TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbrennen von Bio- und Feststoffmassen.
[0002] Biomassen, die zu Heizzwecken und zur thermischen Entsorgung zur Verfügung stehen,
sind beispielsweise Stückholz, Späne, Sägemehl, Hackschnitzel und Schleifstaub.
[0003] Die fortschreitende Entwicklung der Fertigungstechnologien in der holzverarbeitenden
Industrie hat nicht nur zu verkürzten Werkstücklaufzeiten sondern auch zu einem erheblich
feineren, staubartigen Produktionsabfall geführt, der von den Feuerungs- und Kesselanlagen
sicher und umweltverträglich verbrannt werden sollte.
STAND DER TECHNIK
[0004] Zur Wärmegewinnung aus Biomassen sind Verbrennungssysteme wie Schubrost- und Schrägrostfeuerungen,
Unterschub-Schneckenfeuerung oder die Fließbettentgasung (EP-A2 0 076 353) bekannt.
[0005] Aus der EP-B1 0 473 618 ist eine Vorrichtung der eingangs genannten Art bekannt,
bei der eine durch ein sogenannten Glierderkopfgebläse erzeugte Gasströmung einen
optimalen Verbrennungsprozeß ermöglicht.
[0006] Staubartige Brennstoffe, die sehr trocken sind und deren Struktur in den meisten
Fallen als "einblaspflichtig" im Sinne Vorschrift TRD 414 "Holzfeuerungen an Dampfkesseln"
einzustufen ist, oder die zumindest im Grenzbereich dieser Vorschrift angesiedelt
sind, erreichen mit der an sich bekannten Muffelfeuerung unter Verwendung des aus
der EP-B1 0 473 618 bekannten Gliederkopfgebläses auf Grund des Prinzips der "Verbrennung
in einer rotierenden Gaswalze" sehr gute Feuerungswerte. Der Leistungsbereich entsprechender
Feuerungsanlagen liegt Zeit zwischen 500 KW und 10.000 KW.
[0007] Mit diesen mit einem Gliederkopf ausgerüsteten Anlagen können die geforderten Grenzwerte,
wie CO, CO-gesamt und NOx problemlos eingehalten werden. Die Staubbelastung stellt
allerdings eine große Herausforderung dar, wenn beispielsweise durch Fliehkraftabscheider
der Reststaub von den Heißgasen getrennt werden soll. Eine aus diesem Grund erfolgende
Nachrüstung einer Feuerungsanlage mit Schlauchfiltern oder Elektrofiltern stellt oftmals
die einzige Lösung zum Beherrschen der Staub-Problematik dar. Nachrüstarbeiten mit
derartigen Filtern sind zwar wirkungsvoll aber sehr kostenintensiv. So übersteigen
bei Anlagen unter 2.000 KW die Anschaffungskosten des Filters die Kosten des Kessels
mit der Feuerungsanlage, also die Kosten der eigentlichen Verbrennungsanlage.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ausgehend von dem vorstehend beschriebenen
Stand der Technik eine Vorrichtung zum Verbrennen von Bio- und Feststoffmassen der
eingangs genannten Art aufzuzeigen, mit der derartige Massen nicht nur so verbrannt
werden können, daß möglichst wenig umweltbelastende Schadstoffe entstehen, sondern
daß auch die emittierte Staubbelastung möglichst gering bleibt.
[0009] Diese Erfindung ist durch die Merkmale des Hauptanspruchs gegeben. Die eingangs genannte
Vorrichtung zum Verbrennen von Bio- und/oder Feststoffmassen mit Verwendung eines
sogenannten Gliederkopfgebläses zeichnet sich dementsprechend dadurch aus, daß die
durch das Gliederkopfgebläse erzeugte Luft-/Gaswalze in der Entgasungs- und Flammkammer
mit ihren Stömungsquerschnitten in zur Feuerstätte hin geneigter Ausrichtung vorhanden
ist. Die geneigten Strömungsquerschnitte können beispielsweise dadurch verwirklicht
werden, daß das Gebläserad selber in zur Feuerstätte hin geneigter Ausrichtung in
der Kammer angeordnet wird. Die Strömungsquerschnitte der Feuerungswalze liegen also
in einer gegebenenfalls unterschiedlich starken Schrägausrichtung zur Feuerstätte.
Durch Variation der Neigung kann damit erstmals direkt Einfluß genommen werden auf
das Flammbild und auf die Temperatur innerhalb der Walze.
[0010] Die mit ihren Strömungsquerschnitten geneigt zur Feuerstätte ausgerichtete Luft-/Gaswalze,
die durch das Gliederkopfgebläse erzeugt wird, bewirkt eine innige Verwirbelung der
in der Entgasungs- bzw. Flammkammer sich bildenden Gasgemische und ermöglicht damit
eine Ausgasung und Verbrennung der Biomasse, die einer Pyrolysevergasung vergleichbar
ist. Die zur Feuerstätte hingeneigten Strömungsquerschnitte legen sich mit ihren vorderen
Strömungsquerschnitten in einer Art Glocke über das Glutbett. Es entsteht eine sanfte
fächerartige dreidimensionale Gasspülung über dem Glutbett, die das Glutbett gewissermaßen
mit einer Art Glocke von oben abschirmt.Diese Wirkung ist über der gesamten Glutbett-Oberfläche
vorhanden, so daß trockene Biomasse, die zu 90% aus Feinstaub bestehen kann, praktisch
staubfrei vergast. Die Regelung des Verbrennungs-Lastbetriebes kann etwa im Bereich
zwischen 20% und 100% stufenlos gefahren werden, ohne daß der Luftüberschuss große
Abweichungen aufzeigt. Auf die üblichen Roste sowie die im Stand der Technik vorhandenen
Primär- und Sekundärluftgebläse in der Entgasungs- und Flammkammer kann daher gänzlich
verzichtet werden.
[0011] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das geneigt angeordnete
Gliederkopfgebläse in dem Durchbruch der Wandung der Kammer angeordnet. Das Gebläserad
des Gliederkopfgebläses ist vorteilhafterweise mit einem das Gebläserad flächig abschirmenden
Hitzeschild ausgestattet. Der Durchmesser dieses Hitzeschildes entspricht in etwa
dem maximalen Durchmesser des Gebläserades. Zwischen dem Hitzeschild und der Laibung
des Durchbruches bleibt ein Ringspalt frei. Die stetig rotierende Luftmasse im Gliederkopfgebläse
kommuniziert über den Ringkanal mit der in Rotation versetzten trägen Heißgasmasse
in der Flammkammer. Die Kraftübertragung zwischen der rotierenden Luftmasse bzw. Frischluftmasse
im Gliederkopfgebläse und der rotierenden Heißgasmasse außerhalb des Gliederkopfgebläses,
das heißt in der Entgasungs- bzw. Flammkammer erfolgt nach physikalischen Naturgesetzen.
[0012] Beispielsweise zu Montage- oder Reparaturzwecken kann das Gebläse und gegebenenfalls
auch das Hitzeschild lösbar an dem Durchbruch der Kammer befestigt sein. Die Lösbarkeit
wird beispielsweise durch eine schwenkbare Befestigung dieser Bauteile an dem Durchbruch
ermöglicht. Um im wegbewegten Zustand des Gebläses und gegebenenfalls des Hitzeschildes
den Betrieb der Feuerstätte gegebenenfalls aufrecht zu erhalten, kann der Durchbruch
durch eine Klappe, einen Schieber oder dergleichen Verschlußorgan verschlossen werden.
[0013] Der mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erfolgende Abbrand innerhalb der Kammer
läßt sich durch Regulierung der Gaseintrittsöffnung sowohl für die Frischluft als
auch für eine Rauchgasrückführung mittels vorhandener Schieber und/oder Drehzahlregulierung
des Gliederkopfgebläses problemlos vornehmen.
[0014] Durch Rückführen von heißem, durch Durchleiten durch ein Entstaubungsfilter gereinigtem
Rauchgas über das Gliederkopfgebläse, wie zum Beispiel über den Hitzeschild desselben,
und durch gleichmäßige Beimischung dieses sogenannten Rezigases in den Ringkanal ergibt
sich zusammen mit der durch das Gliederkopfgebläse eintretenden Frischluft eine homogene,
rotierende, stabile Heißgasmasse in der Brennkammer, die zur Reduzierung von 20% bis
30% (Prozent) NOx führt.
[0015] Weitere Merkmale, insbesondere auch zur möglichen Ausbildung des Gliederkopfgebläses
sowie weitere Vorteile der Erfindung sind den in den Unteransprüchen weiterhin aufgeführten
Merkmalen sowie den nachstehenden Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0016] Die Erfindung wird im folgenden anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine ersten Vorrichtung nach der Erfindung, mit Kessel, Flammkammer
und Feuerstätte,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine zweite Vorrichtung nach der Erfindung, mit Kessel, Schubrost
und Feuerstätte und
- Fig. 3
- einen vertikalen Teilschnitt aus einem Teilbereich der Fig. 1.
WEGE ZUM AUSFÜHREN DER ERFINDUNG
[0017] Eine erste erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Verbrennen von Bio- und Feststoffmassen
12 weist eine Flammkammer 14 auf. Durch ihre Seitenwand 16 ragt ein Rohr 18 hindurch.
Dieses Rohr 18 stellt zusammen mit einer im Inneren der Kammer 14 vorhandenen Schnecke
20 einen Schneckenförderer 22 dar, mit Hilfe dessen die zum Verbrennen vorgesehenen
Bio- bzw. Feststoffmassen 12 von außen in die Kammer 14 hineingefördert werden können.
[0018] Oberhalb der Seitenwand 16 ist ein Durchbruch 24 vorhanden. Der Durchbruch 24 ist
durch ein Gliederkopfgebläse 30 verschlossen. Das Gliederkopfgebläse 30, das noch
weiter unten näher beschrieben wird, ist lösbar an der Wandung der Kammer 14 befestigt.
[0019] Die Längsachse 32 des Gliederkopfgebläses 30 ist schräg zur Oberfläche der Feuerstätte
34, die durch die zu verbrennenden Massen 12 gebildet wird, hin gerichtet. im vorliegenden
Fall durchstößt die Längsachse 32 die Feuerstätte 34. Von den Strömungsquerschnitten
36 der durch das Gliederkopfgebläse 30 erzeugten Luft-/Gaswalze 40 eilen die jeweils
oberen Stömungsbereiche den unteren Strömungsbereichen des jeweiligen Strömungsquerschnittes
36 voraus; die Strömungsquerschnitte 36 sind zur Feuerstätte 34 gekippt ausgerichtet
und umhüllen die Feuerstätte 34 glockenartig, bis die erzeugten Abgase 44 schließlich
nach oben wegströmen. Die Abgase 44 gelangen durch eine oben in der Kammer 14 vorhandene
Öffnung 46 in den Bereich eines mit Wärmetauschern ausgestatteten Kessels 50. Nach
Durchströmen der Wärmetauscher werden die Abgase - im vorliegenden Beispielsfall rechts
- aus dem Bereich des Kessels herausgeführt (Pfeil 52).
[0020] Durch die Walze 40 mit ihren strömungsmäßig nach vorne gekippten oberen Querschnittsbereichen
wird eine gleichmäßige, rotierende Stauwärme über dem gesamten Glutbett, das heißt
im Bereich der Feuerstätte 34 erzeugt. Die Walze 40 liegt damit mit ihrem vorderen
Walzenbereich in Art einer Feuerglocke über der Feuerstätte 34. Die verbrennbaren
Massen 12 bleiben dadurch sehr lange im Bereich der Feuerwalze. Dies hat zur Folge,
daß die im allgemeinen feuchten, stückigen Reststoffe langsam gecrackt und vergast
werden.
[0021] Es können auch Brennstoffe, die trocken und staubförmig entsorgt und/oder verbrannt
werden sollen, in den Bereich der Walze 40 eingegeben werden. Diese nicht extra in
Fig. 1 aber in Fig. 2 näher dargestellte Zugabemöglichkeit kann relativ schnell volumenmäßig
gesteuert werden. Dadurch kann eine Brennstoffzugabe auch in Form von Brennstäuben
zur einfachen Regelung der Feuerungsanlage beispielsweise bei Spitzenlasten ausgenutzt
werden. Die Stäube belasten erstaunlicherweise kaum die Abgase. Offensichtlich bleibt
der größte Anteil dieser Stäube als Asche im Bereich der Feuerstätte 34 zurück. Am
Herausströmen mit den Abgasen 44 durch die Öffnung 46 hindurch werden sie ganz offensichtlich
durch die die Feuerstätte 34 von oben glockenartig abschirmende Gaswalze 40 weitestgehend
gehindert.
[0022] Die in Fig. 2 dargestellte Vorrichtung 10.2 besitzt ebenfalls eine Flammkammer 14.2.
Die auf der Feuerstätte 34 vorhandenen Verbrennungsmaassen 12 werden über einen Schubrost
60 von außen (Pfeil 64) durch einen Schacht 62 hindurch zugeführt. Der Schubrost hält
die beispielsweise aus Holzresten bestehenden Verbrennungsmassen 12 in Bewegung und
wendet die Holzstückchen während des Verbrennungsvorganges. Dadurch findet eine Art
Vergasung statt. Dieser Vorgang findet in vergleichbarer Weise auch bei einer Flammkammer
mit Walzenrost statt. Die über der Feuerstätte 34 freigesetzten Gase werden durch
eine Luft-/Gaswalze 40.2 im Bereich der Feuerstätte 34 zeitlich relativ lange gehalten.
Die Querschnitte 36 auch dieser Walze 40.2 sind nach vorne gekippt und damit schräg
zur Feuerstätte 34 hin gerichtet. Die Walze 40.2 wird wiederum durch ein Gliederkopfgebläse
30 erzeugt.
[0023] Die Walze 40.2 wird im Bereich ihrer "Mantel-"wandung durch obere und untere Wandteile
66, 68 der Flammkammer 14.2 begrenzt. Durch diese Wandteile 66, 68 wird die Walze
40.2 in Längsrichtung ausgerichtet und zur Feuerstätte 34 hin geführt. Die Rotationsachse
42 der Walze 40.2 ist geneigt zur Längsachse 32 des Gliederkopfgebläses 30 ausgerichtet.
Die Walze 40.2 erhält gleichsam eine Steigung mit nach in Strömungsrichtung vorne
gekippten Strömungsquerschnitten 36. Dadurch kann die Feuerstätte 34 - wie bereits
ausgeführtglockenartig von schräg oben eingehüllt werden.
[0024] Im Bereich des oberen Wandteils 66, in naher Nachbarschaft zum Gliederkopfgebläse
30, ist ein Einblaskanal 70 ausgebildet. Durch den Einblaskanal 70 können Stäube eingeblasen
werden. Diese Stäube können Heizstoffe sein. Durch Zuführen dieser Brennstoff-Stäube
in den Bereich der Walze 40.2 kann die Brenntemperatur schnell hochgefahren und damit
die Leistung der Vorrichtung 10.2 gesteigert werden.
[0025] Die Abgase wandern, ähnlich wie bei der Vorrichtung 10, nach oben von der Feuerstätte
34 weg (Pfeil 44.2) und gelangen in den Bereich eines nachgeschalteten Kessels 50.
[0026] Bei der Vorrichtung 10.2 ist der Innenraumbereich zwischen den Wandteilen 66, 68
relativ "kalt", das heißt, weniger heiß als im Bereich der Feuerstätte 34. Diese dort
ausgebildete "kalte" Zone ermöglicht eine genau dosierte vermischte Zuführung von
Frischluft und rückgeführtem, gereinigtem Rauchgas (Rezigas) durch das Gliederkopfgebläse
30. Dadurch kann durch Sauerstoffreduzierung das Flammbild mit der nötigen Temperatur
zwischen 900°C (Grad Celsius) und 950°C in der ganzen Flammkammer erzeugt werden;
Rezigas senkt die Flammtemperatur und verhindert das Entstehen von Nox bei hohem Sauerstoffüberschuß.
Die Verteilung dieser Temperaturen im praktisch gesamten Flammraum sichert eine verlängerte
Verweilzeit der Verbrennungsmassen 12 in der Flammkammer 14.2.
[0027] Die Schadstoffreduzierungen unter Zuhilfenahme des vorstehenden Gliederkopfgebläses
mit zur Feuerstätte geneigter Ausrichtung der Walzenquerschnitte machen folgende nachstehende
Abgaswerte bezogen auf 11% Sauerstoff pro Volumenanteil möglich (Klammerwerte bezogen
auf Vorschriften der TA-Luft):
CO: weniger als 50 mg (150 mg)
NOx:250 bis 300 mg (500 mg)
CO-gesamt: weniger als 10 mg (50 mg)
Staub (ohne Entstauber!): weniger als 150 mg (150 mg).
[0028] Das vorstehend erwähnte Gliederkopfgebläse 30 ist beispielhaft in Fig.3 näher dargestellt.
In dem Durchbruch 24 ist ein kreisförmiges Schild 96 angeordnet, das den größten Querschnittsbereich
dieses Durchbruches 24 verschließt. Das Schild 96 ist gegen den Innenraum der Kammer
14 mit feuerfestem Material 97 belegt. Das Hitzeschild 96 ist ringsum mit Austrittsöffnungen
90 versehen, die mit das Schild 96 durchquerenden Leitungen 92 verbunden sind. Die
Leitungen 92 führen zu einem Einlaßstutzen 94. Durch den Einlaßstutzen 94 kann Rezigas
(Pfeil 95) durch das Schild 96 hindurchgeleitet werden, das es dabei kühlt.
[0029] Über am Umfang des Schildes 96 angebrachte Stege 98 ist das Schild 96 an einer winkelförmigen
Einfassung 100 befestigt. Die winkelförmige Einfassung 100 ist an der Wandung der
Kammer 14 befestigt, wie z.B. angeschweißt oder angedübelt.
[0030] Zwischen dem Schild 96 und der Leibung 102 des Durchbruches 24 ist so ein Ringspalt
104 vorhanden. Auf der bezüglich des Innenraumes abgekehrten Seite des Schildes 96
wird der Durchbruch 24 von einer Tragplatte 106 abgedeckt. Diese Tragplatte 106 ist
umfänglich an der winkelförmigen Einfassung 100 lösbar befestigt. Diese Lösbarkeit
wird durch mehrere Schraubverbindungen 108 ermöglicht. Über nicht dargestellte Scharniere
läßt sich nach Lösen der Schraubverbindungen 108 die Tragplatte 106 von dem Durchbruch
24 seitlich wegschwenken. Der dann frei zugängliche Durchbruch 24 mit seinem Schild
96 und dem Ringspalt 104 kann über eine nicht dargestellte weitere Schieberplatte
oder Schwenkplatte verschlossen werden.
[0031] An der Tragplatte 106 ist eine mittige Aussparung 110 vorhanden, durch die eine Welle
112 horizontal hindurchreicht. Diese Welle 112 kann von einem motorischen Antrieb
114 in Bewegung gesetzt werden. An ihrem freien Ende ist auf der Welle 112 eine Nabe
116 vorhanden. An dieser Nabe 116 sind zwei Kränze 168, 170 von Kettengliedern 172
vorhanden. Die einzelnen Kettenglieder 172 bestehen aus einzelnen Ösen, die rechtwinklig
zueinander ineinandergehängt sind. Beim Rotieren der Kränze 168, 170 richten sich
dieselben nahezu ebenflächig, senkrecht zur Längsachse 32 aus. Beim Rotieren der Kränze
168, 170 wird Frischlüft durch die Aussparung 110 angesaugt und durch den Ringspalt
104 in die Kammer 14 eingeleitet. Im Ringspalt 104 vermischt sich die Frischluft mit
Rezigas, das durch die Öffnungen 90 des Sildes 96 zugeführt wird. Dieses Luft-Gasgemisch
bildet strömungsmäßig die vorstehend dargestellte Luft-/Gaswalze 40. Diese Gaswalze
40 erstreckt sich in Verlängerung der Längsachse 32 um ihre Rotationsachsel 42 schräg
auf die Feuerstätte 34 mit der zu verbrennenden Bio- und/oder Feststoffmasse 12.
[0032] Die Strömung in der Nähe der rotierenden Kettenglieder, gegebenenfalls vor dem Schild
96, kann ähnlich wie die Strömung in der Umgebung einer ebenen Scheibe, die um eine
Achse senkrecht zur der Scheibenebene rotiert, beschrieben werden. Durch die Reibung
werden die Luftschichten in unmittelbarer Nähe des rotierenden Gliederkörpers durch
die einzelnen Ösen der Kettengliederkränze 168, 170 mitgerissen und durch die gleichzeitig
wirkenden Zentrifugalkräfte nach außen getrieben. Dadurch entsteht vor dem Gliederkopf
und damit vor dem Schild 96 ein Unterdruck, der sich größenmäßig in Richtung der Rotationsachse
42 abbaut. Der Unterdruck ist also im Bereich des Gliederkopfes am größten. Die durch
den Ringspalt 104 auf die Flammkammer 14 übertragene Rotationsbewegung einer Luft-/Gaswalze,
verursacht durch eine entsprechende rotierende Luftmasse im Bereich der beiden Kränze
168, 170, bewirkt einen Überdruckbereich im Walzenmantelbereich und einen Unterdruckbereich
im Bereich der Rotationsachse dieser Gaswalze. Die Unterdruckverhältnisse sind im
Bereich des Gliederkopfes am größten. Dadurch strömen in Richtung der Rotationsachse
42 Gasbereiche in Richtung des Gliederkopfes, und zum Ausgleich dieses Unterdrucks
strömen entsprechende Gasmassen im äußeren Bereich der Gaswalze von dem Gliederkopf
weg und mit nach vorne geneigten Strömungsquerschnitten schräg auf die Feuerstätte
34. Die Feuerstätte wird durch die Gaswalze glockenartig umfaßt. Dadurch kann die
Verbrennung sich vergleichsweise sehr lange im Bereich unterhalb dieser Gasglocke
abspielen. Dadurch wird nicht nur eine extrem gute Verbrennung erreicht, sondern auch
verhindert, daß zu viele Aschenstäube mit den Abgasen aus dem Bereich der Flammkammer
14 nach außen entweichen können.
1. Vorrichtung (10) zum Verbrennen von Bio- und/oder Feststoffmassen (12),
- mit einer Entgasungs- und Flammkammer, wobei die Entgasungskammer auch die Flammkammer
(14) ist,
- mit einer Feuerstätte (34) in dieser Kammer zur Aufnahme der Brennmaterialien und
- mit einem Gebläse (30), welches ein Gebläserad mit einer zentralen Nabe (116) und
daran befestigten Elementen (168, 170) besitzt, die aus gegenseitig beweglichen Gliedern
(172) bestehen,
- wobei mit dem Gebläse (30) in der Kammer (14) eine rotierende Luft-/Gaswalze (40)
erzielbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Luft-/Gaswalze (40) mit ihren Strömungsquerschnitten (36) in zur Feuerstätte
(34) hingeneigter Ausrichtung vorhanden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- das Gebläse (30) in zur Feuertätte (34) hingeneigter Ausrichtung vorhanden ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- in der Wandung (16) der Kammer (14) ein Durchbruch (24) vorhanden ist,
- an bzw. in diesem Durchbruch (24) das Gebläse (3o) mit einem sein Gebläserad (168,
170) flächig abschirmenden Hitzeschild (96, 97) vorhanden ist,
- der Durchmesser des Hitzeschildes (96, 97) in etwa dem maximalen Durchmesser des
Gebläserades (168, 170) entspricht,
- zwischen dem Hitzeschild (96, 97) und der Laibung (102) des Durchbruches (24) ein
Ringspalt (104) vorhanden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
- das Gebläserad (168, 170) und das Hitzeschild (96, 97), zusammen oder getrennt,
lösbar an dem Durchbruch (24) oder wegschwenkbar von demselben befestigt sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
- im wegbewegten Zustand des Gebläses (30) von dem Durchbruch (24) dieser Durchbruch
durch eine Klappe oder einen Schieber verschließbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- ein regelbarer elektrischer Antrieb (114) für das Gebläserad (168, 170) vorhanden
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der Kammer (14) von einer Brennvorrichtung rückgeführtes Rauchgas zuführbar ist,
- das rückgeführte Rauchgas in den Bereich des das Hitzeschild (96, 97) umgebenden
Ringspaltes (104) zuführbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
- in dem Hitzeschild (96) Leitungen (92) mit in den Ringspalt (104) einmündenden Austrittsöffnungen
(90) vorhanden sind, durch die hindurch rückgeführtes Rauchgas (Pfeil 95) in den Ringspalt
(104) einleitbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
- Außenluft über das Gebläse (30) in den Ringspalt (104) und damit in die Kammer (14)
führbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
- außen an der Nabe ( 116) mehrere, insbesondere über den Umfang der Nabe gleichmäßig
verteilte Elemente (168, 170) angehängt sind, die je mehrere, nach Art von Kettenstücken
mit gegenseitiger Beweglichkeit aneinandergehängte Glieder (172) besitzen.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Glieder (172) in zwei oder mehreren parallel zueinander angeordneten Kränzen
von Elementen (168, 170) vorhanden sind.