(19)
(11) EP 0 877 116 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
11.11.1998  Patentblatt  1998/46

(21) Anmeldenummer: 98107390.1

(22) Anmeldetag:  23.04.1998
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)6D06P 1/673, D06P 3/66
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 09.05.1997 DE 19719610

(71) Anmelder: DyStar Textilfarben GmbH & Co. Deutschland KG
60318 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Negri, Daniele
    21052 Busto Arsizio (IT)
  • Schrell, Andreas, Dr.
    65830 Kriftel (DE)

   


(54) Alkalisystem zum Färben von Cellulosischen Textilien nach Klotzmethoden


(57) Ein anorganisches Polyphosphat wird vorteilhafterweise anstelle von Wasserglas als Alkalisystem in Klotzverfahren oder Sprühverfahren zum Färben von cellulosischen Textilien eingesetzt.


Beschreibung


[0001] Cellulosische Textilien können nach Auszieh- oder Klotzverfahren oder durch einen Textildruck gefärbt werden. Besondere Bedeutung kommt hierbei den Reaktivfarbstoffen zu, die während des Färbeprozesses mit der Faser eine kovalente Bindung einzugehen vermögen. Hervorzuheben ist vor allem das gute Naßechtheitsniveau der Reaktivfarbstoffe, das von anderen Farbstoffklassen nicht oder nur schwer erreicht werden kann.
Eine kovalente Bindung kann von Reaktivfarbstoffen im allgemeinen aber nur eingegangen werden, wenn der Färbeprozess unter alkalischen Bedingungen durchgeführt wurde. Als alkalispendende Mittel werden Carbonate, Hydrogencarbonate, Hydroxide und in der Klotzfärberei vor allem Silikate eingesetzt. Die Hilfschemikalien kommen als Reinsubstanzen oder als Gemische zum Einsatz. Vor allem Carbonate/Hydroxidgemische zeigen einen hohen Wirkungsgrad und werden bevorzugt verwendet. In aller Regel ist das Alkalisystem auf den jeweiligen Reaktionsanker des Reaktivfarbstoffes und den speziellen Färbeprozess abgestimmt.

[0002] In der Färbeindustrie bedeutet "Klotzen" das Aufbringen einer Behandlungsflotte auf eine textile Warenbahn und anschließendes Abquetschen überschüssiger Flotte. In diesem Zusammenhang unterscheidet man zwei Auftragsverfahren, nämlich die ein- und zweistufigen Verfahren.
Zweistufige Verfahren haben immer den Nachteil eines aufwendigen maschinellen Einsatzes und die Verwendung von Salz in der zweiten Prozesstufe. Nach Imprägnierung der Warenbahn mit einer Farbstofflösung in einem ersten Schritt wird das Material in sogenannte "Booster" eingefahren (zweite Stufe), in denen die Ware mit einer alkalischen Salzflotte (Alkali und Elektrolytsalze) beladen wird.
Demgegenüber wird in einem einstufigen Verfahren die komplette Behandlungsflotte, die typischerweise den Reaktivarbstoff, alkalispendende Mittel sowie gegebenenfalls Detergentien enthält, in einem Arbeitsgang vor der Fixierstufe auf die Ware aufgebracht.

[0003] Vornehmlich für vinylsulfonhaltige Reaktivfarbstoffe werden in Klotz-Kalt-Verweilverfahren als alkalispendende Mittel sehr oft Silikate in Form von Wasserglas (Na2O:SiO2, Verhältnis 1:2 bis 1:3,5) eingesetzt. Außerdem enthält die Färbeflotte noch zwischen 6 und 40 ml/l Natronlauge, (32,5 gew.-%ig). Wasserglas hat eine pH-Wert-puffernde Wirkung und erhöht die sogenannte Klotzflottenstabilität von Reaktivfarbstoffen. Als positiver Effekt muß in diesem Zusammenhang der Kantenschutz der aufgedockten Ware gegen Kohlendioxid der Umluft erwähnt werden.
Die Verwendung von Wasserglas bietet allerdings nicht nur Vorteile. Nachteilig ist, daß Wasserglas stark zur Kristallisation (Verschmutzen der Maschinen) neigt und es keine Möglichkeit der Neutralisation vor dem Waschprozeß gibt, daß die Verwendung in "Steam-Prozessen" nicht uneingeschränkt möglich ist und außerdem in manchen Fällen unschöne Griffeffekte auftreten.

[0004] Der Erfindung lag daher der Wunsch nach einem Alkalisystem zugrunde, das die oben beschriebenen Nachteile vermeidet.

[0005] Die US-PS 4,555,348 beschreibt ein flüssiges Puffersystem aus Trinatrium- oder Trikaliumphosphat und Natronlauge mit pH-Werten zwischen 11 und 13, das sich als Zusatz zu Ausziehfärbebädern eignen soll.

[0006] Es wurde gefunden, daß als Ersatz für Silikate in Klotzverfahren überraschenderweise niedermolekulare und hochmolekulare Polyphosphate, dienen können. Auch die niedermolekularen Metapolyphosphate sind für diesen Verwendungszweck geeignet. Überraschend ist dieser Effekt insbesondere deshalb, weil sich die Salze der Polyphosphorsäuren mit neutralem pH-Wert lösen.

[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zum Färben von cellulosischen Textilien nach einem Klotzverfahren oder Sprühverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung 5 bis 100 g/l, vorzugsweise 7 bis 40 g/l, insbesondere 10 bis 20 g/l, eines anorganischen Polyphosphates enthält und einen pH-Wert von 10 bis 13,5, vorzugsweise von 11 bis 13, hat.

[0008] Unter anorganischen Polyphosphaten werden im allgemeinen die Salze von Polyphosphorsäuren verstanden, die aus diesen durch Kondensationsprozesse hervorgehen. Man unterscheidet bei den kondensierten Phosphorsäuren zwischen linearen Polyphosphorsäuren Hn+2PnO3n+1 und cyclischen Metapolyphosphorsäuren HnPnO3n welche aus den ersteren durch Ringschluß und H2O-Abspaltung hervorgehen und durch Hydrolyse wieder in diese überführt werden können. Während die Zahl n der Phosphoratome in den ringförmigen Metapolyphosphorsäuren und ihren Salzen verhältnismäßig klein ist (n = 3-8), kann sie in den offenkettigen Polyphosphorsäuren und ihren Salzen zu wesentlich größeren Werten anwachsen. Man kennt niedermolekulare Polyphosphate Mn+2PnO3n+1 (mit n = 2-10) und hochmolekulare Polyphosphate MnH2PnO3n+1 (mit n = 11-90), bei denen zwei endständige Wasserstoffatome, die nur sehr geringen Säurecharakter aufweisen, nicht durch Metallatome ersetzt sind und deren Zusammensetzung der Formel MnPnO3n der Metaphosphate sehr nahe kommt. M bedeutet jeweils ein Alkalimetall, z.B. Na oder K.

[0009] Die niedermolekularen Polyphosphate Mn+2PnO3n+1 gewinnt man im allgemeinen durch Entwässerung einer Mischung von primären und sekundären Monophosphaten in verschiedenem Molverhältnis und bei verschiedenen Temperaturen. Als Beispiele seien die fünfbasige Triphosphorsäure H5P3O10 und die sechsbasige Tetra-phosphorsäure H6P4O13 sowie ihre Salze angeführt. Diese Phosphate finden heute bereits Anwendung als Wasserenthärter. Die cyclischen Metapolyphosphate MnPnO3n entstehen im allgemeinen beim Erhitzen primärer Monophosphate auf dem Wege über Polyphosphate MnH2PnO3n+1 durch Ringschluß unter Wasseraustritt.
Unter den hochmolekularen Polyphosphaten der Formel NanH2PnO3n+1 sind beispielsweise zu nennen das "Grahamsche Salz", das "Maddrellsche Salz" und das "Kurrolsche Salze". Das "Grahamsche Salz" entsteht durch Erhitzen von NaH2PO4 auf über 600°C und besteht aus Ketten von 30 bis 90 Phosphoratomen.

[0010] Die Herstellung der verschiedenen Polyphosphate ist dem Fachmann geläufig und kann in der Literatur nachgelesen werden.

[0011] Die Polyphosphate können sowohl als Feststoffe direkt oder in Form ihrer Lösungen in das Wasser der Färbeflotte zugesetzt werden. Auch Gemische der genannten Polyphosphate können eingesetzt werden. Zur Einstellung des erforderlichen pH-Wertes kann eine entsprechende Menge Alkali, z.B. Natronlauge oder Soda, dem Färbebad zugegeben werden.

[0012] Die Polyphosphate können in allen Klotzverfahren anstelle von Silikaten als Alkalispender oder pH-Wert puffernde Substanzen eingesetzt werden. Zu diesen Verfahren gehören die dem Fachmann geläufigen Klotz-Kalt-Verweilverfahren, das Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren, das Pad/Air-Steam Verfahren sowie das Thermosol/Pad-Steam-Verfahren.

[0013] Beim Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren wird das zu färbende Gewebe nach dem Aufklotzen des Farbstoffes zwischengetrocknet, danach wird die alkalische Salzflotte aufgeklotzt und anschließend bei Dampftemperaturen von ca. 100 bis 103°C der Reaktivfarbstoff fixiert.

[0014] Beim Pad/Air-Steam-Verfahren wird die alkalische Färbeflotte aufgeklotzt und 2 bis 3 Minuten bei etwa 120°C und einer Naßtemperatur der Ware von etwa 70°C mit einer Luftfeuchte von etwa 20 % gedämpft.

[0015] Beim Thermosol/Pad-Steam-Verfahren (für Mischartikel, z.B. Polyester/Baumwolle) wird zunächst ein Dispersions- und Reaktivfarbstoff aufgeklotzt und bei etwa 120°C getrocknet. Anschließend thermofixiert man bei etwa 180°C und klotzt dann eine alkalische Salzflotte auf. Es folgt ein etwa 1 minütiger Dämpfprozess bei etwa 102°C.

[0016] Unter Sprühverfahren wird eine berührungslose Auftragstechnik der Färbeflotte verstanden, beispielsweise ein Ink-Jet-Verfahren.

[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere für das Färben mit faserreaktiven Farbstoffen geeignet.

[0018] Faserreaktive Farbstoffe sind solche organischen Farbstoffe, die 1, 2, 3 oder 4 faserreaktive Reste der aliphatischen, aromatischen oder heterocyclischen Reihe enthalten. Solche Farbstoffe sind zahlreich in der Literatur beschrieben. Die Farbstoffe können den verschiedensten Farbstoffklassen angehören, wie beispielsweise der Klasse der Monoazo-, Disazo-, Polyazo-, Metallkomplex-Azo-, wie 1:1-Kupfer-, 1:2-Chrom- und 1:2-Kobaltkomplex-Monoazo- und -Disazo-Farbstoffe, weiterhin der Reihe der Anthrachinonfarbstoffe, Kupfer-, Nickel- und Kobaltphthalocyaninfarbstoffe, Kupferformazanfarbstoffe, Azomethin-, Nitroaryl-, Dioxazin-, Triphendioxazin-, Phenazin- und Stilbenfarbstoffe. Unter faserreaktiven Farbstoffen werden solche verstanden, die eine "faserreaktive" Gruppe besitzen, d.h. eine Gruppe, die mit den Hydroxygruppen der Cellulose oder mit den Amino- und eventuellen Carboxygruppen von Polyamiden unter Bildung covalenter chemischer Bindungen zu reagieren vermögen. Der faserreaktive Rest kann direkt oder über ein Brückenglied an den Farbstoffrest gebunden sein; vorzugsweise ist er direkt oder über eine gegebenenfalls monoalkylierte Aminogruppe, wie beispielsweise eine Gruppe der Formel -NH-, -N(CH3)-, -N(C2H5)- oder -N(C3H7)-, oder über einen aliphatischen Rest, wie einen Methylen-, Ethylen- oder Propylen-Rest oder einen Alkylenrest von 2 bis 8 C-Atomen, der durch eine oder zwei Oxi- und/oder Aminogruppen unterbrochen sein kann, oder über ein eine Aminogruppe enthaltendes Brückenglied, wie beispielsweise eine Phenylaminogruppe, an den Farbstoffrest gebunden.

[0019] Faserreaktive Reste sind beispielsweise: Vinylsulfonyl, β-Chlorethylsulfonyl, β-Sulfatoethylsulfonyl, β-Acetoxy-ethylsulfonyl, β-Phosphatoethylsulfonyl, β-Thiosulfatoethylsulfonyl, N-Methyl-N-(β-sulfatoethyl-sulfonyl)-amino, Acryloyl, -CO-CCl=CH2, -CO-CH=CH-Cl, -CO-CCl=CHCl, -CO-CCl=CH-CH3, -CO-CBr=CH2, -CO-CH=CH-Br, -CO-CBr=CH-CH3, -CO-CCl=CH-COOH, -CO-CH=CCl-COOH, -CO-CBr=CH-COOH, -CO-CH=CBr-COOH, -CO-CCl=CCl-COOH, -CO-CBr=CBr-COOH, β-Chlor- oder β-Brompropionyl, 3-Phenylsulfonylpropionyl, 3-Methylsulfonylpropionyl, 3-Chlor-3-phenylsulfonylpropionyl, 2,3-Dichlorpropionyl, 2,3-Dibrompropionyl, 2-Fluor-2-chlor-3,3-difluorcyclobutan-2-carbonyl, 2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutan-1-carbonyl oder -1-sulfonyl, β-(2,2,3,3-Tetrafluorcyclobutyl-1)acryloyl, α- oder β-Methylsulfonylacryloyl, Propiolyl, Chloracetyl, Bromacetyl, 4-(β-Chlorethyl-sulfonyl)-butyril, 4-Vinylsulfonyl-butyryl, 5-(β-Chlorethyl-sulfonyl)valeryl, 5-Vinylsulfonyl-valeryl, 6-(β-Chlorethyl-sulfonyl)-caproyl, 6-Vinylsulfonyl-caproyl, 4-Fluor-3-nitro-benzoyl, 4-Fluor-3-nitrophenylsulfonyl, 4-Fluor-3-methyl-sulfonylbenzoyl, 4-Fluor-3-cyano-benzoyl, 2-Fluor-5-methylsulfonyl-benzoyl, 2,4-Dichlortriazinyl-6, 2,4-Dichlor-pyrimidinyl-6, 2,4,5-Trichlorpyrimidinyl-6, 2,4-Dichlor-5-nitro- oder 5-methyl- oder -5-carboxymethyl oder -5-carboxy oder -5-cyano oder -5-vinyl oder -5-sulfo oder -5-mono-, di- oder trichlormethyl oder -5-methylsulfonyl-pyrimidinyl-6, 2,5-Dichlor-4-methylsulfonyl-pyrimidinyl-6, 2-Fluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-chlor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5,6-dichlor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-methyl-4-pyrimidinyl, 2,5-Difluor-6-methyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-methyl-6-chlor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-nitro-6-chlor-4-pyrimidinyl, 5-Brom-2-fluor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-cyan-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-methyl-4-pyrimidinyl, 2,5,6-Trifluor-4-pyrimidinyl, 5-Chlor-6-chlormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-brom-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-brom-6-chlor-methyl-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-chlormethyl-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-nitro-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-methyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-chlor-6-methyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-chlor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-chlor-4-pyrimidinyl, 6-Trifluormethyl-5-chlor-2-fluor-4-pyrimidinyl, 6-Trifluormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl, 6-Trifluormethyl-2-fluor-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-nitro-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-trifluormethyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-phenyl oder -5-methylsulfonyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-carbonamido-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-brom-6-trifluormethyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-carbonamido-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-phenyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-6-cyan-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-methylsulfonyl-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-sulfonamido-4-pyrimidinyl, 2-Fluor-5-chlor-6-carbomethoxy-4-pyrimidinyl, 2,6-Difluor-5-trifluormethyl-4-pyrimidinyl, 2,4-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidinyl-4, 2,5-Bis-(methyl-sulfonyl)-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonylpyrimidinyl-4, 2-Phenylsulfonyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-chlor-6-methyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-brom-6-methylpyrimidinyl-4, 2-MethylsuIfonyl-5-chlor-6-ethyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-chlor-methyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-nitro-6-methyl-pyrimidinyl-4, 2,5,6-Tris-methylsulfonyl-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5,6-dimethyl-pyrimidinyl-4, 2-Ethylsulfonyl-5-chlor-6-methylpyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-chlorpyrimidinyl-4, 2,6-Bis-(methylsulfonyl)-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-carboxy-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-sulfopyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-6-carbomethoxy-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-carboxy-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-cyan-6-methoxy-pyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Sulfoethylsulfonyl-6-methylpyrimidinyl-4, 2-Methylsulfonyl-5-brom-pyrimidinyl-4, 2-Phenylsulfonyl-5-chlor-pyrimidinyl-4, 2-Carboxymethylsulfonyl-5-chlor-6-methyl-pyrimidinyl-4, 2,4-Dichlorpyrimidin-6-carbonyl oder -6-sulfonyl, 2,4-Dichlorpyrimidin-5-carbonyl oder - 5-sulfonyl, 2-Chlor-4-methylpyrimidin-5-carbonyl, 2-Methyl-4-chlorpyrimidin-5-carbonyl, 2-Methylthio-4-fluorpyrimidin-5-carbonyl, 6-Methyl-2,4-dichlorpyrimidin-5-carbonyl, 2,4,6-Trichlorpyrimidin-5-carbonyl, 2,4-Dichlorpyrimidin-5-sulfonyl, 2,4-Dichlor-6-methyl-pyrimidin-5-carbonyl oder -5-sulfonyl, 2-Methylsulfonyl-6-chlorpyrimidin-4 und -5-carbonyl, 2,6-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidin-4 oder -5-carbonyl, 2-Ethylsulfonyl-6-chlorpyrimidin-5-carbonyl, 2,4-Bis-(methylsulfonyl)-pyrimidin-5-sulfonyl, 2-Methylsulfonyl-4-chlor-6-methylpyrimidin-5-sulfonyl- oder -5-carbonyl, 2-Chlorchinoxalin-3-carbonyl, 2- oder 3-Monochlorchinoxalin-6-carbonyl, 2- oder 3-Monochlorchinoxalin-6-sulfonyl, 2,3-Dichlorchinoxalin-5- oder -6-carbonyl, 2,3-Dichlorchinoxalin-5- oder -6-sulfonyl, 1,4-Dichlorphthalazin-6-sulfonyl- oder -6-carbonyl, 2,4-Dichlorchinazolin-7- oder -6-sulfonyl- oder -carbonyl, 2,4,6-Trichlorchinazolin-7 oder 8-sulfonyl, 2- oder 3- oder 4-(4',5'-Dichlor-pyridazon-6'-yl-1')-phenylsulfonyl oder -carbonyl, β-(4',5'-Dichlorpyridazinon-6'-yl-1')-propionyl, 3,6-Dichlorpyridazin-4-carbonyl oder -4-sulfonyl, 2-Chlorbenzthiazol-5- oder -6-carbonyl oder -5- oder -6-sulfonyl, 2-Arylsulfonyl- oder 2-Alkylsulfonylbenzthiazol-5- oder -6-carbonyl oder -5- oder -6-sulfonyl, wie 2-Methylsulfonyl- oder 2-Ethylsulfonylbenzthiazol-5- oder -6-sulfonyl oder -carbonyl, 2-Phenylsulfonyl-benzthiazol-5- oder -6-sulfonyl- oder -carbonyl und die entsprechenden im ankondensierten Benzolring Sulfogruppen enthaltenden 2-Sulfonylbenzthiazol-5- oder -6-carbonyl- oder -sulfonyl-Derivate, 2-Chlorbenzoxazol-5- oder -6-carbonyl- oder -sulfonyl, 2-Chlorbenzimidazol-5- oder -6-carbonyl oder -sulfonyl, 2-Chlor-1-methylbenzimidazol-5- oder -6-carbonyl oder -sulfonyl, 2-Chlor-4-methylthiazol-(1,3)-5-carbonyl) oder -4- oder -5-sulfonyl; ammoniumgruppenhaltige Triazinringe, wie 2-Trimethylammonium-4-phenylamino- und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-(1,1-Dimethylhydrazinium)-4-phenylamino- und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-(2-Isopropyliden-1,1-dimethyl)hydrazinium-4-phenylamino- und 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 2-N-Aminopyrrolidinium-, 2-N-Aminopiperidinium-4-phenylamino- oder 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-aminotriazinyl-6, 4-Phenylamino- oder 4-(Sulfophenylamino)-triazinyl-6, die in 2-Stellung über eine Stickstoffbindung das 1,4-Bis-aza-bicyclo[2,2,2]octan oder das 1,2-Bis-aza-bicyclo-[0,3,3]-octan quartär gebunden enthalten, 2-Pyridinium-4-phenylamino- oder 4-(o-, m- oder p-Sulfophenyl)-amino-triazinyl-6 sowie entsprechende 2-Oniumtriazinyl-6-Reste, die in 4-Stellung durch Alkylamino, wie Methylamino, Ethylamino oder β-Hydroxyethylamino, oder Alkoxy, wie Methoxy oder Ethoxy, oder Aryloxy, wie Phenoxy oder Sulfophenoxy, substituiert sind.

[0020] Besonders interessante faserreaktive Reste sind Fluor- und Chlor-1,3,5-triazinreste der Formel (2)

in welcher Hal, Chlor oder Fluor ist und Q eine Amino-, Alkylamino-, N,N-Dialkylamino-, Cycloalkylamino-, N,N-Dicycloalkylamino-, Aralkylamino-, Arylamino-, N-Alkyl-N-cyclohexylamino-, N-Alkyl-N-arylaminogruppe oder eine Aminogruppe bedeutet.

[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform werden der Färbeflotte der Farbstoff in Konzentrationen von 0,1 bis 140 g/l, 5 bis 100 g/l des anorganischen Polyphosphates, 5 bis 80 m/l Natronlauge, 20 bis 38 gew.-%ig, und 0,1 bis 5 g/l eines anionischen Netzmittels zugesetzt. Die Färbeflotte wird zweckmäßig in einem Foulard auf das Gewebe aufgequetscht. Nach Aufdocken auf eine sogenannte Kaule läßt man das Material bei Raumtemperatur 4 bis 24 Stunden verweilen; während dieser Zeit fixiert der Reaktivfarbstoff. Der Fixierphase schließt sich ein üblicher Auswaschprozeß an, in dem das Material auch abgesäuert werden kann.

[0022] Die cellulosischen Textilien können aus natürlichen Cellulosefasern, wie Baumwolle, Leinen und Hanf, bestehen oder Zellstoff, regenerierte oder auch durch kationische oder anionenaffine Gruppen modifizierte Cellulose sein. Auch Mischgewebe, z.B. Gemische von Baumwolle mit Polyesterfasern oder Polyamidfasern, kommen in Betracht.

[0023] Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die darin genannten Teile sind Gewichtsteile, die Prozentangaben stellen Gewichtsprozente dar, sofern nicht anders vermerkt. Gewichtsteile beziehen sich zu Volumenteilen wie Kilogramm zu Liter.

Beispiel 1



[0024] 10 Teile eines gebleichten Baumwollgewebes werden bei Raumtemperatur mit einer Lösung imprägniert, die eine Mischung von jeweils 10 Teilen der Farbstoffe der Formeln





[0025] 10 Teile "Grahamsches Salz" und 10 ml Natronlauge, 38°Bé, enthält. Die Flottenaufnahme beträgt dabei 80 %, bezogen auf das Gewicht der Ware. Nach einer Verweilzeit von 12 h bei Raumtemperatur wird das Material einem üblichen Auswaschprozess für Reaktivfärbungen unterzogen.
Man erhält eine rotbraune Färbung, die gegenüber dem Standardverfahren, ausgeführt mit Wasserglas und Soda, einen um 10 % tieferen Farbton aufweist. Das Echtheitsniveau ist einwandfrei.

Beispiel 2



[0026] Ein mercerisiertes Baumwollgewebe, Gewicht ca. 120 g/m2, wird durch ein Foulardchassis gefahren und mit einer wäßrigen Flotte, bestehend aus 50 g/l des Reaktivfarbstoffs der Formel



[0027] 18 ml/l Natronlauge, 32,5 gew.-%ig, 15g/l "Grahamsches Salz" und 3 g/l eines anionischen Netzmittels, wie z.B. Leonil SRP, mit einer Flottenaufnahme von 80 % bei einer Temperatur von 20°C geklotzt. Die imprägnierte Ware wird in ein Fixieraggregat, in dem eine Temperatur von 120°C und eine Luftfeuchtigkeit von 25 % herrscht, mit 20 m/min eingefahren und 2,5 Minuten bei einer Naßtemperatur von 70°C fixiert. Anschließend verläßt das gefärbte Material das Fixieraggregat mit einem Restteuchtegehalt von 15 %. Das Material wird dann einem kontinuierlichen Auswaschprozeß unterzogen und fertiggestellt.
Die Ware zeichnet sich durch ein sehr gleichmäßiges Warenbild und eine glatte Oberfläche aus. Der Farbton ist um 20 % tiefer als auf einem nach herkömmlicher Pad-Dry-Pad-Steam-Methode gefärbtem Textil.

Beispiel 3



[0028] Ein Viskose-Gewebe, Gewicht ca. 100 g/m2, wird durch ein Foulardchassis gefahren und mit einer wässrigen Flotte, bestehend aus 50 g/l des Reaktivfarbstoffes C.I. Reactive Red 180 der Formel



[0029] 18 m/l Natronlauge, 32,5 gew.-%, und 15 g/l "Maddrellsches Salz" und 2 g/l eines anionischen Netzmittels, wie z.B. Leonil SRP, mit einer Flottenaufnahme von 90 % bei einer Temperatur von 20°C geklotzt. Man fixiert den Farbstoff wie in Beispiel 2 beschrieben und stellt die Ware wie üblich fertig. Die rote, farbstarke Färbung ist um 20 % tiefer angefärbt als ein Material, das mit der gleichen Farbstoffmenge nach einem Pad-Steam-Verfahren coloriert wurde. Das Echtheitsniveau entspricht dem zu erwartenden Stand der Reaktivfarbstoffe. Die Ware hat einen wesentlich besseren Griff als eine nach der Wasserglas-Methode gefärbte Ware.


Ansprüche

1. Verfahren zum Färben von cellulosischen Textilien nach einem Klotzverfahren oder Sprühverfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung 5 bis 100 g/l eines anorganischen Polyphosphats enthält und einen pH-Wert von 10 bis 13,5 hat.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung 7 bis 40 g/l, vorzugsweise 10 bis 20 g/l, eines anorganischen Polyphosphates enthält.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte oder Sprühlösung einen pH-Wert von 11 bis 13 hat.
 
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Polyphosphat ein niedermolekulares Polyphosphat der Formel Mn+2PnO3n+1 mit n = 2 bis 10, ein hochmolekulares Polyphosphat der Formel MnH2PnO3n+1 mit n = 11 bis 90, ein cyclisches Metapolyphosphat der Formel MnPnO3n oder ein Gemisch davon ist, wobei M ein Alkalimetall bedeutet.
 
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Polyphosphat ein Salz der Triphosphorsäure oder der Tetraphosphorsäure ist.
 
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Polyphosphat das Grahamsche Salz, das Maddrellsche Salz oder das Kurrolsche Salz ist.
 
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das anorganische Polyphosphat als Feststoff oder als wäßrige Lösung der Färbeflotte oder Sprühlösung zugegeben wird.
 
8. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Klotzverfahren ein Klotz-Kaltverweilverfahren, ein Pad-Dry-Pad-Steam-Verfahren, ein Pad/Air-Steam-Verfahren oder ein Thermosol/Pad-Steam-Verfahren ist.
 
9. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte einen faserreaktiven Farbstoff enthält.
 
10. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Färbeflotte 0,1 bis 5 g/l eines anionischen Netzmittels enthält.
 
11. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das cellulosische Textil aus Baumwolle, Leinen, Hanf oder regenerierter Cellulose besteht oder ein Mischgewebe mit Polyesterfasern oder Polyamidfasern ist.