ware zeichnet sich durch ein sehr gleichmäßiges Warenbild und eine glatte Oberfläche
aus. Der Farbton ist um 20 % tiefer als auf einem nach herkömmlicher Pad-Dry-Pad-Steam-Methode
gefärbtem Textil.
Beispiel 3
[0028] Ein Viskose-Gewebe, Gewicht ca. 100 g/m
2, wird durch ein Foulardchassis gefahren und mit einer wässrigen Flotte, bestehend
aus 50 g/l des Reaktivfarbstoffes C.I. Reactive Red 180 der Formel

[0029] 18 m/l Natronlauge, 32,5 gew.-%, und 15 g/l "Maddrellsches Salz" und 2 g/l eines
anionischen Netzmittels, wie z.B. Leonil SRP, mit einer Flottenaufnahme von 90 % bei
einer Temperatur von 20°C geklotzt. Man fixiert den Farbstoff wie in Beispiel 2 beschrieben
und stellt die Ware wie üblich fertig. Die rote, farbstarke Färbung ist um 20 % tiefer
angefärbt als ein Material, das mit der gleichen Farbstoffmenge nach einem Pad-Steam-Verfahren
coloriert wurde. Das Echtheitsniveau entspricht dem zu erwartenden Stand der Reaktivfarbstoffe.
Die Ware hat einen wesentlich besseren Griff als eine nach der Wasserglas-Methode
gefärbte Ware.
1. Verfahren zum Färben von cellulosischen Textilien nach einem Klotzverfahren oder Sprühverfahren,
dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung 5 bis 100 g/l eines anorganischen
Polyphosphats enthält und einen pH-Wert von 10 bis 13,5 hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung
7 bis 40 g/l, vorzugsweise 10 bis 20 g/l, eines anorganischen Polyphosphates enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder
Sprühlösung einen pH-Wert von 11 bis 13 hat.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das anorganische Polyphosphat ein niedermolekulares Polyphosphat der Formel Mn+2PnO3n+1 mit n = 2 bis 10, ein hochmolekulares Polyphosphat der Formel MnH2PnO3n+1 mit n = 11 bis 90, ein cyclisches Metapolyphosphat der Formel MnPnO3n oder ein Gemisch davon ist, wobei M ein Alkalimetall bedeutet.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das anorganische Polyphosphat ein Salz der Triphosphorsäure oder der Tetraphosphorsäure
ist.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das anorganische Polyphosphat das Grahamsche Salz, das Maddrellsche Salz oder das
Kurrolsche Salz ist.
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
das anorganische Polyphosphat als Feststoff oder als wäßrige Lösung der Färbeflotte
oder Sprühlösung zugegeben wird.
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das Klotzverfahren ein Klotz-Kaltverweilverfahren, ein Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren,
ein Pad/Air-Steam-Verfahren oder ein Thermosol/Pad-Steam-Verfahren ist.
9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Färbeflotte einen faserreaktiven Farbstoff enthält.
10. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Färbeflotte 0,1 bis 5 g/l eines anionischen Netzmittels enthält.
11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
das cellulosische Textil aus Baumwolle, Leinen, Hanf oder regenerierter Cellulose
besteht oder ein Mischgewebe mit Polyesterfasern oder Polyamidfasern ist.